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Süskind, Patrick - Das Parfum

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Die Geschichte eines Mörders

Ein Roman von Patrick Süskind

Patrick Süskind

Patrick Süskind wurde am 26. März 1949 in Ambach am Starnbergersee als Sohn des Schriftstellers und Journalisten W.E. Süskind geboren. Sein Vater war viele Jahre Mitarbeiter der "Süddeutschen Zeitung".

Nach dem Abitur studierte Süskind von 1968-1974 Mittlere und Neue Geschichte in München und Aix-en-Provence.

Richtig bekannt wurde er mit dem 1980 entstandenen Einakter "Der Kontrabass", der 1981 in München Uraufgeführt wurde. Dieses Ein-Person-Stück, ein Monolog eines Musikers über die Musik, die Welt und sein eigenes Leben, wurde in der Spielzeit 1984/85 mit 522 Aufführungen und 25 Inszenierungen zum meistgespielten Text im deutschen Sprachgebiet. Ausserdem wurde er in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch am National Theatre in London und New York aufgeführt.

Ein Welterfolg wurde Süskinds Debütroman "Das Parfum", dass 1985 veröffentlicht wurde. Von der Literaturkritik gefeiert, waren innert Jahresfrist 400`000 Exemplare verkauft.

Übersetzungen lagen zu dieser Zeit in 12 Sprachen vor, 16 weitere wurden vorbereitet. Bis heute sind weltweit über 8 Millionen dieses Meisterwerkes verkauft worden. Zwei Jahre nach diesem Welterfolg veröffentlichte er die Erzählung "Die Taube" in einer Startauflage von 100`000 Exemplaren. 1991 kam dann die Erzählung "Die Geschichte von Herr Sommer", die weniger von Herr Sommer handelt als von der Jugend des Ich-Erzählers.

Von der Fachkritik gleichermassen gelobt, wie vom Fernsehpuplikum geschätzt waren auch Süskinds Drehbucharbeiten, allen voran die mit Helmut Dietl verfassten Drehbücher zu den Fernsehserien "Kir Royal" und "Monaco Franze".

Patrick Süskind erhielt 1987 den Gutenberg-Preis des 7. frankophonen Buchsalons in Paris für den Roman "Das Parfum".

Der äusserst puplikumsscheue Autor lebt in München und Paris. (1)

1) Alle Angaben aus: Internationales Biographisches Archiv

Zusammenfassung:

"Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte. Er hiess Jean-Baptiste Grenouille, und wenn sein Name im Gegensatz zu den Namen anderer genialen Scheusale, wie etwa de Sades, Saint-Justs, Fouchés, Bonapartes usw., heute in Vergessenheit geraten ist, so sicher nicht deshalb, weil Grenouille diesen berühmten Finstermännern an Selbstüberhebung, Menschen-verachtung, Immoralität, kurz an Gottlosigkeit nachgestanden hätte, sondern weil sich sein Genie und sein einziger Ehrgeiz auf ein Gebiet beschränkte, welches in der Geschichte keine Spuren hinterlässt: auf das flüchtige Reich der Gerüche."(1)

Jean-Baptiste Grenouille, der tragische Held dieser an Skurilität nicht armen Geschichte, wird am 17. Juli 1738 am stinkendsten Ort von ganz Frankreich, dem Lebensmittelmarkt von Paris, geboren. Für seine Mutter ist er völlig wertlos und sie lässt ihn in den Fischkadavern liegen.

