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Vincent van Gogh

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 6 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Das Leben von Vincent van Gogh (1853-1890)

Sein Leben war ein einziger Mißerfolg. In allem, was zu seiner Zeit wichtig schien, war er ein Versager: Er konnte sein Lebensunterhalt nicht bestreiten, keine Familie gründen und sogar Kontakt zu Menschen vielen ihm schwer. Doch dem Chaos seines Lebens setzt er eine -seine- Ordnung als Maler entgegen.

Erst nach seinem Tod bekam er die Anerkennung, die ihm zu Lebenszeiten entsagt war und heute erzielen seine Werk auf Auktionen in der ganzen Welt Preise bis zu mehreren Millionen Euro.

Am 30.März 1853 wurde Vincent im niederländischen Dorf Groot-Zundert geboren (siehe Seite 4) und erhielt den Namen seines Bruders, Vincent Willem, der genau ein Jahr vorher als Totgeburt zur Welt kam. Er war das älteste von 5 Kindern des protestantischen Pastors, Theodorus van Gogh (geb. 1822, ges. 1885) (siehe Seite 4), und von Anna-Cornelia, geborene Carbentus (geb. 1819, ges. 1907). Vincent van Gogh hat insgesamt 3 Schwestern, Anna- Cornelia, Elisabeth-Huberta und Wilhelmina-Huberta, sowie 2 Brüder, Theodore-Vincent, kurz ,,Theo" genannt (siehe Seite 4), und Cornelius-Vincent. Besonders zu seinem Bruder Theodore-Vincent hat van Gogh einen sehr engen Kontakt, der aus den Briefen der beiden hervorgeht.

Von Januar 1861 bis Oktober 1861 besuchte Vincent van Gogh eine Dorfschule in Zundert. Später erhielt er zu Hause von einer Gouvernante Unterricht, bis er dann am 1.Oktober 1864 in eine Internat nach Jan Provily gebracht wurde. Auf die staatliche Internatsschule in Tilburg wechselte er zwei Jahre später im September. Mit fast 15 Jahren kehrt er dann nach Zundert zurück. Dort bleibt er für etwa ein Jahr, bis er eine 4 jährige Anstellung in Den Haag bei der Pariser Bildergalerie Goupil & Cie. bekommt (siehe Seite 4). Am Anfang des Jahres 1971 wird sein Vater nach Helvoirt versetzt und seine Familie zieht dahin um. Ein Jahr später wird Vincent von seinem Bruder Theo in Den Haag besucht. Nach diesem Besuch findet ein reger Briefwechsel zwischen den beiden statt und Vincent schreibt mehr als 600 Briefe an Theo. Mit 625 Gulden kauft Vincents Vater 1873 ihm vom Militärdienst frei. Im Mai des selben Jahres wird Vincent in eine Londoner Filiale versetzt. Dort verliebt er sich in die 19jährige Eugénie, die von ihm ,,Engel der Kleinsten" genannt wird, da sie in einem Säuglingsheim arbeitet. Diese Liebe scheitert aber, da Eugénie schon verlobt ist und Vincent kehrt zu seinen

Eltern nach Helvoirt zurück. Von Oktober bis Dezember 1874 arbeitet er nun im Stammhaus Goupil in Paris, kehrt aber kurz nach Weihnachten nach London zurück, bis er 1975 im Mai endgültig nach Paris versetzt wird. In der darauf folgenden Zeit vernachlässigt Vincent seine Arbeit immer mehr und besucht statt dessen mit seinem Freund, Harry Gladwell, Galerien und Museen. Im Oktober wird sein Vater wieder versetzt, diesmal nach Etten. Gleichzeitig wird sein Vater immer religiöser und zieht sich mehr und mehr zurück. Im April des folgenden Jahres wird Vincent rausgeworfen, da er sagt, dass der Bilderhandel ein organisierter Diebstahl sei.

