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Ein Abriss über die Geschichte der Todesstrafe

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 32 Seiten

Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Erschiessen:

Erschießung ist die weltweit am weitesten verbreitete Hinrichtungsart. Die eine (vor allem in asiatischen und arabischen Staaten verbreitete) Lösung ist der Kopfschuß. Dabei werden keine inneren Organe verletzt, so daß man diese verkaufen kann. Zudem unterscheidet man zwischen Einzelerschießungen (Ostblock) und Erschießungskommandos (USA), wobei dem Einzelschützen klar ist, wer den tödlichen Schuß abgibt, bei Erschießungskommandos wird meist ein Gewehr mit einer Platzpatrone geladen, so daß diese Gewißheit für den einzelnen Schützen nicht mehr besteht. Dabei wird meist auf das Herz geschossen. Häufig passiert es jedoch, daß die Schützen vorbei zielen, und so ein sofortiger Tod nicht eintritt. In einigen afrikanischen Ländern wird diese Technik der "langsamen Erschießung" bewußt angewandt. In Ostblockstaaten ist der Genickschuß üblich. Bei einem Kopfschuß wird das Gehirn so stark verletzt, daß es die lebenswichtigen Funktionen nicht mehr aufrechterhalten kann. Bei einem Genickschuß wird das Rückenmark durchtrennt, und es kommt zum Tod.

DER ELEKTRISCHE STUHL GESCHICHTE

Der Zahnarzt Dr. Albert Southwick wurde 1881 Zeuge eines Unfalls. Ein betrunkener Alter Mann berührte einen Stromgenerator und starb dabei sofort. Albert Southwick erzählt von diesem Ereignis seinem Freund Senator David McMillan. Im selben Monat sprach der Senator noch mit Gouverneur David B. Hill, das man mit Elektrizität doch endlich das grausame Hängen ersetzen kann. Dann nahm alles seinen Lauf im Jahr 1886, als das Parlament des Staates New York eine Kommission ins Leben rief, " eine menschliche und bequeme" Art der Hinrichtung zu finden. Der Erfinder Thomas Alva Edison bekam den Auftrag, die Möglichkeit einer Hinrichtung durch Elektrizität zu untersuchen. Zu dieser Zeit war der Kampf zwischen Edison gegen Westinghouse in vollem Gange. Edison wollte dadurch beweisen, daß der Wechselstrom seines Konkurrenten Westinghouse viel zu gefährlich sei. So experimentierte er an Hunden, Katzen und Pferden mit dem Stromtod. Im Juni 1888 beschloß das Parlament von New York mit 87 gegen 8 Stimmen, die Elektrische Hinrichtung einzuführen. Die MEDICO-Legal Society von New York wurde beauftragt eine Methode zu finden, wie man eine solche Hinrichtung vollziehen kann. Am 01.01.1889 trat das Gesetz in Kraft. "Die Exekution muß so ausgeführt werden, daß der Strom des Körper durchfließt, bis zum Eintreten des Todes." Im Auburn Gefängnis entwirft und baut der Elektriker Edwin R. Davis den ersten Elektrischen Stuhl, der dem heutigen bereits sehr ähnlich ist.

DIE ERSTE HINRICHTUNG

Am 6. August 1890 wurde der Elektrische Stuhl das erste Mal in Betrieb gesetzt. Der erste Delinquent war William Kemler, der des Mordes an seiner Freundin überführt war. Er wurde auf einen großen schweren Eichenstuhl, der am Boden befestigt war festgeschnallt. Dann wurde eine Metallkappe mit einer Elektrode an seinem Kopf befestigt und eine weitere Elektrode auf dem Rücken. Die Hinrichtung Evans auf dem elektrischen Stuhl des Gefängnisses war nach Darstellung des Anwalts von John Evans eine grausame Folter. Als der Gefängnisdirektor das Zeichen gab, legte der Elektriker in einem Nebenraum den Schalter um. 1000 Volt durchflossen den Körper Kemlers, Dieser verkrampfte sich, und der Körper preßte sich gegen die Gurte. Nach 17 Sekunden wurde der Strom abgeschaltet da man Kemler für Tod hielt. Nach der Unterbrechung des Stromes erschlaffte der Körper, und er fing zu keuchen und röcheln an, auch erbrach er sich. Darauf wurde der Strom sofort wieder eingeschaltet und erst nach weiteren 70 Sekunden als Rauchsäulen vom Kopf und Rücken aufstiegen wieder abgestellt, welche von Verbrennungen des Fleisches herrührten.

PANNEN

Am 27.Juni 1893 brach während des ersten Stromstoßes der Hinrichtung von William Taylor die Rückenlehne des Stuhles. Der bewußtlose Taylor wurde in einen Nebenraum gebracht während der Stuhl repariert wurde. 1 Stunde später wurde die Hinrichtung fortgesetzt. Bereits nach dem ersten Stromschlag soll die Bewußtlosigkeit eintreten, doch auch dem ist anscheinend nicht immer so. Wie z.B. 1946 im US-Bundesstaat Louisiana im Fall des 17jährigen Willie Francis. Ein Augenzeuge: "Ich sah, wie die Lippen des Gefangenen anschwollen, nachdem der Schalter umgelegt worden war, wie der Körper sich spannte und streckte. Ich hörte, wie der verantwortliche Beamte den Mann draußen anschrie, er sollte mehr Strom geben, nachdem er gesehen hatte, daß Francis noch nicht tot war. Mehr sei nicht möglich, schrie der von draußen zurück. Dann keuchte Willie Francis: Hört auf. Laßt mich Luft holen." "Ich sah kleine blaue, rosa und grüne Punkte und fühlte ein Brennen in meinem Kopf und am linken Bein" berichtete Francis später. Ein Jahr später wurde er hingerichtet, da eine zweite Hinrichtung nicht gegen die amerikanische Verfassung verstößt. Nach jeder Exekution wurde eine Obduktion gemacht. So wurden einmal bei einem Mann noch deutliche Herztöne registriert, ja das Herz schlug noch und der Delinquent lebte. Er wurde dann sogleich wieder in den Hinrichtungsraum gebracht und in den Stuhl gesetzt. Denn das Gesetzt sieht vor "Der Strom muß fließen bis daß der Tod eintritt". Am 22.April 1983 wurde John Evans in Alabama auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet. Als der Strom mit 1900 Volt durch den Körper fuhr brannte die Elektrode am linken Bein durch. Der Strom wurde sofort abgeschaltet und ein Techniker reparierte die Elektrode während Evans stöhnend im Stuhl auf den Fortgang der Hinrichtung warten mußte. Noch zwei mal mußte der Strom angeschalten werden bis man bei Evans nach 14 Minuten den Tod feststellte. Am 16 Oktober 1990 wurde Jesse Tafero in Florida hingerichtet. Während der Exekution die 16 Minuten dauerte stieg Feuer und Rauch vom Kopf von Jesse Tafero auf. Bei Untersuchungen des Stuhles stellte man fest, daß man für die Kontaktauflage der Elektrode auf dem Körper statt einem synthetischen einen natürlichen Schwamm verwendete, der durch den Strom Feuer fing.

DER ELEKTRISCHE STUHL HEUTE

In folgenden Staaten wird er noch heute angewendet:

Alabama

Connecticut Florida

Georgia Indiana Kentucky Nebraska

South Carolina Tennessee

NEBENWIRKUNGEN

Speichelfluß

verbrannte Haare und Haut

Augäpfel fliegen aus den Höhlen

Körpertemperatur steigt auf über 80 Grad Celsius an Eiweiß im Blut verdickt sich, verstopft alle Adern Gehirn wird hart

Rauch kommt aus dem Körper

KOSTEN

Der elektrische Stuhl kostet bei Leuchter 35.000$, der zur Exekution benötigte Strom ein etwa

30 Cent

DIE GASKAMMER

GESCHICHTE DER GASKAMMER

Die erste deutsche Gaskammer stand in Brandenburg 9772 körperlich und geistig Behinderte wurden während der Nazi-Zeit in knapp zwei Jahren in der Havelstadt ermordet Die Opfer wurden in einen Vorraum der Gaskammer eingewiesen, mußten sich nackt ausziehen und sich einer Scheinuntersuchung unterziehen. Die zielte nämlich einzig darauf ab, eine von 160 naheliegenden natürlichen Todesursachen auszuwählen. Danach wurden die Behinderten angewiesen, in den "Inhalierraum" zu gehen und tief durchzuatmen. Die Gaskammer war ein

15 Quadratmeter großer, gefliester Raum mit Bänken. In einer Höhe von 10 Zentimetern

befand sich ein Rohr mit Löchern, aus denen das Gas strömte. Am Gasregler im Nebenraum saß ein Arzt. Durchschnittlich 15 bis 20 Menschen wurden mit einem Mal ermordet. Anschließend versuchten die Nazis das jüdische Volk mittels Zyklon B auszurotten. Millionen von Juden starben in den deutschen Gaskammern.

