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Borchert, Wolfgang - Draussen vor der Tür #

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"

Biographie von Wolfgang Borchert:

Wolfgang Borchert wurde am 20. Mai 1921 in Hamburg geboren. 1938, im Alter von 17 Jahren, ver öffentlichte er seine ersten Gedichte. 1939 wurde er Buchhändler, dann Schauspieler in Lüneburg und im November 1941 machte er erste Fronterfahrungen an der Ostfront. Aber schwer erkrankt an Gelbsucht und Diphtherie kehrt er nach Heimat zurück, wo er wegen Verdacht auf Selbstverst ümmelung festgenommen und zum Tode verurteilt wird. Doch wir zwecks Bewährung wieder an die Ostfront geschickt. Wegen seiner angegriffenen Gesundheit wurde er als untauglich entlassen und begann Gedichte vorzutragen, in den er sich gegen das Regime politisch geäußert hat und daraufhin würde er wieder verhaftet, weil er nicht schweigen konnte. 1945 kehrte er nach Hamburg, wo er noch als Regieassistent und Kabarettist gearbeitet und Erzählungen und Gedichte geschrieben hat. Doch musste er seine Karriere wegen seiner Krankheit abbrechen. Ein Kuraufenthalt in Schweiz kam jedoch zu spät, dass ihm nur noch zwei Jahre zum Schreiben blieben - er dichtete wie im Wettlauf mit dem Tode. Seine Geschichten und alles was er noch schrieb handelten vom Elend der Hungernden und Kriegskr üppel, vom Heimatkehrenden und Heimatlosen, von denen, die der Krieg verunstaltete und verdarb. Im Sp ätherbst 1946 schreibt Borchert das St ück ,,Draußen vor der Tür" in wenigen Tagen und schon im Februar 1947 wurde es zum ersten Mal als Hörspiel vom Nordwestdeutschen Rundfunk gebracht. Am 20. November 1947 in Basel stirbt Borchert im Alter von 26 an den Folgen seiner Krankheit. Am Tag darauf wurde sein Drama ,,Drau ßen vor der Tür" in Hamburg uraufgeführt.

Inhalt:

Der aus dem Krieg heimkehrende Beckmann hat Hunger und ist seelisch und physisch verwundet, dass sein Leben keinen Wert mehr für ihn hat. So entscheidet er sich in die Elbe zu springen um ein Ende seinem Leiden zu setzen und endlich in Ruhe pennen zu dürfen. Doch die Elbe will sein Leben nicht, sie hat es satt von verzweifelten Soldaten gefüttert zu werden und so spuckt sie ihn aus damit weiter leben kann und einen neuen Anfang machen kann. Er besucht seine Frau zu Hause, doch neben ihr steht schon ein anderer Mann und seine einj ährige Tochter, die er noch nicht gesehen hat, tot unter den Trümmern liegt. So steht er Draußen vor der Tür, hungrig und ohne flau. Doch er lernt ein Mädchen kennen, das ihm helfen will, weil er so traurig aussieht. Beide gehen zu ihr nach Hause wo sie sich um ihn kümmern will. Auf einmal taucht ihr Mann aus dem Krieg zurückkehrend. Beckmann verlässt beide und befindet sich wieder Drau ßen und die Tür geht hinter ihm wieder zu. Daraufhin geht er zu Oberst, seinem ehemaligen Befehlsgeber, der genug zum Essen und ein warmes Bett hat.

Beckmann will ihm seine Verantwortung zurückgeben, die ihm mal Oberst für die elf Männer gegeben hat, die in dem Krieg ums Leben gekommen sind. Doch er will von Beckmanns Sorgen nicht wissen und denkt, dass er verrückt ist, weil er ihm die Verantwortung für den Tod seiner Freunden zurückgeben will, weil er es selbst nicht mehr ertragen kann. Davor kann er die ganzen Nächte nicht mehr schlafen. Der Oberst ratet ihm wieder ein Mensch zu werden. So geht Beckmann zu einem Kabarettisten wo er Arbeit bekommen will, doch er wird zurückgeschlagen und bekommt keine Chance vom Neuen anzufangen, weil er erst ein Anf änger ist und das Publikum große Namen wie Goethe oder Schiller will. Die Kunst hat aber nichts mit der Wahrheit zu tun, die Beckmann allen zeigen will. Eine andere Tür wird so hinter ihm zugemacht und er steht schon wieder Draußen vor der Tür. Als letztes geht er nach Hause zu seinen Eltern, die da aber nicht mehr wohnen, weil sie sich selbst ,,entnazifiziert" haben sollten. Doch die neue Bewohnerin ihrer Wohnung trauert eher um das Gas, von dem sie ein ganzen Monat kochen konnte. Die letzte Tür, hinter der er sich wärmen und zum Essen bekommen konnte, kreischt vor ihm zu. Schließlich verschwindet auch noch der ,,Andere" der ihn die ganze Zeit Mut gespendet hat, dass er leben soll, weil ihm der Tod nichts bringen würde. So bleibt Beckmann mit seinen Fragen, Erinnerungen, Alpträumen und seiner Verantwortung allein Drau ßen vor der Tür. Alles haben ihn verlassen und niemand gibt ihn Antwort aus seine Fragen.