Vincent van Gogh verlässt darauf hin Paris und wohnt einige Tage bei seinen Eltern, bis er dann eine Stelle als Hilfslehrer und Erzieher in einem Schulheim in Ransgate gegen Kost und Logie annimmt. Dort gibt Vincent trotz seiner mäßigen Kenntnisse Französisch und Deutsch. Später wohnt er in einem Pensionat in Isleworth, weil er seit dem 1.Juli eine neue Anstellung als Hilfslehrer und Hilfsprediger eine Methodistenpastor hat. Seine erste Predigt hält er am 5.November, kehrt aber trotzdem im Dezember zu seinen Eltern nach Holland zurück. Durch seinen Onkel bekommt einen Job in einer Bücherei, fühlt sich aber weiterhin der Theologie verbunden. Aus diesem Grund fährt er 1½ später zu seinem Onkel Johannes, um dort Vorstudien für sein späteres Theologiestudium zu machen. Im Juli 1878 gibt er dieses Vorhaben resigniert auf. Zitat von Vincent van Gogh:" Muss man so viel wissen, um Gottes Wahrheit zu vermitteln?". Anschließend kehrt er für 6 Wochen nach Etten zurück. Ende August schafft er die Aufnahme in einer kleinen Evangelistenschule in Laeken bei Brüssel, um dort als Missionare ausgebildet zu werden. Doch auch in Laecken scheitert er während seiner Probezeit und ist dadurch sehr niedergeschlagen. In seinen Briefen an Theo zeigt sich nun eine rege Begeisterung für die Kunst. Trotzdem bricht er nach Pâturages in die Borinage als Apostel auf. Ab Januar 1879 darf Vincent nun im Auftrag für das Brüsseler Evangelisationskomitee für 6 Monate in Wasmes als Laienprediger in der Borinage (ein belg. Kohlenrevier) arbeiten (siehe Seite 6). Dabei verdient er 50 Francs pro Monat. Zu dieser Zeit macht Vincent van Gogh schon sehr viele Zeichnungen, die aber alle verloren gingen.

Seit August 1879 bis Juli 1880 beginnt van Gogh intensiv zu zeichnen. Es ist aber gleichzeitig die Zeit in der Vincent monatelang ohne Ziel, ohne Arbeit und ohne Geld herumirrt und Theo anfängt ihn finanziell zu unterstützen, bis er im Oktober 1880 an der Kunstakademie in Brüssel anatomisches und perspektivisches Zeichnen studiert und versucht Zeichnungen von ihm zu verkaufen. Um bei seinen Eltern zeichnen zu können, verlässt er Brüssel im April 1881. Vincent zeichnet nun vor allem Landschaften. Im August diese Jahres verliebt er sich in seine Cousine Cornelia Adriane Vos , die zu Besuch ist. Leider weist auch sie ihn ab. Im Herbst beginnt er vermehrt mit Kohlstift und Blei zu arbeiten und versucht die Temperatechnik einzusetzen. Noch immer schreibt er Liebesbriefe an seine Cousine und besucht diese sogar, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Doch diese weist ihn weiterhin ab und nicht einmal das Verbrennen seiner Hand durch eine Lampenflamme, als Liebesbeweis, kann sie erweichen. Somit kehrt Vincent mit gebrochenen Herzen zurück nach Hause und verliert sogar seinen Glauben an Gott.

Im Dezember 1881 beginnt Vincent mit Aquarell- und Ölmalerei. Da er sich mit seiner Familie an Weihnachten zerstritt, geht Vincent wieder nach Den Haag, wo er jetzt sein eigenes Atelier hat. Anfang 1882 nimmt Vincent Kontakt mit ,,der Bewegung 1880" auf. Jetzt treten auch erstmals gesundheitliche Probleme auf. Doch Vincent macht weiter und verkauft seine ersten Zeichnungen, die er unter anderem für seinen Onkel Cornelius, der einige Zeit seine einzige Einnahmequelle ist, anfertigt. Durch seine Unfähigkeit Kontakt zu Menschen zu halten, zerstreitet er sich mit seinen Malerkollegen im Frühjahr 1882. Er hat auch ein Verhältnis mit der schwangeren Prostituierten Clasina Maria Hoornik. Sein Bruder Theo und ein Freund von ihm versuchen ihn von diesem Verhältnis abzubringen, da er sie heiraten möchte. Seine Familie überlegt sich sogar, ihn in eine Irrenanstalt in der Nähe von Antwerpen einliefern zu lassen. Anfang Juni verschlechtert sich Vincents Gesundheitszustand, da er an Gonorrhöe erkrankt. Deswegen muss er auch 3 Wochen ins Krankenhaus, wo er vor allem viel liest, wie z.B. Zola, Hugo, Dickens, Carlyle und Balzac. Während seiner Zeit im Krankenhaus, bekommt Calsina Maria, mit der er trotzdem immer noch zusammen ist, ihr Kind zur Welt. Bei einem Besuch seines Bruders Theo im August, wird Vincent von ihm ermutigt mehr mit Ölfarben zu arbeiten. In diesem Sommer zieht seine Familie erneut um und zwar nach Nuenen. Im Februar 1883 verschlechtert sich Vincents Gesundheitszustand erneut, da er eine mehrwöchige Augenentzündung bekommt. Sieben Monate später trennt er sich von seiner Freundin Clasina Maria, mit der er 1 Jahr lang zusammen wahr, und geht jetzt in die Provinz Drenthe im Norden von Holland.

