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Das strategische Treuhandgebiet `Pazifik-Inseln` und die Rolle der USA im Treuhandrat der Vereinten Nationen

Diplomarbeit 1995 206 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: USA

Leseprobe

1. Einleitung

Am 10. November 1994 wurde die Inselrepublik Palau nach einstimmigem Votum des UNSicherheitsrates aus der Treuhandverwaltung der Vereinten Nationen entlassen. Nachdem dieser winzige, rund 15000 Einwohner zählende Staat bereits eine Woche zuvor seine Unabhängigkeit erklärt hatte, ging für die UNO eine Ära zu Ende:

Palau (Belau), eine zu Mikronesien gehörende Inselgruppe im Pazifischen Ozean, war das letzte existierende Treuhandgebiet gewesen, das bereits seit 1947 unter amerikanischer Verwaltung gestanden hatte. Ursprünglich ein Teil des ganz Mikronesien umfassenden Verwaltungsgebiets Pazifik-Inseln, verblieben die palauischen Inseln nach 1990 allein unter treuhänderischer Verwaltung, nachdem der Sicherheitsrat den separaten Assoziierungsabkommen der anderen übrigen Staaten mit den USA zugestimmt hatte.

In diesem "heißen" Herbst arbeitete der Autor dieser Arbeit im Rahmen eines Praktikums für den CNN Korrespondenten Richard Roth an der UN und bekam den Auftrag, das Ereignis zu recherchieren. Die Entlassung des letzten Treuhandgebietes, das darüberhinaus noch unter amerikanischer Verwaltung gestanden hatte, war dem Sender einen Bericht wert. Die fernen und kaum bekannten Palauischen Inseln standen dabei allerdings nicht im Vordergrund. Die akkreditierten Journalisten in den Vereinten Nationen waren vor allem an der Zukunft des Treuhandrats interessiert, der seine praktische Aufgabe erfüllt und keine Mandate mehr hatte.

Angesichts des nahenden Jubiläums der Weltorganisation geisterten ständig Begriffe wie "Erneuerung" und "Veränderung" durch die Gänge des ehrwürdigen Bauwerks an der First Avenue; neben der Erweiterung des Security Council waren andere Gremien im Gespräch.

Die Frage war: Würde es der "größte bürokratische Klub" fertig bringen, den Treuhandrat, immerhin einer der großen Gründungsapparate, aufzulösen?

Die Recherchen ergaben, dass die Vereinigten Staaten ihre "sozialen und ökonomischen Pflichten als Treuhänder gegenüber der Inselgruppe erfüllt hatten", und Palau deswegen von jetzt allein existenzfähig war. Der amerikanische Presse-Attaché, Jaime Rubin, sagte wörtlich: "Es war nie unsere Absicht zu kolonisieren, vielmehr wollten wir einigen (unterentwickelten) Gebieten in der Welt helfen, stark genug für die Unabhängigkeit zu werden, bis der Treuhandstatus nicht mehr notwendig ist. Wir sind sehr glücklich darüber, dass dieser Punkt jetzt erreicht ist."1

Ganz auf fremde Hilfe würden die Insulaner aber zunächst nicht verzichten müssen. Der neue Mikrostaat war mit der ehemaligen Verwaltungsmacht einen freiwilligen Assoziierungsvertrag (Compact of Free Association) eingegangen, der für die Republik von Palau in erster Linie wirtschaftliche Vorteile bringen sollte. Nach Darstellung der amerikanischen Seite eine feine Sache für die Eingeborenen: Die Supermacht USA würde weiterhin alle Verteidigungsaufgaben für das Hoheitsgebiet der Inselrepublik übernehmen, und darüber hinaus mit großzügigen Finanzspritzen den palauischen Sozialstaat, ohne bedeutende Industrie bislang kaum überlebensfähig, aufrecht erhalten. Madeleine Albright, die amerikanische UNO-Botschafterin, informierte Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali am 17. Oktober darüber, dass dieses Abkommen bereits am Monatsanfang in Kraft getreten war. Bereits am 25. Mai 1994 hatte der Treuhandrat bestätigt, dass "die Bürger der Republik Palau ihr Recht auf Selbstbestimmung wahrgenommen und ihren künftigen politischen Status bestimmt hatten." Am 2. November sandte Hubert Legal, der französische Präsident des Gremiums, einen Resolutionsentwurf dazu an seinen Kollegen im Weltsicherheitsrat, wie das letzte verbleibende Treuhandabkommen beendet werden sollte.2

