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Mobbing am Arbeitsplatz. Definition, Ursachen, Folgen und Möglichkeiten der Prävention

Hausarbeit 2014 18 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung / Problematik

2. Der Begriff „Mobbing“
2.1 Die Herkunft
2.2 Definition
2.3 Mobbinghandlungen nach H. Leymann
2.4 Die Häufigkeit von Mobbing

3. Mobbing, aber wieso? Ursachen auf zwei Ebenen
3.1 Die berufliche Ebene
3.2 Die menschliche / persönliche Ebene

4. Der typische Verlauf einer Mobbingsituation
4.1 Die vier Phasen des Mobbingprozesses

5. Die Auswirkungen von Mobbing

6. Mobbing: Prävention und Intervention
6.1 Mögliche Präventionsmaßnahmen
6.2 Mögliche Interventionsmaßnahmen

7. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung / Problematik

>> Mobbing heißt so lange drangsalieren und bedrängen, bis der andere sich gedrängt fühlt, seinen Platz zu räumen – notgedrungen. <<

( Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck (*1929), deutscher Immunbiologe und Aphoristiker)[1]

Ich habe mich für das Thema „Mobbing“ entschieden, da dies uns alle betrifft. Es kann jeden treffen, unabhängig von der Hautfarbe, dem sozialen Status oder anderen menschlichen Merkmalen. Mobbing findet in allen Kontexten statt, ob am Arbeitsplatz oder in der Schule. In dieser Hausarbeit richte ich den Fokus auf Mobbing am Arbeitsplatz, wobei zu beachten ist, dass der Inhalt genauso auf andere Bereiche bezogen werden kann, wie zum Beispiel Mobbing in der Schule oder in der Universität. In dieser Arbeit ist nur eine oberflächliche Betrachtung der Situation „Mobbing am Arbeitsplatz“ möglich und könnte durchaus ausführlicher beschrieben werden, was mir leider aus Platzgründen nicht möglich ist.

Aufgrund meiner Recherchen wird ersichtlich, dass nicht nur bestimmte Berufsgruppen betroffen sind, sondern dass Mobbing überall stattfindet. Selbst Ärzte, Juristen oder Professoren gehören zu den Mobbingopfern. Des Öfteren kommt es vor, dass der Begriff Mobbing völlig falsch präsentiert wird, z. B. in den Medien und dabei vorschnell banale Konflikte, als Mobbing ausgelegt werden. Dennoch besteht gesellschaftlich ein Konsens darüber, dass es sich bei Mobbing um Vorgänge handelt, denen entgegengewirkt werden muss. Möglichkeiten der Prävention und Intervention werde ich im Laufe dieser Arbeit vorstellen. Darüber hinaus, möchte ich auf den Begriff Mobbing und seine Definition, die Ursachen und Gründe für Mobbing, den typischen Verlauf einer Mobbingsituation, die Häufigkeit von Mobbing und die Auswirkungen auf das einzelne Individuum eingehen. Natürlich gibt es weitaus mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zu der Thematik Mobbing, doch ich beschränke mich auf – meiner Meinung nach, - dem wichtigstem:

- Mobbing muss von typischen Stresssituationen am Arbeitsplatz abgegrenzt werden.
- Mobbing ist Multikausal
- Mobbing ist kein harmloser Akt, sondern hat Konsequenzen (körperlich / juristisch).
- Gegen Mobbing muss etwas unternommen werden (Prävention / Intervention).

2. Der Begriff „Mobbing“

2.1 Die Herkunft

Erstmals wurde der Begriff von Konrad Lorenz im Jahre 1963 eingeführt, wobei dieser dann erst durch den Arbeitspsychologen Heinz Leymann im Jahre 1993 an seiner Bedeutung gewann. Lorenz verwendete den Begriff um ein Tierverhalten zu beschreiben. Mobbing ist von dem englischen Wort „(to) mob“ abzuleiten und bedeutet übersetzt Gesindel, bzw. über jemanden herfallen. Dennoch spricht man im Englischen nicht von Mobbing, sondern vom sogenannten „ bullying“. Von diesem Ausdruck spricht man in der deutschen Sprache nur, wenn man von Mobbingvorgängen unter Kindern spricht. (Teuschel, 2010, S. 3)

2.2 Definition

Wie schon erwähnt, legte Leymann mit seinem Buch über das Thema Mobbing den Grundstein dieses Phänomens. Er war der Erste, der das Thema in der BRD zur Sprache brachte und den konfliktähnlichen Situationen erstmals eine Bezeichnung gab. H. Leymann definiert Mobbing folgendermaßen:

>> Der Begriff Mobbing beschreibt eine negative kommunikative Handlung, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und sie sehr oft über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen. << (Leymann, 1993, S. 21)

Da die oben genannte Definition nur Mobbing allgemein beschreibt, definierte Leymann ebenfalls Mobbing am Arbeitsplatz:

>>Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzen und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist (1) und von einer oder einigen Personen systematisch, oft (2) und während längerer Zeit (3) mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis (4) direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet. << (Leymann 1995, S. 18 zitiert nach A. Esser, M. Wolmerath, 2001, S. 21)

Die Zahlen die in Klammern in der Definition auftauchen, stehen für die einzelnen Mobbingphasen, die der Gemobbte während des Aktes durchläuft. Dazu später mehr.