GASKAMMERN IN AMERIKA - GESCHICHTE

Am 8. Februar 1924 wurde der gebürtige Chinese Gee John als erster Mensch der Welt in der Gaskammer von Carson City in Nevada hingerichtet.

VERFAHRENSWEISE

Das Gift, das in der amerikanischen Gaskammer verwendet wird ist Zyankali, welches durch eine chemische Reaktion in einen Stoff namens Zyanid verwandelt wird, der übrigens mit dem Zyklon-B, welches die Nazis in Auschwitz verwendeten identisch ist. Für die Hinrichtung werden bereits früh morgens zwei Pfund Zyankali abgewogen und in zwei Beutel gefüllt. Diese zwei Beutel werden in einem Schacht unter dem Sitz in der Gaskammer befestigt. Etwa 10 Minuten bevor der Gefangene in den Hinrichtungsraum geführt wird, werden die Giftgefäße mit einem Liter destilliertem Wasser aufgegossen, dem schwefelhaltige Säure zugesetzt wird. Die Gaskammer wird nun auf undichte Stellen untersucht, und der Delinquent wird auf dem Stuhl in der Gaskammer festgeschnallt. Durch ein Sicherheitsventil wird ein an ihm befestigtes Stethoskop nach außen geführt, damit ein Arzt die Herztöne kontrollieren kann, um den genauen Todeszeitpunkt eintragen zu können. Damit sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, und die eiserne Tür der Kammer wird geschlossen und versiegelt. Nun wird ein wenig Luft aus der Gaskammer gesaugt, um die Wirkung des Giftgases zu erhöhen. Auf ein Zeichen hin öffnet der Scharfrichter die Ventile, und aus einem Nebenraum fließen das destillierte Wasser und die Schwefelsäure über die Zyankalibeutel. Dabei entsteht oben genanntes Zyanid. Insgesamt ist die Hinrichtung innerhalb von zwei

Minuten vollbracht. Die Todeskandidaten werden gehalten, tief zu inhalieren, da sie so schneller daß Bewußtsein verlieren. Der Geruch des Gases ist süßlich, doch es hat den Nachteil, das es bei falscher Atemtechnik zu Atemlähmung führen kann, bevor eine Bewußtlosigkeit einsetzt. Ist der Tod des Hingerichten festgestellt, beläßt man ihn noch eine weitere halbe Stunde in der Gaskammer, erst dann wird die Luft ausgetauscht, die Kammer mit Wasser ausgewaschen. Erst dann wird der Tote mit Salmiakgeist eingesprüht, um letzte Reste des Gases aus Haut und Kleidung zu beseitigen und schließlich aus der Kammer entfernt.

ZWISCHENFÄLLE

1949 wurde der sehr schmächtige Schwarze Leandress Rily hingerichtet. Als die Hinrichtung beginnen sollte, befreite er sich aus den Fesseln und rannte in der Gaskammer hin und her. Dabei schlug er verzweifelt gegen die dicken Fensterscheiben. Deshalb wurde die Gaskammer wieder geöffnet, und vier Wärter überwältigten Rily und fesselten ihn wieder auf dem Stuhl in der Gaskammer. Dieses vollzog sich noch weitere zwei Mal, ehe man beim vierten Versuch das Gas nun in die Kammer strömen ließ.

Am 2. Mai 1960 wurde Caryl Chessman in der Gaskammer von San Quentin hingerichtet. Als das Gas aufstieg klingelte das Telefon. Es war die Nachricht, die Hinrichtung aufzuschieben. Der leitende Beamte entschied sich aber dafür weiterzumachen, weil die Hinrichtung zu weit fortgeschritten und soweit nicht mehr zu stoppen war.

Wäre Chessman noch zu retten gewesen, wenn man das Gas sofort abgesaugt hätte? Hätte der Henker mit einer Gasmaske in die Kammer gehen sollen?

KOSTEN

Eine Gaskammer kostet bei Fred Leuchter 200.000$, das Gas für eine Hinrichtung 300$.

DIE GIFTSPRITZE GESCHICHTE DER TÖDLICHEN INJEKTION

Im Nazideutschland experimentierte Dr. Eisele in Buchenwald mit vielen Chemikalien und sammelte seine Erfahrungen im "abspritzen". Tausenden Menschen wurden die verschiedensten Substanzen gespritzt; die meisten starben. Bis sich Leuchter mit der Hinrichtung durch die Giftspritze beschäftigte, wurde in den USA Penthotal verwendet, über das jedoch niemand genau Bescheid wußte, und so wurde einfach soviel Penthotal wie möglich in den Delinquenten gepumpt, da auch die tödliche Dosis unbekannt war. Zunächst experimentierte Leuchter mit einem Muskelentspannungsmittel, welches auch bei

Herzoperationen verwendet wird. Für seine Experimente verwendete er Schweine. Bei seinen Experimenten an Menschen zeigte sich die positive entspannende Wirkung, da kaum noch Hust- oder Würganfälle auftraten. Um auch noch die letzen Anfälle zu verhindern, spritzte Leuchter noch zusätzlich eine Überdosis eines antiallergischen Mittels. Zusätzlich werden zur eigentlichen Hinrichtung Natriumpenthotal zur Einschläferung innerhalb von 10 Sekunden, Pancuroniumbromid zur Muskelentspannung, und Kaliumchlorid, worauf innerhalb von zwei Minuten der Tod eintritt, gespritzt. Als 1982 die erste Hinrichtung mit der Giftspritze erfolgte, wurden die Spritzen noch manuell bedient, wie man es (im übertragenen Sinne) vom Arzt kennt. Zwei Hinrichtungstechniker spritzen unabhängig von einander zwei Flüssigkeiten in die Venen des Delinquenten. Eine dieser beiden Substanzen ist harmlos, die andere tödlich. Niemand weiss, wer die tödliche Injektion gesetzt hat. Anfangs war die Wirkung der Spritze nicht genau bekannt, und man befürchtete, der Todekandidat würde Exkremente aus allen Körperöffnungen ausstoßen. Es zeigte sich jedoch sehr schnell, daß dem nicht so war.

VERFAHRENSWEISE

Die Injektionsmaschine besteht aus einem Zuführungs- und einem Kontrollmodul, und enthält acht Spritzen. Sechs davon enthalten giftige Dosen, die übrigen zwei sind Reinigungsspritzen mit salziger Lösung. Jede einzelne Spritze ist unter einem beschwerten Kolben untergebracht, der nach Aktivierung die Spritzen in einer bestimmten Reihenfolge hinunterdrückt. Zum starten der Maschine sind zwei Henker nötig, die jeweils einen Knopf drücken. Ein Computer wertet zufällig aus, welcher Knopfdruck zum starten der Injektion führt. Es gibt sogar ein mobiles Injektionssystem, welches eine komplette Todeszelle, einen Hinrichtungsraum, Vorbereitungsräume, Räume für Zuschauer usw. enthält und 100.000$ kostet.

ZWISCHENFÄLLE

Am 8. Mai 1997 wurde im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma Scott Carpenter

hingerichtet: Zwei Minuten, nachdem das Gift in seinen Adern zu fließen begonnen hatte, begannen Magen und Brustkasten zu vibrieren, er presste die Kiefer zusammen. Insgesamt wurde er während 11 Minuten von Krämpfen geschüttelt. Vom Zeitpunkt, in dem die Spritze angesetzt wurde, bis zum Moment, in dem er starb, verstrich eine knappe Viertelstunde. 1989 erhielt ein Delinquent eine falsche Medikamentenmischung. 1/2 Stunde lang hustete und würgte er, bis er starb

KOSTEN

Bei Fred Leuchter kostet eine Injektionsmaschine (incl. Liegebahre) 30.000$, die Chemikalien für eine Injektion kosten 700$.

