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Unterrichtsentwurf zu "Der Barmherzige Samariter"

Unterrichtsentwurf 2016 29 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Reflexionen zur Lerngruppe
1.1. Allgemeines
1.2. Zusammensetzung der Klasse
1.3. Der Leistungsstand der Klasse im Hinblick auf den Inhalt

2. Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen
2.1. Einordnung des Themas im Bildungsplan
2.2. Ziele der Stunde, die zur Förderung dieser Kompetenzen dienen

3. Überlegungen zum Inhalt und zur Sache
3.1. Gleichnisse in der Bibel
3.2. Exegese

4. Didaktische Analyse
4.1. Didaktische Begründung der Themenauswahl
4.2. Einbettung der Stunde in den übergeordneten unterrichtlichen Kontext
4.3. Didaktische Hinweise und Prinzipien

5. Methodische Überlegungen
5.1. Begrüßung und Ritual
5.2. Einstieg
5.3. Arbeitsphase
5.4. Sicherung
5.5. Abschluss

6. Unterrichtsverlauf

7. Anhang

1. Reflexionen zur Lerngruppe

1.1. Allgemeines

Die …Schule ist eine Schule und setzt sich aus den zwei Standorten. In der … befinden sich Grund- und Hauptschulklassen, während es in der … nur Grundschulklassen gibt. Die Hauptschule ist einzügig. An der … werden ca. 550 Schüler1, aufgeteilt auf 24 Klassen, von 38 Lehrerinnen und Lehrern und zwei pädagogischen Assistentinnen betreut und unterrichtet. Zwei Besonderheiten der Schule möchte ich an dieser Stelle noch nennen:

- zum einen werden an der Hauptschule in unterschiedlichen Fächern bilinguale Module durchgeführt.
- zum anderen handelt es sich bei der … um eine offene Bürgerschule.

Das Klassenzimmer der Klasse… befindet sich im 1. Stock der …. Die Tische stehen in einem großen Viereck, wobei dieses hinten und vorne unterbrochen ist. Es besteht so die Möglichkeit zwischen den Tischen durchzugehen. Außerdem ist in der Mitte des Vierecks auf jeder Seite noch ein Tisch angestellt. Diese Sitzordnung ermöglicht es, nur nach kurzem Umbau, im vorderen Teil des Klassenzimmers in einem Sitzkreis auf dem Boden zu sitzen. Vorne im Klassenzimmer befindet sich eine magnetische Tafel, eine weiße Wand für den Overheadprojektor oder Beamer und das Pult. Vom Pult aus gesehen rechts ist eine lange Fensterfront. An der hinteren sowie an der linken Wand befinden sich Ablagefächer für die Materialien der Schüler. Vor dem Klassenzimmer befindet sich ein breiter Flur, den ich bei Gruppenarbeiten oft mit nutze, um den Schülern mehr Raum zu geben.

1.2. Zusammensetzung der Klasse

Die Religionsgruppe besteht aus 19 Schülerinnen und Schülern: neun Jungen und zehn Mädchen. Am Unterricht nehmen sowohl evangelische als auch konfessionslose Kinder teil. Das Durchschnittsalter liegt bei zehn Jahren.

Der Leistungsstand der meisten Schüler ist sehr hoch. Sie arbeiten gut und fleißig mit, sind an neuen Inhalten interessiert, fragen häufig nach, erweitern den Unterricht durch eigene Beiträge und sind auch gerne für inhaltsbezogene Diskussionen bereit. Es gibt jedoch auch ein paar Schüler, die diesem hohen Leistungsstand nicht entsprechen. Es muss daher in der Unterrichtsplanung sehr darauf geachtet werden, dass weder die starken Schüler unterfordert, noch die schwachen Schüler überfordert werden.

Einige Schüler, die meiner Meinung nach in dieser Klasse eine Sonderstellung haben, möchte ich nun kurz vorstellen.

P. leidet wahrscheinlich an ADHS, die sichere Diagnose steht jedoch noch aus. Er verhält sich im Unterricht häufig unruhig und es fällt ihm sichtlich schwer, für kurze Zeit ruhig auf dem Stuhl zu sitzen und sich zu konzentrieren. Auch in kleinere Streitereien ist er oft verwickelt. Meiner Erfahrung nach reicht es jedoch meist aus, ihn wieder an die Klassenregeln zu erinnern oder ihm einen strengen Blick zuzuwerfen, um ihn wieder mit direktem Blickkontakt in das Unterrichtsgeschehen einzubinden.