Sie wird daraufhin wegen Kindermordes verurteilt und kurz darauf hingerichtet. Jean-Baptiste aber lebt und er ist ein so genügsames und widerstands-fähiges Kind, dass ihm auch seine noch so grausame Kindheit nichts anhaben kann. Er überlebt die Masern, die Ruhr, die Windpocken, die Cholera, einen Sechsmetersturz in einen Brunnen, die Verbrühung der Brust mit kochendem Wasser und den Milzbrand. Er ist unsagbar hässlich aber er hat eine Gabe, die einmalig ist, er hat die absolute Nase. Er ist ein olfaktorisches Genie, dass alle Gerüche in seine Einzelteile aufspalten und diese Teile alle speichern kann. Nachdem er einige Zeit bei einem Gerber arbeitet, wechselt er zu einem grossen Parfumeur von Paris. Er mixt diesem die besten Düfte von ganz Frankreich, bekommt dafür aber fast nichts, was ihm auch nichts ausmacht, denn er will nur lernen Düfte zu verarbeiten. Nach einiger Zeit merkte er, dass bei diesem eigentlich unbegabten Parfumeur nichts mehr zu lernen ist und er fängt an zu wandern. Der Duft der Natur gefällt ihm so sehr, dass er allen Menschen aus dem Weg geht und nur in der Nacht wandert. Daraufhin lebt er sieben Jahre, abgeschieden von der Menschheit, in einer Höhle, wo er sich nur von Wurzeln und Gras ernährt. Nach dieser Zeit kehrt er in die Zivilisation zurück und lernt in Grasse, der Stadt der Parfumeure, die besten Methoden zur Duftgewinnung kennen, die warme und kalte Enfleurage.

1) "Das Parfum", S. 5

Diese Kenntnisse braucht er um sein Ziel, das beste Parfum der Welt herzustellen, zu erreichen. Zudem kann er auch sein Problem, dass er völlig geruchlos ist ändern, indem er sich für jeden Anlas ein eigenes Parfum zusammenmischt.

Sein Parfum enthält nur den Geruch von Jungfrauen, den er, nachdem er sie umgebracht hat, mit der kalten Enfleurage entzieht. Wegen dieser vielen Morde, wird er zum meistgesuchten Mann in Frankreich und als er festgenommen wird, wollen alle nur die grausamste Art der Hinrichtung für ihn. Doch er hat immer noch einen Trumpf, "das Parfum". Als er dieses benützt ändert sich plötzlich alles. Alle fangen an ihn zu lieben und sogar der Vater von der Schönsten, der umgebrachten Jungfrauen will ihn als Sohn und verehrt seine Gestalt, wie alle andern auch. Dabei glaubt Grenouille, der Vater müsste den Betrug sicher merken. Doch so verlässt er, angeekelt von der Dummheit der Menschen, Grasse und kehrt wieder nach Paris zurück. Dort entschliesst er sich auf dem Friedhof sein ganzes Flakon über sich zu giessen, was zur Folge hat, dass er von dem dort lebenden Abschaum in tausend Stücke zerrissen wird. Auf einmal gibt es keinen Grenouille mehr auf dieser Welt und genau so schnell wie er gegangen ist, gerät er auch in Vergessenheit, weil sich niemand mehr an ihn erinnern will.

Textpassagen: 1) Seite 272-273

Mit professioneller Bedächtigkeit ging Grenouille ans Werk. Er öffnete den Reissack, entnahm ihm Leintuch, Pomade und Spatel, breitete das Tuch über die Decke, auf der er gelegen hatte, und begann es mit der Fettpastete zu bestreichen. Das war eine Arbeit, die ihre Zeit brauchte, denn es kam darauf an, das Fett hier in dickerer, dort in dünnerer Schicht aufzutragen, je nachdem, an welche Stelle des Körpers die jeweilige Partie des Tuches zu liegen käme. Mund und Achsel, Brust, Geschlecht und Füsse gaben grössere Duftmengen ab als etwa Schienbein, Rücken und Ellbogen; Handfläche grössere als Handrücken; Brauen grössere als Lider etc. und mussten dementsprechend kräftiger mit Fett versehen werden.

Grenouille modellierte also gleichsam ein Duftdiagramm des zu behandelnden Körpers auf das Leintuch, und dieser Teil der Arbeit war ihm eigentlich der befriedigenste, denn es handelte sich um eine künstlerische Technik, die Sinne, Phantasie und Hände gleichermassen beschäftigte und obendrein den Genuss des zu erwartende Endergebnisses auf ideelle Weise vorwegnahm.

2) Seite 306

Er wollte sich ein Mal im Leben entäussern. Er wollte ein Mal im Leben sein wie andere Menschen auch und sich seines Innern entäussern: wie sie ihrer Liebe und dummer Verehrung, so er seines Hasses. Er wollte ein Mal, nur ein einziges Mal, in seiner wahren Existenz zur Kenntnis genommen werden und von einem anderen Menschen eine Antwort erhalten auf sein einziges wahres Gefühl, den Hass. Aber daraus wurde nichts. Daraus konnte nichts werden. Und heute schon gar nicht. Denn er war ja maskiert mit dem besten Parfum der Welt, und er trug unter dieser Maske kein Gesicht, sondern nichts als seine totale Geruchlosigkeit. Da wurde ihm plötzlich übel, denn er fühlte, dass die Nebel wieder stiegen.

