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Hinduismus in Indien

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 4 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Der Hinduismus in Indien

Allgemein

Der Hinduismus ist eine in Indien entstandene Religion, der mit ca. 80 Prozent der Mehrheit der indischen Bevölkerung angehört und die darüber hinaus in vielen Teilen der Welt verbreitet ist, wie z.B. in Neapel, Bangladesh, Indonesien, Pakistan, Südafrika,

Es gibt neben dem Hinduismus ( 82,6 % ) noch folgende Religionen in Indien:

Moslem 11,4 %

Christentum 2,4 %

Sikhs 2,0 %

Buddhismus 0,7 %

Sonstige 0,9 %

Das persische Wort Hindu wurde von dem indischen Wort sindhu abgeleitet ( = Fluss oder genauer Indus ) und bezeichnet im 5. Jahrhundert v. Chr. die Bewohner jenes Landes nach seinem Fluss, dem Indus.

Die Entstehung

Der frühe Hinduismus entstand zwischen 1000 bis 200 v. Chr. Durch die Vermischung nichtarischen einheimischen Drawidenglaubens und der alten arischen Vedenreligion, die die eindringenden Arier mitbrachten. Etwa zu dieser Zeit entstanden auch die Kasten.

Das Kastenwesen

Das Kastenwesen unterteilt die religiöse Gemeinschaft der Hindus in verschiedene Gruppen, denen man entsprechend seiner Geburt angehört. Das Kastensystem besteht im Wesentlichen aus vier Kasten ( = Varnas ), wenn man von den zahlreichen Unterkasten ( = Jatis ) absieht:

1). Brahmanen: Priester, Kenner und Lehrer der heiligen Schriften
2). Kshatriyas: Krieger, Könige, Fürsten, Adelige
3). Vaishyas: Ackerbauern, Viehzüchtern, Handwerker, Handelsleute
4). Shudras: Diener, Arbeiter, Sklaven

Eine weitere starke Gruppierung sind die Unberührbaren, welche aus dem Gesellschaftssystem dadurch herausfallen, da sie keinem Varna angehören.

Die Hindus betrachten das Kastenwesen als ein solches soziales System, das durch religiöse Strukturierung dem ewigen Gesetz ( = Dharma ) entspricht und deshalb gerecht ist.

Im heutigen Indien als Demokratie bestehen deutliche Diskrepanzen zwischen den Vorschriften des Kastensystems und den im Staat geltenden Gesetzen, z.B. den Menschenrechten.

Die drei Regeln des Kastensystems:

a). - Heirat ist nur innerhalb der eigenen Kaste möglich

- gemeinsame Mahlzeiteinnahmen nur mit Kastenangehörigen

b). - Berufswahl ist auf die eigene Kaste bestimmt

c). - Sozialprestige ( Ansehen ) ist von der Kaste abhängig

Aufgaben und Pflichten der verschiedenen Kasten: Brahamen: Einhaltung aller Reinheitsgesetze Kshatriyas: Beschützung der Gesellschaft Vaishyas: Handel treiben, Geld verdienen

Diese nennen sich auch die "Zweimalgeborenen", weil die Angehörigen dieser Kasten am Ende der Pubertät durch ein Initiationsritual ein zweites Mal geboren werden. Danach ist es gestattet, die heiligen Schriften zu lesen.

Die Shudras ist jenes Initiationsritual untersagt.

Die Unberührbaren leben zumeist in wirtschaftlicher Armut und sind kultisch unrein.

Kasteneinteilung

Hindus glauben, dass der Mensch eine unsterbliche Seele besitzt, die mehrere Leben bzw. sogenannte Reinkarnationen durchwandert. Der Hindu versucht also das Beste aus seinem Leben zu machen, indem er sich an Gebote, Verbote und Bräuche ( siehe unten ) hält, um somit bei der nächsten Reinkarnation ein besseres Leben zu erlangen. Der Hindu ist deshalb nie unglücklich mit seinem Leben.

Bräuche der Hindus

- Frauen essen nach den Männern
- Durch Arbeiten, Essen und Berühren von Leichen, Leder wird man verunreinigt, deshalb findet eine hl. Waschung statt, die dem Hindu einen Zustand höchster Reinheit und somit den besten Zeitpunkt zu einer religiösen Andacht gibt.
- Gläubige beten am Ganges und verbrennen dort ihre Toten.
- Pilgerfahrt

Durch gute Taten, wie z.B. Waschungen, Meditation, Blumen-, Reisopfer, Pilgerfahrt etc. sammeln sich Hindus während ihres Lebens ein Guthaben ( = Karma ) an. Nach ihrem Tod werden sie entweder in eine höhere oder niedrigere Kaste hineingeboren. Nachdem sie die höchste Kaste erreicht haben, werden sie Eins mit der am höchsten geschätzten Gottheit Braham. Kastenlose können das nie erreichen. Im Verlauf der Seelenwanderung kann es auch geschehen, dass die Seele in der Hölle landet ( wenn man im vorhergehenden Leben ständig gesündigt hat, wird man dort gereinigt ). Im Anschluss an diese Reinigung der Seele , muss man ein "widerliches" Leben führen, z.B. als Wurm oder Fliege etc.. Im Anschluss daran muss man auch als Mensch niedere soziale Schichten durchlaufen, z.B. als Buckliger oder zwergwüchsiger Mensch. Diese Vorstellung hat zur Folge, dass der Hindu sich mit seinem Schicksal und seinem Leben zufrieden gibt.

