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Meistergesänge, Fastnachtspiele, Schwänke von Hans Sachs

Ausarbeitung 1999 4 Seiten

Didaktik - Deutsch - Gattungen

Leseprobe

Biographie

Hans Sachs wurde am 05. 11. 1494 in Nürnberg als Sohn eines Schneiders geboren. Er besuchte die Lateinschule in Nürnberg. Mit 14 Jahren kam er zu einem Schuhmacher in die Lehre. Der Weber L. Nunnenbeck unterrichtete ihn im Meistersingen. Als er 17 Jahre alt war, trat er eine Wanderschaft durch Deutschland an. Sie dauerte 4 Jahre.

1517 wurde er Meistersinger in Nürnberg.

Hans Sachs setzte sich für Dr. Martin Luther und die Reformation ein. Er entnahm die Themen seiner Dichtungen oft aus der Bibel, aber auch von Schriftstellern des Altertums und aus Sagen. Auch aktuelle Ereignisse, politische und soziale Themen wurden von ihm verarbeitet.

Er schrieb über 4.000 Meisterlieder und 85 Fastnachtspiele.

Hans Sachs starb am 19. Januar 1576 im alter von 82 Jahren in Nürnberg.

Der farendt Schuler im Paradeiß

Personen:

Bauer

Bäuerin Schüler

Der erste Mann der Bäuerin ist ein frommer und guter Mensch gewesen. Nachdem er gestorben ist, heiratet die Bäuerin ein zweites Mal. Ihr neuer Ehegatte ist gierig und ihm ist nicht wichtiger als Geld. Die Bäuerin würde alles daran setzen, ihrem ersten Mann noch etwas Gutes zu tun. Ein Schüler klopft and die Tür. Er sagt, dass er in Paris gewesen ist. Die Bäuerin glaubt, mit "Paris" sei das Paradies gemeint und fragt den Schüler, ob er ihrem ersten Mann begegnet ist. Der Schüler lügt ihr vor, dass ihr Gatte völlig mittellos und nur mit einem Leintuch bekleidet wäre. Die Bäuerin gibt dem Schüler Geld und Gewand für ihren Mann.

1. Zitat*)

Als der Schüler gegangen ist, kommt der Bauer nach Hause. Die Bäuerin erzählt ihm die Geschichte. Der Bauer erkennt den Betrug und reitet dem Schüler nach. Dieser sieht den Reiter kommen und verbirgt die Beute. Er lenkt den Bauern auf eine falsche Fährte und bietet sich an, auf das Pferd des Bauern aufzupassen. Der Schüler holt die Beute, steigt auf das Pferd und reitet davon. Der Bauer lügt seiner Frau vor, dem Schüler auch das Pferd geschenkt zu haben, da der Weg ins Paradies so weit wäre. Die Bäuerin erzählt überglücklich, dass alle Leute im Dorf mit ihr gelacht und sich gefreut hätten. Der Bauer beschließt, Dummheit mit Dummheit abzuwiegen, dass kein Ehestreit entsteht.

Interpretation 1

In diesem Stück ist der Typus des geizigen, die Bloßstellung fürchtenden Bauern Gegenstand des Spottes. Es zählt zu den glungensten des Autors und wird auch heute noch gerne von Laienbühnen aufgeführt. Es verdankt seine Beliebtheit der Knappheit, mit der die Geschichte in nur rund dreihundert Knittelversen umrissen wird und der bühnenwirksamen Gestaltung der mit sterotyper Eintönigkeit wiederkehrenden Charaktere.

Das heißEysen

Personen:

Bäuerin Bauer

Gefatterin

Die Bäuerin glaubt, ihr Mann betrügt sie, weil er sich nicht mehr so wie früher um sie kümmert. Sie bittet die Gefatterin um Rat. Diese schlägt vor, dass der Bauer ein glühendes Eisen auf seinen bloßen Händen tragen soll. Wenn er schuldig ist, wird er sich verletzen, falls er unschuldig ist nicht. Als der Bauer nach Hause kommt, erzählt ihm seine Frau von ihrem Verdacht.

