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Christoph Martin Wieland: Sechs Fragen zur Aufklärung

Hausarbeit 2002 11 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Gliederung

1. Das Leben und Schaffen des Christoph Martin Wieland

2. Ein Überblick über die Epoche der Aufklärung

3. „Sechs Fragen zur Aufklärung“
3.1 >Was ist Aufklärung?<
3.2 >Über welche Gegenstände kann und muss sich die Aufklärung ausbreiten?<
3.3 >Wo sind die Grenzen der Aufklärung?<
3.4 >Durch welche sichere Mittel wird sie befördert?<
3.5 >Wer ist berechtigt, die Menschheit aufzuklären?<
3.6 >An welchen Folgen erkennt man die Wahrheit der Aufklärung?<

4. Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Christoph Martin Wieland

(1733 – 1813)

1. Das Leben und Schaffen des Christoph Martin Wieland

„Wenn man Wieland nicht lesen wollte, weil man dieses oder jenes an ihm auszusetzen findet, welchen von unsern Schriftstellern würde man denn lesen wollen?“ (Lessing 1759)[1]

Christoph Martin Wieland war der meistgelesene Dichter seiner Zeit, außerdem Philosoph, Gesellschaftskritiker, Journalist, Publizist und Prinzenerzieher. Er umfasste mit seinem schöpferischen Leben die Epochen der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Klassik und Romantik. Sein Frühwerk mit den emphatischen Tugend- und Seelenschwärmereien und seinem religiösen Enthusiasmus (Anti-Ovid 1752) hatte teil an der Aufklärung; die Wendung zur weltoffenen Kunst des französischen Spätrokokos machte ihn zur Verkörperung dieser literarischen Kleinepoche in Deutschland.

