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„Digital Divide“ – Was verbindet, was trennt?

Ist Deutschland auf dem Weg in eine digitale Zweiklassengesellschaft?

Hausarbeit 2010 26 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Management Abstract

1 Einleitung: Ausgangssituation und Ziele

2 Was bedeutet „Digital Divide“

3 Faktoren die zur digitalen Spaltung führen
3.1 Faktor Alter
3.2 Faktor Geschlecht
3.3 Faktor Bildungsniveau
3.4 Faktor Einkommen
3.5 Faktor Bundesgebiet und Zugangsart

4 Ableitung von Nutzergruppen
4.1 Typ 1: Digitale Außenseiter
4.2 Typ 2: Gelegenheitsnutzer
4.3 Typ 3: Berufsnutzer
4.4 Typ 4: Trendnutzer
4.5 Typ 5: Digitale Profis
4.6 Typ 6: Digitale Avantgarde

5 Begründungen für Nichtnutzer

6 Deutschland im internationalen Vergleich

7 Möglichkeiten die Spaltung zu überwinden

8 Thesenpapier

9 Zusammenfassung und Ausblick

10 Verzeichnisse
10.1 Abbildungsverzeichnis
10.2 Literatur- und Quellenverzeichnis

11 Ehrenwörtliche Erklärung

0 Management Abstract

Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten des „Digital Divide“ in Deutschland.

Zunächst wird eine Einleitung in den Begriff „Digital Divide“, als Ausdruck für die Spaltung der Gesellschaft in Internet-Nutzer und Nichtnutzer, gegeben. In diesem Zusammenhang werden die Synonyme „Digitale Spaltung“ und „Digitale Kluft“ erläutert. Gleichzeitig wird auf zwei Thesen der Wissenskluft eingegangen, wobei das Hauptaugenmerk auf dem sozialen und wirtschaftlichen Chancenunterschied liegt, der durch den Zugang zu digitalen Medien verursacht wird.

Anschließend werden unterschiedliche Faktoren als Ursachen des „Digital Divide“ erläutert. Im Mittelpunkt werden dabei die Nutzerverhalten nach Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Einkommen, Bundesgebiet und Zugangsvoraussetzung beschrieben. Weiterführend werden die Internetnutzer, entsprechend den vorher definierten Faktoren, verschiedenen Profilen zugeordnet. Die Einteilung erfolgt dabei in sechs Gruppen (Digitaler Außenseiter, Gelegen- heitsnutzer, Berufsnutzer, Trendnutzer, Digitale Profis, Digitale Avantgarde), die entspre- chend ihrer Merkmalsausprägungen dargestellt werden. Nachfolgend werden die Gründe und Merkmale beschrieben, die zu einer Nichtnutzung des Internet führen.

Im nachfolgenden Schritt wird eine Übersicht der Internetnutzung im europäischen Vergleich gegeben. Dabei kristallisieren sich zwei signifikante Muster heraus. In den nordeuropäischen Staaten ist die Nutzung des Internet höher, als im Süden Europas. Zusätzlich wird ersicht- lich, dass sowohl im Osten als auch im Westen geringe Nutzeranteile vorhanden sind als in Europas Zentrum.

Abschließend wird die Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft in verschiedenen Organisationen beschrieben. Mit Hilfe dieser Organisationen versuchen beide Bereiche gemeinsam ihrer Verpflichtung bei der Bekämpfung der digitalen Spaltung nachzukommen.

1 Einleitung: Ausgangssituation und Ziele

Das Internet, als vergleichsweise junges Medium, hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Aufgrund verschiedener sozio-ökonomischer Merkmale entstand in Deutschland eine Aufteilung der Bevölkerung in die Bereiche der Internetnutzer (Onliner) und Nichtnutzer (Offliner). Um diesen Sachverhalt in der Informationstechnologie beschreiben zu können, wurde vor einigen Jahren der Begriff „Digital Divide“ definiert.

Im Jahr 2003 wurde der „Digital Divide“ als Anlass für den UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) in Genf aufgegriffen. Dort einigten sich die anwesenden Vertreter mit breiter Akzeptanz auf den einheitlichen Begriff „digitale Spaltung“, der mit der These, dass die Entwicklung auf eine Informations- bzw. Wissensgesellschaft zusteuert, in Verbindung gebracht wird. In einer Informationsgesellschaft, wie sie in dieser These benannt wird, sind die Zugriffsmöglichkeit und die Beherrschung einer Technologie wie das Internet in einem hohen Maße für einen persönlichen Erfolg entscheidend.1

Im ersten Schritt dieser Hausarbeit soll ein thematischer Überblick bezüglich des Begriffes „Digital Divide“ vermittelt werden. Nach der Einführung in das Themengebiet, sollen die wesentlichen Faktoren analysiert werden, die eine digitale Spaltung in Deutschland beein- flussen. Als zentrale Aspekte dieser Analyse müssen unter anderem das Alter, das Geschlecht und das Bildungsniveau der Nutzer bzw. Nichtnutzer betrachtet werden. Dabei ist es notwendig, die Entwicklung dieser Einflussfaktoren im Vergleich der vergangenen Jahre zu betrachten.

Nachfolgend soll, im Zusammenhang mit der Frage, ob Deutschland auf den Weg in eine digitale Zweiklassengesellschaft ist, ein Vergleich auf internationaler Ebene vorgenommen werden. Dieser Vergleich dient als Hilfsmittel, die derzeitige Stellung Deutschlands beim Umgang mit dem Medium Internet zu bewerten.

Abschließend werden Organisationen und Institutionen aus Politik und Wirtschaft gesucht, die im Bereich der digitalen Spaltung Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Mit den dargestellten Ansätzen soll eine mögliche Überwindung der digitalen Gräben in bestimmten Bereichen aufgezeigt werden.

