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Shakespeare, William - Hamlet

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 17 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zitat

Zum Werk: Inhalt

Figuren

Figurenkonstellation Sprache

Stil

Leitmotive

Aktueller Problembezug

Shakespeare: Leben und Schaffen Zur Epoche der Klassik

Persönliche Einschätzung Quellenangabe

Eigenständigkeitserklärung

Anhang:

Bilder

Zeitungsausschnitte

,,Hamlet, du könig unter allen spielen, du kern aller werke, das je ein dichter von der art

machen konnte, du edelstein in der krone, die dem künstler mehr ehre macht als dem der sie trägt - ich w üß te nicht worte mich auszudrücken, wie sehr du mein liebling bist. Hamlet du bist mir was ich will - durch dich seh ich deinem meister ins innerste. Da feind ich all die herlichste, innigste anmuth in diesem leben -leidenschaften- zärtliche, wehmüthige handlungen -überzükerte sünden, alles durcheinander gewebt und zierlich gebaut wie ein fürstliches schloß, wos gefängnüsse, roßställe und auch güldene zimmer hat. Die handlungen sind so mannigfaltig und so abwechselnd und der stoff so ausgesucht und getroffen, daßtausent romeo sich verbergen davor. Hamlet, Hamlet - ha dein grillisieren, fantasierenüber gegenwart und zukunft,über leben und tod, schlafen und träumen und all der räthselhaften dinge - ha das macht einen so voll gedanken - nicht unruhig - nein, sanft träumend, dir nachspürend in der anmuthigsten sphäre."

Ulrich Bräker, 1780

Inhalt des Dramas

Nach Akten

1.Aufzug, Erste Szene : Während der nächtlichen Wachablösung erscheint König Hamlets Geist. Die soldaten sind verwundert und erschrocken; als Horatio den Geist anspricht, verschwindet dieser. Vermutungen über die Erscheinung werden angestellt, der Geist zeigt sich nochmals. Horatio unternimmt einen weiteren vergeblichen Versuch, mit ihm zu sprechen, ehe der Geist mit dem ersten Hahnenschrei entschwindet. Daraufhin beschließt der Soldat, dem jungen hamlet von dem Ereignis zu berichten.

Zweite Szene: König claudius hat seinen Hofstaat versammelt und bedankt sich für die

Unterstützung und das Vertrauen nach dem Tod seines Bruders. Da nun seiner Verbindung mit Schwägerin Gertrud, Erbin und Königswitwe, nichts mehr im Wege steht, kümmert er sich wieder um die Politik. So weist er auf die Gefahr hin, die von dem jungen Fortinbras ausgeht. Da Claudius kriegerische Auseinandersetzungen befürchtet, schickt er zwei Gesandte, Voltimand und Cornelius, nach Norwegen, wo sie den kranken norwegischen König dazu bewegen sollen, mäßigend auf seinen Neffen einzuwirken. - Laertes möchte in urlaub nach Paris fahren. Sein Vater Polonius und der König zeigen Verständnis. - Dann wendet sich die Königin an Hamlet, dessen verändertes wesen ihr Sorgen macht, und bittet ihn, die neue situation zu akzeptieren. Dies ist auch Claudius` Anliegen, er möchte, daß Hamlet ihn als Vater betrachtet und nicht nach Wittenberg zurückgeht. Da Hamlet nicht widerspricht, läßt der König aus Freude über den vermeintlich guten Anfang ihrer neuen Beziehung ein Fest ausrichten. -Hamlet bleibt allein zurück und bringt abscheu über das Leben zum Ausdruck, wobei er gänzlich unfaßbar findet, daß seine Mutter so schnell in diese neue Ehe einwilligte. -Horatio kommt hinzu, und Hamlet freut sich sehr, seinen alten Studienfreund wiederzusehen. Dieser berichtet ihm von der nächtlichen Erscheinung, woraufhin Hamlet sich bereiterklärt, während der kommenden nachtwache mit auf den Geist zu warten. Allerdings müssen ihm Horatio und die beiden anderen Soldaten versprechen, niemand anderem davon zu erzählen.

Dritte Szene: Laertes verabschiedet sich vor seinem Urlaub. Er rät seiner Schwester Ophelia, sich nicht von Prinz Hamlets Werben beeindrucken zu lassen, da sie ohnehin keine Chance auf eine Heirat mit ihm habe. Ophelia verspricht, seinem Rat zu folgen. Polonius kommt hinzu und drängt seinen Sohn zum Aufbruch, und auch er verlangt von seiner Tochter, sich von Hamlet fernzuhalten.

Vierte Szene : Um Mitternacht erscheint der Geist Hamlet und den Soldaten. Während im

Schloß ein turbulentes Fest im Gange ist, erkennt Hamlet in dem Geist seinen Vater und will den Grund seines nächtlichen Umgehens wissen. Der Geist winkt Hamlet, ihm zu folgen; die Freunde eilen hinterher.

Fünfte Szene : Der Geist und Hamlet auf einem entfernten Teil der Terrasse .Hier offenbart der Geist, daß er als König von seinem Bruder vergiftet wurde und nun dafür büßen muß, daß er ohne Ölung und Beichte als Sünder starb. Damit ist Prinz Hamlet zur heiligen Rache verpflichtet. Jedoch soll er nichts gegen seine Mutter unternehmen, da diese mit den Gewissensqualen weiterleben müsse. -Nachdem der Geist verschwunden ist, verlangen Hamlets Freunde Auskunft, der aber nur ausweichende Antworten gibt und sie erneut beschwört, niemandem etwas zu verraten.