In den letzten Religionsstunden war außerdem A. häufig auffällig. Sie ist kognitiv ein sehr leistungsstarkes Mädchen, ihre sozialen Kompetenzen jedoch maximal auf dem Stand einer Erstklässlerin. Wahrscheinlich leidet sie am Asperger-Syndrom. Eine genaue Diagnose steht jedoch ebenfalls noch aus. Sie stört den Unterricht beispielsweise dadurch, dass sie andere Mitschüler beschimpft, schlägt oder ihnen Grimassen zeigt. Weist man sie zu Recht, kann es sein, dass sie in Tränen ausbricht und sich lange nicht wieder beruhigt. Kommt es in Religionsstunden zu größeren Wutausbrüchen, wird A. zu Frau R. gebracht, um sich dort wieder zu beruhigen, denn ein weiteres Unterrichten ist dann unmöglich.

L. und A. stammen aus sehr christlichen Familien. Sie kennen sich gut im christlichen Glauben aus und bereichern den Unterricht häufig durch gewinnbringende Beiträge. Sie werde ich bei Bedarf als Experten hinzuziehen. Ebenso D. und B.. Sie verfügen über ein sehr breites und fundiertes Allgemeinwissen, durch welches sie den Unterricht häufig bereichern.

A., L., L. und P. zählen zu den eher leistungsschwächeren Schülern und haben auch wenig christliche Sozialisation. Dies muss ich bei der Unterrichtsplanung berücksichtigen.

Für die Analyse der Glaubensentwicklung beziehe ich mich auf die Stufentheorie von Fowler. Schüler im Alter um zehn Jahre befinden sich auf der Stufe des „mythisch-wörtlichen“ Glaubens. Meiner Beobachtung nach befinden sich in dieser Klasse jedoch auch viele Schüler bereits am Übergang zur Stufe des „synthetisch-konventionellen Glaubens“. Der „mythisch-wörtliche Glaube“ zeigt sich dadurch, dass die Kinder eine zentrale Bedeutung für ihre Orientierung in der Welt aus den Mythen, Geschichten und Symbolen gewinnen. Diese Geschichten und Symbole werden wörtlich genommen und nicht als symbolische Sprache erkannt. Gott wird ganz wie ein menschliches Wesen aufgefasst. Prägend für die Stufe des „synthetisch-konventionellen Glaubens“ ist, dass der Glaube noch kein persönlicher, sondern ein angeeigneter ist. Dieses wird mit dem Wort konventionell ausgedrückt. Ein eigenes kritisches Urteil fehlt, die Schüler glauben, was die Anderen, die Freunde, Eltern, Lehrer glauben und sind auch von diesen Vorbildern abhängig. Aus dieser Abhängigkeit leitet sich das Wort synthetisch ab. Die Schüler können einzelne Inhalte nicht daraufhin prüfen, ob sie ein stimmiges Ganzes ergeben, sondern sie übernehmen die Inhalte ungeprüft. Auf Grund der Glaubensentwicklung der Schüler ist von der Lehrkraft im Religionsunterricht, bei der Vermittlung von Themen und Inhalten, ein großes Feingefühl verlangt. Lehrkräfte sind aufgefordert Orientierung zu bieten ohne eigene Standpunkte zu indoktrinieren. Sie sollen echte Vorbilder sein und an Hand dieser Vorbildfunktion ist es den Schülern möglich, auch eigene Positionen zu finden.2

1.3. Der Leistungsstand der Klasse im Hinblick auf den Inhalt

Die Schüler kennen Geschichten von Jesus und einige seiner Wundertaten. Unter anderem wurden die Geschichten „Jesus zu Besuch bei Maria und Martha“ und „Die Heilung des Aussätzigen“ in diesem Schuljahr behandelt. Auch die Gleichnisse „Die Arbeiter im Weinberg“ und „Der verlorenen Sohn“ sind den Schülern bereits bekannt.

