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Medien. Wie können rechnergestützte Verfahren in den Unterrichtsalltag integriert werden?

Seminararbeit 2013 18 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Medien

2 Digitale Werkzeuge und Tools

3 Für und Wider digitaler Medien

4 Der Fremdsprachenlehrer

5 Beispiele

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Internetquellen

Einleitung

Im Zeitalter der schnellen Entwicklung neuer Technologien spielen Medien in vielen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. „Radio, Fernsehen, Video, Computernetze, Werbung, Bücher, Comics [und] Illustrierte sind fester Bestandteil einer sich rasch entwickelnden Mediengesellschaft.“[1] Gerade die neuen interaktiven Elemente des Web 2.0, wie Facebook, YouTube, Twitter und Co., verändern heute die Welt, wie kein anderes Medium. Nicht nur die Medien verändern sich, auch die Technologien: Die Endgeräte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien werden immer kleiner und leichter. Die Vernetzung mit dem Internet über drahtlose Verbindungen ist nahezu überall möglich.[2] Somit steigen auch die Distributions- und Verwendungsmöglichkeiten neuer Medien inner- und außerhalb des Unterrichts.[3] Lernen wird deshalb zunehmend zu einem lebenslangen Prozess, der mit Hilfe dieser Medien erfolgt.

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, wie rechnergestützte Verfahren sinnvoll in den Fremdsprachenunterricht integriert werden können. Hierzu erfolgt eine Definition zum Begriff der neuen Medien und Medien allgemein. Anschließend werden die didaktischen Merkmale und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten neuer Medien im Unterricht erläutert und die Aufgaben der Fremdsprachenlehrenden[4] und ihre Rolle im heutigen Unterricht untersucht, um abschließend zwei mögliche Beispiele vorzustellen und einen Ausblick zu geben.

1 Medien

Nach Storch schließt der Begriff „Medien“ alle Lehr- und Lernmittel, wie Tafel bzw. Tafelbild, Kreide, Bilder, Realien, Overheadprojektor, Lehrbuch, Computer, Tonkassette und Videos, mit denen Informationen getragen, gespeichert und übermittelt werden können, ein.[5] „Neue Medien umfassen die Rechnerausstattung (Desktops, Notebooks) einer Schule einschließlich ihrer digitalen Peripherie (Drucker, Scanner usw.), verwandte digitale Arbeits- und Präsentationsgeräte (z.B. digitale Kameras, Beamer, Whiteboards usw.), digitale Informations- und Kommunikationstechniken (Intranet, Internet) und die jeweils dazugehörigen Anwendungen (Software).“[6] Letztlich bezieht sich die von Bofinger genannte Definition neuer Medien auf „computerbasierte Medien“, die sich von den traditionellen Massenmedien wie Rundfunk, Fernsehen und Presse hinsichtlich ihrer Einwirkung auf Arbeitsorganisation, Bildung und gesellschaftliche Strukturen unterscheiden.[7] Ferner sind diese besonders authentisch, da sie die fremdsprachliche Wirklichkeit in den Unterricht bringen und so reale Kommunikationsanlässe geschaffen werden. Dagegen dienen Medien, die für didaktische Zwecke erstellt wurden, der Steuerung und Intensivierung von Lernprozessen. Schließlich ist die Funktion von Medien im Fremdsprachenunterricht von ihrem Einsatz abhängig.[8]