ERHÄNGEN

GESCHICHTE

Ursprünglich wurde gehängt, indem man dem Delinquenten eine Schlinge um den Körper band und ihn den Naturgewalten auslieferte. Die Leichname mußten dabei so lange hängen, bis sie sich aufgelöst hatten. Gehängt zu werden bedeutet einen langsamen Tod zu erleiden, der durch die Kompression der Blutgefäße im Hals oder durch die Behinderung der Atmung eintritt. Es kam nicht selten vor, das die Gehängten nach der Abnahme vom Galgen wieder zum Leben erwachten. Um dies zu verhindern, führte man in England den 'langen Fall' ein. Der Verurteilte fiel dabei durch eine Falltür. Durch den Fall brach entweder das Genick oder der Delinquent wurde innerhalb von Sekunden bewußtlos, da die Blutversorgung schlagartig unterbrochen wurde. Dies bedeutete aber nicht in jedem Fall eine Erleichterung der Qualen für den Angeklagten. Denn war der Körper zu schwer, riß auch schon mal der Kopf ab; war der Körper hingegen zu leicht, wurde das Genick nur verrenkt, was einen noch qualvolleren Tod bedeutete. In vielen anderen Staaten existiert eine andere Praxis des Erhängens. Dort wird der Delinquent langsam an dem Seil hochgezogen, dadurch erstickt er, was ein sehr grausamer Tod ist. Gegen Bestechungsgelder springen dem Todeskandiaten jedoch bereitwillig Soldaten an die Beine, und verlängern so den Hals, so das ein ähnlicher Tod wie bei der amerikanischen Methode eintritt.

GEGENWART IN AMERIKA

Noch nicht abgeschafft in den Bundesstaaten Delaware, New Hampshire und Washington

KOSTEN

Ein Galgen kostet bei Fred Leuchter 80.000$, ist also mehr als doppelt so teuer wie der elektrische Stuhl.

TODESSTRAFE FÜR JUGENDLICHE

Artikel 6 (5) des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte lautet:

"Die Todesstrafe darf für strafbare Handlungen, die von Jugendlichen unter 18 Jahren begangen worden sind, nicht verhängt und an schwangeren Frauen nicht vollstreckt werden."

Artikel 4 (5) der Amerikanische Menschenrechtskonvention lautet:

"Die Todesstrafe darf nicht gegen Personen verhängt werden, die zur Zeit der Begehung

des Verbrechens unter 18 oder über 70 Jahre alt waren; auch darf sie nicht bei Schwangeren angewandt werden."

Hier nun die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalter für Verhandlungen von Kapitalverbrechen.

Montana: 12 Jahre

Mississippi: 13 Jahre

Alabama, Missouri, Utah: 14 Jahre

Arkansas, Louisiana, Virginia: 15 Jahre

u.a. Florida, Oklahoma, South Carolina: keine Altersgrenze Delaware hat folgendes Gesetz:

Wird jemand, der 14 Jahre alt oder jünger ist, von jemandem umgebracht wird, der 4 Jahre älter ist, könne er eines Kapitalverbrechens angeklagt werden und somit mit dem Tode bestraft werden.

Die USA sind internationalen Standards zum Trotz fast das einzige Land, das zur Tatzeit unter 18 Jahre alte Personen hinrichtet. Dies ist ein Menschenrechtsskandal. Mindestens 72 Staaten, die wie die USA weiterhin an der Todesstrafe festhalten, verbieten gesetzlich die Hinrichtung von Straftätern unter 18 Jahren. Das moderne Amerika befindet sich mit der Hinrichtung von jugendlichen Straftätern in der Gesellschaft von Ländern, wie Iran, Jemen, Nigeria, Pakistan und Saudi-Arabien..

Insgesamt sitzen nach Angaben des Washingtoner Death Penalty Information Center 47 Jugendliche in den Todestrakten amerikanischer Gefängnisse ("Time" kommt sogar auf 63 Minderjährige). Zwei Drittel dieser Jugendlichen sind von dunkler Hautfarbe - und in allen Fällen waren ihre Opfer weiß.

Eine Untersuchung der Georgetown-Universität in Washington im Jahr 1988 ergab, daß die überwiegende Mehrheit aller jugendlichen Kriminellen Opfer schwerer Mißhandlungen war und oft über einen extrem niedrigen Intelligenzquotienten verfügt.

RASSISMUS UND DIE TODESSTRAFE

Für die Vereinigten Staaten von Amerika ergibt sich ein finsteres Bild. Der Prozentsatz der Afrikaner - in der Gesamtbevölkerung macht er gerade etwas über zwölf Prozent aus - schnellt in den Todestrakten der Nation auf 40 Prozent hoch. Die Todesstrafe betrifft in Amerika fast immer Menschen mit einem schwarzen, braunen oder roten Gesicht. Im Fall McCleskey gegen Kemp von 1987 konstatierte die bekannte Baldus-Studie Fakten, die die folgenden Punkte eindeutig belegen:

1.) In Georgia werden Angeklagte, denen ein Mord an weißen Opfern zur Last gelegt wird,

mit 4,3mal höherer Wahrscheinlichkeit zum Tode verurteilt, als Angeklagte, die wegen Mordes an Schwarzen vor Gericht stehen.

2.) Sechs von je elf Angeklagten, die für den Mord an einem Weißen verurteilt wurden, wären nicht zum Tode verurteilt worden, wenn ihre Opfer schwarz gewesen wären.

3.) Es enden Fälle in denen der Angeklagte schwarz und das Opfer weiß sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit mit einem Todesurteil als Fälle mit beliebigen anderen rassischen Kombinationen zwischen Tätern und Opfern.

Der Oberste Gerichtshof hat zwar die Klage McCleskeys mit einem Votum von fünf gegen vier Stimmen abgelehnt, doch die ihr zugrundeliegenden Fakten konnte es schwerlich bestreiten. "Unterschiedlichkeit läuft nicht auf Diskriminierung hinaus" so die Kernaussage des mittlerweile pensionierten Richter Powell. Der eigentliche Grund dafür, daß die von McCleskey eingebrachte Berufung abgelehnt wurde, war die auch von Powell zum Ausdruck gebrachte Befürchtung, daß die "Klage McCleskeys in ihrer logischen Konsequenz die Grundsätze, auf denen unser gesamtes Strafrechtssystem beruht, ernsthaft in Frage stellen würde" Wie wahr. Die Klage McCleskey kann nicht richtig sein, weil sonst das ganze System falsch wäre. Und das kann ja wohl nicht sein, oder ?

Beispiel:

1. William Henry Hance wurde des Mordes an einer Prostituierten in Georgia im Jahr 1978 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Der Prozeß und selbst das spätere Wiederaufnahmeverfahren fand vor überwiegend weißen Geschworenen statt. Eine der Geschworenen, die einzige Schwarze, ließ eine schriftliche eidesstattliche Erklärung zu den Akten nehmen, sie habe der Todesstrafe nicht zugestimmt. Sie wurde darin von einer anderen, weißen Geschworenen unterstützt. Letztere schilderte einen Prozeß, der eher nach Lynchjustiz aussah, als nach einem gesetzlichen Verfahren. Diese Geschworene, Pamela Lemay, legte in einer notariell beglaubigten, eidesstattlichen Erklärung nieder, sie habe gehört, wie eine andere weiße Geschworene gesagt habe: "Der Nigger hat zugegeben, daßer es war. Dafür soll er braten." Bei unterschiedlichen Gelegenheiten im Hotel und bei Beratungen in Abwesenheit der schwarzen Geschworenen habe sie gehört, daß andere Geschworene Hance als "typischen Nigger" bezeichnet hätten und als "einen elenden Nigger mehr, dem keiner eine Träne nachweint". Während der Beratungen darüber, ob Hance hingerichtet oder zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden sollte, bemerkte einer der Geschworenen, die Hinrichtung wäre die beste Lösung, weil man auf diese Weise "einen Nigger weniger durchfüttern" müßte. Wie verhielt sich der Oberste Gerichtshof von Georgia zu dem

Verfahren, wie das Landesgericht von Georgia, das Oberste US-Bundesgericht oder das Amt für Bewährung und Straferlaß von Georgia ? Sie hatten absolut nichts zu beanstanden

Frauen und die Todestrafe In den 100 Jahren zwischen 1900 und dem Jahre 2000 wurden 43 Frauen in den USA hingerichtet. Von Gift,- Kinder,- und Ehemannmörderinnen bis hin zu Frauen, die ihren Chef verprügelten. Heute sitzen die meisten weiblichen Insassen in Kalifornien u. Texas. Der Hauptanteil sind weiße Frauen, gefolgt von schwarzen u. Latinas.

Geistig Kranke / Behinderte und die Todesstrafe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

John Earl Bush Borderline, Gehirnschaden 21.10.1996

Letzte bekannten Fälle 1998

- Jerome Bowden hatte mit 14 Jahren einen IQ von 59. Der volle Umfang der Verlangsamung seines Geistes wurde erst nach der Hinrichtung entdeckt. Sein letzter IQ wurde mit 65 geschätzt. Seine Hinrichtung kam aufgrund eines Geständnisses zustande, das er unterzeichnete obwohl er nicht lesen konnte. Er unterschrieb, da ihm ein Polizist sagte, es würde helfen.