Abgesehen vom Religionsunterricht und in wenigen Fällen durch einzelne Angebote der Kirchengemeinde kommen die meisten Kinder kaum mehr in Kontakt mit der Bibel. Biblische Texte sind ihnen also fremd und weitgehend unbekannt. Ich gehe daher davon aus, dass nur die genannten christlich sozialisierten Kinder das Gleichnis vom barmherzigen Samariter kennen. Eine differenzierte, weiterführende Beschäftigung mit dem Gleichnis ist daher bei der Planung zu bedenken.

Neben dieser allgemeinen Beobachtung gilt es auch speziell nach den kognitiven und entwicklungspsychologischen Voraussetzungen zu fragen, welche die Gleichnisrezeption und ein reflektiertes Gleichnisverständnis bedingen. Diese Frage wird allerdings recht unterschiedlich beantwortet. Einer der ersten, der darauf hingewiesen hat, dass Gleichnisse auf unterschiedlichen Stufen der Entwicklung durchaus verschieden verstanden werden, ist Anton A. Bucher. Vor dem Hintergrund der kognitiven Entwicklungspsychologie Jean Piagets rekonstruiert er in einer empirischen Untersuchung vier Stadien der Entwicklung des Gleichnisverständnisses am Beispiel von Parabeln. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zählt zwar zu den Beispielerzählungen, ich denke aber, dass die Überlegungen von Bucher auch hier beachtet und in die Unterrichtsplanung mit einbezogen werden müssen. Durch seine Untersuchung hat er einen Alterstrend feststellen können. Er beschreibt, dass bei Kindern vor dem zehnten Lebensjahr nicht damit zu rechnen ist, dass sie Gleichnisse rezipieren und interpretieren können. Erst mit zwölf Jahren kann mit einem gattungsmäßigen Verständnis gerechnet werden, wobei er auch hier beschreibt, dass die Streuung groß sein dürfte. Somit und durch meine Erfahrungen, würde ich meine Schüler in Stadium 1 und 2 einordnen:3

Stadium 1: Frühes konkretoperatorisches Stadium

Kinder sind in der Lage, die Parabel nacherzählend wiederzugeben, können aber noch nicht die Gleichnisstruktur der Parabel reflektieren. Die Parabel wird wortwörtlich als eine einmalige konkrete Geschichte aufgefasst, die sich zu Lebzeiten Jesu zugetragen hat, nicht aber als Gleichnis.4

Stadium 2: Spätes konkretoperatorisches Stadium

Kinder sind in der Lage, einzelne Züge der Parabel in ersten Analogieschlüssen in ihrer gleichnishaften Bedeutung zu entfalten und entwickeln ansatzweise ein erstes vorläufiges Verständnis gleichnishafter Rede. Die Parabel wird im Sinne einer Beispielerzählung aufgefasst.5

Einigen Schülern würde ich es auch bereits zutrauen, dass sie das Stadium 3 erreichen.

Stadium 3: Formaloperatorisches Stadium

Die Parabel wird als Parabel rezipiert und interpretiert. Ein explizites und reflektiertes Gleichnisverständnis wird möglich, nachdem die Entwicklung des formal-operatorischen Denkens zugleich die Möglichkeit eines analog-schlussfolgernden Denkens erschlossen und stabilisiert hat.6

Jedoch denke ich, dass dies von Gleichnis zu Gleichnis und von Schüler zu Schüler verschieden ist. Das ein oder andere Gleichnis spricht einen Schüler mehr an und somit bekommt er besser einen Zugang zu diesem und auch das Rezipieren und Interpretieren fällt leichter als wenn das Gleichnis einen Schüler nicht anspricht. Methode und didaktischer Ansatz sind dabei wesentliche Faktoren, die es den Schülern ermöglichen einen elementaren Zugang zu finden. (siehe Kapitel 4)

Als bibeldidaktische Konsequenzen formuliert Anton A. Bucher: "Nebst dem Postulat, kognitiv komplexe Gleichnisse erst in der Hauptschule zu behandeln, in der Grundschule vielmehr in ihrer Bildhälfte, bei Beispielerzählungen und einfachen Bildworten zu verbleiben, ergibt sich eine weitere didaktische Implikation, die aber von allgemein pädagogischer Bedeutung ist: Im Kind ist ein aktives Subjekt zu sehen, das auch Bibeltexte selbsttätig rekonstruieren muss, sofern es zu einem wirklichen und für es plausiblen Verstehen kommen soll [...]. Wenn es dabei Interpretationen entwickelt, die denen des Lehrers nicht entsprechen, sollte es dieser vermeiden, vorschnell zu korrigieren.“7

