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Preisfindung im Monopol und Oligopol

Ausarbeitung 2001 7 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung

2. Beschreibung der Marktformen
2.1 Monopol
2.2 Oligopol

3. Preisfindung
3.1 Preisfindung im (privaten) Monopol
3.1.1 Gesamterlös und Gesamtkosten
3.1.2 Grenzerlös und Grenzkosten
3.2 Preisfindung im Oligopol
3.2.1 Verdrängungsstrategie
3.2.2 friedliche Verhaltensweise / Preisführerschaft
3.2.3 Absprachen (Frühstückskartelle)

4. Beurteilung der beiden Marktformen

5. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Die Märkte lassen sich in qualitative (homogene und heterogene) und quantitative aufteilen. Hier wird nun näher auf die Anzahl der Marktteilnehmer (quantitativ) eingegangen. Je nach Marktform lassen sich unterschiedliche Verhaltensweisen Unternehmen (Marktteilnehmer) beobachten. Die Zahl der Unternehmen bestimmt die Marktbeeinflussung.

2. Beschreibung der Marktformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quantitatives Marktformenmodell nach W.Eucken

2.1 Monopol

Ein Monopol, bzw. Monopson liegt vor, wenn auf einer Marktseite nur ein Anbieter bzw. Nachfrager auftritt, der somit einen100% Marktanteilbesitzt undkonkurrenzlosist. Die Angebotsfunktion des Monopolisten ist zugleich diegesamtwirtschaftliche Angebotsfunktion. Man unterscheidet staatlich geschützte und private Monopole.

2.2 Oligopol

Beim Oligopol, bzw. Oligopson, ist die Zahl der Anbieter bzw. Nachfrager so gering, jedoch der Anteil des einzelnen am Gesamtmarkt so hoch, daß die einzelnen Marktteilnehmer direkt auf das Marktgeschehen einwirken können.

3. Preisfindung

3.1. Preisfindung im (privaten) Monopol

Jeder Unternehmer, egal in welcher Marktform strebt nach Gewinnmaximierung. Der Monopolist kann entweder den Preis oder die Menge fixieren, wohingegen in vollständiger Konkurrenz der Anbieter nur die Menge variieren kann. Legt der Monopolist die Menge fest (Mengenfixierer), so muß er den Preis als gegeben hinnehmen. Er wird dann die für ihn gewinnmaximale Menge produzieren.

Es gibt zwei Möglichkeiten die gewinnmaximale Menge des Monopolisten zu ermitteln:

1. aus der größten Differenz von Gesamterlös und Gesamtkosten
2. aus der größten Differenz von Grenzerlös und Grenzkosten

[Erlös = Preis x Menge ; Kosten = variable + fixe ; Gewinn = Erlös - Kosten]

3.1.1 Gesamterlös und Gesamtkosten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Die Nachfragekurve ist im Monopol auch die Preiskurve
- bei Mengenzunahme bewegt man sich auf der Preiskurve nach unten
- Der Gesamterlös steigt zunächst an, aber nur solange die Mengensteigerung den Preisverfall überkompensiert, danach ist der Preisverfall größer als die Mengensteigerung, so daß im Sättigungspunkt auch der Gesamterlös Null ist. Hat der Gesamterlös sein Maximum, ist der Grenzerlös Null.
- Der Monopolgewinn ist dort am größten, wo der Abstand der Gesamterlösfunktion von der Gesamtkostenfunktion am größten ist. Dies ist dort der Fall, wo die Steigung der Gesamtkostenkurve gleich der Steigung der Gesamterlöskurve ist. Fällt man das Lot durch diese beiden Punkte, so ergibt der Schnittpunkt mit der Nachfragekurve den Cournot`schen Punkt, die Verlängerung weiter nach unten ergibt die Monopolmenge, eine Senkrechte nach links vom Cournot`schen Punkt aus ergibt den Monopolpreis, bei dem der maximale Gewinn erwirtschaftet wird.

Das Gewinnmaximum ist im privaten Monopol erreicht, wenn die Differenz von Gesamterlös (E`) und Gesamtkosten (K`) am größten ist.

3.1.2 Grenzerlös und Grenzkosten

Grenzerlöse sind die zusätzlichen Erlöse durch den Verkauf einer zusätzlich produzierten Mengeneinheit (Mehrerlöse).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

hier aus vorheriger Abbildung:

Grenzkosten sind die zusätzlichen Kosten für die Produktion einer zusätzlichen Einheit eines Gutes (Mehrkosten).

Für den Monopolisten gilt: Grenzkosten gleich Grenzerlöse. Der Grenzerlös entspricht allerdings nicht dem Preis wie im Polypol. Grundsätzlich gilt, daß bei steigender Menge der Preis sinkt. Der Preis muß immer über dem Grenzerlös liegen, und damit auch über den Grenzkosten, da der Preisverfall noch abgezogen werden muß. Die gewinnmaximale Menge bestimmt sich durch den Schnittpunkt der Grenzerlös- und Grenzkostenkurve. Errichtet man im Schnittpunkt der Grenzerlös- und der Grenzkostenkurve eine Senkrechte, so schneidet sie die Preiskurve im Punkte C, den man alsCOURNOT´schen Punkt(Cournot, franz.Nationalökonom, *1801-_1877) bezeichnet. Aus dieser Monopolmenge wird der Monopolpreis abgeleitet, bei dem der Monopolist sein Gewinnmaximum erreicht.

Kurzgesagt: Die gewinngünstigste Situation liegt dann vor, wenn die Grenzkosten gleich den Grenzerlösen sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Graphisch läßt sich der Cournot´sche Punkt entweder mit Hilfe der Gesamtkosten- und Gesamterlöskurve oder mit Hilfe der Grenzkosten- und Grenzerlöskurve ermitteln.

