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Schwangerschaft und Geburt

Hausarbeit 2000 52 Seiten

Biologie - Humanbiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Schwangerschaft aus zellulärer Sicht
2.1 1. Schwangerschaftswoche
2.2 2. Schwangerschaftswoche
2.3 3. Schwangerschaftswoche
2.4 4. - 8. Schwangerschaftswoche
2.5 9. - 12. Schwangerschaftswoche
2.6 13. - 16. Schwangerschaftswoche
2.7 17. - 20. Schwangerschaftswoche
2.8 21. - 25. Schwangerschaftswoche
2.9 26. - 29. Schwangerschaftswoche
2.10 30. - 34. Schwangerschaftswoche
2.11 35. - 38. Schwangerschaftswoche

3 Die Schwangerschaft aus Sicht der Schwangeren
3.1 2. Monat ( 1- 8 Schwangerschaftswoche)
3.2 3. Monat ( 9 - 12 Schwangerschaftswoche)
3.3 4. Monat ( 13 - 16 Schwangerschaftswoche)
3.4 5. Monat ( 17 - 20 Schwangerschaftswoche)
3.5 6. Monat ( 21 - 24 Schwangerschaftswoche)
3.6 7. Monat ( 25 - 28 Schwangerschaftswoche)
3.7 8. Monat ( 29 - 32 Schwangerschaftswoche)
3.8 9. & 10. Monat ( 33 - 40 Schwangerschaftswoche)

4 Die Geburt
4.1 Die Wehentypen
4.2 Die Geburtsphasen
4.3 Die Geburtsorte
4.4 Die Geburtsarten

5 Teratogene Wirkungen & Hygiene
5.1 Fehlbildungen, die durch teratogene Wirkungen entstehen
5.2 Hygiene/ Ignaz Philipp Semmelweis

6 Diskussion

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

1 Einleitung

Da liegt ein rundlicher Winzling in einem fremden Kinderwagen, läßt seine Augen neugierig und vertrauensvoll hin- und herwandern zwischen dem Himmel und den über ihn gebeugten Gesichtern. Lächelt hinreißend zahnlos und streckt die Händchen nach den großen unbekannten Nasen aus. Und plötzlich ist da ein warmes Gefühl, irgendwo in der Gegend von herz und Magen. Ein Gefühl von Zärtlichkeit, das dringende Bedürfnis, dieses zerbrechliche Wesen zu behüten, zu streicheln, in die Arme zu schließen. So kann sie aussehen, die Situation, in der der Wunsch nach einem eigenen Baby plötzlich ins Bewußtsein gleitet. Was vielleicht als zärtliche, spielerische Überlegung anfängt, entpuppt sich bei ernsthafterem Nachdenken oft als ziemlich schwieriges Problem. Alle möglichen Bedenken und Ängste drängen sich vor: Ist es überhaupt zu verantworten, ein Kind in diese Welt zu setzen? Zugegeben, es gehört Mut dazu, und zwar nicht wenig, sich trotz so mancher bedrückender Perspektiven für ein Kind zu entscheiden. Ein Mut, der nicht unbedingt mit draufgängerischem ,,Wird-schon-Werden" zu tun hat, sondern vielmehr mit Hoffnung. Mit dem Vertrauen darauf, daß in jedem Menschen auch eine neue Chance geboren wird, besser zu machen, was bisher eher schlecht verlief. Und das die Liebe, die ihn begleitet, mit ihm größer wird und weiterwirkt - eine positive Kraft gegen die Resignation.

Manchmal kostet das ,,Wann" eine besondere Menge Mut - vor allem auf seiten der Frau. Vieles loslassen, was bisher ihr Dasein bestimmte - so einfach ist das nicht. Sind nicht noch ein paar freie Jahre nötig, um reif genug zu werden? Was ist danach mit dem Arbeitsplatz? Welcher der Partner bleibt nach der Geburt bei dem Kind?

Einen exakt bestimmbaren, optimalen Zeitpunkt für den Babystart gibt es eigentlich nie. Und wer sich nicht spontan entscheiden kann, gerät oft in ein verwirrendes Für-und-Wider. Fast jede Frau aber, die den Absprung ins Abenteuer Schwangerschaft gewagt hat, spürt schon bald, wieviel Aufregendes, Ungeahntes dabei zu entdecken ist.

Dieser spannenden Lebensphase, aber auch unseren Eltern ist dieser schriftliche ET gewidmet.

2 Die Schwangerschaft aus zellulärer Sicht

2.1 Die erste Schwangerschaftswoche

Nachdem sich die männlichen und weiblichen Gameten während der Befruchtung (Konzeption) vereinigt haben, beginnt die menschliche Entwicklung.

Ziele der Befruchtung sind:

1.) Wiederherstellung des diploiden Chromosomensatzes (2n = 46);
2.) Festlegung des chromosomalen Geschlechtes des Embryos;
3.) Variation des menschlichen Phänotyps (durch Neukombination von Chromosomen);
4.) Einleitung der Furchung (mitotische Teilung der Zygote in Blastomeren).

Aber zunächst laufen während der Befruchtung folgende Vorgänge ab, die mit dem Kontakt eines Spermiums (Spermatozoons) mit einer sekundären Oozyte (Ovum, Ei) beginnt und mit der Verschmelzung der haploiden Kerne des Spermiums und des Eies, also ihrer Pronuklei und somit der Durchmischung der Chromosomen endet. Es entsteht also eine neue Zelle, die diploide Zygote (befruchtetes Ei), die den Anfang (Primordium) eines Menschen bildet. Im Detail sieht die erste Woche der Entwicklung folgendermaßen aus:

Beim Geschlechtsakt gelangen etwa 300 - 500 Millionen Spermien in die Vagina der Frau, gelangen dann in den Zervikalkanal, von dort in den Uterus und schließlich bis an die weiteste Stelle der Eileiter, die auch als Ampulle bezeichnet wird.

Hier erfolgt die Befruchtung etwa 12 bis 24 Stunden nach der Ovulation (Moore, 1990). Die Funktion der Besamung ist das Zusammenführen der haploiden Chromosomensätze zweier Individuen zu einer einzigen diploiden Zelle, der Zygote (Punkt 1, s. o.). Das Eindringen des Spermiums in die Oozyte löst eine Reihe metabolischer Veränderungen aus, die den Beginn der menschlichen Embryonalentwicklung auslösen.

Wenn die Spermien mit der Oozyte in Kontakt kommen, löst dieses die Akrosomreaktion aus. Dabei werden hydrolytische Enzyme aus dem Akrosom des Spermienkopfes frei die die Eigallerte der Oozyte porös machen, was das Eindringen des Spermiums erleichtert. Sobald ein Spermium die Zellmembran der sekundären Oozyte berührt, treten Veränderungen in der Zona pellucida (extrazelluläre Matrix des Eies) auf, die als Zonalreaktionen bezeichnet werden und die das zusätzliche Eindringen weiterer Spermien in die Oozyte verhindern sollen (Moore, 1990; Campbell, 1997).

Durch die Berührung des Spermiums mit der Oozyte kommt es in dieser zur Vollendung der zweiten meiotischen Teilung, wodurch das endgültige reife Ei sowie ein zweiter Polkörper gebildet werden. Den Kern der Oozyte bezeichnet man als weiblichen Pronukleus.

Ist das Spermium in das Zytoplasma des Eies eingedrungen, bildet sich sein Schwanz zurück und sein Kopf vergrößert sich zum männlichen Pronukleus. Dieser nähert sich dem weiblichen Pronukleus an und verschmilzt mit ihm. Hierbei vermischen sich väterliche und mütterliche Chromosomen und es entsteht eine diploide Zelle mit 46 Chromosomen, die Zygote (Abb. 1.1, Anhang S. I).

Befindet sich die Zygote auf ihrem Weg durch den Eileiter in den Uterus, erfolgt eine Serie schneller mitotischer Teilungen, die man auch als Furchung bezeichnet. Die so neu entstandenen Zellen sind die Blastomeren, die mit jeder Teilung kleiner werden (Abb. 1.2A- C, Anhang S. II). Schließlich bildet sich eine maulbeerförmige Kugel von 16 Blastomeren, die Morula (Abb. 1.2D, Anhang S. II). Als Morula tritt der Keim dann in die Uterushöhle ein, wobei er immer noch von der schützenden Zona pellucida umgeben ist.

Zu diesem Zeitpunkt liegt die Befruchtung etwa vier Tage zurück und sobald die Morula in den Uterus eintritt, beginnt Flüssigkeit durch die Zona pellucida in die Interzellulärräume zwischen den Blastomeren zu fließen, so daß sich schließlich die Blastozystenhöhle bildet Nun wird der Embryo als Blastozyste bezeichnet.

Durch die andauernde Flüssigkeitszunahme in der Blastozystenhöhle werden die umgebenden Zellen in zwei verschiedene Anteile getrennt:

1. in den Trophoblast; das ist eine Lage abgeflachter äußerer Zellen, die später den embryonalen Teil der Plazenta bilden, und
2. in den Embryoblast; das ist eine Gruppe zentral gelegener Zellen (innere Zellmasse), die später das Primordium des eigentlichen Embryos darstellen (Abb. 1.2E, Anhang S. II).

Etwa am fünften Tag nach der Befruchtung degeneriert die Zona pellucida und es erfolgt daraufhin eine schnelle Vergrößerung der Blastozyste. Ungefähr am sechsten Tag haftet sich dann der Trophoblast an das Schleimhautepithel (Endometrium) des Uterus an und es beginnt die Implantation (Einnistung). Die angeheftete Region des Trophoblasten differenziert sich nun in zwei Schichten:

1. in den Zytotrophoblast, d. h. in eine innere zelluläre Schicht, und
2. in den Synzytiotrophoblast, d. h. in eine äußere synzytiale Schicht.

Am Ende der ersten Woche bildet sich eine Lage würfelförmiger Zellen auf der ventralen Oberfläche des Embryoblasten, die als primitives Entoderm bezeichnet werden. Diese bilden das Dach der Blastozystenhöhle.

Die verbleibenden Zellen des Embryoblasten bilden dann in der folgenden Woche das primitive Ektoderm (Abb 1.3A,B, Anhang S. III).

2.2 Die zweite Schwangerschaftswoche

In der zweiten Woche wird die Implantation der Blastozyste abgeschlossen und es findet eine weitere Entwicklung des Trophoblasten statt.

Die Implantation führt zur Bildung der bilaminären (zweiblättrigen) Keimscheibe, die aus dem Ektoderm und dem Entoderm zusammengesetzt ist. In enger Beziehung zu diesen Zellagen entwickeln sich die Amnionhöhle und der Dottersack (Abb 2.1.A, B, Anhang S. IV).

Dringt die Blastozyste nun weiter in das Endometrium des Uterus vor, gelangen zunehmend mehr Bereiche des Trophoblasten in engen Kontakt mit dem endometrialen Gewebe. Dadurch schreitet die Differenzierung des Trophoblasten solange fort, bis die Wand der Blastozyste aus zwei vollständigen Lagen von Zytotrophoblast und Synzytiotrophoblast besteht (Abb 2.1.C, Anhang S. IV).

Schließlich bilden sich Lakunen (kleine Räume) durch die weitere Verbreiterung des Synzytiotrophoblasten aus, die daraufhin mit mütterlichem Blut, Zelltrümmern und Drüsensekret gefüllt werden, die dem Embryo als Nahrungsstoffe dienen. Diese Lakunen verschmelzen schließlich zu einem Netzwerk, wobei der Synzytiotrophoblast endometriale Blutgefäße arrodiert (,,annagt") und als Folge mütterliches Blut durch das lakunäre Netzwerk fließt. Auf diese Weise entsteht ein primitiver uteroplazentarer Kreislauf, der den Embryo mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem mütterlichen Blut versorgt und in den er Kohlendioxid und Stoffwechselendprodukte abgeben kann.

Am zehnten Tag nach der Befruchtung ist die Blastozyste vollständig in das Endometrium eingebettet (Moore, 1990).

Zu Beginn der zweiten Woche erscheint die Anlage der Amnionhöhle zwischen der inneren Zellmasse und den zwei Lagen des Trophoblasten (Abb 2.1.A, Anhang S. IV). Gleichzeitig entsteht in der inneren Zellmasse die Bildung der Keimscheibe, die sich aus dem Ektoderm, das den Boden der Amnionhöhle bildet, und dem Entoderm, welches das Dach der Blastozystenhöhle (primärer Dottersack) bildet, zusammensetzt.

In der Mitte der zweiten Woche erscheinen isolierte Räume im extraembryonalen Mesoderm, welches zuvor durch die Abgliederung von Zytotrophoblastenzellen entstanden ist. Diese Räume fließen bald zu einer großen Höhle, dem extraembryonalen Zölom, zusammen (Abb 2.2.A, Anhang S. V).

Diese Zölomhöhle wird als Chorionhöhle bezeichnet, wenn der Chorionsack am Ende der zweiten Woche entsteht (Abb 2.1.C, Anhang S. IV). Die Wand des Chorionsacks wird vom Chorion gebildet, das aus einer Schicht extraembryonalen Mesoderms und den beiden Lagen des Trophoblasten besteht.

Zu diesem Zeitpunkt haben sich auch schon die primären Chorionzotten aus den Auswüchsen den Trophoblasten gebildet. Diese Primärzotten sind die Anlagen der Chorionzotten der Plazenta und weiterhin hat sich auch die Prächordalplatte gebildet, die ein ,,Organisator" der Kopfregion ist und zeigt, wo später der Mund des Embryos entstehen wird (Abb 2.1.A, Anhang S. IV) (Moore, 1990).

2.3 Die dritte Schwangerschaftswoche

Die dritte Woche ist der Anfang einer sechswöchigen Periode, in der sich die Keimscheibe schnell zum Embryo weiterentwickelt. Hier kommt es das erste Mal zum Ausbleiben der Menstruation.

Embroygenese

Die Embroygenese (Bildung des Embryos) zeichnet sich durch Umbildungen der Keimscheibe aus. Der Vorgang der Keimblattbildung wird auch als Gastrulation bezeichnet, wobei sich die bilaminäre Keimscheibe zu einer trilaminären entwickelt. Die Gastrulation beginnt am Ende der ersten Woche mit der Bildung des Entoderms, setzt sich in der zweiten Woche mit der Bildung des Ektoderms fort und wird in der dritten Woche mit der Bildung des intraembryonalen Mesoderms durch Primitivstreifen abgeschlossen (Abb 3.1., Anhang S. VI).

Entoderm, Mesoderm und Ektoderm sind die drei primären Keimblätter, aus denen bei der weiteren Embryonalentwicklung Gewebe und Organe des Embryos entstehen (Moore, 1990).

Der Primitivstreifen

Zu Anfang der dritten Woche erscheint der Primitivstreifen in der Medianebene der Keimscheibe. Er geht aus einer Ansammlung von Zellen des Ektoderms hervor, die während ihrer Proliferation in Richtung des Zentrums der Keimscheibe wandern und am kranialen Ende einen erhabenen Primitivknoten bilden (Abb 3.1.B und 3.2.A, Anhang S. VI+VII).

Durch weitere Proliferation und Wanderung von Zellen aus dem Primitivstreifen nach lateral, kranial und kaudal entsteht Mesenchym, ein lockeres embryonales Bindegewebe.

Einige dieser Zellen aggregieren und bilden eine Schicht zwischen Ektoderm und Entoderm, die das intraembryonale Mesoderm darstellt (Abb 3.1.B und 3.2.A, Anhang S. VI+VII). Andere Zellen wandern in das Entoderm hinein und bilden dort durch Ansammlung im lateralen Bereich das embryonale Entoderm. Die Schicht von Ektodermzellen, die auf der Oberfläche der Keimscheibe verbleibt, heißt embryonales Ektoderm.

- Das embryonale Ektoderm bildet die Epidermis, das Nervensystem, die sensorischen Epithelien von Auge, Ohr und Nase und den Schmelz der Zähne.
- Das embryonale Entoderm bildet die Auskleidung des Verdauungs- und Respirationstraktes.
- Das embryonale Mesoderm wird zu Muskelgewebe, Bindegewebe, Knochen und Blutgefäßen.

Der Chordafortsatz und die Chorda dorsalis

Aus dem Primitivknoten wandern mesenchymale Zellen in der Medianebene nach kranial unter das embryonale Ektoderm. Diese Zellen bilden den Chordafortsatz, der so lange zwischen embryonalen Ektoderm und Entoderm wächst, bis er die Prächordalplatte erreicht, die die künftige Lage des Mundes markiert (Moore, 1990).

Die Chorda dorsalis ist ein zellulärer Strang, der sich durch Transformation des Chordafortsatzes bildet (Abb 3.2., Anhang S. VII).