- Terry Roach litt auch an der Krankheit Huntington, sein Gehirn verschlechterte sich fortwährend. Er war 17 Jahre alt, als er hingerichtet wurde.

- Horace Dunkins Anwalt erzählte der Jury niemals von seiner geistigen Krankheit. Er hatte einen IQ von 65. Als Jahre später Zeitungen darüber berichteten, erzählte ein Mitglied der Jury der Presse, daß er niemals der Todesstrafe zugestimmt hätte, wenn er davon gewußt hätte. Der Komplize von Dunkin erhielt Lebenslang.

- Mario Marquez hatte die Fähigkeit sich anzupassen von einem Siebenjährigen.

- Erst nachdem Barry Fairchild verurteilt wurde, kümmerte man sich um seine geistige

Beschränktheit. Zwei Psychologen testeten ihn und beide stellten einen IQ unter 60 fest. Arkansas hat seine eigenen Gesetzt gebrochen als man ihn hinrichtete. Luis Mata wurde mit Wasser im Gehirn geboren und von einem Unfall im Alter von 6 Jahren blieben ihm schwere Kopfverletzungen. Sein Vater hatte Alkoholprobleme und schlug ihn häufig. Er trat ihn insbesondere an den Kopf und schlug ihn mit Elektrokabeln. Luis begann im Alter von 9 Jahren zu trinken. In der Schule lernte er langsam und wurde mit 11 Jahren in eine Sonderklasse gesteckt. Ein Psychologe beschrieb ihn: ,,sein Gehirn ist so umfassend geschädigt, daß fast jeder Aspekt seines Lebens beeinträchtigt ist." Ein weiterer Experte bestätigte, ,,dass er an einer organischen Fehlfunktion des Gehirns leidet.. Aufgrund seiner Gehirnschädigung ist er nicht in der Lage, sein Verhalten zu kontrollieren wie normale Menschen." Sein IQ lag zwischen 64 u. 70 (normale Durchschnittspersonen erreichen 100). Der Staatsanwalt in dem Verfahren unterzeichnete eine eidesstattliche Erklärung. Dass er nicht die Todesstrafe beantragt hätte, wenn er um seinen geringen IQ und seinen familiären Hintergrund gewußt hätte.

Zusammenfassung der Gründe, die für die Abschaffung der Todesstrafe sprechen Grausamkeit: Die Todesstrafe ist die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste Form der Bestrafung. Sie ist die Verweigerung des Rechts auf Leben, das in der internationalen Menschenrechts-Konvention festgelegt und von vielen Staaten anerkannt ist. Keine Hinrichtung kann völlig schmerzlos durchgeführt werden und bei allen verfügbaren Methoden kann es Minuten dauern, bis der Delinquent wirklich tot ist.

Die langen Wartezeiten in den Todeszellen auf den Hinrichtungstermin sind ebenfalls nicht sehr human. Es gibt häufig Fälle, in denen Menschen bis zu 30 Jahre auf ihre Exekution warten. Die Ungewissheit den Tag X nicht zu kennen macht dem Verurteilten jede Nacht zur Hölle und das über einen so langen Zeitraum hinweg. Das ist für einen normal lebenden Menschen unvorstellbar.

Das Strafgesetzbuch im Iran legt fest: "Bei einer Steinigung dürfen die Steine nicht zu großsein, damit der Verurteilte nicht schon vom ersten oder zweiten Stein getötet wird; sie sollen aber auch nicht so klein sein, daßman sie nicht mehr als Steine bezeichnen kann."

Finanzielle Aspekte

Eines davon ist, dass die Todesstrafe nur auf ersten Blick billiger ist, als ein Gefängnisaufenthalt. So müssen in den Vereinigten Staaten zum Beispiel zweimal vier verschiedene Gutachten von Psychiatern, Geistlichen und Psychologen vor der Exekution erstellt werden. Dazu kommt, dass laufend Verfahren um Aufschübe geführt werden müssen. In der Summe ist die Todesstrafe letztlich sogar teurer als eine lebenslange Haftstrafe.

Unwiderruflichkeit:

Jede Hinrichtung ist unwiderruflich und kann auch einen Unschuldigen treffen. Es gab schon viele Fälle, in denen Unschuldige verurteilt worden sind. In den letzten Jahren wurden in Großbritannien verurteilte "Mörder" freigelassen, die jahrelang im Gefängnis verbracht hatten. Man fand nämlich heraus, daß die Beweise, die bei Gericht vorgelegt wurden, zweifelhaft waren. Sie wären aber gehängt worden, falls die Todesstrafe zur Zeit ihrer Verurteilung in Kraft gewesen wäre:

Es besteht auch die Gefahr, daß jemand hingerichtet wird, der für seine Taten nicht verantwortlich gemacht werden kann. Auf Jamaika und in den USA wurden ( und werden immer noch! Anm. d. Übers.) Häftlinge zum Tod verurteilt, obwohl sie für geisteskrank erklärt wurden oder Zeichen von Geisteskrankheit gezeigt hatten.

Diskriminierung:

An Armen und Angehörigen von Minderheiten wird die Todesstrafe unverhältnismäßig oft angewendet. Augenscheinlich wird dies in den USA. Statistiken aus dem Jahr 1980 zeigen, daß in Kalifornien 42% des Mordes angeklagte Arbeiter zum Tod verurteilt wurden. Unter gleichen Anschuldigungen wurden jedoch nur 5% Angestellte hingerichtet. "Weil ich kein Geld habe, gibt es keine Gerechtigkeit für mich, und deshalb werde ich auch hingerichtet", sagte Neville Carter kurz bevor er 1987 auf Jamaika gehängt wurde. Eine Untersuchung von Prof. Barend van Niekerk von der Natal Universität in Südafrika in den späten 60er Jahren weist mit Nachdruck darauf hin, daß bei schwarzen Angeklagten die Wahrscheinlichkeit eines Todesurteils viel höher ist als bei weißen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn auch das Opfer weiß ist. Er wurde wegen der Veröffentlichung seiner Untersuchungsergebnisse verurteilt, 1970 jedoch wieder freigesprochen. In seinem Prozeß wies er auf die Tatsache hin, daß zwischen 1947 und 1966 288 Weiße wegen Raubes an Schwarzen überführt wurden, jedoch 844 Schwarze wegen Raubes an Weißen. Keiner der Weißen wurde zum Tod verurteilt, aber die 844 Anklagen gegen die Schwarzen führten zu 121 Todesurteilen.

Abschreckung:

Die Todesstrafe hat niemals eine abschreckende Wirkung gezeigt. Statistische Untersuchungen und deren wissenschaftliche Auswertung konnten keine Beweise über die abschreckende Wirkung der Todesstrafe erbringen. Es gibt auch keine Beweise dafür, daß durch die Abschaffung der Todesstrafe die Zahl der Gewaltverbrechen und Morde ansteigen würden. Aus einer Untersuchung der Vereinten Nationen, die 1980 veröffentlicht wurde, ergibt sich kein stichhaltiger Beweis, der für die Beibehaltung der Todesstrafe gesprochen hätte. Unter dem Deckmantel der Todesstrafe werden in scheinbar zivilisierter Form oft Rache und Vergeltung geübt. Es ist moralisch verwerflich, wenn man argumentiert, der Gesellschaft stünde aus grundsätzlichen Überlegungen das Recht zu, eine Person zu töten, um damit das Verhalten der anderen zu beeinflussen. In Ländern, in denen die Todesstrafe abgeschafft wurde, konnte man keinen Anstieg von Gewaltverbrechen feststellen. Im Gegenteil: In einer Studie aus dem Jahr 1983 wird die Anzahl der Morde in 14 Ländern nach der Abschaffung der Todesstrafe untersucht. Dabei stellte sich heraus, daß nach der Abschaffung die Morde um die Hälfte abnahmen. Eine New Yorker Studie über Morde aus dem Jahr 1980 zeigt auf, daß zwischen 1903 und 1963 nach jeder Hinrichtung eine Zunahme um zwei Morde pro Monat erfolgte. Die Todesstrafe schreckt auch potentielle Terroristen von ihrem Vorhaben nicht ab. Psychiater, die eine Studie über Flugzeugentführungen gemacht haben, empfehlen dringend, die Todesstrafe in solchen Fällen nicht anzuwenden, da dadurch das Verbrechen noch spektakulärer erscheint. In einer ausweglosen Situation wird ein Terrorist eher alles blindlings zerstören, wenn er weiß, daß ihm die Todesstrafe droht. Die Todesstrafe kann sogar zu solchen Verbrechen ermutigen, die sie zu verhindern versucht. So wurden 1975 in Spanien 5 Terroristen hingerichtet, woraufhin in den 2 folgenden Wochen 9 Polizisten erschossen wurden.

