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Goethe, Johann Wolfgang von

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 5 Seiten

Biographien

Leseprobe

Kindheit und Jugend 1749-1764

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Seine Mutter Catharina Textor war gerade erst 18 Jahre alt, als er auf die Welt kam, sein Vater dagegen fast schon 40. Goethe hatte in seiner Kindheit und auch später immer einen sehr angespannten Kontakt zu seinem Vater. Sein Vater war ein sehr strenger und verschlossener Mann. Seine Mutter dagegen war sehr lebhaft, heiter und liebevoll. Ab dem 6 Lebensjahr bekam Goethe Unterricht von Privatlehrern. Der Unterricht fand immer unter strenger Aufsicht seines Vaters statt. Goethe lernte Latein, Griechisch, Französisch, Englisch und später auch Hebräisch. Er wurde streng evangelisch erzogen. In seinem späteren Leben jedoch wendete er sich von der Kirche ab.

Studienjahre 1765-1771

Mit 16 Jahren schickte ihn sein Vater auf die Universität in Leipzig, wo er Recht studieren sollte. Hätte Goethe seinen eigenen Neigungen folgen dürfen, so wäre er nach Göttingen gegangen, um dort Altertumswissenschaften zu studieren. Goethe war zunächst begeistert von der Messestadt Leipzig, doch sein Desinterrese für sein Studium vermißte ihm seinen Aufentlhalt. Mit 17 verliebte er sich in die Tochter des Wirts, wo er jeden Tag zu Mittag aß. Seine Liebschaft endete mit einer freundschaftlichen Trennung. Nach dem 3jährigen Studium 1768 führte die seelische Belastung zu einem physischen Nervenzusammenbruch, woran er beinahe starb.

Er kehrte nach Frankfurt zurück, wo es fast 1 ½ Jahre dauerte bis er vollkommen gesund war. Zu dieser Zeit befaßte er sich mit mystischen Schriften und beginnt erste achlimistische Versuche. Sein Interesse für die Beobachtung von Naturvorgängen wurde geweckt. 1770 ging er auf Wunsch des Vaters nach Straßburg wo er sein Studium beenden sollte. Aber statt in Straßburg die Vorlesungen über sein Themengebiet zu besuchen, hörte er lieber den medizinischen und staatswissenschaftlichen Vorlesungen zu. Er beschäftigte sich auch mit historischen, philosophischen und theologischen Fragen. Er fand viele Freunde, einer von ihnen war der Schriftsteller Herder, einer der führenden Personen des Sturm und Drangs, der ihn für Shakespeare und für die Volkspoesie begeisterte. Unter Herders Anleitung gewann Goethe die Ansicht, daß es für die Dichter und Künstler wichtiger sei, sich von ihren Empfindungen leiten zu lassen, als einem angelernten Wissen und Können zu vertrauen. Dies sollte ihn sein ganzes Leben hindurch verfolgen.

1770 lernte er die Sesenheimer Pfarrerstochter Fredericke Brion kennen, in die er sich auch verliebte. Die Beziehung mit Friederike Brion brach erst auseinander, als Goethe schon in Frankfurt war. Dort schrieb er die Sesenheimer Lyrik. Goehte konnte seine Empfindungen wie Liebe, Trauer und Schmerz mühelos in Worte fassen. Dieses Liederbuch umfaßt 9 seiner bekanntesten Liebesgedichte, wie Willkommen und Abschied.

