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Kunst Grundschule: Paul Klee „Senecio“. Bildbetrachtung und Weitergestaltung (Klasse 2)

Unterrichtsentwurf Saarland

Unterrichtsentwurf 2013 28 Seiten

Pädagogik - Unterrichtsvorbereitung allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Bedingungsfeld
1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin
1.2 Klasseninterne Bedingungen

2 Sachanalyse
2.1 Die Biografie des Künstlers Paul Klee
2.2 Die Kunstepoche „Expressionismus“
2.3 Das Werk „Senecio“
2.4 Begriffsklärung „Malen“
2.5 Begriffsklärung „Kalt-Warm-Kontrast“

3 Didaktische Analyse
3.1 Einordnung in die Fachdidaktik
3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Kernlehr- und Arbeitsplan
3.3 Voraussetzungen der Lerngruppe bezüglich der Kompetenzen
3.4 Didaktische Reduktion

4 Kompetenzen
4.1 Kompetenzerwartung der Stunde
4.2 Auflistung der Teilkompetenzen

5 Methodische Entscheidungen
5.1 Erläuterung der methodischen Konzeption
5.2 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung

6 Verlaufsplanung

7 Literaturverzeichnis

Anhang
A 1: Lernstandsdiagnose
A 2: Bemerkungen zu einzelnen Schülern
A 3: Klassenregeln
A 4: Sitzplan
A 5: Grundstrukturen der „Kritzel“
A 6: Schematisierte Darstellung der Entwicklung der menschlichen Gestalt aus Kritzeln
A 7: Unterrichtseinheit „Warme Farben in den Werken Paul Klees“

Vorwort

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar!“[3]

(Zitat Paul Klee)

Dieses viel zitierte Zitat des Künstlers Paul Klee gibt Paul Klees Einstellung gegenüber der Kunst am besten wieder. Schließlich wollte Klee sichtbar machen, dass hinter seinen Bildern Gefühle, Erlebnisse und Träume standen.[4] Der Einsatz seiner Werke im Kunstunterricht der Grundschule eignet sich daher ideal, da durch die Interpretation seiner Werke die Kinder ihre Kreativität und Fantasie gleichermaßen fördern.

Die Lehrprobenstunde mit dem Thema „Bildbetrachtung und Weitergestaltung des Werkes „Senecio“ “ stellt die dritte Stunde der Unterrichtseinheit „Warme Farben in den Werken Paul Klees“ dar. Ziel der Stunde ist, dass die Schüler den Kopf des Bildausschnittes vom Werk „Senecio“ mit den typischen Gestaltungselementen von Paul Klee weitergestalten, nachdem sie diese zuvor im Rahmen der Bildbetrachtung herausgearbeitet haben.

Im Vorfeld haben die Schüler den Künstler Paul Klee und seine typischen Gestaltungsmittel in Form von vier Werken kennengelernt. Sie festigten wichtige Informationen zum Künstler Paul Klee und seinen Werken, indem sie einen Steckbrief zu ihm mithilfe von Sachtexten erstellten. Sie kennen nun ausgewählte biografische Fakten des Künstlers und wissen, welchen Farben und Formen der Künstler vorwiegend verwendet hat. Demnach haben die Kinder die nötigen Voraussetzungen für die Bildbetrachtung und der bildnerischen Umsetzung des Werkes „Senecio“.

