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Die Symptome der Prüfungsangst. Vorbeugende Methoden zu ihrer Verringerung

Hausarbeit 2016 16 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Prüfungsangst – Verständnis

3.Ursachen und Entstehung
3.1 Eltern und Erziehung
3.2 Frühere Erfahrungen mit Prüfungen
3.3 Gewichtung des Wertes der Prüfung
3.4 Erwartungen an sich selbst
3.5 Gesellschaftlicher Druck

4. Symptome
4.1 Psychische Ebene
4.2 Physische Ebene
4.3 Kognitive Ebene
4.4 Verhaltensebene

5. Vorbeugende Methoden zur Verringerung der Prüfungsangst
5.1 Entspannungstechniken
5.1.1 Autogenes Training
5.1.2 Progressive Muskelentspannung
5.2 Die Kognitionsanalyse nach Ellis
5.2.1 Das ABC der Kognitionsanalyse
5.2.2 Die Selbstanalyse
5.2.3 Die Wirkung der ABC Analyse

6. Fazit

Quellenverzeichnis

Abstract

Die folgende Arbeit setzt sich mit der Prüfungsangst auseinander. Zunächst wird der Begriff der Prüfungsangst geklärt. Die Ursachen, die zur Entstehung dieser Angst beitragen, werden aufgezeigt und es werden die daraus folgenden physischen und psychischen Symptome der Angst sowie deren kognitive Auswirkungen und die Veränderungen im Verhalten eruiert. Ebenso werden mögliche Methoden aufgezeigt, wie dieser Angst zu begegnen ist. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Zusammenfassung und einem Ausblick.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: ABC der Kognitionsanalyse 9

(Quelle: Knigge-Illner, 2010b, S. 70)

1. Einleitung

Die Hände werden schwitzig, das Herz klopft schneller und der Kopf raucht. Prüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg in die Zukunft. Vor allem in der Schul- und Studienzeit sind sie unausweichlich. Im Berufsalltag können Präsentationen und Meetings von großer Wichtigkeit sein, doch auch hier kann eine Form von Prüfungsangst vorhanden sein und den Werdegang negativ beeinflussen. Hervorzuheben ist, dass die Angst eine biologisch sinnvolle Reaktion des Körpers ist, da Angst leistungsfördernd wirkt. Sollte die Angst jedoch zu groß sein, bewirkt sie das Gegenteil. Das Wort Prüfungsangst ist für die meisten Menschen ein Begriff. Es gibt Personen, die gehen frei von Stress und Angst in Prüfungen. Andere wiederum bekommen schon bei dem Wort „Prüfung“ weiche Knie, da sie vor jeder Prüfung, Klausur oder mündlichen Leistungserbringung Angst erleben. Diese enorme Stressbelastung äußert sich individuell und tritt in vielfältigen Symptomen auf. Nicht nur die seelischen, körperlichen und kognitiven Auswirkungen stellen für die Betroffenen eine Einschränkung im Alltag dar, sondern auch die Konsequenzen, die von manchen aufgrund dessen gezogen werden. Die Prüfungsangst kann nämlich so weit führen, dass man unter Umständen gar nicht erst zur Prüfung antritt. Doch woher kommt die Prüfungsangst? Ist es immer die Prüfung an sich, die diese Angst auslöst? Es gibt eine Vielzahl an Ursachen, die Antwort auf diese Fragen geben. Häufig liegt der Ursprung für diese Angst weiter zurück, als zunächst angenommen. Aufgrund dieses Wissens stellt sich die Frage, welche vorbeugenden Methoden es gibt, um die Prüfungsangst zu verringern. Zur Überwindung der Prüfungsangst gibt es kein Geheimrezept. Es stehen jedoch zahlreiche Theorien und Techniken für prüfungsängstliche Menschen zur Verfügung, um gegen die Angst vorzugehen. Einige Methoden, die sich ohne professionelle Hilfe anwenden lassen, sind Entspannungstechniken und die Kognitive Selbstanalyse nach Albert Ellis. Diese sollen dazu beitragen, den Stress und die Angst zu lösen sowie sich der negativen Gedanken, die die Angst mit sich bringt, bewusst zu werden und diese zu unterbinden. Somit befasst sich die Arbeit mit der Prüfungsangst und den vorbeugenden Methoden, um diese zu verringern.