Die Abschreckung ist ebenso in den meisten Fällen nicht gegeben, da es erwiesen ist, dass kein Täter damit rechnet erwischt zu werden. Sowieso werden die meisten Tötungsdelikte im Affekt begangen. Um eine wahre Abschreckung zu erzielen ,müssten außerdem Hinrichtungen öffentlich und nicht im "stillen Kämmerchen" durchgeführt werden. Dass dies indiskutabel ist, liegt eindeutig auf der Hand.

Alternative Möglichkeiten:

Eine Langzeitinhaftierung wird gewöhnlich als Alternative zur Todesstrafe gesehen. Es weist nichts darauf hin, daß eine lange Haft geringere Abschreckung für Gewaltverbrecher haben könnte. Diese hat auch zu keiner größeren Gefährdung des Gefängnispersonals oder der

Bevölkerung geführt. Unter diesen Umständen ist es sehr wahrscheinlich, daß ein potentieller

Mörder sein Verbrechen verübt, gleich ob ihm die Todesstrafe angedroht wird oder nicht.

Moralische Argumente:

Der Rachegedanke sollte in einem zivilisierten Strafrecht nicht vorkommen. Die Strafe ist

bereits in sich ein Übel, das nur unter Bedachtnahme auf das Wohl der zu bestrafenden Person oder zur Förderung der sozialen Wohlfahrt gerechtfertigt ist. Keines von beiden profitiert aber von der Vollstreckung der Todesstrafe. Die Hinrichtung macht das Leben wertlos.

- mehr als die Hälfte der Staaten auf der Welt wenden heute die Todesstrafe nicht mehr an; in einigen ist sie völlig abgeschafft, in anderen wird sie nicht mehr vollzogen.
- nach Angaben der Vereinten Nationen gibt es keinerlei Daten, die beweisen, daß die Todesstrafe wirksam gegen Gewaltverbrechen abschrecken würde.
- seit Jahren ist die Zahl der Schwerverbrechen in den Ländern, die die Todesstrafe wieder eingeführt haben, nicht wesentlich gesunken.
- es gibt alternative Methoden, die eine Gesellschaft sehr wirksam auch vor Schwerverbrechern schützen können.
- Grundsätze wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" oder "Leben für Leben" sind überholt und werden in der heutigen Welt mehrheitlich abgelehnt. Die meisten Rechtssysteme tendieren dazu, solche unmenschlichen Prinzipien selbst gegenüber Schwerverbrechern nicht mehr anzuwenden.
- in demokratischen Ländern sind die Kosten bei Anwendung der Todesstrafe höher als die Kosten bei lebenslanger Haft.

Unschuldig Verurteilt

Clarence Brandley

Texas

verurteilt: 1980, freigelassen: 1990

Mr. Brandley wurde zum Tode verurteilt, weil er an einer Vergewaltigung und an einem

Mord an einer 16-jährigen in einer Highschool, wo er als Hausmeister angestellt war, beteiligt gewesen sein sollte. Die Staatsanwaltschaft meinte, daß nur einer der fünf Hausmeister das Verbrechen begangen haben könnte und die anderen vier Hausmeister (welche im Gegensatz zu Mr. Bandley alle weiß waren) gaben sich gegenseitig Alibis. Die Verteidigung fand später heraus, daß die Haare, die auf dem Opfer gefunden worden sind, nicht Mr. Brandleys Haare gewesen sind. Der Fall gegen ihn wurde aus purem Rassismus aufgebaut. Einer der Polizisten, die ihn verhaftet hatten, sagte zu ihm: "Wir brauchen jemanden dafür. Du bist der Nigger, du wirst hingerichtet." Nach einer Anhörung, bei der der Richter meinte, zwei der weißen

Hausmeister hätten sehr viel wahrscheinlicher das Verbrechen begangen, wurde Mr. Brandley freigelassen und alle Vorwürfe gegen ihn fallengelassen.

Earl Patrick Charles

Georgia

verurteilt: 1977, freigelassen: 1981

Wegen Mordes an zwei Geschäftsbesitzern während eines Raubes wurde Mr. Charles zum Tode verurteilt. Die Kronzeugin gegen ihn war ein Opfer dieses Raubes, das überlebt hatte. Sie identifizierte Mr. Charles, obwohl sie sein Foto nicht aus einigen anderen herausfinden konnte. Der Staatsanwalt präsentierte auch einen Zeugen, der aussagte, er hätte gehört, wie Mr. Charles gesagt hätte, er hätte "einen Mann und einen kleinen Jungen" getötet (das jüngere der beiden Opfer war 42 Jahre alt).Nach dem Prozeß kamen einige andere Zweifel an der Aussage der Kronzeugin auf. Z.B, sagte sie aus, sie hätte Mr. Charles auch später an diesem Tag gesehen, zu einem Zeitpunkt für das er ein einwandfreies Alibi hatte, er war hunderte von Meilen weit weg bei der Arbeit. Der andere Zeuge gab zu, er hatte die Geschichte erfunden, um für sich selbst einen Deal herauszuholen. Das Gericht hob alle Anschuldigungen gegen Mr. Charles auf. Doch Mr. Charles konnte sich niemals von seiner Verurteilung und seiner Zeit im Todestrakt erholen und beging zehn Jahre nach seiner Freilassung Selbstmord. Mit 19 hat Florida die höchte Anzahl von falsch Verurteilten, gefolgt von Illinois mit 9 und Texas mit 8

ARGUMENTE DER BEFÜRWORTER Die Abschreckung:

In einigen Ländern, zum Beispiel Kanada, ist die Mordrate nach Abschaffung der Todesstrafe gesunken. Wenn zum Begehen einer bösen Tat ein krimineller Wille gehört, so muss man diesen bösen Willen durch Androhung einer schweren Strafe abschrecken - so ungefähr ist der Gedankengang, der auch heute noch vielen Strafsystemen zugrunde liegt und der in bezug auf die allgemeine Kriminalität sicher unverzichtbar ist.

Der Schutz der Gesellschaft vor Wiederholungstätern: In einem Staat, der keine Todesstrafen verhängt, geht eine gewisse Gefahr von Wiederholungstätern aus. Durch "gute Führung" werden viele Pädophile, Mörder, Vergewaltigter und andere ähnliche Verbrecher bis zu 4 Jahre früher, als vorgesehen wieder auf die Bevölkerung "losgelassen". Ein toter Verbrecher kann niemand mehr etwas antun. Es gab schon krankhafte Mörder, die wegen irgendwelcher Fehler der Justiz oder fehlerhafter Einschätzungen nach der verbüßten Freiheitsstrafe wieder entlassen wurden und bald darauf ihren Trieb an einem neuen Opfer gestillt haben.

Der Aspekt der Bestrafung

Rache am Täter. Z.B. einige Kinderschänder bekamen nicht etwa eine Gemeinschaftszelle, in der sie den Beschimpfungen und Angriffen ihrer Zellengenossen ausgesetzt gewesen wäre, nein, sie bekamen eine besonders geräumige und gut ausgestattete Einzelzelle mit besonderem Schutz und herrlicher Aussicht auf einen Kinderspielplatz. Dass dies keine gerechte Strafe für ihre grausamen Taten sein kann, ist verständlich. Es wäre laut Volkes Stimme doch gerechter, diese Unmenschen mit dem Tod zu strafen.

Religion

Aus christlicher Sicht, berufend auf das Alte Testament kann die Todesstrafe als eine

durchaus legitime Bestrafung interpretiert werden, beispielsweise im 4. Buch Mose 35,30 steht:

"Wer einen Menschen erschlägt, den soll man töten auf den Mund zweier Zeugen hin. (...)"

Der finanzielle Aspekt

Es liegt auf der Hand, dass die Kosten für einen 20 Jahre langen Gefängnisaufenthalt mit psychologischer Betreuung, Sportmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Weiterbildung, gutem Essen und Trinken und teuren Sicherheitsvorkehrungen für den Staat eine nicht zu unterschätzende Belastung ist. Eine Hinrichtung wäre da selbstverständlich wesentlich günstiger. Ist es notwendig, dass man für Leute, die andere Menschen gequält und umgebracht haben so viel Geld ausgibt?