Im Dezember 1883 entschließt Vincent sich zu seinen Eltern nach Nuenen zu ziehen und bleibt dort bis zum November 1885. In diesen 2 Jahren entstehen rund 200 Gemälde, sowie zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen. Kurz nach Neujahr 1884 bricht sich Vincents Mutter ein Bein, aus diesem Grund kümmert sich Vincent liebevoll um sie. Ab November gibt Vincent Malunterricht und hat vier Schüler. Durch einen Schlaganfall stirbt sein Vater Theodorus am 27.März 1885 und wird am Vincents Geburtstag beerdigt. Im April gibt es einen heftigen Streit in der Familie wegen dem Erbe, dass Vincent beansprucht. Die Familie hingegen findet das Vincents Ausbildung schon genug gekostet hat und er verzichtet daraufhin auf seinen Erbanteil. Zu dieser Zeit entsteht auch das Hauptwerk seiner holländischen Periode, ,,Die Kartoffelfresser". Damit erregt er erstmals Aufmerksamkeit für seine Gemälde und im August werden Arbeiten von Vincent van Gogh in Den Haag beim Farbhändler Leurs in zwei Schaufenstern ausgestellt. Im Januar 1886 besucht Vincent eine Malerei- und Kunstklasse an der königlichen Kunstakademie, lehnt jedoch das akademische Lernprinzip strikt ab. Zu dieser Zeit hat Vincent auch wieder gesundheitliche Probleme, evtl. ist er sogar an Syphilis erkrankt.

Trotz seiner Krankheit zieht Vincent nach Paris (siehe Seite 6)und studiert jetzt im Atelier Cormon. Durch Theo lernt er viele Impressionisten kennen, wie z.B. Claude Monet, PierreAuguste Renoir, Alfred Sisley, Camille Pissaro, Edgar Degas, Paul Signac oder Georges Seurat. Vincent schließt sogar Freundschaft mit Pissaro. Im Mai 1886 zieht Vincents Mutter nach Breda. Die von Vincent zurückgelassenen Bilder werden von einem Trödelhändler aufgekauft und der Rest verbrannt.

Vincent versucht sich jetzt an der Technik des Pointillismus und lernt weitere Künstler kennen, darunter auch Gauguin, mit dem er im Winter 1886 Freundschaft schließt. Im Frühjahr 1887 gibt es eine große Diskussion, weil Bernard und Gaugin den Impressionismus als Endstufe der Malerei ansehen, aber Vincent ist strikt dagegen. Trotz der Differenzen bildet Vincent im Dezember 1887 mit Bernard, Gaugin und Toulouse-Lautrec die Gruppe ,,Peintres du Petit Boulevard" als Gegensatz zur Gruppe der ,,Peintres du Grand Boulevard". Im Februar 1888 verlässt Vincent (siehe Seite 8)Paris und zieht nach Arles. In der Pariser Zeit entstehen ungefähr 200 Bilder und Anfang März werden 3 Bilder van Goghs auf dem Pariser ,,Salon des Artistes Indépendants" ausgestellt. Sein einziger Gefährte für 2 Monate in Arles ist der dänische Maler Christian Mourier Petersen. In dieser Zeit entstehen auch mehrere Gemälde der ,,Brücke von Langlois in Arles". Vincent mietet sich die rechte Hälfte des ,,gelben Hauses" in Arles (siehe Seite 8)und verwirklicht sich damit seinen Traum der eigenen Künstlerkommune. Vom 30.05 bis zum 02.06. macht Vincent Urlaub in Saintes-Maries-de-la Mer am Mittelmeer, vorher besuchte ihn der amerikanische MalerDodge Mac Knight. Im Juni 1888 lernt Vincent den belgischen Dichter und Maler Eugene Boch durch Mac Knight kennen. Am 28.Juli stirbt Vincents gleichnamiger Onkel. Kurz darauf freundet er sich mit dem Landboten Joseph Roulin, den er porträtiert, an. Später malt Vincent auch Gemälde für dessen Frau und Kinder. Ab August entstehen eine Reihe von Bildern mit Sonnenblumen, im September das ,,Nachtcafé" und die ,,Sternennacht über der Rhône". Im Oktober kommt Gauguin zu Besuch, der mit Vincent zusammen malt und wohnt. Nach zwei Monaten kommt es aber zu heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden, weil sie unterschiedlicher künstlerischer Meinung sind. Nach Berichten von Gauguin, sei Vincent mit einem Messer auf ihn losgegangen, worauf Gauguin in einem Gasthof übernachte. In geistiger Umnachtung schneidet sich Vincent den unteren Teil des linken Ohres ab und bringt es als ,,Geschenk" der Prostituierten Rachel ins Bordell (siehe Seite 8). Die Polizei findet Vincent verletzt in seinem Bett und bringt ihn ins Krankenhaus. In Angesicht dieser Ereignisse reist Gauguin ab und unterrichtet Vincents Bruder Theo über den Zustand von Vincent, der seinen Bruder sofort in Arles besucht. Als Ursachen des Leidens von Vincent werden Epilepsie, Trunkenheit, Schizophrenie und die Spannungen mit Gauguin vermutet. Am 7.Januar wird Vincent aus dem Krankenhaus entlassen und seinen Bruder Theo verlobt sich offiziell mit Johanna-Gesina Bonger in Amsterdam. Am 4.Februar erleidet Vincent erneut einen Anfall und muss abermals ins Krankenhaus. Er leidet an Schlaflosigkeit und Halluzinationen. Im März erwirken aufgebrachte Bürger eine Internierung für den ,, fou roux", den ,,Rothaarigen Verrückten" und sein Haus mit allen Bildern wird kurzfristig von der Polizei geschlossen. Finanzielle Unterstützung erhält Vincent jetzt von seinen anderen Geschwistern in Höhe von 678,23 Francs (der von Vincent abgetretene Erbanteil). Im April räumt Vincent das ,,gelbe Haus", leider ist das Fundament des Hauses sehr feucht durch ein Hochwasser und beschädigt dadurch zurückgelassene Bilder.

