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Qualitätsbeurteilungen durch Kriterienkataloge

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 15 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Evaluation und Evaluationsverfahren allgemein

2) Evaluationsverfahren auf Basis von Kriterienkatalogen

3) Ausgewählte Verfahren auf Basis von Kriterienkatalogen
3.1 AKAB
3.2 MEDA/ MEDA '97
3.3 SODIS
3.4 Die drei Verfahren im Vergleich

4) Vor- und Nachteile von Kriterienkatalogen

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Markt für Lernsoftware wird immer größer, die Angebote vielfältiger und die Anwender zahlreicher. Es gibt Lernsoftware für den privaten, den schulischen und den betrieblichen Bereich und die Anwender beschäftigen sich mit solchen Programmen aus eigener Initiative oder auf Wunsch anderer Personen, zum Beispiel des Vorgesetzten etc. Dementsprechend vielseitig sind die Angebote, die Palette reicht von Lernprogrammen zu den Grundrechenarten bis zu Sprachkursen, Managementkursen etc. Aber nicht jedes Programm ist für jeden Lerner, jede Situation und jedes Lernziel geeignet, deshalb muss erst einmal festgestellt werden, ob eine Software überhaupt lernwirksam ist und für wen und welchen Zweck.

Aussagen hierüber erhält man durch die Durchführung von Evaluationen der Software, d.h., die Software wird unter verschiedenen Aspekten genauer untersucht und bewertet. Um Lernsoftware zu bewerten gibt es verschiedene Methoden und Verfahren, die sich unter anderem im Aufwand ihrer Durchführung und in den Kosten unterscheiden. Eine dieser Methoden, die Bewertung von Software durch Kriterienkataloge, ist Thema dieser Arbeit. Sie schließt die Untersuchung, aber auch die Sicherung und Kontrolle der Qualität einer Software ein. Die Ergebnisse einer solchen Bewertung von Lernsoftware kommen sowohl den potentiellen Anwendern bei der Entscheidung für ein bestimmtes Produkt zu Gute, als auch den Entwicklern, die Anhaltspunkte für mögliche Verbesserungen ihrer Angebote und die Aufrechterhaltung ihrer Qualität erhalten.

Zu Beginn dieser Arbeit steht eine kurze Einführung zum Thema Evaluation und ihren Methoden. Im zweiten Teil folgt eine Beschreibung von Evaluationsverfahren auf Basis von Kriterienkatalogen und im dritten Teil werden drei Beispiele für solche Verfahren vorgestellt und miteinander verglichen. Abschließend werden die Vor- und Nachteile von Kriterienkatalogen sowie ihre Anwendungsmöglichkeiten behandelt.

1) Evaluation und Evaluationsverfahren allgemein

Der Begriff Evaluation wird in verschiedenen Kontexten und Theorien verwendet, weshalb es keine allgemein verbindliche Definition dieses Begriffes gibt (Fricke 1995, S. 405). Evaluation ist aber in jedem Falle mehr als das Messen und Erfassen von Merkmalen, sie betrifft immer auch die Bewertung solcher, schon erhobener Daten (Fricke 1995, S. 405).

Im Hinblick auf Bildungsangebote wie zum Beispiel Lernsoftware kann Evaluation einer ersten Überprüfung und Einschätzung dieser Angebote dienen, vor allem aber der Sicherung und Kontrolle ihrer Qualität. Im Rahmen einer solchen Evaluation werden Daten zum jeweiligen Angebot gesammelt, analysiert und bewertet, die schließlich die Beurteilung des Angebotes hinsichtlich seiner Qualität, Funktionalität, Wirkungen, Effizienz und Nutzen ermöglichen (Tergan 2000a, S. 23).

Die Evaluation von Bildungsangeboten hat unterschiedliche Funktionen. Sie kann zum einen über den Sinn und Nutzen eines Bildungsangebotes Aufschluss geben, kann aber auch zur Identifikation von Schwachstellen und einer Verbesserung des Angebotes dienen, sowie Erkenntnisse über Effekte und Wirkungen des Bildungsangebotes liefern (Tergan 2000a, S. 24). Mit der Durchführung einer Evaluation und ihren Ergebnissen werden meist unterschiedliche Interessen verfolgt, weshalb sie auch noch weitere Funktionen haben kann. Diesen unterschiedlichen Interessen kommt bei der Entscheidung für eine bestimmte Vorgehensweise bei der Evaluation eine große Bedeutung zu (Tergan 2000a, S. 24).

