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Schiller, Friedrich - Don Carlos

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 7 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

A. Rolle des Marquis Posa in Schillers Don Carlos

Rolle anfangs: kaum betont:Vermittlerzw. Philipp und Don Carlos

- Rückkehr aus Brüssel
- Jugendfreund Carlos
- DC enthüllt nur ihm Geheimnis.

_ MPirritiertüber Carlos Verhalten, arrangiert dennoch Treffen

Posa gewinnt zentrale Bedeutung:

- Ende 3. Akt: König beauftragt, ihm Wahrheit zu bringen (Carlos-Elli).
- Posa enthüllt republikanische Gesinnung und drängt König, NL von sp. Tyrannei zu befreien. (Zitat 1 & 2)

=> MP will mit DC heimlich in die NL reisen.

Figur tritt hervor, Gestalt und Schicksal nehmen tragische Formen an:

- Verhaftungsbefehl (Kontrolle über DC)
- Carlos vertraut sich Eboli an

_ Klärung nur durch Tod MPs oder Ebolis.
_ fingiertes Schreiben (Hochverräter).
_ DC kommt frei, MP schildert kurz vor Erschießung die wahren Hintergründe. MP hat alles vorbereitet für DCs Flucht nach NL.

I. Charakter & Denken des Marquis Posa

- uneigennützig
- hoffnungsfreudiger Idealist
- überzeugt von der Richtigkeit der eigenen Führungsgrundsätze
- kosmopolit. Freiheitsenthusiasmus
- Sprecher der ,,Ideen von Freiheit und Menschenadel"
- mit Elisabeth und DC auf Seite der politischen Veränderung

=> Polit. Rebell

Posa = Malteserritter

=> KEINE Gestalt der Aufklärung, denn sonst hätte Schiller ihn nicht zum Malteser gemacht

aber: - Forderungen von Aufklärung beeinflußt

- verbindet diese Ideen mit dem Glauben an ein undogmatisches Christentum katholischer Prägung.
- Kreuzritter = Diener Gottes, Kämpfer, barmherziger Helfer und Täter, Streitender und Liebender zugleich
- kämpft für die Ausbreitung des Kreuzes und für die Ordnung im Reich
- Im Dienste wirkt er im Diesseits.
- Transzendenz und Immanenz verbunden durch die Tat des sich selbst verzehrenden edlen Menschen.

Posa ist nicht nur Idealist, der sich für die Idee einsetzt, sondern auch Realist, der die Möglichkeiten und Notwendigkeiten abzuwägen versteht.

=> nicht menschliche Bindungen sondern nüchtern sachliche Erwägungen leiten Posa.

Grundsätze MPs drehen sich um republikanische Tugend.

Beweis: Aufopferung (Inbegriff aller republikanischen Tugend)

=> Ideal republikanischer Freiheit kann kein günstigeres Moment und keinen empfänglicherem Boden finden.

II. Grundzüge der Aufklärung im Stück

1. Gedankenfreiheit

Vernunft setzt sich gegen Unvernunft, Tyrannei, Feudalismus, Gewissenszwang ein und führt die Menschen zu Vollkommenheit und Glückseligkeit.

MP hat diese Grundzüge, doch kann sie auch durch seinen Tod nicht durchsetzen -> Tragisch. KP gibt keinerlei Gedankenfreiheit, ist jedoch vom Kurs MPs fast überzeugt.

2. Politische Freiheit

Staat = Getriebe des Verwaltungsapparates;

Bestimmung: Sicherung der Rechte des Einzelnen, keine Verpflichtungen des Einzelnen ggü. dem Staat.

- Kampf der Aufklärung gegen Tradition und Autorität.
- Nicht Revolution sondern Verbesserung/Veredelung sind die Lösung.

Die Auffassung von Freiheit, die aus Verantwortung vor dem Schöpfer zur aufbauenden selbstlosen Tat im Diesseits verpflichtet, ist die Grundlage von Posas Staatsauffassung.

Monarchie: Unterdrückung aller selbständigen, schöpferischen Leistung ist die

Staat Posas:eine der Natur nachgebildete Schöpfung des Menschengeistes, nicht mechanisch, sondern organologisch.

Aus dem freien Zusammenwirken aller Glieder dieses Staates entsteht das volle, ineinandergreifende tätige Leben eines großen in sich geschlossenen Ganzen.

,,Werden Sie von Millionen Königen ein König"

Posa fordert: Menschheit Adel wiederherstellen, dann wird er zum König, da sich alle im freiwillig unterordnen, da er als großer Mensch anerkannt wird.

,,Der Bürger sei wiederum, was er zuvor gewesen, der Krone Zweck - ihn binde keine Pflicht als seiner Brüder gleich ehrwürdige Rechte."

Die wertvollsten Bürger werden nicht mehr auswanderen, sonder mit Freude für den Staat sich betätigen, weil sie darin ihren eigenen irdischen Lebenssinn erblicken.

III. Darstellung der Verhältnisse Posas zu

1. Don Carlos

- Jugendfreunde

Basis der Freundschaft:Beiderseitiges Verlangen, der unter der Herrschaft Spaniens stehenden Niederlande Freiheit zu geben

- Gleiche Liebhaberei für das Große und Schöne
- Gleicher Enthusiasmus für Wahrheit, Freiheit und Tugend.
- Früher waren allerdings für Posa die Gedanken für Freiheit und Menschenadel lebendiger als Gefühle der Freundschaft für Carlos.
- Posa ist enttäuscht über DC, er hat einen Heldencharakter erwartet und findet Leidenschaft für die Gemahlin seines Vaters.
- Posa will die Leidenschaft DCs nutzen, da er auf die Mithilfe der Königin hofft, die er dann auch schlußendlich erlangt.
- Posa trägt das Ideal von Menschenglück auf DC über, da DC es ist, der es wirklichmachen soll.
- DC = Brennpunkt von MPs Vorstellungen

Wiedergutmachtung, da im Knabenalter DC eine Strafe für ihn hingenommen hat -> Opferung

Nach Konflikt: MP denkt erst an den heroischen Ausweg, er hat DC in Gefahr gebracht -> er opfert sich für ihn auf seine Unkosten.

