Lade Inhalt...

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung (Vorwort)

1. Zur Geschichte der Homosexualität

1.1. Eine Chronik der Homosexualität
2. Der Begriff "Homosexualität" ( - und dessen Herkunft und Bedeutung)
2.1. Lexika
2.2. Fremdprachenlexik a
2.3. Wörterbücher (deutsch)
2.4. Wörterbücher (englisch)

3. Verschiedene Theorien zur Homosexualität

4. Medizinische Aspekte

5. Taoisten und Homosexualität

6. Religion und Homosexualität

7. Das menschliche Sexualverhalten
7.1. Das Geschlecht
7.2. Die Geschlechterrolle

8. Sexuelle Orientierung
8.1. Sexualverhalten im Jugendalter
8.2. Sexuelle Selbstbestimmung

9. Homosexueller Kontakt
9.1. Formen des Sexualverhaltens

10. Homosexueller Geschlechtsverkehr
10.1. Variationen von homosexuellem Geschlechtsverkehr
10.2. Manueller Verkehr
10.3. Oralerverkehr
10.3.1. Fellatio
10.3.2. #69
10.4. Genitalverkehr
10.4.1. Apposition der Geschlechtsorgane
10.5. Analverkehr

11. Die "Schwulen Elite"

12. Einschränkung für Homoexuelle
12.1. Rechtslage §
12.2. Gesetzgebung im Vergleich
12.2.1. Die Rechtsgrundlage von den Vereinigte Staaten von Amerika
12.2.2. Die Rechtsgrundlage von der Sowjetunion
12.2.3. Die Rechtsgrundlage von den Skandinavischen Ländern (Norwegen, Schweden und Dänemark)
12.2.4. Die Rechtsgrundlage von Japan
12.3. Die Rechtsgrundlage von Deutschland (Österreich und Schweiz)
12.3.1. Das geltende Sexualstrafrecht in der BRD

13. Homosexualität und Gesellschaft
13.1. Das homosexuelle "Coming-Out" Homosexuelle Lebensformen

14. Das Wörterbuch zur Sexualität

Anhang

Bibliographie Lektüre

Lexika

Wörterbücher Zeitschriften

Einleitung

Ein moderner Leser, dem weder Ursprung noch Geschichte des Begriffes "Homosexualität" bekannt sind, könnte seine wirkliche Bedeutung leicht missverstehen. Wir reden heute allzu leichtfertig von Heterosexualit ä t und Homosexualit ä t (bzw. Ambisexualit ä t), und jeder scheint sofort zu wissen, was wir damit meinen. Wir täten jedoch gut daran, uns darüber klar zu werden, dass solche, sich gegenseitig auschliessende Kategorien, von vornherein eine unzulässige Vereinfachung und Wertung darstellen. Tatsächlich konnten sie nur in einer repressiven Kultur entstehen, die das breite Spektrum menschlicher sexueller Ausdrucksformen nicht länger gelten lassen wollte. Jede Kultur, die eine scharfe Trennung zwischen Homosexuellen und Heterosexuellen vornimmt, verrät damit eine seltsam enge Auffassung von der menschlichen Natur. Sie ist blind gegenüber der wirklichen Vielfalt des Lebens und damit den Abstufungen und Nuancen menschlichen Sexualverhaltens.

1. Zur Geschichte der Homosexualität

Bis zu der Hysterie um AIDS in den letzten Jahren hat sich die öffentliche Meinung dahingehend gewandelt, dass sie Homosexualität nicht mehr als "krankhafte Perversion", sondern als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit sieht.

Die gesellschaftliche Position zur Homosexualität hat sich über die Jahrhunderte immer wieder verändert: Die Bibel verurteilte sie, für die Griechen war die Liebe zwischen einem jungen und einem alten Mann etwas ganz normales, im viktorianischen Europa wurde die männliche Homosexualität nicht nur abgelehnt, sondern seit 1892 sogar strafrechtlich verfolgt (- während die weibliche übersehen wurde). All das zeugt von der Verwirrung, die bezüglich der Homosexualität herrscht und die sich auch in den Theorien über ihre Ursachen niederschlägt.1 /a

Die sexuelle Revolution der späten 60er Jahre unseres Jahrhunderts veränderte das Selbstbewusstsein und die Selbstverständlichkeit homosexueller Männer.2 Eine Welle der "Outungen"3 ging herum und ein öffentliches Einsetzen und Demonstrieren für homosexuelle Rechte war nun keine Seltenheit mehr.

1.1. Eine Chronik zur Homosexualität

Antike In den patriarchalischen Kulturen der europäischen Antike war Homosexualität auf unterschiedliche weise in das gesellschaftliche Leben integriert.

Griechenland In Griechenland war Homosexualität unter freien Bürgern in Form der "Knabenliebe" (Päderastie) institutionalisiert. Männer, die nicht nur eine sexuelle, sondern auch eine geistige Beziehung suchten, fanden sie - da die eigene Ehefrau nicht als ebenbürtig galt - im heranwachsenden Knaben.

Antiken Rom Eine universelle Bisexualität des Mannes war dagegen in antiken Rom

verbreitet, Homosexualität ein tolerierter Teil der menschlichen Erotik. Was beiden Kulturen verband, war die öffentliche Herabsetzung des passiven, penetrierten, als weibisch empfundenen Partners.

300-600 Eine Ausgrenzung der Homosexualität und die Entstehung einer homosexuellen Minderheit fällt erst in dieser Zeit an.

500 Erst im Zuge moralischer Kampagnen zur Konzentrierung der Sexualität auf die Ehe wurde unter Justinian (527 - 565) die Homosexualität und vor allem der Analverkehr auch unter Heterosexuellen (als häufige Form der Empfängnisverhütung) bestraft. Spätantike/ Hier wurde die Homosexualität als teuflisch bezeichnet und Frühmittelalter dass jene von diesem vergiftet seien und als gefährliche und schre- ckliche Plage zu sehen sind.

Hochmittelalter Erst hier in der reichen sexuellen Kultur gab es die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über gleichgeschlechtliche Beziehungen.

Hexenverfolg. Beeinflusst durch die Hexenverfolgung galt Homosexualität bis bis 18. Jhd. weit ins 18. Jahrhundert als "Sodomie" und damit als Sünde, auf die die Todesstrafe stand.

18. Jhd. Im Jahre 1731 ersetzte Preussenkönig Friedrich Wilhelm I. der Stadt Potsdam kosten, die ihr durch die Verbrennung eines sogenannten Sodomiters entstand.

Bürgerliche In dieser Zeit entstand die Rationalität und Erforschung der auf Aufklärung auf Natur begründeten und sich von religiösen mittelalterlichen Vorstellungen emanzipierten Weltsicht. Gegen jegliche jegliche Form die gegen die gesellschaftliche Ethik ging, wurden von den Preussen grausame Strafen vollzogen.

Ende 18. Jhd. Auf Homosexualität wurde nicht mehr die Todesstrafe verhä- ngt, sondern das Zuchthaus. Bayern dage gen ging sogar zur völligen Straffreiheit über. Wodurch die Homosexualität nicht mehr als Sünde, sondern "nur" als widernatürlich bezeichnet wurde.

19. Jhd. Damit wurde Anfang 19. Jhd. Aus den Ketzern und Sündern des Mittelalters Kranke der Neuzeit. Es entstand ein völlig komplexes Krankheitsbild, das zu heilen verlangte, so die Ärzte.4 /a/b/c/d

20. Jhd. Siehe aktuelle Berichterstattungen !

2. Der Begriff "Homosexualität" ( - und dessen Herkunft und Bedeutung )

2.1. Lexika

Homosexualität: [grch.-lat] die, gleichgeschl. Liebe; auf Wunsch durch Psychotherapie beeinflußbar. Die H. ist in der Bundesrep. Dtl. nur noch strafbar - Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Gel- dstrafe -, wenn ein Mann von über 18 Jahren sexuelle Handlungen an einem Mann von unter 18 Jahren vornimmt oder von diesem an sich vornehmen läßt (§175 StGB). Die H. zw. Frauen (lesb. Liebe, Tribadie) ist straflos. (Brockhaus)5

Homosexualität: [grch.-lat.], die gleichgeschlechtl. Liebe. Zur Struktur und zu Ursache der H. - s. Sexualit ä t

Sexualität: [...] Abnormitäten (Perversionen), Störungen des sexuellen Verhaltens und der geschlechtsspezifischen Erscheinung können z. T. durch organ. Gegebenheiten, Gehirn- und Rückenmarkserkrankungen, hormonale Störungen u.a. verursacht werden. [...] Eine der hä ufigsten Abnormitäten ist die Homsosexualität als ausschliesslich gleichgeschl. Empfindung und /oder Betätigung bei Männern und Frauen (lesbische Liebe). Sie wird auf biogenet. Oder psych. Anlagefaktoren oder auch auf Umwelteinflüsse, nach Auffassung der Psychoanalyse auf frühkindl. Erfahrungen (Mutterfixierung) zurückgeführt. Der männl. Homosexuelle liebt seinen Partner als Mann und muss keine weibl. Züge aufweisen.[...]

(Bertelsmann)6

Homosexualität: Umkehrung des Geschlechtstriebes, die als Zuneigung zu Personen des eigenen Geschlechts erscheint; Ausübung der H. zw. Männern wird in der BRD nach §175 StGB mit Gefängnis bestraft [...]

(Bertelsmann)7

Homosexualität: Umkehrung des Geschlechtstriebes, die als Zuneigung zu Personen des eigenen Geschlechts erscheint; Ausübung der H. zw. Männern ist in der BRD unter bestimmten Voraussetzungen als Unzucht strafbar.

(Bertelsmann)8

2.2. Fremdsprachenlexika

Niederländisch

Homosexualität (m) homoseksualiteit (homo) (Duden)9

Französisch

Homosexualität (f) homosexualité (Duden)10

Englisch

Homosexualität (f) homosexuality ( = gay) (Duden)11

Spanisch

Homosexualität (f) homosexualidad (Duden)12

2.3. WÖRTERBÜCHER (deutsch):

Die deutsche Rechtschreibung

Homosexualität: die; [griech.;lat] (gleichgeschlechtl. Liebe [bes. des Mannes] (Duden)14 (mit neuer Rechtschreibreform)

Fremdwörterbuch

Homosexualität: [gr.; lat.-nlat.] die; -: sich auf das eigene Geschlecht richtendes Geschlechtsempfinden, gleichgeschlechtl. Liebe (bes. von Männern) ggs. Heterosexualität (Duden)15

Herkunftswörterbuch

Homosexualität: Die Beziehung eines auf Menschen gleichen Geschlechts gerichteten

Sexualempfindens ist eine gelehrte Neubildung des 20.Jh.s. Grundwort - wie auch für das Adjektiv homosexuell - ist [lat. Sexus = Geschlecht]; das Bestimmungs-wort ist [griech. Hom ó s = gemeinsam, gleich, ähnlich]. (Duden)16

Die sinn- und sachverwandten Wörter Homosexualität: _ Homotropie

Homotropie: Homoerotik, Homophilie, Homosexualität, Schwulsein, Schwulität, Inversion, Männerfreundschaft, Knabenliebe, Päderastrie, Pädophilie. Wenn man sich öffentlich dazu bekennt: Coming out. Krankhafte Angst vor und Abneigung gegen Homosexualität: Homophobie; [...]

(Duden)17

Deutsches Universal Wörterbuch (A - Z)

Homosexualität: die [zu griech. Hom ó s = gleich(artig) u. _Sexualität]: sich auf das eigene Geschlecht richtendes sexuelles Empfinden u. Verhalten: eine echte latente H.; die H. des Mannes, der Frau;[...]

(Duden)18

2.4. WÖRTERBÜCHER (englisch):

([dt.] Homosexualität = [engl.] homosexuality bzw. gay (bedeutet Schwulsein)

Das Wort "homosexuality" wird im englisches weniger gebraucht als "gay". Aus diesem Grund setze ich meine Recherche unter diesem Begriff fort:

Gay: /adjetive

Happy and cheerful: It was a gay picture, with lots of color in it.

(Webster's Dictionary)19

Gay: gay1 /adj. 1) infml for homosexual: gay rights 2) bright or attrative, so that one feels happy to see it, hear it, etc.: gay colours 3) cheerful; happy; full of fun gay2 n ifml a homosexual person, esp. a man

(Longman)20

3. Verschiedene Theorien zur Homosexualität

Anfänglich betrachtete man Homosexualität als Sünde. Die Psychologie sollte diese Krankheit erklären. Niemand sei freiwillig homosexuell, glaubte man, was also führe zu einer solchen Veränderung?

- Freud war der Ansicht, jeder Mensch durchlaufe eine homosexuelle Phase, mit Beginn der Pubertät suche ein Jugendlicher dann aber die Befriedigung durch das andere Geschlecht. Sei das nicht der Fall, liege es an einer mangelhaften Lösung des Ödipuskomplexes. Dem Jungen sei es nicht gelungen, sich mit dem Vater zu identifizieren und die Mutter aufzugeben. Statt dessen identifiziere er sich mit seiner Mutter.21 /a /b
- Storms wies 1981 auf die Bedeutung der Zeitspanne hin, in der unsere sexuellen Triebe ausgeprägt würden. Verkehrten wir in der Zeit, in der unsere Hormone ihre Arbeit aufnähmen, hauptsächlich mit Personen des gleichen Geschlechts, würden wir homosexuell. Frühreife Jungen mit gleichgeschlechtlichen Geschwistern würden deshalb häufiger homosexuell. Storms Theorie lieferte auch eine glaubwürdige Erklärung für die Homosexualität in England. Dort führte man die hohe Quote an Homosexuellen auf die Tatsache zurück, dass viele bürgerliche Eltern ihre Söhne auf Internate schickten. Ödipus hatte hier seine Finger nicht im Spiel.22
- Die Behavioristische Theorien vertreten die Überzeugung, dass Homosexualität auf eine zu starke Liebe von seitens des Vaters bzw. auf eine zu intensive Beziehung zu ihm, basiert.23 /a

Diese Theorien gingen davon aus, dass die Homosexualität zwar pervers, aber selten sei. Eine Ansicht, die durch die Veröffentlichung der Kinsey-Reporte über das sexuelle Verhalten von Männern (1948) und Frauen (1953) erschüttert wurde. Kinsey stellte fest, dass bis zu 38 Prozent aller Männer und 14 Prozent aller Frauen homosexuelle Erfahrungen gemacht hätten, die bei etwas 20 Prozent (Männer) bzw. 11 Prozent (Frauen) zu einem Orgasmus geführt hätten.24 /a /b

4. Medizinische Aspekte

Naturwissenschaften erwecken oft den Eindruck, die Ursachen für Phänomene objektiv und unabhängig von gesellschaftlich vorgeprägten Meinungen bestimmen zu können. Doch auch die biomedizinische Forschung ist schon hinsichtlich der von ihr verfolgten Fragestellungen von gesellschaftlich vorgegebenen Standpunkten abhängig.25 /a

Ich werde im folgenden einen groben Überblick zur Homosexualität geben, der den aktuellen, doch nach wie vor umstrittenen, Wissenstand aufzeigen soll.