Ein Monopolist wird allerdings sehr selten die volle Monopolmenge produzieren, um nicht durch zu hohe Gewinnmargen mögliche Konkurrenten auf den Markt zu rufen. Zudem ist der Ruf beim Verbraucher gefährdet, welcher zur Not - je nach Lebensnotwendigkeit des Produktes - darauf völlig verzichten oder boykottieren oder die Kartellbehörden aufmerksam machen könnte

Preisfixierer:

Der Monopolist könnte Preise künstlich hoch halten, um Gewinne zu maximieren. Dies lockt jedoch in einem staatlich nicht geschützten Monopolzusätzliche Konkurrentenan, so daß der Monopolist seine Preismacht nicht voll ausspielt.

3.2 Preisfindung im Oligopol

Je nach Verhaltensformen erhält man unterschiedliche Modelle. Sind nur 2 Anbieter auf dem Markt, spricht man von einem Dyopol.

Die Bestimmung der Erlösfunktion im Oligopol ist schwierig, da man nicht nur die Reaktion der Nachfrager kennen muß, sondern auch die der anderen Oligopolisten, die versuchen die Nachfrage auf sich zu lenken.

3.2.1 Verdrängungsstrategie

Hier versucht ein Anbieter die Konkurrenten vom Markt zu verdrängen, um seine Unabhängigkeitsposition zu realisieren. Er baut seine eigene Kapazität aus und senkt anschließend den Preis, bis alle übrigen Anbieter aus dem Markt verschwunden sind. Er wird dann zum Monopolisten und kann anschließend den Preis wieder heraufsetzen. Allerdings ist der Ausgang eines solchen Preiskampfes meist ungewiß und nicht selten geht sogar der Verdränger vom Markt. Daher haben sich im Laufe der Zeit die Unternehmen auf eine friedliche Vorgehensweise eingelassen.

3.2.2 friedliche Verhaltensweise / Preisführerschaft / Preisstarrheit

Hier setzt ein Oligopolist einen Preis, die anderen folgen ihm, weil er einen hohen Nachfrageanteil und Bedeutung besitzt. Er wird als Preisführer akzeptiert. Es gibt auch eine wechselnde Preisführerschaft, nachdem jedes Unternehmen abwechselnd als Preisführer auftritt. Ein Beispiel: Mineralölkonzerne.

Eine Besonderheit ist die Preisstarrheit, die eintritt, wenn ein Unternehmen zwar als Preisführer angesehen wird, jedoch nicht einen so großen Nachfrageanteil besitzt, daß bei einer Preiserhöhung die Konkurrenten nicht mitziehen, um eine größere Nachfrage auf sich zu lenken. Andersherum wenn der Preisführer den Preis senkt. Die Konkurrenten ziehen sofort nach, um nicht einen Nachfrageverlust in Kauf nehmen zu müssen. Der Preisführer ist eigentlich kein richtiger Preisführer, so daß sich letztendlich die Preise nicht verschieben.

3.2.3 Absprachen / strategisch kooperatives Verhalten (Frühstückskartelle)

Durch das gegenseitige Preisunterbieten sinkt das Gewinnniveau der einzelnen Anbieter. Eine isolierte Preiserhöhung eines Anbieters macht allerdings auch wenig Sinn, da er dann Nachfrage verliert. Die Anbieter sprechen sich daher ab, um so eine gemeinsame Preiserhöhung durchzusetzen. Sie schließen dann in der Regel eine Kartellvereinbarung ab. Da diese Art des Zusammenschlußes jedoch verboten ist, müssen die Preisabsprachen versteckt durchgeführt werden.

4. Beurteilung der beiden Marktformen

Oligopole:

sind die anstrebenswerteste Marktform, da hier die meisten Wettbewerbshandlungen stattfinden, die auch für die Nachfrager von Vorteil sind; Oligopole kommen sehr häufig vor; aktueller Fusionstrend (z.B. Bankenfusionen, Chemie, Automobilindustrie) -Vorform der Monopole,

- bei nur noch sehr wenigen Anbietern sind Preisabsprachen wahrscheinlich (siehe Eingriff der Kartellbehörde bei Dumping-Lebensmittelpreisen bei Aldi Nord, Lidl und Wal-Mart) Monopole:
-private Monopole für Nachfrager durch teure Preise immer von Nachteil, nur sehr beschränkte Wettbewerbshandlungen (z.B. Forschung u. Entwicklung - um kosteneffizienter zu produzieren)
-daher gesetzliche Schutzfunktion durch Staat (Kartellamt, bzw. EU-Aufsichtsbehörde)
-staatliche Monopole dienen dazu die hohen Vorinvestitionen zu schützen, die erstmal aufgebracht werden müssen für ein umfassendes Versorgungsnetz (Telefonnetz, Gas- und Wasserleitungen).

5. Literaturverzeichnis

Baßler / Heinrich / Koch Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaftslehre 14.Auflage; Koten 1995

Henrichsmeyer / Gans / Evers Einführung in die Volkswirtschaftslehre 9.Auflage; Stuttgart 1991

Siebert, Horst Einführung in die Volkswirtschaftslehre 11.Auflage; Stuttgart, Berlin, Koten 1992

Varian Mikroökonomie

2. Auflage; München, Wien, Oldenburg 1985 Wagenblaß, Horst Volkswirtschaftslehre, öffentliche Finanzen und

Wirtschaftspolitik;

3. Auflage; Heidelberg 1986

Wöhe, Günter Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre 16.Auflage; München 1986

Details

Seiten
7
Jahr
2001
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v98214
Note
Schlagworte
Preisfindung Monopol Oligopol

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