Sie markiert die Primitivachse des Embryos, die in der dritten Woche schon fast vollständig gebildet ist und in der späteren Entwicklung zur Wirbelsäule wird.

Während der Fetalperiode verschwindet die Chorda dorsalis in den Bereichen, in denen sie in die Wirbelkörper eingebaut wird. Zwischen den Wirbeln bleibt sie erhalten und bildet den Nucleus pulposus der Zwischenwirbelscheiben (Moore, 1990).

Neurulation

Als Neurulation bezeichnet man den Vorgang der Bildung von Neuralplatte, Neuralfalten und Neuralrohr (Abb 3.2 und 3.3., Anhang S.VII+VIII).

Die Neuralplatte

Während der Entstehung der Chorda dorsalis verdickt sich das Ektoderm über ihr und dem benachbarten Mesenchym und bildet die Neuralplatte. Diese stellt die Anlage des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark) dar.

Mit Verlängerung des Chordafortsatzes und der Bildung der Chorda dorsalis vergrößert sich die Neuralplatte und senkt sich entlang ihrer zentralen Achse ab, wodurch sie die Neuralrinne bildet und auf beiden Seiten von Neuralfalten begrenzt wird (Abb 3.2. und 3.3., Anhang S.VII+VIII).

Das Neuralrohr

Die Neuralfalten verschmelzen am Ende der dritten Woche in der Medianebene, wodurch die Neuralplatte zum Neuralrohr umgebildet wird (Abb 3.3.F und G, Anhang S.VIII). Die Bildung des Neuralrohres beginnt in der Mitte des Embryos und schreitet von dort nach kranial und kaudal fort.

Die Neuralleiste

Während die Neuralfalten miteinander verschmelzen und das Neuralrohr bilden, wandern einige neuroektodermale Zellen auf jeder Seite des Neuralrohres nach ventrolateral und bilden dort eine langgestreckte Zellmasse, die als Neuralleiste bezeichnet wird (Abb 3.3.G, Anhang S.VIII).

Die Neuralleiste teilt sich bald in rechte und linke Anteile, die zum dorsolateralen Randbereich des Neuralrohres wandern (Abb 3.3.H, Anhang S.VIII).

Die Neuralleistenzellen bilden schließlich die Spinalganglien (Hinterwurzelganglien) und die Ganglien des autonomen Nervensystems. Außerdem beteiligen sie sich an der Bildung der Ganglien einiger Hirnnerven und Bilden Hüllen der peripheren Nerven.

Aus den Neuralleistenzellen entstehen die Meningen des Gehirns und des Rückenmarks, die Pigmentzellen, das Nebennierenmark, sowie einige Muskeln und Skeletteile im Kopfbereich.

Die Somiten

Am Ende der dritten Woche entsteht das erste Somitenpaar unmittelbar kaudal des schädelwärts gelegenen Endes der Chorda dorsalis. Die folgenden Paare bilden sich in kraniokaudaler Reihenfolge.

Etwa zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Entwicklungstag gibt es eine sogenannte ,,Somitenperiode", die als Kriterium herangezogen werden kann, um das Embryonalalter zu bestimmen.

Mesenchymale Zellen, die aus den Somiten entstehen, bilden den größten Teil des Axialskelettes, also Wirbelsäule, Rippen, Sternum und Schädel, sowie die mit ihm assoziierte Muskulatur und die Dermis in der benachbarten Haut (Moore, 1990).

Das intraembryonale Zölom

Das spätere intraembryonale Zölom (primitive Körperhöhle) erscheint zunächst im Bereich des lateralen Mesoderms, sowie im Bereich des Mesoderms, das die Herzanlagen bilden wird (kardiogenes Mesoderm), als eine Ansammlung schmaler Zölomräume, die bald zusammenfließen und eine hufeisenförmige Höhle bilden, die man als intraembryonales Zölom bezeichnet (Abb. 3.3.C, Anhang S.VIII).

Dieses Zölom teilt sich während des zweiten Monats in drei Körperhöhlen; in

1. die Perikardhöhle um das Herz,
2. die Pleurahöhlen um die Lungen und
3. die Peritonealhöhle um die Bauch- und Beckenorgane (Moore, 1990).

Das primitive Herzkreislaufsystem

Den Entwicklungsabschnitt, in dem sich die Blutgefäße bilden, nennt man Angiogenese und findet am Anfang der dritten Woche im extraembryonalen Mesoderm des Dottersackes, des Haftstiels und des Chorions statt. Etwa zwei Tage später entwickeln sich die Blutgefäße auch innerhalb des Embryos (Abb 3.4.A, Anhang S.IX).

In dieser Phase erfolgt die embryonale Ernährung nun aus dem mütterlichen Blut über Diffusion durch den Trophoblasten. Durch die viel schnellere Entwicklung des Embryos in der dritten Woche entsteht ein dringender Bedarf an Blutgefäßen, um Nährstoffe und Sauerstoff aus dem mütterlichen Kreislauf zu ihm zu bringen.

Die Bildung der Blutgefäße geht folgendermaßen vonstatten:

1. Die Angioblasten aggregieren und bilden isolierte Anhäufungen und Stränge, die Blutinseln;
2. in diesen Inseln entstehen Hohlräume:
3. es kommt zur Bildung des Endothels der primitiven Blutgefäße, indem sich mesenchymale Zellen um die Hohlräume der Inseln lagern;
4. durch Verschmelzen der primitiven endothelialen Gefäße bilden sich Netzwerke;
5. Blutgefäße verlängern sich in benachbarte Regionen und verschmelzen mit anderen Gefäßen. (Moore, 1990).

Aus den Endothelzellen der Blutgefäße in der Wand des Dottersackes entstehen primitives Plasma und Blutzellen. Die Bildung von Blut im Embryo beginnt nicht vor der fünften Woche.

Das primitive Herz ist eine schlauchförmige Struktur, das von mesenchymalen Zellen in der kardiogenen Region gebildet wird. Die endokardialen Herzschläuche beginnen durch Verschmelzung die primitive Herzanlage zu bilden und am Ende der dritten Woche sind sie mit Blutgefäßen im Embryo, im Haftstiel, im Chorion und im Dottersack verbunden und bilden so ein primitives Herzkreislaufsystem (Abb 3.4.B, Anhang S.IX).

Die Blutzirkulation beginnt dann am Ende der dritten Woche. Das Herzkreislaufsystem ist das erste Organsystem, das funktionell aktiv wird.

Die Chorionzotten

Innerhalb der dritten Entwicklungswoche beginnen sich die primären Chorionzotten, die sich am Ende der zweiten Woche gebildet haben, zu verzweigen. Mesenchym wächst in sie hinein und bildet einen Kern lockeren Bindegewebes. In diesem Stadium bezeichnet man die Zotten nun als sekundäre Chorionzotten. Im weiteren Verlauf beginnen einige mesenchymale Zellen im Kern der Zotten sich zu Blutkapillaren zu differenzieren, die schnell arterio-kapillär- venöse Netzwerke bilden (Abb 3.4.A, Anhang S. IX). Sobald sich Blutgefäße in den Zotten gebildet haben, nennt man sie tertiäre Chorionzotten (Abb 3.4.B, Anhang S. IX). Die Gefäße in den Chorionzotten werden nun bald an das embryonale Herz angeschlossen und embryonales Blut beginnt durch die Kapillaren der Chorionzotten zu zirkulieren (Moore, 1990).

Sauerstoff und Nährstoffe des mütterlichen Blutes diffundieren durch die Wand der Zotten und gelangen über diesen Weg in die fetalen Kapillaren.

Umgekehrt diffundieren Kohlendioxid und Stoffwechselendprodukte aus dem Blut in den fetalen Kapillaren durch die Wände der Zotten in das mütterliche Blut. Während der Entstehung der tertiären Chorionzotten proliferieren einige ihrer Zytotrophoblasten und durchdringen den Synzytiotrophoblasten. Sie verbinden sich miteinander und bilden so eine äußere Zytotrophoblastschale um den Chorionsack (Abb 3.4.A, Anhang S. IX).

Diese Schale heftet den Chorionsack an das Endometrium. Stammzotten der Haftzotten bezeichnet man diejenigen, die sich über die Zytotrophoblastschale an das mütterliche Gewebe anheften. Am Ende der dritten Woche hat sich die primitive Plazenta gebildet, an der die gesamte Oberfläche des Chorionsacks und des benachbarten Endometriums beteiligt ist (Moore, 1990).

Und jetzt geht's richtig los:

2.4 Die vierte bis achte Schwangerschaftswoche

Dieser Phase der Embryonalentwicklung umfaßt äußerst wichtige Prozesse, denn nun werden die Anlagen aller wichtigen äußeren und inneren Strukturen gebildet.

Bereits am Ende der achten Woche beginnen alle Hauptorgane sich zu entwickeln, doch die Funktion der meisten Organe ist noch sehr eingeschränkt (Moore, 1990).

Im Verlauf der vierten Woche entsteht ein C - förmiger zylindrischer Embryo aus der dreiblättrigen Keimscheibe durch Faltung des Embryos in der medianen und horizontalen Ebene. Während dieser Abfaltung wird der dorsale Teil des Dottersacks als primitiver Darm in den Embryo miteinbezogen

Durch die Abfaltung der Kopfregion nach ventral, wird ein Teil des Dottersacks in die sich entwickelnde Kopfregion als Vorderdarm miteinbezogen und die Abfaltung der Schwanzregion des Embryos nach ventral zieht eine Einbeziehung des Dottersacks in die sich entwickelnde kaudale Region als Hinterdarm nach sich. Der Endanschnitt des Hinterdarms erweitert sich bald und bildet die Kloake (Abb 4.1- A-G, Anhang S. X). Der Mitteldarm entsteht unter Einbeziehung eines Teils des Dottersacks durch Abfaltung des Embryos in der Horizontalebene.

Zusätzlich bewirkt diese Abfaltung in der Horizontalebene die Bildung der seitlichen ventralen Körperwand (Abb 4.2- D Anhang S. XI).

Während der vierten bis achten Woche differenzieren sich auch die drei Keimblätter in die verschiedenen Gewebe und Organe. Die äußere Erscheinung des Embryos zeichnet sich aus durch die Bildung von Gehirn, Herz, Leber, Somiten, Extremitäten, Ohren, Nase und Augen und diese Vorgänge führen bald zum unverkennbar menschlichen Aussehen des Embryos (Abb 4.3., Anhang S. XII).

Da die Hauptorgane und Systeme in dieser Phase (vierte bis achte Woche) der Entwicklung gebildet werden, ist dieser Entwicklungszeitraum die kritischste Periode der menschlichen Entwicklung. Störungen der Entwicklung in diesem Zeitraum können zu schweren angeborenen Fehlbildungen des Embryos Anlaß geben (Moore, 1990). Um eine schnellen Überblick über die wichtigsten Entwicklungsschritte der vierten bis achten Woche zu erhalten, seien diese hier noch einmal kurz zusammengefaßt:

Die vierte Woche

- Zu Beginn der vierten Woche ist der Embryo fast gerade und die Somiten bilden auffällige Erhebungen an der Oberfläche (Abb 4.2 E, Anhang S. XI).
- Das Neuralrohr bildet sich in der Mitte des Embryos; es ist allerdings am rostralen und kaudalen Neuroporus noch weit offen.
- Die ersten und zweiten paarigen Kiemenbögen werden sichtbar und die Anlagen des inneren Ohres (Ohrplakoden) sind erkennbar (Abb 4.2. F,G, Anhang S. XI).
- In der Mitte der vierten Woche ist der Embryo zylindrisch und durch Abfaltung in der medianen und horizontalen Ebene gebogen (Abb 4.1. C,F, Anhang S. X).
- Rostraler Neuroporus verschließt sich, und die Armknospen treten in Erscheinung (Abb 4.1.C, Anhang S. X).
- Drei Paare von Kiemenbögen sind nun sichtbar und das Herz bildet eine Vorwölbung auf der ventralen Oberfläche des Embryos.
- Die Einsenkung der Ohrplakoden führt zur Bildung der Ohrgruben.
- Am Ende der vierten Woche verschließt sich auch der kaudale Neuroporus und der Embryo sieht jetzt C-förmig aus.
- Die oberen Extremitäten haben ein flossenförmiges Aussehen, die unteren Extremitätenknospen erscheinen als kleine Schwellungen auf der seitlichen Körperwand.
- Vier Paare von Kiemenbögen und die Anlage der Augenlinsen (Linsenplakoden) sind entstanden.
- Ein ausgezogener Schwanz ist als deutliches Merkmal des Embryos am Ende der vierten Woche vorhanden (Abb 4.3., Anhang S. XII) (Moore, 1990).

Die fünfte Woche

- Deutliches Wachstum des Kopfes und eine schnelle Entwicklung des Gehirns ist Hauptmerkmal der fünften Woche.
- Zu Beginn der fünften Woche werden die oberen Extremitäten paddelförmig (Abb 4.3., Anhang S. XII).
- Der Sinus cervicalis wird nun sichtbar. Diese Einsenkung resultiert aus dem Wachstum des zweiten Kiemenbogens über den dritten und vierten Kiemenbogen (Moore, 1990).

Die sechste Woche

- Ellenbogen- und Handgelenksregion sind erkennbar und die paddelförmigen Handplatten haben nun Fingerstrahlen gebildet, die die zukünftigen Finger und Daumen bereits andeuten.
- Am Ende der sechsten Woche sind die Fußplatten erschienen und die Fußgelenksregion ist erkennbar.
- Die Anlagen des äußeren Gehörgangs und der äußeren Ohren sind vorhanden (Abb 4.3., Anhang S. XII) (Moore,1990).

Die siebte Woche

- Zwischen den Fingerstrahlen der Handplatten entstehen Furchen, die die zukünftigen Finger eindeutig abgrenzen.
- Zehenstrahlen erscheinen in den Fußanlagen.
- Am Ende der siebten Woche sind die oberen Extremitäten im Bereich der Ellenbogen gebogen und die Finger sind deutlich erkennbar, aber noch miteinander verbunden.
- Zwischen den Zehenstrahlen der Füße sind Furchen entstanden (Moore, 1990).

Die achte Woche

- Ein kurzer Schwanz ist zu Beginn der achten Woche nach wie vor vorhanden, aber er verschwindet einige Tage später.
- Am Ende der achten Woche sind die verschiedenen Regionen der Extremitäten sichtbar, und die Finger und Zehen sind nun voneinander getrennt.
- Nun hat der Embryo unverkennbar menschliche Merkmale (Abb 4.3., Anhang S. XII).
- Die Augen sind die meiste Zeit in dieser Woche geöffnet, doch gegen Ende der Woche nähern sich die Augenlider einander und können miteinander verschmelzen.
- Die äußeren Ohren beginnen ihre endgültige Gestalt anzunehmen.
- Die äußeren Genitalien haben mit der Differenzierung begonnen, doch Geschlechtsunterschiede sind noch nicht auszumachen (Moore, 1990).

Nun geht die menschliche Entwicklung Schlag auf Schlag, deshalb genügt es, sie in vier- oder fünfwöchigen Abschnitten zu betrachten.

2.5 Die neunte bis zwölfte Schwangerschaftswoche

Der Zeitraum vom Beginn der neunten Woche bis zum Ende des intrauterinen Lebens bezeichnet man als Fetalperiode.

Die Entwicklung in dieser Zeit besteht vorwiegend aus dem Wachstum des Körpers sowie Wachstum und Differenzierung der Gewebe und Organe. Am augenscheinlichsten ist die relative Abnahme des Wachstums des Kopfes im Vergleich zum restlichen Körper (Abb. 5.1, 5.2, Anhang S. XIII+XIV) (Moore, 1990).

Zu Beginn der neunten Woche geht das Wachstum der Körperlänge sehr schnell vonstatten, so daß sich am Ende der zwölften Woche die Scheitelsteißlänge mehr als verdoppelt hat. Noch zu Beginn der neunten Woche nahm der Kopf noch etwa die Hälfte der gesamten Scheitelsteißlänge des Feten ein.

Im Skelett erscheinen am Ende dieser Phase besonders im Schädel und in den langen Röhrenknochen primäre Ossifikationszentren (Knochenbildungszentren) (Abb. 5.1, Anhang S. XIII).

In der neunten Woche ist der Habitus des Feten folgender:

- das Gesicht ist breit,
- die Augen stehen weit auseinander,
- die Ohren sitzen niedrig am Kopf,
- die Augenlider sind miteinander verschmolzen
- die Beine sind kurz, doch die Oberschenkel sind dabei relativ lang.