Als 1886 Richard von Krafft-Ebing sein berühmtes Buch "Psychopathia sexualis"26

veröffentlichte, schaffte er damit eine der Grundlagen der Sexualwissenschaft, die zu beginn den Bereich der Medizin und Psychiatrie angehörte und später auch der Psychologie. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, wurde sie verstärkt von den Sozialwissenschaften beeinflusst und gilt heute als interdisziplinäre Forschungsrichtung.27

Krafft-Ebing versuchte, das bereits vorhandene anatomische Wissen in Beziehung zu psychischen Vorgängen zu setzen, unter anderem eben auch in Bezug zur Homosexualität. Er tat dies in der damals üblichen Form von zahlreichen detaillierten und neutral gehaltenen Einzelfalldarstellungen aller vorfindbaren Formen gelebter Sexualität und baute darauf seine theoretischen Aussagen auf.28 Dabei lag die Annahme zugrunde, dass Heterosexualität die zu erstrebende hohe Entwicklungsform menschlicher Sexualität sei und somit Homosexualität ein Ausdruck einer niedrigeren Entwicklung wäre. Als Ursache für Homosexualität verwies er einerseits auf Vererbung, anderseits auf sich förderlich oder hinderlich auswirkenden Einflüsse in der Entwicklung eines Menschen, so vertrat er die Überzeugung, dass die kindliche Masturbation zur Homosexualität führen könne.29

Da man auch schon zu Zeiten Krafft-Ebing wusste, dass die embryonalen Anlagen30 in einer bestimmten Phase zweigeschlechtig sind und das Geschlecht sich erst im Laufe der weiteren embryonalen Entwicklung eindeutiger herausbildet, verknüpfte seine Theorie eben dieses Wissen mit der Frage nach der Entstehung bestimmter sexueller Orientierungen.31

Beispielsweise hat der Embryo sowohl den sogenannten "Wolff- Gang" als auch den sogenannten "Müller-Gang". Aus dem "Wolff- Gang" entsteht bei einer weiteren Entwicklung zum Mann schliesslich der Samenleiter, während der "Müller-Gang" bei ihm verkümmert. Aus dem Müller-Gang wird bei einer weiteren Entwicklung zur Frau schliesslich Eileiter und Gebärmutter, während bei ihr der "Wolff-Gang" verkümmert. Die Entdeckung, dass sich auch im erwachsenen Menschen in diesem Sinne noch organische Residuen1 einer ursprünglich zweigeschlechtigen Anlage des Embryos finden, wies für Krafft-Ebing nicht nur auf die ursprüngliche ontogenetische2 Zweigeschlechtlichkeit des Menschen hin, er glaubte darüber hinaus, dass eine verschieden starke Ausprägung dieser organischen Überbleibsel die individuelle Entwicklung zur Bi- und Homosexualität beeinflusse, dass also die anatomischen Residuen des jeweils anderen Geschlechts bei Homosexuellen weniger stark verkümmert seien als bei den Heterosexuellen.32 Homosexualität galt ihm als unreifes Stadium, weil dabei die "contr ä re Sexualit ä t", d.h. die auf die ursprüngliche Zweigeschlechtlichkeit zurückgehende Homosexualität, noch nicht vollständig vernichtet sei, wie dies zur Entwicklung einer gesunden heterosexuellen Orientierung als Erwachsener nötig wäre. Hier ist also eine Parallele gezogen zwischen psychologisch beobachtbarer Erwachsenensexualität und den organischen Residuen im Anschluss an die Ontogenese. Dieser Gedanke Krafft- Ebings wurde im übrigen dann von dem Psychoanalytiker Sigmund Freud aufgegriffen und zu der so bedeutsam gewordenen These von der ursprünglichen Bisexualität aller Menschen33 als noch unterrichtete Offenheit modifiziert.

Der Stand biologisch-medizinischen Wissens und die entsprechenden Forschungsmethoden waren Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht so breit entfaltet, als dass der theoretische Ansatz Krafft-Ebings34 /a differenzierter hätte ausgearbeitet werden können, und manche Hypothese der damaligen Medizin mag uns heute abenteuerlich erscheinen. Trotzdem verdient Krafft- Ebings Ansatz eine gewisse Würdigkeit, da heute selbst Biologen und Mediziner verstärkt davon ausgehen, dass zur Erklärung beispielsweise von Homosexualität biologische Uraschen allein nicht ausreichend sind und in jedem Fall soziale Faktoren hinzutreten müssen.

Auf der Suche nach organischen Ursachen für Homosexualität wurden in der Zeit nach Krafft-Ebing verschiedene teilweise aufsehenerregende Hypothesen aufgestellt, die jedoch später meist wieder fallengelassen werden mussten. So führte beispielsweise auch der Berliner Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld in den 20er Jahren seinen Kampf gegen den § 175 mit "biologischen" Argumenten: Homosexualität sei eine von der Natur gegebene Veranlagung35 im Range eines "dritten Geschlechts", Homosexuelle könnten deshalb nicht für ihr Sexualverhalten bestraft werden.

Nach der Ursachensuche im anatomisch-genitalen Bereich und der Beschäftigung mit der Vererbungslehre wurden im Zuge der fortschreitenden Entwicklung in der heutigen Endokrinologie3 auch verschiedene Thesen bezüglich endokrinologischer Ursachen von Homosexualität aufgestellt. Die grösste Popularität in diesem Bereich gewann im deutschsprachigen Raum der Ostberliner Endokrinologe G ü nter D ö rner, der der Meinung ist, Homosexualität werde durch eine hormonelle Veränderung während der Schwangerschaft hervorgerufen.36 Seine Ergebnisse werden bis heute aber äusserst kontrovers diskutiert, denn die zum Beweis der These, ein erhöhter Androgenspiegel der Frau während der Schwangerschaft führe zur späteren Homosexualität des Kindes, durchgeführten Tierexperimente sind sehr fragwürdig. Obwohl nämlich unter Androgengabe tatsächlich ein sich veränderndes Sexualverhalten (z.B. bei Ratten) festgestellt werden konnte, erhebt sich hierbei die Frage, inwieweit dies einen Rückschluss auf menschliches Verhalten und die Entwicklung einer sexuellen Orientierung zulässt. Gegen solche Ursachentheorien lassen sich grundsätzlich vor allem zwei Argumente vorbringen. Erstens gehen diese Theorien unhinterfragt davon aus, dass Heterosexualität die natürliche Sexualität darstellt, weil sie die Fortpflanzung der Art garantiert. Sie reduzieren Sexualität also letztlich auf Fortpflanzung und ordnen sexuelle Lust dieser Funktion unter. Sie übersehen dabei, dass sexuelle Lust zweifelsohne aber auch eine von der Fortpflanzung unabhängige Funktion erfüllt. Zweitens verleiten diese Theorien immer wieder dazu, "Homosexualität" als eine sexuelle Orientierung beim Menschen mit "homosexualitätstypischem Verhalten" bei Tieren gleichzusetzen. Wenn sich z.B. ein Schaf aufgrund einer während seiner Geburt vorgenommenen Hormonbehandlung später zunächst wie ein Bock verhält, indem es andere Schafe bespringt und mit den Böcken kämpft, so ist das sicherlich eine eindrucksvolle Demonstration des Einflusses der Hormone, hat aber wohl mit Homosexualität, wie man sie beim Menschen findet, nichts gemein.

Darüber hinaus scheint es heute wenig angemessen, sich bei biologischen Ursachenerklärungen sexueller Orientierungen allein an hormonellen Messungen zu orientieren. Denn selbst wenn man den Grundannahmen dieses Ansatzes folgen würde, wäre aus medizinischer Sicht einzuwenden, dass nicht nur die Qualität des Hormons selbst für dessen Funktionalität ausschlaggebend ist, sondern auch die Anzahl der Rezeptoren4, an die sich ein solches Hormon binden können muss. Und die Menge des im peripheren Blut gemessenen Hormons muss auch nicht unbedingt mit der im zentralen Nervensystem vorhandenen Hormonmenge übereinstimmen. Der niederländische Biomediziner Louis Gooren ist ausserdem der Meinung, dass das eigentliche Sexzentrum des Hypothalamus5, an dem im Sinne der Annahmen biologischer Ursachentheorien eine entsprechende Veränderung in Richtung Homosexualität stattfinden müsste, zu einem so frühen Lebenszeitpunkt (schätzungsweise während der embryonalen Zeit) noch gar nicht existiere.

Neben den anatomisch-genitalen und den endokkrinologischen Forschungsansätzen besteht eine dritte Möglichkeit, der Frage nach den Ursachen sexueller Orientierungen im Zusammenhang mit organischen Auffälligkeiten nachzugehen, darin, hirnorganisch nach Unterschieden zwischen Hetero- und Homosexuellen zu suchen. So glaubt der amerikanische Neurobiologe Simon LeVay, bestimmte Abweichungen in den Strukturen des zentralen Nervensystems37 verschiedener Menschen zuordnen zu können. Im Zwischenhirn, einem Teil des Hirnstamms, liegt der sogenannte Hypothalamus. Dieser Bereich ist wirksam als zentrales Regulationsorgan der vegetativen Funktionen, damit auch der Sexualität. LeVay stellte fest, dass in einem Kerngebiet des Hypothalamus, in den sogenannten interstitiellen Nuclei des vorderen Hypothalamus (=INAH), ein bestimmter Neuronenverband, nämlich der Bereich des sogenannten "INAH 3", bei als heterosexuell eingestuften Männern durchschnittlich zwei- bis dreimal so gross war wie bei den als heterosexuell eingestuften Frauen, und zwar unabhängig von deren Todesursache. Bei schwulen Männern, die allerdings zum grössten teil an AIDS verstorben waren - ein Umstand, der die Gültigkeit des Ergebnisses in Frage stellen lässt -, war dieser Neuronenverband jedoch etwa gleich gross wie bei den heterosexuellen Frauen. LeVay spekuliert nun, dass das Vorhandensein genetisch bedingter Unterschiede bei den Hormonrezeptoren im Gehirn oder bei den anderen molekularen Mechanismen, welche die Wirkung der Hormone auf das Gehirn steuern, die Ursache solch verschiedener Hirnstrukturen sein könnte. Hierfür wären keine unterschiedlichen Hormonkonzentrationen erforderlich. Homosexualität bei Erwachsenen würden sich demnach letztlich auf genetische Besonderheiten zurückführen lassen, durch welche die genannten Unterschiede in der Struktur des Hypothalamus verursacht würden.

Die jüngste und spektakulärste Hypothese im Rahmen genetischer Forschungsansätze lieferten der amerikanische Molekularbiologe Dean Hamer. 1993 hiess es, dass es ein Gen auf dem X-Chromosom gäbe, das die sexuelle Orientierung bei Männern beeinflusse,38 /a /b wodurch eine Vererbung homosexueller Anlagen anzunehmen wäre.

Zunächst hatte das Hamer-Team festgestellt, dass sich in der mütterlichen Verwandtschaft vieler männlicher Homosexueller häufig weitere Homosexuelle finden liessen. Dies führte zu der Annahme, dass das von der Mutter vererbte X-Chromosom Träger eines Homosexualität verursachenden Genabschnitts sein könnte. Tatsächlich fand sich bei 33 von 40 homosexuellen Brüdern ein identischer Genabschnitt. Dieser Genabschnitt, das sogenannte Xq28, enthält ca. vier Millionen Basenpaare und damit wahrscheinlich bis zu hundert Gene. Hamer hofft, bei seiner weiteren Forschung aus diesen Genen das entsprechende Gen zur Beeinflussung der sexuellen Orientierung in Richtung Homosexualität isolieren zu können. Problematisch ist dieses Vorhaben jedoch nicht nur wegen der Länge des Genabschnitts, sondern auch deshalb, weil unklar ist, ob sich nicht weitere Gene oder Genabschnitte auf anderen Chromosomen befinden, die eine entsprechende Orientierung beeinflussen könnten. Ob es auch unter Heterosexuellen eine grosse Übereinstimmung dieses Genabschnitts gibt, ist ebenfalls nicht bekannt. Wir wissen zudem, dass eine genetische Anlage allein oft nicht ausreicht, um tatsächlich eine entsprechende Ausprägung zu bewirken. Die "Penetranz", d.h. die Häufigkeit mit der sich ein vorhandenes Gen auch wirklich als sichtbares Merkmal durchsetzt, ist sehr unterschiedlich, offensichtlich ist die Penetranz - sollte es denn tatsächlich ein Gen für Homosexualität geben - für die Eigenschaft verhältnismässig klein. Der blosse Nachweis des Gens beantwortet auch nicht die Frage, welche weiteren Faktoren hinzukommen müssen, damit es zu einer Ausprägung des Merkmals kommen kann. So kann Hamers Hypothese auch nicht klären, worauf die sexuelle Orientierung jener 7 homosexuellen Brüder aus seiner Untersuchung zurückzuführen ist, bei denen sich eben kein identisches Xq28 fand. Ist dies ein Hinweis auf weitere Gene, die für diese Eigenschaft verantwortlich sind, oder deutet dieser Befund an, dass wesentliche andere Faktoren an der Entwicklung der sexuellen Orientierung beteiligt sind? So wird auch bei Hamers Ansatz deutlich, dass die "objektive" wissenschaftliche Fragestellung abhängig ist. Durch diese berechtigten Anfragen, an die mit der spektakulären Entdeckung des Genabschnitts verbundene Ursachenhypothese, wird deren Plausibilität stark relativiert.

Über eine mögliche Vererbung der homosexuellen Orientierung wurde schon seit Beginn der Sexualwissenschaften nachgedacht. Verschiedene Zwillingsstudien versuchten Klarheit in diese Fragestellung zu bringen, aber ihre Ergebnisse widersprachen sich. Der Biologe Milton Diamond behauptet trotz dieser Widersprüche, dass es einen deutlichen statistischen Zusammenhang beim homosexuellen Verhalten männlicher Zwillingspaare gibt und somit eine genetische Festlegung von Homosexualität.39 Bei insgesamt 18 eineiigen und 12 zweieiigen Zwillingen fand er eine Übereinstimmung von 72 Prozent in der Homosexualität bei eineiigen und eine 33 - 50prozentige bei zweieiigen Zwillingen. Bei Zwillingspaaren, die nicht übereinstimmend schwul waren, waren entgegen Miltons eigener Erwartung, die nicht- schwulen Brüder jedoch so gut wie nie bisexuell, sondern fast immer ausschliesslich heterosexuell, obwohl doch gerade in diesen Fällen eine überdurchschnittlich häufige bisexuelle Orientierung der Brüder zu erwarten gewesen wäre. Dieses nicht erwartete Ergebnis ist damit geeignet, einfache Additionsmodelle zur Erklärung von Bisexualität (Homosexualität + Heterosexualität = Bisexualität) auch aus biologischer Perspektive in Frage zu stellen.a/ b

Insgesamt wird aufgrund der skizzierten Anzweifelbarkeit biologischer Ursachentheorien für Homosexualität heute von biologischer Seite selbst nicht mehr bestritten, dass die individuellen Ursachen bestimmter sexueller Orientierungen bei Erwachsenen nicht allein biologisch erklärt werden können, sondern in jedem Fall von einem multifaktoriellen Modell ausgegangen werden muss, das auch sozial-psychologische Faktoren berücksichtigt.

