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Der Trend "Gothic". Definition und Erscheinungsbild

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 6 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

GOTHIC

D er Begriff „Gothic" selbst ist ein Synonym für Anmut, Schönheit, Grazie, Frieden und Stille, süße Melancholie, düstere Romantik, Ästhetik, Poesie, ….und all das in einer Art und Weise aus längst vergangenen Tagen, als das Dasein noch nicht durch Oberflächlichkeit, Brutalität und Plastikgrellheit geprägt war.

D ie Gothics, also die Menschen, die diese Begriffe und Ideale verkörpern, sind jene, die Zeit ihres Lebens am Rande der „Gesellschaft", am Rande des „normalen" Tuns und Treibens gestanden sind, die anders waren und anders sind, und deshalb auch nie verstanden und akzeptiert wurden. Sie haben sich ihre eigene Gesellschaft gemacht, wo sie nicht auf Bestätigung von außen angewiesen sind, aber auch den Spott und die Missachtung der sogenannten „normalen Leute" hinter sich lassen.

I n welcher Hinsicht sind die "Schwarzen" anders, und warum sind sie so geworden?

N un, das sind Fragen, die natürlich jeder einzelne Gothic nur für sich beantworten kann, durch seine eigene Geschichte. Generell betrachtet jedoch ist es so, dass die Schwarzen nachdenklichere Leute sind, ruhiger, stiller, ernsthafter, sensibler als es heutzutage üblich ist. Auch traurigere, manchmal auch psychisch kranke, melancholische und oft todessehnsüchtige Leute.

U nd meistens sind sie aus gutem Grund so geworden, aus privaten,

familiären Gründen, aufgrund von Erlebnissen und Ereignissen, die sie nicht verkraften konnten, Enttäuschungen , Schocks, Traumata

W enn man aufgrund von solchen Dingen zu einem ernsthafteren oder

nachdenklicherem Mensch geworden ist, entdeckt man oft, dass das in der Gesellschaft nicht gern gesehen wird. Es herrscht Heiterkeitszwang, wer zuviel nachdenkt und nachsinniert, der spinnt!

G enau betrachtet ist Gothic sein wie ein Fluch, auf alle Fälle ist es Hinweis darauf, dass man ein Mensch mit Problemen mit sich selbst und der Welt ist. Diese Gesellschaft, die die Schwarzen kreieren, ist wie eine Familie, ein Zufluchtsort, an dem man sich vor nichts fürchten muss. Eben ein zu Hause, sowohl geistig als auch räumlich. Dort, wo man nie ausgelacht wird, dort, wo man nie bedroht wird, dort, wo man ganz Selbst sein kann.

Das alles ist jedoch nur Theorie. Im Leben sieht das ganz anders aus. D as schlimmste Beispiel dafür sind wohl die Gothic-Szenen in den Vereinigten Staaten, wo das Ganze als eine Art Verkleidungsspielchen, als Halloween rund ums Jahr empfunden wird. Da es aus geschichtlichen Gründen in den USA keine historisch-gotische Kultur gibt, hat man sich dort eine eigene Vorstellung von Gothic zusammengestellt, die der kitschigen Kaugummi- und Micky-Maus-Kultur gerecht wird.

D ort führt man großartige Pseudonyme, jeder wird zu einem Lord So-und-So und Lady Was-weiß-ich, und jeder ist die großartigste Persönlichkeit, der attraktivste und schönste Mensch und außerdem ein vierhundert Jahre alter Vampir.

(Feli's Aussage) I ch bestreite nicht, daß Gothic Sein zum Teil auch mit einer Realitätsflucht zu tun hat, aber sobald man sich einbildet, jemand völlig anderer zu sein, mit einer völlig anderen Lebensgeschichte hat es eher mit einem Rollenspiel zu tun als mit einem Ausleben dessen, was man in seinem Inneren ist.

In Amerika gibt es die wirklich geschmackloseste Interpretation der weißen Gesichtsschminke, nämlich, dass es zur Betonung der weißen Hautfarbe, der weißen Rasse dient. Womit feststeht, dass es nichts mit der europäischen Gothic-Kultur zu tun hat, die aus der Punkbewegung der 70er Jahre entstanden ist.

D och auch in unseren Breiten ist nicht alles Gothic, was Schwarz trägt .

D er unbedarfte Nachwuchs weiß leider viel zu oft auch zu wenig über die Szene und deren Mitglieder, weshalb sie dann versuchen, irgendwelche Cliches und Gerüchte zu verkörpern.