Humanitäre Aspekte

So garantieren laut den Befürwortern fast alle Hinrichtungsarten einen schmerzlosen Tod. Sobald der Nackenwirbel durch den Galgen oder durch ein Fallbeil zerstört ist, stirbt man schneller als man Schmerzen wahrnehmen könnte. Die 2000 - Volt - Stromspannung sorgt dafür, dass das Gehirn Siedetemperatur erreicht. Da der Stromstoß eine Geschwindigkeit besitzt, die ca. 70 - mal schneller ist, als im Gehirn Empfindungen registriert werden könnten, sichert der "Stuhl" ein schnelles und weitgehend schmerzloses Ableben. In der Gaskammer führt das Blausäuregas zu einem relativ rasch eintretenden Betäubungszustand. Das bedeutet, dass der größte Teil des Todeskampfes im Koma ähnlichen Schlaf durchlitten wird.

Daten und Fakten weltweit Im Jahre 1995 wurden nach vorliegenden Erkenntnissen 2931 Gefangene in 41 Ländern hingerichtet und 4165 Menschen in 79 Ländern zum Tode verurteilt. Es sind dies nur die Fälle, die Amnesty international bekannt geworden sind. Die tatsächlichen Zahlen liegen mit Sicherheit höher. Wie schon für die Vorjahre gilt auch für 1995, daß die weitaus meisten registrierten Hinrichtungen in nur einigen wenigen Staaten vollzogen worden sind. So erhielt Amnesty international Berichte über 2190 in der Volksrepublik China, 192 Exekutionen in Saudi Arabien und über mehr als 100 Hinrichtungen in Nigeria. Diese drei Staaten allein sind für mehr als 85 % aller von Amnesty international weltweit erfaßten Hinrichtungen verantwortlich. Berichte aus inoffiziellen Quellen zufolge sind auch in Kasachstan 1995 101 Todesurteile vollstreckt worden, während offizielle Stellen lediglich 63 Hinrichtungen einräumten. Ebenso gingen Meldungen über zahlreiche Hinrichtungen im Irak ein, doch erwies es sich für amnesty international als unmöglich, sie in den meisten Fällen zu bestätigen oder eine Gesamtzahl zu ermitteln.

Tabelle 1: Globale Entwicklung der Todesstrafe 1980 - 1996 (Stand jeweils Ende des Jahres)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Weltweit pro Jahr registrierte Hinrichtungen 1984 - 1995

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beispiele Länder

Land: Nicaragua

Abschaffung der Todesstrafe: 1930 Letzte Hinrichtung: 1979

Land: Costa Rica

Abschaffung der Todesstrafe: 1877

Land: Brasilien

Letzte Hinrichtung: 1855

Todesstrafe: Ja (Militärrecht) Exekutionsart: Erschießen

sonstige Informationen: Extra Legale Hinrichtungen

Land: Kolumbien

Abschaffung der Todesstrafe: 1910 Letzte Hinrichtung: 1909

sonstige Informationen: Extra Legale Hinrichtungen

Land: Chile

Todesstrafe: Ja

Exekutionsart: Erschießen

sonstige Informationen: Extra Legale Hinrichtungen, Folter Land: Jamaika

Todesstrafe: Ja

Exekutionsart: Hängen

sonstige Informationen: Pügelstrafe

Land: Frankreich

Abschaffung der Todesstrafe: 1981 Letzte Hinrichtung: 1977

Land: Italien

Abschaffung der Todesstrafe: 1994 Letzte Hinrichtung: 1947

Land: Spanien

Abschaffung der Todesstrafe: 1995

Letzte Hinrichtung: 1975 (mit der Garotte)

Land: Australien

Abschaffung der Todesstrafe: 1985 Letzte Hinrichtung: 1967

Land: Russland

Todesstrafe: Ja

sonstige Informationen:

1997 mindestens 140 Hinrichtungen 1998 mindestens 125 Hinrichtungen 1999 mindestens 130 Hinrichtungen

Land: Ukraine

Abschaffung der Todesstrafe: 1. Mai.2000 Letzte Hinrichtung: 1999

sonstige Informationen:

1997 mindestens 167 Hinrichtungen 1998 mindestens 132 Hinrichtungen 1999 mindestens 32 Hinrichtungen

Land: Türkei

Letzte Hinrichtung: 1984 Todesstrafe: Ja

Exekutionsart: Hängen

sonstige Informationen: Seit 1984 wurde keine Todesstrafe mehr vollstreckt. Sie werden noch ausgesprochen, aber nach 4-6 Jahren in Lebenslange Haft umgewandelt.

Land: China

Todesstrafe: Ja

Exekutionsart: Erschießen sonstige Informationen:

1996 mindestens 4367 Hinrichtungen, 1997 mindestens 4500 Hinrichtungen, 1998 mindestens 4320 Hinrichtungen,

1999 mindestens 4321 Hinrichtungen. die Todesstrafe wird unter anderem auch wegen Steuerhinterziehung und Korruption verhängt .

Land: Deutschland

Abschaffung der Todesstrafe: 1949(BRD)/1987 (ehemalige DDR)

Letzte Hinrichtung: 1949 (12 Tage vor Inkrafttreten des Grundgesetzes).

Land: Großbritanien

Abschaffung der Todesstrafe: 1998 Letzte Hinrichtung: 1964

sonstige Informationen: Die Todesstrafe war für Spionage und Seeräuberei noch bis 1998 vorgesehen

Land: Süd Afrika

Abschaffung der Todesstrafe: 1997 Letzte Hinrichtung: 1991

sonstige Informationen: Es wir überlegt die Todesstrafe wieder einzuführen.

USA (Statistiken, Fälle...)

Besuch im Todestrakt von Texas

Ich wollte mir hier ein paar Minuten Zeit nehmen um zu erzählen, wie es ist, wenn man einen Sohn hat, der in Texas in der Todeszelle sitzt. Calvin war weder ein musterhafter Bürger noch einer der feinsten Gesellschaft von Texas. Geboren wurde am 28.März 1953 in San Angelo in Texas. Er wurde von der Burdine Familie adoptiert, nachdem sich herausgestellt hatte, daß seine leiblichen Eltern massiv dem Alkohol verfallen waren und sich deshalb nicht um ihn kümmern konnten. Er wuchs in Forth Worth (Texas) auf. Er verließ Forth Worth (Texas) im Alter von ungefähr 13 oder 14 Jahren und verbrachte endlose Stunden auf der Straße. Dabei geriet er mit dem Gesetzt in Konflikt für relativ kleine Straftaten. Dann 1983, im Stadtzentrum von Houston in Texas geriet Calvin in schlechte Gesellschaft und wurde in den Mord an den 50-jährigen W.T. Wise aus Houston verwickelt. Er wurde für das Verbrechen (Mord) schuldig gesprochen und für seinen Teil an dieser Tat zum Todes verurteilt. Auf unserer Fahrt zur Gefängniseinheit folgen wir einem großen, weißen Gefängnisbus mit bewaffneten Wärtern und vielen neuen Gefangenen. Mit einem solchen Bus ist auch Calvin vor 12 Jahren hier her gebracht worden. Wie betäubt von der Wirklichkeit seiner Todesstrafe. Wir setzten unsere Fahrt fort, rollen an Feldern und Pinien vorbei und halten sogar wegen einer großen Kröte an, um sie vor dem überfahren zu bewahren. Wenn es doch so einfach wäre Calvin vor den Rädern der Justiz zu retten. Der Grund mit seinen Pinien, Feldern und Blumen ist weit ausgedehnt, der Komplex schaut fast wie ein Stadtpark oder ein Universitätsgelände aus. Die Ähnlichkeit endet just am Ende des Ellis Unit 1.Gebäudes mit seinen Wachtürmen an jeder Ecke des Zaunes. Inmitten von Kettengliedern, Stacheldraht und des rasiermesserscharfen Drahtzaunes. Befindet sich die Backsteinhäuser mit stählernen Zellenblöcken. Der Beamte am ersten Turm kontrolliert unsere Ausweise und gibt sie uns zurück. Ein Außentor öffnet sich, dann ein Innentor. Wir tragen uns am vorderen Schreibtisch ein und warten an unserem zugewiesenen Platz hinter verstärkten Glas im Besucherraum. Montag bis Freitags sind die Besuchszeiten der Todestraktinsassen. Wir kommen früh am Montag morgen an, um Calvin zu besuchen. Schließlich betritt Calvin, begleitet von einem grau uniformierten Beamten den Besucherraum. Der Wärter schließt Calvin in einen Sicherheitskäfig aus Maschendraht und Plexiglas gegenüber seiner Mutter und mir ein, und entfernt seine Handschellen. Calvin drückt seine Hand gegen das Glas gegenüber unserer Handflächen, getrennt durch 1 cm Plexiglas in einer anderen Welt. Calvin trägt weiße Anstaltskleidung, das Orange Etikett "BURDINE,D/R NR.000758"(D/R Death Row). Er ist wirklich in den letzten 8 Jahren gealtert und er schaut erschöpft aus, noch ist aber Leben in seinen blauen Augen. Seine Stimme ist klar durch die perforierte Platte und Maschendraht zu hören. Calvin drückt sich klar und verständlich aus. Er sagt das sein Tag mit Frühstück heute morgen um 2 Uhr 30 begann, der Besuch ist eine sehr willkommene Abwechslung von den tristen 23 Stunden, die er normalerweise in seiner Zelle verbringen muß. Calvin sprich ängstlich über Geschichten von Zuhause und von seinem Gefängnisalltag. Er erzählt dass, das Gefängnis manchmal ein erträglicher, aber auch oft ein unerträglicher Ort sei, man muß nur wissen mit wem von den Gefangenen man sich abgibt oder besser fernhält. Calvin für seinen Teil mußte seine Erfahrung diesbezüglich machen, und kam in eine lebensbedrohliche Situation, als ein anderer Häftling in ansprang und ihn dabei so verletzte das er sein Augenlicht auf dem linken Auge verlor. Als Folge davon muß er nun eine schwarze Augenklappe 24 Stunden am Tag tragen. Um den Schaden zu beheben, benötigt es einer Operation am Auge. Das John Sealey Hospital lehnt aber eine Operation ab. Da es nicht lebensbedrohlich ist, besteht keine Notwendigkeit, da offensichtlich der texanische Staat ihn ohnehin hinrichten wird. Als Calvin erstmals im Todestrakt Ellis Unit1 ankam, befreundete er sich schnell mit Jerry Joe Bird, der ihm Geld für Kommissions-Snacks, Handarbeitsmaterial usw. lieh. Jerry Joe Bird wurde im Juni 1991 hingerichtet. Die Besuchszeit vergeht sehr schnell. Es sind nur zwei Stunden geregelte Besuchszeit pro Woche erlaubt. Er muß jetzt zu seiner 2x2,5 Meter großen Zelle zurückkehren. Er winkt uns hinter dem Glas zu. Seine Mutter und ich gehen unter Tränen hinaus, vorbei an Stacheldraht und Wachtürmen, durch das elektronische Tor, in die texanische Freiheit. Blütenstaub liegt in der Luft und die immer anwesenden Krähen kreisen über uns. Der Himmel scheint gewaltig hier, weite Felder hinter Pinien zum entfernten Horizont.