Wiedergutmachtung, da im Knabenalter DC eine Strafe für ihn hingenommen hat -> Opferung

_ MP stirbt für DC

2. König Philipp

Neben dem leuchtenden Zukunftsglauben Posas steht das erschütternde Bild des tragischen Königs.

Vor dem düsteren Hintergrund des sp. Hofes heben sich die philosophischen Ideen der Aufklärung leuchtend ab.

- menschliche Hoheit und Gebrechlichkeit der Gestalt
- Die Last, die er zu tragen hat, macht ihn nach außen hin unnahbar, herrisch und selbstbewußt, nach innen bescheiden und demütig.
- König haßt Schmeichelei, liebt kurze, sachliche Klarheit
- KPs Härte erwächst aus Mißtrauen und der Erkenntnis seiner menschlichen Schwächen und Hilfsbedürftigkeit.
- KP= Vertreter des falsch verstandenen Prinzips der Autorität, einer starren Ordnung, vernichtet das Leben in seinem eigenen Staat, weil das Gesetz der Verwandlung nicht anerkennt.
- KP leidet unter der Last des Regierens

Vor dem Gespräche erwartet sich Posa nichts anderes, als daß er die Vorurteile dieses Menschen auf einen Augenblick erschüttern kann.

MP ist ebenbürtiger Gegenspieler des Königs.

Posa blüht im Gespräch mit dem König auf und bringt alle Phantasien und Resultate seines Denkens ans Licht.

Schiller 6.Brief: ,,Im Feuer seiner Begeisterung veredelt er sich den König"

,,Sie wollen pflanzen für die Ewigkeit und säen Tod? Ein so erzwungenes Werk wird seines Schöpfers Geist nicht überdauern." Posa zu König.

Posa überzeugt ihn, daß es selbstlose, nur einer Aufgabe lebende Menschen gibt, auf die man bauen kann.

KP läßt sich von Posa von der Notwendigkeit eines neuen Kurses überzeugen -> Posa

=Minister

_ KP gibt Posa keine Chance zur Gesinnungsäußerung.

Der König hofft durch Posa Vertrauen zur Welt, zum Menschen zu gewinnen, aus der Einsamkeit, in der er sich befindet, befreit zu werden.

Vertraut sich Posa an, weil er bei ihm völlige Selbstlosigkeit und Klarheit findet KP erhofft sich von MP: Elli und Infant überwachen.

Schließlich:

- MP entscheidet sich gegen ihn,
- mißbraucht Vertrauen und überläßt ihm seinem Schicksal.

Brief als Zeichen des Mißtrauens und des Mißachtens für KP

Verrtauen des Königs zerbricht an der Enttäuschung, die ihm Posa bereitet, der ihm Brücke zum Menschen , zur Welt hätte sein können.

_ Brücke in die hoffnungsvolle Zukunft abgebrochen.

B. Sinn & Hintergrund des Todes von Marquis Posa

Frage:Warum läßt Schiller das Stück hoffnungslos enden, wenn er mit Posa uneingeschränkt zukunftsgläubig ist (Optimist) ?

Ausgang des Stückes muß mit Schillers Welterleben und Welterkenntnis übereinstimmen.

Schiller = Mensch des Absoluten : Freiheit im Untergang (nur durch Tod!) Zentralbegriff: Das Erhabene

Wäre er ein purer Optimist, hätte er das Stück nicht schreiben können: Schwung eines hoffnungsfreudigen Idealisten erfolglos gegen die Unterdrückung.

Vgl: Goethe's Egmont:

Hier erscheint zum Schluß eine Freiheitsgöttin, die dem Helden sagt, sein Blut wird nicht umsonst fließen.

Kein Weiterwirkender Opfertat in DC!

- MP scheitert an den äußeren Schwierigkeiten und den eigenen Unvollkommenheiten
-Er stirbt, wofür er gelebt hat: Verwirklichung einer besseren Zukunft.

Posa lebt und stirbt als ein großer Glaubender, Siegender, Überwinder der Welt im und durch den Tod.

- MP stirbt, um für sein Ideal alles zu tun und zu geben, was ein Mensch für etwas tun und geben kann, das ihm das Teuerste ist..
- will seine Wahrheiten beherzigt haben und opfert sich deswegen.
- weil zu sehr von Ideal geprägt => Scheitern vorprogrammiert

,,Den König geb ich auf. Was kann ich auch dem König sein? In diesem starren Boden blüht keine meiner Rosen mehr - Europas Verhängnis reift in meinem großen Freunde!

Posa entscheidet sich nicht für die Person Carlos, sondern für denjenigen, der seiner Sache am meisten dienen könnte.

Vermächtnis an DC:,,Er mache... das Traumbild wahr, das kühne Traumbild eines neuen Staates, der Freundschaft göttliche Geburt. Er lege die erste Hand an diesen rohen Stein. Ob er vollende oder unterliege, Ihm einerlei, er lege Hand an"

Schiller (1.Brief) Aufopferungsfähigkeit = Wesen des Republikanismus. Opferidee im Mittelpunkt MPs Weltbild

Entschluß zum Tod ist gewissermaßen Linderungsmittel für MP.

Details

Seiten
7
Jahr
2000
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99681
Note
Schlagworte
Schiller Friedrich Carlos

Autor

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Titel: Schiller, Friedrich - Don Carlos