Evaluation eines Bildungsangebotes kann sowohl während als auch nach Abschluss der Entwicklung dieses Angebotes erfolgen. Man unterscheidet dann zwischen formativer und summativer Evaluation (Tergan 2000a, S. 25). Die formative Evaluation geschieht entwicklungsbegleitend und dient der Qualitätssicherung. Sie soll Schwachstellen aufdecken und Ansätze zur Optimierung des Angebotes aufzeigen (Tergan 2000a, S. 25). Die summative Evaluation hingegen ermöglicht die Kontrolle von Qualität, Wirkungen und Nutzen von Bildungsangeboten. Sie soll Erkenntnisse darüber bringen, ob ein Angebot auch die damit verbundenen Erwartungen im Hinblick auf Akzeptanz, Lernerfolg etc. erfüllt (Tergan 2000a, S. 26). Evaluation findet also auf allen Stufen des Entwicklungsprozesses eines Bildungsangebotes statt (Fricke 1995, S. 407), also in Planungs-, Entwicklungs- und Einsatzphase.

Evaluation erfolgt im Sinne einer Sammlung, Analyse und Bewertung von Daten zu dem entsprechenden Evaluationsgegenstand. Zur Erhebung dieser Daten können unterschiedliche Evaluationsmethoden angewandt werden: Dokumentenanalyse, Befragung, Beobachtung, Verhaltensrecording, Tests und empirische Untersuchungen (Tergan 2000a, S. 29). Diese Kategorien lassen sich teilweise wiederum unterscheiden, zum Beispiel die Kategorie Befragung in mündliche und schriftliche Befragungen, die der Beobachtung in Selbst- und Fremdbeobachtung usw. (Tergan 2000a, S. 30/ 32).

Die Durchführung von Evaluationen bei der Entwicklung von Bildungsangeboten ist zwar grundsätzlich wünschenswert, ihr tatsächlicher Nutzen ist aber von vielen Bedingungen abhängig. Zum einen muss das Ziel der Evaluation genau formuliert sein, zum anderen müssen auch finanzielle, personelle und zeitbezogene Ressourcen berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollte man sich Klarheit über die Zielgruppe und Inhalte des Angebotes verschaffen (Schenkel 2000, S. 57). Dies sind nur einige der Bedingungen, die unbedingt berücksichtigt werden sollten, bevor man sich überhaupt für eine Evaluation bzw. eine bestimmte Evaluationsmethode entscheidet. Bei dieser Entscheidung ist vor allem der Kosten-Nutzen-Faktor von Bedeutung. Einige Evaluationsmethoden sind sehr aufwendig und kostenintensiv, so dass ihr Einsatz nicht immer durch den zu erwartenden Nutzen der Evaluation gerechtfertigt ist. Daher kann man die verschiedenen Evaluationsmethoden, die sich unter anderem eben auch im aufzubringenden Aufwand unterscheiden, nicht generell als bessere oder schlechtere Verfahren beurteilen, sondern der Sinn und Nutzen ihres Einsatzes ist abhängig von der jeweiligen Situation, den Zielen und dem Gegenstand der Evaluation (Schenkel 2000, S. 58).

2) Evaluationsverfahren auf Basis von Kriterienkatalogen

Ein Anliegen bei der Durchführung einer Evaluation ist es, eine Einschätzung der technischen bzw. pädagogisch-didaktischen Qualität eines Bildungsangebotes wie zum Beispiel Lernsoftware vorzunehmen. So können sich Verkäufer, Käufer und Anwender orientieren und Angebote ihren Bedürfnissen entsprechend auswählen (Tergan 2000a, S. 25). Unter den verschiedenen Evaluationsmethoden haben sich für diesen Zweck sogenannte Kriteriumskataloge als geeignet erwiesen (Tergan 2000a, S. 25). Sie ermöglichen zum einen die Optimierung von computergestützten Lern- und Informationssystemen, sie bringen aber zudem auch Erkenntnisse darüber, was bei der Entwicklung solcher Systeme beachtet werden muss (Fricke 1995, S. 409). Der Einsatz von Kriterienkatalogen ist sehr beliebt, da sie kostengünstig und effizient sind. Sie liefern sofortige und konkrete Lösungsvorschläge für auftretende Probleme, lassen sich kurzfristig planen und schnell durchführen (Schenkel 2000, S. 65).

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Details

Seiten
15
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638164795
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9887
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Professur für Medienpädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Evaluation E-Learning Methoden

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