Am 18.04.1889 heiratet Theo Johanna Bonger in Amsterdam. Am 8.Mai geht Vincent dann auf eigene Wunsch in das Asyl für geistige Kranke in Saint-Rémy (siehe Seite 10), da er wiederholt schwere Krisen und Ohnmachtsanfälle hatte. Der leitende Arzt Dr. Peyron stellt Epilepsie als Ursache für Vincents Zustand fest. Vincent darf trotzdem weiterhin malen und ab Juli sogar außerhalb des Asylbereiches, aber nur mit Begleitung. Wegen eines erneuten Anfall beim Malen im Freien muss Vincent ab August für 6 Wochen im Haus bleiben. Bei der Ausstellung zweier Bilder von Vincent im September, empfiehlt Pissaro Vincent nach Auvers zu Dr.Gachet zu schicken.

Ende Dezember versucht sich Vincent bei einem erneuten Anfall mit Farbe zu vergiften, stellt aber trotzdem im Januar 1890 sechs Bilder auf der Ausstellung der Gruppe ,,Les Vingt" in Brüssel aus. Dabei fordert Toulouse-Lautrec einen Maler zum Duell auf, weil dieser eine abfällige Bemerkung über Vincents Gemälde macht. Vincent bekommt jetzt erstmalig begeisterte Kritiken auch außerhalb von Holland, in der französischen Zeitung ,,Mercure de France". Am 31.Januar wird der erste Sohn von Theo geboren und er erhält den Name seines Onkels und Paten Viencent-Willem van Gogh. Im Februar 1990 verkauft Vincent das Gemälde ,,Der rote Weinberg" für 4000 France an Anne Doch. Es war das einzige Gemälde, was er je selbst verkauft hat. Nach einem Besuch in Arles erleidet Vincent erneut einen Anfall und wird für fast 2 Monate ins Krankenhaus gebracht. Im März hat Vincent einen großen Erfolg, als er mit 10 Gemälden beim "Salon des Artistes Indépendant" dabei ist. Nach einem kurzen Abstecher in Paris, besucht Vincent Theo und dessen Familie in Auvers-sur-Oise. Während er dort in einem kleinen Gasthaus (siehe Seite 10)wohnt, wird er von Dr.Gachet betreut. In den letzten 2 Monaten seines Lebens malt Vincent über 80 Gemälde. Da Vincent zu der Tochter des Dr.Gachet, Marguerite Gachet, ein Liebesverhältnis hat hat, bekommt er im Juni Hausverbot erteilt.

Am 23.Juli schreibt Vincent den letzten Brief an Theo, denn vier Tage später schießt er sich während eines Spazierganges in die Brust. Am 29.Juli 1890 erliegt Vincent seinen Verletzungen (siehe Seite 10). Am darauf folgenden Tage wird Vincent van Gogh in Auvers beigesetzt. Nach Vincents Tod wird Theos Leiden immer schlimmer und er stirbt am 25.Januar 1891 in Utrecht. 1914 wird seine Leiche exhumiert und nach Auvers zu seinem Bruder übergeführt (siehe Seite 10).

Details

Seiten
6
Jahr
2000
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v97846
Note
1
Schlagworte
Vincent Gogh

Autor

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Titel: Vincent van Gogh