Während der Entwicklung der technischen Fortschritte im Bereich der Sprachspeicherung und -übertragung, die sich unterschiedlich auf die Methodik des Sprachlernens auswirkten, herrscht besonders gegenüber den Computern große Skepsis.[9] Die Lehrenden haben Angst überflüssig zu werden und die Kontrolle über die Klasse zu verlieren. Bei den Lernenden kann sich umso mehr eine primär passiv-rezipierende Lernhaltung einstellen, je mehr Computer leisten.[10] Demzufolge stellen sich die Fragen, wie viel praktischen Mehrwert die neuen Medien im Vergleich zu den traditionellen haben und wie diese mit den traditionellen Unterrichtsmedien verknüpft werden können.[11] Wird nun der herkömmliche Unterricht mit dem computergestützten Unterricht verglichen, so eröffnen sich Probleme und Chancen, die jedoch von den Fremdsprachenlehrenden genutzt werden sollten, den Unterricht anders zu gestalten und zu verbessern.[12] Die neuen Medien sollen den Unterricht nicht dominieren, sondern sich mit den traditionellen Medien, wie dem Lehrbuch, ergänzen. Sie können hierbei „unter Berücksichtigung der allgemein akzeptierten Ziele des Fremdsprachenunterrichts (FU) als Hilfsmittel integriert werden.“[13] Um herauszufinden, wie der Computer bestmöglich eingesetzt werden kann, muss sich der Lehrende mit der Frage auseinandersetzen, wie ein Computer bedient wird, was er kann und welche „Rollen er möglicherweise als Lehr- und Lernmittel im FU einnehmen könnte“,[14] welche Anwendungen und Tools es gibt und wie diese sich mit den neuen Technologien wie Tablet, Smartphone usw. kombinieren lassen. Zunächst müssen die richtigen Vorrausetzungen geschaffen werden, indem die Computer über die geeignete Ausstattung wie CD-ROM Laufwerk, Soundkarte und Grafikkarte, Lautsprecherpaar, oder Kopfhörer, Mikrophon und Internetanschluss, verfügen.[15] Oft wird das Potential der Technik allerdings nur unzureichend ausgeschöpft. Zum einen fehlen den Lehrern das nötige technische Fachwissen und die individuellen Kenntnisse, die sie oft nur durch Eigeninitiative erhalten. Zum anderen sind die Geräte in den Schulen oft veraltet, da die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen, um diese zu aktualisieren und auf dem neuesten Stand zu halten.[16] Demzufolge sind die Lernenden hinsichtlich der Funktionsweise und den Möglichkeiten der Technik oft besser informiert als die Lehrenden, die sich aber das Wissen der Lerner zu Nutze machen können.

Auch wenn die Computer in Schulen mit Hard- und Software aufgerüstet werden, heißt das nicht, dass dadurch das Lehr- und Lernpotential gesteigert wird – es ist sogar ein gegenteiliger Effekt möglich.[17] Gleichfalls kritisch müssen die Aussagen der Hard- und Softwarehersteller hinterfragt werden, die oft für ihre Produkte zu viel versprechen, oder die der Wissenschaftler, die ihre Erkenntnisse vermarkten (müssen).[18] Die Lehr-Lernsoftware weist auf didaktischer Ebene oft Mängel auf oder sie ist veraltet und dementsprechend das Qualitätsniveau nur unzureichend.[19] Die online verfügbaren Lernprogramme sind dahingehend nicht unbedingt besser gestaltet: Sie besitzen meist behavioristische Grundzüge und haben für den Lerner außer bunten Farben und einer vordergründigen Klickbarkeit nicht viel zu bieten. Dennoch lassen sich selbst diese lernfördernd einsetzen, wenn sie richtig situiert, dosiert und kontextualisiert sind und nicht als Selbstläufer dienen sollen.[20]

