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Krebs - Eine Zell-Entartung

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 6 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

GLIEDERUNG

1. Krebs allgemein

2. Entstehung von Krebs
2.1 Reiztheorie
2.2 Chemische Theorie

3. Vorbeugung und Früherkennung

4. Unkontrolliertes Wachstum

5. Veränderter Zellstoffwechsel

6. Aussaat von Tochterzellen

7. Hauptgruppen des Krebses

8. Behandlungsmöglichkeiten
8.1 Chemotherapie
8.2 Strahlentherapie
8.3 Operative Therapie

Josephine Clemens

Krebs - eine Zell-Entartung

1) Krebs allgemein

- allgemeiner Sprachgebrauch - alle bösartigen Geschwulst- und Systemerkrankungen als Krebs bezeichnet
- bösartige (maligne) Tumoren - mehrere typische Merkmale
- hemmungsloses Wachstum
- Veränderungen des Zellstoffwechsels
- neigen dazu, Tochterzellen in Körper auszustreuen
- geben Stoffwechselprodukte ab, die gesunde Zellen schädigen

2) Entstehung von Krebs

- bisher keine allgemeingültige Theorie zur Krebsentstehung
- trotz Vielfalt allen Krebsfaktoren gemeinsam: + bringen Entartung von Körperzellen in Gang

+ sorgen dafür, daß sich Wachstum der Geschwulst auch dann fortsetzt, wenn äußere Ursachen weggefallen

- aus verschiedenen einzelnen Theorien zur Krebsentstehung - übergeordnete Informationstheorie der Krebsentwicklung
- Theorie besagt, daß sich gesunde Zellen nach Plan geordnet teilen und dabei Bauplan des gesamten Organismus berücksichtigen
- dieser Plan in Erbinformation enthalten
- erst wenn Erbinformationen verändert werden, kommt es zu schrankenlosen, zerstörerischen Wachstum - ohne Rücksicht auf Gesamtorganismus
- Abweichung von den Erbinformationen - auf zwei Arten entstehen:

1. Irrtümer beim ,,Ablesen" der Erbinformationen bei Zellteilung
2. Verfälschung der Erbinformationen (Mutation), so daß sie Befehl zum schrankenlosen Wachstum erteilen, der vorher nicht darin enthalten war

- übergeordnete Informationstheorie zur Krebsentstehung beruht auf zwei Einzeltheorien -

Reiztheorie und chemische Theorie

2.1 Reiztheorie

- häufige oder dauernde Reizungen der Zellen - schon nach kurzer Einwirkung zur vermehrten Zellteilung - nach längerer Zeit zur krebsigen Entartung an betroffenen Stelle führen

- solche Reize oft durch chronische Entzündungen und Geschwüre, Chemikalien, Hitze und Druck - auch durch körpereigene Absonderungen und Parasiten

2.2 Chemische Theorie

- gibt zahlreiche chemische Stoffe, die Krebs verursachen können
- u.a. Substanzen, mit denen wir im Alltag häufiger in Kontakt kommen
- werden als Karzinogene oder Kanzerogene (Krebsverursacher) bezeichnet
- führen nach längerer Einwirkung zur Veränderung der Erbinformationen in betroffenen Zellen - Entstehung von Krebs wird begünstigt
- Krebsvorsorge - krebserzeugende Stoffe vermeiden, insbesondere das Rauchen
- wichtigste und gefährlichste Karzinogene: Tabak, Alkohol, andere Genußmittel
- Krebserkrankung durch Kette unterschiedlicher Reize in Gang gesetzt - bekannteste Auslösern: UV- und ionisierende Strahlen, genetische Probleme und Störungen, hormonelle Ursachen und äußerst selten bestimmte Viren
- auch geschwächtes oder gestörtes Immunsystem von Bedeutung
- entarteten Zellen von Abwehrstoffen als körperfremd erkannt und sofort bekämpft
- bei Schwächung des Immunsystems werden Zellen nicht mehr vernichtet - Krebs kann entstehen