5. Taoisten und Homosexualität

Der Taoismus ist über 5000 Jahre alt und damit wohl die älteste Wissenschaft. Diese Taoisten entwickelten ein vollständiges und detailliertes wissenschaftliches System, das die Grundregeln des menschlichen Seins beinhaltet. Diese Wissenschaft und Lehre wird Tao genannt, welches in acht Bereiche unterteilt ist. Wir interessieren uns hier für das Sechte Tao, welches das "Tao der sexuellen Weisheit" ist. In diesem Buch "Tao der Sexualit ä t" gibt es ein Kapitel, dass Homosexualität behandelt.

Die Taoisten waren vor 5000 Jahren unvoreingenommen, wie Mann und Frau es sich heute nur wünschen können. Für sie stand fest, was die Hormone angeht, dass es kein "reines" Geschlecht gibt, sondern dass Männer wie Frauen nicht nur männliche und weibliche Hormone haben. Für sie war die Be gründung, dass jedes Geschlecht den Wunsch hat, Charakterzüge, Verhaltensweisen auch vom anderen Geschlecht anzunehmen, wodurch Homosexualität eine ganz neue Basis erhält, die hier weder missbilligt noch herabgesetzt wurde.

Sie befassten sich in erster Linie mit dem körperlichen, geistigen und seelischen Ausgleich, so dass ihre einzige Sorge bei der Homosexualität darin bestand, dass es bei gleichgeschlechtlicher Beziehung zu einer Unausgeglichenheit kommen könnte. Hier wurden aber zur Vorbeuge Übungen, Praktiken und Ratschläge in den nachfolgenden Kapitel gegeben.40

Die einzige Unausgeglichenheit, die unsere Gesellschaft heutzutage interessiert ist, was könnten die anderen denken und hier sieht der wiederherzustellende Ausgleich oftmals in Form einer Diskriminierung aus.

6. Religion und Homosexualität

An dieser Stelle möchte ich mich in erster Linie auf unsere westliche, sprich christliche Religion, berufen.

Im Zusammenhang mit der "j ü disch-christlichen" -Religion wird oft das moralische Erbe angesproche n. Was wohl bedeutet, dass unsere Wertvorstellungen aus der jüdischen und christlichen Religion stammen, und diese Erklärung ist zu einem gewissen Grade richtig. Aber diese beiden Religionen selbst sind, auch wenn wir uns dessen oft nicht bewusst sind, durch viele andere alte Glaubensvorstellungen mitgeprägt. Direkt oder indirekt sind unsere Einstellungen durch unter anderem nahöstliche Mythen, griechische Philosophie, römische Gesetze und germanische Gebäude beeinflusst.41 Selbst wenn wir uns nur mit der christlichen Tradition beschäftigen, stellen wir fest, dass sie zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich angelegt wurde. So beweisen historische Untersuchungen zum Beispiel, dass die Einstellung des Christentums gegenüber Sexualität im Laufe der Jahrhunderte sehr unterschiedlich war und dass diese Unterschiede keineswegs so leicht zu erklären sind. Dennoch lässt sich sagen, dass die jüdisch-christliche Doktrin lange Zeit unser Leben beherrscht hat, und dass viele ihrer Anschauungen willkürlich und engstirnig waren. Fast immer haben Juden und Christen geglaubt, der einzige Zweck der Sexualität sei die Fortpflanzung.a/ b

Da die Religion die Sexualität lediglich auf die Fortpflanzung und damit auf das Weiterbestehen der Menschheit reduziert, und wie wir auch wissen, Masturbation beziehungsweise Onanie ablehnt, ist es nicht verwunderlich, dass die Homosexualität in der Religion nicht akzeptiert ist.

Daher spielen die grossen Religionen, auch unsere, noch immer eine entschiedene Rolle in unsere Einstellung zur Sexualität. Solange wir vorsichtig und zurückhaltend bleiben, kann unser Glaube uns Kraft geben und uns zeigen, was für uns und unseren Nächsten "gut" ist. Die Religion wird uns sicher keine fertigen Lösungen aller moralischer Probleme bieten können, doch sie dient noch immer, wenn auch längst nicht mehr in ihrem ursprünglichen Ausmasse, als Richtlinie.

7. Das menschliche Sexualverhalten

Um auf das Thema "Homosexualit ä t" zu kommen, möchte ich an dieser Stelle erst einmal mit dem Ursprung der sexuellen Orientie rung und dem Verhalten beginnen, um eine Basis zu schaffen, auf der dann aufgebaut werden kann.

Der Begriff "menschliche Sexualität" ist heute verbreitet, wie kaum ein anderer. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser Begriff in seiner heutigen Bedeutung, Wic htigkeit und Geläufigkeit, erst in im zwanzigsten Jahrhundert als Begrifflichkeit in unsrem Sprachgebrauch Platz gefunden und sich gefestigt hat. Und doch ist dieser Begriff an sich, wenn wir doch davon ausgehen, dass auch unsere Vorfahren schon intimen Kontakt hatten, suchten, pflegen und sich auch genossen, diesen nicht nur aus dem Zweck der Fortpflanzung heraus taten, sondern ihn bewusst vollzogen und genossen, so alt ist wie die Menschheit.

Der Grund für die späte Entstehung und Prägung dieses Begriffes lag weniger an der Tatsache, dass die (unsere) Ahnen nicht kreativ in der Wortbildung und - findung waren, sondern eher, dass sie diesem eine andere Bedeutung gaben, was nicht heissen soll, dass Sexualität und Sex an sich weniger wichtig für sie waren, sondern lediglich, dass das Verlangen, sich zu berühren, zu spüren und das miteinander schlafen, nicht als Gefühl eines unabhängigen Triebes definiert und so extra benannt wurde. Und so finden wir diesen Begriff weder in der Bibel noch in der klassischen Literatur von Homer bis Dante, auch Shakespeare, Voltaire und Goethe, die ihrer Zeit oftmals - in ihrer Wortwahl und Ausdruck - sogenannte Vorläufer waren und für jene Zeit als provokant galten. Auch das Wort "sexuell", das erst einige hundert Jahre alt ist, erhielt erst im Laufe unsere jüngsten Zeit seine Bedeutung und auch in den einzelnen Unterschiedlichkeiten - wie wir sie heute kennen und definieren. So war mit diesem Begriff lediglich der technische Akt an sich benannt.

Schlägt man in einem Lexikon nach, wird man schnell bemerken, dass neben all den vielen Worten, der Begriff "Sex, sexuell, Sex-Appeal etc." im Vergleich recht jung in seiner Entstehung ist. Dieser Begriff ist das erste Mal im 18. Jahrhundert schriftlich fixiert worden42 Das Eigenschaftswort "sexuell" konnte natürlich nicht nur aus den Hauptwörtern "Sexus" und "Sex" entstanden sein. In der englischen Sprache wurde dies letztere Wort erstmals in einer Übersetzung der lateinischen Bibel aus dem Jahre 1382 verwendet. In dieser Übersetzung, die von dem Reformator John Wiclif veranlasst wurde, befiehlt Gott Noah, zwei Vertreter jeder Tierart in die Arche aufzunehmen: "The maal sex and femaal".43 /a

Wir können den Begriff Sexualverhalten in drei Gruppierungen unterteilen Das Sexualverhalten bezieht sich auf alle Handlungen und Reaktionen, die zu einer Befruchtung führen können. Hierbei handelt es sich wohl um die älteste und sicher auch einfachste Definition dieses Wortes. Diese Erklärung ist bei allen höheren Lebewesen zu beobachten, die sich in männliche und weibliche Gruppen einteilen lassen und sich sexuell fortpflanzen. Hier kann und sollte man auch noch einmal unterscheiden zwischen niedrigen und höheren Lebewesen.

- Die niedrigeren Tiere haben ein durch physiologische Mechanismen festgelegtes und streng kontrolliertes Sexualverhalten. Das heisst mit anderen Worten, dass hier gar nicht der Instinkt wirkt, sondern es sich hierbei um das Ergebnis einer Rückkopplung handelt. Ein aufgebautes oder zusammengesetztes Verhalten wird aktiviert bei bestimmten Voraussetzungen.
- Bei höher ausgebildeten Tieren reichen die angeborenen physiologischen Kontrollen nicht allein aus. Hier kann man sogar von erforderlichen Lernprozessen sprechen, die als notwendig beschrieben werden. Dieses bedeutet, dass diese Tie re oftmals zu beginn ihrer sexuellen Reife noch gar nicht mit dem anderen Geschlecht umzugehen wissen und in ihrer Mechanik eher unbeholfen wirken. Biologen sprechen davon, dass bei diesen Tieren ein gewisses Mass von Übung und Erfahrung notwendig ist.
- Wenn wir hier nochmals die höher entwickelten Säugetieren unterscheiden, dann zwischen den Tieren (höher entwickelte Lebewesen) und dem Menschen (dem höchsten Säugetier und Lebewesen). Hier ist das Verhaltensmuster bei der Sexualität am flexibelsten und damit auch westlich komplexer in seiner Handhabung. Man kann zwar davon ausgehen, dass den Menschen eine grundlegende sexuelle Reaktion eingeboren ist, diese aber nicht unbedingt auf Paarung "programmiert" ist. So kann man zusammenfassend sagen, dass das Verlangen nach Sexualität angeboren ist, aber das Praktizieren auf Beobachtungen und Erfahrungen beruht.44 /a

7.1. Das Geschlecht

Das biologische Geschlecht:

In der Biologie unterscheidet man primär zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Dieses wird auf der Grundlage von fünf körperlichen festgelegten Kriterien festgelegt:

- chromosomales Geschlecht (Chromosomen)
- gonadales Geschlecht (Geschlechts- u. Keimdrüsen)
- hormonales Geschlecht (Hormone)
- innere und
- ä ussere Geschlechtsorgane 45

7.2. Die Geschlechterrolle

Hier unterscheidet man zwischen Maskulinität und Feminität. Sie werden nach festgelegten psychischen Eigenschaften definiert, die bei einem Geschlecht entweder gefördert oder unterdrückt werden.

8. Sexuelle Orientierung

Die sexuelle Orientierung wird primär in Heterosexualität und Homosexualität unterschieden. Die Homosexualität ist wiederum in schwul und lesbisch zu gliedern und dann gibt es noch die Ambisexualität. Diese Orientierung ist nach bestimmten Kriterien festgelegt. So lange es Sexualität gibt, sind immer wieder einige Menschen daran interessiert, diese zu erforschen und in Zahlen zu fassen. Welche Umfrage oder Untersuchung man sich auch an sieht, die Zahlen in Bereich sexueller Orientierung sind von ihrem Bild der Häufigkeit recht ähnlich. So sind eindeutig die meisten Menschen heterosexuell orientiert, eine Minderheit ambisexuell und noch weniger sind homosexuell ausgeprägt.

Damit ist wichtig zu erwähnen, dass nicht nur das biologische Geschlecht, sondern auch die Geschlechterrolle und die sexuelle Orientierung in den verschiedenen Zwischenstufen von Wichtigkeit sind, und dass alle drei Varianten unabhängig von einander agieren und reagieren. Und so lässt sich erklären, warum es neben den "Standardmodell": M ä nnlich-maskulin-heterosexuell und M ä nnlich-feminin-homosexuell es auch M ä nnlichfeminin-heterosexuell und M ä nnlich-maskulin-homosexuell gibt.46

Zur Erklärung:

Männlich-maskulin-heterosexuell

Hier handelt es sich wohl um den typischen Mann. Er hat männliches Geschlecht, nimmt eine maskuline Rolle in der Gesellschaft ein und ist heterosexuell orientiert - hat Frauen als Partner.

Männlich maskulin- homosexuell

Auch hier handelt sich zumindest von der Optik her um einen typischen Mann. Doch er unterscheidet sich neben seinem Geschlecht und der Rolle von seiner sexuellen Orientierung bzw. Partnerwahl.

Männlich-feminin-heterosexuell

Hierbei handelt es sich um einen Mann mit männlichen Genitalien, der eine weibliche Geschlechterrolle annimmt. Würde diese eine Geschlechtsumwandlung vollziehen lassen, um seinem femininen Selbstbild Einklang zu geben und als Sexualpartner Männer wählen, dann wäre er nach der Definition heterosexuell.

Männlich-feminin-homosexuell

Dieser Mann unterscheidet sich lediglich von dem Heterosexuellen, dass er nach seiner Angleichung an dessen femininen Selbstbild weiterhin sexuellen Kontakt zu Frauen sucht. (Die beiden letzten Fälle sind als Extreme zu verstehen)47.

8.1. Sexualverhalten im Jugendalter

Wenn man auch davon ausgeht, dass Kinder bereits vor Eintritt in die Pubertät zu sexuellen Reaktionen fähig sind, so werden sie sich ihrer Sexualität erst nach und nach bewusst, wenn sie sich in der Pubertät befinden. Zusammenfassend kann man sagen, dass die von Kindern spielerischen und ungerichteten sexuellen Aktivitäten ihrer Kindheit zu zielgerichtetem erwachsenem Sexualverhalten wird.48 /a

An dieser Stelle ist wieder zwischen Mädchen und Jungen zu unterscheiden, denn beide nehmen an einem anderen Prozess der sexuellen Entwicklung teil. Doch hier wollen wir uns ja in erster Linie auf Männer, in diesem Fall auf die Jungen konzentrieren.

Was die westliche Bevölkerung im groben von dem Rest der Welt unterscheidet, ist unter anderem die noch immer anhaltende Tabuisierung der Sexualität. Haeberle49 spricht hier sogar von "unglücklicherweise", da so die jungen Leute in ihrer sexuellen Entwicklung gebremst bzw. eingeschränkt werden und so infolge der sozialen und religiösen Tabus es ihnen nicht möglich sei, Geschlechtsverkehr mit einem Partner zu haben. Er setzt fort und spricht von Einschränkung, die kaum über das Petting hinausgeht. Hiermit erklärt er, wodurch die hauptsächliche sexuelle Betätigung für die Heranwachsenden die Masturbation sei. Laut ihm kann es bei Jungen, die auf dem Land aufwachsen, auch zu sexuellen Kontakten mit Tieren (Sodomie) kommen.50 /a /b

Studien haben immer wieder ergeben, dass die sexuelle Aktivität bei heranwachsenden Mädchen weit seltener vorkommt, als bei Jungen.

Im Gegensatz zu Mädchen, haben Jungen oftmals schon recht konkrete sexuelle Vorstellungen und Phantasien. Ihr Interesse beruht aber hauptsächlich in der sexuellen Aktivität selbst, was bedeutet, dass das Verlangen und die Befriedigung zur körperlichen Erfahrung gehören, und dass es nicht unbedingt einen Bezug zu einer Situation oder Person geben muss.