Im Jahre 1733 im schwäbischen Oberholzheim geboren, wuchs er im nahe gelegenen Biberach auf. Wieland wurde ab seinem dritten Lebensjahr von seinem Vater, dem evangelischen Pfarrer, unterricht. Später übernahmen Privatlehrer diese Aufgabe, so dass er schon im Alter von acht Jahren die lateinische Sprache beherrschte und auch erste lateinische und deutsche Verse verfasste. Im Alter von vierzehn Jahren wurde er vom Vater ins pietistische Schulinternat Klosterberge bei Magdeburg geschickt.[2] Dort las er die lateinischen Klassiker, aber auch die Werke der Aufklärer. Er geriet dadurch aus seiner bisher wohlbehüteten christlichen Vorstellungswelt in den Zwiespalt zwischen aufklärerischem Freidenkertum und schwärmerischer Frömmigkeit. Nach zwei Jahren verließ er das Stift ohne Abschluss und studierte ein Jahr in Erfurt Philosophie. 1750 folgte er entgegen seinen Interessen den Wünschen der Familie und begann in Tübingen mit dem Studium der Rechtswissenschaften. In dieser Zeit lernte er Sophie von Gatermann kennen, die großen Einfluss auf ihn hatte. Die Entscheidung für die Dichtung und gegen die Rechtswissenschaften wurde rückblickend zumeist allein Sophie zugeschrieben. Es folgte eine Verlobung, die aber kurze Zeit später wieder gelöst wurde. 1751 entstand sein erstes größeres Werk „Die Natur der Dinge“. Dieses Lehrgedicht war ein Signal für das „Licht“ der Aufklärung. Ein Jahr darauf brach er das Studium ab und ging nach Zürich zu Johann Jakob Bodmer, ein führender Züricher Theoretiker, Übersetzer und Kritiker, der sein Mentor in dieser Zeit wurde und dessen Lehre er sich komplett unterwarf. In Zürich dichtete er viele Epen und Dramen mit biblischen Themen. Hier vertiefte er seine Pädagogikpläne und verdiente sich sein Geld als Hauslehrer.[3] Er wendete sich mehr und mehr ab von Bodmer und kam vor allem durch Georg Zimmermann in Kontakt mit der französischen Kultur und dadurch mit den Gedanken von Voltaire, Montesquieu und anderen. Nach vier Jahren wechselte er nach Bern, wo er bis 1760 blieb. Dort entstand das Werk „Lady Johanna Gray“. Achte Jahre von Biberach fort, erhielt er durch den Magistrat die Nachricht, dass er für die Stelle eines Kanzleidirektors gewählt wurde. Er kehrte damit für neun Jahre in seinen Geburtsort zurück. In dieser Zeit übersetzte er auch zwei Drittel der Werke Shakespeares in die deutsche Sprache und heiratete auf Drängen der Familie Anna Dorothea von Hillenbrand, mit der er später sieben Kinder hatte. Beruflich erzielte Wieland immer größere Erfolge, vor allem mit dem Werk „Die Geschichte der Agathon“ (1766). Danach ging er für drei Jahre wieder an eine alte Stätte. Diesmal nach Erfurt, wo er an der Universität Erfurt als „Professor philosophiae primarus“ lehrte. Durch seinen Roman „Der goldene Spiegel“ (1772) wurde die Herzogin Anna Amalia in Weimar auf ihn aufmerksam und verbreitet ihm das Angebot als Prinzenerzieher an ihrem Hof zu arbeiten.[4] Hier konnte Wieland endlich seine Idee einer eigenen Zeitschrift verwirklichen. Als Verleger, Redakteur und Autor in einer Person gab er ab 1773 den „Teutschen Merkur“ heraus, eine überregionale Zeitschrift für kulturell interessierte Leser. Gleichzeitig ermöglichte der Teutsche Merkur die Verbreitung und Verteidigung der aufklärerischen Ideen. 1775/76 zog sich Wieland immer mehr ins Privatleben zurück, um den vorherrschenden literarischen Stil des Sturm und Drang auszuweichen. Um die Jahrhundertwende trafen Wieland sowohl private als auch berufliche Schicksalsschläge. 1801 verstarb seine Frau und Wieland selbst geriet langsam in den finanziellen Ruin. Am 20. Januar 1813 starb Christoph Martin Wieland am Schlaganfall.[5] Er wurde in Ossmannstedt, nahe Weimar, beigesetzt.

Christoph Martin Wieland zählt neben Lessing zu den wichtigsten Dichtern der deutschen Aufklärung. Sein unverwechselbarer Stil zeigt spielerische Ironie, Eleganz, Anspielungsreichtum und große Formsicherheit. Viele seiner Romane sind in der Antike angesiedelt und karikieren in humoristisch-satirischer Weise die gesellschaftlichen Zustände. Wieland ist weiterhin als Übersetzer bekannt. Seine Prosaübersetzungen von zweiundzwanzig Shakespearedramen und die Übertragung von klassisch-antiken Autoren wie Horaz tragen viel zu seinem Bekanntheitsgrad bei. In seiner Funktion als Kulturvermittler ist er weit über die Weimarer Kreise hinaus bekannt. Während seines Lebens macht er mit Pestalozzi

Bekanntschaft und freundet sich mit Goethe und Herder an.

[...]


[1] http://www.mdr.de/Drucken/117799.html, S.1

[2] http://www.bbkl.de/bbkl/w/wieland_c.shtml, S.1

[3] http://www.bbkl.de/bbkl/w/wieland_c.shtml, S.2

[4] http://www.bbkl.de/bbkl/w/wieland_c.shtml, S.6

[5] http://www.bbkl.de/bbkl/w/wieland_c.shtml, S.9

Details

Seiten
11
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638162203
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9547
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Evangelische Theologie
Note
2,3
Schlagworte
Christoph Martin Wieland Sechs Fragen Aufklärung Verständnis Freiheit

Autor

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Titel: Christoph Martin Wieland: Sechs Fragen zur Aufklärung