3) Vorbeugung und Früherkennung

- folgenden Warnzeichen deuten unter Umständen auf bereits bestehende Geschwulstkrankheit im Frühstadium hin:
- Abnorme Abmagerung, anhaltende Abgespanntheit, auffällige Blässe und andauernde Magen-, Darm- und/oder Schluckbeschwerden
- Chronischer Husten und /oder anhaltende Heiserkeit (vor allem bei Rauchern krebsverdächtig)
- Schlecht oder nicht heilende Wunden und Geschwüre
- Veränderungen an Muttermalen, Leberflecken und Warzen, insbesondere wenn diese sich plötzlich vergrößern, mit einem roten Hof umgeben sind oder dunkel werden
- Knoten und Verdickungen in oder unter der Haut, vor allem in den Brustdrüsen der Frau oder an den Hals-, Achsel- und Leistenlymphknoten Vorsorgemaßnahmen gegen die Entstehung von bösartigen Geschwulsten
- natürliche Kost, die Körper mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt - bildet Grundlage ungestörter Abwehr-, Stoffwechsel- und anderer Körperfunktionen
- ausreichend Erholung und Schlaf, Vermeidung von übermäßigem Streß, Verzicht auf schädliche Genußmittel mit krebserzeugender Wirkung und regelmäßige Bewegung
- Nikotin strikt vermieden werden, ,,harte" Alkoholika nur in Maßen
- wichtig: Behandlung chronischer Entzündungsherde wie Zahnwurzeln, Mandeln und Nasennebenhöhlen
- akute Infektionskrankheiten nicht massiv durch chemische Arzneimittel unterdrücken

_Auseinandersetzung mit Krankheitserregern stärkt Körperabwehr

4) Unkontrolliertes Wachstum

- Körperzellen teilen sich geordnet nach Plan
- schon Wachstum gutartiger Geschwülste nicht mehr streng nach Plan
- richten sich noch nach Bedürfnissen des Körpers
- Krebszellen teilen sich hemmungslos und dringen in gesunde Gewebsstrukturen ein und zerstören oder beschädigen es

5) Veränderung des Zellstoffwechsels

- weitere typische Eigenschaft der Krebszelle - abnorme Veränderung der Stoffwechselprozesse
- gesunde Zellen benötigen Sauerstoff, der durch Blut zugeführt wird
- bei Krebszelle wird Verwertung des Sauerstoffs behindert beginnt mit Gärungsprozesse, der ohne Sauerstoff auskommt
- Übergang zu Gärungsprozessen ist letzte Schritt der Zellentartung und zugleich Hauptmerkmal aller Tumorzellen
- abnorme Gärungsstoffwechsel erzeugt Stoffwechselprodukte, auf deren Entgiftung Organismus nur unzureichend vorbereitet ist
- vor allem Leber wird stark belastet wird
- giftige Stoffwechselprodukte dringen in immer mehr gesunde Zellen ein und blockieren normale Sauerstoffatmung- gesunden Zellen gehen an Giften aus Krebszellen zugrunde

6) Aussaat von Tochterzellen

- einzelne Zellen können sich von Ersttumor lösen und im Körper verteilen
- es entstehen Tochtergeschwülste (Metastasen)
- nach Ausbreitung unterscheidet man:
- Lymphmetastasen, die über die Lymphbahnen verschleppt werden; da das Wachs- tum bösartiger Tumoren (vor allem der Karzinome) bevorzugt über die Lymphge- fäße erfolgt, kommen diese Tochtergeschwülste häufig vor.
- Blutmetastasen, die durch Aussaat der Tochterzellen über die Blutbahn entstehen, sobald ein Tumor in kleine Blutgefäße durchgebrochen ist; dazu kommt es bevor zugt bei Sarkomen.
- Kontakt- (Abklatsch-) metastasen, die durch Kontakt des Tumors mit anderen Kör perflächen entstehen; typisches Beispiel ist das Karzinom an der Magenwand, das durch Berührung mit der anderen Magenwand auf diese übertragen wird.
- abhängig davon, wo Metastasen auftreten, unterteilt man folgende Gruppen:
- Örtliche Metastasenin nahen Umgebung des Ersttumors
- Regionäre Metastasenin nächsten Lymphknoten, die zum betroffenen Organ gehören
- Fernmetastasen, die in weiterer Entfernung vom Ersttumors auftreten