2. Die Prüfungsangst – Verständnis

Die Prüfungsangst, Leistungsangst oder auch Testangst beschreibt eine bestimmte Form der Angst, die sich vor allem in Leistungs- und Anforderungssituationen manifestiert, in denen es um Bewertungen von Fähigkeiten und individuellem Wissen geht, und sich durch das ganze Leben ziehen kann. Dabei korreliert die Stärke der Prüfungsangst mit der Bedeutung, die man der Prüfung zuschreibt.1 Das Gefühl dieser Angst wird von Betroffenen oftmals als bedrohlich beschrieben und tritt meist schon Wochen oder Tage vor der anstehenden Prüfungssituation auf. Die Symptome können sowohl physischen und psychischen Ausmaßes sein, als auch auf der Kognitiven- und der Verhaltensebene auftreten. Nach dem Diagnoseklassifikationssystem ICD-10, welches Krankenkassen und Ärzten als einheitliches System zum Bewerten von Krankheiten dient, wird die Prüfungsangst nicht zu den dort beschriebenen „Störungen mit Krankheitswert“ gezählt.2 Jedoch wird diese Angst in der klinischen Psychologie zwei Diagnosen zugewiesen: der sozialen Angstphobie und der spezifischen Phobie. Handelt es sich um eine Angst vor Bewertungen durch Dritte, wird dies der sozialen Angstphobie zugeordnet. Hat der Betroffene dagegen ausschließlich Angst vor dem negativen Resultat, so wird dies zur spezifischen Phobie gezählt.3 Die folgende Arbeit beruht auf dieser Begriffserklärung.

3.Ursachen und Entstehung

Die meisten Personen, die unter Prüfungsangst leiden, sehen die Ursachen dieser Angst in der Prüfung selbst oder in der Befürchtung, ein negatives Ergebnis zu bekommen. Dem ist jedoch nur bedingt zuzustimmen, da die Angst vor Prüfungen weitaus vielfältigere Ursachen hat. Im folgendem Abschnitt werden mögliche Ursachen und die Entstehung der Prüfungsangst dargestellt .

3.1 Eltern und Erziehung

Der Ursprung der Prüfungsangst liegt oftmals weiter zurück, denn auch im Kindesalter wird man vor Prüfungen gestellt, so zum Beispiel, wenn Oma will, dass ein Gedicht aufgesagt wird. In dieser Situation verspüren viele Kinder ein Gefühl, welches den Symptomen der Prüfungsangst ähnelt. Eltern oder Vorbildpersonen spielen bei der Entstehung der Angst eine große Rolle. Ängstliche Eltern, die viel Wert auf die Meinung anderer legen und sich stets in einem guten Licht sehen wollen, übertragen dies oftmals auf ihr Kind. Besteht zudem schon bei den Eltern ein übermäßiger Respekt vor Autoritätspersonen und Leistungssituationen und somit ein geringes Selbstvertrauen, so wird das Kind diese Verhaltensweisen mit großer Wahrscheinlichkeit nachahmen, da Kinder sich an den Reaktionen der Eltern orientieren. Wurde schon im frühen Kindesalter vermittelt, dass es gilt dem Leistungsanspruch der Eltern gerecht zu werden und bei Nichterreichen mit Konsequenzen in Form von Ablehnung seitens der Eltern, körperlichen Misshandlungen oder der sogenannten „Standpauke“ zu rechnen ist, so lernen Kinder, dass sie diesen Anforderungen gerecht werden müssen, auch wenn dies zur Überforderung führt. Außerdem lernen die Kinder sich über Bewertungen durch andere zu definieren. Das Kind wird älter und löst sich von den Eltern ab. Der nun erwachsene Mensch lernte als Kind, dass auf misslungene Prüfungsleistungen mit Ablehnung reagiert wurde, und übernimmt dieses Verhalten, indem er sich selber ablehnt. Prüfungssituationen stellen somit für viele Betroffene schon früh eine Gefahr dar.4

