Lade Inhalt...

IAS 16 Sachanlagen

Referat (Handout) 2001 13 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

International Accounting Standard 16 – Property, Plant and Equipment

Der IAS 16 regelt die Bilanzierung der Sachanlagen.

Im Detail wird geregelt:

- Zeitpunkt der Einbuchung
- Bestimmung der Anschaffungs- und Herstellkosten bzw. die Folgebewertung
- Abschreibung

a.) Begriffsdefinition

Sachanlagen umfassen materielle Vermögenswerte,

(1) die ein Unternehmen für Zwecke der Herstellung oder Lieferung von Gütern und Dienstleistungen, zur Vermietung an Dritte oder für Verwaltungszwecke besitzt und die
(2) erwartungsgemäß länger als eine Periode genutzt werden. [16.6]

b.) Geschichte des IAS 16

A ugust 1980 Exposure Draft E18

März 1982 Herausgabe des IAS 16, Property, Plant and Equipment

1. Jänner 1983 IAS 16 tritt in Kraft

Dezember 1993 Überarbeitung des Standards. Im Rahmen des Projektes „Vergleichbarkeit und Verbesserung von Abschlüssen“

Juli 1997 IAS 1 wird genehmigt à der heutige Paragraph 60(e) wird geändert

Juli 1998 Verschiedene Paragraphen von IAS 16 werden überarbeitet, um mit IAS 22 (Unternehmenszusammenschlüsse), IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) und IAS 37 (Rückstellungen) übereinzustimmen. Der überarbeitete Standard tritt für alle Jahresabschlüsse in Kraft, deren Berichtsperioden am oder nach dem 1. Juli 1999 beginnen. [16.67 et 16.68]

c.) Interpretationen

- SIC 14: Property, Plant and Equipment - Compensation for the Impairment or Loss of Items (Entschädigung für Wertminderung und Verlust)
- SIC 23 (neu: 15. Juli 2000!): Property, Plant and Equipment - Major Inspection or Overhaul Costs (Generalüberholung)
- SIC Draft Interpretation D26 (noch nicht beendet): Property, Plant and Equipment - Results of Incidental Operations (Nebentätigkeiten)

d.) Anwendungsbereich

Dieser Standard ist auf die Bilanzierung der Sachanlagen anzuwenden.

Ausnahme: Ein anderer IAS lässt eine andere Behandlung zu bzw. schreibt sie vor. [16.1]

Dieser Standard umfasst in etwa folgende Bereiche: Unbebaute Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte, Grundstücke und Gebäude, Maschinen und technische Anlagen, Schiffe, Flugzeuge, Kraftfahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung.

IAS 16 umfasst nicht: Regenerative natürliche Ressourcen (z.B. Waldbestände), nicht-regenerative Ressourcen (z.B. Abbau- und Schürfrechte, Exploration von Öl, Gewinnung von Mineralien). Aber: Maschine, die hilft das Öl aus dem Boden zu pumpen, zählt dazu. [16.2]

Andere Standards, die den IAS 16 überschneiden und folglich eine andere Behandlung zulässen:

- IAS 22: Bei Unternehmenszusammenschlüssen kann beim erstmaligen Ansatz des Buchwertes mit dem Zeitwert bewertet werden, auch wenn dieser über den Anschaffungs- oder Herstellkosten liegt. [16.3]
- IAS 25: Grundstücke die als Finanzinvestitionen gehalten werden können auch gemäß IAS 25 als langfristige Finanzinvestitionen behandelt werden. [16.4]
- IAS 15 und IAS 29: Wenn ein System angewandt wird, das nicht dem IAS 16 entspricht kommen diese beiden Standards zur Anwendung (Hauptanwendung: Bilanzierung der Sachanlagen in Hochinflationsländern) [16.5]

e.) Ansatz von Sachanlagen

Eine Sachanlage ist als Vermögenswert anzusetzen, wenn

(1) es wahrscheinlich ist, dass ein mit ihm verbundener künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließen wird, und wenn
(2) seine Anschaffungs- und Herstellkosten verlässlich ermittelt werden können [16.7]

Das erste Ansatzkriterium (1) ist erfüllt, wenn das Unternehmen einen Nutzen aus dem Vermögenswert zieht und seine Risiken trägt. (Risiko und Nutzen müssen auf das Unternehmen übergegangen sein) [16.9]

Das zweite Ansatzkriterium (2) ist normalerweise einfach zu bestimmen, da die Anschaffungskosten im Rahmen des Kaufes festgelegt werden. Bei selbsterstellten Anlagen dient eine Kalkulation als Basis für die Herstellkosten. [16.10]

Für die Darstellung der Vermögens- und Finanzlage eines Unternehmens sind die Sachanlagen sehr bedeutend, da der Großteil der gesamten Vermögenswerte im Normalfall Sachanlagen sind. Wichtig ist in diesem Kontext auch die Unterscheidung zwischen Aufwand (à Erfolgsrechung) und Vermögenswert (à Bilanz). [16.8]

Diese Abgrenzung ist nur in Abhängigkeit von speziellen Umständen oder der Art des Unternehmens möglich. Ersatzteile und Wartungsgeräte werden normalerweise als Vorräte behandelt (Verbrauch à Aufwand). Sind die Ersatzteile und Bereitschaftsausrüstungen von besonderer Bedeutung und werden sie über ein Jahr genutzt, können sie als Sachanlagen angesetzt werden und folglich über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. [16.11]

Besitzen einzelne Bestandteile eine unterschiedliche Nutzungsdauer, so ist der jeweilige Bestandteil einzeln zu bewerten und abzuschreiben. [16.12]

(Beispiel: Schiffsmotor muss alle 10 Jahre ausgetauscht werden, der Rest des Schiffes hat eine ND von 40 Jahren à Motor und „Schiffrest“ getrennt bewerten und abschreiben)

Sachanlagen, die aus Gründen der Sicherheit oder des Umweltschutzes erworben werden, können als Vermögenswerte angesetzt werden, wenn ein zusätzlicher Nutzen aus ihnen gezogen wird, der höher ist als er es ohne Erwerb gewesen wäre. Weitere Voraussetzung: Betriebsverbesserungen müssen wieder amortisiert werden können.

(Beispiel: Chemieunternehmen muss ein umweltsichereres Verfahren einführen zur Herstellung bestimmter Chemikalien. Zusätzliche Investition ist Vermögenswert, da ohne diese Investition kein Fortbestand der Produktion gewährleistet wäre) [16.13]

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638163101
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9672
Institution / Hochschule
Hochschule Liechtenstein – Institut für Finanzdienstleistungen
Note
1,2
Schlagworte
Sachanlagen

Autor

Zurück

Titel: IAS 16  Sachanlagen