Anschließend mussten die Palauianer dann noch eine Woche auf ihre offizielle Unabhängigkeit warten - die bedeutenderen Ereignisse in Bosnien-Herzegowina erforderten die ganze Aufmerksamkeit des Weltsicherheitsrates. Doch das Warten waren die Insulaner ja gewöhnt, wie sich im Verlaufe dieser Arbeit noch zeigen wird.

Der erste Kontakt mit der Treuhandproblematik war für den Verfasser faszinierend.

Allerdings kam der Aspekt in dem Fernsehbeitrag für CNN (International) erwartungsgemäß zu kurz. Es war bereits Dienstag, als der Startschuss für die Geschichte aus der Redaktion kam, bis Donnerstag musste das Material gesammelt und verarbeitet sein. Schließlich war freitags bereits der Produktionstermin für die halbstündige Sendung Diplomatic License, eine von Richard Roth moderierte Talkshow über aktuelle Ereignisse in den Vereinten Nationen, in der auch die Palau-Geschichte laufen sollte. So wurde der anderthalb minütige Beitrag abgedreht und gesendet, das Thema machte anderen tagespolitischen Ereignissen Platz.

Die interessantesten Fragen waren nach Auffassung wenigstens eines Beteiligten allerdings gar nicht behandelt worden: Warum war Palau beispielsweise noch Treuhandgebiet, während die anderen Pazifik-Inseln bereits vier Jahre zuvor als unabhängige Mitgliedsstaaten in der UNO Aufnahme gefunden hatten? Was waren die Gründe dafür, dass Mikronesien überhaupt so lange Treuhandgebiet blieb? Schließlich hatten die Vereinigten Staaten das Territorium bereits seit Ende des Zweiten Weltkriegs verwaltet, und auch das UN-Mandat war schon 1947 erteilt worden. Seit 1975 waren die USA der einzige Träger eines derartigen Mandats der Vereinten Nationen gewesen. Was also war die Politik der Amerikaner, welche Interessen verfolgten sie auf den Pazifik-Inseln?

Aus der Idee, einen Beitrag für den Nachrichtensender zu machen, entstand schließlich das Konzept für diese Arbeit. Der freie Zugang zur Dag Hammarskj ö ld Bibliothek erleichterte vor allem das Sammeln der entsprechenden UN-Dokumente. Nach dem ersten Sichten der Papierberge stand eigentlich schon fest, dass eine Betrachtung der Geschichte des amerikanischen Treuhandgebietes "Pazifik-Inseln" nur unter Berücksichtigung aller vier Territorien, die zusammen Mikronesien ergeben, sinnvoll sein würde. So unterschiedliche Wege die heute selbständigen Gebiete auch gegangen sein mögen, ihr Schicksal war zumindest seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eng miteinander verknüpft. Kapitel 2 beschäftigt sich mit der Idee des Internationalen Treuhandsystems, versucht seine Evolution vom Völkerbund zu den Vereinten Nationen nachzuzeichnen und die ursprünglichen Ideen Franklin Roosevelts zu erklären, die jedoch nur teilweise in die Weltorganisation miteinflossen, zum Teil aber auch nicht. Darüber hinaus wird der Dekolonisierungsgedanke angesprochen, der zu Beginn der sechziger Jahre so etwas wie eine Revolution innerhalb der UNO auslöste, woraufhin sich die politischen Prioritäten der Organisation veränderten - eine Tatsache, die auch Auswirkungen auf das Treuhandsystem hatte.

