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Das Weltwirtschaftssystem - Das Bretton-Woods-System

Hausarbeit 1995 17 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Bretton- Woods- Systems
2.1 Der Wunsch nach einem internationalen Wirtschaftssystem
2.2 Die Konferenz von Bretton Woods
2.3 Die Dominanz der USA in den Bretton- Woods- Institutionen

3. Der Internationale Währungsfonds- IWF
3.1 Die Wechselkursregelungen des IWF
3.2 Die finanzielle Hilfe des IWF bei Zahlungsbilanzstörungen
3.3 Die Bedeutung der Finanzierung aus IWF- Mitteln
3.4 Die Organisation des IWF

4. Die Bank für Wiederaufbau und Entwicklung- IBRD
4.1 Die Ziele der Weltbank
4.2 Die Organisation der Weltbank

5. Die Reaktionen der Bretton- Woods- Institutionen auf wirtschaftliche- und politische Entwicklungen in der Welt
5.1 Der Einfluß der Dekolonialisierung auf die Bretton- Woods- Institutionen
5.2 Die Internationale Finanzkooperation- IFC ( )
5.3 Die Internationale Entwicklungsorganisation- IDA
5.4 Die Einführung von Sonderziehungsrechten
5.5 Die Krise des Bretton- Woods- Systems ( )

6. Die aktuelle Situation der Bretton- Woods- Institutionen
6.1 Die aktuelle Situation des IWF
6.2 Die aktuelle Situation der Weltbank

Literaturverzeichnis

Das Bretton- Woods- System

1. Einleitung

Aufgrund der Weltwirschafts- und Weltwährungskrise zwischen 1929- 32 brach der nach dem 1. Weltkrieg entwickelte Gold- Devisen Standard, wonach die umlau­fende Geldmenge einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Verhältnis zu den Gold- und Devisenreserven dieses Landes gestellt war, zusammen. Der Grund dafür war der folgende Aspekt: Die einzelnen Staaten versuchten durch eine Abwertung ihrer Währung die internationale Konkurrenzfähigkeit ihrer Exportwirtschaft zu steigern und somit ihr Auslandsdefizit zu verringern. Dies gelang verständlicher weise nur so lange, wie ein Land schneller und stärker abwertete als die übrigen. Die Folge war ein internationaler Abwertungswettlauf[1], der wie bekannt zu Massen­arbeitslosigkeit, Zusammenbruch von Banken und Unternehmen[2] und Hyperinfla­tionen in den einzelnen Staaten führte.

2. Die Entwicklung des Bretton- Woods- Systems

2.1 Der Wunsch nach einem internationalen Wirtschaftssystem

Um die Fehler der zwanziger und dreißiger Jahre, welche zu dem oben erwähnten Abwertungswettlauf und damit zur Weltwirtschaftskrise aufgrund des Nichtvorhan­denseins von internationalen Organisationen im Bereich der Währungs- und Han­delspolitik geführt haben, nicht zu wiederholen, hat man bereits im Verlauf des 2. Weltkrieges ers­te Versuche unternommen, internationale Institutionen zu bilden, die die wirtschaft­lichen Strukturen in diesen Ländern aufbauen und absichern sollten. Ziel war es, ein Weltwirtschaftssystem aufzubauen. Verfechter dieser Idee waren vor allem die USA und Großbritannien. Diese Länder waren davon überzeugt, daß es zwischen politi­scher Sicherheit und wirtschaftlicher Ordnung, also zwischen Frieden und dem Handel einen engen Zusammenhang gibt. Der Frieden wurde als Folge einer internationa­len Zusammenarbeit und einem freien Welthandel gesehen. Dabei waren führende US-Politiker und Ökonomen davon überzeugt, daß so ein Vorhaben nur nach dem System der USA funktionieren kann[3].

Im Gegensatz dazu wurde der berühmte britische Ökonom Keynes von der briti­schen Regierung aufgefordert, Forschungen und Untersuchungen in dieser Richtung zu betreiben und ein mögliches Weltwirtschaftssystem zu entwickeln.

Als Ergebnis dieser Arbeit wurde durch Keynes ein Plan vorbereitet, welcher vor­sah, drei Institutionen mit drei unterschiedlichen Aufgabenbereichen zu bilden. Diese Aufgabenbereiche waren[4]:

- der Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Europas
- Währungsfragen
- Handel

Erste Schritte in dieser Richtung wurden 1941 durch die britische- und die US-Regierung in der Atlantik- Charta[5] unternommen.