Sturm und Drang 1771- 1775

Nach seiner Rückkehr aus Straßburg, mit 22 Jahren, wurde er Anwalt beim Schöffengericht. Goethe interessierte sich nicht für seinen Beruf, er befaßte sich lieber mit den Werken von Shakespeare. Für ihn war das was in Shakespeare stand, sein poetisches Ziel: Abkehr vom Rokoko-Theater, Bruch mit dem regelgebundenen Drama der Franzosen und ihrer Nachahmer. Ende 1771 schrieb Goethe die erste Fassung von, Götz von Berlichingen" in knapp 6 Wochen. Das Stück handelt von dem Raubritter Götz der gegen die Bevormundung eines Bischofs ankämpft und zum Anführer eines Bauernheeres gewählt wird. Die Figur des Götz ist ein Kämpfer der Freiheit. Der Bruch mit dem klassizistischen Drama war mit diesem Stück, das 59 Szenenwechsel und keine Zeit- und Ortsangaben hatte, vollzogen. So entsprach auch Goethes Lebensstil, er ließ sich gehen, er kümmerte sich nicht um seinen Beruf, machte sich über Freunde und über angesehene Dichter lustig.

Auf Vorschlag seines Vaters ging Goethe im Mai 1772 nach Wetzlar, um als Praktikant am Reichskammergericht seine juristischen Kenntnisse zu erweitern. Dort lernt Goehte den Gesandtschaftssekretär Johann Christian Kestner und dessen Frau Charlotte Buff kennen. Trotz der Freundschaft kam es zu Spannungen. Goethe verliebte sich in Charlotte. Deshalb verließ er Wetzlar schon nach 3 Monaten wieder und kehrte nach Frankfurt zurück. Ein guter Bekannter Goethes aus Wetzlar, nahm sich das Leben wegen einer verheirateten Frau, und die kürzlich erlebte Liebe zu Charlotte war auch dann der Ausschlag für das Drama ,,Die Leiden des jungen Werthers". Er begann das Werk am Anfang des Jahres 1774 und vollendete es im Herbst. Auf der Herbstmesse erschien das Drama in einer Art Briefroman. Die ersten Drucke waren innerhalb von einem Tag vergriffen. Alle Nachdrucke wurden verkauft, es entstanden sogar Raubkopien, was für die damalige Zeit ungewöhnlich war. Die Jugendlichen zogen sich so an wie Werther und Lotte im Buch. Ganz Deutschland war im Wertherrausch, dies griff auch auf die Nachbarländer über. Das Werk wurde für Goethe ein Welterfolg. Aber es gab natürlich eine Gegenseite, die Kirche, Oberhäupte, Stadträte, die in dem Drama eine Gefahr sahen. So wurde in Leipzig zum Beispiel das Drama verboten. In dem Buch geht es um den jungen Werther, der sich in Lotte verliebt, die aber mit Albert verlobt ist. Er sieht ein, das dass werben um sie keinen Sinn hat und zieht enttäuscht davon. Werther zieht es zurück zu ihr, doch als er endgültig merkt das er ihre Gunst nicht gewinnen kann, nimmt er sich als letzten Ausweg das Leben.

Durch dieses Werk wurde Goethe schon im Alter von 25 Jahren einer der bekanntesten Dichter Deutschlands. 1786 schrieb er das Werk noch ein mal um.

1774 lernte Goethe den Prinzen Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach kennen, der ein begeisterter Leser von Werther war. Im selben Jahr schrieb er den Urfaust, der aber nicht veröffentlicht wurde. Einer Einladung des Prinzen folgte Goehte am 7.November nach Weimar.

Das erste Jahrzehnt in Weimar 1775-1786

Im Juni 1776 bekam er vom Herzog eine Stelle im geheimen Legationsrat, so trat er offiziell in den weimarischen Staatsdienst ein. 1776 kam sein alter Freund Herder an den Weimarerhof. 1777 schrieb er das Singspiel Lila, die Dramen Grille, der Triumph der Empfindsamkeit, Jery und Bätely, die Fischerin und der Erlkönig.

Im März 1779 begann er die erste Fassung der Iphigenie auf Tauris zu schreiben. Das Drama wurde der Spiegel seines Strebens nach Reinheit.

1782 wurde er vom Kaiser Joseph dem Zweiten geadelt. Kurz darauf bat er um Urlaub auf unbestimmte Zeit, die er zu einem Italienbesuch nutzen wollte.