Wesentlich erscheint mir, den Schülern zu ermöglichen Gleichnisse selbsttätig zu rekonstruieren, damit sie zu einem wirklichen und für sie plausiblen Verstehen kommen können. Eine bloße "Verkündigung" theologischer Richtigkeiten ist bestimmt ein falscher Weg. Die Chance des Religionsunterrichts sehe ich darin, den Schülern, entsprechend ihrem individuellen Verständnis, einen persönlichen Zugang zu den Bibeltexten zu eröffnen. Die Schüler können so entdecken wie die Botschaft der Bibel auch ihr eigenes Leben betrifft und bereichert.

Da es sich bei dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter um eine Beispielerzählung handelt, ist es meiner Meinung nach gut möglich, dass viele Schüler den Sinngehalt verstehen werden, da dies, wie bereits beschrieben, schon in Stadium 2 möglich ist.

2. Nennung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen

2.1. Einordnung des Themas im Bildungsplan

Die Stunde gehört zu dem Themenfeld: „Jesus Christus setzt Zeichen – Gottes neue Welt. Jesus Christus erzählt in Gleichnissen von Gott.“8

Im Bildungsplan sind folgende Kompetenzen für das Fach Religion aufgeführt, die ich in dieser Stunde fördern möchte:

Dimension Welt und Verantwortung:

- „Die Schülerinnen und Schüler kennen einen biblischen Text, der zur Nächstenliebe auffordert.“9

Dimension Bibel:

- „Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass biblische Geschichten dazu helfen, das eigene Leben zu verstehen und zu gestalten.“10

Dimension Jesus Christus

- „Die Schülerinnen und Schüler kennen […] Gleichnisse.“11

Des Weiteren sind im Bildungsplan übergreifende Kompetenzen aufgeführt.12 Diese zu fördern und zu erreichen gilt als längerfristiges Ziel. In dieser Unterrichtsstunde werden die ethische, die personale, die hermeneutische und die soziale Kompetenz gefördert.

2.2. Ziele der Stunde, die zur Förderung dieser Kompetenzen dienen

Fachliche Ziele:

Basisziele für alle Schüler:

- Die Schüler setzten sich mit dem Gedanken „Wer ist mein Nächster“ auseinander.
- Die Schüler lernen das Gleichnis vom barmherzigen Samariter kennen.

Weiterführende Ziele für einige Schüler:

- Die Schüler setzen sich mit dem Gleichnis auseinander und vertiefen es, indem sie

- die Gefühle des Überfallenen in einer Verlaufskurve darstellen oder
- eine Bildergeschichte mit Gedankenblasen ergänzen oder
- einen Dankesbrief an den Samariter schreiben oder
- das Gleichnis pantomimisch mit Gedankenblasen der Personen nachspielen.

- Die Schüler überprüfen ihre Vermutungen zur Frage „Wer ist mein Nächster“.

Übergreifende Kompetenzen: (Förderung nicht in allen Bereichen für alle Schüler)

- Die ethische Kompetenz wird gefördert, indem die Schüler sich mit dem Gleichnis auseinandersetzten und sich hierdurch bewusst werden, wie wichtig es ist, Anderen, die in Not sind, zu helfen.
- Im Klassengespräch und bei stattfindenden Partner-/ Gruppenarbeiten wird die soziale Kompetenz geschult, indem die Schüler sich gegenseitig achten und wertschätzend mit ihren Äußerungen umgehen.
- Die personale Kompetenz wird durch das Einfühlen und Hineinversetzen in unterschiedliche Personen aus dem Gleichnis geschult.
- Die hermeneutische Kompetenz wird geschult, indem die Schüler sich mit dem Gleichnis auseinandersetzten und es sich aneignen.

3. Überlegungen zum Inhalt und zur Sache

3.1. Gleichnisse in der Bibel

„Der barmherzige Samariter“ (Lk 10,25-37) ist ein Gleichnis, das im lukanischen Sondergut zu finden ist.13 Gleichnisse sind eine „allgemein, gebräuchliche Stilform der Rede“14. Nach Christfried Böttrich lassen sich Gleichnisse in

- Bildworte,
- Gleichnisse im engeren Sinn,
- Parabeln,
- Allegorien und
- Beispielerzählungen

klassifizieren.