Im modernen und zeitgemäßen Fremdsprachenunterricht sollen die Schüler im Zentrum des Unterrichts stehen, d.h. ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse sollen berücksichtigt werden.[21] Der Lehrer sieht sich demzufolge mit unterschiedlichen Kulturen, verschiedenen Lern- und Arbeitsweisen, unterschiedlichen Voraussetzungen und anderen Ausgangssprachen konfrontiert.[22] Da Lernen aus didaktischer Sicht ein sehr aktiver Vorgang ist, sollten den „Lernenden möglichst große Spielräume für eigenständiges Lernhandeln“[23] eingeräumt werden.[24] Der traditionelle, lehrerorientierte Unterricht kann sich also zu einem Unterricht entwickeln, bei dem der „Lehrer zum Moderator und Berater bei weitgehend selbstständigen Lernprozessen oder sequenzen wird.“[25] Natürlich setzt diese Form eine entsprechende technische Ausstattung der Schule und kompetente Lehrer voraus, die in der Lage sind, die Lehr- und Lernprozesse mit Unterstützung neuer Medien zu steuern.[26] Die fehlende Realität authentischer Zielsprachverwendung kann mittels simulierter Realität und Sprachanlässe mit Texten und Bildern kompensiert werden. Dies geschieht durch den Einsatz audiovisueller und auditiver Medien, die die Authentizität bewahren[27] und optische Medien, die für die Schüler Lernhilfen darstellen, da aufgrund ihrer sprachlich-begrifflichen und parallel stattfindenden bildlich-ikonographischen Speicherung der Lernstoff tiefer im Gedächtnis verankert wird. Zudem können sich die abwechslungsreichen Medien unterstützend auf das Unterrichtsgeschehen und motivierend auf den Lernprozess auswirken.[28] Unterschiedliche Methoden können Schüler zudem aktivieren und motivieren. Durch Nutzung außerunterrichtlicher Medien kann außerdem die Diskrepanz zwischen dem häufig weltfernen Unterricht zum realen Leben verringert werden,[29] wodurch die Schüler für ihre Mehrsprachigkeit und das Leben in multikulturellen Gesellschaften sensibilisiert werden.[30] Da die Motivation, die individuellen Fähigkeiten und die Lerngelegenheiten den Zweitspracherwerb erheblich beeinflussen und alle drei Faktoren sich unter anderem von den Lehrenden steuern lassen, sollen nun im Folgenden einige Anwendungen aufgezeigt werden, die im Fremdsprachenunterricht mit Hilfe des Computers ihren Einsatz finden können.

[...]


[1] Storch, S. 271.

[2] Vgl., Mitschian, S. 5.

[3] Vgl., Storch, S. 271.

[4] In der vorliegenden Arbeit wird nicht die Form LehrerInnen, SchülerInnen verwenden, sondern Leh- rer, Schüler. Dies impliziert auch die weibliche Form und dient der besseren Leserlichkeit.

[5] Vgl., Storch, S. 271.

[6] Bofinger, S. 4.

[7] Vgl., Schiersmann, S. 18.

[8] Vgl., Storch, S. 271.

[9] Vgl., Mitschian, S. 7.

[10] Vgl., ebd., S. 8.

[11] Vgl., Funk, S. 5.

[12] Vgl., ebd., S. 9.

[13] Haase, S. 832.

[14] Ebd., S. 832.

[15] Vgl., Mitschian, S. 10.

[16] Vgl., Funk, S. 9.

[17] Vgl., Mitschian, S. 8.

[18] Vgl., ebd., S. 9.

[19] Vgl., ebd., S. 8.

[20] Vgl., Roche, S. 357.

[21] Vgl., Velički, S. 191.

[22] Vgl., Kaufmann, S. 1099.

[23] Mitschian, S. 8.

[24] Vgl., ebd., S. 8.

[25] Velički, S. 191.

[26] Vgl., ebd., S. 191.

[27] Vgl., Storch, S. 273.

[28] Vgl., ebd., S. 276.

[29] Vgl., ebd., S. 272.

[30] Vgl., Jeuk, S. 117.

Details

Seiten
18
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656473817
ISBN (Buch)
9783656474074
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230943
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Germanistik
Note
1,3
Schlagworte
RECHNERGESTÜTZTE VERFAHREN Medien DAZ Methodisch-Didaktische Aspekte DIGITALE WERKZEUGE UND TOOLS FREMDSPRACHENLEHRER Neue Medien Fremdsprachenunterricht Lernmedien Web 2.0 Medienkompetenz

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