Am Ende der zwölften Woche haben die oberen Extremitäten nahezu ihre endgültige Länge erreicht, wohingegen die unteren Extremitäten in ihrer Entwicklung weniger weit fortgeschritten sind.

Während der neunten bis zwölften Woche beginnt der Fetus sich zu bewegen, doch diese Bewegungen werden von der Mutter noch nicht wahrgenommen (Moore, 1990). Während der neunten Woche sind die äußeren Genitalien weiblicher und männlicher Feten relativ ähnlich, doch schon gegen Ende der zwölften Woche wird die reife fetale Gestalt erreicht.

In der neunten Woche ist noch die Leber die Bildungsstätte der roten Blutzellen (Erythropoese), doch gegen Ende der zwölften Woche nimmt ihre Aktivität diesbezüglich ab und die Blutzellenbildung beginnt in der Milz.

Auch beginnt in der Zeit zwischen neunter und zwölfter Woche die Urinbildung. Der Urin wird in die Amnionflüssigkeit ausgeschieden, wovon der Fetus einen Teil verschluckt und reabsorbiert. Die Stoffwechselendprodukte in der geschluckten Flüssigkeit werden über die Plazenta in die mütterliche Zirkulation abgegeben (Moore, 1990).

2.6 Die 13. bis 16. Schwangerschaftswoche

Während dieser Periode verläuft das Wachstum des Körpers sehr und die Verknöcherung des Skeletts geht ebenfalls schnell vonstatten (Abb. 5.1, 5.2, Anhang S. XIII+XIV).

Am Ende der 16. Woche haben sich die Ovarien entwickelt, und zahlreiche Primordialfollikel mit darin enthaltenen Oogonien sind zu sehen. Am Ende dieser Phase gleicht das Erscheinungsbild des Feten immer mehr dem späteren menschlichen Aussehen. Die Augen sind nun nach vorne gerichtet und auch die Ohren haben beinahe ihre definitive Position an der Seite des Kopfes erreicht (Moore, 1990).

2.7 Die 17. bis 20. Schwangerschaftswoche

Hier nun verlangsamt sich das Längenwachstum des Feten, wohingegen sich das schnelle Wachstum der Gliedmaßen fortsetzt, bis sie ihre endgültigen Proportionen erreicht haben (Abb. 5.1, 5.2, Anhang S. XIII+XIV).

Nun werden auch starke Bewegungen des Feten von der Mutter wahrgenommen.

Am Ende der 20. Woche hat sich auf der Haut des Feten die Käseschmiere (Vernix caseosa) gebildet, die seine Haut vor Rissen, Abschürfungen und Verhärtungen schützt und es hat sich braunes Fett gebildet, welches auf die Wärmeproduktion, besonders beim Neugeborenen, spezialisiert ist.

Ebenfalls sind nun Augenbrauen und Kopfhaar sichtbar (Abb. 5.2, Anhang S. XIV).

2.8 Die 21. bis 25. Schwangerschaftswoche

In diesen fünf Wochen findet eine erhebliche Gewichtszunahme des Feten statt, und der Körper gewinnt nun bessere Proportionen. Die Haut ist sehr faltig und das Blut in den Kapillaren ist durch die sehr dünne Haut sichtbar.

In der 24. Woche beginnen die sekretorischen epithelialen Zellen (Typ II-Pneumozyten) in den Interalveolarsepten der Lunge mit der Sekretion des Surfactant. Diese Substanz erleichtert die Ausdehnung der heranreifenden Lungenalveolen. Aus diesem Grund könnte ein 22 bis 25 Wochen alter Fetus überleben, wenn er vorzeitig geboren und intensiv versorgt würde, doch in der Regel stirbt er jedoch, weil seine Lungen nach wie vor zu unreif sind (Moore, 1990).

2.9 Die 26. bis 29. Schwangerschaftswoche

In dieser Periode der Entwicklung sind die Feten nun schon lebensfähig, wenn sie vorzeitig geboren werden, denn ihre Lungen sind zur Luftatmung fähig da sich die Alveolen und Lungengefäße soweit entwickelt haben, daß ein ausreichender Gasaustausch möglich ist. Auch das Zentralnervensystem kann schon die rhythmischen Atembewegungen steuern und die Körpertemperatur kontrollieren Wichtig ist allerdings, daß diese Feten intensivmedizinisch behandelt werden.

Zu Beginn der 26. Woche öffnen sich die Augen (Abb. 5.2, Anhang S. XIV) und unter der Haut bilden sich erhebliche Fettdepots, wodurch der Fetus nicht mehr so faltig erscheint. In der 28. Woche endet die Erythropoese in der Milz und beginnt nun im Knochenmark (Moore, 1990).

2.10 Die 30. bis 34. Schwangerschaftswoche

In der 30. Woche können Pupillenreflexe ausgelöst werden. Außerdem ist die Haut nun rosa und glatt und die Extremitäten haben ein rundliches Aussehen.

Im Regelfall überleben die Feten, die während dieser Zeit geboren werden (Moore, 1990).

2.11 Die 35. bis 38. Schwangerschaftswoche

In dieser Endphase der Fetalentwicklung sind die meisten Feten von rundlicher Gestalt; der Umfang des Kopfes und des Abdomens ist ungefähr gleich (Abb. 5.2, Anhang S. XIV). Zudem haben die 35 Wochen alten Feten einen kräftigen Griff und zeigen eine spontane Hinwendung zum Licht (Moore, 1990).

3 Die Schwangerschaft aus Sicht der Schwangeren

3.1 2. Monat

1. bis 8. Schwangerschaftswoche Das Baby

Etwa drei, vier Tage nach der Befruchtung hat die Eizelle über den Eileiter die Gebärmutter erreicht und beginnt, sich einzunisten. Dies geschieht, indem sie sich mit der Schleimhaut der Gebärmutter überzieht und erste Verbindungen zu ihrer Versorgung einrichten läßt. Mit dem neunten Tag beginnt die Entwicklung zu einem Embryo, die am Ende der vierten Woche abgeschlossen sein wird, wenn er mit 7-8 mm Länge schon 10.000 mal größer sein wird, als die befruchtete Eizelle. Zwischen der dritten und vierten Woche beginnt das Herz zu schlagen und die Organe werden angelegt. Anfangs der fünften Woche erkennt man Hände und Füße, die zunächst wie Knospen hervortreten. Wenig später kann man bereits zwischen den einzelnen Fingern unterscheiden. Ebenfalls in dieser Zeit bildet sich das Pigment der Augen. Während der siebten Woche sieht man die Nasenspitze als winziges Profil hervortreten. Die ersten Bewegungen sind ein sanftes Hin- und Herpendeln im Fruchtwasser - bald darauf kann sich der Kopf zum ersten Mal bewegen. Ende der achten Woche ist der Herzschlag im Ultraschallbild zu sehen. Der Embryo ist jetzt gerade mal dreieinhalb Zentimeter groß und wiegt 10 g (siehe Faltblatt: ,,Mensch von Anfang an", Anhang S. XV) (www.rund-ums- baby.de).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Der Arzt oder die Ärztin wird das Blut u. a. auf die Blutgruppe, die Eisenwerte und den Rhesusfaktor hin untersuchen, wobei auch festgestellt wird, ob genügend Antikörper gegen Röteln vorhanden sind. Gibt zu wenige davon, geben die meisten Ärzte vorbeugend eine Röteln-Immunglobulin-Spritze. Schon jetzt besteht die Möglichkeit, mit einer Ultraschalluntersuchung den genauen Entwicklungsstand der Schwangerschaft festzustellen. Im Zweifelsfall läßt sich auf diesem Wege feststellen, ob die Eizelle tatsächlich ihren Weg in die Gebärmutter gefunden hat (man sieht eine kleine Ausbuchtung im oberen Bereich der Gebärmutter) und der Arzt kann eine Eileiterschwangerschaft ausschließen (www.rund-ums- baby.de).

Falls regelmäßig Medikamente eingenommen werden, sollte man so früh wie möglich abklären, inwieweit diese Präparate mit einer Schwangerschaft vereinbar sind. Auch mit Grippe- und Kopfschmerztabletten (wie generell mit allen Medikamenten) ist Vorsicht geboten. In den ersten zwölf Wochen ist der Embryo in einer sehr entwicklungaktiven Phase und demnach sehr anfällig gegenüber Fremdstoffen (www.rund-ums-baby.de).

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird der ,,Mutterpaß" ausgehändigt. Im Mutterpaß werden die Anamnese, die gesundheitliche Vorgeschichte, sowie alle Befunde eingetragen, die im Verlauf der Schwangerschaft erhoben werden. Dieser Paß sollte von nun an ständig griffbereit sein, auch und vor allem im Ausland. Da die Medizinersprache eine Internationale ist, wäre notfalls auch ein ausländischer Arzt mit einem Blick informiert (www.rund-ums- baby.de).

Auch sollte nun die Möglichkeit einer Chorionzotten-Biopsie mit dem Arzt abgesprochen werden, die ab der achten/ zehnten Woche vorgenommen werden kann. Bei dieser Biopsie werden die Chorionzotten, die sich an der äußeren Haut der Keimblase entwickeln, untersucht. Diese Chorionzotten enthalten die gleichen Zellen wie das Ungeborene, weshalb sie schon in diesem frühen Stadium einen Aufschluß über mögliche genetisch bedingte Krankheiten geben können (www.rund-ums-baby.de).

Das Fruchtwasser: Ungefähr in der achten Schwangerschaftswoche ist die Fruchtblase fertig, die den winzigen Keim umhüllt. Jetzt beginnen ihre inneren Häute, Fruchtwasser zu bilden, zusätzliche Flüssigkeit dringt aus dem Blut der Mutter durch die Eihäute in die Fruchtblase ein.

Das klare, manchmal auch milchige Fruchtwasser füllt die ganze Fruchtblase aus und bietet dem Baby ideale Lebensbedingungen. Geschützt gegen Lärm, Druck und Stöße von außen schwimmt es hier bei wohliger Temperatur in seinen eigenen Element. Mit genügend Spielraum, um sich zu bewegen und seine Muskeln und Knochen gesund entwickeln zu können. Erst in den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten wird der Platz etwas eng für Purzelbäume und andere Turnübungen.

Ungefähr ab der 12. Woche ist das Baby an Herstellung und Verbrauch des Fruchtwassers beteiligt. Seine Lungen und Atemwege füllen sich mit Wasser. Es fängt nun an, davon zu trinken, und weil seine Nieren schon arbeiten, beginnt es auch, Urin auszuscheiden. Einen Teil der Flüssigkeit resorbieren die Eihäute, ein weiterer Teil wird über die Plazenta zur Mutter zurückgeführt. Was so auf verschiedene Weise an Wasser fehlt, wird sofort ersetzt. Ein raffinierter Mechanismus sorgt dafür, daß sich die gesamte Menge - in den letzten Wochen rund ein bis eineinhalb Liter - alle drei Stunden vollständig.

Im Fruchtwasser - medizinische Amnionflüssigkeit genannt - sind Eiweiß, Zucker, Kalzium, Natrium, Kalium und Spurenelemente enthalten, aber auch Haare und Zellen des Babys. Eine Flüssigkeit, deren Farbe, Menge und Beschaffenheit den Ärzten viel über das Befinden und den Entwicklungsstand des Ungeborenen verraten kann. Durch eine Amniozentese kann auch eine genetische Untersuchung erfolgen, wenn Verdacht auf eine Erkrankung vorliegt (Hoerner-Nitsch, Alete).

3.2 3. Monat

9. bis 12. Schwangerschaftswoche

Das Baby

Das kleine Herz schlägt kräftig mit 120 bis 140 Schlägen in der Minute. Ein Gesicht ist erkennbar mit Ohrmuscheln, Nase, Augen und Augenlidern. Von Zeit zu Zeit trinkt es Fruchtwasser, das zum größten Teil aus Wasser besteht und ständig ausgewechselt wird. Der Magen arbeitet schon, in der winzigen Leber werden Blutzellen gebildet und die Nieren fangen an das Blut zu reinigen. Mit der neunten Woche beginnt die Entwicklung der Wirbelsäule. Bald darauf deutet je eine kleine Öffnung an den Kopfseiten auf die Entstehung der Gehörgänge hin. Das Baby hört noch nichts, doch es hat schon am seelischen Leben der Mutter teil. Es spürt Freude über einen unerwarteten Strauß Blumen oder auch die Aufregung im Büro. Die ganz ,,normalen" Stimmungsschwankungen, Ängste und kleinen Depressionen, die wohl jede Schwangerschaft begleiten, schaden dem Baby nicht. Vielleicht bereiten diese negativen Gefühle das Baby sogar auf das Leben draußen vor.

Gegen Ende des Monats wird es etwa 20-25 g wiegen, 11-12 Zentimeter groß sein und ganz sicher auch schon ein wenig fühlen, daß das Streicheln da draußen auf dem Bauch an seine Adresse gerichtet ist ( siehe Faltblatt: ,,Mensch von Anfang an", Anhang S.XV) (www.rund- ums-baby.de).

Zwischen der neunten und zehnten Woche nimmt das Gehirn seine Funktion auf, so daß es reagieren kann. Auf dem Ultraschallbild läßt sich beobachten, wie es zurückschreckt, wenn es bei seinen Schwimmübungen an die Wände der Fruchtblase gerät, wie es sich Druck oder Berührung zu entziehen versucht. Es kann sogar schon den Kopf wegdrehen und die Stirn runzeln (Hoerner-Nitsch, Alete).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Viele Ärzte empfehlen in den ersten Wochen einer Schwangerschaft die Suche nach ausreichend vorhandenen Toxoplasmose-Antikörpern. Obwohl die Gefahr, an dieser Infektion zu erkranken, statistisch gesehen bei nur etwa 0,3% liegt, sollte man vorbeugend den Rat des Arztes befolgen. Neben der Feststellung ihrer Laborwerte, des Körpergewichts und des Blutdrucks werden nun bei jedem Besuch auch die Herztöne des Babys überprüft und die Größe der Gebärmutter festgestellt. Frauen ab 35 wird jetzt eine Amniozentese empfohlen, die man zwischen der 14. und 17. Woche durchführen kann. Sie ist keine Routineuntersuchung und bedarf somit einer medizinischen Begründung (z.B. ein Alter über 35). Die Amniozentese ist eine Fruchtwasseruntersuchung zur Feststellung möglicher, genetisch bedingter Krankheiten. Die Gefahr, mit dieser Untersuchung eine Frühgeburt auszulösen, ist heutzutage mit 0,4% eher gering. Bei dieser Untersuchung kann man ebenfalls das Geschlecht des Babys feststellen (www.rund-ums-baby.de).

Beschwerden der ersten Monate: Bei den allermeisten Frauen zeigen sich in den ersten Monaten klassische Symptome der Frühschwangerschaft. Nichts dramatisches, Kleinigkeiten eher, die aber dennoch die Lebensfreude erst mal dämpfen können. Verantwortlich dafür sind die tiefgreifenden Veränderungen im Hormonhaushalt und Stoffwechsel und nicht zuletzt auch die seelische Umstellung in dieser Zeit (Hoerner-Nitsch, Alete).

Die häufigsten Beschwerden sind:

1. Ü belkeit: Diese kann ,,nur" am Morgen oder auch den ganzen Tag über auftreten.

2. Verstopfung: Verantwortlich dafür ist das Hormon Progesteron, welches zum Schutz des Ungeborenen die Gebärmuttermuskulatur ruhigstellt, dabei aber auch den Darm träger werden läßt.

3. Müdigkeit: Bei Müdigkeit - Mitverursacher ist wieder das Hormon Progesteron - kann häufig Bewegung im Freien nützen. Oder die Schwangere gönnt sich einfach mehr Ruhe.

4. Stimmungsschwankungen: Die Wechselbäder der Gefühle lassen sich leichter ertragen, wenn man sie als das akzeptiert was sie sind: eine Chance, sich mit der veränderten Situation bewusst auseinanderzusetzen.

5. Kreislaufprobleme: Kreislaufprobleme gehören leider nicht zu den Symptomen, die sich nach einer Umstellungsphase von selbst legen. Deswegen ist es ratsam sich an ein kleines Extraprogramm zu gewöhnen: das morgendliche Duschen mit kaltem Wasser beenden, zwischen durch die Arme immer wieder mit kaltem Wasser abspülen und natürlich Bewegung im Freien (Hoerner-Nitsch, Alete).

3.3 4. Monat

13. bis 16. Schwangerschaftswoche

Das Baby

Aus dem Embryo ist ein Fötus geworden, der sich schnell weiterentwickelt. Im Gesicht erkennt man den Eltern ähnliche Züge. Am Ende des Monats ist es 16 Zentimeter lang und wiegt 250 Gramm (siehe Faltblatt: ,,Mensch von Anfang an", Anhang S. XV) (Hoerner- Nitsch, Alete).