Z um Beispiel, dass Schwarze immer bierernst sind. Das trifft durchaus nicht zu. Schwarze sind zwar, wie schon bemerkt, ernsthafte und auch melancholische Menschen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch gerne lachen und sich nicht gerne amüsieren. Das tun sie eben vornehmlich unter ihresgleichen, weil sie oft dem vorherrschenden Schenkelklopf- und Brüllhumor nichts abgewinnen können.

E in weiteres, sehr übles Gerücht ist, dass Gothics Satanisten sind. Das ist völlig falsch, sie haben nichts mit Tierquälern, Gräberschändern oder sonstigen Psychopathen dieser Art zu tun. Nur hüllen sich diese Leute auch oft in dunkle Gewänder, weshalb sie äußerlich nur schwer von Gothics zu unterscheiden sind. Dadurch haben sie ja schon so ein schlechtes Image.

GOTHIC HISTORY

Der schwarze Look und das damit verbundene Lebensgefühl sind zu einer richtigen Jugendbewegung geworden. Ihren Ursprung haben die Gothics in den Ideen des französischen Philosophen Jean Paul Sartre (1905-1980), einem Vertreter des sogenannten Existentialismus. Er und seine Jünger zogen sich schwarz an und gründeten den sog. "pazifistischen (gewaltfreien) Widerstand gegen die Gesellschaft". Der Gothic-Rock bot nach dem Ende des Punks unangepassten Jugendlichen eine Heimat. Viele sehen seinen eigentlichen Geburtsort im legendären Londoner Club "The Batcave". Die erste kommerziell erfolgreiche Band dieser Sparte schufen 1979 mit ihrer Debuet-Single "Bela Lugosi's Dead" die erste Gothic-Hymne überhaupt und hielten sich monatelang an der Spitze der Independent-Charts. Hatten sie noch einen sehr intellektuellen & musikalisch schwer zugänglichen Sound, gaben sich die Gothic-Urväter Joy Division schon etwas massentauglicher.

Die Band, benannt nach einem Roman der in einem Nazi-KZ spielt, landeten mit "Love Will Tear Us Apart" einen Hit, der bis heute auf keiner Gothic-Party fehlen darf. Eine der finstersten Vertreter der Bewegung sind Sisters Of Mercy. 1980 vom Oxford-Absolvent Andrew Eldritch gegründet, machte ihre Mischung aus treibenden Gitarrenparts und Eldritch düsteren Friedhofsgesang (Hits: "Tempel Of Love" und "More") zu Eckpfeilern der Gothic-Musik. Die "Queen Of Goth" wird Siouxies An The Banshees ehrfürchtig von ihren Fans genannt. Der Bandname (Moorhexen) war zugleich Programm: Düstere Nebelschwaden, Lärmorgien, Pentragramme und jede Menge kultische Symbole. Kurzzeitig spielte bei den Banshees auch jener Mann, der dafür sorgte, dass der Gruftie-Look die Teenagerzimmer der Welt eroberte: Robert Smith von den Cure. Anfangs als reine David-Bowie-Coverband geplant, wuchsen Cure binnen kürzester Zeit vom Insidertip zur Hitmaschine mit Evergreens wie "Boys Don't Cry", "Lullaby" oder "Why Cant I Be You". Zu einem tragischen Zwischenfall kam es auf einem Konzert 1986, als ein verwirrter Fan auf die Bühne kletterte und dort mit einem Messer Selbstmord beging. Die 18.000 Fans dachten an eine Showeinlage ...

Ende der 80er Jahre entdeckte dann auch der Metal vermehr seine schwarzen und melancholischen Seiten. Insbesondere Type-O-Negative-Frontriese Peter Steele wirkt mit seinen extra angespitzten Zähnen und den langen pechschwarzen Haaren wie ein fleischgewordener Blutsauger. Die endgültige Verschmelzung von Metal und Gothic gelang den Briten Paradise Lost mit dem 1991 veröffentlichten Album "Gothic". Seit damals ist Gothic-Metal auf Erfolgskurs, was wiederum von Die-Hard Fans der Gothic-Szene aufschreckt. Für sie hat sich der wahre Gothic aus elektonischen Musikstilen (z.B. Kraftwerk) entwickelt. Moderne Bands wie HIM entschärften die nicht so massentauglichen Soundelemente (besonders verzerrte Gitarren, verschachtelte Songstrukturen etc..) und ersetzten diese durch ein wenig Pop-Feeling. Im Underground herrscht seitdem Krieg um die Frage "Ist er jetzt ein Gothic-Rocker oder nicht?"

