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Geschichte der Waldorfpädagogik

Skript 2000 5 Seiten

Pädagogik - Reformpädagogik

Leseprobe

Reformpädagogik;

Schwerpunkt Rudolf-Steiner-Pädagogik

= > Reformpädagogik

Entstanden durch Ellen Key, um 1900, Gedankengut nach Rousseau, geht teilweise auf Antike zurück

5 Richtungen:

1. Kunstbewegung: Kunstbetrachtungsmethoden wichtig, alles ist Kunst, sogar Kinderzeichnungen und Gymnastik

2. Jugendbewegung; Wandervögel

3. Arbeitsschulbewegung: teilweise nach wirtschaftlichem Bedarf, freie geistige Arbeit

4. Landerziehungsheime. Weg von störender Zivilisation, körperliche, seelische und geistige Kräfte gleich angesprochen

5. Bewegung vom Kinde aus: gegen strengen Lehrstoff, Erzieher sollen Kind wachsen lassen

Anthropologie:

- Kind ist Gesamtkunstwerk; das Naive im Kind ist das einzige Unverdorbene, muß erhalten werden

Religion:

- verschieden, hauptsächlich christlich:chapel, oder Montessori Schulen

Kritik:

weltanschaulich; Kind als Retter alles Guten, zu hohe Einschätzung des Guten, Wirkung sehr begrenzt

- Notwendigkeit der Reformpädagogik

- Richtet sich gegen die alte Drillschule des 19. Jahrhunderts, gegen klerikale Schulaufsicht, Drillanstalt, Technizismus

- Neues Verhältnis zur Natur, zum Sinnhaften

- Ziele

- Freie Schulen, freie Arbeit, Natürlichkeit

- Wollen alternative Institutionen; Kreativität und Selbständigkeit sollen gefördert werden, freie Entfaltung, soziale und politische Verantwortung, ganze Persönlichkeit

- Berthold Otto:

- Hauslehrerschule ab 1906, Berlin

- Initiative vom Kinde aus, in umgangssprachlichem Unterricht o Natürlicher Unterricht: Kind lernt nach Interesse, bisheriger Unterricht: Arrest

- Hauslehrerunterricht: wie in Familie, auch mit Tischgesprächen = > Überaus tolerant

- Gesamtunterricht: Kinder aus verschiedenen Altersstufen werden

zusammen unterrichtet, sitzen hauptsächlich im Kreis, Unterrichtsthemen nach Interesse der Kinder

- Altersmundart: Kinder sollen reden wie sie wollen, lernen von größeren

- Maria Montessori:

- aus Behindertenpädagogik

- Didaktische Vorbereitung= > gesammelte Aufmerksamkeit der Kinder = > Selbsttätigkeit

- Erziehung kommt von innen heraus, Erzieher kann nur Voraussetzungen schaffen

- Kind braucht Sachen in eigenen Proportionen, dann kann es

ungeteilte Aufmerksamkeit (Polarisation) in sensiblen Phasen lange konzentriert machen.

- Absorbierender Geist: 1-3 J. für alles offen

- Bei gut vorbereiteter Umgebung: Reize auf Kind = > Aufmerksamkeit, Kind braucht Disziplin, um nicht alles reizvoll zu finden. o Kosmischer Plan!

- Peter Petersen:

- Wegbereiter der Gesamtschule; Stammgruppen in Schulen, Jena Plan o Pädagogische Situation: Kreis mit allen Kindern und einem Führer = > Lehrer; Schüler ist gezwungen, sich als GANZES einzubringen Lehrling, Geselle, Meister

- Kreis: Gespräche, Vorführungen Spiel

- Arbeit: teilw. Vom Lehrer aus, viel Gruppenarbeit Feiern

Gruppenarbeit

- Pädagogische Tatsachenforschung. Pädagogik ist einzelne Wissenschaft, losgelöst von anderen!

= > Rudolf-Steiner-Schulen

- Begründung der Gründung der Steiner Schulen

- Name von Waldorf Astoria, Zigarrenfabrik 1919, erste Waldorfschule überhaupt, Uhlandshöhe für Arbeiterkinder

- Wollte 3 Gliederung des sozialen Organismus: Staat, Wirtschaft, Geistesleben

- Staat soll nirgends reinreden: Freiheit (Geist, Kultur), Gleichheit

(Gesetz), Brüderlichkeit ( in der Wirtschaft): Durch Brüderlichkeit in der Wirtschaft soll Konkurrenz zwischen Betrieben ausgeschaltet werden und Klassenkämpfe vermieden werden.