2. Aufzug, Erste Szene: Polonius schickt Reinhold nach Paris zu seinem Sohn. Er soll Geld und Papiere erhalten, und Polonius will wissen, was sein Sohn so treibt. Reinhold erfüllt nur unwillig die Forderungen seines Herrn. -Ophelia eilt erschreckt und verwirrt herbei und erzählt, daß ihr ein wie von Sinnen gewesener Hamlet begegnet sei. Polonius glaubt an Liebeskummer und geht mit seiner Tochter zu Claudius, um ihm vom Verhalten des Prinzen zu berichten.

Zweite Szene: Der König hat zwei Jugendfreunde Hamlets, Rosenkranz und Güldenstern an den Hof rufen lassen. Sie sollen Hamlets Wesensveränderungen nachgehen und ihn ein wenig aufmuntern. -Polonius meldet frohe Kunde aus Norwegen (es wird keinen Krieg geben, aber Fortinbras wird zugestanden, seine Truppen auf dem Weg nach Polen durch Dänemark marschieren zu lassen). Zudem bemüht er sich, den König zu Überzeugen, daß der Prinz aus verschmähter Liebe den Verstand verloren hat. Er schlägt vor, ein Treffen zwischen Hamlet und Ophelia zu arrangieren und dieses zu belauschen. Claudius willigt ein. -Rosenkranz und Güldenstern besuchen Hamlet. Der ist Mißtrauisch und entlockt ihnen ihren Auftrag. Nachdem er ihnen erklärt hat, daß er alle Lebensfreude verloren hat, schlagen die beiden ihm vor, einer Aufführung der Schauspieltruppe beizuwohnen, die gerade hier ist. Hamlet ist beeindruckt von dieser Neuigkeit, da er glaubte, sie wären noch in London. Er geht zu einem der Schauspieler und wünscht sich eine Stelle der

Ansprache des Äneas an Dido, wo es um die Ermordung des alten Priamus geht. Der Wunsch wird prompt erfüllt, und Hamlet läßt die Schauspieler großzügig bewirten. Für den nächsten Abend wünscht er sich "Die Ermordung des Gonzago", wobei er selbst noch einige Verse hinzufügen will. -Als er wieder allein ist, macht Hamlet sich Vorwürfe ob seines Zögerns, vertraut aber darauf, daß Claudius, wenn er wirklich schuldig ist, durch das Schauspiel entlarvt wird. Die Schauspieler sollen dem König die Ermordung König Hamlets vorspielen.

3. Aufzug, Erste Szene: Rosenkranz und Güldenstern können dem König über Hamlets Zustand nichts konkretes mitteilen. Dafür laden sie das Königspaar zu der Theatervorstellung ein, die am Abend stattfinden soll. Claudius und Gertrude nehmen an. -Wie abgesprochen belauschen Claudius und Polonius das Gespräch zwischen Hamlet und Ophelia, welches einen dramatischen Verlauf annimmt, da Hamlet außer sich gerät. Ophelia ist darüber sehr betroffen. -Polonius und Claudius sind nun sicher, daß Hamlet nicht aus verschmähter Liebe den Verstand zu verlieren droht, denn der König ahnt, daß sein Stiefsohn eine schwere Gewissenslast trägt. Um weiteren Ärger zu vermeiden, will er Hamlet nach England schicken. Polonius schlägt dem König vor, Hamlet nach der Theateraufführung allein mit seiner Mutter sprechen zu lassen. Er will das Gespräch belauschen und sich bemühen, mehr zu erfahren.

Z weite Szene: Hamlet hält einen Vortrag über "wahre Schauspielkunst". Polonius, Rosenkranz und Güldenstern kündigen die Ankunft des Königspaares an. Nachdem Hamlet die Schauspieler angewiesen hat, alles zum Spiel vorzubereiten, erläutert er Horatio seinen Plan. Horatio sagt seine Unterstützung zu. -Während des Spiels verläßt Claudius erregt den Saal. Hamlet ist nun sicher, daß der König schuldig ist. Rosenkranz und Güldenstern teilen ihm mit, daß seine Mutter auf ihn wartet, woraufhin Hamlet das Doppelspiel seiner ehemaligen Studienfreunde durchschaut. Der Prinz geht schließlich doch, will aber nichts gegen seine Mutter unternehmen. Dritte Szene: Claudius wähnt sich allein und betet um Gnade für seine Verbrechen. Als ihn Hamlet so antrifft, sieht er den Augenblick seiner Rache gekommen. Doch er zögert abermals, um eine günstige Gelegenheit abzuwarten. Er will den ins Gebet Versunkenen nicht töten, da dies seiner Ehrauffassung widerspräche.

Vierte Szene: Das Gespräch zwischen Hamlet und seiner Mutter wird zunehmend heftiger; als Gertrude schlieálich aus Angst um Hilfe ruft, tut es der hinter einem Vorhang verborgene Polonius auch, und Hamlet ersticht ihn, in dem Glauben, es wäre Claudius. Gertrude verurteilt sein überstürztes Handeln, welches so blutig endete, doch Hamlet hält dagegen, daß es verwerflicher sei, "einen König zu töten und in die Eh' mit seinem Bruder zu treten". Er erwartet von seiner Mutter Reue und Loyalität und versteckt Polonius' Leichnam.

4. Aufzug, Er ste Szene: Die Königin entschuldigt gegenüber ihrem Mann Hamlets Verhalten mit offenkundigem Wahnsinn. Claudius ist sich der Gefahr, in der er schwebt, voll bewußt und befiehlt Rosenkranz und Güldenstern, Polonius' Leiche heranzuschaffen. Mithilfe seiner Ratgeber will er dann entscheiden, wie er den Gerüchten, die ihn mit dem Mord in Verbindung bringen, entgegentreten kann.