Danach folgt eine kleine Zeitreise, die Gelegenheit geben soll, Mikronesien etwas kennenzulernen. Zunächst soll das Territorium geographisch kurz vorgestellt werden.

Anschließend gliedert sich das Kapitel in zwei Abschnitte: Die immerhin fast vierhundert Jahre umspannende, historische Kolonial-Phase der Pazifik-Inseln und der vor allem politische Werdegang der Teilgebiete des amerikanischen Trust Territory vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrer Unabhängigkeit.

Das letzte und wichtigste Kapitel beschäftigt sich schließlich mit dem konkreten Verhältnis der Verwaltungsmacht USA zu den Pazifik-Inseln. Dargestellt werden vor allem die Konflikte, in die verschiedene Administrationen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch den Versuch gerieten, einerseits amerikanische Interessen zu wahren und andererseits dem Vorwurf kolonialer Ambitionen glaubhaft zu begegnen. Dabei zeigte die diplomatische Linie amerikanischer Verwaltungspolitik gegenüber Mikronesien in den ersten drei Jahrzehnten eine fast vollständige Kehrtwendung an.

Grundlage dieser Arbeit waren die Quellentexte und Dokumente aus der Bibliothek der Vereinten Nationen. Da das Diplomatenenglisch die einzelnen Ereignisse oft zwar sehr "blumig" aber selten kreativ beschrieb, erschien es sinnvoll zu sein, die entsprechenden Jahrgänge einer großen Tageszeitung zu indexieren. Die Bibliographie enthält deshalb fast alle Artikel, die zwischen 1946 und 1994 zum Treuhandgebiet Mikronesien in der New York Times erschienen sind - inklusive Pressemeldungen, Leserbriefen und Kommentaren. Die Methode sollte sich als sehr erfolgreich herausstellen: Die Artikel machten es nicht nur leichter, die historischen Zusammenhänge zu verstehen, sondern waren gleichzeitig ein Spiegel für die öffentliche Meinung der entsprechenden Zeit. Anhand der wichtigsten Daten, etwa dem Mord an Palaus erstem Präsidenten, Haruo Remeliik, war es anschließend einfach, die entsprechenden Berichte einiger anderer amerikanischen Zeitungen und Magazine herauszusuchen. Ein Zugriff auf mikronesische Presseerzeugnisse war bedauerlicherweise nicht möglich.

Dafür waren die Bücher Overreaching in Paradise 3 der australischen Historikerin Sue Rabitt Roff, die seit 1980 als NGO-Repräsentantin für Minderheiten an der UNO in New York arbeitet, und die "Reiseberichte"Paradise in Trust 4 und Tin Roofs and Palm Trees 5 des Pazifik-Kenners und (ehemaligen) New York Times -Korrespondenten Robert Trumbull sehr hilfreich beim Erstellen eines Portraits der mikronesischen Positionen.

2. Das Treuhandsystem der Vereinten Nationen

Die Delegierten der Panamerikanischen Konferenz waren sich über den Ernst der Lage im Klaren: Diskutiert wurde die drohende Gefahr, dass Deutschland versuchen könnte, auch von den französischen und holländischen Territorien in der westlichen Hemisphäre Besitz zu ergreifen. Das Treffen der Vertreter beider amerikanischer Kontinente fand in Havana statt - im Jahre 1940.

Schließlich schlug die amerikanische Abordnung vor, die fraglichen Gebiete unter eine "gemeinsame treuhänderische Verwaltung" zu stellen, bis über ihr weiteres Schicksal entschieden werden könnte. Aus diesem Vorschlag entstand die Inter-American Com-mission for Territorial Administration within the Pan-American Union. Die Idee eines "internationalen Treuhandsystems" war geboren. Ihr Urheber war Franklin Delano Roosevelt.6

Schon frühzeitig dachte der amerikanische Präsident und geistige Vater der Vereinten Nationen daran, mit diesem Prinzip auch das unwirksam gewordene Mandatsystem des Völkerbundes zu ersetzen. "Es gibt keinen Grund", schrieb er, "warum das private Treuhandsystem nicht auch auf internationaler Ebene angewendet werden könnte.