3.2 Frühere Erfahrungen mit Prüfungen

Jeder Mensch hat in seinem Leben viele Prüfungen zu bestehen. Hat der Prüfling schon früh schlechte Erfahrungen gemacht, z.B. durch ungerechte Behandlung, die Benotung oder das Bloßstellen vor der Klasse durch den Prüfer, kann sich die Prüfungsangst entwickeln oder die vorhandene Angst weiter bekräftigen5, da das Selbstwertgefühl und vor allem das Selbstvertrauen angegriffen werden. Auch die negativen Erfahrungen anderer, die schon bei dem gleichen Professor oder Dozenten geprüft wurden und ihre schlechten Erlebnisse an andere weitergeben, tragen zur Prüfungsangst bei. Aber nicht nur Prüfer prägen die Erfahrungen, sondern es sind auch die negativen Reaktionen von Mitmenschen in Bezug auf einen Misserfolg in Prüfungen, die häufig eine solche Angst beeinflussen.6

3.3 Gewichtung des Wertes der Prüfung

Ein weiterer Faktor ist der einer Prüfung zugeschriebene Wert. Noten und Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft. Sie repräsentieren Berufseinsteiger vor möglichen Arbeitgebern.7 Bewertet man die Prüfung als eher unwichtig, so ist auch die Prüfungsangst geringer, da dem Ergebnis auf längere Sicht keine allzu große Auswirkung zugesprochen wird. Wird dagegen der Wert der Prüfung als hoch empfunden und hat somit das Ergebnis eine große Tragweite, vermehrt sich die Angst vor der Prüfung und die davon ausgehende Gefahr, schlecht abzuschließen.8

3.4 Erwartungen an sich selbst

Jeder Mensch hat gewisse Ziele, die er erreichen will. Dadurch stehen viele Menschen unter Leistungsdruck. Leistungsdruck bedeutet jedoch nicht immer gleich Prüfungsangst. Wer aber zu hohe Erwartungen an seine Fähigkeiten stellt, bei dem ist die Gefahr größer unter dem enormen Druck seine Prüfungsängste zu verstärken. Denn durch das Setzen hoher Anforderungen an sich selbst und die damit oft einhergehende Fehleinschätzung der eigenen Leistungen kann es schneller zu einer Enttäuschung kommen, die die Angst weiter intensiviert.9

3.5 Gesellschaftlicher Druck

In der heutigen Gesellschaft geht die Anerkennung mit der erbrachten Leistung einher. In den Augen vieler sind gute Leistungen gleich erfolgreiche Karriere und erfolgreiche Karriere gleich viel Geld und hohes Ansehen. Auch die Annahme, dass nur nach einem Studium genügend Geld verdient werden kann, und die somit immer weiter wachsenden Zahlen an Studierenden, die im Vergleich zu Auszubildenden zwei Drittel eines Jahrgangs ausmachen, lassen einen enormen Konkurrenzdruck entstehen.10 Es entwickelt sich eine Angst, von anderen durch deren Leistungen übertroffen zu werden und beim späteren Schritt in das Berufsleben nicht mehr aus der Konkurrenz herausstechen zu können. Um das zu erreichen, lernen einige nicht mehr aus Spaß am Wissen, sondern um die Prüfung bestmöglich abzuschließen und die damit resultierende Anerkennung zu erreichen. Die Prüfungsangst entsteht oder verstärkt sich durch diesen enormen gesellschaftlichen Druck in einem System, in dem es primär um die Leistungen geht und nicht mehr um die individuellen Eigenschaften der einzelnen Personen.11

4. Symptome

Ein gewisses Maß an Angst, das sich durch Nervosität und Aufregung äußert, ist nicht nur gut, sondern auch hilfreich. Dieser psychologische Zustand hat unter anderem den positiven Effekt, dass durch die Ausschüttung von Adrenalin die gesamten Energien gebündelt und intensiviert werden.12 Zudem wird die Aufmerksamkeit sublimiert und die Reaktionsbereitschaft gesteigert.13 Doch sollte die Angst überhandnehmen, können sich die Symptome der Prüfungsangst auf unterschiedlichen Ebenen zeigen. Dazu gehören psychische und physische Ebene sowie Veränderungen auf kognitiver Ebene und der Verhaltensebene. Diese können schon während der Prüfungsvorbereitung auftreten und sind meist auch zugleich Auswirkungen, die Prüfungsangst mit sich bringt.