Calvin Jerold Burdine Nr.000758 wird eines Tages entweder befreit durch dieses Tor gehen, oder wird uns für immer, zu seiner eigenen Hinrichtung gehend, verlassen.

Texas Todestrakt Hotel von Richard W.J.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dein Raum ist eine 2 Meter mal 2,5 Meter große Zelle, aus Beton, Maschendraht und Stahl. Du hast eine Toilette, ein Waschbecken und eine Pritsche aus Metall, ein dünnes Kissen sowie eine dünne Matratze zum schlafen. Einmal pro Woche bekommst du einen Satz saubere Wäsche. Jedesmal wenn du deine Zelle verlassen darfst, wirst du vorher bis auf die Unterwäsche untersucht, manchmal sogar von weiblichen Personal. Es gibt einen Fernseher, der an der Wand außerhalb deiner Zelle angebracht ist, ungefähr drei Meter von deiner Zelle entfernt. Man darf von 7 Uhr morgens bis 22.30 Uhr durch den Maschendraht fernsehen. Werktags sind drei Stunden Freizeitbeschäftigung in unseren Drahtkäfigen erlaubt. An Wochenenden bleibst du den ganzen Tag, 24 Stunden, in deiner Zelle. Einmal am Tag darf man Duschen, wir haben heiß und kalt fließend Wasser, einschließlich Pilze und Gestank überall im ganzen Duschraum. Duschen ist drei bis fünf Minuten erlaubt. Wenn du Freunde oder Familie hast, die dich gerne besuchen möchten, dürfen sie es nur 2 Stunden pro Woche tun. Du wirst in Handschellen zur Besucherzone geführt, in einen Plastikkäfig gesetzt, zwischen Dir und deinen Besuchern ist Draht, Glas und Beton. Überhaupt kein körperlicher Kontakt ist erlaubt. Das Wachpersonal wird deine Besucher ohne Respekt behandeln und die ganze Zeit der Besuchszeit beobachten. Die Zellentemperatur während der Sommerzeit ist zwischen 32 Grad und 42 Grad, es hängt davon ab, wie hoch die Außentemperatur ist. Wenn es 37 Grad draußen ist, so wird es zwischen 42 - 46 Grad in deiner Zelle. Ein kleiner Ventilator ist zugelassen, der die heiße Luft im Raum umherwirbelt. Einmal pro Woche kann man Schreibmaterial, Snacks und Seife in unseren Gefängnis- internen Laden kaufen, vorausgesetzt deine Freunde oder Familienangehörigen haben dir Geld auf dein Gefängnis Treuhandkonto überwiesen. Es gibt täglich drei Mahlzeiten. Frühstück gibt es um 2.45 Uhr am frühen Morgen (Nacht) du mußt aber dein Licht eingeschaltet haben, ansonsten wird es dir einfach verweigert. Mittagessen wird um 9.45 Uhr und Abendessen um 15 Uhr nachmittags serviert. Die Speisen sind variable von Mahlzeit zu Mahlzeit. Aber die Mahlzeiten sind kalt, manchmal mit verdorbenen Fleisch und ungenießbaren Kartoffeln, mit Rattenkot, Küchenschaben und deren Kot, Menschenhaare und Schweiß des Personals die das Tablett herrichten. Das Essen wird durch das Loch in der Zellentüre gereicht. Du darfst Post von deiner Familie und deinen Freunden erhalten, ein Beamter ist für die Verteilung zuständig. Wenn du einen Brief bekommst, wirft sie ein Beamter durch das Loch in deiner Zellentüre. Falls du während deines Aufenthaltes in unserem Hotel krank wirst, dann mußt du eine anfrage zu der Krankenstation senden, mit der Erklärung um welche Krankheit es sich handelt, Innerhalb einer Woche wird dann jemand nach dir sehen. Unsere Beamten dürfen zu dir kommen, dich in Handschellen legen, dich herausziehen und dich unter die Dusche stellen, die dann abgesperrt wird. Während dessen durchsuchen sie dein ganzes Eigentum, nehmen das weg was sie denken, es sollte dir nicht gehören und während dieser Prozedur zerstören sie Familienfotos und andere für dich wichtige Dinge. Nachher sieht deine Zelle aus, als ob ein Tornado gewütet hätte. Du selbst hast in diesem Hotel überhaupt keine Rechte. Solltest du es wagen über eine Regel zu verstoßen, oder einer vom Personal behauptet einfach, du hättest es getan, dann ist es immer deine Schuld. Sie bestrafen dich mit Ausschluß vom Freizeitprogramm und du bekommst keine Erlaubnis mehr in unserem Hauseigenen Laden einzukaufen. Dein ganzes Eigentum wird weggenommen und sie lassen dich mit einer Bibel und Schreibmaterial für deine Verteidigung 24 Stunden in deiner Zelle sitzen. So, du weißt jetzt, was wir in diesem feinen Texas Todestrakthotel zu bieten haben. Nun kannst du deine Koffer packen und Pläne für deine Ankunft in unserem Hotel machen. Ahhhh, nicht sehr viele Interessenten? Warum?- Ich bin nicht sonderlich überrascht. Ich habe diesen Artikel für diejenigen geschrieben, die regelmäßig zu Zeitungen, Radiostationen und Fernsehsendern gehen, um zu erzählen, daß sie es krank macht und es satt haben, wie die Todestraktinsassen in Luxus schwelgen, Golf und Tennis spielen, sich am Schwimmbad aalen und wie die Könige essen. Ich habe keine Ahnung woher ihr all diese Informationen habt. Aber ich versichere euch, nichts ist so wie behauptet wird. Ich bin seit über 10 Jahre hier und habe weder einen Tennisplatz, Golfplatz, noch Schwimmbad oder auch nur eine Tischtennisanlage gesehen. Ich versichere Euch, daß die Politiker die Öffentlichkeit falsch informiert haben, inwieweit die Steuergelder für Gefängniskosten verwendet werden. Man muß sich nur wundern wie viele Taschen eure Steuergelder ausfüllen müßten. Diejenigen die behaupten, daß wir in einem Hotel leben und es so gut haben, sollten sich so frei fühlen, sich uns jederzeit anzuschließen. Es ist nicht

schwer eine Freifahrt zu unserer Haustürschwelle zu bekommen. Einfach am falschen Platz

zur falschen Zeit sein. Du mußt nicht einmal einen Mord begehen um hierher zu kommen.