7) Hauptgruppen der Krebses

- nach Ursprungsgewebe unterscheidet manKarzinomeund Sarkome
- Oberbegriff Karzinom umfaßt alle bösartigen Tumoren, die von Deckzellen (Epithelzellen) der Haut und Schleimhaut oder von Drüsenzellen ausgehen
- Sarkom (Fleischgeschwulst) geht aus Bindegewebe hervor
- entsprechen in Art den Bindegewebszellen, vermehren sich aber hemmungslos
- außer Karzinomen und Sarkomen noch seltene Mischform der Karzinosarkome - bösartige Geschwulst aus Karzinom- und Sarkomgewebe.
- zwei weitere Hauptgruppen des Krebses sindBlut- und Lymphkrebs
- im Lymphsystems kann es zu chronischen, bösartigen Geschwulstkrankheiten kommen
- Wucherungen gehen von Lymphknoten aus und bestehen aus verschiedenen Zellarten, die zu Zellhaufen (Granulome) angeordnet sind - in Zentrum oft abgestorbene Zellen, von außen durch Bindegewebskapsel begrenzt
- Blutkrebs= krebsartigeWucherungen der Bildungsstätten weißer Blutkörperchen im Knochenmark (myeloische Leukämie) oder in Lymphknoten und Milz (lymphatische Leukämie)
- Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut steigt extrem an - sie verdrängen die Bildungstätten roter Blutkörperchen und Blutplättchen Blutarmut und Gerinnungsstörungen

8) Behandlungsmöglichkeiten

- Krebs heilbar, wenn vorhandenen Krebszellen entfernt oder zerstört werden
- Hauptmaßnahmen sindchirurgische Entfernungdes Tumors bis in gesunde Gewebe hinein,Strahlenbehandlungdurch möglichst exakt auf Geschwulst gerichtete, optimal dosierte ionisierende Strahlen (z.B. Röntgenbehandlung) undChemotherapiemit zytostatischen Mitteln, die Entwicklung und Vermehrung von Krebszellen hemmen

8.1 Chemotherapie

- Chemotherapie = Behandlung von Krebserkrankungen oder Infektionskrankheiten mit chemischen Substanzen,die lebende Tumorzellen oder Krankheitserreger in Wachstum hemmen oder sie abtöten
- Substanzen bezeichnet man als Zytostatika (Chemotherapeutika)
- zerstören Tumorzellen und verhindern, daß neue gebildet werden
- bei Chemotherapie-Zyklus werden Zytostatika an einem oder mehreren Tage verabreicht
- danach Behadlungspause von 2 bis 4 Wochen, während der Medikamente wirken sollen und Körper sich von Nebenwirkungen erholen kann
- Medikamente verursachen Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, vorübergehender Haarausfall bis zu völligem Haarverlust

8.2 Strahlenbehandlung

- bei Strahlentherapie werden energiereiche elektromagnetische Wellen oder hochbeschleunigte Teilchen benutzt, um bösartige Zellen abzutöten
- meistens von außen durch Haut bestrahlt (perkutane Strahlentherapie)
- Strahlenquelle aber auch für kurze Zeit in Körper eingebracht werden (interstitielle Bestrahlung)
- Wirkung der Strahlen beruht darauf, daß Krebszellen empfindlicher als gesunde Zellen auf Strahlen reagieren und somit schneller geschädigt werden
- Strahlentherapie wird weitestgehend bei nicht mehr operablen Krebskrankheiten und häufig zur Nachbehandlung im Anschluß an Operationen durchgeführt

8.3 Operative Therapie

- Ziel der Operation ist es, Ersttumor möglichst vollständig zu entfernen
- Wichtig ist, daß Tumor mit ausreichenden Rand aus gesundem Gewebe entfernt wird
- dabei werden, wenn nötig, auch ganze nicht lebensnotwendige Organe oder Gliedmaßen entnommen, die nicht mehr zu retten sind

Details

Seiten
6
Jahr
1999
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v98205
Note
1
Schlagworte
Krebs Eine Zell-Entartung

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