2. Zitat*)

Schließlich willigt der Bauer ein, das Eisen zu tragen. Dabei hat er allerdings einen Hintergedanken. Er steckt sich einen Span in den Ärmel, damit er sich nicht verbrennt. Es funktioniert und anschließend zeigt er seiner Frau die unverbrannte Hand. Nun verlangt er von ihr, ebenfalls das Eisen zu tragen. Als sie sich weigert, kommt heraus, dass sie schon öfters Ehebruch begangen hat. Trotz des Geständnisses muss sie das Eisen tragen. Danach verzeiht der Bauer seiner Frau und die Gefatterin bürgt dafür, dass so etwas nie wieder geschehen wird.

Interpretation 2

In diesem Stück wird die Einfältigkeit der Menschen beschrieben. Die Bäuerin und die Gefatterin glauben, dass es ein Gottesurteil sei, wenn man sich am Eisen verbrennt. Obwohl es eigentlich logisch ist, dass man sich verletzt. Der einzige, der dies erkennt, ist der Bauer. Deshalb trickst er seine Frau auch aus und sie muss das Eisen selbst tragen.

Der rosdieb zw Fünssing mit den dollen diebischen pawern

Personen:

Gangel Dötsch

Steffl Löll Bauern Lindl Fricz

Vel von Friessing -> Rossdieb

Endlich ist der Rossdieb gefasst. Zur Zeit können die Bauern ihn nicht hängen, da die Leute ihnen ansonsten die Felder zertrampeln würden. Deshalb nehmen die Bauern Vel von Friessing das Versprechen, nach dem Schnitt wieder zu kommen, ab. Dieser überredet sie, ihm auch noch Geld mitzugeben. Als Pfand lässt er eine rote Kappe da. Der Dieb bestiehlt die Bauern und flüchtet dann nach München, wo er das Gestohlene verkauft. Steffl Löll fährt nach dem Schnitt ebenfalls nach München. Als er zurückkehrt, fragen ihn die anderen, ob er Vel gesehen hätte. Steffl zeigt einen Rock und einen Helm. Diese Güter hat er von dem Dieb erworben. Erst jetzt erkennen die Bauern, dass sie bestohlen worden sind. Steffl erzählt, dass er sich schon heimlich gerächt und Vel ein Paar Handschuhe gestohlen hat. Die Bauern beginnen darüber zu streiten, wer denn nun ein Dieb sei. Das Ganze endet in einer Schlägerei. Vel beobachtet sie hinter einem Zaun. Er holt seine rote Kappe und hat somit auch sein Versprechen, nach dem Schnitt wieder zu kommen, eingehalten.

Interpretation 3

In diesem Stück geht es darum, dass die Bauern wegen ihrer Dummheit glauben, dass der Rossdieb nach der Ernte wirklich wieder kommt. Durch ihre Gier und ihren Neid aufeinander bemerken sie später den Dieb überhaupt nicht, als dieser tatsächlich wieder gekommen ist.

Summa all meiner gedicht

Dieses Werk ist autobiographisch. Hans Sachs hat es geschrieben, als er 71 Jahre alt war. Er erzählt darin von den wichtigsten Ereignissen seines Lebens, z. B. von seinen beiden Frauen, seinen Kindern und wie glücklich er sei, dass Gott ihm die Gabe zu schreiben geschenkt hat.

3. Zitat*)

Quellen:

Philip Reclam jun., "Meistergesänge, Fastnachtspiele, Schwänke", Stuttgart 1951 Kindler, "Deutsche Literaturgeschichte", München 1974, Band 9

[...]


*) 1. Zitat, Hans Sachs, "Meistergesänge, Fastnachtspiele, Schwänke", Stuttgart 1951, S. 25

*) 2. Zitat, Hans Sachs, "Meistergesänge, Fastnachtspiele, Schwänke", Stuttgart 1951, S. 13

*) 3. Zitat, Hans Sachs, "Meistergesänge, Fastnachtspiele, Schwänke", Stuttgart 1951, S. 11

Details

Seiten
4
Jahr
1999
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v98960
Note
1
Schlagworte
Meistergesänge Fastnachtspiele Schwänke Hans Sachs

Autor

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Titel: Meistergesänge, Fastnachtspiele, Schwänke von Hans Sachs