Interpretation: 1)

An dieser Stelle hat es Grenouille eigentlich schon geschafft. Er ist in dem selben Haus wie Laure, der schönsten und wichtigsten Frau für seinen Plan. Laure ist die Tochter von Antoine Richis, dem zweiten Konsul von Grasse, einem sehr tüchtigen und schlauen Geschäftsmann. Dieser hat den Plan von Grenouille durchschaut. Er kennt zwar nicht den materiellen Zweck, aber er hat bemerkt das Grenouille einen klar strukturierten Strategie und zudem einen equisiten Geschmack für Frauen hat. Er selber hat einige von den 24 umgebrachten Jungfrauen gesehen und hätte nicht gedacht, dass es in Grasse so viele Schönheiten gibt. Doch weil er ein "aufgeklärt denkender Mensch ist, der auch vor blasphemischen Schlussfolgerungen nicht zurückschreckt"(1), weiss er, dass Grenouille zur Vollendung seines Werkes noch etwas braucht, die schönste Frau der Welt, seine Tochter. Sogleich hat er auch einen Plan zur Rettung ihrer. Er tut so als wolle er nach Grenoble reisen, wo anscheinend auch ein Mörder sein Unwesen treiben soll. Nachdem er aber Grasse verlassen hat, zweigt er, Laure und eine Zofe ab und gehen nach Süden, Richtung Cabris. Dummerweise hat er nicht mit dem olfaktorischen Genie von Grenouille gerechnet, den der stellt sofort fest, dass der goldene Faden von Grasse, Laure, fehlt und dank seiner Nase findet er ihre Spur. Er zieht ihnen sofort hinterher, überholt sie und ist vor ihnen in "La Napoule", ein Ort an der Küste.

Der kluge Vater erwartet hier natürlich keine Gefahr mehr und als er den völlig harmlos scheinenden Grenouille im Stall sieht, ist er sicher, dass sein Plan gelungen ist.

Grenouille kann sein Glück fast nicht fassen, denn ein leichteres Spiel als hier, hätte er nirgendwo gehabt: Laure liegt in einem eigenem Zimmer, das man mit einer Leiter leicht erreichen kann. Der Vater schläft tief und voller Zufriedenheit und so findet Grenouille genügend Zeit um den letzten Schritt seines Meisterwerkes durchzuführen.

Nach einer langen Zeit des Leidens kann er endlich selber etwas noch nie Erreichtes vollenden. Noch nie ist er seinem Ziel so nahe gewesen. Nur noch eine Frau und er ist der beliebteste Mensch auf Erden und das nur durch ein Parfum! Niemand wird ihm widerstehen können, er wird wie ein Gott sein, er, der kleine, hässliche, unscheinbare und verachtete Grenouille. Und alles hat er aus eigener Kraft erreicht.

1) "Das Parfum", S. 259

Nur durch seine Genügsamkeit, seinen Eifer und seine Nase ist er bis hierhin gekommen. Er hat sich in seinem Leben nur ein Ziel gesetzt, von dem er sicher war, dass er es erreichen wird. Er wollte das beste Parfum der Welt herstellen um sich damit einen eigenen Geruch zu verschaffen. Er ist ein grosses, unerkanntes Genie, mit einer für uns absurden Absicht. Von mir aus gesehen, ist er nicht krank, er ist kein Psychopath. Er hat ein ideelles Motiv und systematische Methoden, die ihn von einem normalen Mörder unterscheiden. Er ist nicht, im eigentlichen Sinn, gefährlich und auch kein Problem für die Gesellschaft. Sein Motiv ist hauptsächlich Hass und Rache. Er hasst die Menschheit, die ihm nicht einmal Beachtung schenkt, die ihn erniedrigt und ohne Respekt behandelt.