3.2. Exegese

Gattung des Gleichnisses Lk 10,25-37

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter fällt unter die Gattung der Beispielerzählungen. Die Beispielerzählung bietet einen Modellfall intendierten Verhaltens.15 Es soll der Bezug zum eigenen Handeln deutlich werden: „Gehe hin und mache es genauso!“16 Im Gegensatz zur Parabel muss keine Übertragung vom Bild auf die Sache erfolgen, da Bild und Sache ineinander fallen.17 Die Beispielerzählung lässt sich unmittelbar übertragen und kann mit einer „Moral von der Geschicht“ verbunden werden.18

Aufbau und elementare Strukturen des Gleichnisses Lk 10,25-37

Die Erzähleinheit lässt sich in zwei Abschnitte gliedern. Beide Dialogteile sind inhaltlich eng miteinander verknüpft und sehr ähnlich aufgebaut.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der lukanische Text besteht wahrscheinlich ursprünglich aus zwei unabhängigen Teilen: der Frage nach dem höchsten Gebot und der Beispielerzählung. Dies lässt sich daran festmachen, dass bei Markus und Matthäus die Diskussion mit dem Gesetzeslehrer wiederzufinden ist, die Beispielerzählung jedoch bei beiden fehlt.19

Exegetische Überlegungen zu Lk 10,25-37

In der klassischen Beispielerzählung steht das Doppelgebot der Liebe im Mittelpunkt. Gottesliebe (Dtn 6,5) und Nächstenliebe (Lev 19,18) treten nebeneinander. Als Kern der Tora sind sie Zentrum des Gotteswillens und führen zum Heil. Vertikale (Hinwendung zu Gott) und Horizontale (Hinwendung zu den Menschen) werden hier miteinander verbunden.20

In der Beispielerzählung treten zwei Identifikationsfiguren für Torafrömmigkeit auf, ein Priester und ein Levit, die den Verletzten liegenlassen. Da es sich hier um Gottesmänner handelt, bekommt die Nichtbeachtung des Ausgeraubten ihre Schärfe.21 Beide kommen vom Tempeldienst, den es zweimal im Jahr für eine Woche zu verrichten gilt. Der Grund, dass sie die kultische Unreinheit, die von einem Leichnam ausging, vermeiden wollten, kann aber nicht geltend gemacht werden, da beide gerade vom Tempelkult zurückkehren.22

[...]


1 Aufgrund der besseren Lesbarkeit habe ich in diesem Unterrichtsentwurf, außer innerhalb eines Zitats, auf die Nennung beider Geschlechter verzichtet. Grundsätzlich sind jedoch beide Geschlechtergruppen mit gleich hoher Wertigkeit gemeint.

2 Vgl. Schweitzer (2007), S. 142-147

3 Vgl. Bucher (1990), S.63

4 Vgl. Bucher (1990), S. 42

5 Vgl. Bucher (1990), S. 42

6 Vgl. Bucher (1990), S. 42

7 Bucher (1990), S. 68

8 Bildungsplan Grundschule 2004, S. 29

9 Bildungsplan Grundschule 2004, S. 28

10 Bildungsplan Grundschule 2004, S. 28

11 Bildungsplan Grundschule 2004, S. 28

12 Vgl. Bildungsplan Grundschule 2004, S. 23

13 Vgl. Böttrich (2001), S. 120

14 Linnemann (1975), S. 13

15 Vgl. Böttrich (2001), S. 120

16 Böttrich (2001), S. 120

17 Vgl. Roloff (1977), S. 94

18 Vgl. Lachmann/Adam/Reents (2001), S. 308

19 Vgl. Müller (2001), S. 131

20 Vgl. Böttrich (2001), S. 131

21 Vgl. Feldmeier (2001), S. 322

22 Vgl. Böttrich (2001), S. 132

Details

Seiten
29
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346099617
ISBN (Buch)
9783346099624
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v508598
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschule) Sindelfingen
Note
1,5
Schlagworte
unterrichtsentwurf barmherzige samariter

Autor

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Titel: Unterrichtsentwurf zu "Der Barmherzige Samariter"