Er wird nun immer lebhafter, beginnt zu strampeln, bewegt den Kopf, Arme und Hände. Der Brustkorb hebt und senkt sich in der 15./16. Woche, während das Baby ,,Atemübungen" macht - obwohl es den Sauerstoff natürlich weiterhin über die Plazenta und die Nabelschnur bekommt. Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, ist ein außerordentlich leistungsfähiges Organ (www.rund-ums-baby.de).

Die Plazenta: An der Stelle der Gebärmutterwand, wo sich das Ei eingenistet hat, bildet sich die Plazenta. Sie ist das wichtigste Organ in dem vorgeburtlichen Versorgungssystem, das Bindeglied zwischen Mutter und Kind. Von ihr bezieht das Ungeborene über die Nabelschnur Nahrung und Sauerstoff, alles, was es zu seinem gesunden Wachstum benötigt (Hoerner- Nitsch, Alete). Die Plazenta produziert Hormone, die für den Ablauf der Schwangerschaft und das Auslösen der späteren Wehen benötigt werden. Sie übernimmt die Aufgaben, zu denen die Organe des Kindes noch nicht fähig sind, arbeitet für Lunge, Leber, Niere mit, übernimmt die Rolle des noch nicht vorhandenen Immunsystems und produziert Stoffe für die Infektabwehr (www.rund-ums-baby.de).

Außerdem schirmt sie das Baby gegen viele Krankheitskeime und Schadstoffe ab. Nicht ganz so perfekt allerdings, wie lange angenommen wurde. Inzwischen weiß man, daß die dünne Haut, die in der Plazenta schützend zwischen mütterlichem und kindlichem Kreislauf liegt, bestimmte schädliche Substanzen durchläßt. Dazu gehören neben Alkohol und Medikamente verschiedene Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Nickel, die die Mutter über nicht einwandfreie Nahrung zu sich nimmt oder mit ungesunder Luft einatmet. Auch einige Krankheitserreger, u. a. Röteln, Toxoplasmose und Lues, können ungehindert passieren. Nikotin dagegen beeinträchtigt die Funktion der Plazenta: Ihre Blutgefäße verengen sich, und damit wird das Baby unzureichend versorgt.

Normalerweise sitzt die Plazenta - ein dunkelrotes, gefurchtetes Zellgebilde - im oberen Teil der Gebärmutter. Bei einer von 150 Schwangerschaften kann es sein, daß sie zu weit unten in der Gebärmutter oder sogar vor dem Muttermund liegt. Früher kam es dadurch bei der Geburt häufig zu starken, für Mutter und Kind gefährlichen Blutungen. Dank Ultraschall kann der Arzt heute die Lage der Plazenta orten und die Gefahr durch einen Kaiserschnitt umgehen (Hoerner-Nitsch, Alete).

Die Nabelschnur: Die Nabelschnur ist der Transportweg zwischen mütterlichem und kindlichem Organismus. In ihr winden sich zwei dünne Arterien um eine weiche, dicke Vene. Diese Blutbahnen münden auf der einen Seite in ein Netz feiner Verästelungen innerhalb der Plazenta. Auf der anderen Seite führen sie zum Bauch des Babys und von da aus weiter in seine Leber und sein Herz.

Über die Vene gelangt frisches Blut mit Sauerstoff und Nahrung in den Kreislauf des Kindes. Über die Arterien gibt es das ,,verbrauchte" Blut samt allen Abfallstoffen an den Kreislauf der Mutter zurück.

Die 10-15 Millimeter dicke, bläuliche Nabelschnur wächst mit dem Kind. Am Anfang mißt sie nur 15 Millimeter, am Ende hat sie eine Länge von durchschnittlich 60 Zentimetern. Gewöhnlich ist die Nabelschnur wie eine Spirale gedreht. Deshalb kann sie nicht so leicht abknicken wie ein gerades Rohr. Selbst Knoten und Schlingen bedeuten keine ernste Gefahr für das Baby. Auch wenn es sich in der Nabelschnur verwickelt, erdrosselt es sich dabei nicht. Übrigens gelingt es den Babys meistens in kürzester Zeit, sich aus den Umschlingungen zu befreien. Ernsthafte Komplikationen treten seht selten auf. Sogar Kinder, die mit der Nabelschnur um den Hals geboren werden, sind in 99% der Fälle nicht gefährdet.

In wenigen Ausnahmefällen kommt es vor, daß sich die Nabelschnur zu fest verheddert und die Versorgung des Babys beeinträchtigt wird. Der Arzt holt dann das Baby möglichst schnell. Legt sich die Nabelschnur bei der Geburt vor den Kopf des Kindes und droht, im Geburtskanal abgedrückt zu werden, kann der Arzt versuchen, das Köpfchen zu verschieben. Oder er hilft dem Kind mit der Zange oder per Kaiserschnitt rasch auf die Welt.

Die Nabelschnur hat aber nicht nur praktischen Nutzen: Auf vielen Ultraschallbildern kann man beobachten, wie das Baby sich mit diesem Verbindungsstrang zur Mutter beschäftigt. Ungefähr im vierten Monat beginnt es, nach der Nabelschnur zu greifen, sie zu drücken, sich an ihr festzuhalten und auf ihr herumzukauen. Ein erstes Spielzeug schon im Mutterleib (Hoerner-Nitsch, Alete).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Beim Arztbesuch wird der Fundusstand (Fundus = höchster Punkt) der Gebärmutter ermittelt, der zu Beginn des Monats etwa zwei Finger über das Schambein reicht. Zudem wird der Arzt von nun an auf Ödeme (größere, lokale Wassereinlagerungen) an den Beinen achten, die - sind sie verbunden mit einer rapiden Gewichtszunahme - auf eine Insuffizienz der Nieren hindeuten können. Ausreichender Schlaf ist in dieser Zeit wichtig, damit der Körper während dieser Ruhephase einen Teil des Wassers, welches er tagsüber angesammelt hat, über Haut und Nieren wieder abgeben kann (www.rund-ums-baby.de).

Bei starkem Übergewicht oder einer Zuckerkrankheit in der Familie, ist die Gefahr einer Schwangerschafts-Diabetes erhöht. Die Folge einer solchen Diabetes wäre ein überproportionales Fettgewebswachstum und eine unzureichende Lungen Entwicklung des Babys. Ein Glukose-Test gegen Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels, sowie ein weiterer zwischen der 24. und 28. Woche kann Aufschluß geben, ob Gefahr besteht (Hoerner-Nitsch, Alete).

3.4 5. Monat

17. bis 20. Schwangerschaftswoche

Das Baby

Inzwischen hat es einen Blutkreislauf, der von der Mutter getrennt ist. Eifrig - mit etwa 130 Schlägen in der Minute - pumpt das kleine Herz jetzt schon rund 30 Liter Blut pro Tag durch die Adern. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt nach wie vor über das Blut der Mutter, die Plazenta und die Nabelschnur.

Auch das Gehirn entwickelt sich schnell weiter, koordiniert die nun immer komplexeren Vorgänge in dem kleinen Organismus, steuert Arme, Hände, Beine und Füße immer präziser. Gegen Ende des Monats, wenn es mit rund 20 - 25 cm etwa die Hälfte seiner späteren Geburtslänge erreicht hat, werden seine ersten Bewegungen zu spüren zu sein (siehe Faltblatt: ,,Mensch von Anfang an", Anhang S. XV). Die ersten Stöße des 250 - 300 Gramm schweren Lebewesens sind noch sehr sanft, zeugen aber schon von viel Lebenskraft (www.rund-ums- baby.de).

Die Nase gleicht noch einem winzigen Pöckchen, Experten vermuten jedoch, daß sie schon etwas zu schnuppern findet - den Duft von der Mutter. Nur acht Millimeter groß ist die Ohrmuschel, aber das Gehör funktioniert bereits bestens. Das Ungeborene reagiert auf freundliche und bedrohliche Laute und auf verschiedene Musikrichtungen. Schlaf ? Das Baby schläft sehr selten gerade dann, wenn seine Mutter die Ruhe genießen möchte. Ausgerechnet, wenn sie schlafen möchte, startet es oft sein Fitnessprogramm. Wahrscheinlich, weil es einfach mehr Platz zum Tollem hat, sobald die Mutter auf dem Rücken liegt. Außerdem fehlt die angenehme, einschläfernde Schaukelei, wenn sie sich nicht mehr bewegt.

Die Zeit zwischen dem fünften und siebten Monat ist ideal zum Reisen. Noch kann die Schwangere sich leicht bewegen, die Beschwerden der Anfangsphase haben sich gelegt, und die der Endphase stehen in Aussicht. Alles was die Mutter freut, kann ihr helfen Kraft zu tanken für die kommende Zeit. Auch beim Urlaub zu Hause. Kinobesuche, Abende mit Freunden, der Liebe frönen - egal, was ihr jetzt guttut, das Baby genießt es in vollen Zügen mit (Hoerner-Nitsch, Alete).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Um das Funktionieren des wichtigen Stoffwechsels in der Plazenta zu überprüfen, besteht im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Möglichkeit, den Gehalt der von ihr produzierten Hormone im Venenblut zu kontrollieren. Die beiden Hormone HPL und E3 geben dabei über ihr Befinden Aufschluß.

Vielleicht wird noch vor Ablauf des Monats eine zweite Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Entwicklung des Babys genauer zu überprüfen. Dazu werden seine Länge, Brust- und Kopfumfang gemessen.

Der Fundus liegt jetzt etwa in der Höhe des Bauchnabels. Es wird auch die Entwicklung, sowie Größe und Sitz der Plazenta überprüft.

Wegen des Kalzium-Abbaus im Körper sollte man nun einen vorbeugenden Besuch beim Zahnarzt einplanen (www.rund-ums-baby.de).

3.5 6. Monat

21. bis 24. Schwangerschaftswoche

Das Baby

In der Zeit zwischen der 16. und 26. Woche ist das Baby am lebhaftesten. Wenn es nicht gerade am Daumen lutscht (Saugen üben) und nach draußen lauscht, drückt es sich schon mal von der elastischen Wand der Gebärmutter ab und schlägt Purzelbäume nach hinten. Nahezu schwerelos im Fruchtwasser - wie ein Astronaut im All. Etwa ein Liter Fruchtwasser umgibt es jetzt, ab dem siebten Monat wird sich die Menge etwas verringern, um dem Baby mehr Platz zu geben. Das Trinken davon übt Schluckmechanismen und bereitet den Verdauungstrakt auf künftige Aufgaben vor. Manchmal spürt man ein sanftes, regelmäßiges Pochen - das Baby hat Schluckauf. Um die Augenlider bildet sich ein feiner Kranz von Wimpern, die Finger und Fußnägel werden langsam härter, ebenso wie das Skelett - und auf der Brust erscheinen zwei winzige, blassrote Warzen. Der Herzschlag wird nun so kräftig, daß man ihn bald durch die Bauchdecke hören kann (siehe Faltenblatt: ,,Mensch von Anfang an", Anhang S. XV) (www.rund-ums-baby.de).

Täglich wird es etwas niedlicher und ist am Ende dieses Monats nicht nur viel weniger dünn und verhutzelt als am Beginn, sondern immerhin schon 700 Gramm schwer bei einer Länge von 28 Zentimetern. Sein Haarwuchs wird dichter, und auf seinen Fingerkuppen bilden sich die zarten Linien, durch die es sich sein Leben lang von allen anderen Menschen unterscheiden wird.

Aber auch wenn es schläft, beweist es jetzt schon seine Individualität: es gibt Babys, die sich zum Schlafen zusammenrollen, andere strecken sich aus oder beugen den Kopf zurück. Und manche benutzen sogar schon das altbewährte Einschlafmittel, den Daumen. Eine weiße, cremige Substanz, die Käseschmiere, wird von den Talgdrüsen ausgeschieden und überzieht den kleinen Körper wie eine Schutzschicht, damit das Fruchtwasser die empfindliche Haut nicht angreift.

Wenn das Baby herumkugelt, sich reckt und strampelt, fallen seine Püffe und Knüffe gemessen an denen der kommenden Wochen sehr milde aus, denn noch hat es Platz genug zum Toben. Aber so groß ist es doch schon, daß die Gebärmutter anderen Organen ihren angestammten Platz streitig macht. Magen und Darm drängt sie zur Seite und das Zwerchfell nach oben. Der Bauch wird dabei sichtlich dicker. Woche für Woche legt er an die vier Zentimeter zu. Das zusätzliche Gewicht, aber auch der erhöhte Sauerstoffbedarf von Mutter und Kind machen die Schwangere allmählich kurzatmig (Hoerner-Nitsch, Alete).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Falls Probleme mit dem Blutzucker bestanden, sollte man nun einen Blutzuckerbelastungstest durchführen (Hoerner-Nitsch, Alete).

Wer eine Hausgeburt plant, sollte sich nach einer Hebamme umhören, denn jede Hebamme ist daran interessiert, die Schwangere möglichst von Anfang an zu betreuen, die bei ihr entbinden möchte, um eventuelle Komplikationen voraussehen zu können und das Umfeld besser einschätzen zu lernen (www.rund-ums-baby.de).

Spätestens jetzt ist es auch an der Zeit, sich für einen Geburtsvorbereitungskurs anzumelden. Kliniken, Hebammen und Krankengymnastinnen bieten Kurse an. In Gesprächen und Vorträgen, mit Schautafel und Filmen wird der Verlauf von Schwangerschaft und Geburt erklärt, so daß die Schwangere sich bewußt auf alles einstellen kann. Im Mittelpunkt steht die praktische Einübung der Geburt:

Atemtechnik, Körperhaltung, Bewegungsrhythmen und Anleitungen wie der Partner die Gebärende tatkräftig unterstützen kann. Ein guter Kurs schließt ebenfalls die ersten Wochen nach der Geburt ein. Viele Schwangere machen gute Erfahrungen damit, verschiedenen Methoden der Geburtsvorbereitung zu mischen - ganz nach Belieben und individuellen Bedürfnissen (Hoerner-Nitsch, Alete).

Einige der wichtigsten Methoden zur Geburtsvorbereitung:

1 . Die Dick-Read-Methode: Nach Dr. Grantly Dick Read ist die Geburt weniger schmerzhaft, wenn die Frau sich nicht verkrampft. Seine Idee: durch Information die Angst vor der Geburt abzubauen, die innere und äußere Anspannung lösen und Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. Auch Atem- und Entspannungsübungen schließt diese Methode ein (Hoerner-Nitsch, Alete).

2. Die Kitzinger-Methode: Der englischen Geburtshelferin und Soziologin Sheila Kitzinger geht es nicht in erster Linie um eine möglichst schmerzfreie Geburt. Sie will den werdenden Eltern dazu verhelfen, die Geburt als ein gemeinsames, unverwechselbares Geschehen zu erleben. Bei dieser Methode gibt es keinen genauen Plan für Atem- und Entspannungstechniken. Jede Frau, jedes Paar kann seinen eigenen Weg gehen. Diese Form der Vorbereitung schließt auch das weitere Feld des folgenden Elternseins mit ein (Hoerner-Nitsch, Alete).

3. Die Lamaze-Methode: Der französische Geburtshelfer Dr. Ferdinand Lamaze entwickelte eine Linie, nach der eine Frau den Schmerz reduzieren kann, wenn sie die Geburt als positives Erlebnis betrachtet und dem Wehenschmerz mit gezielten Atem- und Entspannungstechniken entgegenwirkt. Lamaze lehrt ganz genaue Übungen für die Geburtsarbeit. Der Partner spielt bei dieser Methode eine entscheidende Rolle. Er kontrolliert den Wehengang und gibt Anweisungen zum richtigen Atmen. Sehr aktive, kopfgesteuerte Frauen schätzen diese Methode, da sie ihnen das Gefühl vermittelt, selbst am Steuer zu sein (Hoerner-Nitsch, Alete).

4. Die Odent-Methode: Nach der Idee des französischen Geburtshelfers Dr. Michel Odent ist es für werdende Eltern besonders hilfreich, sich mit frischgebackenen Eltern zu treffen und im Gespräch über deren Erfahrungen und Gefühle die eigenen Ängste vor der Geburt abzubauen. Für Odent ist lautes Schreien die natürlichste Reaktion auf Schmerz. Deshalb erscheint sie ihm auch als die am wohltuendste. Die werdende Mutter soll ganz intensiv auf ihren Körper eingehen, die Schmerzen annehmen und mit Stöhnen und Schreien herauslassen. Sie fördert damit auch die Wehentätigkeit, so daß die Geburt weniger lange dauert. Odent empfiehlt, lautes Singen zu üben, damit sie sich traut, ihren Schmerz später bei der Geburt ohne Hemmungen herauszuschreien (Hoerner-Nitsch, Alete).