Treuhänderische Verwaltung beruht auf dem Prinzip der selbstlosen Hilfe. Zumindest für eine Übergangszeit wird es viele unmündige Kinder unter den Völkern der Erde geben, die solche Treuhänder in ihren Beziehungen zu anderen Nationen und Völkern brauchen; genauso wie es viele erwachsene Nationen oder Völker gibt, die auf den Pfad des ehrenhaften Verhaltens zurückgeführt werden müssen."7

Treuhand bedeutet im Privatrecht die "Verwaltung fremder Vermögenswerte oder die Wahrnehmung sonstiger Interessen eines anderen durch einen Treuh ä nder. D.h., die Ausübung eines Rechts in eigenem Namen, aber fremdem Interesse."8 Der Brockhaus ergänzt den Begriff Treuhand, "latein. Fiducia, die Verwaltung fremder Interessen als Vermögenswerte durch einen Einzelnen (Treuhänder), eine juristische Person, einen Staat oder eine internationale Organisation (Treuhandschaft)."9

Zur Beendigung des Treuhandabkommens heißt es in einem Wirtschafts-Lexikon: "Fällt der Zweck der Begründung des Treuhandverhältnisses weg, so ist der Treuhänder zur Rückübertragung verpflichtet, soweit es nicht infolge der Übertragung unter auflösender Bedingung von selbst wegfällt."10

Das Treuhandprinzip als Bestandteil eines internationalen Sicherheitssystems mit den großen Siegermächten als "Weltpolizisten" - Widerstand bekam F.D.R. da von den eigenen Alliierten: Solche Gedanken, von denen der Präsident bei einem konspirativ arrangierten Treffen 1941 in der Bucht von Neufundland erstmals Winston Churchill wissen ließ, beunruhigten den britischen Premier natürlich. Als überzeugter Kolonialist konnte er keinen Plan für eine mögliche Nachkriegsordnung auf Kosten des britischen Empire gutheißen. Dennoch einigten sich beide Politiker auf eine gemeinsame Erklärung, die in diesem Punkt vor allem Roosevelts Handschrift trägt. So lautete der dritte Punkt der Atlantic Charter:

"Sie (die USA und Gro ß britannien) respektieren das Recht aller V ö lker, die Regierungsform, unter der sie leben wollen, selbst zu bestimmen; und sie w ü nschen, dass diejenigen ihre Souver ä nit ä t und Selbstbestimmung zur ü ckerhalten, denen sie mit Gewalt weggenommen wur-den." 11

In Vorbereitung auf die Teheran-Konferenz verfasste das State Department 1943 einen Entwurf, wie die ehemaligen Mandatsgebiete der Achsenmächte und andere eroberte Gebiete nach Kriegsende unter ein "United Nations Trusteeship"-System gestellt werden könnten. Roosevelt - kein Freund der französischen Exilregierung - dachte nicht daran, dass Frankreich seine verlorenen Überseegebiete nach Kriegsende als Kolonien zurückerhalten sollte. So enthielt das Papier auch einen Fünf-Punkte Plan, der alle Kolonialmächte verpflichten sollte, ihre Überseegebiete "bis zu einem festgelegten Zeitpunkt" auf die Selbständigkeit vorzubereiten. Auf Intervention des britischen Aussenministers, Anthony Eden, wurde die Idee schnell wieder verworfen und kam somit auch nicht während der Konferenz Stalins, Churchills und Roosevelts zur Sprache.12