1 Bedingungsfeld

1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin

Die Schule befindet sich in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Die Schüler kommen dabei überwiegend aus sozial schwachen Familien, die zumeist als Kommunikationssprache nicht deutsch sprechen[3]. Aufgrund dieser Tatsache weist ein Großteil der Kinder große Defizite, insbesondere sprachliche, auf. Daher spielt die Förderung der Sprachkompetenz nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch in anderen Fächern wie auch im Fach Bildende Kunst eine Rolle. An der Schule gibt es fachspezifische Räume wie beispielsweise einen Computerraum, eine Schulküche, eine Schülerbücherei sowie einen Kunstraum. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Schüler in ihrer gewohnten Lernumgebung wesentlich effektiver und konzentrierter arbeiten, sodass die Lehrprobenstunde im Klassenraum stattfinden wird. Darüber hinaus verfügt die GS über einen sozialpädagogischen Bereich, in dem es eine Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung gibt, welcher derzeit von etwa 200 Schülern genutzt wird. Seit dem 01. August 2012 bin ich als Lehramtsanwärterin an der GS tätig. Ich unterrichte eigenverantwortlich mit 14 Wochenstunden in folgenden Fächern und Klassen: Bildende Kunst und Sachunterricht in der Klasse 2, Mathematik in der Klasse 1 sowie Französisch in der Klasse 3. Darüber hinaus hospitiere ich insgesamt sechs Stunden in unterschiedlichen Fächern. Betreut werde ich für die Didaktik der Primarstufe von meiner Fachleiterin Frau xxx und für mein zweites Fach Französisch von meiner Fachleiterin xxx.

1.2 Klasseninterne Bedingungen

Die Klasse 2 ist eine freundliche, aber auch unruhige Klasse, die seit der ersten Klasse zum Großteil von ihrem Klassenlehrer Herrn xxx unterrichtet wird. Die Klasse setzt sich aus elf Mädchen und zehn Jungen zusammen, von denen elf Schüler einen Migrationshintergrund haben. Jedoch zeigen alle Schüler große sprachliche Defizite, welche sich insbesondere in der Lexik und Syntax bemerkbar machen. Dies lässt sich unter anderem damit erklären, dass das Einzugsgebiet der Schule einen sozialen Brennpunkt darstellt, welcher im Allgemeinen von einer hohen Arbeitslosigkeit und einer bildungsfernen Bevölkerung geprägt ist. Dementsprechend spielt der Migrationshintergrund keine besondere Rolle hinsichtlich der Leistungen. Das Leistungsniveau der Klasse ist heterogen. Neben wenigen leistungsstarken Schülern, gibt es einige schwache Schüler[4], die in allen Fächern Hilfe bzw. Ansporn benötigen.[5] In diesem Schuljahr wurden im Sachunterricht mit den Schülern gemeinsam Klassenregeln erarbeitet und festgelegt. Um die Verbindlichkeit dieser Regeln zu verstärken, haben alle Schüler einen Klassenvertrag unterschrieben.[6] In der Klasse sind neben dem Ordnungsdienst keine weiteren Dienste festgelegt. Im Umgang mit offenen Unterrichtsformen sind die Schüler noch immer nicht routiniert, da sie von ihrem Klassenlehrer in der Regel frontal unterrichtet werden. Obwohl in den letzten Monaten mehrfach die Sozialformen Sitzkreis und Partnerarbeit durchgeführt wurden, treten hierbei noch vereinzelt Störungen auf. Da auch im allgemeinen Unterrichtsgeschehen immer wieder dieselben Schüler negativ auffallen, wurde als Anreiz ein Lobbuch eingeführt. So werden Schüler, die kontinuierlich positives Verhalten zeigen, belohnt. Als Ruhesignal wird eine Klangschale verwendet. Wenn diese erklingt, unterbrechen die Schüler ihre Arbeitsphase, schauen nach vorn und zeigen das Ruhezeichen. Der Klassenraum ist ausreichend groß, um vor der Tafel einen Sitzhalbkreis zu bilden.[7]

2 Sachanalyse

In der Lehrprobenstunde gestalten die Schüler nach einer gemeinsamen Bildbetrachtung[8] die linke Kopfseite des Werkes „Senecio“ vom Künstler Paul Klee weiter. Daher erfolgt zunächst eine Kurzdarstellung seiner Biografie und der Kunstepoche „Expressionismus“, um schließlich näher auf das Werk „Senecio“ einzugehen. Das ist essentiell, da sich die Schüler im Rahmen der Weitergestaltung[9] an den Formen und Farben dieses Bildes orientieren sollen. Zudem werden die Begrifflichkeiten „Malen“ sowie der „Kalt-Warm-Kontrast“ geklärt, da sie ebenso Bestandteile der praktischen Arbeit bilden.