5. Die Zilgrei-Methode: Urheber dieser Methode sind die italienische Geburtshelferin Adriana Zillo und der Chiropraktiker Dr. Hans Greising. Die beiden kamen auf die Idee, Atemübungen und Entspannungsübungen nicht nebeneinanderher laufen zu lassen, sondern sie miteinander zu kombinieren. Mit dem Ergebnis, dass Schmerzen ganz erstaunlich schnell abnehmen. Die Frau soll bei der Geburt nicht stundenlang liegen, sondern sich ständig ruhig und rhythmisch in Übereinstimmung mit dem Atemfluß bewegen.

Die Übungen der Zilgrei-Methode sind so einfach und so leicht nachzuvollziehen, dass sie nicht großartig einstudiert werden müssen. Man kann sie sogar noch während der Geburt erlernen (Hoerner-Nitsch, Alete).

Beschwerden - fast unvermeidlich in den runden Monaten:

- Kreuzschmerzen: Für Wirbelsäule und Rückenmuskeln bedeutet die Schwangerschaft eine besondere Belastung. Je größer das Baby wird, desto mehr zieht sein Gewicht die Lendenwirbel nach vorn. Ausgerechnet jetzt aber hat die Wirbelsäule weniger Halt, weil Bänder und Gelenke durch hormonelle Einflüsse gelockerter sind als sonst. Um den Bauch besser halten zu können, machen viele Schwangere das typische Hohlkreuz, und die Fehlhaltung führt zu Verspannungen und Rückenschmerzen. Auf ihre Haltung zu achten ist deshalb das erste, was die Schwangere gegen Kreuzschmerzen tun kann. Schwimmen in Rückenlage ist eine gute Hilfe gegen die Verspannungen. Auch die speziellen Übungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs sind hilfreich. Zusätzlich ab und zu ein heißes Bad mit Rosmarinöl, lindert die Schmerzen ebenfalls. Um das Kreuz im Liegen zu entlasten, eignet sich am besten die Seitenlage, wobei ein Kissen den Bauch abstützt (Hoerner- Nitsch, Alete).

- Sodbrennen: Je mehr sich die Gebärmutter ausdehnt, desto stärker gerät der Magen in Bedrängnis. Manchen Frauen ist schon geholfen, wenn sie auf Nahrungsmittel verzichten, die die Säurebildung besonders anregen. Bewährte Hausmittel: Zwei Haselnüsse gründlich zu Brei zerkauen und dann schlucken. Oder Heilerde aus der Apotheke ein paar Tage lang morgens und abends einnehmen (Hoerner-Nitsch, Alete).

Blasenschwäche: Mit wachsendem Gewicht drückt das Kind immer mehr auf die Blase, deswegen muß die Mutter besonders oft auf die Toilette. Dagegen läßt sich gar nichts unternehmen (Hoerner-Nitsch, Alete).

Gesundheitliche Probleme die jetzt auftauchen können:

- Vorzeitige Wehen: von Wehen spricht man, wenn sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzieht und der Bauch dadurch hart wird.

Immer wieder stellen sich während der Schwangerschaft in unregelmäßigen Abständen ganz leichte, schmerzlose Wehen ein, weil die Gebärmuttermuskeln für die Geburt trainieren. Diese sogenannten Vorwehen sind völlig ungefährlich und gehören zur Schwangerschaft dazu.

Circa jede dritte werdende Mutter erlebt aber, daß schon weit vor dem Geburtstermin regelmäßige, länger andauernde Wehen einsetzen. Man spricht dann von vorzeitigen Wehen. Wenn solche Wehen mehrmals täglich vorkommen, sollte sich die Schwangere unbedingt an ihren Arzt wenden (Hoerner-Nitsch, Alete).

- Gestose: Meistens sind Frauen in der ersten Schwangerschaft davon betroffen, und zwar vor allem solche, die Mehrlinge erwarten oder gesundheitlich belastet sind. Als Auslöser wird Streß vermutet, in erster Linie aber unzureichende, eiweißarme Ernährung. Gewöhnlich zeigt sich die Krankheit erst im zweiten Drittel der Schwangerschaft. Plötzlich steigt der Blutdruck an, Wasseransammlungen lassen Hände und Füße stark anschwellen, und im Urin ist Eiweiß festzustellen. Weitere Alarmsignale: starke Kopfschmerzen, Augenflimmern, Übelkeit und Magenschmerzen. Es ist wichtig, den Arzt dann zu Rate zu ziehen (Hoerner-Nitsch, Alete).

- Plazentainsuffizienz: Eine Plazentainsuffiziens bedeutet, daß die Plazenta nicht richtig funktioniert und das Ungeborene nicht ausreichend versorgt wird. Der zukünftigen Mutter geht es gut dabei, sie spürt nichts von dem Mangelzustand ihres Babys. Der Arzt aber stellt bei der Vorsorgeuntersuchung fest, daß das Kind in seinem Wachstum zurückbleibt. Ein ganz wichtiger Grund also, keinen der Vorsorgetermine zu versäumen. Entdeckt der Arzt Anzeichen einer Plazentaschwäche, verordnet er zumeist Bettruhe, die oft schon eine Besserung des Zustandes erwirkt. Die werdende Mutter kann mit gesunder Ernährung nachhelfen (Hoerner-Nitsch, Alete).

- Vorzeitiger Blasensprung: im Normalfall platzt die Fruchtblase erst bei der Geburt, wenn sich der Muttermund ganz geöffnet hat. Es kann aber vorkommen, daß sie schon lange vor dem Geburtstermin springt. Manchmal geht das Fruchtwasser in einem einzigen Schwall ab, manchmal nur tropfenweise. In jedem Fall muß sich die Schwangere augenblicklich mit dem Arzt in Verbindung setzten. Und möglichst sofort in ein Krankenhaus gebracht werden (Hoerner-Nitsch, Alete).

- Vorzeitiges Öffnen des Muttermundes: Bei manchen Frauen droht der Muttermund sich viel zu früh zu öffnen. In diesen Fällen rät ihnen der Arzt zur körperlichen Schonung, und möglicherweise einer Wehenhemmenden Therapie. In wenigen Fällen legt der Arzt eine ,,Cerlage", das französische Wort für Umschlingung. Er verschließt den Muttermund unter Vollnarkose mit einem Kunststoffbändchen, welches erst kurz vor der Geburt wieder entfernt wird. Dieser Eingriff und die Cerlage beeinträchtigt das weitere Wohlbefinden des Babys in keiner Weise. Eine andere Methode: Der Arzt schiebt einen Silikonring über den Gebärmutterhals, um das Baby im Mutterleib zu halten. Viele Ärzte bevorzugen inzwischen diese Methode, weil sie ambulant und ohne Narkose vorgenommen werden kann (Hoerner-Nitsch, Alete).

3.6 7. Monat

25. bis 28. Schwangerschaftswoche

Das Baby

Es gähnt, streckt und reckt sich, wird in seinen Bewegungen einem ,,fertigen" Baby immer ähnlicher. Die Augen kann es jetzt öffnen, nach oben, unten, links und rechts sehen. In dieser Zeit beginnt das Baby, eine Fettschicht anzulegen, die es später vor der Kälte ,,draußen" schützen soll.

Seine Länge beträgt jetzt 30 - 35 Zentimeter, sein Gewicht ca. 1500 Gramm (siehe Faltblatt: ,,Mensch von Anfang an", Anhang S. XV).

Neben der sichtbaren Entwicklung hat sich auch das akustische Wahrnehmungsvermögen weiter ausgebildet - Babys in diesem Alter hören bereits den Herzschlag der Mutter und nehmen einen immer größeren Anteil an ihrer Umwelt wahr. Sie können Stimmen,

Alltagsgeräusche und Musik mithören - wenn auch durch das Fruchtwasser gedämpft - und darauf reagieren. Überhaupt ist Musik sehr beliebt. Die meisten Babys entwickeln einen Hang zur Klassik. Mozart und Vivaldi sind dabei an der Spitze. Ihren Unmut gegenüber hartem Rock oder Techno machen sie dagegen mit heftigem strampeln Luft. In dieser Zeit besitzen die Babys einen sehr feinen, wolligen Flaum auf dem Rücken und teilweise an Armen und Beinen. Diese ,,Lanugo-Behaarung" wird bis zur Geburt jedoch wieder verschwunden sein (www.rund-ums-baby.de).

Langsam sollte sich auch die Baby-Ausrüstung vervollständigen. Dabei ist vor allem auf Sicherheit und Praxisnähe zu achten:

- Kleidung für das Baby;
- Wickel-Utensilien;
- Reinigungs- und Pflegemittel;
- Zimmerausstattung (Bett, Wiege, Matratze, etc);
- Trage bzw. Transport des Kindes (Hoerner-Nitsch, Alete).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Gegen Ende des Monats reicht die Gebärmutter deutlich über den Nabel hinaus und läßt vermutlich dann und wann einen besorgten Gedanken aufkommen, wenn sie sich mal wieder mit einem Ziehen bemerkbar macht.

Besondere Aufmerksamkeit wird der Arzt nun auch dem Muttermund schenken, um eine Gefahr der Frühgeburt erkennen zu können (etwa 7% der Babys kommen ein paar Wochen zu früh). Geprüft wird die Lage und ob der Muttermund geschlossen ist (www.rund-ums- baby.de).

3.7 8. Monat

29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Das Baby

In der 30. Woche wiegt es etwa 2000 g. Käme es zu diesem Zeitpunkt auf die Welt, hätte es mit Hilfe der modernen Medizin bereits eine gute Chance zu überleben. Allerdings ohne eine Garantie, denn die Lungen sind noch nicht fertig ausgebildet und auch ein Immunsystem, welches den kleinen Organismus ausreichend schützen könnte, ist noch nicht vorhanden. Bis zur Geburt wird es weiterhin Abwehrstoffe aus dem Blut der Mutter beziehe, um ein eigenes Abwehrsystem aufzubauen. Oft ist Ende dieses Monats die Lanugo-Behharung schon wieder verschwunden - dafür sprießen nun die Haare auf den Kopf umso mehr. Das Baby hat nun ein feineres Gespür für Geborgenheit und Ruhe - schätzt beides mehr als zuvor und ist nicht mehr ganz so lebendig (www.rund-ums-baby.de).

An munteres Gekugel oder kesse Saltos ist bei der Größe des Babys nicht mehr zu denken. Der Spielraum reicht gerade noch, um ein wenig die Beine zu vertreten, die Arme zu recken und sich herumzudrehen. So stark spürt die Mutter jede seiner Bewegungen, daß es ihr gelegentlich den Atem verschlägt (Hoerner-Nitsch, Alete).

Es vollzieht nun immer öfter Atembewegungen, lutscht dabei am Daumen, trainiert eifrig Saugen und Schlucken. Nur etwa 5% der Babys lutschen am linken Daumen, die restlichen 95% bevorzugen den rechten Daumen.

Im Gehirn wird nun das Gedächtnis angelegt (www.rund-ums-baby.de).

Nun beginnen auch die ersten Vorbereitungen für den großen Tag. Es richtet sich in einer Lage ein, die es gewöhnlich bis zum Ende der Schwangerschaft beibehält. Mit dem Kopf nach unten rutscht es in die richtige Startposition. Manche Babys machen bei diesem Idealprogramm nicht mit und legen sich quer oder hocken mit dem Po nach unten in der Gebärmutter. Hebammen bemühen sich, das Ungeborene dazu zu bringen, daß es sich dreht (Hoerner-Nitsch, Alete).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Sicher wird der Arzt sich erkundigen, ob Anzeichen einer möglichen Frühgeburt zu erkennen sind. Das sind vor allem vorzeitige Wehen mit starkem Ziehen im Kreuz, Blutungen und Verlust von Fruchtwasser. Bei einer weiteren Ultraschalluntersuchung - die dritte sollte etwa Mitte dieses Monats erfolgen - wird u. a. der Sitz der Plazenta geprüft, die in seltenen Fällen so liegen kann, daß sie dem Baby den natürlichen Weg auf die Welt versperrt. Um die Gangbarkeit dieses Weges zu prüfen, werden auch Kopfumfang des Babys und die Weite des Beckens gemessen.

Ab jetzt sollte man die Zeit zwischen den Besuchen beim Arzt verkürzen und alle 14 Tage zur Vorsorgeuntersuchung gehen (www.rund-ums-baby.de).

3.8 9. und 10. Monat

33. bis 40. Schwangerschaftswoche

Das Baby

Stattlich wölbt sich der Bauch vom Busen bis zum Schoß, und sein Umfang erreicht beachtliche 100 Zentimeter. Kein Wunder, denn das Baby darin nimmt weiter kräftig zu: im neunten Monat gut ein Kilo und in den allerletzten Wochen noch einmal 600 bis 800 Gramm. Mit diesen Fettpölsterchen sorgt es für ausreichend Schutz, wenn es bei der Geburt aus der gewohnten wohligen Wärme von ungefähr 37 Grad in eine 10 bis 15 Grad kühlere Umgebung wechselt. Rundlich wird es dabei und rosig, denn den zarten Flaum verliert es allmählich und auch die wässrige Käseschmiere. Eigentlich ist das Baby fix und fertig. Aber dennoch tut ihm jeder weiterer Tag im Mutterleib gut: In diesen Wochen erhält es über das Blut der Mutter nicht nur Nahrung und Sauerstoff, sondern auch Antikörper gegen Krankheiten wie Grippe, Mumps oder Masern. Während der ersten sechs Monate seines eigenständigen Lebens hat es dadurch einen besonderen Schutz vor Infektionen. Auch sonst rüstet das Baby fleißig zu einem möglichst guten Start: Alle lebenswichtigen Funktionen, die nach der Geburt vorhanden sein müssen, probt es unermüdlich. Täglich trinkt es viel Fruchtwasser, um Magen, Nieren und Blase in Gang zu setzten. Seine Saugfähigkeit übt es beim Daumenlutschen. Und auch auf das Atmen bereitet es sich vor. Das Ultraschallbild zeigt seine Atembewegungen. Am Ende des neunten Monats sind die Lungen so weit ausgereift, dass das Baby keinerlei Schwierigkeiten beim Luftholen mehr hätte, wenn es jetzt schon geboren würde.

Fruchtwasser, welches beim Training in die Lunge gelangt, befördern die Geburtwehen wieder heraus. Selbst die beengte Lage gehört zum Übungsprogramm. Dadurch lernt das Baby, sich auf den starken Druck bei der Geburt einzustellen (Hoerner-Nitsch, Alete). Am Ende des neunten Monats wird das Kind rund 3000 Gramm wiegen und eine Scheitel- Steiß-Länge von etwa 35 cm haben (www.rund-ums-baby.de).

Nur langsam vergeht die Zeit während dieser Phase letzten Kräftesammelns. Tiefes Luftschöpfen ist für die Mutter nicht mehr möglich. Essen kann sie nur noch in kleinen Mengen, weil der bedrängte Magen in dem immer noch dicker werdenden Bauch gar nichts anderes zulässt. An ruhige Nächte ist nicht mehr zu denken. Auch kommen immer wieder Fragen zum Ablauf der Geburt auf und zu der Zeit danach. Wird man alles richtig machen (Hoerner-Nitsch, Alete)?

Und so setzt sich das Gewicht zusammen, welches bis zur Entbindung erreicht worden ist:

Baby 3400 - 3600 g

Gebärmutter 900 - 1000 g

Fruchtwasser etwa 1000 g

Plazenta 500 - 600 g

Brust 600 - 800 g

neu gebildete Blutmenge 1700 - 1800 g

eingelagertes Wasser mindestens 2000 g

Speicherfett 1500 1800 g (www.rund-ums-baby.de).

Vielleicht wird es zu den 75% der Babys gehören, die es gar nicht abwarten können und ein, zwei Wochen zu früh kommen. Nur 5% der Babys werden genau an dem vorausberechneten Tag geboren, 20% lassen sich mehr Zeit - manche lassen ihre Mütter bis zu zwei Wochen über die Zeit warten, ohne ein Anzeichen zu zeigen, daß sie sich auf den nur 20 cm langen Weg machen wollen (www.rund-ums-baby.de).