Personenbeschreibung:

Beckmann:

Einer von denen - wie schon viele Soldaten vor ihm und auch nach ihm kehrt er aus dem Krieg nach drei Jahren in Sibirien nach Hause völlig innerlich und äußerlich verändert und findet seine Heimat vollkommen anders. Mit einem steifen Bein als ein Andenken an den Krieg kann man ihn nicht so schnell vergessen. Er kommt nach Deutschland. ,,Einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist. Und ihr Zuhause ist dann Draußen vor der Tür. Ihr Deutschland ist Draußen, nachts im Regen, auf der Strasse." Nach dem Krieg, der ihm nur das Leiden gebracht hat, hat er keine Lust mehr zu leben. Doch er ist nur einer von der gro ßen grauen Zahl, die keine Lust mehr haben und der Einzelne zählt nicht. Niemand würde um ihn trauern, niemand würde sich um seine Leiche kümmern. Er will sein Leben beenden und steht auf dem Ponton, dicht an die Elbe, die ihn aus seinem Leiden befreien soll. Als er springt erinnern auf ihn nur paar Wellen, die sich aber bald verlaufen und er wird auch vergessen. Beckmann will einfach tot sein und pennen will er auch denn in der letzten Zeit konnte er nicht in seinem Bett und auch überhaupt schlafen und hat auch nichts zum Essen bekommen, aber in dem Tod kann er die ganze Zeit ruhig schlafen und braucht nichts zu essen. Doch die Elbe will ihn nicht und so bleibt er an einem Strand liegen, wo mit ihm der Andere spricht. Seit gestern das er nach Hause gekommen ist und seine Frau mit einem anderen Mann an ihrer Seite gesehen hat, wurde er ein Mensch ohne Tr äume, ein Mensch, der nur Beckmann heißt. ,,Beckmann sagte sie, wie man zu einem Tisch Tisch sagt. Möbelst ück Beckmann." Und sein kleiner Junge, der erst ein Jahr alt war und Beckmann ihn noch nicht gesehen hat, lag da unter dem Schuttacker, tot und zerquetscht. Das konnte er einfach nicht aushalten wenn ihm der Krieg auch seinen einzigen Sohn nimmt und lies sich in die Elbe mit Absicht fallen lassen.

Warum er auch sterben will ist, dass er ,,das ewige Frieren" satt hat. Auf dem Strand fühlt er sich schon als eine Leiche, doch er lebt noch und ein Mädchen findet ihn da liegen. Für ihn geht das Leben nur noch rückwärts statt vorwärts, doch dieses Mädchen will ihm helfen, nur weil er so hoffnungslos traurige Stimme hat - das Leben geht doch noch ein paar Schritte aufwärts. Auf einmal will er nie mehr tot sein ,,wegen so ein paar Augen, wegen so einem bisschen weichen warmen Mitleid, wegen ein bisschen Frauengeruch". Der Grund für den Selbstmordversuch war nicht seine Frau sondern sein Bein, weil ihm seine Kniescheibe im Krieg gestohlen wurde, das Bett, das Brot und sein totes Kind unter den Tr ümmern. So scheint ihm ein Weg aus der aussichtslosen Situation gefunden zu sein. Seine alte Gasmaskenbrille bring alle, die er trifft, in Verlegenheit denn so was trägt niemand mehr, nur er. Aber er hat keine andere Brille und ohne sie verliert er seine Existenz und ohne Aussicht auf eine neue sieht er dann alles nur noch ganz verschwommen und ist ,,vollkommen hilflos und rettungslos verloren". Auch wenn die Brille so hässlich ist und ihn die Leute wegen diesen komischen Brillen auslachen, kann er sie nicht entbehren und ist froh, dass er wenigstens diese hat. Wenn er die Brille oder seine alten Sachen ablegen würde, würde er damit seine Vergangenheit löschen, was eigentlich nicht will. Manche sehen ihn in der Gasmaskenbrille als Gespenst, aber er ist eins - ,,Eins von gestern, das heute keiner sehen will. Ein Gespenst aus dem Krieg, für den Frieden provisorisch repariert". Als ihm das Mädchen Kleider ihres Mannes anbietet, will er sie nicht haben - die Jacke erwürgt ihn, weil sie zu groß ist und er zeiht es wieder aus. Er ist genauso wie der Mann, der bei seiner Frau war. Seine nasse Sachen sind ihm viel bequemer wenn er wei ß, dass sie nur ihm gehören und nicht dem Mann von diesem Mädchen. So hat er wieder das Gefühl, dass das Leben wieder rückwärts gehen will. Auf einmal erscheint der Mann dieses Mädchens aus dem Krieg kommend und Beckmann steht da ,,in seinem Zeug, auf seinem Platz und bei seiner Frau". Als er den Mann bei seiner Frau gesehen hat, ging er lieber weg und so stand er Draußen.

