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Moliere - Le malaide imaginaire (Der eingebildete Kranke)

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 3 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Moliere (eigentl. Jean-Baptiste Poquelin, nannte sich seit August 1644 Moliere) wurde im Jänner 1622 in Paris als Sohn eines reichen Tapeten- und Teppichhändlers geboren; Ausbildung am Jesuitenkolleg Clermont, das Jurastudium wahrscheinlich in Orleans, er wurde nicht Anwalt sondern zuerst Schauspieler und dann Komödiendichter Er schuf die klassische Komödie und seine Stücke haben zeitlose Gültigkeit, obwohl er über die Probleme seiner Zeit schreibt. Da er die Höflinge und die Bürger in ein schlechtes Bild stellte, erregte er bald Anstoss und hatte bald auch in allen Lagern Feinde.

Mit der Schauspielerin Madeleine Bejart gründete er 1643 das Illustre Theatre, das sich wegen hoher Verschuldung aber nur 2 Jahre halten konnte, Moliere wurde sogar vorübergehend verhaftet!

Dann versuchte er sein Glück in der Provinz und spielte 13 Jahre lang mit seiner Truppe in verschiedenen Städten Frankreichs. Nach dem Muster der italienischen Comedia dell`arte verfasste er seine ersten Bühnenstücke, er skizzierte also jeweils den Plan eines Lustspiels, das dann von den Schauspielern aus dem Stehgreif mit Handlung gefüllt und weitergeführt wurde.

1662 heiratete er Armande, die Tochter seiner langjährigen Geliebten Madeleine Bejart, die ihm jedoch angeblich untreu gewesen war. Moliere ließ sich zwar nicht durch die Kritik oder den zeitweiligen Widerstand des Publikums in seinem Schaffen beirren, aber der häuslich Kummer hat seine Gesundheit vorzeitig zermürbt. Viele Leute waren zwar gegen ihn, doch die Gunst des Königs Ludwigs des 14. verlor er nicht, er übernahm sogar 1664 die Patenschaft eines der 3 Kinder Molieres.

Welchem Stoff auch immer Moliere sich zuwendete, er bildete ihn dank seiner schöpferischen Gestaltungskraft und seiner psychologischen Durchdringung genial um.

So auch zu Beginn des Jahres 1673 als er im Auftrag des Königs noch eine Ballett-Komödie schrieb: Le malaide imaginaire (Der eingebildete Kranke)

Sie ist Molieres letzte Komödie und wurde im Februar 1673 uraufgeführt. Moliere übernahm wie üblich die Regie und spielte die Hauptrolle. Am Abend des 17. Februar, nur wenige Stunden nach der 4. Aufführung starb er. „Ich spüre wohl, dass es mit mir zu Ende geht“, soll er zu einem Freunde gesagt haben.

Es ist, als habe der Sterbenskranke gerade angesichts des Todes noch einmal zeigen wollen, wer er war, was er wollte und konnte.

„Der Eingebildete Kranke“ schließt die imponierende, in der Weltliteratur einzig dastehende Folge der Molierschen Meisterkomödien würdig ab. Technisch makellos ist das letzte Stück Molieres nicht nur eine vollkommene, gattungsreine Komödie, sondern ein Stück aus dem die Altersweisheit, die gelöste und reife Humanität des Menschen Moliere zu uns spricht.

Moliere neigte zum Grübeln, war ein Melancholiker, konnte jedoch auch zornig aufbrausen und soll keineswegs immer ruhig und duldsam gewesen sein.

Obwohl er in den späten sechziger Jahren mehr als genug Schwierigkeiten und Ärger zu überwinden hatte, konnten Melancholie und Grübelei nicht über Moliere Herr werden. Man muss jedoch erwähnen, dass „Der Eingebildete Kranke“ ohne die keinesfalls eingebildete, todernste Krankheit Molieres wohl kaum zustande gekommen wäre. Denn da er am eigenen Leibe die ergebnislosen Bemühungen der Ärzte erfahren musste, lag nichts näher, als die Unfähigkeit der Ärzte anzuprangern.

Der Eingebildete Kranke: Argan: der vielgeplagte, von fixen Ideen bessesene, Ehemann und Hausvater. Er lebt im Wahn und dann ist alle Vernunft und Klugheit ausgeschaltet. Er wirkt komisch durch seine teilweise Naivität und durch seinen Wahn, der ihn vor normalen Menschen eigenartig aussehen lässt, er kann bis zur Grausamkeit rücksichtslos sein, wenn er fürchten muss, dass ihn jemand seines heißgeliebten Wahnes berauben könnte

Berald: der vernünftig denkende, gescheit argumentierende Bruder Argans, der Gegner der Schulmedezin ist und den starren Glauben seines Bruders daran, zu brechen versucht

Beline : Argans zweite Frau, deren Namen Lamm bedeutet, obwohl sie sicherlich nicht lammfromm ist, sie ist ein böses Weib, dass ihrem Mann gegenüber übertrieben freundlich und zärtlich ist, nur um an sein Geld zu kommen, aber ein vergnügliches Leben ist es sicher nicht, sein Leben neben einem ewig übertrieben leidenden und unappetitlichen Ehemann zu verbringen

Toinette: eine der brillantesten Schöpfungen Molieres, lebenstüchtig, schlau, treu und gutmütig, ist ihrem Herrn gegenüber unverschämt frech, erinnert ihren Herrn mit einer gehörigen Portion Sarkasmus immer wieder an seine „Leiden“, Vertraute, Sprachrohr ihrer Herrin, weibliche Glanzrolle des Stückes,