2.1 Die Biografie des Künstlers Paul Klee

Der Künstler Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 in der Schweiz geboren. Seine Eltern waren Musiker und auch er war sehr musikalisch. Nach seiner Schulzeit konnte er sich zunächst nicht zwischen Musik, Literatur und Kunst entscheiden. Obwohl seine Eltern eine Musikkarriere für ihn vorsahen, entschied sich Paul Klee schließlich für die Kunst und ging 1900 nach München, um dort Kunst zu studieren. Im Jahr 1906 heiratete er die Pianistin Lily Stumpf und ein Jahr später kam der Sohn Felix zur Welt.[10] In den folgenden Jahren nahm Klee Erziehungsurlaub, um sich um seinen Sohn zu kümmern. So sind viele seiner Werke sowohl vom Titel als auch vom Malstil von der intensiven Zeit mit seinem Sohn geprägt.[11] Als Klee 1912 Mitglied der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ wurde, der auch die berühmten Künstler Marc oder Kandinsky angehörten, erlang er Berühmtheit und seine eigentliche Karriere begann. Während einer Reise nach Tunis im Jahr 1914, inspiriert von der Farbenpracht der Natur, schlug Klee seine eigene künstlerische Richtung ein[12], sodass die Basis seiner Werke meist die Natur selbst war. Als Gestaltungselemente verwendete er dabei überwiegend geometrische Formen in rosa-gelben Farbtönen wie auch bei dem Werk „Senecio“.[13] Man schätzt, dass Klee bis zu seinem Tod am 29. Juni 1940 etwa 10.000 Bilder gemalt hat.[14]

2.2 Die Kunstepoche „Expressionismus“

Die Kunstepoche „Expressionismus“ kam Anfang des 20. Jahrhunderts aus Deutschland. Paul Klee gehört neben Franz Marc zu den deutschen Hauptvertretern dieser Kunstepoche. Entgegen der wirklichkeitsgetreuen Darstellung vom Gesehenen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch vorherrschte, begannen die Expressionisten Gegenstände abstrakt und verfremdet zu malen. Die Vertreter dieser Stilrichtung verwendeten leuchtende Farben und ausgeprägte, teilweise geometrische, Formen, um die Wirkung des Betrachteten wiederzugeben. Ihre Gestaltungsmittel waren also ausschließlich Formen, Linien und (kräftige) Farben.[15]

2.3 Das Werk „Senecio“

Auf dem Gemälde „Senecio“, das Klee mit Öl auf Leinwand gemalt hat, ist ein menschliches Gesicht zu sehen. Es ist durch die verschiedenen Farben in Rechtecke unterteilt. Zudem ist ein buntes Kostüm am unteren Bildrand erkennbar. Es stellt den Artisten Senecio dar, den Paul Klee 1922 getroffen hat. Nähere Informationen zu Senecio und zur Entstehung des Bildes sind nicht bekannt. Das Bild zeigt ein Porträt des Artisten Senecio. Gleichzeitig stellt es aber auch ein Symbol der Wechselbeziehung zwischen Kunst, Illusion und Theater dar. Darüber hinaus spiegeln sich in diesem Werk Klees Vorstellungen von der Kunst wieder, „denen zufolge das grafische Element der Linie, die Farbflächen und der Raum durch die Kraft der Gedanken des Künstlers bewegt werden“[16] Im Bild selbst sind die warmen Farben gelb, orange und rot dominant. Sie stehen stellvertretend für die Zirkuswelt, die wir als bunt, farbintensiv und fröhlich empfinden. Befremdlich wirken der Mund, dargestellt mit zwei kleinen Vierecken, sowie die schräg angeordnete Augenpartie, die eine misstrauische Mimik vermittelt.[17]

2.4 Begriffsklärung „Malen“

Beim Malen sind Farbe und Fläche Gestaltungselemente.[18] „Als Malgrund dienen Papier, Pappe, Leinwand, Hartfaser- […] und Glasplatten.“[19]

2.5 Begriffsklärung „Kalt-Warm-Kontrast“

In der Kunst können Farben in kalte und warme Farben gruppiert werden. „Farben, die überwiegend Gelb, Orange und Rot enthalten, werden den warmen Farben […] (und Farben) mit überwiegendem Blauanteil den kalten […] (Farben) zugeordnet.“[20]