Italienische Reise 1786-1788

In Trient begann er das Manuskript der Iphigenie, so wie er es in Prosa verfaßt hatte, in Jamben umzuformen, wie er es lange schon geplant hatte. Goethe hielt sich 4 Monate in Rom auf.

Im Februar 1787 reiste er weiter in den Süden Italiens. Auf Sizilien ging er seinen Forschungen in der Tier- und Pflanzenwelt nach. Er vollendete dort auch die neue Fassung der Iphigenie. Er fing auch gleichzeitig ein neues Werk an, mit Namen Tasso. 1788 verläßt er Rom wieder und kehrt nach Weimar zurück.

Dort konnte er kaum Kontakte zu seinen Freunden knüpfen und verließ die Stadt in Richtung Jena, wo er Schiller trifft. 1788 lernt er die 23jährige Christiane Vulpius kennen, die er 1806 heiratet und mit der er 5 Kinder hat von denen jedoch nur sein Sohn August nach der Geburt überlebt.

Freundschaft mit Schiller 1794-1805

Ende 1794 freundete Goethe sich mit Schiller an. Zusammen schufen Goethe und Schiller ihre großen Balladen, darunter die Braut von Korinth, der Zauberlehrling und der Gott und die Bajadere. Goethe nahm die Arbeit wieder am Faust auf.

1799 zog Schiller in die Nähe von Goethe. Vorher war ein intensiver Briefkontakt zwischen Jena und Weimar. Am 9. Mai 1805 starb Schiller. Nach dem Tod Schillers fiel Goethe in ein Tief und erkrankte an einer Nierenkolik.

Die napoleonischen Jahre 1806-1813

1808 lernte er Napoleon kennen. Napoleon war begeistert von der Persönlichkeit Goethes und seiner Werke. Im selben Jahr vollendete er den ersten Teil Fausts.

1811 begann er mit seinem Lebenswerk ,,Dichtung und Wahrheit" und vollendete es 1832.

Goethe begann häufiger in Kuren zu gehen, bis es regelmäßig wurde.

Im selben Jahr verliebte er sich in Sophie von La Roches. Es führte beinahe zur Trennung von seiner Frau. 1812 lernte er zufällig Ludwig van Beethoven kennen.

Der Weltbürger

1814 lernte er auch die Gemahlin eines Frankfurter Bankiers kennen und verliebt sich natürlich wiedermal. Goethe bekam eine Einladung des Freiherrn von Stein. So entzog er sich der Freundschaft mit der Gemahlin des Bankiers.

Am 6. Juni starb Goethes Frau Christiane Vulpius.

Durch Intrigen wurde Goethe 1817 aus der Direktion des Hoftheaters enthoben. Goethe lebte in seinen letzten Jahren nicht mehr allein in seinem Haus. Er lud Gäste ein, und hielt Lesungen. Seine Gäste waren vor allem Naturforscher und Kunstgelehrte, so wie Entdeckungsreisende und Erzieher. Dichter und Künstler waren bei Goethe nicht mehr so erwünscht.

1828 verliebte Goethe sich im Alter von 74 Jahren in die 19jährige Ulrike Levetzow. Er machte ihr sogar einen Heiratsantrag. Zuerst dachte sie es wäre ein Scherz, lehnte jedoch ab, als sie merkte, daß es Goethe ernst meinte.

1831 starb Goethes Sohn im Alter von 41 Jahren in Italien, an den Pocken.

In diesem Jahr vollendete Goethe auch den 2. Teil vom Faust und sein Lebenswerk Dichtung und Wahrheit.

1832 starb Goethe im Alter von fast 83 Jahren, in Weimar, in seinem ehemaligen Gartenhaus. Er wurde in der Fürstengruft beigesetzt.

Details

Seiten
5
Jahr
2000
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99204
Note
14 Punkte
Schlagworte
Goethe Johann Wolfgang

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Titel: Goethe, Johann Wolfgang von