8.2. Sexuelle Selbststimulation

Basierend auf die hormonelle Entwicklung und Veränderung während der Pubertät, nimmt die sexuelle Reaktionsfähigkeit besonders bei den Jungen zu.

Haeberle, wie auch all die anderen Forscher, unterscheiden sich in bezug auf eine Thematik kaum wesentlich in ihren Ergebnissen, nämlich wenn es um die Masturbation im Jugendalter geht. So sind die Zahlen doch recht übereinstimmend. So sagt Haeberle, dass gegenüber den knapp 25 Prozent Mädchen, so gut wie 100 Prozent Jungen stehen, die die Masturbation vollziehen.51 Jedoch gibt es bei den Jungen grosse Unterschiede zwischen der Häufigkeit und der Technik. Benutzen doch die meisten eine oder beide Hände um ihren Penis zu reiben und zu drücken, so gibt es auch Techniken, wo einige ihn an der Matratze reiben, am Bettuch oder an einem Kissen. Doch Selbstbefriedigung kann auch mit Hilfsmittel ausgeübt werden. So versuchen einige das Gefühl des Koitus zu haben und führen ihren Penis in eine weite Flaschenöffnung, eine Papierrolle oder in sonstige Gegenstände. Auch der Versuch seinen Penis in den eigenen Mund zu führen, ist wohl etwas, dass immer wieder und von vielen schon probiert wurde. Tatsächlich aber, schaffen dieses nur knapp 4% aller Männer. Wie man an dieser Auflistung sehen kann, gibt es im Bereich der Phantasie keine Grenzen, jedoch eine Menge basierend auf der Anatomie.52

Obwohl wir doch in dieser ach so modernen und fortschrittlichen Zeit leben, so ist gerade auch die Masturbation ein heikles Thema, welche sicher nicht auf der Diskussionsliste am Essenstisch steht. Bei viele Jungen in der Pubertät ist das moralische Problem besonders gross.

Haeberle ist einer von vielen (modernen) Personen im Bereich der Sexualwissenschaften, die die Masturbation befürworten. Grundlegend kann man sagen, dass die Selbstbefriedigung zur körperlichen Entwicklung gehört. Durch sie und mit ihr wird der Körper, seine Entwicklung und Veränderung erforscht, entdeckt und verstanden. Die Masturbation - und dass ist bewiesen - macht nicht nur Spass, sondern wirkt entlastend, entspannend und regt die Phantasie an. Eigentlich könnte man an dieser Stelle sogar von einer eigen Therapie sprechen, die jeder Psychologe empfehlen kann. Und ein weiterer positiver Aspekt, der sicher eher belanglos scheint, aber doch nicht unerwähnt bleiben sollte, man bzw. die Frau wird nicht schwanger - und Geschlechtskrankheiten kriegt man genauso wenig wie einen krummen Rücken oder dass man frühzeitig vergreist.a/ b/ c/ d/ e

Es gibt keine Argumentation gegen die Masturbation, ausser religiöse. Dass es Jungen gibt, die wie besessen Masturbieren, ist meist in Frustration, Einsamkeit, Langeweile oder Aggression begründet. In diesem Fall kann die Selbstbefriedigung zur Scheinlösung, wie Haeberle sagt,53 werden.

9. Homosexueller Kontakt

Doch zurück zum eigentlichen Thema.

Es ist weder beunruhigend noch aussergewöhnlich, wenn gerade Jugendliche in ihrer Entwicklung auch sexuellen Kontakt zu Gleichgeschlechtlichen haben. Man kann dieses Verhalten zwar als homosexuell bezeichnen, da es zu sexuellem Kontakt zwischen Gleichgeschlechtlichen kommt, jedoch kann man nicht darauf schliessen, dass die beteiligten Jungen auch homosexuell sind und werden und keinen sexuellen Kontakt mehr zu Mädchen aufnehmen werden bzw. wollen. Haeberle unterscheidet hier zwischen homosexuell sein und sich homosexuell verhalten. Er schreibt: "[...] Es gibt viele Homosexuelle (das heißt Menschen, die sich hauptsächlich in Partner gleichen Geschlechts verlieben), die nie irgendeinen sexuellen Kontakt haben".54

Doch wie schon zur Pubertät gibt es das auch im erwachsenen Alter, dass homosexuelle Handlungen nicht unbedingt bedeuten müssen, dass diese Personen auch homosexuell sind. Es gibt auch Gründe bzw. Örtlichkeiten, in denen der homosexuelle Kontakt als Alternative zu Heterosexualität als Ausweg gewählt wird, z.B. in Gefängnissen, bei der Armee oder beim CSD.55

Der homosexuelle Kontakt unter Jungen ist oftmals auch so zu begründen: da der Kontakt zu Mädchen gerade in diesem Alter eher eingeschränkt ist, dient in diesem Fall der homosexuelle Kontakt zu sexuellen Stimulation, so ist dieser doch eher zeitlich begrenzt und endet meistens mit der Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht. Es wäre also völlig falsch und unzulänglich, einen Jungen homosexuell zu nennen, nur auf der Tatsache begründet, dass er auch und zu dieser Zeit nur sexuellen Kontakt zu Gleichgeschlechtlichen hat. Im Gegenteil, dieses kann zu ernsthaften und auch zu dauerhaften Schäden der Psyche führen. Neben sozialen Konsequenzen kann dies auch zum Leistungszwang in einer heterosexuellen Beziehung kommen.56 /a /b /c

Aufgrund der herrschenden Angst vor Homosexualität und Sorge davor es selbst zu sein oder zu werden oder als solcher benannt zu werden, ist das körperliche Agieren in der westliche n Welt zwischen Männern gehemmt und stark reserviert, da körperliche Berührungen zwischen Männern als unmännlich oder homosexuell bezeichnet werden. In den östlichen Kulturen ist es hingegen ein Zeichen für Freundschaft. Dort ist "Händchenhalten", Umarmen und Küssen eine eher normale Sache.

Vielleicht ist dieses der Grund, dass viele Jungen in ihrer sexuelle Entwicklung so streng zu sich selbst sind und ihre eigene Entwicklung - nicht nur von den Eltern - so stark beäugen. Sollte doch diese Zeit die schöns te sein, da man sorglos ausprobieren kann, so ist dieser Teil des Lebens oftmals eine Qual, geprägt durch Gewissenskonflikte und Hinterfragungen. Mädchen haben hier den Jungen gegenüber einen grossen Vorteil, da bei ihnen der körperliche Kontakt bei weitem nicht so negativ gewertet wird.

9.1. Formen des Sexualverhaltens

Haeberle sagt: "Man kann menschliches Sexualverhalten auf sehr verschiedene Weise klassifizieren. Man kann zum Beispiel eine bestimmte Art sexueller Aktivität als Standard oder Norm definieren und alle anderen Arten dann als "Varianten" oder "Abweichungen" bezeichnen[...]".57

Gerade im Bereich Sexualität gibt es konträre Meinungen und Auffassungen. Theologen, Gesetzgeber und Ärzte haben oftmals unterschiedliche Vorstellungen, was gut und was schlecht ist oder zu sein hat. So kann man nicht davon ausgehen, dass alles was moralisch vereinbar ist, auch legal und gesund ist, und dass nicht eine sexuelle Abweichung gleich ein Verbrechen ist.58 /a Aus diesem Grund heraus sollte es unser Bestreben sein, eine neutrale Ebene zu finden, die es uns ermöglicht, wertungsfrei mit Sexualität und allem was damit zusammenhängt, umzugehen. Haeberle schlägt an dieser Stelle vor, dass man gegebenenfalls das Sexualverhalten dahin einteilt, auf was es sich bezieht - in welche Richtung es tangiert und auf welches Objekt/Subjekt es sich konzentriert. Dieses würde bedeuten, dass man erst einmal berücksichtigt, ob eine einzelne Person dieses ausführt oder ob mehrere involviert sind. Ein solcher Kontakt wiederum kann mit einer weiteren Person, mit mehren oder gar mit einem Tier stattfinden.

Wir würden dann auf vier Grundformen, wie Haeberle sie nennt, kommen:

1. Sexuelle Selbststimulation
2. Heterosexueller Geschlechtsverkehr
3. Homosexueller Geschlechtsverkehr
4. Sexueller Kontakt mit Tieren59

Haeberle setzt fort, dass sich diese Einteilung lediglich auf die Unterscheidungen der verschiedenen Formen bezieht und nicht auf die einzelnen Arten, so dass eine Person wohl auch alle vier Formen ausüben könnte.

Die moderne Sexualforschung hat gezeigt, dass das menschliche Sexualverhalten nicht von einem bestimmten und unbeirrbaren biologischen Instinkt geleitet wird, sondern in hohem Masse sozialen Einflüssen und Lernprozessen unterliegt. Ausserdem haben historische und anthropologische Studien ergeben, dass unterschiedliche Gesellschaftsformen ihre Mitglieder in dieser Hinsicht ganz unterschiedlich prägen. Insgesamt ist man heute deshalb der Ansicht, dass Menschen ihre sexuellen Objekte nach den jeweiligen Umständen auswählen und ihr sexuelles Verhalten ein Ergebnis ihrer individuellen Lernerfahrungen ist.60 a/ b

Es ist sicher unumstritten, dass die meisten Gesellschaften eine ganz bestimmte Objektwahl gegenüber den anderen vorziehen: die des anderen Geschlechts. So ist die heterosexuelle Beziehung wohl die weit verbreitetste Form der Sexualität. Möge der Grund wohl offensichtlich sein, schliesslich sind immer noch Mann und Frau notwendig um sich fortzupflanzen. So kann man sich an dieser Stelle fragen, ob ein Land, eine Regierung die Masturbation fördert, Homosexualität befürwortet und den sexuellen Kontakt zwischen Menschen und Tieren duldet, nicht ihr eigenes Überleben gefährdet. Obwohl, würden wir an dieser Stelle ansetzen und diesen Gedanken fortsetzen, könnte ein Land, dass mit Übervölkerung zu kämpfen hat nicht einfach die sexuellen Gewohnheiten seiner Bürger ändern.

10. Homosexueller Geschlechtsverkehr

So lange es Menschen gibt, gab es auch schon immer die Möglichkeit neben dem Geschlechtsverkehr mit dem anderen Geschlecht auch die Variante sexuellen Verkehr mit dem selben zu haben. Kommen doch diese Begriffe wie "hetero-" und "homo-" aus dem griechischen und bedeuten nichts anderes als "anders-" und "gleich-".61 /a

Wie schon erwähnt, ist die Kontaktaufnahme zum eigenen Geschlecht bei Kindern eher häufig und bei Heranwachsenden nichts Ungewöhnliches. Und so dienen diese homosexuellen Erfahrungen nur dem eigenen Kennenlernen, wo heterosexuelle Spiele sehr unterbunden werden und den homosexuellen Aktivitäten kaum Bedeutung geschenkt wird. Das die homosexuellen Aktivitäten mit der Pubertät immer mehr in den Hintergrund geraten, liegt sicher auch daran, dass das Interesse und die Neugier für das andere Geschlecht verstärkt und in den Vordergrund rücken, doch auch, da jeder Versuch in Richtung Homosexualität, wenn auch nicht immer laut ausgesprochen, verpönt und verurteilt wird. In ihren beiden Studien haben Kinsey und seine Mitarbeiter zur Klärung des Sachverhaltes eine sehr praktische Methode benutzt. Sie erfanden eine siebenteilige Skala,62 /a die das Verhältnis von heterosexuellem zu homosexuellem Verhalten in der Bevölkerung insgesamt messen sollte. Am einen Ende der Skala (Kategorie 0) wurden Menschen eingeordnet, die ausschliesslich heterosexuelle Erfahrungen hatten, am anderen Ende (Kategorie 6) wurden jene Personen eingeordnet, die hauptsächlich homosexuelle Erfahrungen sammelten. Zwischen diesen beiden Extremen lagen Menschen, sie sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Erfahrungen hatten (Kategorie 1-5). An sich war dieses wenig revolutionär, wusste man doch schon immer, dass es die einen und die anderen gab. Doch ging man bisher davon aus, dass es sich bei den Homosexuellen lediglich um eine kleine Minderheit handelte, die einer eher unnatürlichen Neigung nachgingen, so brachte Kinsey den Beweis für einen Irrtum.63 Sein Ergebnis war damit revolutionär und stiess - sicher nachvollziehbar - auf kritische Meinungen. So zeigte seine Untersuchung, dass 50 Prozent aller Männer und 20 Prozent der Frauen, bevor sie das mittlere Lebensalter erreichten, in irgendeiner Form homosexuellen Kontakt hatten. 37 Prozent der Männer und 13 Prozent Frauen hatten zumindest einen homosexuellen Kontakt, der zum Orgasmus führte, nach der Pubertät. Nach Kinseys Feststellungen verhalten sich darüber hinaus 4% aller Männer und ca. 2% aller Frauen in erster Linie so, dass sie als Homosexuell zu bezeichnen sind. Diese Ergebnisse stiessen auf grossen Widerstand und wurden von einer beträchtlichen Anzahl Wissenschaftler und Forscher nicht akzeptiert. Man kann wohl davon ausgehen, würde man eine solche Umfrage zur gegenwärtigen Zeit durchführen, dass sich die Prozentzahl der ausschliesslich homosexuell Agierenden sicher erhöht hätte.64

Es bleibt die Tatsache bestehen, dass unsere (vorwiegend) westliche Gesellschaft Menschen in Heterosexuelle oder Homosexuelle einteilt. Von den Fachleuten längst erkannt, ist diese Bezeichnung oftmals unkorrekt und fordert weitere Untergliederungen, schliesslich ist die Welt ja auch nicht nur Schwarz und Weiss. Ich möchte aber noch darauf hinweisen, dass bei dem Wort "Erlebnis" wie es Kinsey und seine Mitarbeiter formulierten, nicht ausschliesslich um die Vollziehung von sexuellem Kontakt geht, sondern auch um die psychische Reaktion.