Der Mann erkennt ihm als seinen Vorgesetzten und ruft immer wieder seinen Namen mit einem Vorwurf - doch

Beckmann will nicht mehr Beckmann sein, sein Name hat ihm nichts gutes gebracht - ,,ich will nicht mehr Beckmann sein!" und läuft aus der Wohnung hinaus. Wieder steht er Draußen vor der Tür und will zur Elbe, weil er nicht mehr leben will, wo es einem Menschen gibt, der seinetwegen das eine Bein verloren hat. Alle Türen sind zu, ,,dabei ist er ein Mensch mit Beinen, die schwer und müde sind. Mit einem Bauch, der vor Hunger bellt. Mit einem Blut, das friert hier Draußen in der Nacht." Pennen kann er auch nicht, weil ihn der Einbeinige in den Träumen verfolgt, weil er die Schuld an der Verwundung des Mannes trägt. Er will sich wieder umbringen, aber der Andere haltet ihn an und schlägt ihm vor, seine Verantwortung dem zurückgeben, der ihm sie gegeben hat - dem Oberst. ,,Ich gebe ihm die Toten zurück!". Er will endlich normal schlafen und nicht mehr Draußen stehen - ,,Wissen Sie, wie das ist, wenn nachts so helle warme Fenster da sind und man steht Drau ßen?". Beckmann erzählt dem Oberst einen Traum, dem er jede Nacht träumt und von seinem eigenen Schrei erwacht: ,,Da steht ein Mann und spielt Xylophon. Er spielt einen rasenden Rhythmus. Er schwitzt Blut. Und das Blut läuft in zwei breiten roten Streifen an seiner hopse runter, dass er vom weitem aussieht wie ein General. Ein fetter, blutiger General. Die Hölzer sind aber nicht aus Holz, glauben sie mir Herr Oberst, sie sind aus Knochen, glauben Sie mir das, aus Knochen! ... und dann sagt der General mit den Blutstreifen zu mir: Unteroffizier Beckmann, Sie übernehmen die Verantwortung. ...und die Toten kommen und brüllen: Unteroffizier Beckmann. ... Das Brüllen wird dann so groß, dass ich keine Luft mehr kriege. ... Jede Nacht das Konzert auf dem Knochenxylophon, und jede Nacht die Sprechchöre, und jede Nacht der furchtbare Schrei.

Und dann kann ich nicht wieder einschlafen, weil ich doch die Verantwortung hatte." Doch der Oberst kann oder will diesen Traum nicht verstehen. Beckmann bringt ihm seine Verantwortung zur ück, die er für die 20 Mann hatte - ,,Aber nun ist der Krieg aus, nun will ich pennen, nun gebe ich Ihnen die Verantwortung zurück, Herr Oberst.". Die Frauen der Männer, die in dem Krieg wegen ihm und wegen dem blödsinnigen Befehl gestorben sind, fragen ihm immer wieder warum. ,,Es sind nur elf Frauen, Herr Oberst, es macht Ihnen wohl nichts aus wenn ich Ihnen zu den zweitausend noch die Verantwortung für meine elf dazugebe. Können Sie schlafen, Herr Oberst?" Nachdem aus ihm der Oberst einen Komiker gemacht hat, läuft er wieder hinaus, doch mit einer Flasche Rum und einem St ück Brot denn er will was essen und trinken. Besoffen denkt er über den Oberst und über die Menschen - ,,Sollen wir uns hinstellen und um die Toten trauern, wo er uns selbst dicht auf den Hacken sitzt? ... Prost, es lebe das Blut! Es lebe das Gelächter über die Toten!". Nach dem Rat vom Oberst sollte er nach Zirkus gehen und ein Mensch werden. So geht er zu einem Kabarettdirektor. Beckmann kommt sich so "behelfsm äßig und repariert" vor. Er kann dem Direktor nichts für geben damit er ihm eine seiner Hornbrille abtretet. Beckmann trägt einen poetischen Vortrag, der sein durchlittenes Schicksal widerspiegelt, vor. ,,Krieg: Gehungert. Gefroren. Geschossen: Krieg. Sonst nichts" - das alles war sein bisheriges Leben.