ANZIEHEN

Hübsche Gothic-Klamotten bekommt man in speziellen Boutiquen, in Second- Hand-Läden und, so man ein besonderes Stück sucht, auch auf Flohmärkten von Theaterausstattern. Die Minimalausrüstung, mit der man sich sehen lassen darf, besteht aus schwarzen Hosen und schwarzem Hemd oder Shirts. Echte Gothics stylen sich aber mit aufwendigen, barocken Kleidern - die Ladys mit Korsett, tiefem Dekolleté und weiten Röcken, die Typen mit Jacken und Stiefeln, die an die Kostüme mittelalterlicher Edelleute erinnern sollen. Die Haare können auftoupiert werden, mit zahlreichen Accessoires aus der Satanismus-Szene (Pentagramme, umgedrehte Kreuze, "666"-Symbole) oder aus der SM-Szene (z.B. Hundeleinen, Intimpiercings) wird die biedere Außenwelt zusätzlich provoziert

FORTGEHEN

Wer denkt, dass auf einer Gothic-Party alle nur depressiv rumstehen und Trübsal blasen, ist schief gewickelt. Tanzen ist durchaus nicht verboten, in den meisten Clubs geht bei den großen Goth-Rock-Hymnen sogar ganz schön punkmäßig die Post ab. Während der Alk dabei in Strömen fließt, sind Drogen auf einer GothicParty weitgehend tabu. Gothics treffen sich am Wochenende in ihren spärlich gesäten Szene-Clubs, bei speziellen Festen oder beim Konzert einer ihrer Kultbands. In einem angesagten Rock-Club mischt man sich eventuell auch noch unters gemeine Volk, Discos und andere oberflächliche Vergnügungs - Schuppen meiden Grufties aber wie der Teufel das Weihwasser.

TAGSÜBER

Wer sich auch in der Schule oder am Arbeitsplatz unbeeindruckt von allen blöden Sprüchen zum Gothic stylt, der genießt natürlich in der Szene die meiste "Credibility" (Glaubwürdigkeit). Weil es aber auch kein Spaß ist, permanent von Spießern ausgelacht, von Skinheads zusammengeschlagen oder vom Chef angeschnauzt zu werden, verlegen sich viele Gothics unter der Woche auf ein gemäßigteres Styling ohne Schminke und Extravaganzen, Hauptsache: schwarz. Ein Leben als Außenseiter führen viele Gothics aber dennoch, schon allein wegen ihrer unterschiedlichen Lebenseinstellung und ihrer Verachtung der Dinge, die Gleichaltrige interessieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Was ist Gothic?

Ist ein Synonym für Anmut, Schönheit, Grazie, Frieden und Stille, süße Melancholie, düstere Romantik, Ästhetik, Poesie...und das in einer Art und Weise aus längst vergangenen Tagen.

š - Gothic hat NICHTS mit Satanismus zu tun.

Wie entstand Gothic?

Die Idee kam vom französischen Philosophen Jean Paul Sartre (1905-1980), einem Vertreter des sogenannten Existentialismus. Er und seine Jünger zogen sich schwarz an und gründeten den sog. "pazifistischen (gewaltfreien) Widerstand gegen die Gesellschaft".

š- Die erste Gothic Hymne: "Bela Lugosi's Dead"

š-Robert Smith von "Cure" schaffte es, dass die Jugendlichen sich nach dem Gruftie-Look stylen.

Ende der 80er Jahre entdeckte dann auch der Metal vermehrt seine schwarzen und melancholischen Seiten. Die endgültige Verschmelzung gelang den Briten Paradise Lost mit dem 1991 veröffentlichten Album "Gothic".

Wie sehen Gothics aus?

Die Minimalausrüstung besteht aus schwarzen Hosen und schwarzem Hemd oder Shirts.

š- Echte Gothics stylen sich aber mit aufwendigen, barocken Kleidern. Die Haare können auftoupiert werden, mit zahlreichen Accessoires aus der Satanismus- oder SM-Szene.

Wo treffen sich Gothics?

In den meisten Clubs geht bei den großen Goth-Rock-Hymnen ganz schön punkmäßig die Post ab. Während Alk dabei in Strömen fließt, sind Drogen weitgehend tabu.

š- Sie treffen sich in ihren Szene-Clubs, bei speziellen Festen oder bei einem Konzert.

Disco und andere oberflächliche Vergnügungsschuppen meiden Grufties wie der Teufel das Weihwasser.

Was passiert tagsüber?

Weil es keinem Spaß macht, permanent von Spießern ausgelacht, von Skinheads geschlagen oder vom Chef angeschnauzt zu werden, verlegen sich die Gothics unter der Woche auf ein gemäßigteres Styling ohne Schminke und Extravaganzen, Hauptsache: schwarz.

Details

Seiten
6
Jahr
2001
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99765
Note
1
Schlagworte
Gothic-Referat + HandOut

Autor

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