Bei der Ärztin/ beim Arzt

Am wichtigsten ist nun die regelmäßige Kontrolle, inwieweit die Versorgung des Babys sichergestellt ist. Mit seinem Wachstum benötigt das Kind mehr und mehr Nährstoffe. Auch die Versorgung mit den Antikörpern über die Plazenta sollte sichergestellt sein. Die Funktion der Plazenta wird mittels Ultraschall überprüft, indem der Blutstrom in ihr und in der Nabelschnur gemessen wird. Natürlich wird die Ärztin oder der Arzt auch die gesunde Entwicklung des Babys weiterhin im Auge behalten - bei gewissen organischen Störungen ist es heute schon möglich, das Baby noch im Mutterleib zu behandeln.

Während dieser Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Doppler-Sonographie wird auch deutlich, wie das Baby liegt - ob es mit dem Kopf nach unten liegt oder mit dem Po nach unten, also eine ,, Steiß- oder Beckenendlage" einnimmt. In nur 0,5% der Fälle liegt das Baby quer. Die Ärztin/Arzt wird bei den kommenden Untersuchungen abzuschätzen versuchen, ob es sich um eine endgültige Lage handelt, oder ob das Baby noch genügend Raum zur Verfügung hat, seine Position zu verändern. In der Regel besteht bis zur 37./38. Woche die Möglichkeit, daß es sich von einer Steißlage doch noch in eine Kopflage bewegt, die bei der Geburt unkomplizierter ist.

Optimal liegt es mit dem Kopf nach unten und dem Kinn an der Brust. Ein weiteres Mal wird das Verhältnis Kopfumfang des Babys zur Öffnung des Beckens der Mutter geprüft (www.rund-ums-baby.de).

4. Die Geburt

4.1 Die Wehentypen

Die eigentliche Geburt kündigt sich schon etwa vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin an. In dieser Zeit kommt es zunächst zu Senkwehen, die dann später von Vorwehen und schließlich durch Eröffnungswehen abgelöst werden.

Die Senkwehen

Diese Wehen treten rund drei bis vier Wochen, manchmal aber auch ganz kurz vor der Geburt, auf und drücken das Baby tiefer ins innere Becken der Mutter. Senkwehen treten in unregelmäßigen Abständen auf und legen sich aber bald wieder und das Ergebnis ist, daß sich der Bauch deutlich sichtbar senkt.

Manche Frauen empfinden diese Wehen als ein Ziehen im Kreuz, andere empfinden gar nichts (Hoerner-Nitsch, Alete, 1999).

Die Vorwehen

In den letzten Wochen vor der Geburt verhärtet sich der Bauch immer wieder und immer öfter. Diese Wehen sind unregelmäßig, werden nicht stärker und sind in der Regel auch nicht schmerzhaft. Normalerweise hören sie nach relativ kurzer Zeit wieder auf. Diese Wehen haben mit dem eigentlichen Geburtsbeginn noch nichts zu tun, doch sie spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung, denn sie trainieren die Gebärmutter und lockern den Gebärmutterhals durch den ständig wiederkehrenden Druck, wodurch sich der Muttermund bei der Geburt leichter öffnet (Hoerner-Nitsch, Alete, 1999).

Die Eröffnungswehen

Mit den Eröffnungswehen kündigt sich die eigentliche Geburt an. Sie kommen in regelmäßigen Abständen und verursachen Schmerzen. Diese Wehen haben einen gleichbleibenden Rhythmus; sie steigern sich wellenartig bis zu einem Höhepunkt und fallen wieder ab. Die Dauer beträgt im Durchschnitt 40 bis 60 Sekunden. Zu Anfang treten Eröffnungswehen in langen Abständen auf, folgen dann aber in immer kürzeren Abständen, wobei sie ständig intensiver werden. Diese Art der Wehen unterscheiden sich von den Vorwehen dadurch, daß sie sich vor allem als ein Ziehen im Rücken bemerkbar machen, wohingegen die Mutter die Vorwehen eher im Bauch spürt.

Die Geburt steht kurz bevor, wenn die Wehen etwa im 5 - Minuten - Takt auftreten und spätestens dann sollte sich die werdende Mutter auf den Weg in die Klinik machen (Hoerner- Nitsch, Alete,1999).

Die Geburt erfolgt dann etwa 266 Tage oder 38 Wochen nach der Befruchtung. Das Geburtsdatum wird auf 280 Tage oder 40 Wochen nach der letzten Menstruation berechnet (Moore, 1990).

Zu diesem Zeitpunkt hat die Aktivität des Feten wieder abgenommen, da der vorhandene Raum innerhalb der Embryonalhüllen komplett ausgefüllt ist. Als Folge des fetalen Wachstums und der Ausweitung des Uterus werden die Organe in der Bauchhöhle der Mutter stark zusammengedrückt und verlagert, wodurch es unter anderem zu Darmverstopfungen und einem Druck auf die Blase kommt und zu Verspannungen der Rückenmuskulatur (Campbell, 1997).

Die Wehen werden dann bald durch ein komplexes Zusammenspiel von Östrogenen und Oxytocin sowie lokaler Regulatoren, den Prostaglandinen, induziert und reguliert. Der Östrogenspiegel erreicht in den letzten Wochen der Schwangerschaft sein höchstes Niveau im Blut der Mutter und führt zu der Bildung von Oxytocinrezeptoren im Uterusgewebe. Das Hormon Oxytocin stimuliert die starken Kontraktionen der glatten Muskulatur des Uterus; es leitet also die Geburtswehen ein.

Außerdem regt es auch die Ausschüttung von Prostaglandinen durch die Plazenta an, die die Kontraktionen noch verstärken. Der durch die Wehen hervorgerufene körperliche und emotionale Streß bewirkt wiederum eine noch höhere Ausschüttung von Oxytocin und Prostaglandinen. Diese positive Rückkopplung bildet die Basis der drei Stadien des Geburtsvorganges (Campbell, 1997).

Diese Stadien der Geburt lassen sich unterteilen in:

1. die Eröffnungsphase,
2. die Austreibungsphase und
3. die Nachgeburtsphase

Die Geburt wird von einer Reihe kräftiger, rhythmischer Kontraktionen ausgelöst, die man als Wehen bezeichnet.

4.2 Die Geburtsphasen

Die Eröffnungsphase

In dieser ersten und längsten Phase öffnet und dehnt sich der Gebärmutterhals (die Cervix) immer stärker. Dieses ist auch in der Regel der Zeitpunkt, wo die Fruchtblase platzt und das Fruchtwasser austritt Die Wehen kommen während mehrerer Stunden ständig stärker und in immer kürzeren Abständen, bis sie schließlich fast ohne Unterbrechung auftreten (s. auch ,,Die Eröffnungswehen").. Dabei öffnen die Wehen den Muskelring des Muttermundes, der normalerweise nur zwei Millimeter beträgt, mit jeder Druckwelle ein wenig mehr. In einer Stunde weitet sich der Muttermund ungefähr einen Zentimeter und bei der Geburt beträgt sein Durchmesser zehn Zentimeter. Deshalb ist diese Phase auch die längste der Geburt und kann sechs bis zehn Stunden dauern.

Oftmals ist diese Zeit der pausenlosen Wehen für die werdende Mutter der schwerste Teil der Geburt (Abb. 6, Anhang S.XVI) (Hoerner-Nitsch, Alete, 1999; Campbell 1997).

Die Austreibungsphase

In dieser Phase erfolgt die eigentliche Geburt. Sobald der Muttermund vollständig offen ist, schiebt sich das Baby in den Geburtskanal, und es kommt zu einem unwiderstehlichen Drang zum Pressen. Die dauerhaften und starken Kontraktionen zwingen das Kind aus dem Uterus und durch die Vagina. Die Austreibungsphase ist für das Baby der anstrengendste Abschnitt der Geburt und kann beim ersten Kind bis zu zwei Stunden dauern. Bei allen weiteren Kindern ist diese Phase meist wesentlich kürzer. Ist der Kopf des Babys erst einmal geboren, folgt der Körper in der Regel problemlos nach.

Die Nabelschnur ist nun funktionslos und wird bald abgebunden und durchtrennt.

Die letzte Phase des Geburtsvorganges erzeugt erneute Wehen, die zum Ausstoßen der Plazenta (Nachgeburt) führen (Abb. 6, Anhang S. XVI)(Hoerner-Nitsch, Alete, 1999; Campbell 1997).

Die Nachgeburtsphase

Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen, wodurch sich die Plazenta von der Gebärmutterwand ablöst und abgestoßen wird. Wichtig hierbei ist, daß die Plazenta vollständig herauskommt, da in der Gebärmutter verbleibende Reste während des Wochenbettes schwere Blutungen oder Infektionen auslösen können. Normalerweise ist diese letzte, schmerzlose Etappe innerhalb weniger Minuten nach der Geburt abgeschlossen (Abb. 6, Anhang S.XVI)(Hoerner-Nitsch, Alete, 1999; Campbell 1997).

Vor der Geburt sollte sich die Mutter (aber auch der Vater) allerdings die Frage stellen, wie das Baby geboren werden sollte. Die allermeisten werdenden Eltern möchten, daß ihr Kind möglichst sicher, aber ohne viel technischen Aufwand, ohne Eingriffe und Medikamente auf die Welt kommt.

Mittlerweile kann man zwischen vielen verschiedenen Geburtsmethoden wählen - vorausgesetzt, die Schwangerschaft verlief problemlos und es besteht kein Anlaß für besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Zur Vorbereitung auf die Geburt gehört eben auch die Entscheidung, wo das Baby entbunden werden soll; in der Klinik oder zu Hause?

4.3 Der Geburtsort

Im Bereich der Geburtshilfe hat sich in den letzten Jahren viel getan. Noch vor etwa zwanzig Jahren waren die Klinikräume, in denen die Schwangeren ,,kreißten" unansehnlich und atmosphärisch steril. Heute erwartet die werdenden Mütter ein anderes Bild; statt einer sterilen Klinikatmosphäre in kaltem Weiß mit nüchternen Apparaturen und Einrichtungen aus Metall finden sie moderne Entbindungszimmer in warmen Tönen und freundlicher Einrichtung vor, die eher eine Wohnzimmerstimmung erzeugen. Außerdem können entbindende Frauen sich heute frei bewegen und ausprobieren, was ihnen die Geburt am leichtesten macht, wie z. B. Sitzen auf dem Entbindungsstuhl, Hocken auf einem Ball oder Hängen in einem Entbindungsrad (Ärztlicher Ratgeber, 2000)

Nun müssen sich die Eltern nur noch entscheiden, ob die Geburt

- eine Hausgeburt,
- eine Klinikgeburt oder
- eine ambulante Geburt sein soll.

Die Hausgeburt

Die Geburt eines Kindes ist ein tief greifendes familiäres Ereignis und da ist der Wunsch vieler Frauen, ihr Kind zu Hause zur Welt zu bringen, sehr verständlich. Befürworter der Hausgeburt sind der Ansicht, daß die natürliche Umgebung zu Hause mit den Gefühlen von Vertrautheit, Geborgenheit, Ruhe und Intimität ideale Voraussetzungen für das seelische Befinden bietet. Außerdem sind sie der Meinung, daß der Anfang, ebenso wie das Ende des Lebens in den Bereich der Familie und nicht in ein fremdes Umfeld gehört.

Ein weiterer Pluspunkt, der für eine Hausgeburt spricht, ist der, daß erhebliche Kosten eingespart werden können, sofern die Geburt ohne Komplikationen verläuft.

Aber genau das ist die andere Seite der Medaille; eine Hausgeburt kann auch ein erhöhtes Risiko darstellen, weil es selbst nach einer problemlosen Schwangerschaft zu ernsthaften Geburtskomplikationen kommen kann, und zwar immerhin in fünf bis 20 Prozent der Fälle.

Falls solche Schwierigkeiten während der Entbindung auftreten sollten, bedarf es meist eines äußerst raschen Handelns und der Anwendung medizinischer Verfahren und Geräte, die dann zur Verfügung stehen müssen.

Bei einem Notfall, z. B. einer Blutung, einem Geburtsstillstand oder schlechten Herztönen des Kindes, muß die Schwangere sofort in die Klinik gebracht werden. Und genau dieses würde das gewünschte Klima von Ruhe, Geborgenheit und Entspannung ins Gegenteil umkehren; es kommt Streß, Hektik und große Angst auf.

Zudem kann der Zeitverlust durch den Transport in die Klinik lebensbedrohend werden.

Wegen solcher Komplikationen ist eine sorgfältige Planung der Hausgeburt äußerst wichtig. Vor allem ist eine Hebamme, die Erfahrung mit Hausgeburten hat, unerläßlich. Eine geburtshilfliche Einrichtung sollte für den Notfall immer erreichbar sein (Ärztlicher Ratgeber, 2000).

Bei einer Hausgeburt ist es darüber hinaus sehr wichtig, daß auch das soziale Umfeld der Schwangeren stimmt, das heißt, daß z. B. die Familie oder Nachbarn der Mutter nach der Entbindung zur Hand gehen können und ihr die Arbeit mit dem Baby und im Haushalt erleichtern.

Die Klinikgeburt

Vom medizinischen Standpunkt aus betrachtet ist die Klinik der sicherste Ort für die Entbindung, weil ausreichend Personal und die entsprechenden Gerätschaften zur Verfügung stehen, wenn sich Komplikationen einstellen sollten. Gewährleistet wird eine lückenlose Überwachung durch Geräte, die Herztöne und Wehenkurven aufzeichnen, die den Geburtshelfern jede drohende Gefahr rechtzeitig anzeigen.

4.4 Die Geburtsarten

Je nach den medizinischen Gegebenheiten im Verlauf der Schwangerschaft stehen heute im Wesentlichen drei Entbindungsmethoden zur Verfügung:

1. die natürliche Geburt
2. die sanfte Geburt und
3. die eingeleitete Geburt.

Darüber hinaus gibt es aber auch die Geburt mit Schmerzbetäubung, mit Dammschnitt, oder sogar den Kaiserschnitt.

Die natürliche Geburt

Auf diese Art der Entbindung haben sich die meisten Paare während der Vorbereitung eingestellt. Unter einer natürlichen Geburt versteht man eine Geburt, bei der auf Medikamente und Eingriffe möglichst verzichtet wird. Die Frau kann sich in einem Geburtszimmer, das mit verschiedenen Hilfsmitteln eingerichtet ist, frei bewegen und selbst entscheiden, ob sie ihr

Kind liegend, auf dem Gebärstuhl, in der Hocke oder auf einer Matte zur Welt bringen will. Der werdende Vater kann die Schwangere mit Massagen, Halten, Mitatmen und Zuspruch unterstützen.

Regelmäßig kontrolliert die Hebamme die Herztöne des Kindes und die Öffnung des Muttermundes. Immer beliebter wird bei dieser Geburtsart die Inanspruchnahme des Gebärstuhls, denn die aufrechte Haltung macht es Mutter und Kind um vieles leichter. Unterstützt durch die Schwerkraft, sind die Wehen gezielter und wirkungsvoller, und die Geburt dauert weniger lang (Hoerner-Nitsch, Alete, 1999).

Die sanfte Geburt

Erstmals wurde diese Art der Geburt von dem französischen Geburtshelfer Frédéric Leboyer in den 70er Jahren beschrieben, bei der es darum geht, dem Kind vor und während der Geburt unnötige Belastungen zu ersparen. Bei der sanften wie auch der natürlichen Geburt wird das Kind sofort nach seiner Ankunft auf den Bauch der Mutter gelegt. Auf diese Weise ist es dem Baby möglich, sich langsam einzugewöhnen, während es den vertrauten Herzschlag der Mutter hört und ihre Wärme spürt. Ebenso kann das Baby auch zum ersten Mal an der Brust der Mutter saugen, sobald es Lust dazu verspürt. Die Nabelschnur wird erst durchtrennt, wenn sie aufgehört hat, zu pulsieren.

Bei dieser Art der Geburt haben also Baby, Mutter und Vater Gelegenheit, die Intimität ihres ersten Zusammenseins ausgedehnt zu nutzen (Hoerner-Nitsch, Alete, 1999).

Die eingeleitete Geburt

Im Gegensatz zu früher wird heute eine Geburt nur noch dann mit Medikamenten eingeleitet, wenn dafür Risikofaktoren oder andere spezielle Gründe vorliegen, z. B. wenn der errechnete Geburtstermin um mehr als zehn Tage überschritten wird. In diesem Fall erschöpft sich die Stoffwechselleistung der Plazenta, wodurch wiederum die Versorgung des Kindes abnimmt und schnellstmöglich auf die Welt kommen sollte (Ärztlicher Ratgeber, 2000).