- Staat braucht Schulen, um Leute in diese Richtung zu bekommen. Man darf einen erwachsenen Menschen nicht von der Anthroposophie überzeugen, er ist es oder nicht. Für Weltanschauliche Bildung: Waldorfschulen gegründet.

- Nur die Waldorfschulen haben geklappt, der Rest der Vorstellung nicht und ist heute unrelevant.

- Ziele: Gleiche Bildung für alle, Gesamtschule, Schulen sollen relativ autonom sein - ohne wirtschaftliche oder juristische Abhängigkeit.

- Der Lehrplan soll auf die Bedürfnisse der Schüler zugeschnitten sein; er soll so erzogen werden, wie es der Mensch als teil des Gemeinwesens braucht.

- Lebenslanger Lernprozeß (muß deshalb auch immer wieder geboren werden), Mensch soll alles lernen: Industrie, Ackerbau, Handel

- Anthroposophie

- Entwicklung der menschlichen Erkenntnisfähigkeit zu einer

fortschreitenden Wesensschau des Geistigen im Menschen.

Entwicklungsidee des deutschen Idealismus und Weltanschauung Goethes. Naturwissenschaftliche Methode.

- Mensch erlangt höhere seelische Fähigkeiten, kann dadurch übersinnliche Kräfte bekommen. Mensch = Freiheits- und Christusförmig.

- Der Mensch stellt ein Abbild eines kleinen Kosmos dar, er durchläuft im Leben alle Entwicklungen der Evolution.

- Menschenkunde: Der Lehrer muß Schüler genau beobachten, erkennt am Körperbau schon Charaktereigenschaften, Begabungen, Schwächen, muß danach handeln und fördern. (ZB: Zähne, oder Beinstellung) o Erziehungskunst: weihepriesterliche Auffassung vom Lehramt! Der Mensch wird nicht als Repräsentant der Gesellschaft gesehen, sondern als Individuum. Erziehung wird mit dem Alter ein sozialer Prozeß, viele eigenständige Individuen ergeben ein gutes Interaktionsspiel für die Gesellschaft. ICH - Identität!!!!

Der Erzieher erwirbt Beobachtungsgabe durch den ständigen Lernprozeß; ab 14 Jahre beginnt Schüler zu hinterfragen, ab da beidseitiger Lernprozeß.

Alles, was Lehrer lehrt, ist Kunst, der Lehrer an sich ist schon Kunst. Unterricht soll wie ein- und ausatmen sein, normaler Unterricht ist Atemstauung.

Ewiges Lernen wird nicht von Tod und Geburt begrenzt.

- Wahrheitsauffassung: Durch Erkennen und Vorstellen entsteht Wahrheit; Realität wird hier sehr relativ! (Einhorn!)

- Aufbau und Inhalt des Unterrichts

- Gesamtschule: kein Durchfallen, da das das ewige Lernen kaputt

machen würde und mit den 7 Bildungsjahren nicht gehen würde.

- Keine Noten: ausführliche, teilweise sehr subjektive Berichte an Eltern und Schüler. Vom Klassenlehrer verfaßt, vom Fachlehrer ergänzt. Soll

Entwicklung, verhalten in Klassengemeinschaft und Lernfortschritt darstellen. Soll auch Ansporn für Schüler sein.

- Praxisnähe: Viel Praktika in vielen Bereichen. Landwirtschaft, Handel, Gewerbe, Soziales. Bei allen sonstige Dingen soll klarer Gebrauch und praktische Anwendbarkeit vor Augen sein.

- Epochenunterricht: erste beiden Stunden für Klassenlehrer und

Epoche aufgehoben. 4-6 Wochen immer ein Thema im Mittelpunkt. -- < kontinuierliche Auseinandersetzung mit einem Problem. o Klassenlehrerprinzip: 1.-8. Schuljahr en Klassenlehrer, danach Fächerunterricht. Lehrer ist nicht immer kompetent in allen Fächern, aber EXPERTE für individuelle Entwicklung.

- Kunst: Verknüpfung von Handeln und Erkennen. Viel Wert drauf gelegt und versucht, viel künstlerisch darzustellen.

- Eurhythmie: Körper ist Organ des Ausdrucks. Sprache und Ton durch menschliche Bewegung sichtbar.