Zweite Szene : Rosenkranz und Güldenstern wollen von Hamlet erfahren, wo er den Leichnam versteckt hat. Hamlet macht sich über sie lustig, verachtet ihre Eilfertigkeit vor dem König und will zu Claudius gebracht werden.

Dritte Szene : Claudius weiß, daß er öffentlich nichts gegen Hamlet unternehmen kann, da das Volk den Prinzen liebt. Nur ein Hinterhalt würde helfen. -Hamlet kommt hinzu, ihm wird geraten, zu seiner eigenen Sicherheit sofort nach England zu gehen, und zur allgemeinen Überraschung willigt er sofort ein. Wieder allein, spricht der König seinen Wunsch und seine Hoffnung aus: Hamlet möge sterben, so wie er -Claudius- es in einem versiegelten Schreiben befohlen hat.

Vierte Szene : Auf dem Weg zum Hafen trifft Hamlet auf norwegische Truppen, die sich auf ihrem Kriegszug gegen Polen befinden. Hamlet bewundert den Tatendrang des jungen Fortinbras, womit er den endgültigen Anstoß erhält, seine Rachepflicht zu erfüllen. Fünfte Szene : Ophelia ist durch den Tod des Vaters und Hamlets Verwirrung ebenfalls schwer umnachtet, sie hält vor der Königin wirre Reden und trägt unzüchtige Lieder vor. Gertrud ist voller Mitleid mit dem Schicksal des Mädchens. Laertes ist indessen heimlich aus Paris zurückgekommen, da Gerüchte über den Tod seines Vaters zu ihm drangen, nach denen Claudius an dem Mord beteiligt sein soll. An der Spitze einer aufgebrachten Menge stürmt Laertes das Schloß. Das Volk will ihn zum König ausrufen, doch Claudius tritt der Menge in den Weg, kann Laertes rasch beruhige n und ihm den wirklichen Mörder seines Vaters nennen.

Darüberhinaus verspricht er Genugtuung für die feige Tat. -Ophelia kommt Lieder singend und Blumen streuend herbei. Als Laertes seine Schwester in diesem Zustand sieht, befällt ihn tiefe Trauer. Er akzeptiert Claudius' Vorschlag, nichts zu überstürzen und den Fall untersuchen zu lassen, um den Schuldigen öffentlich zur Rechenschaft zu ziehen.

Sechste Szene: Horatio erhält von Hamlet einen Brief, in dem er gebeten wird, die Boten zum König zu lassen. Seeräuber hätten ihr Schiff geentert und ihn selbst gefangengenommen, während Rosenkranz und Güldenstern ihre Reise fortsetzen konnten. Horatio soll sofort zu ihm kommen.

Siebte Szene: Laertes wurde überzeugt, daß Hamlet seinen Vater ermordet hat, als ein Bote den Brief mit der Nachricht überbringt, daß Hamlet am nächsten Tag vor dem König erscheinen werde. Laertes sieht die Stunde der Rache gekommen, Claudius schlägt ein Duell vor, Laertes geht sofort darauf ein. Um Hamlet ganz sicher zu töten, will er die Spitze seines Rapiers vergiften. Claudius will für den Fall der Fälle noch vergifteten Wein bereitstellen, von dem Hamlet während einer eventuellen Kampfpause trinken soll. -Noch während die beiden Männer den Plan besprechen, kommt Gertrud und berichtet, daß Ophelia ertrunken ist. Damit wird Laertes noch mehr gegen Hamlet aufgebracht, in dem er jetzt auch noch den Mörder seiner Schwester sieht.

5. Aufzug, Erste Szene : Die Totengräber bei der Arbeit; sie halten respektlose Reden, während sie Ophelias Grab ausheben. Horatio und Hamlet treten hinzu, der Prinz ist erbost bei so viel Oberflächlichkeit. Er sinniert über die Vergänglichkeit alles Irdischen. -Ein Leichenzug kommt; auf Claudius' Befehl wird Ophelia auch als Selbstmörderin in geweihter Erde bestattet, doch der Priester verweigert ihr das Gebet. Laertes ist darüber sehr aufgebracht und springt mit Flüchen für denjenigen, der die Schuld an Wahnsinn und Tod seiner Schwester trägt (>Hamlet..) in das offene Grab, ehe auch Hamlet in die Grabstätte springt und sich mit Laertes schlägt, bis sie vom königlichen Gefolge getrennt werden. Hamlet gibt Laertes zu verstehen, daß es ihm unbegreiflich sei, warum dieser ihn so hasse, vor allem, da er ihn und Ophelia immer geliebt habe. Der König rät Laertes zu Geduld und veranlaßt die Bewachung Hamlets.