Doch er will eine Chance bekommen um vom Neuen beginnen zu können. Deshalb dreht er sich auf den Direktor zu, weil er eine Arbeit bekommen will. Doch die Anfänger bekommen meistens keine Chance, weil die Kabarettdirektoren große Namen wollen. Beckmann will den anderen Menschen die Wahrheit zeigen, wie es in dem Krieg war und wie die Soldaten zu leiden hatten. Aber so hat er keine Chance, weil die Menschen die Wahrheit getötet haben. ,,Jeder kennt sie, aber es ist peinlich wenn man ihr auf der Strasse begegnet." Wieder steht er Draußen vor der Tür, weil ihm der Direktor keine Chance gegeben hat. ,,Ich bin blo ß Beckmann. ... Ich bin nur ein schlechter Witz, den der Krieg gemacht hat, ein Gespenst von gestern. Und weil ich ein Anf änger bin, deswegen kann ich nirgendwo anfangen. ... Nur die Strasse nach der Elbe runter, die ist hell." Wieder ein Gedanke an den Tod, den ihn befreien würde. Doch der Andere ist wieder da und empfiehlt ihm nach Hause zu gehen, zu seinen Eltern. Die Tür sieht Beckmann für ihn offen, dort wo seine Mutter ist wird es ihm wieder gut gehen. ,,Da ist unsere Tür. Dahinter rappelt sich ein Leben ab von einem ewigen Kn äuel. ... Unsere Tür hat der Krieg stehen lassen, zufällig, aus Versehen. Und nun ist diese Tür für mich da. Und hinter mir geht sie zu, und dann stehe ich nicht mehr Draußen. Dann bin ich zu Hause." Aber der Messingschild mit ihren Namen steht nicht mehr auf der Tür, so bekommt Beckmann Angst, dass sich noch seine letzte Hoffnung in der Luft aufl ösen könnte. Er kann es einfach nicht verstehen, dass auch seine Eltern sterben konnten und dass er kein Zuhause mehr hat. ,,Sie haben hier dreißig Jahre gewohnt, und nun sollen mit einmal nicht mehr da sein?" In der Wohnung wurde er sogar geboren, dass die Wohnung einfach nicht nur so jemandem anderen geh ören kann. Seine Eltern haben doch auch noch eben gelebt und hatten keinen Grund zu sterben. Frau Kramer sagt es Beckmann auf eine rauhe Art, dass seine Eltern Selbstmord begangen haben. Die Tür kreischt auf Beckmanns Wünsch gleich zu denn Beckmann hätte einen Mord begehen wollen, weil er emp ört über das herzlose Normalb ürgerdenken war.

So steht er schon zum vierten Mal Drau ßen und denkt über den Verlust seiner Eltern. ,,Wer redet heute von zwei Toten! ... Aber zwei Tote, alte Leute? Schade um das Gas!" Und der Gott schläft und kümmert um die Toten nicht. Die anderen auch nicht, sie schlafen ruhig und tief. Mit diesen Menschen will er nicht mehr leben. ,,Wozu? Für wen? Für was?" Am liebsten würde er nach Hause gehen, zu seiner Mutter, die ihm sicher was zum Essen gehen würde, doch er kann nicht mehr denn er kann nirgendwo mehr gehen und hat selber Angst. Die anderen sitzen zu Hause satt und warm und lesen vom Elend anderer Leute, dabei seufzen sie mitleidig - das ist herrlich. Doch sie wissen nichts vom Angst. Beckmann will nicht mehr mitmachen denn sein Leben ist weniger als nichts.

,,Das Leben ist so: Grauer Himmel. Es wir einem wehgetan. Grauer Himmel. Man tut wieder weh. Es wird dunkel und es regnet. Es ist noch dunkler. Man sieht eine Tür. Es ist Nacht, tiefe Nacht, und die Tür ist zu. Man steht Draußen. Draußen vor der Tür.

Beckmann kann nicht mehr, er träumt einen schönen Traum, dass er stirbt. ,,Vielleicht ist der Tod viel netter als das Leben." ,,Ein Straßenfeger kam vorbei, und der nannte sich Tod. Und sein Besen kratzte wie meine Lunge. Tödlich. Und der hat mir eine Tür versprochen, eine offene Tür. Straßenfeger können nette Leute sein. Nett wie der Tod." Mit den anderen will er nicht mehr leben denn ,,sie sind M örder", er will sie nie wieder sehen. ,,In aller Güte haben sie mich umgebracht. Totgelacht. Vor die Tür gesetzt." Er ist schön tot, das Leben ist hin. Doch vielleicht sieht er di anderen nur zu schlecht, durch seine Gasmaskenbrille.

,,Die Menschen haben uns verraten. Sie haben Krieg gemacht und dann haben sie uns davon erz ählt. Später haben sie sich auch einen Krieg für uns ausgedacht und haben uns hingeschickt. Immer waren sie begeistert. Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle. Und jetzt sitzen sie hinter ihren Türen. Und wir stehen Draußen. So haben sie uns verraten und jetzt gehen sie an ihrem Mord vorbei." Doch die Schuld gibt er nicht seiner Frau denn sie war immer gut, nur die drei Jahre waren zu lange. Aber jetzt hat sie ihn schon längst vergessen. Und für Beckmann sind alle Türen links und rechts zu. Alle Laternen sind ausgegangen. Nur als da das Mädchen kommt, sieht er eine Hoffnung in ihr, aber bald nach ihr kommt auch ihr Mann und die einzige Laterne geht aus. Der Einbeinige will, dass Beckmann seinen Mord an ihm nicht vergisst damit der Einbeinige ruhig schlafen gehen kann. ,,Wir werden jeden Tag ermordet und jeden Tag begehen wir einen Mord! Wir gehen jeden Tag an einem Mord vorbei. Und der Mörder Beckmann hält das nicht mehr aus." Die Strasse ist voll von Menschenleichen - der Krieg brachte zu viele Opfer. ,,Und die Menschen gehen an dem Tod vorbei. Auf der Strasse. In Deutschland." Das Leben von Beckmann war genauso wie sein Leben: sinnlos, unbedeutend, grau. Deshalb hat er doch Recht auf seinen Tod, auf seinen Selbstmord. Eine Lösung scheint Beckmann nicht gefunden zu haben. Niemand will ihm eine Antwort geben.