- Kinder sollen sich auch in Freizeit mit Dingen beschäftigen, die für ihre karmische Bildung wichtig sein, und andere Dinge nicht haben. TV, Spiegel, Comics

- Lehrinhalte: Nach Jahrgangsstufen: Kulturstufen: Bilder = > SchreibLese-Methode

Märchen, Fabeln, altes Testament, Mythologie, Biographien (der Reihe nach!)

- Lehrer bildet Autorität! Lernender soll folgen zum eigenen Vorteil, weiß nur der Lehrer weiß, was wirklich gut ist! Lehrer muß auch Texte und Inhalte nicht erklären, sollen einfach wirken, Kind soll erleben!

- Altersadäquates Lernen

- Bildungsjahrsiebte: ICH vom Körper bildet sich: Inkarnation, geht wieder: Exkarnation.

- 1-7 Jahre: Physischer Leib, in Ätherhülle. Direkter Bezug zwischen Bildner und Schüler. Kind macht alles nach, schlüpft in alle Rollen nach. o 7-14 Jahre: Ätherleib und Astralhülle. Zahnwechsel bereits gehabt. Bildekräfte nicht mehr für Zahnausprägung und Körperbildung zuständig, sondern für geistige Bildung.

- Bindung zwischen Lehrer und Schüler basiert auf Gefühlen, Lehrer muß versuchen, Interesse zu wecken. Muß alles vorstellbar und bildhaft rüberbringen. Wo Lehrer Interesse, Kind auch, wo Lehrer Abscheu, Kind auch!

- 14-21 Jahre: Astralleib. Kind versucht zu verstehen und begreifen. Wechselbezug zw. Lehrendem und Lernendem.

- Ab 21 Jahre: ICH Leib

- Ziele des Unterrichts

- Andere Gesellschaft, Erneuerung der Zivilisation.

- Geht nicht politisch (Klassenkampf) oder durch revolutionär,

Gesellschaft braucht einheitlichen, harmonischen, vollkommenen Menschen

- Mensch: Einheit von Geist, Seele, Körper

- Gleiche Bildung für alle, Gesamtschule, Schulen sollen relativ autonom sein - ohne wirtschaftliche oder juristische Abhängigkeit.

= > Bes. Beispiel: Hibernia Schule

= > Kritik

- Weltanschaulich: Anthroposophische Erziehung: läßt Kindern keine Wahl, zu anderen Ideologien, zu freiem Denken.

- Die Hintergründe, was man im Menschen sieht, kann Steiner nicht

wissenschaftlich begründen. Wenn Lehrer nicht eingeweiht ist, sieht er auch nicht. Karma bei Kindern, Lichtbilder

- Anthroposophie wird zu besseren Wissenschaft gemacht, Glaube daran wird teilw. verleugnet.

- Ganze Wissenschaft wird unter Systematik gestellt und versucht, sie damit durchschaubar zu machen.

Worauf läuft´s hinaus?

Erziehung bezieht sich teilweise aufs Außermenschliche: Sieht in jeden Menschen teilweise was Göttliches.

Widerspricht sich:

- Das tolerante Eingehen auf Kinder: Steiner spricht von Autoritätsbedarf der Kinder.

- Zu große Klassen, ca. 30: Eingehen auf einzelne nicht möglich

- ,,... es werden doch schwache Menschen innerlich nur stark durch Autorität)

- Ätherischer Leib = > während Schlaf im physischen Leib; Geschichte

und Tiere = > wirkt auf Astralleib, durch Schlaf aus physischem Leib raus in geistige Welt = > darf nicht.

Zähne

Inflexibel durch Bildungsjahrsiebte.

durch Anthroposophie: Geschichte wird als kosmisch gelehrt, soziale

Belange, Gefühle, soziale Entwicklungen werden außer Acht gelassen. Kein Bezug zu jetzt herstellbar, Geschichte wird nachvollziehbar, nicht analysierbar.

Bißchen weltfremd: Kinder werden zwar ohne Konkurrenz erzogen, im Leben später wartet nur noch Konkurrenz, Chef, Kollegen können nicht mehr auf ihn eingehen = > Überforderung.

Wahrscheinlich der Grund, warum Anthroposophie sich selbst rekrutiert.

Private Schulen: Eliteförderung!!! Kostet, wenn auch sozial, ziemlich viel Geld, ist auf Mitarbeit er Eltern angewiesen. Wo Eltern mehr Zeit oder Geld. Kind mehr Ansehen.

Spielzeuge von normalen Kindern furchtbar, feindlich

Details

Seiten
5
Jahr
2000
Dateigröße
338 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v98857
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart
Note
Schlagworte
Geschichte Waldorfpädagogik

Autor

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