Zweite Szene: Die Reise hat Hamlet bewiesen, wie wichtig rasches Handeln ist. Er tritt den Mordplänen seines Stiefvaters mit einem Gegenplan entgegen, dem Rosenkranz und Güldenstern zum Opfer fallen werden. -Osrick fragt Hamlet im Auftrag des Königs, ob er die Herausforderung eines Zweikampfs mit Hamlet annehmen will. Hamlet sagt zu, trotz der Warnungen seines Freundes Horatio, dem Hamlet "schlimme Ahnungen" gestanden hat. Zum Duell erscheint unter den Zuschauern auch das Königspaar. Claudius scheint auf eine Versöhnung der Kontrahenten aus, und auch Hamlet möchte sich mit seinem einstigen Freund vertragen. Doch Laertes besteht auf dem Duell. In einer Kampfpause ergreift die Königin den Pokal mit dem vergifteten Wein und trinkt Hamlet zu, ehe der König dies verhindern kann. Der Kampf geht weiter, Laertes verwundet Hamlet, der nun merkt, daß sein Gegner mit scharfer Klinge und Spitze kämpft. Hamlet schafft es, das Rapier zu tauschen und seinerseits Laertes zu verwunden. -Die Königin sinkt sterbend zu Boden und Laertes gesteht dem Prinzen nun die Verschwörung und sagt ihm, daß beide auch sterben müssen. Hamlet zwingt Claudius, ebenfalls vom vergifteten Wein zu trinken und ersticht ihn. Er fühlt seinen Tod und bittet Horatio, der eigentlich mit ihm sterben möchte, die Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe zu unterrichten. Da hört man aus der Ferne kriegerische Musik und Salutschüsse. Fortinbras kehrt siegreich aus Polen zurück. Ehe Hamlet stirbt, prophezeiht er, daß Fortinbras König von Dänemark werden wird. -Fortinbras bittet Horatio, alle Edelleute des Landes zu versammeln, da er alte Rechte auf Dänemark anzumelden habe. Daraufhin läßt er Hamlets Leichnam aus dem Schloß tragen und seine feierliche Aufbahrung vorbereiten.

Zusammenfassend

Prinz Hamlet, Sohn des Dänenkönigs Hamlet und seiner Frau Gertrud, studierte in Wittenberg. Da wird sein Vater von dessen Bruder Claudius ermordet. Claudius heiratet die in den Mord eingeweihte Gertrude. In dieses kriminelle Klima kehrt Hamlet zurück und erfährt des Nachts, daß sein Vater ermordet wurde und er als Sohn Rache nehmen solle. Doch Hamlet ist zu zart und unentschlossen, obwohl er die Ehre seines Vaters wahren will. Claudius und Gertrud ahnen die inneren Kämpfe Hamlets und wollen seiner Rache zuvorkommen. Sie knüpfen wiederholt Intrigen zur Beseitigung Hamlets, doch er entgeht ihnen immer wieder auf traumwandlerische Weise.

Als er seine Mutter des Komplotts mit dem Mörder seines Vaters anklagt, bemerkt er hinter einem Vorhang eine lauschende Gestalt. In der Meinung, es sei Claudius, ersticht er sie. Doch es war Polonius, der Vater seiner geliebten Ophelia.

So wird Hamlet ungewollt mitschuldig. Ophelia begeht Selbstmord, den ihr Bruder, Laertes, rächen will. Im dazu anberaumten Turnier verletzen sich Laertes und Hamlet gegenseitig mit vergifteter Klinge. Hamlet weiß nun vom Gift und ersticht jetzt entschlossen den König. Gertrude trinkt vor Schreck vom für Hamlet vergifteten Wein. Die Tragödie ist vollendet.

Kurzfassung: Dänenprinz Hamlet bekommt nachts vom Geist seines toten Vaters gesteckt, daß der König durch die Hand seines Bruders Claudius ums Leben kam. Claudius bestieg daraufhin Thron und Königin. Hamlet schwört Rache, scheut aber vor den Konsequenzen zurück und verfällt zum Schein dem Irrsinn. Quasi aus Notwehr erfüllt er schließlich doch den Willen seines

Vaters.

Die Handelnden...

Claudius , König von Dänemark

Hamlet, Sohn des vorigen und Neffe des gegenwärtigen Königs Fortinbras, Prinz von Norwegen

Polonius , Oberkämmerer

Horatio, Freund von Hamlet Laertes, Sohn des Polonius

Voltimand, Cornelius , Rosenkranz und Güldenstern, Hofleute Osrick, ein Hofmann

Marcellus und Bernardo, Offiziere Francisco, ein Soldat

Reinhold, Bedienter des Polonius Der Geist von Hamlets Vater Ein Hauptmann

Ein Gesandter

Gertrud, Königin von Dänemark und Hamlets Mutter Ophelia, Tochter des Polonius

Verschiedene Damen, welche der Königin aufwarten

Herren und Frauen vom Hofe, Offiziere, Soldaten, Schauspieler, Totengräber, Matrosen, Boten und andres Gefolge

Die Szene ist in Helsingör

...und ihre Beziehung zueinander

Königin Getrud - Hamlets Mutter ist voller Zwiespältigkeiten und bleibt fast völlig undurchsichtig; in keiner Szene wird wirklich deutlich, wo sie denn nun eigentlich steht. Sie bemüht sich sehr um ihren angeschlagenen Sohn und hat auch Verständnis für Ophelias Lage, aber bekennt sich zu keinem von beiden. Man erfährt auch nichts zu ihrer Einstellung zu Claudius, und selbst als sie den - für Hamlet bestimmten- vergifteten Wein trinkt, bleibt offen, ob sie mutwillig in den Tod geht oder nicht (obwohl ich persönlich dazu tendiere, es als Unachtsamkeit anzusehen, nicht als Suizid). Als Mutter hat sie versagt, denn Hamlets seelische Erschütterung wurde durch ihr Verhalten nur verstärkt, doch andererseits leidet sie mit ihrem Sohn.

König Claudius - Hamlets Onkel und Gertruds jetziger Ehemann ist ebenfalls nicht ausschließlich ein schlechter Mensch. Er hat großes politisches Talent, ist konsequent und entscheidungsfreudig. Dennoch deutet seine Neigung zu Gelagen und ähnlichen Festen auch auf Schwächen hin, die ihn andererseits aber als Figur um so interessanter machen. Er will ein starker und mutiger Regent sein, und während er zuerst noch sehr gewinnend auftritt und reumütig betet, ze igt er bald ein anderes Gesicht, indem er alles versucht, Hamlet aus dem Weg zu räumen.