Was mit anderen Worten heisst: Dass ein Mann dessen augenscheinliche sexuelle Aktivität ausschliesslich heterosexuell ist, möglicherweise dennoch als homosexuell zu bezeichnen ist, wenn er psychisch weit häufiger und intensiver auf Männer als auf Frauen reagiert.65

Suchen wir auch nach jemanden, der überhaupt nicht sexuell aktiv ist, so spricht man hier auch von "latenter Homosexualität" (von lat. latere: verborgen sein).66 Leider ist dieser Begriff in seiner Bedeutung oftmals falsch verwendet worden, so dass er doch eher den unerfüllten und geheimen Wunsch zum Ausdruck bringt, oder dazu benutzt wird, unbewusste, nicht erkannte homosexuelle Neigungen zu bezeichnen. Was natürlich unsinnig ist, da diese Neigung an sich sicher bei jedem Menschen zu finden ist, wodurch diese Bezeichnung so bedeutungslos wie sinnlos ist, als würden wir von latenten Vielfrässern und Schwarzfahrern sprechen. Suchten wir nach präziseren Benennungen, so müssten wir uns vor Augen halten, dass die geläufigen Begrifflichkeiten zwar unpräzise sind, aber auch ihre Vorteile mit sic h bringen, sind sie auch nur darin basierend, dass sie bestimmte Auseinandersetzungen vereinfachen. Haeberle beschreibt dieses in einem Satz: "[...] solange ihr willkürlicher Charakter verstanden wird, kann die traditionelle Terminologie einige nützliche Zwecke erfüllen."67

Fachleute im Bereich Sexualwissenschaften und Sexualmedizin schlagen folgende Gruppierungen vor:

- Das Wort heterosexuell soll Menschen bezeichnen, die eine klare erotische Vorliebe für das andere Geschlecht habenI.
- Das Wort homosexuell soll Menschen bezeichnen, die eine klare erotische Vorliebe für das eigene Geschlecht habenII.
- Das Wort ambisexuell (oder im Volksmund bisexuell) soll Menschen bezeichnen, die erotisches Interesse an beiden Geschlechtern haben.III

Hier werden die Unterschiede recht deutlich und man erkennt, dass sich die dritte Kategorie doch mit der ersten und zweiten ähnelt bzw. sie sich mit ihnen überschneidet.68 /a Das heisst, dass die Bezeichnung "ambisexuell" (von lat. ambo: beide)69 sich auf Heterosexuelle wie auch auf Homosexuelle beziehen lässt.

An dieser Stelle möchte ich nochmals betonen ins Gedächtnis zurückrufen, dass Homosexualität eine sexuelle Neigung ist.

Man kann davon ausgehen, dass selbst in unserer westlichen Zivilisation die Abgrenzungen zwischen Homosexualität und Heterosexualität nicht immer so grob und deutlich waren wie sie es heute zum Teil stark und - in manchen Gegenden - noch stärker sind. In der griechischen Antike wurde sogar der homosexuelle Kontakt zwischen Männern als etwas ganz "normales" bezeichnet und gehörte zum (männlichen) Geschlechtsverhalten dazu - zumindest wurde dieses nicht als Hinderungsgrund oder Einschränkung gegenüber der Ehe gesehen. Interessant ist hier vor allem, dass diese sexuelle Aktivität einfach nur ein Bestandteil der Heterosexualität war, dass man sie gar nicht extra bezeichnete. Statt dessen sprach man hier von Päderastie (wörtl.: Knabenliebe; von griech. pais: der Knabe, und griech. erast é s: der Liebhaber)70 Nach unserer Definition wissen wir jetzt auch, dass es das Wort (in diesem beschriebenen Fall) homosexuell nicht hätte geben brauchen, da es nicht wirklich das Verhalten bezeichnet hätte. Hier würde, müssten wir dieses benennen, die Ambisexualität gelten.

Ich persönlich gehe davon aus und stosse hier auf Beistand, dass ohne unsere repressive Erziehung, den psychischen Druck und all die gesellschaftlichen Normen und Sanktionen die Menschen sicher zu sexuellen Reaktionen gegenüber beiden Geschlechtern fähig wären. Womit ich nicht wie Freud behaupten möchte, dass alle Menschen bisexuell wären. Und so schliesse ich mich Haeberle an, der behauptet, dass Frauen wie Männer, die sich ihrer homosexuellen Neigungen gar nicht bewusst sind, lediglich die Produkte und Ergebnisse ihrer Erziehung sind. Was natürlich - wie schon erwähnt - nicht bedeuten soll, dass in einer idealen Welt mit offener und freier Erziehung alle Menschen ambisexuell wären. Zumal davon auszugehen ist, dass sich eine sexuelle Neigung ohnehin irgendwann herauskristallisiert - besser wäre es auf jeden Fall. Darüber hinaus, wie auch schon erwähnt, ist anzunehmen, dass die meisten Frauen und Männer sich ohnehin in Richtung Heterosexualität entwickeln würden. Was keinesfalls bedauernswert ist, vielmehr zu bemängeln ist hier, dass die meisten Menschen sich ihres eigenen ursprünglichen Potentials nicht bewusst sind und sich dennoch als den einzig richtigen Massstab ihren Mitmenschen gegenüber präsentieren. Und noch viel bedauernswerter - sicher auch aus eigener Erfahrung gesprochen - ist die Tatsache, dass die Engstirnigkeit einiger Menschen und ihrer oft in allen Übermassen ausgebildeten Intoleranz, und mit diesem so sehr einseitig geprägtem Verhalten basierend auf Unsicherheit und Unwissenheit, verletzend und persönlichkeitseinschränkend für alle die "anders" sind wirkt.

10.1. Variationen von homosexuellem Geschlechtsverkehr

Im folgenden Abschnitt werde ich die verschiedenen Arten des homosexuellen Geschlechtsverkehrs kurz darstellen. Das Wort "Geschlechtsverkehr" wird hier nat ü rlich im selben Sinn gebraucht, wie bei den Heterosexuellen. Schliesslich kann man davon ausgehen, wenn es auch einige Unterschiede gibt, die lediglich auf der Anatomie basieren, dass die sexuellen Techniken an sich gleich sind. So kann man sagen, wenn ein Heterosexueller einen Homosexuellen fragt, "Wie macht ihr das überhaupt miteinander?", dass dieser Person wohl in ihrer eigenen heterosexuellen Beziehung die Phantasie fehlt. Diese Beschränktheit beweist einmal mehr, wie sehr Menschen das erotischen Potential ihres Körpers mit Füssen treten.

1.1. Manueller Verkehr

Vom "manuellen Verkehr" spricht man, wenn der sexuelle Kontakt zwischen den Geschlechtsorganen einer Person und der Hand oder den H ä nden einer anderen stattfindet.

Dieses ist sicher die am häufigsten angewandte Sexualtechnik gerade im Zeitalter von AIDS. Auch der manuelle Verkehr kann sehr stimulierend sein und ist in seiner Variation unausschöpflich. Ein weiterer Vorteil liegt in seiner Handhabung, die nicht nur flexibel ist, sondern auch noch viel Spontaneität zu lässt und in seiner Vollziehung - auch örtlich betrachtet - kaum eine Grenze hat. Er dient aber auch vorwiegend, wie auch bei den Heterosexuellen, als Ergänzung oder zur Überbrückung bei Stellungswechseln. Männer, die sich gegenseitig masturbieren, empfinden es meist als angenehm, Speichel oder auch Gleitcreme auf dem Penis aufzutragen. Dieses dient vor allem um eine Überreizung vorzubeugen.71 /a

1.2. Oralverkehr

"Oralverkehr" ist definiert als sexuelle Handlung mit dem Mund, wobei hier der Kontakt zwischen dem Geschlechtsorgan des einen und dem Mund des anderen stattfindet.

Da die Geschlechtsorgane und der Mund zu den sensibelsten Stellen des Körpers zählen, ist hier eine Befriedigung wohl auch am einfachsten. Beim Oralverkehr gibt es einige Variationen, die ich noch kurz vorstellen werde (- hier gibt es keine Unterscheide zu den Heterosexuellen).72 /a

10.3.1. Fellatio

Grob und auch einfach gesagt, steht Fellatio (von lat. fellare: saugen) für Lecken, Saugen und Lutschen an dem männlichen Genitalien. (bei dem weiblichen Genitalien, würde man an dieser Stelle von "Cunniligus" sprechen (von lat. cunnus: die Vulva; und lat. linguere: lecken).) Männer die miteinander schlafen, können natürlich auch Fellatio betreiben. Hier gibt es die sogenannten aktiven (saugenden) und passiven (stillhaltenden), wobei die meisten sich eher in der Mitte ansiedeln. So gibt es gerade bei dem Oralverkehr die Möglichkeit sich zur selben Zeit gegenseitig zu stimulieren oder einfach zurücklehnen und zu geniessen.

Oftmals wird der orale Verkehr als Einstieg genommen, bevor man z.B. Geschlechtsverkehr hat. Oft finden gerade männliche Heterosexuelle diesen Teil als besonders abstossend, so kann man darauf hinweisen, dass auch Männer (unabhängig von ihrer Orientierung) Gefallen an dem Geschmack der warmen Samenflüssigkeit haben können.73 /a

10.3.2. #69

Hierbei handelt es sich wohl sicher um eine der bekanntesten Nummern. Wie schon erwähnt, besteht wohl nur beim Oralverkehr die Möglichkeit, dass sich zwei Männer gleichzeitig stimulieren, wenn man von einigen Extremsportlern absieht. Die Stellung "69" hat ihren Namen von der Position, die beide Personen zu einander einnehmen. Auch hier kann man variieren und für die weniger erprobten oder schon geschwächten Sexualpartner gibt es die Möglichkeit sich dabei bequem auf die Seite zu legen. Diese Stellung ist sicher für Homosexuelle wie für Heterosexuelle, ob zwischen zwei Frauen oder zwei Männern immer gleich befriedigend und in allen Massen angenehm, vorausgesetzt man mag Oralverkehr praktizieren. Kann man auch durch diese Stellung zum Orgasmus kommen, so sei erwähnt, dass sie von vielen gar nicht so gern ausgeübt wird, da man sich nicht wirklich fallen lassen kann und das Genießen auch angeblich eingeschränkt ist. Klar sollte einem nur beim Praktizieren sein, dass spontane Erregungsausbrüche vorsichtig zu handhaben sind, da ein wenn auch ungewolltes Zusammenbeißen der Zähne in Ekstase für den anderen unschön werden kann.74

1.3. Genitalverkehr

(bei den Heterosexuellen spricht man hier auch von Vaginalverkehr)

Der "Genitalverkehr" ist definiert als sexueller Kontakt zwischen den Geschlechtsorganen zweier Menschen.

Wir können natürlich davon ausgehen, dass der Geschlechtsverkehr bei

Gleichgeschlechtlichen allein aus anatomischen Gründen anders ist als der zwischen Mann und Frau. So wird er, wenn auch oft andere Formen des Verkehrs vorgezogen werden, praktiziert.75 /a

10.4.1. Apposition der Geschlechtsorgane

Bei Männer gibt es da die Variation der Apposition der Geschlechtsorgane (Frauen hingegen, können ausserdem noch den Simulierten Koitus praktizieren) Bei der Apposition umarmen sich die beiden Partner engumschlungen, um so einen direkten Kontakt ihrer Genitalien zu bekommen. Bei Rhythmischen Beckenbewegungen kann es so zu einen intensiven Stimulation kommen. Männer, die ihre Geschlechtsorgane auf diese Weise zusammenbringen, finden es oftmals angenehmer ein Gleitmittel zu benutzen. Hier gibt es aber auch noch die Möglichkeit, die sich dann mit dem Manuellen Verkehr überschneidet, wenn ein Partner den eigenen Penis und den des Partners in die Hand nimmt, um so beide bis zum Orgasmus zu masturbieren.76

1.4. Analverkehr

Der "Analverkehr" ist definiert als sexueller Kontakt zwischen den Geschlechtsorganen eines Menschen und dem Anus des anderen.

Hierbei handelt es sich um eine sehr sensible und leicht verletzbare Stelle des Körpers, die so eine sehr erogene Zone darstellt. Sie bereitet Männern wie auch Frauen Genuss, wenn sie während des Verkehrs stimuliert wird. Viele Menschen führen sich während der Masturbation einen Finger oder sonstigen zylindrischen Gegenstand in den Anus ein, da dies den Lustgewinn erhöht.

Ein Mann kann ohne größere Schwierigkeiten seinen Penis in den Anus des Partners einführen, allerdings sollte er, und meistens ist es auch notwendig, ein Gleitmittel zur Unterstützung benutzen, da der Anus nicht wie die Vagina ein Sekret bildet. Hierbei ist darauf zu achten, dass beim Einführen des Penis` der Partner unverkrampft ist und sich nicht bewegt, da der Schliessmuskel sich völlig entspannen muss, um Verletzungen vorzubeugen. Viele Männer mögen es, wenn ihr eigener Penis masturbiert wird, während der Partner in ihrem Rektum ist.77

Beim Analverkehr gibt es ähnlich wie beim Vaginalverkehr unzählige Stellungen und Möglichkeiten, die es erlauben auf dem Rücken, auf dem Bauch oder auch auf der Seite zu liegen. Es gibt aber auch viele Homosexuelle, die den Analverkehr völlig ablehnen. Hier gibt es die Möglichkeit, den Penis des Partners zwischen den Gesäßbacken des anderen bis zum Orgasmus zu reiben.

Auch hier gibt es ähnlich wie beim Oralverkehr die Rolle des Passiven und des Aktiven. Doch dieses hat nichts, wie es gerne von Heterosexuellen ausgedacht wird, mit weiblicher und männliche Rolle unter Gleichgeschlechtlichen zu tun - dieses ist wohl eines der typ ischsten Vorurteile der Heteros. In Wirklichkeit hat Aktivität oder Passivität weder mit dem biologischen Geschlecht noch mit sexueller Orientierung zu tun. So wechseln die meisten Homosexuellen, die Analverkehr ausüben, ganz frei von der einen zur anderen Rolle über, ohne in Verwirrung hinsichtlich ihrer sexuellen Identität zu geraten.

Hier sollte auch die Variation angesprochen werden sich längliche Gegenständen einzuführen. Hier spricht man auch vom sogenannten "Fistfucking". Welches aber unter ungünstigen Umständen zu schweren Verletzungen führen kann. Während der Analverkehr auf herkömmlichem Wege kaum Gefahren mit sich bringt, kann es beim Fistfucking zu lebenslangen Komplikationen kommen.78 /a

11. Die "Schwulen Elite"

Habe ich doch erst gezögert, diesen Absatz so zu benennen, so bin ich doch jetzt davon überzeugt, dass dieses wohl am zutreffendsten sei. Vergleicht man die Zahlen, die die Koblenzer Werbeagentur Remy & Marcuse in zwei Berliner Schwulen Magazinen "Magnus" und "Männer Aktuell" durchführen liess, dann wird einem schnell deutlich, warum man hier von einer "Elite" sprechen kann.79

Nach großzügigen Schätzungen der Bundesregierung gibt es in der Deutschen Bundesrepublik bis zu vier Millionen Homosexuelle, was ca. 16,5 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmacht, die ausschliesslich sexuellen Kontakt zu Gleichgeschlechtlichen haben. Mag diese Zahl auch im Vergleich zu der Bevölkerungszahl, die knapp 80 Millionen (Stand 1999) beinhaltet, nur eine kleine Minderheit darstellen, so geht doch von ihr ein nicht zu unterschätzender Einfluss aus. In dieser Befragung wurden 2000 Personen zu verschiedenen Themen wie Ausbildung, Karriere, Beruf, Gewalt etc. befragt. Man kann sagen, dass diese Minderheit demnach überdurchschnittlich gebildet, wohlhabend und kons umfreudig ist. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies:

Von diesen 16,2 Prozent der Bevölkerung verfügen 61,3 Prozent über ein Nettoeinkommen von DM 3000.- und mehr. 31,3 Prozent von den deutschen Schwulen haben die Hochschulreife erlangt. Längst ist von der Politik und der Industrie erkannt, dass die Homosexuellen ein wesentlich luxuriöseres Freizeitverhalten haben als gleichaltrige Heterosexuelle.80 Eine weitere Untersuchung, die im Internet vom Marktforschungsinsitut psyma online research GmbH durchgeführt wurde, zeigte ähnliches. Hier wurden durch das Zufallsprinzip 1.154 Personen befragt. Ergebnis: Schwule sind im Vergleich zu ihren heterosexuellen Vergleichspersonen kauffreudiger.81 /a

12. Einschränkungen für Homos

Ist die Welt in der wir leben doch so modern und fortschrittlich, so gibt es doch immer noch Dinge und Bereiche, die nicht allen angeboten werden, offenstehen oder es erlauben eine eigene Entscheidung und Wahl zu treffen. So wird auch heute noch im ausgehenden 21. Jahrhundert differenziert.