Die Geburt mit Schmerzbetäubung

Da manche Frauen besonders schmerzempfindlich sind und große Angst vor der Geburt haben, wird ihnen häufig eine Entbindung empfohlen, bei der der Schmerz gemildert oder ganz ausgeschaltet wird, ohne das Bewußtsein zu trüben oder das Kind zu schädigen. Diese sogenannte Periduralanästhesie entwickelte sich aus der ,,Schlafgeburt", die in den 60er Jahren sehr modern war und bei der die Frauen erst aus ihrer Narkose aufwachten, wenn das Kind geboren wurde. Zehn Jahre später ging man dann dazu über, der Gebärenden ein Schmerzmittel in die Außenhülle des Rückenmarks zu spritzen, wodurch sie bei vollem Bewußtsein blieb, der Geburtsschmerz jedoch gelindert wurde. Heute läßt sich der Schmerz per Infusion mit einem Dauerkatheter so gezielt niedrig halten, daß eine Betäubung des Kindes fast völlig vermieden werden kann (GEO Wissen, 1998). Außerdem finden bei dieser Methode der Geburt auch die Akupunktur, Bachblüten und homöopathische Medikamente Anklang (Hoerner-Nitsch, Alete, 1999).

Der Dammschnitt

Wenn sich das Baby den engen Weg durch die Scheide bahnt, wird das umliegende Gewebe, vor allem der Bereich zwischen Scheide und After, sehr starken Belastungen ausgesetzt. In manchen Fällen ist die Dehnung so heftig, daß es in diesem Dammbereich zu Einrissen kommt.

Durch den Dammschutz, bei dem die Hebamme eine Hand ganz fest auf den Damm legt und mit der anderen Hand versucht, das Köpfchen zu führen und die Geschwindigkeit des Durchtritts zu kontrollieren, soll das Einreißen des Dammes verhindert werden. Wenn aber erkennbar wird, daß trotz dieser Maßnahme der Damm den Belastungen nicht standhält, oder wenn die Geburt - z. B. wegen abfallender Herztöne des Babys - schnell zu Ende gebracht werden soll, entscheiden sich die Geburtshelfer meist für einen Dammschnitt, der in der Fachsprache auch Episiotomie genannt wird. Hierzu wird die Geburtsöffnung mit einer speziellen Schere künstlich geweitet, der Schnitt anschließend wieder genäht. Von diesem Schnitt spürt die Mutter in der Regel nichts, da die Schmerzempfindung in diesem Bereich stark gedrosselt ist und der Arzt zusätzlich noch lokale Betäubungsmittel anwenden kann (Ärztlicher Ratgeber, 2000).

Der Kaiserschnitt

Ein Kaiserschnitt, in der Fachsprache auch Sectio genannt, ist manchmal unumgänglich, nämlich dann, wenn die vaginale Geburt mit einem zu großen Risiko für das Kind verbunden ist. Dazu gehören im wesentlichen:

- extrem ungünstige anatomische Verhältnisse, wie ein zu enges oder verformtes mütterliches Becken,
- eine falsche Lage des Babys wie die Beckenendlage, die Schräg- oder Querlage,
- Mehrlinge, übergroße Kinder, Frühgeburten unter 1500 Gramm,
- Notfallsituationen während der Geburt, wie z. B. ein ungewöhnlich langer Geburtsverlauf mit der Gefahr des Sauerstoffmangels beim Kind oder ein Nabelschnurvorfall des Babys,
- ein Mutterkuchen, der am Gebärmutterausgang liegt und dem Baby den normalen Geburtsweg versperrt,
- eine Schwangerschaftsvergiftung.

Moderne Operations- und Narkosetechniken haben dem Kaiserschnitt heute allerdings seinen Schrecken genommen. Das Verfahren ist in Entbindungskliniken ein Routineeingriff; gegenwärtig kommt jedes sechste Kind in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Es ist jedoch ein operativer Eingriff und somit risikoreicher als die vaginale, spontane Geburt. Etwa bei einem Drittel der Schwangeren ist bereits einige Wochen vor dem Geburtstermin bekannt, daß die Entbindung nicht auf normalem Wege stattfinden kann, weil z. B. der Mutterkuchen den natürlichen Geburtsausgang blockiert. In solchen Fällen lassen sich frühzeitig Vorbereitungen treffen und die Mutter hat genügend Zeit, sich mit dieser Methode auseinanderzusetzen. So kann sie sich mit der Narkose beschäftigen und sich gegebenenfalls für eine Teilnarkose entschließen, wobei mit einer Rückenmarksspritze nur der Bauch betäubt wird (Periduralanästhesie), nicht aber der Kopf, so daß sie die Geburt ihres Kindes trotzdem miterleben kann. Der Schnitt, durch den das Baby herausgehoben wird, ist im übrigen klein und waagerecht entlang der ,,Bikinilinie" im unteren Teil des Bauches (Ärztlicher Ratgeber, 2000).

5. Teratogene Wirkungen & Hygiene

5.1 Fehlbildungen, die durch teratogene Wirkungen entstehen

Die normale embryonale Entwicklung kann durch exogene Faktoren gestört werden. Die Schädigung durch Teratogene ist von verschiedenen Faktoren abhängig (Abb.7, Anhang S. XVII, Toxikologie).

- Zeitpunkt der Einwirkung : Die teratogene Wirkung hat Folgen, wenn sie in der Zeit der Differenzierung und Morphogenese einwirkt. In der Zeit der Blastogenese kann die durch eine teratogene Noxe entstandene Schädigung entweder vollständig regeneriert werden oder die geschädigte Blastula stirbt ab. Hier gilt die ,,Alles-oder-nichts-Regel". In der Fetalperiode sinkt die Sensibilität ab. Die schädigende Wirkung in der Fetalperiode kann zu Wachstumsretardierung oder eventuell zu Funktionsstörungen führen (Buselmaier, 1999). · Dosis: Aus Tierexperimenten ist bekannt, daß die Art und Schwere der Fehlbildung teratogener Stoffe von der verabreichten Menge abhängt (Dosis-Wirkungsbeziehung) (Buselmaier, 1999).

- Genetische Disposition der Embryonen : Aus Tierexperimenten ist bekannt, daß die Einwirkung der chemischen Stoffe je nach dem Genotyp des Embryos unterschiedlich sein kann. Hydantoin ist z.B. ein teratogener Stoff, der zur pränatalen Wachstumsretardierung, kraniofazialen Dysmorphiezeichen und Extremitätenfehlentwicklungen führen kann. Aber nur bei 5-10% der Fälle liegt eine schwere Hydantoinembryopathie vor (Buselmaier, 1999).

- Genetische Disposition der Mutter: Man weiß, daß teratogene Stoffe nicht direkt, sondern über ihre Metabolite die Organogenese stören. Da die Metabolisierung aller Stoffe unterschiedlich ist und von vielen Faktoren beeinflußt wird, kann die teratogene Wirkung individuell je nach genetischer Konstitution Unterschiede zeigen (Buselmaier, 1999).

Die teratogenen Faktoren lassen sich in vier Gruppen zusammenfassen:

- Ionisierende Strahlen;
- Medikamente oder andere Chemikalien und Genußmittel;
- Infektionen während der Schwangerschaft;
- Mütterliche Stoffwechselerkrankungen (Buselmaier, 1999).

Ionisierende Strahlen

Die teratogene Wirkung ionisierender Strahlen ist seit langem bekannt. Auch hier gilt die ,,Alles-oder-nichts-Regel". Wenn die Strahleneinwirkung in der Präimplantationsphase stattfindet, führt sie entweder zum Absterben des Embryos oder die eventuellen Schäden werden vollständig repariert. Eine schädigende Wirkung durch niedrige Strahlendosen, wie sie in der medizinischen Diagnostik verwendet werden, ist beim Menschen nicht bekannt. Es wurde berechnet, daß eine Belastung unter 20 rad (200 mG) in der sensiblen Periode noch unter der Dosis liegt, die eine Verdoppelung der Häufigkeit von Fehlbildungen bewirkt. Bei höheren Belastungen, wie der radioaktiven Strahlung nach den Atombomben Explosionen in Hirohima und Nagaski, sind schwere Fehlbildungen des Neurokraniums, der Augen, des Skeletts und der inneren Organe festgestellt worden (Buselmaier, 1999).

Medikamente oder andere Chemikalien und Genußmittel

Seit dem Auftreten der Thalidomidembryopathie ist man auf die teratogene Wirkung von Arzneimittel besonders aufmerksam geworden. Die Teratogenität der Arzneimittel wird heute strenger getestet. Obwohl die Zahl spezieller Fehlbildungen, die auf Medikamente zurückzuführen sind, äußerst gering ist, sollten Arzneimittel in der Schwangerschaft nur dann gegeben werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Allerdings sollte auch nicht aus unbegründeter Angst ein für die Mutter lebensnotwendiges Medikament abgesetzt werden. Bei der Anamnese im Rahmen einer genetischen Beratung sollte auch nach Alkoholkonsum und anderen Genußmitteln gefragt werden. In Tabelle 1 (Anhang S. XVIII) sind einige Medikamente und Genußmittel mit teratogenen Effekten zusammengestellt.

Thalidomidembryopathie

Die Art und Schwere der Fehlbildung ist vom Zeitpunkt der Einnahme des Medikaments abhängig. In manchen Fällen besteht Ähnlichkeit mit dem autosomal-dominant erblichen Holt-Oram-Syndrom (Abb. 8, Anhang S. XVIII). Neben Extremitätenfehlbildungen können Gesichtsnervenlähmungen, Anotie, Analatresie, Duodenalatresie, Herz- und Nierenfehlbildungen auftreten (Buselmaier, 1999).

Warfarin

Die Antikoagulantientherapie mit dem synthetisch hergestellten Kumarinderivat Warfarin kann zu einem schweren Fehlbildungssyndrom führen, das dem Conradi-Hühnemann- Syndrom ähnlich ist. Zu den charakteristischen Merkmalen gehören: intrauterine Wachstumsretardierung, Hypoplasie des Nasenskeletts, Linsentrübung. Mikrophthalmus, Optikusatrophie, verkürzte Extremitäten und kalkspritzerförmige Einlagerungen in zahlreichen Epiphysen, Wirbelkörpern und im Kalkaneus. Etwa 10% der exponierten Kinder zeigen diese Befunde (Buselmaier, 1999).

Retinoide (Isotretinoin und Etretinat)

Diese Medikamente werden für die Behandlung von nodulozystischer Akne und schweren Verhornungsstörungen in der Dermatologie verwendet. Inzwischen ist ihre teartogene Wirkung von Vitamin A (in hohen Dosen) und seiner Derivate nachgewiesen. Entweder führen sie zu Aborten oder die Kinder weisen verschiedenen Fehlbildungen auf: Mikrozephalie, Gesichtsasymmetrie, Hydrozephalus, Mikrootie, Gehörgangatresie, Mikrophthalmie, Gaumenspalte und Herzfehler. Die phänotypischen Merkmale sind dem Goldenhaar-Syndrom (Abb. 9, Anhang S.XVIII) sehr ähnlich. Die Halbwertzeit dieser Medikamente beträgt bis zu 120 Tage (Buselmaier, 1999).

Hydantoin-Barbiturat-Embryopathie

Diese Medikamente werden zur antieptileptischen Therapie eingesetzt. Unspezifische Fehlbildungen bei Kindern von Müttern, die mit Antikonvusiva behandelt wurden, sind 2- bis 3mal häufiger als bei Kindern von Nichtepileptikerinnen. Wahrscheinlich spielen dabei auch andere, bisher unbekannte Faktoren eine Rolle. Auf jeden Fall kann nicht gesagt werden, daß diese Medikamente für den Fötus mit Sicherheit ungefährlich sind. Etwa 11% der Kinder von Müttern, die mit Hydantoin behandelt wurden, zeigen Mikrozephalie, breit eingezogene Nasenwurzel, Epikanthus, Hypertelorismus, großen Mund, wulstige Lippen, hypoplastische Fingernägel und Endphalangen. Da bei Behandlung mit Barbituraten etwa die gleichen Symptome auftreten, spricht man hier von Hydantoin-Barbiturat-Embryopathie. Die Umstellung auf ein anderes, weniger gefährliches Medikament muß vor Eintritt in die Schwangerschaft erfolgen. Eine pränatale Diagnostik ist im Verdachtsfall angezeigt (Buselmaier, 1999).

Alkoholembryopathie

Die Alkoholembryopathie hat wegen ihrer Häufigkeit eine große Bedeutung. Sie wird in Deutschland auf ca. 1 von 600 Neugeborenen geschätzt.

Die charakteristischen Merkmale sind Mikrozephalie, geistige Retardierung, Übererregbarkeit, verschiedene Fehlbildungen und kraniofaziale Dysmorphiezeichen. Die häufigsten Fehlbildungen sind angeborene Herzfehler, Fehlbildungen des Urogenitalsystems und Neuralrohrdefekte. Besonders charakteristisch sind die Handfurchen: Dreifingerfurche mit abgeknickten Zwischenfingerabschnitten und Daumenfurche. Die Ausprägung der klinischen Merkmale ist vom Schweregrad des Alkoholismus der Schwangeren abhängig. Die Schwerstbetroffenen zeigen neben den charakteristischen Dysmorphiezeichen eine geistige und statomotorische Retardierung.

Die mittelschwer Betroffenen zeigen diskrete kraniofaziale Dysmorphiezeichen, fallen durch Übererregbarkeit, Hyperkinese und Muskelhypotonie auf. Die statomotorische und geistige Entwicklung ist verzögert.

Die leicht Betroffenen fallen im Säuglings- und Kleinkindesalter durch Gedeihstörung und Mikrozephalie, später durch Lern- und Verhaltensstörungen auf (Buselmaier, 1999).

Infektionen

Die kongenitalen Infektionen und dadurch verursachten Embryopathien sind je nach Stadium der Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Infektion unterschiedlich. Die kongenitale Rötelninfektion ist mit Abstand die wichtigste.

Die Rötelnembryopathie wurde zum ersten Mal von Gregg beschrieben. Sie tritt auf, wenn die Mutter erstmals während der Schwangerschaft infiziert wird. Das Fehlbildungsrisiko hängt mit dem Zeitpunkt der Infektion zusammen. Bei einer Infektion im ersten Schwangerschaftsmonat beträgt das Risiko 50%, im zweiten ca. 20% und im dritten ca. 6%. Bei einer Infektion nach Abschluß der Embryonalzeit kann es zu neurologischer Innenohrschwerhörigkeit kommen.

Die typischen Merkmale der Rötelnembryopathie sind: intrauterine Wachstumsstörung, Mikrozephalie, angeborene Herzfehler, Augenschäden, Innenohrschwerhörigkeit und psychomotorische Retardierung.

Als prophylaktische Maßnahme sollten alle Mädchen vor der Pubertät gegen Röteln geimpft werden.

Da die klinische Diagnose der Röteln unsicher ist und nur serologische Untersuchungen eine zuverlässige Aussage über eine erfolgreiche Infektion zulassen, muß nach Rötelnkontakt einer Schwangeren, die nicht gegen Röteln geimpft wurde und bei der der Hämagglutinations- hemmtest (HAH-Test) negativ ausfiel, der HAH-Test wiederholt und die spezifischen IgM- Antikörper bestimmt werden. Titeranstieg und Nachweis von IgM sind Beweis für eine frische Infektion. Bei Frischinfektionen im ersten bis dritten Monat kann der Wunsch nach Interruptio befürwortet werden. Eine fetale Virämie kann durch eine serologische Untersuchung im fetalen Blut nachgewiesen werden (Buselmaier, 1999).

Zytomegalie

Die primäre Infektion der Mutter mit dem Zytomegalievirus während der Schwangerschaft kann für den Fötus gefährlicher sein als ein Reinfektion, obwohl nach einer Zytomegalievirusinfektion keine Immunität besteht. Die charakteristischen Merkmale sind: Mikrozephalie, Hydrozephalus, Meningoenzephalitis, Hepatomegalie, hämolytische Anämie mit Thrombozytopenie und Sepsis (Buselmaier, 1999).

Toxoplasmose

Obwohl über 40% der Frauen mit Toxoplasmose infiziert sind, kommt es sehr selten zur Erkrankung des Feten. Wahrscheinlich ist auch hier der Fetus durch Primärinfektion gefährdet. Die Symptome beim Kind sind: Hepatosplenomegalie, Chorioretinitis, Mikrophthalmus, Meningoenzephalitis, intrazerebrale Verkalkungen, Hydrozephalus und Krämpfe. Die Überlebenden sind meist geistig retardiert (Buselmaier, 1999).

AIDS-Embryopathie/-Fetopathie

HIV wird transplazentar in verschiedenen Schwangerschaftsstadien während der virämischen Phasen übertragen. Wiederholt wurde über das Vorliegen einer sog. HIV-Embryopathie berichtet. Die Kinder zeigen eine kraniofaziale Dysmorphie mit Mikrozephalie, Hypertelorismus, prominente kastenförmige Stirn, flache Nasenwurzel, schräge Lidachsen, prominentes, dreieckiges Philtrum, wulstige Lippen und eine intrauterine Wachstumsretardierung (Buselmaier, 1999).