Während die Idee der Vereinten Nationen langsam reifte, kamen die vier Großmächte bei den Verhandlungen über den Treuhandaspekt nicht voran. Auch beim letzten Treffen der Unterhändler in Dumbarton Oaks (Washington, D.C.), ein Jahr vor der Konferenz von San Francisco, kam es zu keinen Vereinbarungen über Treuhandgebiete oder Kolonien.13 Die Roosevelt-Administration war über das forsche Vorgehen des State Department ohnehin zerstritten. Verteidigungsministerium und Navy lehnten die Treuhandidee generell ab, weil sie im Konflikt mit den Interessen der Vereinigten Staaten im Sinne der nationalen Sicherheit standen.14

Während der Yalta-Konferenz im Februar 1945 wurden auch die Weichen für das Treffen zwei Monate später in San Francisco gestellt. Im Streit um die Definition der zukünftigen treuhänderischen Aufgaben der Vereinten Nationen, vereinbarten die Verhandlungspartner, nur die Mandatsgebiete des Völkerbundes und erobertes Feindgebiet sowie "Territorien, die von den verwaltenden Staaten freiwillig unter das Treuhandsystem gestellt werden", zu berücksichtigen. Churchill erreichte allerdings, dass auf der UNO Konferenz im April keine Diskussion um bestimmte Gebiete geführt wurde. Die Treuhandverträge mussten individuell ausgehandelt werden.15

Im Verlaufe der San Francisco-Konferenz spitzte sich auch die Debatte innerhalb der amerikanischen Regierung über eine internationale Kontrolle der eroberten japanischen Pazifik-Inseln zu. Deswegen schlugen die Vereinigten Staaten vor, zwei verschiedene Treuhandsysteme einzuführen: die normale treuhänderische Verwaltung unter der Oberaufsicht eines neuen Treuhandrates, und sogenannte strategische Treuhandgebiete, bei denen die Verwaltungsmacht nur dem Sicherheitsrat gegenüber Rechenschaft ablegen musste. Dieser Vorschlag wurde schließlich von den fünf Großmächten (Frankreich war auf Initiative Großbritanniens als fünftes permanentes Mitglied des Sicherheitsrates aufgenommen worden) angenommen.16

Die oben beschriebenen Schwierigkeiten waren schuld daran, dass das Treuhandsystem der Vereinten Nationen als letztes Element des UNO Grundgerüsts einsatzbereit wurde. Erst im Jahre 1947, nachdem die ersten acht Treuhandabkommen ausgearbeitet waren, konnte der Treuhandrat seine Arbeit aufnehmen. Die Gemeinsamkeiten des modernen Treuhandsystems, das aus dem Rooseveltschen Trusteeship-Gedanken entstand, hatte unverkennbar Gemeinsamkeiten mit dem Mandatsystem des Völkerbundes. Kein Wunder, Franklin Roosevelt hatte sich von Woodrow Wilson begeistern und inspirieren lassen. Dennoch gab es Unterschiede, die in den nächsten zwei Kapiteln dargestellt werden sollen.

2.1. Das Mandatsystem des Völkerbundes

Das Mandatsystem des Völkerbundes wurde auf den Treuhandgedanken des englischen Rechts zurückgeführt. Nach dem bürgerlichen Recht ist Treuhänder, "wer Recht als Eigenrecht empfangen hat mit der Bestimmung, es nicht im eigenen Interesse zu gebrauchen."17

Die Elemente eines Treuhandsystems mit Treunehmer, Treugeber und internationalen Vereinbarungen sind schon in den Abkommen der europäischen Großmächte des 19.

Jahrhunderts zu finden, wie beispielsweise der Berliner Konferenz (1884/1885). Die daraus resultierende sogenannte Kongo-Akte befasste sich mit der Machtverteilung der einzelnen Kolonialmächte in Übersee und vor allem in Afrika.

Auch das Mandatsystem des Völkerbundes sollte aus Sicht der europäischen Alliierten dieser imperialen Machtpolitik dienen: Für den Fall einer Niederlage der Mittelmächte wurde die Aufteilung der deutschen Kolonien und türkischen Territorien schon vor dem Ende des ersten Weltkriegs beschlossen. Die Kolonialmächte England und Frankreich gedachten selbstverständlich, als Sieger ihre Herrschaftsbereiche auf die eroberten Feindgebiete auszudehnen.