12.1. Rechtslage §

Wie schon erwähnt, kam es in den 60er Jahren zu einem gewaltigen und anhaltenden Umbruch in der Gesellschaft. Es entstanden Vereinigungen, Vereine und Verbände, die sich öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung bekannten und sich für ihre Interessen laut- öffentlich einsetzten und stark machten.

In dieser Zeit kämpfte man gezielt - wie auch noch heute, abhängig wo, mehr oder weniger stark, gegen die Diskriminierung. An diesem Punkt angekommen, verstanden sich Homosexuelle nicht mehr als Minderheit und Aussenseiter der Gesellschaft, sondern behaupteten und forderten ihre Anerkennung und damit ihre Mitgliedschaft an der Gesellschaft. Es ging in erster Linie um die "Selbstverständlichkeit" ihrer sexuellen Neigung - um eine Enttabuisierung. Sie wiesen darauf hin, dass Schwulsein keine Krankheit, sondern eine Lebenseinstellung bzw. eine Wahl ist.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Schwulenbewegung neben den vielen Hürden, die auch noch Heute das Homosexuellendasein oftmals einschränken, einen sehr grossen Rückschlag in den 80er Jahren hinzunehmen hatte, die den Fortschritt - in Richtung Homosexualität gleich Normalität, um vieles zurück warf. Die sogenannte AIDS-Hysterie versetzte der Schwulenbewegung einen Dämpfer, der noch zu heutiger Zeit seine Spuren zeichnet. Sind wir auch längst jener Zeit voraus, in der Homosexualität gleich mit psychischer Erkrankung bzw. Krankheit gesetzt wird, so sind wir aber doch noch der Zeit fern, in der diese Sexualität gleich der Heterosexualität gewertet wird.82 /a /b Dieses wird besonders deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, dass heute noch in England der 1988 unter Margret Thatcher eingeführte "Clause 28" Rechtsgültigkeit hat. Hier handelt es ich um ein "Anti-Homoexuellen-Gesetz", welches von Tony Blairs Regierung versucht wurde abzuschaffen, jedoch vom Oberhaus abgelehnt wurde. Diese Klausel besagt, dass es den Gemeinden untersagt ist, homosexuelle Lebensformen als gleich zu werten und dass Homosexualität im Schulunterricht stets mit negativen Worten zu beschreiben ist.83 /a

Wenn man einen bestimmten Artikel in der Sergej liesst, glaubt man Italien sei ein Spätzügler. Erst jetzt im Jahr 2000 dürfen homosexuelle Italiener Blut spenden. Dieses war das Ergebnis eines Treffens in Rom zwischen dem Gesundheitsminister Umberto Veronesi und einer Kommision des Ministerium für Gleichberechtigung. Das bedeutet, ab sofort gilt Homosexualität nicht mehr als Krankheit. Doch das Erschreckende daran ist, dass Italien mit dieser Entscheidung nicht hintendran hängt, sondern Vorläufer ist. Tatsache ist, dass in Deutschland Homosexuellen das Spenden von Blut und Blutplasma untersagt ist, wenn sie sich als solche zuerkennen geben.84 /a

12.2. Gesetzgebung im Vergleich

Sexualgesetzgebung in einigen ausgewählten Ländern - spezial bezogen auf Homosexualität

An dieser Stelle werde ich einige Sexualgesetzgebungen speziell bezogen auf Homosexualität bei einigen ausgewählten Ländern vorstellen. Die juristische Einstellung gegenüber sexuell abweichendem Verhalten war in Europa und Nordamerika immer besonders streng. Dies wird deutlich, wenn man sie mit der Sexualgesetzgebung anderer Gesellschaften vergleicht, die meist wesentlich toleranter sind. Einige dieser Länder haben seit Hunderten von Jahren nur eine sehr begrenzte Sexualgesetzgebung, und sie wissen heute wohl, was praktikabel ist und was nicht. Ohne Bezug auf diese Gesellschaften bleibt die Diskussion in Europa und in den USA, selbst unter Juristen, zum grossen Teil provinziell, so als könne man aus den Erfahrungen anderer nichts lernen.

12.2.1. Die Rechtslage in den Vereinigten Staaten von Amerika

Hier sei zu erwähnen, dass die Vereinigten Staaten aus 50 Staaten bestehen, die alle eine unabhängige Gesetzeslage haben und durchführen. Somit hat jeder Bundessaat der USA im Hinblick auf das Sexualverhalten seiner Bürger seine eigenen Gesetze. Diese Gesetze weisen einen erstaunlichen Mangel an Übereinstimmung auf, sowohl bezogen auf die Straftaten als auch auf das Strafmass. Bestimmte sexuelle Handlungen können zum Beispiel in einem Staat eine lebenslängliche Gefängnisstrafe nach ich ziehen, während sie in einem anderen Staat überhaupt nicht strafbar sind.

Allgemein lässt ich zu den USA sagen, dass die amerikanische Sexualgesetzgebung noch stark das puritanische Erbe reflektiert und sich überhaupt auf englische Rechtsvorbilder stützt. Eine Ausnahme sind die Bundesstaaten Hawaii und Kalifornien, die ihr Strafrecht reformierten. Dort ist mit Ausnahme von Prostitution praktisch jedes private und einvernehmliche Sexualverhalten unter Erwachsenen straffrei.85 /a /b

12.2.2. Die Rechtslage in der Sowjetunion

Bei der Sowjetunion ist es relativ schwierig die Gesetzeslage im speziellen zum Sexualverhalten zusammenzufassen. Wie bei den USA, haben auch hier die einzelnen Sowjetrepubliken ihre eigenen Gesetze, die sich besonders im Bereich Sexualität von einander differenzieren. Hier soll noch erwähnt werden, dass es in der Sowjetunion es ein Alternativverfahren zur Verhaftung und Verurteilung gibt. Es wird "zur Vernunft gebracht" genannt. Hier wird "sexuell Abweichenden" ins Gewissen geredet.

Homosexuelle Handlungen zwischen Männern gelten in der Sowjetunion als schwere Straftat, die mit Gefängnis bis zu sechs Jahren bestraft werden kann. (Das zaristische Gesetz gegen Homosexualität unter Männern war nach der Revolution abgeschafft worden, es wurde jedoch im Jahre 1934 wieder eingeführt. Dieses Gesetz bezieht sich allerdings nur auf homosexuelle Handlungen unter Männern.)86

12.2.3. Die Rechtslage in den skandinavischen Ländern

Hierzu gehören Norwegen, Dänemark und Schweden, die ihre Gesetzgebungen miteinander koordinieren. Deshalb haben diese drei Länder auch ähnliche Ansichten darüber, welche sexuellen Handlungen als kriminell anzusehen sind.

Verglichen wir dieses zum Beispiel mit den USA, ist die gesetzliche Kontrolle des Sexualverhaltens eher zurückhaltend.

Homosexuelle Handlungen sind unter Erwachsenen und sofern sie sich einvernehmlich gestalten, nicht strafbar. (Demgegenüber sind homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen unter 16 Jahren in Norwegen, unter 15 Jahren in Schweden und Dänemark strafbar.)87

12.2.4. Die Rechtslage in Japan

Im 19. Jahrhundert öffnete sich das bis dahin isolierte Japan westlichen Einflüssen und erlebte im Gefolge der sogenannten Meiji-Restauration grundlegende politische und soziale Veränderungen. Bis zu dieser Zeit gab es vergleichsweise wenige und milde Sexualstrafgesetze.

Man brauchte sich homosexueller Beziehungen nicht zu schämen, sondern sie wurden - ähnlich wie im alten Griechenland - von der Gesellschaft anerkannt. Unter dem Einfluss der westlichen Welt wurden die sexuellen Freiheiten der Japaner zunehmend eingeschränkt, was sich auch auf deren Gesetzgebung ausgewirkt hat. Wenngleich die Japaner insgesamt betrachtet immer noch weniger repressiv sind, so teilen sie doch bestimmte negative westliche Auffassungen über die Sexualität. Es gibt keine Gesetze gegen homosexuelles Verhalten.88

12.3. Die Rechtslage in Deutschland

Die Sexualgesetze in der Bundesrepublik Deutschland sind ähnlich denen der Schweiz und Österreich. (In der Schweiz und Österreich gibt es noch heute den Abschnitt "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung". Diese Bezeichnung deutete auf einen wesentlichen Schwerpunkt der neuesten bundesdeutschen Sexualgesetzgebung hin: sexuelles Verhalten ist dann strafbar, wenn es die persönliche Freiheit und die Gesundheit von Menschen in Ausdruck und Entwicklung verletzt. Die sexuelle Selbstbestimmung liefert jedoch nur einen einzelnen Aspekt des Sexualstrafrechts. Andere geschützte Rechtsgüter sind - mit vermutlich gleichbedeutender normativer Kraft - Ehe und Familie und damit die geltende Sexualverfassung.

Das Sexualstrafrecht der Bundesrepublik hat 1969 mit Abschaffung des Strafbestandes des Ehebruches, der Unzucht mit Tieren, die Erschleichung ausserehelichen Beischlafs und der Homosexualität zwischen Erwachsenen (in Österreich seit 1971, in der Schweiz seit 1943) eine entscheidende Veränderung erfahren. Seit der Strafrechtsreform des Jahres 1973 gelten insgesamt neu erarbeitete Strafvorschriften.89 /a /b

12.3.1. Das geltende Sexualstrafrecht in der BRD

Hier noch eine ganz präzise Darstellung der Rechtslage der Bundesrepublik Deutschland (dem Gesamtdeutschland)in Bezug auf Homosexualität.

Strafbar sind sexuelle Handlungen eines Mannes über 18 Jahren mit einem Mann unter 18 Jahren (das gilt auch in Österreich, in der Schweiz liegt die Altersgrenze bei 20 Jahren), das Gericht kann von einer Strafe absehen, wenn der "Täter" noch nicht 21 Jahre alt ist oder das unrecht der Tat unter Berücksichtigung des Verhaltens des "Opfers" (z.B. männliche Prostituierte) gering ist.

Die Altersgrenze für homosexuelle Handlungen unter Männer von 18 Jahren - das Strafmass beträgt eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe - steht in deutschem Gegensatz zu den entsprechenden Bestimmungen für heterosexuelle Handlungen. Die Altersgrenze für Mädchen ist 16 Jahre.90 /a /b

13. Homosexualität und Gesellschaft

13.1. Das homosexuelle "Coming-Out"

Schon 1980 wurde die Streichung des §175 StGB gefordert mit der Begründung, dass eine grundlegende Sexualorientierung eines Menschen sich lange vor dem Erreichen des gegenwärtigen Schutzalters von 18 Jahren entwickelt und eine sogenannte Verführung zu einer dauerhaft homosexuellen Verhaltensprägung aufgrund nichtgewollter, den eigenen Bedür fnissen zuwiderlaufenden Handlung, nicht möglich ist.91

So können wir festhalten, dass es keine dauerhafte Verführung in Richtung Homosexualität gibt, sondern dass das Coming-out für Sich-Bewusstwerden steht. Dieses kann unumstritten ein sehr schmerzvoller und harter Prozess sein, da die betroffene Person sich gegen die Wertvorstellungen und die gesellschaftliche Norm seiner Eltern und Mitmenschen orientiert und sich mit Begriffen von Normalität auseinanderzusetzen hat. So geht man davon aus, je grösser die innere Ablehnung gegen Homosexualität ist, desto schwieriger gestaltet sich das Coming-out.92

13.2. Homosexuelle Lebensformen

Die Lebensumstände homosexueller Männer werden auch zwanzig Jahre nach der Reform des § 175 StGB weitgehend durch Unverständnis und fehlende Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft bestimmt. Im Gegensatz zu den heterosexuellen Mitmenschen können sie in ihrer Lebensgestaltung weder auf gesellschaftlich anerkannte Verhaltensmuster, noch auf kulturell verbürgte Wertorientierungen zurückgreifen.

Glaubt man den verschiedenen Befragungen, so kann man deutlich bei allen erkennen, dass noch heute Homosexuelle (auch in Grossstädten) um Akzeptanz bei Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen kämpfen müssen. Für mich ist auch deutlich zu erkenne n, dass der Rückhalt von Familie und Freunden grossen Einfluss auf die Entwicklung nimmt. So sind die Homosexuellen, deren Familien sich von ihnen distanzieren, weit weniger erfolgreich, zufrieden und glücklich mit ihrem Leben. Es ist auch eine Tendenz zu erkennen, dass jene, die ihre Homosexualität nicht ausleben, kaum einen schwulen Freundeskreis aufbauen konnten und so stark vereinsamen können.93 /a /b

14. Das Wörterbuch zur Sexualität

In diesem Teil werde ich die sexualbezogenen Stichwörter fremdsprachigen Ursprungs auflisten, kurz erläutern und gegebenenfalls mit einer kurzen und präzisen Erläuterung ergänzen, aber auch die kulturgeschichtlichen, psychologischen und gesellschaftlichen Hintergründe darstellen. Hierbei geht es gar nicht so sehr um eine festgelegte Bedeutung, sondern um das Heranführen und Näherbringen.

Aids Abkürzung von engl. Acquired Immuno Deficiency Syndr

drome = Krankheitsbild erworbener Abwehrschwäche

aktiv (lat. ago = handeln, tun): im sexuellen Bereich Bezeichnung dafür, dass jemand eine bestimmte Praktik gerne an

andren ausgeübt.

Aktivität

Algolagnie (griech. á lgos = Schmerz; lagne í a = Wolllust) Geschlechtliche Erregung beim Ertragen oder Zufügen von Schmerzen, bes. an erogenen Zonen. (Dieses ist nicht gleichzustellen mit _ Sadamasochismus, _ Devotion, _ Bondage, _ Flagellantismus oder _ Spanking )

Alloerotismus ( griech. á llos = anderer; é ros =Liebe, Lust) partnerbezogene sexuelle Lust u. Befriedigung. Hier wird von manchen Wissenschaftlern zwischen Homoerotismus u. Heteroerotismus Unterschieden.

Ambisexualität (lat. Vorsilbe ambi - = zu beiden seiten; ringsum, sexus = Geschlecht) oft gleichbedeutend mit _ Bisexualität.