3 Didaktische Analyse

3.1 Einordnung in die Fachdidaktik

Nach Constanze Kirchner stellt „die Verschränkung der drei […] elementaren Bereiche Produktion, Rezeption und Reflexion […] (ein) wesentliches Unterrichtsprinzip im Fach Kunst (dar)“[21]. In diesem Zusammenhang nimmt die Bildbetrachtung einen hohen Stellenwert ein. So meint der Begriff Rezeption „[…] (das) erweiterte und vertiefte Verständnis der Beschäftigung mit Kunstwerken“[22]. Wenn man berücksichtigt, dass Kinder keine Berührungsängste gegenüber Kunst haben, ist es eine außerordentliche Chance, Kinder an Künstler und ihre Werke anzunähern, um die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder zu stärken. Denn eine Auseinandersetzung mit Kunstwerken stellt auch immer eine Auseinandersetzung mit sich selbst dar. So kann das Verständnis von Kunst dabei unterstützen, sich in der Welt zu orientieren, toleranter zu werden und sich selbst besser zu verstehen.[23] Darüber hinaus ist es für Kinder bedeutend zu erfahren, wie und warum die Künstler in den verschiedenen Kunstepochen gemalt haben, damit sie die Vielschichtigkeit und Symbolkraft der Bildenden Kunst erfassen können. Die eigene Produktion ist essentiell, damit die Kinder nachhaltig die Gestaltungskompetenz ausbilden können. Denn nur durch das Wahrnehmen sowie das wiederholte Bewusstmachen und Ausprobieren verschiedener Gestaltungskriterien entwickeln die Kinder ihre ästhetische Urteilsfähigkeit. Indem die Schüler in der Reflexion die bildnerische Umsetzung der Gestaltungskriterien beurteilen, erweitern sie ebenso ihre ästhetische Urteilsfähigkeit.[24]