Angelique: scheu, verschämt, überzeugend natürlich, unsterblich verliebt, ihrem Vater hält sie trotz aller seiner Eigenheiten und Grobheiten die Treue und ist somit die Einzige, die ihn wirklich liebt

Luison: Argans zweite Tochter und somit Angeliques kleine Schwester

Purgon, der Arzt; Diafoirus , Vater und Sohn, Sohn soll Angelique heiraten, beide halsstarrig, vernarrt in die Medezin, Sohn Narr, Tölpel und Streber; Apotheker Fleurant; Notar Bonnefoi

Inhalt: Der Hypochonder Argan lebt mit seinen Töchtern Angelique und Luison, seiner Frau Beline und dem Hausmädchen Toinette, wobei man schon fast sagen könnte, er lebt auch mit seinem Arzt Purgon und seinem Apotheker Fleurant.

Es vergeht kein Tag, an dem er nicht Medikamente verabreicht oder ein Klistier bekommt. Da er sich einbildet, unheilbar krank zu sein, merkt er nicht, wie ihn sein Arzt ausnützt. Er liebt seine Frau Beline, die nicht die Mutter seiner Tochter ist und sich auch nicht gut mit ihr versteht, und sie erwidert diese Liebe mit übertriebenen Schmeicheleien und zärtlichen Ausdrücken.

Argan will nun in seinem Eigennutz seine Tochter mit einem Arzt liiert sehen, unwissend, dass diese sich bereits unsterblich in einen anderen, Cleanth, verliebt hat.

Sein Bruder Berald will ihn davon und von seinem starrsinnigen Glauben an die Schulmedezin abbringen, da er der Meinung ist, dass Ärzte außer ein bißchen Latein nicht viel mehr im Kopf haben müssen. Molieres Einstellung: Moliere meinte, die Medezin könne der Natur zumindest mit einigen Mitteln zu Hilfe kommen. Es kommt hier nur zu einigen Auseinandersetzungen, die oftmals unter großer Mithilfe der sarkastischen Toinette zu lustigen Szenen werden. z. B Vorlesen

Schließlich betreten Herr und Sohn Diafoirus Argans Haus und der tölpelhafte Sohn verwechselt schon bei der Begrüssung seine zukünftige Frau mit seiner zukünftigen Schwiegermutter, die ihn auch noch ständig bei seiner einstudierten Begrüßungsrede unterbricht.

Es befindet sich auch der Geliebte Angeliques, Cleanth, in Argans Haus und gibt sich als ihr Gesangslehrer aus. In einer Szene in der die beiden Liebenden so tun als ob sie ein Stück vorspielen würden, führen sie in Wirklichkeit einen Dialog über die geplante Hochzeit Angeliques mit diesem Arzt.

Zu Argans Entsetzen kündigt ihm sein Arzt Purgon den Dienst. Berald und Toinette nutzen die Gunst der Stunde und beschließen nun eine List, um Argan von seiner „Ärztesucht“ zu heilen. Toinette verkleidet sich als Arzt und übertreibt maßlos in ihren Diagnosen. Sie meint ihm einen Arm abnehmen zu müssen, damit der andere mehr Energie hätte, das gleich müsste sie auch mit seinen Augen tun. Das bringt Argan ins Schwanken, aber nicht ganz von seiner Meinung ab.

Zu guter Letzt überreden Berald und Toinette Argan dazu, sich tot zu stellen um zu testen, wer ihn wirklich liebt. Durch diesen Trick bemerkt er die Falschheit und Geldgierigkeit seiner Frau, aber auch die aufrichtige Liebe seiner Tochter zu ihm. Das bekehrt ihn so sehr, dass er seiner Tochter erlaubt, den Mann frei zu wählen.

Als Abschluss dieses Stückes wird Argan symbolhaft und zum Jux zum Arzt gemacht. Diese Szene ist sehr lustig gelöst, da hier auf lustige Art und Weise gezeigt wird, dass Ärzte wirklich nichts als Latein, und nicht einmal das, gut können. Vorlesen

Moliere hatte zum vierten Male die Nachtmütze und den roten Schlafrock des eingebildeten Kranken an, als er am Schluss des Stückes von einem starken Hustenanfall gepackt wurde. Nach der Aufführung trug man den noch immer Hustenden nach Hause. Er klagte über eiskalte Hände, als Baron, einer der Treuesten seiner Truppe bei ihm war. Er begann Blut zu spucken, doch zwei Priester verweigerten, ihm christlichen Beistand zu leisten. Als sich schließlich ein dritter dazu bereit erklärte, war es bereits zu spät. Moliere war tot. Auf königliches Geheiß wurde Molieres sterbliche Hülle am Abend des 21. Februar 1673 zu Grabe getragen.

Jedesmal wenn sich der Todestag Molieres jährt, pflegen die Schauspieler der Comedie Francaise (das Illustre Theatre nennt sich seit 1680 Comedie Francaise) sich in der Rolle, die sie jeweils gerade spielen, auf der Bühne zu versammeln, um das Andenken des Gründers ihres Theaters zu feiern.

Das ist sicherlich ein passender Zug, denn Moliere ist dort gestorben wo und wofür er gelebt hat, im Theater.

Details

Seiten
3
Jahr
1999
Dateigröße
329 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v95666
Note
Schlagworte
Moliere Kranke)
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Titel: Moliere - Le malaide imaginaire (Der eingebildete Kranke)