2.3 Mobbinghandlungen nach H. Leymann

Der Arbeitspsychologe Heinz Leymann fügte seiner Definition eine Konkretisierung hinzu:

>> Mobbing ist dann gegeben, wenn eine oder mehrere von 45 genau beschriebenen Handlungen über ein halbes Jahr oder länger mindestens einmal pro Woche vorkommen << (Leymann, 1993, S. 22)

Diese 45 genau beschriebenen Handlungen, die Festlegung der Häufigkeit und die Eingrenzung des Zeitraums ist notwendig, da man anhand dieser Kriterien in der Lage ist, Mobbing von anderen sporadischen Boshaftigkeiten zu unterscheiden. Leymann legte 45 Kriterien fest, welche er als „negative kommunikative Handlungen“ bezeichnet. Diese Handlungen beschreiben beispielsweise Beleidigungen die im Falle von Mobbing auftreten und beschreiben die Beziehung zwischen Täter[2] und Opfer. Sie lassen sich in 5 Oberkategorien zusammenfassen, welche ich aus Platzgründen nur beispielhaft aufführen werde. Die Mobbingattacken zielen ab auf:

- die Kommunikation ( z. B. mündliche Drohungen, Telefonterror oder ständiges Unterbrechen durch den Mobber )
- die sozialen Beziehungen ( z. B nicht mit dem Opfer kommunizieren, ihn nicht ausprechen lassen)
- das Ansehen / Image ( z. B. Gerüchte verbreiten oder sich über das Opfer lächerlich machen)
- die Arbeitssituation ( z. B. dem Opfer ständig sinnlose Aufgaben geben, welche weit unter dem eigentlichen Können liegen)
- die Gesundheit des Opfers ( z. B. dem Opfer Gewalt hinzufügen, damit drohen oder sexuelle Übergriffe)

Das sind einige Beispiele dafür, wie sich negative kommunikative Handlungen beschreiben lassen. Dabei ist es nicht wichtig, dass eine der Handlungen explizit vom Opfer geschildert wird, sondern ob sich das Geäußerte eindeutig mit einer Feindseligkeit identifizieren lässt. Dabei spielt auch die Häufigkeit und die Dauer der Angriffe eine große Rolle, um Stresssituationen eindeutig dem Mobbing zuzuordnen. Für die Opfer bedeuteten diese Attacken Psychoterror, welcher erhebliche Konsequenzen (körperlich…etc.) haben kann. Diese Einteilung der Mobbinghandlungen in verschiedene Kategorien, dient hauptsächlich der Analyse von Mobbing und wird somit gerne von Anwälten oder Psychologen benutzt. (Teuschel, 2010, S. 6 - 8)

2.4 Die Häufigkeit von Mobbing

Abbildung 1:

Das Ausmaß von Mobbing in der Bundesrepublik. Die aktuelle, jährliche und gesamte Mobbingquote in %

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Meschkutat, Stackelbeck, & Langenhoff, 2002, S. 23)

Diese Abbildung entstand nach einer telefonischen Befragung von erwerbstätigen Bürgern der BRD. Die Datenerfassung wurde innerhalb des Jahres 2000 durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass zum Zeitpunkt der Datenerhebung, 2,7 % der Erwerbspersonen an einer aktuellen Mobbingsituation leiden. Zum anderen wurde im Jahr 2000 eine Mobbingquote von insgesamt 5,5 % festgestellt. Die Gesamt Mobbingquote ist mit 11,3 % am höchsten. Sie setzt sich aus der aktuellen Mobbingquote im Jahr 2000, sowieso aus angegebenen Mobbinghandlungen in der Vergangenheit zusammen. (Meschkutat, Stackelbeck, & Langenhoff, 2002, S. 23 - 25)

3. Mobbing, aber wieso? Ursachen auf zwei Ebenen

Vorweg, bei Mobbing handelt es sich um eine Situation in einem festen sozialen Rahmen: In diesem Falle ist es der Arbeitsalltag. Die Arbeitskollegen kann man sich nicht aussuchen, man bildet mit ihnen eine Zwangsgemeinschaft. Man arbeitet nicht zusammen, weil man sich mag, sondern um eine Aufgabe zu bewältigen und seinen Lebensunterhalt zu sichern. Man kann nicht einfach gehen, weil man sich nicht wohl fühlt, oder weil man die Kollegen unsympathisch findet.

Somit stellt das Arbeitsleben eine feste Rahmenbedingung dar, das nicht nur Bedingungen für Mobbing schafft, sondern es manchmal sogar unbewusst bzw. bewusst fördert. Dabei ist zu unterscheiden, dass nicht nur der Arbeitsalltag eine Rolle spielt, sondern auch das Opfer selbst, mit all‘ seinen Emotionen und Reaktionen auf die Mobbingattacke. Man kann nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass die Arbeitsbedingungen der alleinige Grund für Mobbing am Arbeitsplatz sind, deshalb unterscheidet man bei der Ursachenforschung zwei Ebenen: Die menschliche / persönliche und berufliche Ebene. Überwiegend ist zu beobachten, dass bei einer Mobbingattacke eine Ebene besonders stark Gewicht einnimmt, vereinzelt besteht aber auch eine Wechselwirkung.

[...]


[1] Widersprüche zum Widersprechen (2009).Köln: Ralf Reglin Verlag

Gefunden auf: http://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Mobbing&seite=2.

[2] aufgrund der besseren Lesbarkeit verwende ich durchgehend die männliche Form.

Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656657903
ISBN (Buch)
9783656657897
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273460
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,3
Schlagworte
mobbing arbeitsplatz definition ursachen folgen möglichkeiten prävention

Autor

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Titel: Mobbing am Arbeitsplatz. Definition, Ursachen, Folgen und Möglichkeiten der Prävention