4.1 Psychische Ebene

Auf der emotionalen Ebene äußern sich die Symptome in Form von Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Unlust in allen Bereichen des Lebens, Unsicherheit und Stimmungsschwankungen. Schon diese, von vielen als leicht abgetanen Symptome, gelten unter Medizinern als leichte depressive Verstimmung.14 Das kann soweit führen, dass sich Betroffene in einer absoluten Hilflosigkeit befinden und mit Panikattacken reagieren. Unter Umständen kann dies sogar in einer schweren Depression enden.15 Sollte der Fall eintreten, ist umgehend ein fachkundiger Arzt zu konsultierten.

4.2 Physische Ebene

Der Körper ist ein komplexer Organismus, der sich in Kampfbereitschaft versetzen lässt, sollte sich der Mensch in einer für ihn bedrohlichen Situation befinden.16 Das vegetative Nervensystem aktiviert einige körperliche Reaktionen. Es kann zu Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen wie z.B. Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, Herzrasen sowie Verkrampfungen, die sich an der Körperhaltung erkennen lassen, kommen. Zudem können Tremor, Schwitzen am ganzen Körper, Schwindelattacken und Rötungen vorkommen.17 Auch können sich durch den Stress der Neurodermitis ähnliche Ekzeme zeigen.18

4.3 Kognitive Ebene

Die Symptome auf kognitiver Ebene betreffen die menschliche Erkenntnis und die Informationsverarbeitung, also Aktivitäten wie Wahrnehmung, Erinnern, Denken und Lerne.19 Es können Konzentrations- und Lernstörungen auftreten sowie Denkblockaden, Selbstzweifel, Versagensängste und daraus resultierende Zukunftsängste entstehen.20 Ein bekanntes Symptom auf kognitiver Ebene ist der Blackout, auf den im Folgenden näher eingegangen wird.

Ein Symptom der Prüfungsangst, welches sich während der Bewertungssituation äußert, ist der Blackout. Trotz intensiver und guter Vorbereitung kommt es bei einigen zu dieser dramatischen Denkblockade. Das logische Denken fällt den Betroffenen schwer. Sie können keine Zusammenhänge zwischen dem angelernten Wissen und den Prüfungsfragen bilden. Der Blackout entsteht durch das dauerhafte Ausschütten des Schreckhormons Adrenalin in Verbindung mit einer übermäßigen Ausschüttung des Stresshormons Cortisol.21

[...]


1 vgl: Walther, 2012, S. 15f

2 vgl: Lehm, Fydrich, 2011, S. 5

3 vgl: (1) http://www.angstinfo.org/Pruefungsangst.html

4 vgl: Wolf, Merkle, 2007, S. 21f

5 vgl: Wolf, Merkle, 2007, S. 22

6 vgl: (2) http://www.uni-protokolle.de/pruefungsangst.php

7 vgl: Metzig, Schuster, 2006, S. 38f

8 vgl: Wolf, Merkle, 2007, S. 24

9 vgl: (3) http://www.studieren-im-netz.org/im-studium/studieren/pruefungsangst (Abruf: 12.11.2015)delt werden. dies zur spezifischen Phobie gezählt.ugeordnet. te charismatische Anweisungen beitsleistungen g

10 vgl: http://www.sueddeutsche.de/bildung/entscheidung-nach-dem-abi-soll-ich-ein-studium-oder-eine-ausbildung-machen-1.1373610

11 vgl: Wolf, Merkle, 2007, S. 22f

12 vgl: http://www.apotheken-umschau.de/Angst/Was-tun-bei-Pruefungsangst-348559.html

13 vgl: Metzig, Schuster, 2006, S. 39

14 vgl: Wolf, Merkle, 2007 S. 13

15 vgl: Knigge-Illner, 2002a, S. 12

16 vgl: Knigge-Illner, 2002a, S. 15

17 vgl: (4) http://www.pruefungsratgeber.de/pruefungsangst-was-dahinter-steckt/

18 vgl: Eigene Quelle

19 vgl: (5) http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/slex/seitendvd/konzeptg/l52/l5255.html

20 vgl: Wolf, Merkle, 2007, S.13

21 vgl: http://www.focus.de/familie/lernen/lernhilfen/blackout-in-der-pruefung-die-besten-strategien-gegen-stress_id_2139310.html

Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668183209
ISBN (Buch)
9783668183216
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319046
Institution / Hochschule
Hochschule Mannheim
Note
1,7
Schlagworte
Prüfungsangst Methoden Autosuggestion Autogenes Training ABC Analyse
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Titel: Die Symptome der Prüfungsangst. Vorbeugende Methoden zu ihrer Verringerung