Amor (lat. amor = Liebe) lateinische Bezeichnung für Liebesgott

Analerotik (lat. anus = Ring, After; griech. é ros = Liebe, Lust) geschlechliche Erregung

aktive u. passive _ Stimulation des Afters z.B. durch Analkoitus, _ Anilingus, _ Fistfucking o. _ Spanking.

Analkoitus (lat. anus = Ring, After; coeo = zusammen kommen, sich verein- igen) das Einführen des Penis in den Anus des Partners (ggf.nach einer Darmspülung _ Klistier)

Androgene (griech. an é r = Mann, genn á o = hervorbringen) männliche _ Sexualhormonen.

Androgynie (griech. an é r = Mann; gyn é = Frau) Mannweiblichkeit. Ein Mann der weibliche Geschlechtsmerkmale hat.

Andrologie (griech. an é r = Mann; l ó gos = Vernunft) Männerheilkunde

Androphilie (griech. an é r = Mann; phil í a = Neigung) die - sexuelle - Vorliebe eines Jüngeren für "reife" Männer.

Anilingus (lat. anus = After; lingo = lecken) das Lecken des afters, ggf. mit Einführen der Zunge in den After des Partners. Stimulation

Anorgasmie (griech. Vorsilbe an- = un-; org á o = strotzen, schwellen) die gelegentliche bis dauerhafte Unfähigkeit durch Selbstbefriedigung o. Geschlechtsverkehr einen Orgasmus zu erreichen. Impotenz

Anus (lat. anus = Ring) After, die durch die ringförmige inneren und äusseren Schliessmuskel gebildete Darmausmündung. _ erogene Zone, _ Orgasmus

Areola (lat. areola =kleiner Platz)die bräunlich pigmentierte Kreisfläche um die Brustwarze - der Warzenho f. Bei sexueller Stimulation wird dieser -verstärkt durchblutet.

Autoerotik (griech. aut ó s = selbst; é ros = Liebe, Begierde) selbstbezogene Lust und Befriedigung, _ Masturbation, _ Onanie.

Backroom (engl. = Hinterzimmer) abgedunkelter Nebenraum vor allem in Bars für homosexuelle Männer, der von den Be-suchern zur Aufnahme sexueller Kontakte genutzt wird. _ Darkroom.

Bidet (frz.) längliches Sitzwaschbecken für Unterleibs- waschungen und Spülungen. _ Anilingus.

Bisexualität (lat. bi = zweifach; sexus = Geschlecht) auf beide Geschlechter Gerichtete sexuelle Orientierung.

Callboy (engl. Call = Anruf) diese Person wird telefonisch bestellt.

Chaps (engl. Abkürzung zu span. Chaparejos = Beinbekleidung) enganliegende Hose, die an Gesäss und Geschlechtsteil ausgeschnitten sind.

Closet Queen (engl. closet = Wandschrank; umgsp. queen = Schwuler, Tunte) Homosexueller Mann vor dem _ Coming out.

Cockring (engl. umgsp. cock = Schwanz (Penis); ring = Ring) ein Ring der vor einer sexuellen Erregung über Glied und Hodensack ge streift wird. Erleichtert bei engem Sitz die Gliedversteifung, indem er die Blutabfuhr aus den Schwellkörpern drosselt, ohne die Blutzufuhr zu beeinträchtigen.

Coming out (engl. = Herauskommen) ist das öffentliche Eingeständnis Homosexuell zu sein und das offen Leben.

Darkroom (engl. dark = dunkel; room = Zimmer) stark abgedunkelter Raum, hauptsächlich auffindbar in homosexuellen Bars. _ Backroom.

Defäkation (lat. defaeco = reinigen) die Entleerung des Darms.

Devotion (lat. devotio = Hingabe) devot: ergeben, unterwürfig

Dildo (lat. dilato = erweitern) Nachbildung eines versteiften Gliedes Dirty (engl. schmutzig) Bezeichnung für sexuelle Praktiken. Dirty Talking: (engl. dirty = schmutzig; talking = reden) Diskriminierung (lat. discrimino = unterscheiden) Dominanz (lat. dominor = Herr sein)

Dominant: beherrschend

Ejaculatio praecox (lat. eiaculor = herausschleudern; praecox = verführt) frühzeitiger Samenerguss.

Ejaculatio retardata (lat. eiaculor = herausschleudern; retardo = verzögern) verspäteter Samenerguss.

Ejakulat (lat. eiaculor = herausschleudern) die beim Samenerguss herausgeschleuderte weissliche Flüssigkeit.

Ejakulation (lat. eiaculor = herausschleudern)

Ephebophilie (griech. é phebos = Jüngling; philia = Neigung)

Erektion (lat. erigo = aufrichten) die Versteifung des Glieses

Erogene Zonen (griech. é ros = Lust; genn á o = erzeugen; z ó ne = Gürtel) Erotik (griech. é ros = Liebe, Lust)

Analerotik: (lat. anus = After; griech, é ros = Lust) Erregung durch aktive und passive Stimulation des Afters.

Oralerotik: (lat. os = Mund; griech. é ros = Lust) Stimulation der Mundzone.

Urethralerotik: (griech. ur é thra = Harnröhre; é ros = Lust) Erregung durch die Reizung der Harnröhre.

Erotomanie (griech . é ros = Lust; mania = Raserei, Wahn) Exhibtionismus (lat. exhibeo = herausholen, darbieten) Fellatio (lat. fello = saugen)

Fertilität (lat. fertilis = fruchtbar)

Fetischismus (frz. f é tiche = Götzenbild; aus portugies. Feitico zu lat. factitius = gemacht, künstlich)

Fist-Fucking (abkürzung: FF) (engl. fist = Faust; umgsp. fuck = Ficken) Flagellantismus (lat. flagello = peitschen, schlagen)

Flirt (engl. to flirt = liebeln)

Frenelum (lat. Verkleinerungsform zu frenum = Zaum, Zügel) dünnes Gewebeband, durch das die Vorhaut mit der Unterseite der Eichel verbunden ist.

Friktionismus (lat. frico = reiben) Frottage: /frz. se frotter = sich reiben) Gay (engl. = heiter; umgangsprachlich für Homosexuell) Genitalien (lat. gigno = zeugen)

Gerontophilie (griech. g é ron = alt; philia = Neigung) sexuelle Neigung eines jüngeren für ältere Persone n. Gerontophil: alte Me- nschen begehren.

Glans (lat. glans = Eichel)

Golden Shower (engl. = goldener Schauer) sexuelle Praktik. Godemichel _ Dildo

Gummi _ Kondom

Hanky Code (engl. hanky für handkerchief = Taschentuch; code = Code)

Dunkelblau = Analverkehr

Hellblau = Oralverkehr Grau = Bondage

Schwarz = sadomasochistische Praktiken (insbesondere Spanking)

Rot = Fisten

Gelb = Water Sports

Passiv = Gesässtasche tragen - rechts Aktiv = Gesässtasche tragen - links Beides = am Hals tragen

HIV (abkürzung für: Humanes Immundefekt-Virus) kann Aids auslösen.

Homoerotik (griech. h ó moios = gleich; é ros = Lust, Liebe)

Homophilie (griech. h ó moios = gleich; philia = Neigung)

Homophobie (griech. h ó moios = gleich; ph ó bos = Furcht)

Homosexualität (griech. h ó moios = gleich; lat. sexua = Geschlecht)

Impotenz (lat. impotens = ohnmächtig, schwach)

Infertilität (lat. in - = un-; fertilis = fruchtbar) = Unfruchtbarkeit

Internats-Sex (lat. internus = inwendig; sexus = Geschlecht) = Rollenspiel

Intimrasur (lat. intimus = innerster; rado = scheren)

Intimsphäre (lat. intimus = innerster; griech. spha î ra = Kugel)

Inversion (lat. inverto = umwenden) veralteter Begriff für Homosexualität

Ipsation (lat. ipse = selbst; satio = sättigen, befriedigen) Masturbation

Kastration (lat. castro = entmannen)

Klistier (griech. kl ý zo = wegspülen)

Kondom (Wortherkunft umstritten) Hautdünner Gummiüberzug für das männliche Glied.

Konträre Sexualität (lat. contrarius = entgegengesetzt; sexus = Geschlecht) veraltete Bezeichnung für Homosexualität.

Koprolagnie

Koprophilie (griech. kópros = Mist, Kot; lagneía = Wolllust; philía = Neigung) Sexuelle Erregung durch den Umgang mit Kot.

Laszivität (lat. lascivus = ausgelassen, zügellos) Libido (lat. libido = Begierde, Lüsternheit)

Masochismus (nach Leopold Ritter von Sacher-Masoch) Sexuelle Lust in Verbindung mit dem Erleiden von Schmerzen.

Massage (arab. mass = sich berühren)

Masturbation (lat. masturbor = sich selbst befriedigen)

Monogamie (griech. m ó nos = allein; gam é o = heiraten)

Nekrophilie (griech. nekr ó s = tot, Leiche; philia = Neigung) Olisbos (griech. ó lisbos) _ Dildo

Onanie (benannt nach der biblischen Figur Onan) Masturbation

One-Night-Stand (engl. one = eins; night = Nacht; stand = Stand, Aufenthalt) Orgasmus (griech. org á o = schwellen, brünstig sein)

Outing (engl. out = aus, heraus)

Outside Cruising (engl. outside = draussen; to cruise = kreuzen) Das herum spazierende suchen nach Sexualpartnern - meistens in Parks.

Päderastie (griech. pa î s = Kind, Knabe; erast é s = Liebhaber) Die sexuelle Vorliebe eines

Mannes für Jungen in der Pubertät.

Pädophilie (griech. pa î s = Kind, Jüngling; philia = Neigung)

passiv (lat. pator = erleiden) im sexuellen Bereich eine Bezeichnung dafür, dass jemand eine bestimmte Praktik an sich ausüben lässt.

Passivität

Penis (lat. penis = Schwanz, männliches Glied) Perversion (lat. perverto = umkehren) Petting (engl. pet = hätscheln, Knutschen)

Phallos (griech. phall ó s) Bezeichnung für das versteifte männliche Glied.

Phimose (griech. phim ó s = Maulkorb, Knebeln) Verengung der Vorhaut. Piercing (engl . to pierce = durchdringen)

Pollution (lat. polluo = befleckte).Unwillkürliche Ejakulation im Schaf.

Polygamie (griech. pol ý s = viel; gam é o = heiraten)

Pornographie (griech. p ó rne = Hure; gr á pho = schreiben) Potenz (lat. potens = fähig, mächtig)

Praktik (auch Praxis) (griech. pr á tto = verrichten, tun)

Präputium (lat. Praeputium = Vorhaut)

Präservativ (lat. prae = vor; servare = bewahren) Kondom

Promiskuität (lat. promiscuus = gemischt) Sexualkontakte mit häufig wechselnden Partnern. Prostata (griech. prost á tes = Vorsteher)

Prostitution (lat. prostituo = vorn hinstellen, zur Hurerei preisgeben)

Prüderie (frz. prude = spröde, zimperlich)

Pubertät (lat. pubertas = Mannbarkeit, Bartflaum) Quickie (engl. quick = schnell)

Refertilisation (lat. Vorsilbe re- = zurück; fertilis = fruchtbar) Das operative Rückgängigmachen einer Sterilisation.

Rubber Sex (engl. rubber = Gummi (auch Kondom); sex = Geschlecht) Sexuelle Praktiken mit Gummikleidung und Gegenständen.

Sadismus (benannt nach Marquis de Sade) Sexuelle Lustgewinnung in Verbindung mit Schmerzzufügung.

Sadomasochismus (Abkürzung SM) Masochismus und Sadismus

Safer Sex (engl. sicherer Sex) Sexualpraktiken die vor Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft und Aids schützen.

Sandwitch (engl. Bezeichnung) Geschlechtsverkehr zwischen drei aufeinander liegenden Partner.

Sauna (fin. = Schwitzstube)

Schwul _ Homosexualität

Sex Flush (engl. sex = Geschlecht; flush = erröten) Bezeichnung für das erröten beim Verkehr.

Sexualutät (lat. sexus = Geschlecht)

Sexualhormone: (lat. sexus = Geschlecht; griech. horm á o = in Bewegung

setzen, antreiben) Sexualkultur: (lat. sexus = Geschlecht; colo = pflegen)

Sexualpädagogik: (lat. sexus = Geschlecht; griech pdagog í a = Erziehung)

Sexualtherapie: (lat. sexus = Geschlecht; griech. therape ú o = dienen, sorgen für, heilen)

Single (engl . singel = einzeln)

Smegma (griech. sm ê gma = Salbe, Schmiere) Absonderung der Eichel- und Vorhautdrüsen.

Sodomie (benannt nach der Stadt Sodom) Nach altestamentarischer Überbringung die Bezeichnung für homosexuellen Analverkehr. Heute steht es für sexuellen Kontakt zwischen Menschen und Tieren.

Soixante-neuf (frz. = neunundsechzig) = Stellung 69 Spanking (engl. to spank = prügeln, schlagen)

Sperma (griech. speiro = ausstreuen, säen) s. Ejakulat Spermien

Sterilisation (lat. sterilis = unfruchtbar) Operative Unfruchtbarmachung.

Sterilität: (lat. sterilitas) = Unfruchtbarkeit

Stimulation (lat. stimulo = antreiben, anspornen) _ Erektion

Suspensorium (lat. suspendo = aufhängen, stützen) Beutelförmiger Schutz für Glied und Hoden.

Tabu (polynesisch. Ungefähre Bedeutung: stark bezeichnet, aussergewöhnlich, unheimlich) Tätowierung (polynesisch. Tatau = Zeichen, Malerei)

Tit Clips (engl. umgsp. tit = Brust; clip = Klammer)

Toiletten-Sex (frz. toilettes = WC; lat. sexus = Geschlecht) Eine sexuelle Praktik in der der eine Partner über das Gesicht des anderen kniet.

Toys (engl. toy = Spielzeug) z.B. Handschellen

Transsexualität (lat. trans = hinüber; sexus = Geschlecht)

Transvestismus

Transvestition (lat. trans = hinüber; vestio = bekleiden)

Urolagnie (griech. û ron = Harn ; lagneia = Wolllust) Sexuelle Erregung durch das Trinken des Urin.

-Golden Shower

Vaseline (Kunstwort aus dt. Wasser) (griech. é laison = Öl) fettlösliche Salbe Vibrator (lat. vibro = in zitternde Bewegung setzen)

Voyeurismus (frz. voir = sehen) Eregung durch das heimliche Beobachten anderer beim Verkehr.

Voyeur = Spanner

(Quelle:94 / a/ b)

Anhang

Seite 06

1. D. Cohen 1990, S. 138ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 385ff

2. D. Cohen 1990, S. 137

3. E. J. Haeberle 1985, S. 245ff

Seite 07

4. E. J. Haeberle 1985, S. 411ff

a) E. J. Haeberle 1985, S. 410ff

b) D. Cohen 1990, S. 137

c) S. R. Dunde 1989, S. 66

d) A. C. Kinsey 1970, S. 385ff

Seite 08

5. Brockhaus (A-Z) 1983, S. 371

6. Brockha us (Bd. 02 + 05), S. 691ff

7. Bertelsmann 1959, S. 282

8. Bertelsmann 1969, S. 782

Seite 09

9. Duden 1996, S. 723

10. Duden 1982, S. 844ff

11. Duden 1997, S. 971

12. Duden 1992, S. 743

13.