2.2 Die Konferenz von Bretton- Woods

Als Folge dieses Dokuments wurde 1944 in Bretton Woods in New Hampshire bei einer Währungs- und Finanzkonferenz, in der 44 Länder vertreten waren, beschlos­sen, eine internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development- IBRD ), also die Weltbank, und einen internationalen Währungsfonds- IWF (International Monetary Found- IMF ) zu gründen. Darüberhinaus wurde eine Welthandelsorganisation (International Trade Organisation- ITO ) geplant, welche aber durch den Widerstand der USA scheiterte. Dieses System wurde nach dem Ort der Vertragsschließung benannt und heißt des­halb Bretton- Woods- System[6].

2.3 Die Dominanz der USA in den Bretton- Woods- Institutionen

In diesem Bretton- Woods- System war und ist die USA die dominierende Kraft. Dies ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, das die USA in der Nach­kriegsordnung das größte wirtschaftliche Potential besaß. Der US- Dollar war die kaufkräftigste Währung der Welt, denn sie war als einzige Geldsorte durch Goldre­serven gedeckt. Die Goldreserven der Vereinigten Staaten machten 1938 55% des Weltbestandes und 1948 71% des Weltbestandes aus (ohne die UdSSR mitgerechnet). Vergleichsweise machten im gleichen Zeitraum die Reserven Großbritanniens nur 4,6% aus[7]. Jedoch sollte man bei dieser Betrachtung nicht vergessen, daß die Vor­machtstellung der USA nicht zuletzt auf die hohen Verschuldungen der europäischen Staaten aufgrund des 2. Weltkrieges und dem damit verbundenem hohen Goldtransfer in die USA, zurückzuführen sind.

Aus diesen erwähnten Gründen war der US- Dollar im Ausland sehr geschätzt. Infolge dessen wurde sie zur Leitwährung der Bretton- Woods- Institutionen. Ebenso befinden sich die Hauptsitze des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington D.C.. Diese Dominanz der USA in diesen Institutionen wird auch durch die Durchsetzung der US- amerikanischen Vorstellungen gegenüber die der britischen deutlich. In diesem Zusammenhang konnte die US- Regierung die Pläne seines Ökonomen White gegen das Modell des britischen Ökonomen Keynes durch­setzen. So wurde nach dem White- Plan der IWF die Aufgabe zuteil, bei Ländern mit Zahlungsdefiziten darauf zu achten, daß sie Zahlungsbilanzdisziplin einhalten[8]. Im Gegensatz dazu sah Keynes vor, beide Seiten, nämlich Schuldner und Gläubiger zum Ausgleich der Zahlungsbilanzen aufzufordern. So sollten die Überschußländer ihre Importe aus Defizitländern erhöhen, damit es zum Außenhandelsgleichgewicht kommt[9].

[...]


[1] Bayr. Vereinsbank (Hrsg. ), Oft verwendet- kurz erklärt, München, 1989, S. 215

[2] Michael Olsson u. Dirk Piekenbrock, Kompakt- Lexikon: Umwelt- u. Wirtschaftspolitik, Bonn, 1993, S. 378

[3] Peter Czada u. a., Internationale Währungsprobleme, Opladen, 1988, S. 55f

[4] Dietmar Herz, Das System von Bretton- Woods, in: Die Vereinten Nationen, München, 1995, S. 75f

[5] Vgl. Dietmar Herz, S. 78-79

[6] Vgl. Dietmar Herz, S. 80

[7] Vgl. Peter Czada u. a., S. 57

[8] Vgl. Dietmar Herz, S. 81f

[9] Vgl. Peter Czada u. a., S. 61

Details

Seiten
17
Jahr
1995
ISBN (eBook)
9783638106153
ISBN (Buch)
9783640364534
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v996
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – FB Politik
Note
1,0
Schlagworte
Weltwirtschaftssystem Bretton-Woods-System Internationale Politik IMF IWF Weltbank; Keynes; Internationaler Währungsfond International Monetary Fund Goldstandard

Autor

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Titel: Das Weltwirtschaftssystem - Das Bretton-Woods-System