Polonius - ...genießt am Hof noch Privilegien aus alten Verdiensten unter König Hamlet, aber auch unter Claudius ob seiner geschickten Anpassung an die neue Situation. Er ist verläßlich in seiner würdevollen Steifheit, über die Hamlet sich zuweilen amüsiert, aber auch so zwielichtig, daß er mit seinen Intrigen nicht einmal vor dem eigenen Sohn halt macht. Er erscheint viel zu selbstüberzeugt, glatt und geschwätzig, wird als Ratgeber jedoch ernstgenommen. Als er damit zu weit geht, bezahlt er dafür mit seinem Leben.

Ophelia - ...ist die gehorsame Tochter und treue Schwester, schwankt aber zwischen ihren

Gefühlen zu Hamlet und den Pflichten gegenüber ihrer Familie, deren Ruf und Ehre sie nicht ruinieren darf. Obwohl ihre Liebe zu Hamlet echt ist, ist sie leicht zu beeinflussen, was sie schließlich zu einer fatalen Fehlentscheidung bringt.

Laertes - Polonius' Sohn und Ophelias Bruder ist ein eher unkritischer und deswegen leicht auszunutzender Hitzkopf, dem es mehr um höfische Umgangsformen als um wirkliche Problemlösung geht, womit er einen wichtigen Gegenpart zu Hamlet bildet.

Horatio - Hamlets Studienfreund hält fest zum Prinzen. Er ist sehr beherrscht, kontrolliert und maßvoll, und seine Ruhe und sein Verständnis wird für Hamlet unentbehrlich. Weil er ohne zu zögern seinen Weg geht, überlebt er die Tragödie.

Fortinbras - Der norwegische Prinz steht vielleicht im auffälligsten Gegensatz zu seinen

Altersgenossen Hamlet, Laertes und Horatio, denn was er angeht, gelingt, wie man an seinem erfolgreichen Feldzug sehen kann. So verkörpert er praktisch den 'Siegertypen', der erfolgreich heimkehrt, um alte Ansprüche geltend zu machen, aber was er an Mut und Stärke im Kampf zeigt, fehlt ihm an Moral und Taktgefühl.

Rosenkranz & Güldenstern - An den beiden ehemaligen Freunden Hamlets vollzieht sich das Verhängnis, an dem sie arglos mitwirken, besonders deutlich. Zunächst sind sie wirklich arglos und nebenbei mit ihrer Aufgabe völlig überfordert, schließlich sehen sie sich Hamlets 'Vernichtungswut' ausgesetzt, der sie in den Tod schickt.

Osrick - ...ist ein gefährlicher und skrupelloser Intrigant, der trotz seines kleinen Auftritts sehr wirkungsvoll arbeitet. Als 'kleines Licht' kommt er mit dem Leben davon, da Hamlet ihn als 'unbedeutend' übersieht.

Die übrigen Höflinge und Soldaten balancieren das Verhältnis etwas aus, wobei man aber sagen muß, daß die Soldaten um Horatio eine weniger auffällige Rolle spielen als die Höflinge und Gesandten um den König und Polonius.

Eine kleine Charakteranalyse des Titelhelden Der Ausgangspunkt der tragischen Situation ist die innere Zerrissenheit Hamlets, der als an der deutschen Universität von Wittenberg in humanistischem Sinne erzogene feudaler Prinz sowohl die alte als auch die neue Welt repräsentiert. Als sein Vater ermordet wird, gebietet ihm das Recht der 'alten Welt', Blutrache zu üben, was er spontan akzeptiert. Dann jedoch zeigen sich die Hemmungen, durch die Hamlet die geplante Tat immer wieder hinauszögert, obwohl sich ihm mehr als genug Gelegenheiten bieten und er "doch Grund und Willen und Kraft und Mittel" hat.

Allerdings ist Hamlet weder ein Melancholiker, obgleich er sehr zum Philosophieren und Nachdenken neigt, noch ist er tatsächlich geistiger Verwirrung zum Opfer gefallen oder gar krankhaft handlungsunfähig. Seine Erkenntnis ist humanistischer Natur; er sieht, daß "die Zeit aus den Fugen" geraten und die Blutrache sozusagen überholt ist. Die Vorgänge daheim am Hof (also die Ermordung seines Vaters und die übereilte, als blutschänderisch aufgefaßte Eheschließung seiner Mutter) treiben ihn an den Rand des Selbstmordes, zumal er dadurch lernt, den schönen Schein zu durchdringen und die Wirklichkeit zu sehen. Er erkennt, daß Verrat, Verbrechen und Konspiration keine zufälligen Einzelerscheinungen sind, sondern stellvertretend für die gesamte korrupte Ordnung an Claudius' Hof stehen.

Dennoch ist er den mörderischen Intrigen seines Onkels nicht gewachsen, da ihm Entschlossenheit und Tatkraft fehlen. Erst nachdem Hamlet selbst Schuld auf sich geladen hat und mit vergifteter Waffe getroffen war, tötet er bewußt den schuldigen Claudius. Zudem ist es sehr bemerkenswert, daß Hamlet erst mit der wachsenden Distanz zu den Menschen, die er am meisten liebt -also Gertrud, Ophelia und Laertes-, zu seinen 'einsamen Entscheidungen' findet, die angesichts der Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit seiner Umwelt nur um so vernünftiger erscheinen.

Warum muß Hamlet am Ende untergehen? Hamlet weiß, was er tun soll (da es der Geist ihm sagte), aber nicht, wie er es tun soll (Zweifel!)