Der Andere:

Den jeder kennt. ,,Der von gestern. Der von früher. Der Andere von Immer. Der Jasager. Der Antworter. ... Der lacht wenn du weinst. Der antreibt wenn du müde wirst. Ich bin der Optimist, der die Lampen in der finsteren Finsternis sieht. Und der Ja sagt wenn du Nein sagst." Doch Beckmann glaubt an ihm nicht - ,,Morgen ist ohne dich. Du hast kein Gesicht". Der Andere überredet Beckmann, dass er leben soll denn die Menschen seien gut und da soll immer eine Tür für ihn offen sein. Er gibt ihm Mut, dass er weiter leben soll, weil der Tod nichts bringt und das Leben doch so schön sei. Beckmann sehe die Welt nur durch seine Gasmaskenbrille, deshalb kann er das Schöne nicht sehen, weil er alles so verschwommen sieht. Für Beckmann sei da eine helle Strasse mit ganz vielen Lampen und Menschen, die sich im ihn kümmern und die für ihn eine offene Tür haben, er muss diese Gelegenheit nur greifen. Doch er sieht die Strasse grau und will auf den Anderen nicht hören. Er soll nicht nachgeben denn das Leben wartet auf ihn. Der Andere will ihn nicht sterben lassen. Das Leben habe tausend Türen doch hinter der Tür des Todes sei nichts, gar nichts. Hinter der des Lebens sei das Leben. Alle Menschen seien gut, doch nach Beckmann gehen alle Guten an seinem Tod vorbei. Der Andere verliert bald die Nerven denn jeden Tag sterben viele, deshalb sollte es Beckmann lieber lassen . "Jeden Tag wird gestorben. Soll die Ewigkeit voll Trauergeschreibe sein?"

Der alte Mann (der Gott):

An den keiner mehr glaubt. Deshalb ist er auch so traurig denn er kann es nicht mehr ändern, dass sich so viele erschießen , erhängen oder ersaufen. Er sollte lieber selbst aufpassen, dass er nicht ins Wasser fällt. Seufzen soll er über Beckmann und die anderen, die ins Wasser springen, auch nicht denn die wollen einfach nicht mehr leben.

Beckmann sieht ihn als einen alten theologischen Mann. Doch nicht alle können auf ihn glauben - nur die Zufriedenen, die Satten, die Glücklichen und die, die Angst vor ihm haben. Aber Beckmann kennt keinen, der ein lieber Gott ist denn er lie ß seinen Jungen ermorden. Und die anderen im Krieg auch. ,,Wann hast du dich jemals um uns gekümmert, Gott?" Doch der Gott denkt auch nur an sich und wie keiner an ihm mehr glaubt und sich keiner um ihn kümmert. Es sind einfach zu viele gestorben um noch an den alten Gott glauben zu können. Für viele ist der Gott schon tot, sie lieben ihn nicht mehr, sie fürchten ihn nicht mehr. Die Menschen sind zu laut geworden und der Gott ist zu leise für sie. ,,Die alten Leuten haben es heute am schwersten, die sich nicht mehr auf die neuen Verhältnisse umstellen können. Auch Gott steht Draußen und keiner macht ihm mehr eine Tür auf."

Der Beerdigungsunternehmer (ein Straßenfeger, der Tod):

Der Tod ist der neue Gott von der neuen Zeit denn an den glauben die Soldaten, die in dem Krieg sterben. Er wird geliebt und wird auch gefürchtet. Diesmal hat ihm der Krieg die Hand gegeben, dass er rund und fett geworden ist. Die vielen Toten sind seine Nahrung, dass er auch noch Schluckauf bekommt. Er ist der Angestellter des Beerdigungsinstitutes Abfall und Verwesung. ,,Heute als Stra ßenfeger. Gestern als General. ... Gestern lagen sie auf dem Schlachtfeld - da war der Tod General. Heute liegen sie auf der Strasse und der Besen des Todes macht Kchch - Kchch." Doch der Tod vergisst keinen wie manche Mörder. Die Tür des Todes steht immer offen.

Elbe:

Sie soll die Leidenden vom ihren Leiden befreien, aber sie hat es satt denn sie ist ,,weder romantisch noch s üß duftend". Nur weil manche keine Lust mehr haben, haben sie kein Recht ,,bei ihr untern Rock" zu kriechen. Deshalb will sie auch Beckmanns armseliges bisschen Leben nicht, weil es ihr zu wenig ist - er hat zu wenig gelebt bei seinen 25 Jahren. ,,Lebe erst mal. Lass dich treten. Tritt wieder!" So befehlt sie den Wellen ihn auf den Strand zu bringen damit er noch weiter leben kann.