Erstaunlich ist, dass er überhaupt keinen körperlichen Kontakt braucht. Er spricht nur mit seinem Lehrmeister und zieht sich aus der Gesellschaft zurück. "Er ging kaum aus. Am korporativen Leben, namentlich den regelmässigen Gesellentreffen und Umzügen beteiligte er sich gerade so häufig, dass er weder durch seine Abwesenheit noch durch seine Gegenwart auffiel."(1) Genau deshalb ist er auch ein absoluter Einzelgänger und braucht keine Liebe. Er liebt nichts und er braucht nichts. Alles ist ihm fast gleichgültig und so erstaunt es auch nicht, dass er ohne jeglichen Skrupel Mensch und Tier umbringen und auch noch Experimente mit ihnen machen kann.

2)

Ein Wachmann, den Grenouille nach dem Weg gefragt hat, erzählt der Polizei, dass er jemanden gesehen habe der sehr genau auf den Steckbrief passe. Sofort wird das Haus der Arbeitgeberin von Jean-Baptiste durchsucht und man findet 25 Gewänder mit Haaren darin. Grenouille wird daraufhin festgenommen und gefoltert. Er lässt jede Qual über sich ergehen und verrät nicht, warum er die Jungfrauen tötete. Da lassen sie ihn in Ruhe und verkünden seine Hinrichtung. Als er an diesem Tag aus dem Wagen steigt, stehen Tausende von

Menschen auf dem Platz und alle hassen und verabscheuen ihn. Doch da geschieht ein Wunder, plötzlich fühlen sich alle von ihm angezogen, alle glauben, dass er unmöglich ein Mörder sein könne.

1)"Das Parfum", S. 230

"Es überkam sie ein mächtiges Gefühl von Zuneigung, von Zärtlichkeit, von toller kindischer Verliebtheit, ja, weiss Gott, von Liebe zum kleinen Mördermann, und sie konnten, sie wollten nichts dagegen tun."(1)

Das ganze artet vollkommen aus und Grenouille muss zuschauen, wie es einen Exzess auf offener Strasse gibt. Er verfolgt dieses Schauspiel mit einem hässlichen, zynischen Grinsen und mit seiner ganzen Verachtung.

"Er hatte sich eine Aura erschaffen, strahlender und wirkungsvoller, als sie je ein Mensch vor ihm besass."(2)

Doch leider kann er diesen Augenblick des Triumphes überhaupt nicht geniessen, den der Ekel vor der Menschheit ist einfach zu gross. Er findet keine Befriedigung in der Liebe sondern nur im Hass und im Gehasst- werden.

Hier sieht man ganz genau den Charakter von Jean-Baptiste. Weil er ohne Liebe und Zuneigung aufgewachsen ist, kennt er dieses "menschliche" Gefühl überhaupt nicht. Er ist ein kleines, gebuckeltes, hinkendes, hässliches, gemiedenes Scheusal und er will auch gar nichts anderes mehr sein. Wie die Menschen die Liebe brauchen, benötigt er den Hass und das merkt er erst jetzt richtig. Er hat keine richtige menschliche Seele, sein inneres ist genau so hässlich, wie sein Äusseres.

Hier bestätigt sich auch wieder einmal meine Theorie, dass Menschen nicht schon böse und verdorben auf die Welt kommen, sondern in einem Prozess, der vor allem in der Kindheit abläuft, zu dem gemacht werden, was sie später sind. So verwundert es auch nicht, dass Grenouille der ohne Liebe und mütterliche Wärme aufgewachsen ist, in seinem Innern böse, hinterlistig und gemein ist oder wird. Wer keine Liebe erhält, kann auch keine geben!

Am wichtigsten bei dieser Passage ist aber ganz klar der letzte Satz. Der Nebel kommt einige Male vor und ist von zentraler Bedeutung. Er ist das Motiv, warum er das beste Parfum, den besten Geruch der Welt will. Der Nebel symbolisiert sein Geruch. "Er musste, wenn er nicht ersticken wollte, diesen Nebel einatmen. Und der Nebel war, wie gesagt, ein Geruch. Und Grenouille wusste auch, was für ein Geruch. Der Nebel war sein eigener Geruch. Sein, Grenouilles, Eigengeruch war der Nebel. Und nun war das Entsetzliche, dass Grenouille,

obwohl er wusste, dass dieser Geruch sein Geruch war, ihn nicht riechen konnte. Er konnte sich, vollständig in sich selbst ertrinkend, um alles in der Welt nicht riechen."(3)