Allerdings kam eine einfache Annexion der Gebiete nicht in Frage. Vor allem der amerikanische Präsident Woodrow Wilson widersetzte sich auf der Friedenskonferenz von Versailles dem Anschein, dass "die Prinzipien, für die er Krieg geführt habe, nur ein imperialistisches Abenteuer" gewesen sein sollten. Einen Konflikt sahen die Alliierten auch darin, dass sie selbst stets beteuert hatten, im Krieg für "die Rechte und Freiheiten der Völker gekämpft" und die "Demokratie verteidigt" zu haben.18

Tatsächlich wurde das in Artikel 22 der Völkerbundsatzung niedergeschriebene Prinzip des Mandatsystems ein Kompromiss: Der Entwurf von General Jan Smuts, dem späteren ersten Ministerpräsidenten der Südafrikanischen Union, sah vor, die einzelnen Territorien unter den Siegern aufzuteilen, die Kontrolle über alle Gebiete aber unter die Aufsicht des Völkerbundes zu stellen. Präsident Wilson war vor allem ein Verfechter der Selbstbestimmungsidee. Demgegenüber stand die Forderung nach Annexion der fraglichen Gebiete durch die jeweiligen Eroberer. Der Kompromiss bestand darin, dass Wilson die Annexion der Territorien verhindern konnte, die Siegermächte aber die Kontrolle über die von ihnen eroberten Gebiete behielten."19

Das Mandatsystem bezog sich dabei ausschließlich auf die Kolonien und anderen abhängigen Gebiete der Mittelmächte. Die Dominions der Siegermächte waren nicht betroffen. Insofern waren die Völkerbundsmandate eine Methode, den Herrschaftsbereich des Osmanischen und des Deutschen Reiches zu reduzieren, zumal nach britischem Verständnis die Hauptaufgabe der politischen Treuhandschaft darin bestand, ein Territorium "zur Selbständigkeit aber nicht zu Unabhängigkeit" zu führen.20

Darüber hinaus waren die Ziele des Mandatsystems nur unzureichend festgelegt. Die Verwaltungsmacht sollte den "Grundsatz der Selbstbestimmung respektieren" und die eigene Regierungsform nur nach deutlicher Zustimmung der Bevölkerung auf das Mandatsgebiet übertragen dürfen. Wirtschaftliche und soziale Entwicklungen waren unter besonderer Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse der dort lebenden Menschen durchzuführen. Das Aufsichtsrecht lag nach Artikel 22 der Satzung im Prinzip beim Völkerbund.21 Die zu diesem Zweck eingerichtete Mandatskommission, quasi das einzige Kontrollorgan, um die Umsetzung der Prinzipien zu überwachen, hatte die jährlichen Mandatsberichte entgegenzunehmen, zu prüfen und dem Völkerbundrat über "alle die Ausführungen der Mandatsverpflichtungen angehenden Fragen" Gutachten zu erstellen. Um sich ein Bild von den aktuellen Entwicklungen in den Gebieten zu machen, entwickelte die Kommission einen Fragebogen, der in die Mandatsgebiete versendet wurde.22

Das Gremium bestand aus 10 Mitgliedern, wobei die Mehrheit aus Angehörigen von Nichtmandatsstaaten zu bestehen hatte, die darüber hinaus keine Regierungsangestellten ihres Landes sein durften. Die Mandatskommission war eine Art Expertenrunde, die sich zweimal im Jahr für mehrere Wochen in Genf traf und als Bindeglied zwischen den Administratoren und dem Völkerbundrat bald unverzichtbar wurde. Die Autorität des Gremiums wurde allerdings durch seinen Status als "beratende Körperschaft" stark beeinträchtigt.23 Artikel 22 gliederte die Mandatsgebiete in drei Gruppen: die A-, B- und die C-Mandate, die sich nach den Machtbefugnissen der Mandatare und dem Entwicklungsstand der Mandatsbevölkerung unterschieden. Dabei herrschte Einigkeit bei allen Völkerbundsmitgliedern darüber, dass "die meisten Territorien noch nicht bereit zur Selbstverwaltung waren."24