Neben dieser Kenntnis, ist es für den Kunstunterricht in der Grundschule ebenso unerlässlich, die ästhetisch-künstlerische Entwicklung von Kindern zu kennen, um ihre Rezeptionen und Produktionen kindgemäß einordnen zu können. Meike Aissen-Crewett unterscheidet dabei drei Stufen, die aufeinander aufbauend im Kindes- und Jugendalter durchlaufen werden.[25] Kinder zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr durchlaufen die manipulative Stufe, das sogenannte „Kritzelstadium“[26]. Markant für diese Stufe ist, dass die Kinder auf jedes erreichbares Material kritzeln. Das Kritzeln muss als genauso bedeutungsvoll wie das erste Sprechen angesehen werden. Denn das Kind drückt mit seinen Kritzeleien die Welt seiner Zeichen aus, da es begreift, dass es sowohl im physischen als auch im visuellen Bereich Einfluss auf seine Umwelt ausüben kann. Das Repertoire an Zeichen verwendet das Kind mehr und mehr zur Bildung von visuellen Symbolen, die schließlich den Reichtum des eigenen Welterbauens reflektieren. Die Stufe wird als manipulativ bezeichnet, da die Zeichen mit dem Erfinden und Kombinieren von Mustern[27] zunehmend kontrolliert stattfinden und folglich die Fähigkeit der Manipulation wächst.[28] Die symbolschaffende Stufe findet im Alter von sechs bis acht Jahren statt. Mit dem Voranschreiten der symbolschaffenden Fähigkeit bildet das Kind entwickeltere grafische Symbole aus. Dies zeigt sich darin, dass es differenziertere Darstellungen herstellt. Auf dieser Stufe zeichnen Kinder emotionale, manchmal auch intellektuell, wichtigere Dinge größer, um diesen eine größere Bedeutung zuzusprechen. Zudem probieren sie verschiedene Perspektiven aus und stoßen sich dabei oftmals an ihre Grenzen, Raumtiefen und räumliche Zuordnungen darzustellen. Entscheidend in dieser Stufe ist die Ausbildung von Schemata und Stereotypen. „Ein Schema ist eine Darstellungsform, die ein gewisses Maß von Ähnlichkeit mit einem darzustellenden Gegenstand anstrebt.“[29] So versuchen Kinder die Blüte einer Blume oder die Strahlen der Sonne charakteristisch und eindeutig identifizierbar zu malen. Auf diese Weise entwickeln die Kinder ein Repertoire an Schemata, die mit der Zeit modifiziert und konkreter werden. Ein Stereotyp meint entgegen des Schemas eine „Darstellungsform, die Kinder nicht aus sich heraus entwickeln, sondern rein nachahmend aus anderen Quellen reproduzieren“[30]. Typische Beispiele dafür sind die V-Form für die Darstellung von Vögeln und das Strichmännchen für einen Menschen. Die Kinder übernehmen Stereotype zum Einen aus Zeichnungen von Erwachsenen und älteren Kindern und zum Anderen aus den Medien. Stereotype hindern die Kinder dabei ihre Gestaltungskompetenz zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Kinder im Kunstunterricht die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen bildnerischen Fähigkeiten zu entwickeln.[31] In diesem Kontext spielen die Kreativität und die Fantasie eine wesentliche Rolle. Kreativität umfasst die Sensibilität für Probleme, Empathie sowie das Finden neuer Ideen.[32] Im Gegensatz dazu „sind mit dem Phänomen Fantasie Begriffe wie Vorstellungen, Empfindungen, [….] Träume und Halluzinationen verbunden“[33]. Lantermann ist der Meinung, dass die intrinsische Motivation die entscheidende Bedingung für Kreativität darstellt. Denn kreative Menschen lösen eine Aufgabe, weil sie Lust zum Arbeiten haben und nicht aus Gründen der Belohnung.[34] Demzufolge sind für den Kunstunterricht Unterrichtsgegenstände zu wählen, die das Interesse der Kinder wecken, damit diese einen Sinn für sie darstellen.[35] Schließlich findet die Präadoleszenz-Stufe zwischen dem neunten und 13. Lebensjahr statt und stellt den kritischsten Zeitpunkt in der Kunsterziehung dar. Kennzeichnend für diese Stufe ist, dass Kinder mit ihren Produkten unzufrieden sind, sich an der Meinung der Peergruppe orientieren und selbstkritisch sind. Wichtig ist daher, Arbeitsweisen zu wählen, die über das Malen hinausgehen und technische Aspekte wie das Collagieren und Drucken in den Mittelpunkt stellen[36], um „die enthusiastischen Kinderkünstler zu engagierten Erwachsenen zu fördern, für die Kunst zu einem wichtigen […] Teil ihres Lebens […] wird“[37].

3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Kernlehr- und Arbeitsplan

Die Unterrichtseinheit „Warme Farben in den Werken Paul Klees“[38] lässt sich dem Kernlehrplan Bildende Kunst für die Grundschule zuordnen. In der Lehrprobenstunde bildet die Basis für die Weitergestaltung des Werkes „Senecio“, eine gemeinsame Bildbetrachtung. Es ist für die Schüler bereits die zweite Begegnung mit einem Kunstwerk.[39] Die Bildbetrachtung lässt sich dem neunten Arbeitsbereich „ Kunstbegegnung/ Kunstbetrachtung“ zuordnen, der für alle vier Schuljahre relevant ist. Schließlich stellt die Kunstbetrachtung einen wesentlichen Bestandteil des Kunstunterrichts dar, da dabei die Welt der Farben und Formen erfahren, Fantasie und Kreativität initiiert, sowie ein Raum für Sprechanlässe geschaffen wird. Darüber hinaus fördert die Beschäftigung die Urteilsfähigkeit und die Selbsterkenntnis der Kinder.[40] Der Kernlehrplan schlägt dabei eine bildnerische Gestaltung mit anschließender Werkbetrachtung oder eine Werkbetrachtung mit anschließender bildnerischer Gestaltung vor. Für die bildnerische Umsetzung des Werkes wird das Nachspielen sowie das Nachgestalten, Weitergestalten oder Umgestalten des Kunstwerks genannt.[41] Zusätzlich deckt die Lehrprobenstunde den ersten Arbeitsbereich „Malen“ ab, indem die Schüler Primär-, Sekundär und Tertiärfarben im Rahmen der Bildbetrachtung benennen und bei der praktischen Arbeit anwenden und herstellen.[42] Das Herstellen von Tertiärfarben mit verschiedenen Werkmitteln ist den Schülern durch vorhergehende Unterrichtsinhalte vertraut.[43]

[...]