Unser Justizsystem ist nicht unfehlbar, es passieren immer wieder Fehler. Fragen wir einfach Randall Dale Adams und Clarence Brandley. Beide wurden wegen Kapitalverbrechen zum Tode verurteilt, obwohl beide unschuldig waren. Sie hatten die Hölle auf Erden in diesem Hotel erlebt, bevor sie freigelassen wurden. Viele aber haben nicht das Glück. Dies ist kein Hotel Wenn das so ist Bringt mich in Gefängnis.

Von:

Richard Wayne Jones #000882 Ellis Unit - Death Row

J21-3R-11C

Huntsville, Texas 77343-0001 U.S.A.

ZITATE UND LETZTE WORTE

- Es ist eine Frage, ob wir nicht, wenn wir einen Mörder rädern, gerade in den Fehler des Kindes verfallen, das den Stuhl schlägt, an den es sich stößt.

(Georg Christoph Lichtenberg, Verm. Schriften, 1800-1806)

- Wo die Todesstrafe besteht, da fehlt dem Gewissen eines Volkes eine entscheidende

Schranke gegen die verbrecherische Perversität, über menschliches Leben hinwegzuschreiten. (Prof. Dr. Ferdinand Kadecka - bedeutender österreichischer Strafrechtslehrer und Rechtspolitiker 1874 - 1964)

- Ob Könige oder Straßenfeger, jeder tanzt mit dem Sensenträger (Robert Alton Harris, hingerichtet in der Gaskammer am 21. April 1992)

- Geh nicht sanft in diese gut Nacht! Fluche, fluche, fluche gegen das nahende Dunkel ! (Enrico Nuevo, hingerichtet in der Gaskammer am 10. November 1987)

- Der Mensch ist der einzige unter den Primaten, der die Tötung seiner Artgenossen planvoll, in größerem Maßstab und enthusiastisch betreibt.

(Hans Magnus Enzensberger - deutscher Lyriker & Schriftsteller geb. 1929)

- Um einen Staat zu beurteilen, muß man seine Gefängnisse von innen ansehen. (Leo Tolstoi, 1828-1910)

- Warum töten wir Menschen, die Menschen töten, um den Menschen zu zeigen, daß Töten falsch ist? (Amnesty International)

- All die Männer und Frauen, denen ich in ihrem letzten Augenblick gegenüberstand, haben mich davon überzeugt, daß ich mit meiner Tätigkeit keinen einzigen Mord verhindern konnte.

(Albert Pierrepoint, der in Großbritannien 25 Jahre lang 1. Henker war)

- Die Todesstrafe ist der vorsätzlichste Mord, mit dem kein geplantes Verbrechen verglichen werden kann. Um einen Vergleich zu ziehen: Die Todesstrafe müßte einen Verbrecher bestrafen, der sein Opfer vorher genau über den Zeitpunkt seines Todes informieren würde und es von diesem Zeitpunkt an auf Gnade und Ungnade ausgeliefert wäre. Im gewöhnlichen Leben aber findet man eine solche Bestie nicht.

(Albert Camus - franz. Philosoph und Dichter)

Exekution in den USA 1977-2000

1977-1982 6 Hinrichtungen (Utah, Florida, Nevada, Indiana, Virginia, Texas)

Erschießungskommando: 1 (Utah)

Elektrischer Stuhl: 3

Gaskammer: 1 (Nevada) Injektion: 1 (Texas)

1983 5 Hinrichtungen (Alabama, Mississippi, Florida, Louisana, Georgia)

Elektrischer Stuhl: 4

Gaskammer: 1 (Mississippi)

1984 21 Hinrichtungen:

8 Florida

5 Louisana

3 Texas

2 in Georgia, North Carolina

1 Virginia

Elektrischer Stuhl: 16

Injektion: 5 (Texas, North Carolina)

1985 18 Hinrichtungen

6 Texas

3 in Florida, Georgia

2 Virginia

1 in Indiana, Louisana, Nevada

Elektrischer Stuhl: 11

Injektion: 7 (nur Spritze in Texas, Nevada alle anderen gemischt)

1986 18 Hinrichtungen

10 Texas

3 Florida

1 in South Carolina, Georgia, North Carolina, Alabama, Virginia Keine Angaben über Hinrichtungsmethode

1987 25 Hinrichtungen

8 Louisana

6 Texas

5 Georgia

2 Mississippi

1 in Virginia, Alabama, VT, Florida

1988 11 Hinrichtungen

3 in Texas, Louisana

2 in Florida

1 in Virginia. Utah, Georgia

1989 16 Hinrichtungen

4 Alabama

3 Texas

2 Florida, Georgia, Nevada

1 Mississippi, Missouri, Virginia

1990 23 Hinrichtungen

4 Florida, Missouri, Texas

3 Virginia

2 Arkansas

1 South Carolina, Oklahoma, Illinois, Louisana, Nevada, Alabama

1991 15 Hinrichtungen

6 Texas

2 Florida, Virginia

1 Louisana, Missouri, South Carolina, Georgia, North Carolina

1992 30 Hinrichtungen

11 Texas

3 Virginia

2 Oklahoma, Arkansas, Alabama

1 Wyoming, Delaware, Arizona, Kalifornien, Florida, Utah, Missouri, North Carolina

1993 38 Hinrichtungen

19 Texas

5 Virginia

3 Missouri, Florida

2 Arizona, Delaware, Georgia

1 Washington, Kalifornien, Louisana

1994 31 Hinrichtungen

14 Texas

5 Arkansas

2 Virginia, Indiana

1 Georgia, Florida, Illinois, Maryland, Washington, North Carolina,

Delaware, Nebraska

1995 56 Hinrichtungen

19 Texas

6 Missouri

5 Illinois, Virginia

3 Oklahoma, Florida

2 North Carolina, Georgia, Arkansas, Alabama, Pennsylvania

1 Louisana, Arizona, Delaware, Montana, South Carolina

1996 38 Hinrichtungen

5 South Carolina, Missouri

4 Virginia

3 Delaware, Texas

2 Georgia, Kalifornien, Oklahoma, Arizona

1 Utah, Nevada, Alabama, Louisana, Nebraska, Indiana, Arkansas, Oregon, Illinois, Florida

Hängen 1 (Delaware) Erschießen 1 (Utah)

Elektrischer Stuhl: 6 (Alabama, Nebraska, South Carolina, Florida, Georgia)

Sonst tödliche Injektion

1997 74 Hinrichtungen

37 Texas

9 Virginia

6 Missouri

4 Arkansas, Alabama

2 Arizona, South Carolina, Illinois

1 CO, Indiana, Florida, Louisana, Oklahoma, Oregon, Maryland, Nebraska

Elektrischer Stuhl: 6 (Alabama, Florida, Nebraska)

1998 68 Hinrichtungen

20 Texas

13 Virginia

7 South Carolina

4 Florida, Oklahoma, Arizona

3 Missouri

2 North Carolina

1 Illinois, Indiana, Georgia, Kalifornien, Montana, Alabama, Arkansas, Nevada, Washington, Nebraska

Gaskammer: 1 (North Carolina)

Elektrischer Stuhl: 7 (Florida, Alabama, Georgia, Virginia)

1999 98 Hinrichtungen

35 Texas

14 Virginia

8 Missouri

7 Arizona

6 Oklahoma

4 Arkansas, North Carolina, South Carolina

2 Kalifornien, Alabama, Delaware

1 Louisana, Nevada, Kentucky, Pensylvania, Utah, Ohio, Illinois, Florida, Indiana

Elektrischer Stuhl: 2 (Alabama, Florida) Gaskammer: 1 (Arizona)

2000 54 Hinrichtungen Stand 7.6.2000

24 Texas

9 Oklahoma

4 Alabama, Virginia, Florida

2 Arizona, Missouri

1 Kalifornien, TN, AR, Louisana

Elektrischer Stuhl: 5 (Alabama, Virginai)

Details

Seiten
32
Jahr
2000
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99069
Note
Schlagworte
Todesstrafe

Autor

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Titel: Ein Abriss über die Geschichte der Todesstrafe