1) "Das Parfum", S. 300 2) " , S. 304

3) " , S. 170/ 171

In der Höhle hat er zum ersten Mal den Traum, dass er keinen Geruch hat und als er aufwacht, muss er diese Erkenntnis sofort testen. Nach einem langen Vorgang, der im Buch sehr lustig erzählt wird, muss er mit Erschrecken feststellen, dass er wirklich völlig Geruchlos ist. Aus diesem Grund hat ihn auch schon eine Amme als Säugling wieder der Kirche zurückgegeben. Sie war der Ansicht, dass Grenouille vom Teufel besessen sein müsste, weil er keinen Geruch habe und, dass er unmöglich ein menschliches Kind sein könne.

Doch Grenouille merkt dies erst jetzt und sofort entschliesst er sich, nach nun sieben Jahren in der Wildnis, in die Zivilisation zurückzukehren.

Auch in Grasse bemerkt er, genau wie in der Höhle, dass der Nebel wieder anfängt zu steigen. Er spürt das sein Parfum nur eine Maske ist und ihm kein Gesicht verleihen kann und genau das ist es, was ihm Angst macht. Er hat gehofft es würde anders sein, aber leider ist das nicht eingetreten und so erstickt er schier an seinem Geruch, der ja keiner ist.

Enttäuscht von sich und mit einem grossen Hass auf Gott und die Menschen geht er daraufhin nach Paris und lässt sich gewollt umbringen.

Zum Text allgemein:

Die Sprache von Patrick Süskind gefällt mir sehr gut. Er verwendet sehr viele geruchspezifische Adjektive und obwohl es ja schwer ist mir unserer Sprache Gerüche zu beschreiben, schafft er es immer wieder ein ungefähres Geruchbild herzustellen. Vor allem mit Vergleichen zu Sachen die wir kennen erreicht er es am besten. "... an den Füssen, da riechen sie wie ein glatter warmer Stein - nein eher wie Topfen... oder wie Butter, wie frische Butter, ja genau. Und am Körper riechen sie wie ... wie eine Galette, die man in Milch gelegt hat. Und am Kopf, da oben, hinten auf dem Kopf, da riechen sie nach Karamel."(1) Er verwendet deshalb auch sehr viele Nomen und die Verben stehen eher im Hintergrund.

Die Zeitform ist eigentlich ausnahmslos Präteritum, nur die direkten Rede ist im Präsens geschrieben.

Ich glaube die Erzählperspektive ist ein personales Erzählen, weil immer die Handlungen von Grenouille im Zentrum stehen und es keine Zeitsprünge gibt.

1) "Das Parfum", S. 17

Süskind erzählt recht sachlich und neutral und gibt keine eigenen Kommentare ab. Obwohl er eben bemüht ist, die Handlung sehr genau und sachlich darzustellen, erscheint der 320-seitige Roman überhaupt nicht langweilig und mit den witzigen Pointen ist er angenehm zu lesen und nicht schwierig zu verstehen. Manchmal schreibt er recht zynisch über die damalig Zeit, die Aufklärung. Vor allem dort wo ein gewisser Marquis seine neue Theorie mit Grenouille beweisen möchte. Dieser beteuert er habe eine neue Theorie entdeckt, die fluidale Theorie. Das ganze ist natürlich nur ein Schwindel und einzig Grenouilles Genie hilft ihm sein Werk zu vollenden.

Zudem spürt man auch eine gewisse Ironie über die Menschheit, die heute genau so wahr ist, wie damals, denn das Ganze würde heutzutage nicht anders ablaufen. Wie viele Menschen töten nur darum, weil sie sich ausgestossen und nicht akzeptiert fühlen? Viele! Und somit ist dieser Roman auch selbstkritisch und regt an sich ein paar Gedanken zu machen über unsere kranke Gesellschaft.

Bibliographie:

1) Internationales Biographisches Archiv/Munzinger-Archiv 2/95

2) Süskind, Patrick. Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders, Diogenes Taschenbuch, 1994. © 1985 Diogenes Verlag AG Zürich.

Details

Seiten
8
Jahr
2000
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v98815
Institution / Hochschule
Real Centro Universitario Maria Cristina
Note
Schlagworte
Süskind Patrick Parfum

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Titel: Süskind, Patrick - Das Parfum