Das Mädchen:

Sie findet Beckmann auf dem Strand und findet ihn so schön traurig, dass sie ihn zu ihr nach Hause bringt. Ihr gefällt es wenn er hilflos ist, so ohne seine Brille. Gleich sieht er auch viel lieber aus. Nicht wie ein Soldat, nicht wie ihr Mann. Das Mädchen hat Herz für ihn. Doch es will heute leben. ,, Morgen liegen wir vielleicht schon weiß und dick im Wasser. Aber heute sind wir doch noch warm." Ihr Mann war auch drei Jahre im Krieg, ist aber noch nicht zurückgekehrt und deshalb will sie das Leben leben, auch wenn es ohne ihren Mann sein muss. Sp äter sucht sie nach ihm die ganze Zeit bis sie ihn findet. Doch er will das zuerst nicht glauben, dass jemand nach ihm suchen würde. Aber sie liebt ihn und will an seinem Tod nicht vorbei gehen. ,,Wir wollen zusammen lebendig sein." Beckmann will es auch denn sie erleuchtete seine grauen Gedanken an den Tod, doch da kommt schon wieder ihr Mann, der Einbeinige.

Der Einbeinige:

Kommt schwer verletzt, ohne ein Bein aus dem Krieg und findet seine Frau mit einem anderen Mann zu Hause. Beckmann hat einen Mord an ihm begangen, weil zu Hause auf seinem Platz war wenn er nach Hause gehen wollte, zu seiner Frau. Dann ist er zur Elbe gegangen und hat sich das Leben genommen. Beckmann soll diesen Mord nicht vergessen damit man mit Ruhe tot sein kann wenn da wenigstens einer ist denn an ihm denkt.

Oberst:

Versteht zuerst nicht was von ihm Beckmann will und sieht auch die Welt ganz anders, weil er zu Hause gut schlafen und essen kann. Er kann sich satt essen und sich ein neues Hemd anziehen - alles nur weil er die Wahrheit hochgehalten hat, was Beckmann ganz anders sieht. ,,Wer die Wahrheit hochh ält, der marschiert immer noch am besten, sagt Clausewitz." Nur ein Offizier kann besser als die anderen leben. ,,Warum sind sie nicht Offizier geworden? Sie hätten zu ganz anderen Kreisen Eingang gehabt." So war es in dem Krieg, dass wen jemand höher gestellt war, dass es ihm besser als die anderen ging. Oberst hat auch nur Befehle gegeben und dann nach Hause gefahren wo er in Ruhe schlafen konnte und die anderen inzwischen im Krieg starben. Als ihm Beckmann über seinen Traum erzählt, denkt er, dass er nur Spaß macht und meint, dass er auf die Bühne gehen sollte denn die Menschheit lacht sich kaputt. Er sei nur ein bisschen verwirrt und soll sich menschlich machen indem er sich rasiert und neue Sachen anzieht. Der Oberst wollte Beckmann mit seinem alten Anzug zum neuen Menschen machen. ,,War´n einer von denen, die ein bisschen verwildert sind im Krieg, ´n bisschen entmenschlicht, ohne jegliche soldatische Tugend. ... War´n einer von denen, die sowieso vor die Hunde gegangen wären." Der Oberst hat ihm ausgelacht und das hat Beckmann dazu getrieben in die Elbe springen zu wollen um das Leben zu beenden. Manche Soldaten wurden nach ihrem Grad beurteilt. ,, Der eine Mensch ist ein Oberst, während der andere eben nur ein niederer Dienstgrad ist. Der Oberst ist satt, gesund und hat eine wollene Unterhose an. Und der andere, der hungert, der humpelt und hat nicht mal ein Hemd."

Mutter:

Gleich als Beckmann zu dem Oberst kommt, findet sie ihn nicht freundlich in seiner Gasmaskenbrille und fürchtet ihn. Sie mag nicht Blick auf einen Soldaten nicht. Die Menschen und auch diese Durchschnittsfamilie wollen mit dem Krieg und den Heimkehrenden nichts zu tun haben.

Tochter:

Sie findet Beckmann auch für einen Verrückten. ,,Das ist einer von denen, die mit einem kleinen Knab nach Hause kommen." Ein Verrückter kann doch nichts schlechtes machen.

Direktor:

Er sucht nach neuen Talenten, die den Menschen was neues bringen könnten. ,,Gerade in der Kunst brauchen wir wieder eine Jugend, die zu allen Problemen aktiv Stellung nimmt. Eine unromantische, wirklichkeitsnahe und handfeste Jugend. Die die Wahrheit hochh ält, Pläne hat, Ideen hat." Jemandem, der das graue lebendige Leidwolle Gesicht unserer Zeit präsentiert. Doch in Wirklichkeit will er mit der Wahrheit nichts zu tun haben, weil die Kunst mit ihr nichts zu tun hat. Für ihn ist der Krieg vorbei denn dort herrscht ,,das dickste Zivilleben". Er selbst hat drei Brillen, von denen er aber keine entbehren will, weil es alles seine Ideen sind. Beckmann findet er zu kalt, er würde den Menschen nur Angst einjagen mit seinem Aussehen. Er sei ein Gespenst aus der Unterwelt. Das Geld bedeutet ihn sehr viel und um Beckmann kümmert er sich gar nicht, dass er keine Arbeit finden kann. ,,Einen Anfänger bringen, das kann der Ruin bedeuten." So soll Beckmann zuerst mehr an Erfahrung sammeln und ein Jemand werden, sieht aber nicht, dass er nirgendwo so anfangen kann wenn ihm jeder ablehnt. In dem Krieg sieht er nicht seine Schuld, weil er doch niemandem nach Sibirien geschickt hat. Er distanziert sich vom Krieg. Doch gibt er dann Beckmann eine Chance, aber die Zeit ist ihm zu teuer, dass er ihn dann doch noch ablehnt, weil sein Vortrag ,,ohne Eleganz und Erfahrung" war. Aber damit er nicht zu böse erscheint, sagt er, dass er für einen Anfänger ganz gut war, aber er muss einen Namen haben um die Arbeit zu bekommen. Beckmann wollte nur über die Wahrheit berichten, aber der Direktor meint was anderes: ,,Mit der Wahrheit kommen sie nicht weiter. Damit machen sie sich nur unbeliebt. ... Wer will denn heute etwas von der Wahrheit wissen?" Er bezeichnet Beckmann als den Anfänger mit dem Ehebruchchanson. Er soll Beckmann ermordet haben, weil er die Wahrheit verraten hat und weil er dem Anfänger keine Chance gab anzufangen. Beckmann sei einer von denen, die ein bisschen sensibel sind und durchaus fehl am Platz, einer von den Millionen, die froh sind wenn sie fallen und eher keine Ruhe haben. Doch der Direktor hat ihm einen Fußtritt gegeben um in die Elbe fallen zu können.

Frau Kramer:

Sie kümmert sich als eine Normalb ürgerin nur um ihre Interessen, deshalb spricht sie die ganze Zeit nur über ihre Wohnung, die nur ihr gehört. Ihr gefällt nicht wie Beckmann aussieht und findet ihn gar nicht als einen guten Sohn wenn er sich erst jetzt um die Eltern kümmert. Von seinen Eltern spricht sie ganz gefühllos. ,,da haben sie sich dann selbst endgültig entnazifiziert" hieß es. Aber sie trauert nicht um seine Eltern, sondern um das Gas, mit dem sie noch ein Monat kochen konnte. Sie hat Beckmann das Leben noch sauerer gemacht, in dem sie ihm so ,,herzlich und innig taktvoll das Ableben seiner Eltern" vermittelt hat. Sie findet keine Sinn im Beweinen allen Leuten denn jeden Tag macht sich ,,einer davon". Und Beckmann war einer von denen, die einfach Pech hatten.

Erzählsituation:

Die Handlung beginnt an der Elbe, die zuerst wild, später aber milder wird. Die Elbe bedeutet eine Erlösung vom Leben, das man nicht mehr aushalten konnte zu leben. Das ist ganz wichtig denn da wollte der Autor zeigen wie viele damit zu tun hatten und sich ihr Leben genommen haben in dem in ein Fluss gesprungen sind. Sp äter kommt Beckmann immer zu den anderen Personen nach Hause, wo die Tür immer hinter ihm zu gemacht wird. Das zeigt uns, dass die Menschen niemand bei sich haben wollte und um sie gek ümmert hat. Und er stand wieder auf der Strasse. Ja, die Strasse ist da auch oft denn er ging um ,,Drau ßen vor der Tür", um einen heimatlosen, einen armen Mensch, der auf der Strasse in der Kälte leben musste. Auf der Strasse sind Stra ßenlichter, die Hoffnung auf ein besseres Leben bezeichnen sollen. Doch für Beckmann ist die Strasse kalt und dunkel - keine Hoffnung mehr.

Erzählzeit:

Die Erzählzeit ist gemischt mir Rückgriffen und der Gegenwart. Doch zuerst tritt die Elbe auf und dann geht er zu den anderen nach Hause - also schon eine Chronologie. Doch immer wieder erinnert er sich an die Zeit vorher - dass er wieder vor der Tür steht. Und dann bei dem Oberst erzählt er sogar einen Traum. Vorrausschauengen gibt es auch denn er hofft immer, aber dann scheitert auch das und dann denkt er nur daran, dass er tot sein will und wie schön es sicher ist. Am Ende trifft er dann wieder die Personen, mit denen er vorher gesprochen hat und sie ihn jeder nach anderem ermordet haben. Es wird irgendwie alles wieder besprochen, was sie ihm angetan haben. Aber man kann es alles nachvollziehen, weil die Vergangenheit nur in St ücken und nur ganz wenig besprochen wird. Und immer wieder nur die selben Sachen, nur manchmal kommt was neues dazu, aber der Leser wei ß immer wann und worüber es handelt.