H. kennt die humanistischen Grundzüge der Gesellschaft und weiß, daß der Adel untergehen muáß.

H. überlegt, denkt nach und kommt zu dem Ergebnis, daß alle außer ihm und Horatio untergehen werden.

H. allein kann nichts verändern >Shakespeare läßt ihn sterben

Aufforderung an Horatio: "Erkläre mich und meine Sache den Unbefriedigten" (=Volk & nachfolgende Generation)

Zum Leben und Schaffen William Shakespeares

William Shakespeare (was sich korrekterweise shecks-perr ausspricht, nicht shäks-piehr) wurde höchstwahrscheinlich am 23. April 1564 in Stratford-on-Avon in der Grafschaft Warwickshire geboren, wo er am 23. April 1616, also genau an seinem 52. Geburtstag, auch starb. Über sein Leben ist wenig bekannt; dokumentarisch belegt ist jedoch seine Taufe am 26. April 1564 in seiner Geburtsstadt und die Hochzeit mit einer gewissen Anne Hathaway am 27. November 1582. Shakespeare besuchte die Lateinschule in Stratford, die er mit 13 oder 14 Jahren verließ. Nach seiner Hochzeit mit der acht Jahre älteren Ms. Hathaway schloß er sich in London verschiedenen Schauspielertruppen an und war u.a. auch Mitglied der führenden

Lord-Chamberlain-Truppe, Teilhaber des Globe- und später des Blackfriars-Theaters und verdingte sich dort als Bühnendichter und Schauspieler. Seine Bühnenwerke sind chronologisch schwer zu ordnen, da die Zeit ihrer Entstehung oft nicht genau feststeht*. In 20 Jahren schrieb er 38 Stücke, 154 Sonette, zu denen er oftmals durch eigene Erlebnisse angeregt wurde, und die beiden langen Versepen Venus & Adonis und The rape of Lucrece (Die Schändung der Lucrezia) sowie einige kürzere Dichtungen.

Neben dieser immensen Produktivität ist vor allem Shakespeares Vielseitigkeit erstaunlich. Die Figuren seiner Stücke haben alle ein ganz persönliches Innenleben; ihre Konflikte sind zeitlos und auf viele Arten interpretierbar. Durch sein großes Einfühlungsvermögen in die Widersprüche menschlicher Charaktere, sein sprachliches Ausdrucksvermögen und ein sicheres Gefühl für publikumswirksame Dramatik ist Shakespeare einer der bedeutendsten abendländischen Dichter.

Viele seiner Bühnenwerke kamen noch zu seinen Lebzeiten auch in Deutschland zur Aufführung, obwohl englische Komödianten sie oft stark entstellt hatten. Dadurch und durch die romantischen Übertragungen ins Deutsche (z.B. von A.W. Schlegel, D. Schlegel, L. Tieck) wurden sie auch hierzulande zu einem festen Bestandteil der Kultur. Seit Ende des 18. Jahrhunderts gibt es übrigens einige Theorien, wonach Shakespeares Werke entweder gar nicht oder nur teilweise von ihm selbst geschrieben wurden. In diesem Zusammenhang wird unter anderem der bedeutende englische Philosoph Francis Bacon als Urheber genannt, aber auch der damalige Graf von Derby, William Stanley und -vor allem- der Graf von Oxford, Edward de Vere, und sind mögliche Kandidaten.

Dieses Thema ist im übrigen sehr interessant, und es wurden einige aufschlußreiche Bücher zu den Hintergründen einer möglichen "Shakespeare-Verschwörung" geschrieben (siehe auch den kleineren Zeitungsausschnitt im Anhang).

*Eine grobe zeitliche Einteilung in vier Gruppen ist jedoch möglich.

1. 1590-93 (diese Frühwerke waren oft noch von anderen Dichtern beeinflußt): Henry VI (Heinrich VI), Richard III, Titus Andronicus, Two Gentlemen of Verona (Die beiden Herren aus Verona), The comedy of errors (Die Komödie der Irrungen), Love labour's lost (Verlorene Liebesmüh'), The taming of the shrew (Der Widerspenstigen Zähmung)
2. 1594-1600: Romeo & Juliet (Romeo & Julia), The Merchant of Venice (Der Kaufmann von Venedig), King John (K"nig Johann), Richard II, Henry IV (Heinrich IV), Henry V (Heinrich V), A midsummer night's dream (Ein Mittsommernachtstraum), The merry wives of Windsor (Die lustigen Weiber von Windsor), Much ado about nothing (Viel Lärm um nichts), As you like it (Wie es euch gefällt), Twelfth night/ What you will (Was ihr wollt)
3. 1601-08: Hamlet (1600/01), Othello, Macbeth, King Lear, Julius Caesar, Antony & Cleopatra (Antonius & Kleopatra), Coriolanus, Troilus & Cressida, Timon of Athens (Timon von Athen), Pericles, All's well that ends well (Ende gut, alles gut), Measure for measure (Maß für Maß)
4. nach 1608: The winter's tale (Ein Wintermärchen ), Cymbeline, The tempest (Der Sturm), Henry VIII (Heinrich VIII)

Die Epoche der Klassik

Das Lexikon definiert die Klassik als die 'beste literarische Periode eines Volkes'.

Daran scheiden sich die Geister, und so werde ich lediglich die generellen Merkmale der deutschen Klassik auflisten und gesondert etwas zu den Verhältnissen in Britannien zu Shakespeares Lebzeiten sagen.

Deutsche Klassik: Wenn man von der dt. Klassik spricht, so meint man zumeist die Weimarer Klassik in der Zeit von 1785-1805. In der Kunst war die Renaissance vorherrschend, in der Literatur war die Sicht auf die Dinge stark von der bestimmten Betrachtungsweise der Antike geprägt (unerreichte Blüte menschl. Harmonie >Nachahmung des Alten). Der Leitsatz dafür war "Edle Einfalt - Stille Größe", was einem Höchstmaß an Kunstverständnis einer neuen Bescheidenheit entgegenstellte.