[3] Pröschel 2007: 59.

[4] Vgl. Pröschel 2007: 59.

[3] Laut der Sekretärin Frau xxx haben 90 Prozent der Schüler mindestens ein Elternteil, das Deutsch nicht als Muttersprache hat, sodass die Kinder im familiären Bereich oftmals eine andere Sprache als Deutsch sprechen.

[4] Die leistungsstarken und -schwachen Schüler sind in der Lernstandsdiagnose (s. Anhang A 1) gekennzeichnet.

[5] Bemerkungen zu einzelnen Schülern bitte ich dem Anhang A 2 zu entnehmen.

[6] Vgl. Anhang A 3.

[7] Vgl. Anhang A 4.

[8] Eine Bildbetrachtung besteht aus einer Beschreibung, einer formalen Analyse, einer Interpretation sowie einer kenntnisreichen Präferenz. Quelle: Vgl. Gry 2007: 21f.

[9] Bei einer Weitergestaltung kann sowohl ein bekanntes Werk als auch ein Ausschnitt davonweitergestaltet werden, indem die Schüler ihre Vermutungen künstlerisch realisieren. Man unterscheidet zwischen einer räumlichen und einer zeitlichen Weitergestaltung. Quelle: Vgl. Gry 2007: 22.

[10] Vgl. Nelke 2006: 31.

[11] Vgl. Pröschel 2007: 59.

[12] Vgl. Gareis 2012: 8.

[13] Vgl. Brandenburg 2002: 7.

[14] Vgl. Nelke 2006: 31.

[15] Vgl. Vogt 2007: 10 und 28.

[16] Grundschulstundenverlag 2009: 6.

[17] Vgl. Grundschulstundenverlag 2009: 6.

[18] Vgl. Eid/ Langer/ Ruprecht 1994: 198.

[19] Eid/ Langer/ Ruprecht 1994: 198.

[20] Eid/ Langer/ Ruprecht 1994: 53.

[21] Kirchner 2007: 28.

[22] Kirchner 2007: 132.

[23] Vgl. Kirchner 2007: 132 und Ministerium für Bildung, Familie und Kultur Saarland 2011: 23.

[24] Vgl. Kirchner 2007: 27f.

[25] Vgl. Aissen-Crewett 1992: 40.

[26] Eine Übersicht der verschiedenen Kritzel befindet sich im Anhang A 5.

[27] Eine schematisierte Darstellung der Entwicklung der menschlichen Gestalt aus Kritzeln ist im Anhang A 6.

[28] Vgl. Aissen-Crewett 1992: 41ff.

[29] Aissen-Crewett 1992: 50.

[30] Aissen-Crewett 1992: 51.

[31] Vgl. Aissen-Crewett 1992: 46ff.

[32] Vgl. Eid/ Langer/ Ruprecht 1994: 167.

[33] Eid/ Langer/ Ruprecht 2002: 182.

[34] Vgl. Eid/ Langer/ Ruprecht 2002: 167.

[35] Vgl. Kirchner 2007: 11.

[36] Vgl. Aissen-Crewett 1992: 52.

[37] Aissen-Crewett 1992: 54.

[38] Vgl. Anhang A 7.

[39] Vgl. Anhang A 8.

[40] Vgl. Ministerium für Bildung, Familie und Kultur Saarland 2011: 23 sowie Unterkapitel 3.1.

[41] Vgl. Ministerium für Bildung, Familie und Kultur Saarland 2011: 23.

[42] Vgl. Ministerium für Bildung, Familie und Kultur Saarland 2011: 8.

[43] Vgl. Anhang 8.

Details

Seiten
28
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656611868
ISBN (Buch)
9783656611837
Dateigröße
993 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269427
Note
2,0
Schlagworte
Unterrichtsentwurf Lehrprobe Ausarbeitung Paul Klee Senecio Warme Farben Itten Grundschule Werkbetrachtung Bildende Kunst Schule Kunstunterricht Kirchner Gunter Otto

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