Stellungnahme:

Borchert versucht das Leben Millionen junger Soldaten nach dem Krieg wiederzuspiegeln, wenn sie nach Hause kommen und da kein Zuhause mehr für sie da ist und wie sie sich nicht mehr in die Gesellschaft einordnen können, weil die Gesellschaft schon ein anderes Leben lebt und den Krieg schon längst vergessen hat. Doch diese Soldaten können es nicht und auf dem Beispiel Beckmanns, der einer von den vielen war, will es uns Borchert zeigen. Die Jungen haben in ihrem kurzen Leben nur im Krieg gelebt, gehungert, gefroren und geschossen, was ihr ganzes Leben war. Sie wussten nicht wie man normal leben kann, aber die anderen haben ihnen nur den Rücken gewendet und um sie nicht gekümmert. Der Einbeinige verkörpert das Schicksal jedes anderen Soldaten, der aus dem Krieg verkrüppelt nach Hause gekommen ist. Fast jeder wurde im Krieg verletzt wenn er dort nicht gestorben ist. Auf den letzten Durchhaltebefehl will Borchert auch aufmerksam machen denn darum sind auch mehrere Soldaten ums Leben gekommen. Nur weil sie ihre Stellung halten mussten auch wenn der Krieg schon als verloren galt.

Borchert will auf den schrecklichen Krieg und besonders seine noch schrecklichere Folgen zeigen. Der Krieg hat nur Tote gebracht. Beckmann stellt er als einen Heimkehrer, der nach Hause zu seiner Frau will und nach der früheren Ruhe und seinem ,,ich" sucht. So versucht er immer eine Tür zu öffnen wo er dann wieder bei sich und bei den anderen Menschen, die er früher gekannt hat, sein kann. Doch immer wieder werden die Türen hinter ihm geschlossen - die Menschen wollen mit dem Krieg nichts mehr zu tun haben und mit ihm nicht mehr in Berührung kommen. Doch Beckmann kann seine Gasmaskenbrille und seine Sachen nicht ablegen und so einfach den Krieg vergessen. Der Direktor will keine Schuld am Krieg zulassen und distanziert sich noch mehr von der Verantwortung für den Krieg und die heimkehrenden Soldaten. Beckmann hingegen, sieht ihn als einen von den vielen Schuldigen, die sich gegen den Krieg und das Regime nicht wehrten. Borchert will uns zeigen, dass jeder manchmal nur auf seine Interessen schaut und der andere ihn gar nicht interessiert. Der Direktor schaut auch nur auf sein Geld und seine teuere Zeit wenn zu ihm der ,,Anfänger" Beckmann kommt. Es ist also ein Irrsinn an die Güte der Menschen zu glauben denn sie verraten einem irgendwann sicher. So leiden Menschen durch Menschen. Beckmann hat durch die anderen gelitten, doch der Einbeinige durch Beckmann. Jeder ist ein schuldiges Opfer.

Aber der Oberst der eigentlich auch leiden sollt e, leidet im gar keinem Fall und die Verantwortung für die vielen Toten lehnt er ganz ab.

Borchert war auch selbst im Krieg und wusste wie es da geht, so konnte er ganz gut die Situation beschreiben. Doch er hat nicht so wie Beckmann und die vielen anderen gelitten, weil er weiter leben konnte - er hatte Arbeit. In seinem Buch schildert er dann das Leben der heimkehrenden Soldaten nach Deutschland - es ging also nicht um die ganze Welt, sondern nur um die Situation in Deutschland. Die Soldaten haben sich durch den Krieg äußerlich aber auch innerlich sehr geändert, aber Deutschland und die Gesellschaft auch.

Das Leitmotiv ist die Strasse und die Häuser, die Beckmann nur vom außen betrachten kann, weil er ,,Draußen vor der Tür" steht und nicht hinein kann - die Gesellschaft will ihn nicht. Und wenn sie neu anfangen wollten, so gab es für sie keine Chance zu arbeiten, weil sie erst Anfänger waren und nichts konnte. Wie auch mehrere von den Personen sagen, ist Beckmann nur einer von den vielen und es zählt kein einziges Leben, erst Millionen beeindrucken die Menschen. Im Krieg war es fast normal, dass so viele starben und so hat man sich daran gew öhnt und nicht mehr um sie getrauert. Darauf zeigt Borchert, dass ein Krieg zu viele unschuldige Todesopfern fordert.

Und niemand trauert um sie. ,,Sie gehen an den Leichen vorbei."

Der Gott wurde im Krieg auch vergessen, weil er es zugelassen hat, dass so viele sterben. Und immer mehr Soldaten wollten sterben, nicht mehr leben. Der Gott hieß zuerst das Leben, aber jetzt war der Gott der Tod denn er hatte immer eine Tür offen.

Das einzige Drama von Borchert ist ein Protestschrei gegen die zerst örerische und verderbnisträchtige Macht des Krieges, die so viel Leiden gebracht hat.

Meiner Meinung nach beschreibt Borchert die Situation in Deutschland nach dem Krieg ganz genau, deshalb wurde er auch festgenommen, weil er nicht schweigen konnte. Durch das Buch konnte ich in die Welt eines Soldaten, der nach Hause kommt, reinschauen, aber so ganz durchfühlen kann ich es nicht, weil ich vom Krieg und der Nachkriegszeit keine Ahnung habe. Nur Vorstellen kann ich das mir und das Leben so eines Soldaten war sicher nicht einfach wenn er tot zu sein als schön empfunden hat.

Details

Seiten
8
Jahr
2001
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99689
Note
Schlagworte
Borchert Wolfgang Draussen

Autor

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Titel: Borchert, Wolfgang - Draussen vor der Tür #