Man strebte die Verwirklichung des Humanitätsideals an (hier tritt eins von Hamlets

Leitmotiven zutage!!!), was konkret hieß, daß der Mensch in jeder Hinsicht menschlich sein und seinen Glauben an Selbstverwirklichung und Selbstvollendung in der Gesamtheit aller menschlichen Anlagen sehen soll. Zudem soll er sich mit der Natur verwandt fühlen und mit ihr ergänzen. So würde sich der Mensch in die Naturgesetze einfügen und eine Harmonie von Vernunft und Gefühl, von Geist und Natur, von Pflicht und Neigung erreichen. Beliebte literarische Formen waren das Ideendrama (> Hamlet: äußere Handlungsarmut, Vorrang von innerseelischen Konflikten -erschließbar aus Dialogen/Monologen-, Austausch von Ideen), der Bildungs- oder Erziehungsroman sowie Fabeln und Balladen. Berühmte Dichter der dt. Klassik sind natürlich Goethe und Schiller.

Britannien: Shakespeares Zeit wird als das Elisabethanische Zeitalter bezeichnet (nach der Regentin Elisabeth I., die von 1558-1603 herrschte; gefolgt von James I. -1603-1625). London wuchs immer mehr zum 'Zentrum der Welt', und Großbritanniens Aufstieg zur Kolonialmacht begann. Es bildete sich eine geistig-künstlerische Elite heraus, der neben Shakespeare u.a. Christopher Marlowe und John Milton angehörten. Die Schauspielkunst wurde zunehmend professioneller und erreichte schließlich einen nationalen Höhepunkt; trotz zahlreicher Gegenbewegungen von Seiten der Puritaner wurden viele berühmte Theater gegründet. Theater war damals vorwiegend Amüsement für die breite Öffentlichkeit (wenn gerade keine Hinrichtung stattfand), und gespielt wurde, wo sich Gelegenheit bot: auf Märkten, Rummelplätzen, am Hof und in Tavernen. Im Publikum ging es ebenso hoch her wie auf der Bühne, so daß jeder auf seine Kosten kam. Alle Schauspielunternehmen hatten ihr Publikum und so wurde London bald zur Theaterhauptstadt der westlichen Welt. Shakespeares herausragende Leistung dabei ist die Verschmelzung von Bühne, Autor und Publikum, zu der seine Theaterarbeit gena uso viel wie seine Kunst im Umgang mit der Sprache beitrug.

Gestalterische Besonderheiten des Dramas

Sprachlicher Stil Shakespeare schaffte es als Meister der dramatischen Sprachkunst, seinen Figuren mit sparsamsten sprachlichen Mitteln unverwechselbare Persönlichkeiten zu verleihen, indem er sie hauptsächlich über ihre komplizierten Beziehungen untereinander charakterisierte. Hamlet ist in dieser Hinsicht das umstrittenste, vielleicht sogar unausschöpfbarste Stück und hat Historikern und Literaturwissenschaftlern große Rätsel aufgegeben. Eine Besonderheit in Shakespeares Werken ist bei Hamlet die Konzentration auf eine einzige Figur -Prinz Hamlet-, und da wiederum, daß er dem Leser ganz besonders mit seinen Monologen nähergebracht wird. Diese Monologe stellen nicht nur einen sehr unmittelbaren Kontakt zum Leser/Zuschauer dar, sondern sie isolieren Hamlet auch völlig von seiner Umwelt, sie zeigen, daß Shakespeare ihn allein völlig anders als in den Dialogen sprechen läßt.

Das Stück selbst ist in der Sprache der damaligen Zeit verfaßt, einer sehr lebendigen und bildhaften Sprache, die aber auf heutige Leser schnell befremdend und ermüdend wirken kann. Kennzeichnend dafür sind vor allem die langen, ineinander verschachtelten Sätze und nahezu archaische Wendungen.

Die Leitmotive

Thematisch schließt Hamlet sich an Julius Cäsar an -Shakespeare setzt hier die künstlerische Durchforstung der Wirklichkeit fort, indem er immer tiefer in deren Strukturen eindringt. Er erfaßte die Bewegung seiner Zeit, den Übergang vom Mittelalter zur Moderne, sehr genau und bannte sie in ein äußerst kompliziertes Werk.

Hamlet glaubt nicht, daß ein einziger Akt der Gewalt alle Probleme lösen kann, ist also sozusagen eine Weiterentwicklung des Brutus aus Julius Cäsar, der sich - in genau diesem Glauben- vor eine ähnliche Aufgabe wie Hamlet gestellt sah. Ein anderes, sehr wichtiges Leitmotiv ist die Allmacht des Bösen, die schon in der ersten Szene mit der Anspielung auf die Ermordung Cäsars deutlich wird, und mit dem berühmten "Es ist was faul im Staate Dänemark" wird der Eindruck ausgesprochen, den das ganze Stück suggerieren soll. Diese Allmacht des Bösen wird am stärksten von Hamlet empfunden, wobei aber fast der Eindruck entsteht, daß all dieses Ungemach lediglich in der Vorstellung des Prinzen existiert. er sieht sich von allen seiten von falschen Freunden umgeben, selbst Ophelia wird für ihn zu einer Verkörperung weiblicher Treulosigkeit ("Schwachheit, dein Name ist Weib...").

Aktueller Problembezug?