Varizella-Zoster-Infektion

Varizella (Windpocken) und Zosterinfektionen können während der Schwangerschaft zu fetaler Virämie mit teratogenen Effekten führen. Allerdings ist das Risiko gering. Die Kinder zeigen Mikrozephalie, Mikrophthalmie, Katarkte, Chorioretinitis, Hautanomalien mit Narben, Bläschen und epidermale Hypoplasien (Buselmaier, 1999).

Andere virale Infektionen

Bei anderen viralen Infektionen während der Schwangerschaft wie z.B. mit Hepatitisvirus, Herpes-simplex-Virus und Influenzavirus sind nur einzelne intrauterine Schädigungen bei Kindern bekannt. Im Falle einer Frischinfektion der Mutter während einer Schwangerschaft sollte das intrauterine Wachstum des Kindes engmaschig kontrolliert werden (Buselmaier, 1999).

Mütterliche Stoffwechselerkrankungen

Metabolische Erkrankungen der Mutter, unabhängig von ihren genetischen Risiken, können zu intrauterinen Entwicklungsstörungen des Kindes führen.

Mütterliche Phenylketonurie bzw. Hyperphenylalaninämie

Dank der erfolgreichen diätischen Behandlung der Phenylketonurie entwickeln sich die Patienten völlig normal, so daß die Fortsetzung der Therapie im Erwachsenenalter in der Regel nicht mehr erforderlich ist.

Phenylalanin ist plazentagängig. Die erhöhten Werte können während der Schwangerschaft zu einer schweren Schädigung des Kindes führen. Diese Kinder zeigen einen intrauterinen Entwicklungsrückstand mit Mikrozephalie, multiplen Fehlbildungen, angeborenen Herzfehlern und eine schwere geistige Retardierung. Durch eine konsequente Diatbehandlung während der Schwangerschaft kann dies vermieden werden. Allerdings muß die Therapie vor der Konzeption begonnen werden (Buselmaier, 1999).

Mütterlicher Diabetes mellitus

Kinder diabetischer Mütter haben ein erhöhtes Allgemeinrisiko gegenüber Kindern von Nichtdiabetikerinnen. Dazu gehören neben Geburtstrauma, Hypoglykämie, Hypokalzämie und Ateminsuffizienz auch eine erhöhte kongenitale Fehlbildungsrate. Multiple Fehlbildungen, vorwiegend des Skelettsystems, ZNS, Herz und Urogenitaltraktes, sind bei den Kindern diabetischer Mütter 2- bis 3mal höher als bei der Allgemeinbevölkerung. Der

Prozentsatz beträgt etwa 6-9%. Die Mütter, der Kinder mit kaudalem Regressionssyndrom, das die Hypoplasie von Steißbein, unteren Extremitäten und das Fehlen von mehreren Lenden- und/oder Brustwirbelkörpern einschließt, sind häufig Diabetikerinnen (Buselmaier, 1999).

Mutagene Wirkungen

In der genetischen Beratung sind besonders zwei Risikofaktoren zu beachten:

1. Erhöhtes Risiko für Aborte und genetisch geschädigte Neugeborene nach Einnahme mutagener Pharmaka und
2. erhöhtes Risiko nach medizinischer Strahlenbelastung der Gonaden.

Dabei ist für Männer und Frauen die Risikoabschätzung in der genetischen Beratung unterschiedlich. Während bei Männern ein hohes Risiko für eine Schädigung von postmeiotischen Spermatogenesestadien besteht, ist bei Frauen besonders die präovulatorische Phase sensibel.

Die Meiose bei Männern in der Spermatogenese wirkt wie ein biologischer Filter für induzierte numerische und strukturelle Chromosomenaberrationen. Schädigungen von prämeiotischen Stadien werden überwiegend eliminiert. Dies bedeutet, daß das genetische Risiko für Kinder, die nach einer medizinisch induzierten Verabreichung von Mutagenen (z.B. bei einer Tumorbekämpfung mit Zytostatika) gezeugt werden, gering ist, wenn die Behandlung bereits so lange zurück liegt, daß Spermatogenesestadien verdämmert sind, die zum Zeitpunkt der Behandlung als postmeiotische Stadien vorlagen.

Man sollte demnach entsprechende Patienten bei Kinderwunsch raten, für eine gewisse Zeit nach der Behandlung kontrazeptive Maßnahmen zu ergreifen. Danach, wobei über die Berechnung der Risikophase hinaus ein größerer zeitlicher Sicherheitsabstand anzuraten ist, besteht in der Regel kein über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegendes Risiko mehr. Wurde ein Kind während der kritischen Phase gezeugt, so ist auf jeden Fall eine pränatale Chromosomendiagnostik durchzuführen. Aus Sicherheitsgründen kann dies aber auch nach Einhaltung eines zeitlichen Sicherheitsabstandes in Erwägung gezogen werden.

Diese Risikoabschätzung gilt jedoch nur für mikroskopisch erkennbare chromosomale Veränderungen. Genmutationen werden nicht durch die Meiose eliminiert. Allerdings induzieren nach allen bisherigen Erfahrungen zumindest chemische Mutagene nicht ausschließlich Genmutationen, sondern auch Chromosomenaberrationen. Man kann ein Risiko durch solche Verbindungen also über induzierte Chromosomenaberrationen entdecken. Auf jeden Fall muß mit einer erhöhten Rate von Genmutationen gerechnet werden, wenn ein Patient mit Mutagenen behandelt wurde.

Wie bereits erwähnt ist bei Frauen besonders die präovulatorische Phase sensibel. Dies bedeutet, daß Oozyten, die nicht kurz vor der Ovulation stehen- beim Menschen sind dies die Oozyten im Diktyotänstadium- relativ unsensibel gegen Mutagene sind. Eine genetische Gefahr besteht daher vorwiegend für den Zyklus, in dem die Behandlung stattfindet und in gewissem Umfang für den folgenden Zyklus. Eine Konzeptionsverhütung während dieser Zeit verringert das genetische Risiko entscheidend. Ist allerdings während dieser Zeit eine Befruchtung erfolgt, so besteht ein erhebliches genetisches Risiko, und eine pränatale Diagnose ist unbedingt indiziert (Buselmaier, 1999).

5.2 Hygiene / Ignaz Philipp Semmelweis

Im Jahre 1865 mußte die Seidenindustrie in Südfrankreich gewaltige finanzielle Einbußen durch eine Krankheit hinnehmen, welche die Seidenraupen tötete. Ein Mann Namens Pasteur wurde um Hilfe gebeten. Er gebrauchte sein Mikroskop und fand einen winzigen Parasiten, der die kranken Seidenraupen und ihre Nahrung, die Maulbeerblätter, heimsuchte. Pasteurs Lösung war zwar drastisch, aber doch vernünftig. Alle befallenen Raupen und alles befallene Futter mußten vernichtet werden. Man mußte einen neuen Anfang mit gesunden Raupen und reiner Nahrung wagen. Das erwies sich als richtig, und die Seidenindustrie wurde so gerettet. Was für eine ansteckende Krankheit galt, schien für Pasteur auch für andere zuzutreffen. Eine Krankheit konnte demnach durch Mikroorganismen verursacht werden und sich dann durch Husten, Niesen oder Küssen, durch Abfälle, durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser ausbreiten. In jedem Falle würden die krankheitserregenden Mikroorganismen vom kranken auf den gesunden Menschen übergehen. Insbesondere wäre es der Arzt, der durch seinen zwangsläufigen Kontakt mit den Kranken die Infektion übertragen könnte (www.vobs.at/bio/).

Zu dieser letzten Schlußfolgerung war tatsächlich der ungarisch-östereichische Arzt Ignaz Philipp Semmelweis (1818 - 65) gekommen. Er wurde am 1. Juli 1818 in Ofen (bei Buda; heute Budapest) geboren und starb am 13. August 1865 in Döbling (bei Wien). Er war der Vorkämpfer für die Antisepsis, wurde damit zum ,,Retter der Mütter" und endete tragisch: Ignaz Semmelweis entdeckte die Ursache des Kindbettfiebers - eine von hohem Fieber begleitete eitrige Berührungsinfektion, die vorwiegend im Bereich der Geburtswunde auftritt. Man nannte sie ,,Frauentod aus Männerhand", da sie fast durchweg bei der Untersuchung durch die Hand des Arztes entstand. In manchen Kliniken starben daran über 90% der Wöchnerinnen! Semmelweis führte die Händedesinfektion ein und reduzierte damit die Zahl der Erkrankungen drastisch. Doch statt Anerkennung erntete er die Feindschaft seiner Fachkollegen. Ihre Ignoranz und vor allem Ablehnung war verständlich: Hatten sie sich doch gerade erst die Geburtshilfe aus den Händen der Frauen erobert, so konnte es nicht angehen, daß ausgerechnet sie für den Tod der Wöchnerinnen verantwortlich sein sollten. Semmelweis hat die allgemeine Bestätigung seiner Erkenntnis nicht erlebt: Er erkrankte an einer endogenen Psychose und starb 47-jährig in der Psychatrie Döbling an einer Wundinfektion (www.m-ww.de).

Semmelweis hatte in Pest (heute Budapest) und Wien Medizin studiert und dort im Jahre 1844 auch promoviert. 1846 wurde er zum Assistenten der Geburtshilflichen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien ernannt. Diese bestand aus zwei Abteilungen, eine, die den Ärzten und Medizinstudenten zugeordnet war und eine zweite, für die die Hebammen verantwortlich waren. Die schweren ,,Epidemien" mit auffallend mehr Todesopfern in der ersten Abteilung führten Semmelweis zu der Annahme, daß die Ursache in der ärztlichen Untersuchung liegen mußte. Durch den Tod des befreundeten Gerichtsmediziners Jakob K. Kolletschka (1803 - 1847), der an einer Blutvergiftung (Sepsis) starb, die er sich durch eine Wunde beim Sezieren zuzog, konnte Semmelweis im Mai 1847 zeigen, daß das Krankheitsbild der Sepsis bei diesem Kollegen identisch war mit dem Krankheitsbild des Kindbettfiebers der Mütter. Die gemeinsamen Ursachen waren, wie er schrieb, ,,die Leichenteilchen, die in das Blutgefäßsystem gelangten." Dies war nicht verwunderlich, denn Ärzte und Studenten kamen direkt vom Seziersaal zur Untersuchung und infizierten so ihre Patientinnen. Durch Einführung der Desinfektion durch Waschungen der Hände mit einer Lösung aus Chlorkalk als hygienische Maßnahme konnte Semmelweis in seiner Abteilung die hohe Sterblichkeit der Frauen um die Hälfte herabsenken.

Man ernannte ihn zwar zum Privatdozenten, doch ansonsten wurde er in Kollegenkreisen diskreditiert. Gekränkt verließ Semmelweis 1849 Wien und kehrte in seine ungarische Heimat zurück (www.m-ww.de).

Im Jahre 1855 erhielt Semmelweis an der Pester Universität eine Professur für Geburtshilfe. Hier verfaßte er eine umfassende Darstellung seiner Entdeckung, Untersuchungen und Ergebnisse, die er in ,,Offenen Briefen" verbreitete, und die 1861 als ,,Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers" erschienen. Nur wenige Kollegen, unter ihnen die Mediziner Ferdinand von Hebra (1816 - 1880) und Joseph Skoda (1805 - 1881), setzten sich für ihn ein und verbreiteten seine Ideen (www.m-ww.de).

Jedoch erst als man das von dem schottischen Chirurgen Joseph Lister (1827 - 1912) im Jahre 1867 vorgeführte Besprühen des Operationsfeldes mit desinfizierendem Karbol in die Chirurgie eingeführt und damit einen steilen Abfall der Mortalität im Operationssaal erreicht hatte, erhielt Semmelweis posthume Anerkennung. Erst über Lister und die Erkenntnisse in der noch jungen Bakteriologie fand das Händewaschen vor einer geburtshilflichen Untersuchung Eingang in die alltägliche Arztpraxis. Bis dahin hatten noch unzählige Mütter durch ärztliche Ignoranz ihr Leben lassen müssen. Heute tritt das Kindbettfieber bei aseptischer Entbindung bis auf ganz wenige Fälle von Autoinfektionen nur sehr selten auf (www.m-ww.de).

6. Diskussion

Im Rahmen dieses schriftlichen ETÂs mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt war es nicht immer ganz einfach, sich zu entscheiden, wieviel Aufmerksamkeit man jedem einzelnen Kapitel der Schwangerschaft widmen sollte, da im Prinzip jeder einzelne Tag der insgesamt neun Monate wichtig ist.

So haben wir z. B. die Rolle des Vaters nur am Rande erwähnt, obwohl dieser in den meisten Fällen auch seinen Teil zu einer glücklichen Schwangerschaft und Geburt beiträgt. Die intensive Auseinandersetzung mit diesem Teilhema hätte dann aber sicherlich den Umfang dieser Arbeit gesprengt, so daß wir uns entschlossen haben, hier nicht näher Bezug zu nehmen.

Für uns war es sehr interessant und für die Zukunft eventuell noch ganz wichtig zu lernen, welche Vorgänge sich in den vielen Wochen der Schwangerschaft sowohl auf wissenschaftlicher als auch aus Sicht der werdenden Mutter, abspielen.

An dieser Stelle müssen wir einen großen Dank an unsere Mütter, aber auch Väter aussprechen, die wir zu jeder Zeit mit anfallenden Fragen ein Loch in den Bauch fragen konnten und die uns dann in oftmals langen und sehr interessanten Gesprächen von unserer eigenen fetalen Entwicklung berichten konnten. Sie erzählten uns von ihren Gefühlen, aber auch Ängsten, von den Besonderheiten, die sie im Laufe der Schwangerschaft entwickelt haben und wie es dann schließlich war, uns endlich zuhause zu haben.

Diese Erfahrungen, die uns unsere Eltern geschildert haben, hätten wir in keinem Buch nachlesen können und mit jedem Tag mehr, den wir uns mit diesem Thema beschäftigt haben und immer noch beschäftigen, wächst in uns die Neugierde, wie es wohl erst sein muß, selbst schwanger zu sein und dieses ,,kleine" große Wunder selbst erleben zu dürfen.

Ebenso gilt der Dank unseren Frauenärzten, die sich ebenfalls viel Zeit für die Beantwortung anfallender Fragen genommen haben und die uns mit ausreichend Informationsmaterial und Büchern versorgt haben.

Oft geht man an schwangeren Frauen vorbei und denkt sich nicht viel dabei, doch wir für unseren Teil haben festgestellt, daß wir diese Begebenheit nun mit ganz anderen Augen sehen.

Vermutlich werden wir, bevor wir selbst irgendwann einmal schwanger sein werden, diese aufregende Zeit bei unseren Geschwistern miterleben dürfen, denn wir haben beide ältere Geschwister, die uns dann wohl in näherer Zukunft zur Tante machen könnten und dieses auch beabsichtigen.

Alles in allem hat diese Arbeit viel Spaß gemacht und wir konnten eine Menge für unser zukünftiges Leben lernen. Wir sind uns sicher, daß wenn wir uns irgendwann auch ,,in anderen Umständen" befinden, wir uns an diese Arbeit erinnern und sie dann zur Hand nehmen werden, um uns dann noch einmal verinnerlichen zu können, welche Vorgänge sich in den einzelnen Schwangerschaftsphasen abspielen und was auf uns eventuell zukommen mag.

Wir dürfen gespannt sein...

7. Literaturverzeichnis

- Ärztlicher Ratgeber (2000): Schwangerschaft, Geburt, Babyzeit, Wort & Bild Verlag Konradshöhe GMBH & Co
- Buselmaier, W., Tariverdian, G.: Humangenetik, 2.Auflage, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 1999;
- Campbell, N. A. (1997): Biologie, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin, Oxford
- GEO Wissen (1998): Sex, Geburt, Genetik, Gruner + Jahr AG & Co
- Hoerner-Nitsch, C., et al: Der Weg ins Leben, Nestle Alete GmbH, München 1999;
- http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/semmelweis.html;
- http://www.rund-ums-baby.de/2.htm;
- Moore, K. L. (1990): Grundlagen der Medizinischen Embryologie, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart

Details

Seiten
52
Jahr
2000
Dateigröße
650 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99780
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
Sehr gut
Schlagworte
Schwangerschaft Geburt Angewandte Kapitel Humanbiologie Thema Meiose

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Titel: Schwangerschaft und Geburt