Ein Gott oder viele Götter

Hindus verehren mehrere Götter. Doch alle diese Götter sehen sie nur als ein Teil des einen, allmächtigen, allumfangenden und ewigen Gott Brahman an. Je nach Bedarf verehren sie einen anderen Gott.

Die wichtigsten Götter:

- Vishnu der Welterhalter
- Krishna Gott der Hirten und Bauern
- Shiva Gott des Wandels/ der Zerstörung
- Ganesh Überwinder und Vernichter von Hindernissen ( Lieblingsgott der Hindus )

Ein Priester antwortet auf die Frage, ob er an einen, den einzigen Gott glaubt: "Ja, Gott hat viele verschiedene Namen und Gestalten. Gott zeigt sich in den vielen verschiedenen Seiten und verschiedenen Denkweisen. Gott sei wie ein Mangobaum, mit vielen verschiedenen Früchten. Es gibt viele Flüsse die Wasser führen, und doch alle im Meer enden".

Feste

An Festtagen werden die Götter verehrt ( es sind mehr als 1000 Feste bekannt). Es gibt auch Feste an Flüssen und Seen: Kleine Lichter werden auf Flöße gesetzt und die Menschen sehen dabei zu, wie sie flussabwärts treiben. Dieses Ritual soll die Dämonen austreiben. Hindus feiern meist jeden Tag Gottesdienste, welche zu Hause von einem Familienmitglied veranstaltet werden. Dazu wird eine Götterstatue aufgestellt, eine Öllampe oder Räucherstäbchen angezündet und Opfergaben werden ihrem Lieblingsgott geweiht.

Stellung der Frau

Ursprünglich sind Mann und Frau gleichgestellt sind. Es gibt aber andere religiöse, soziale und wirtschaftliche Gründe, dass die Sterberate bei Mädchen erheblich höher liegt als bei Jungen. Die Geburt eines Sohnes bedeutet für die Frau Anerkennung, während sie für den Mann die Erfüllung der religiösen Pflicht ist. Eine Tochter kostet viel und kann die Familie in den Ruin treiben. Zwar wird die Frau heute immer noch als minderwertig angesehen, aber heutzutage ist die Witwenverbrennung verboten, eine Wiederverheiratung ist auch für Witwen möglich, Kastenschranken bei der Heirat sind beseitigt und Frauen können sich von ihren Ehemännern trennen. In der Erlösungsvorstellung sind Frauen von der Erlösung weit entfernt und können erst zur Erlösung gelangen, wenn sie als Mann wiedergeboren werden. Für einen Mann ist es nicht mehr möglich, als eine Frau geboren zu werden. Für den ehelichen Geschlechtsverkehr gibt es in größeren Familien einen Eheraum. Dorthin rufen die Ehemänner ihre Ehefrauen.

Pilgerfahrten und heilige Städte

Eine allgemeine, religionswissenschaftliche Definition des Begriffs "Heilige Stätten" umfasst alle Orte, die dem Kult einer Gottheit gewidmet sind. So können folglich neben Tempeln oder anderen Gotteshäusern ebenso Bäume, Quellen, Höhlen, Berge oder Flüsse Ziele von Pilgern sein. Der Fluss gilt selbst zu einem heiligen Ort.

Über den Fluss Ganges: "Gesegnet sei der Ganges. Wer an ihn denkt, befreit sich von Sünden.

Wer ihn sieht, steigt auf zu Vishnus ( = Welterhalter ) Paradies. Wer ihn trinkt, wird eins mit Gott".

Die heiligen Schriften des Hinduismus

Die ältesten Schriften des Hinduismus sind die Veden. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Gebeten, Hymnen und Lieder, die der Abwehr von Dämonen, von Krankheit und der Beschwörung von Glück im Kampf und in der Liebe dienen.

Jesus Christus

Die Hindus verehren Jesus als einen der größten Propheten. Für sie ist er vor allem der großartige Verkünder ( Bergpredigt ), der mutige Mann, der mit seiner Lehre von Liebe und Gewaltlosigkeit selbst ein Opfer der Gewalt geworden ist. Er passe nur nicht zu ihnen, weil seine Lehre so unwirksam geblieben ist.

Details

Seiten
4
Jahr
2000
Dateigröße
327 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v96090
Note
1
Schlagworte
Hinduismus Indien Klasse Gymnasium

Autor

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Titel: Hinduismus in Indien