Generell kann man durchaus behaupten, daß die von Shakespeare angesprochenen Probleme am dänischen Hofe die von England zu des Dichters Lebzeiten sind, doch ist der Stoff so interpretierbar gehalten, daß man ihn auf vielerlei Dinge anwenden kann. Intrigen unter Herrschenden, Kriegszüge, unglückliche Lieben, (Selbst)-Morde und Wahnsinn sind zeitlos und somit eben auch heute aktuell. Vielleicht geht es heute nicht mehr um ganze Länder, aber immer noch um Geld, Macht, Alkohol, Frauen und Glücksspiel, und sicher wird es noch lange so bleiben, aber Fakt ist, daß Shakespeare auch hier ein sehr realitätsnahes Szenario entwarf und dieses dann an einer einzelnen Person verdeutlichte, nämlich dem unglückseligen Dänenprinzen Hamlet. Besonders aktuell erscheint mir das Motiv des Königsmordes; man sieht, daß sich in all den Jahrhunderten nichts an der moralischen Verdorbenheit von Staatsoberhäuptern geändert hat, aber es ist eine andere Frage, ob nur solche Menschen an die Macht kommen, oder ob Macht den Charakter eines jeden verdirbt. Weniger 'up to date' ist dann schon eher die ganze -simulierte oder echte- Umnachtung Hamlets und Ophelias; heutzutage fällt so etwas gar nicht mehr auf (oder erhalten sofort eine radikale Behandlung...), so daß man mit Vortäuschung von Irresein kaum derartige Dinge wie die beschriebenen erreichen kann. -Dies nur als stellvertretende Beispiele; Hamlet ist so vielschichtig, daß man wohl in nahezu jedem Akt einen aktuellen Problembezug erkennen könnte.

Hamlets innere Konflikte

"Hamlet ist ein schönes, reines, edles, höchst moralisches Wesen. Eine große Tat ist auf seine Seele gelegt, die dieser Tat nicht gewachsen ist." -Johann Wolfgang Goethe "Hamlet ist ein meuchelnder Schwächling." -Otto Ludwig Persönliche Wertung Obgleich mir Shakespeares Schreibstil nie ganz geheuer war, ist Hamlet doch mein Lieblingsstück, konzentriert man sich einmal nur auf die Handlung, die mit all ihren Verschwörungen, Intrigen, Verwirrspielen und Affären sowie Mord und Totschlag vielschichtiger und weit besser strukturiert ist als das Script so mancher Fernsehserie und viele zeitgenössische Romane.

Besonders gefallen haben mir vor allem Hamlets Monologe und seine bissigen kleinen Ein- und Zweizeiler, die er sich als Adliger zwar erlauben darf, die ihre Wirkung aber dennoch nicht verfehlen.

Ich mag die sehr schön geschilderte Beziehung zwischen Prinz Hamlet und Ophelia; seine (simulierten) Wahnsinnsanfälle und ihre jungfräulich-keuschen Zweifel an Hamlets Absichten sind köstlich zu lesen, auch wenn wir sie selten direkt mitbekommen, sondern meist vo n dritten oder Ophelia im Nachhinein erfahren. Von den Nebenfiguren finde ich den König sowie Rosenkranz und Güldenstern am interessantesten, da meine Sympathien meist den 'Bösen' gehören, zumal diese die besser gezeichneten Charaktere und vielschichtigere Persönlichkeiten haben.

Natürlich ist dieses Werk von Shakespeare ein Trauerspiel, doch muß ich sagen, daß ich mich beim Lesen sehr amüsiert habe -keineswegs im negativen Sinne, aber die Verstrickungen sind doch sehr zufällig und unglaubwürdig, obwohl ic h nicht bestreiten will, daß es an manchen Höfen sicher ähnlich haarsträubend zuging (und zugeht, sieht man sich nur einmal die heutigen europäischen Adelshäuser an). Was mir weniger gefallen hat, war der Schluß mit den vielen sehr kurz aufeinanderfolgenden Todesfällen -Königin Gertrud z.B. hätte eine gerechte Strafe und nicht den Tod als Ausweg verdient, und Hamlets Tod hätte vielleicht etwas heldenhafter ausfallen können. Weniger mag ich auch den Punkt, als Hamlet versehentlich Polonius tötet und dessen Leiche versteckt (als Prinz hat man andere Möglichkeiten!) oder auch, als er König Claudius nicht tötet, nur weil dieser gerade im Gebet versunken ist. Mir ist klar, daß dies mit der Moral der damaligen Zeit zu tun hat, aber andererseits ist es einfach nur schwach.

Ansonsten war Hamlet ein gutes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann. Dennoch sollte man sich immer vor Augen halten, daß die Lektüre kein Ersatz für das Stück auf der Bühne ist, für die es schließlich konzipiert wurde. Wegen des 'modernen' -und gewöhnungsbedürftigen...- Inszenierungsstils der meisten Theater sollte man sich aber vielleicht eher eine der werkgetreueren Verfilmungen ansehen, um ein Gefühl für die Dynamik des Stückes zu bekommen.

Literaturverzeichnis

William Shakespeare , Hamlet - mit Anhang Shakespeares Tragödien; Reclam Neues Lexikon A-Z, Merit

Königs Erläuterungen und Materialien -Shakespeares Hamlet, Bange

J. Kott, Shakespeare heute; München 1970

W. Weiß, Das Drama der Shakespeare-Zeit; Stuttgart 1979

A. Burgess, Shakespeare; London 1970

D. Mehl, Das englische Drama vom Mittelalter bis zur Gegenwart; Düsseldorf, 1970 World Wide Web

Details

Seiten
17
Jahr
2000
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99880
Note
15 Punkte
Schlagworte
Shakespeare William Hamlet Thema Hamlet

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Titel: Shakespeare, William - Hamlet