14. Duden (Bd. 01) 1996, S. 356

15. Duden (Bd. 05) 1990, S. 316

16. Duden (Bd. 07) 1989, S. 290

Seite 10

17. Duden (Bd. 08) 1986, S. 342

18. Duden (A-Z) 1989, S. 734ff

19. Webster's Dictionary 1993, S. 121

20. Longman 1987, S. 430

Seite 11

21. D. Cohen 1990, S. 891

a) S. R. Dunde 1989, S. 204
b) A. C. Kinsey 1970, S. 141ff; 380ff

22. W. Arnold, H. J. Eyseneck & R. Meili (Bd. 02) 1996, S. 891

23. D. Cohen 1990, S. 137ff

a) W. Arnold, H. J. Eyseneck & R. Meili (Bd. 02) 1996, S. 890ff

24. D. Cohen 1990, S. 138ff

a) E. J. Haeberle 1985, S. 234
b) S. R. Dunde 1989, S. 241ff

Seite 12

25. E. J. Haeberle 1985, S. 422ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 110ff

26. S. Literaturliste

27. R. v. Krafft-Ebing 1997, S. 331ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 270 + 510

28. R. v. Krafft-Ebing 1997, S. 297

29. F. Hüsers & A. König 1995, S. 60ff

30. R. v. Kraft- Ebing 1997, S. 234ff

Seite 13

31. F. Hüsers & A. König 1995, S. 59ff

32. F. Hüsers & A. König 1995, S. 60

33. F. Hüsers & A. König 1995, S. 62

34. F. Hüsers & A. König 1995, S. 60ff

a) A. C. Kinsey 1970, S.110ff Seite 14

35. F. Hüsers & A. König 1995, S. 60

36. F. Hüsers & A. König 1995; S. 61

Seite 15

37. F. Hüsers & A. König 1995; S. 62ff Seite 16

38. F. Hüsers & A. König 1995; S. 62

a) E. J. Haeberle 1985, S. 32
b) A. C. Kinsey 1970; S. 566ff

Seite 17

39. F. Hüsers & A. König 1995; S. 62ff Seite 18

a) A. C. Kinsey 1970, S. 121ff; 145ff; 239ff;
b) S. R. Dunde 1989; S. 221; 257ff; 285ff

Seite 19

40. S. T. Chang 1986; S. 234

Seite 20

41. E. J. Haeberle 1985, S. 348

a) A. C. Kinsey 1970, S. 56ff
b) S. R. Dunde 1989, S. 312ff; 316ff

Seite 21

42. E. J. Haeberle 1985, S. 136

a) A. C. Kinsey 1970, S. 56ff
b) S. R. Dunde 1989, S. 312ff; 316ff

Seite 22

43. E. J. Haeberle 1985, S. 136ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 397ff; 617ff

44. E. J. Haeberle 1985, S. 136ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 453: 534 Seite 23

45. E. J. Haeberle 1985, S. 152 Seite 24

46. E. J. Haeberle 1985, S. 152ff

47. E. J. Haeberle 1985, S. 152ff

Seite 25

48. E. J. Haeberle 1985, S. 37ff; 141; 307

a) A. C. Kinsey 1970, S. 175

49. E. J. Haeberle 1985, S. 178

50. E. J. Haeberle 1985, S. 175

a) S. R. Dunde 1989, S. 500ff

b) A. C. Kinsey 1970, S. 238; 328ff; 397ff

Seite 26

51. E. J. Haeberle 1985, S. 167ff

52. E. J. Haeberle 1985, S. 179ff

Seite 27

a) V. L. Bullough & B. Bullough 1994, S.381ff
b) E. Borneman 1985, S. 830ff
c) T. Brocher & L. v. Friedeburg
d) S. R. Dunde 1985, S. 221ff
e) A. C. Kinsey 1970, S. 143ff; 176ff

53. E. J. Haeberle 1985, S. 179 Seite 28

54. E. J. Haeberle 1985, S. 179

55. CSD = Christopher-Street-Day (Schwul- Lesbisches Strassenfest)

56. P. G. Zimbardo 1992, S. 88ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 131ff; 371ff
b) S. R. Dunde 1985, S. 103ff
c) E. J. Haeberle 1985

Seite 29

57. E. J. Haeberle 1985, S. 135ff; 195

58. E. J. Haeberle 1985, S. 195

a) S. R. Dunde 1985, S. 278ff

Seite 30

59. E. J. Haeberle 1985, S. 195ff

60. E. J. Haeberle 1985, S. 196

a) A. C. Kinsey 1970, S. 121ff; 145ff; 221ff; 239; 359ff
b) S. R. Dunde 1985, S. 257ff

Seite 31

61. E. J. Haeberle 1985, S. 206ff; 235ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 131ff; 386ff

62. E. J. Haeberle 1985, S. 237 (Kinsey Skala)

a) E. J. Haeberle 1985, S. 235ff; 288

63. E. J. Haeberle 1985, S. 237ff Seite 32

64. D. Cohen 1990, S. 138

65. E. J. Haeberle 1985, S. 237ff

66. s. Sexualw ö rterbuch

Seite 33

67. E. J. Haeberle 1985, S. 198

I. S. R. Dunde 1985, S. 88ff &

A. C. Kinsey 1970, S. 238ff

II. S. R. Dunde 1985, S. 103ff &

A. C. Kinsey 1970, S. 242ff

III. S. R. Dunde 1985, S. 24ff &

A. C. Kinsey 1970, S. 152; 355ff

68. E. J. Haeberle 1985, S. 239

a) S. R. Dunde 1985, S. 257; 285

69. s. Sexualw ö rterbuch

70. s. Sexualw ö rterbuch

Seite 35

71. E. J. Haeberle 1985, S. 246

a) S. R. Dunde 1985; S. 103ff

72. E. J. Haeberle 1985, S. 247

a) A. C. Kinsey 1970; S. 371ff; 387 Seite36

73. E. J. Haeberle 1985, S. 247ff

a) A. C. Kinsey 1970, S. 371ff; 388 Seite 37

74. E. J. Haeberle 1985, S. 249ff

75. E. J. Haeberle 1985, S. 251

a) A. C. Kinsey 1970, S. 227ff; 371ff

76. E. J. Haeberle 1985, S. 251 Seite 38

77. E. J. Haeberle 1985, S. 251ff

Seite 39

78. E. J. Haeberle 1985, S. 252

a) A. C. Kinsey 1970, S. 451ff Seite 40

79. Spiegel Special 05/1995, S. 99

80. Spiegel Special 05/1995, S. 99

81. Queer 2000, S. 15

a) W. Arnold, H. J. Eyseneck & R. Meili (Bd. 02) 1996, S. 390

Seite 41

82. D. Cohen 1990, S. 136ff

a) S. R. Dunde 1985, S. 278ff
b) E. J. Haeberle 1985, S. 490ff

Seite 42

83. Siegessäule 08/2000, S. 2

a) S. R. Dunde 1985, S. 269ff

84. Sergej 04/2000, S. 3

a) E. J. Haeberle 1985, S. 311; 326 Seite 43

85. E. J. Haeberle 1985, S. 398ff

a) W. Arnold, H. J. Eyseneck & R. Meili (Bd. 02) 1996, S. 890ff
b) Spiegel Special 05/1995, S. 106ff

86. E. J. Haeberle 1985, S. 399ff Seite 44

87. E. J. Haeberle 1985, S. 400

88. E. J. Haeberle 1985, S. 400ff

Seite 45

89. E. J. Haeberle 1985, S. 401

a) W. Arnold, H. J. Eyseneck & R. Meili (Bd. 02) 1996, S. 890ff
b) S. R. Dunde 1985; S. 278ff Seite 46

90. S. R. Dunde 1985, S 106

a) Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Stand 15.11.1994)

b) E. J. Haeberle 1985, S.382ff (allgemein)

Seite 47

91. E. J. Haeberle 1985, S. 244ff; 382ff;

92. S. R. Dunde 1985; S. 244ff

Seite 48

93. E. J. Haeberle 1985, S. 334, 382ff

a) D. Cohen 1990, S. 136ff
b) S. R. Dunde 1989, S. 278ff

- Wörterbücher -

94. S. R. Dunde 1985

a) V. L. Bullough & B. Bullough

b) E. Borneman

Bibliographie

I. Lektüre

Chang, S. T. (Dr.med.) "Das Tao der Sexualität" (die 6ste Säule des Taoismus) Ariston Verlag - Genf 1992

Habermehl, W.

"Sexualverhalten der Deutschen" (Aktuelle Daten - intime Wahrheiten) Wilhelm Heyne Verlag - München 1993

Haeberle, E. J.

"Die Sexualität des Menschen" (Handbuch und Atlas - das Standardwerk) Nikol - Hamburg 1985

Haeberle, E. J. "The Sex Atlas" Seabury Press - New York 1978

Hüsers, F. u. König, A. (Dr. med.) "Bisexualität" Trias - Stuttgart 1995

Karlhans, F. "Der Phallus" (Von der Magie der Männlichkeit im Wandel der Epochen) Eichborn Verlag 1989

Kinsley, A. C. "Kinsley Report" (Das sexuelle Verhalten des Mannes) Fischer - Frankfurt a. M. 1970

von Krafft-Ebing, R. "Psychopathia sexualis" Ludwig Liebel Verlag - München 1997

May, A. (Dr.phil.) "Let's talk about sex" (Ein Jungenbuch über das Thema: Pubertät und Entdecken der Sexualität) Unveröffentlicht

Metzler, J.B. Linder Biologie Poeschel Verlag - Stuttgart 1980 Rohrmann, T. "Junge, Junge - Mann, Mann - Die Entwicklung zur Männlichkeit" Rowohlt - Hamburg 1994

Schnack, D. u. Neutzling, R. "Die Prinzenrolle - Über die männliche Sexualität" Rowohlt - Hamburg 1998

Shorter, E. "A History of Psychiatry" J. Wiley & Sons, Inc. 1997

Tillmann, K.-J. "Sozialisationstheorien" Rowohlt - Hamburg 1998

Zimbardo, P. G. "Psychologie" Springer Verlag - Berlin Heidelberg, 1992

II. Lexika

Arnold, W., Eyseneck, H.J. u. Meili, R. Lexikon der Psychologie (Bd. 2) - H - Psychodiagnostik Bechtermünz Verlag - Augsburg 1996

Bertelsmann (Volkslexikon) (41. Auflage) Bertelsmann Verlag - Gütersloh 1969

Bertelsmann (Volkslexikon) (13. Auflage) Bertelsmann Verlag - Gütersloh 1959

Borneman, E. "Lexikon der Liebe" (Materialien zur Sexualität) Urban & Schwarzenberg 1985

Brocher, T. u. von Friedeburg, L. "Lexikon der Sexualerziehung" Kreuz Verlag - Stuttgart/Berlin 1989

Brockhaus

(Der Brockhaus in einem Band (Neu) von A bis Z) Brockhaus Verlag - Wiesbaden 1983

Brockhaus

(Vorauslexikon zur B. Enzyklopädie) Bd. 2 u. 5 Brockhaus Verlag - Mannheim 1986

Brocher, T. & v. Friedeburg L. "Lexikon der Sexualerziehung" Kreuz Verlag - Berlin

Bullough, L. u. Bullough, B. "Human Sexuality" (An Encyclopedia) Gerland Publishing, Inc. 1994

Cohen, David "Lexikon der Psycholgoie" Heyne Sachbuch - München 1995 Cohen, David "Psychology" London 1990

Dunde, S. R. "Handbuch Sexualität" 1989

GRUNDGESETZ

für die Bundesrepublik Deutschland (4. Auflage - Stand: 15.11.1994) Nomoas Verlag - Baden-Baden

III. Wörterbücher

Duden

- Die deutsche Rechtschreibung - (Bd.: 01) Mannhe im 1996

Duden

- Das Fremdwörterbuch - (Bd.: 05) Mannheim 1990

Duden

- Das Herkunftswörterbuch - (Bd.: 07) Mannheim 1989

Duden

- Die sinn- und sachverwandten Wörter - (Bd.: 08) Mannheim 1986

Duden

- Deutsches Universal Wörterbuch (A - Z) - Mannhe im 1989

Langenscheidts (Wörterbuch) (- Englisch -) Berlin u. München 1997

Langenscheidts (Wörterbuch) (- Franzsösisch -) Berlin u. München 1982

Langenscheidts (Wörterbuch) (- Latein -) Berlin u. München 1997

Langenscheidts (Wörterbuch) (- Niederländ isch -) Berlin u. München 1996

Langenscheidts (Wörterbuch) (- Spanisch -) Berlin u. München 1996

Longman - Langenscheidts (Dictionary of Contemporary English) Berlin u. München - London 1987

Webster's Dictionary (Longman Group) USA 1993

IV. Zeitschr iften

GAB

(Das Gay-Magazin)

Tycoon Media, Frankfurt

(verschied. Ausgaben siehe Anhang)

gay-press.de

(nachrichten - hintergründe - szeneinfos) (berlin - hamburg - frankfurt) Bienek Verlags- und Medien GmbH i.G., Berlin (verschied. Ausgaben siehe Anhang)

gaysir

(Das Schwule Stadtmagazin) Medienzentrum, Berlin (verschied. Ausgaben siehe Anhang)

GQ

Ausgabe: 5/00 Mai Vogue . GQ . AD, München

outline

Ausgabe: Nr.1 / 1. Jahrgang / Januar 2000 Krämer Medien Verlags GmbH, Berlin

sergej

(Berliner Stadtmagazin) Medien- und Verlags- GmbH, Berlin (verschied. Ausgaben siehe Anhang)

SIEGESSÄULE

(Berlins Schwullesbisches Stadtmagazin) Siegessäulen-Redaktion, Berlin (verschied. Ausgaben siehe Anhang)

SPIEGEL (special)

Thema: Der deutsche Mann Ausgabe: Nr. 07 / 1997 Spiegel-Verlag, Hamburg

SPIEGEL (special)

Thema: LIEBE - Ein Gefühl wird erforscht Ausgabe: Nr. 05 / 1995 Spiegel-Verlag, Hamburg

Notizen / Anmerkungen:

1 Residuen = Reste/Folgen
2 Ontogenese = Entwicklung eines Menschen von der Eizelle bis zur Geschlechtsreife
3 Endokrinologie = Hormonlehre
4 Der Rezeptor ist ein Protein in der Zellwand, an das das Hormon andockt.
5 Hypothalamus = ein teil des Zwischenhirns

Details

Seiten
62
Jahr
2000
Dateigröße
754 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99802
Note
1,0
Schlagworte
Homosexualität

Autor

Zurück

Titel: Homosexualität