2 Was bedeutet „Digital Divide“

Bei der Einführung eines neuen Mediums kommt es oft zu einer geteilten Verwendung in der Gesellschaft. Nach der Einführung ist die Verbreitung stark begrenzt. Bevor sich ein Massenmedium entwickelt, von dem der überwiegende Teil der Öffentlichkeit profitiert, sind in den frühen Phasen hauptsächlich Spezialisten oder Personen mit höherem Bildungsniveau bei der Nutzung Pioniere.

Diese Entwicklung zeigte sich ebenfalls bei dem Internet. Nach der Einführung vor ca. 20 Jahren, wurde das damals noch textbasierte Medium von nur wenigen ausgebildeten und technisch versierten Personengruppen genutzt.2 Erst mit den Jahren und dem verstärkten Ausbau von Infrastrukturen, erlangte das Internet den Status eines Massenmediums, das im Mittelpunkt der Gesellschaft angekommen ist.

Inmitten der Diskussion, um den Zugang und der Nutzung von Computer und Internet, kommt es zu einer ungleichmäßigen Verteilung zwischen Personen, welche die Medien nutzen und Personen, die aus technischen oder persönlichen Gründen nicht an der Nutzung teilhaben. In der Informationstechnologie wird dieses Spaltungsverhältnis unter dem Begriff „Digital Divide“ zusammengefasst.3 Als Synonym werden oft die Begriffe der „Digitalen Kluft“ oder auch „Digitale Spaltung“ verwendet. Mit dem Begriff „Digitale Kluft“ wird zugleich eine Anlehnung an die so genannte Wissenskluft hergestellt. Die digitale Kluft bezieht sich dabei auf zwei zentrale Thesen:4

1. Die Chancen auf einen Zugang zum Internet und anderen digitalen Informationsquel- len sind ungleich verteilt und stark von sozialen Faktoren abhängig.
2. Der Chancenunterschied kann gesellschaftliche Auswirkungen haben, denn wer Zugang zu modernen Kommunikationstechniken hat, hat bessere soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen.

Der Umstand der digitalen Spaltung wird parallel für Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen innerhalb einer Gesellschaft als auch in Bezug auf Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländer verwendet.5

Da viele Dienstleistungen und Produkte schon in der heutigen Zeit nur noch online erhältlich sind, ist es notwendig, dass sich Politik und Wirtschaft dafür einsetzen, allen Mitgliedern einer Gesellschaft die gleichen Möglichkeiten zu eröffnen.6

Dennoch ist das Konzept der „digitalen Spaltung“ nicht unumstritten. Die Kritiker sehen es problematisch, dass sich die „digitale Spaltung“ nicht empirisch belegen lasse und die Entwicklungschancen weniger von den technischen Gegebenheiten als von den persönlichen Fertigkeiten der Menschen abhängen.7

3 Faktoren die zur digitalen Spaltung führen

Obwohl die Nutzerzahlen im Bereich des Internet seit Mitte der 80er Jahre deutlich zugenommen haben, ist es wichtig, im ersten Schritt die sozio-ökonomischen Merkmale zu analysieren,8 die heutzutage eine Kluft zwischen Nutzern und Nichtnutzern in der Bundesrepublik beeinflussen.

In den nachfolgenden Kapiteln werden die wesentlichen Faktoren erläutert, die bei der Nutzung Unterschiede aufzeigen und teilweise als Zugangsbarriere wirken. Zugleich wird die Entwicklung dieser Faktoren über die vergangenen Jahre dargestellt.

3.1 Faktor Alter

In der Verwendung und der Akzeptanz von neuen Medien gibt es eine Differenz zwischen bestimmten Altersgruppen. Während für die derzeitige Schülergeneration das Arbeiten mit dem Computer und die Nutzung des Internet vollkommen selbstverständlich geworden ist, haben es Senioren besonders schwer, Zugang zu Computern und Internet zu finden9.

Wie der Abbildung 1 zu entnehmen ist, liegt der

Nutzungsgrad in der Altersgruppe der Schüler bei annähernden 100%. Ein Vorteil der in die- sem Zusammenhang zu sehen ist, besteht dar- in, dass Jugendliche Informationen im Internet schneller finden und ebenso Inhalte schneller und besser zur Verfügung stellen können.10 Dem aber widerspricht die Autorin Diana Oblinger in „Growing up with Google- what it means to education“.11 Sie ist der Meinung, dass viele junge Nutzer nicht in Lage sind, die „richtige“ der gewünschten Informationen zu finden und die Zuverlässigkeit dieser Informati- on adäquat zu bewerten.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Internetnutzung nach Alter13

[...]


1 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Kluft

2 Vgl. van Eimeren, B./Frees, B. 2010, S. 334

3 Vgl. Korupp, S. E./Künemund, H./Schupp, J. 2006, S. 289

4 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Kluft

5 Ebd.

6 Vgl. Initiative D21 (2010a), S. 5

7 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Kluft

8 Vgl. Korupp, S. E./Künemund, H./Schupp, J. 2006, S. 290

9 Vgl. o.V.: Digital Divide. Draußen statt "drin"

10 van Eimeren, B./Frees, B. 2010, S. 336

11 www.educause.edu/Resources/GrowingupwithGooglewhatitmeans/162862 (7. 6. 2010).

12 van Eimeren, B./Frees, B. 2010, S. 336

13 Initiative D21 (2010a), S. 14

Details

Seiten
26
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640799527
ISBN (Buch)
9783640800094
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v164656
Institution / Hochschule
Beuth Hochschule für Technik Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Digital Divide Digitale Spaltung Digitale Kluft

Autor

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Titel: „Digital Divide“ – Was verbindet, was trennt?