A-Mandate bezeichneten die fortschrittlichen Gebiete in Nahost, die einst zum Osmanischen Reich gehört hatten. Die britischen und französischen Mandate sollten hier nur "beratende" Funktion übernehmen. Auch auf Grund der von Großbritannien bereits im Krieg geleisteten Zugeständnisse waren die A-Mandate Kandidaten für eine frühe Unabhängigkeit. Irak und Palästina standen unter britischer Verwaltung, das heutige Syrien und der Libanon unter französischer Administration.25

Bei den B-Mandaten waren die Kompetenzen der Mandatare größer: Sie hatten die Verwaltung über die fraglichen Territorien inne. Von unabhängigen Gebieten war bei diesen Mandaten nicht die Rede. Die ehemaligen afrikanischen Kolonien Togo, Kamerun, Tanganjika, Rwanda-Burundi wurden daher als Subjekte des Völkerrechts bezeichnet.26 Die C-Mandate schließlich wurden am engsten an die Verwaltungsmächte angeschlossen, die sie nach ihren eigenen Gesetzen und wie einen Teil ihres Hoheitsgebiets regieren konnten. Den Mandats-Mächten direkt unterstellt, waren die C-Mandate auf absehbare Zeit nicht dafür vorgesehen, in die Unabhängigkeit entlassen zu werden. Bei den Ureinwohnern dieser Gebiete sprach der Völkerbundrat auch nicht von "peuples" sondern von "territoires". Die offizielle Klassifizierung der C-Mandate war abenteuerlich: Dünne Besiedlung, kleines Territorium und die "Entlegenheit von den Zentren der Zivilisation" entschieden danach das Schicksal der ehemaligen Kolonien.27

Das Mandatsystem ist mit dem Zerfall des Völkerbundes im Zuge des Zweiten Weltkrieges zwar nicht aufgehoben worden, doch fiel die internationale Überwachung weg. Im Jahre 1935 annektierte Japan (nachdem es schon zwei Jahre zuvor seinen Austritt aus dem Völkerbund erklärt hatte) das Mandatsgebiet der Pazifik-Inseln, um diese für eigene militärische Interessen benutzen zu können, ohne sich um internationale Kritik zu kümmern. Die politische Schwäche des Völkerbunds war auch verantwortlich für das Scheitern des Mandatsystems. Dennoch kann das Instrument der Mandatskommission als Vorläufer internationaler menschenrechtlicher Schutzsysteme angesehen werden - wie etwa seinem direkten Nachfolger, dem Treuhandrat der Vereinten Nationen.

2.2. Das Treuhandsystem der UNO - Kompromiss und Fortschritt

Die wichtigsten Aufgaben des internationalen Treuhandsystems der Vereinten Nationen sollten darin bestehen, "den politischen, wirtschaftlichen, sozialen und erzieherischen Fortschritt der Einwohner der Treuhandgebiete und ihre fortschreitende Entwicklung zur Selbstregierung oder Unabhängigkeit zu fördern." Dennoch stehen diese Vorsätze nur im zweiten Absatz des Artikels 76 der UNO Charta. Als erstes Ziel dient das Treuhandsystem demnach dem Zweck, "den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu festigen."28

Während der Völkerbundpakt bestimmte, dass die verwaltenden Staaten in B-Mandaten den Handel mit Waffen zu verbieten und die "Errichtung von Befestigungen und Militär- oder Flottenstützpunkten sowie die militärische Ausbildung der Eingeborenen für andere Zwecke als Polizeidienst und Verteidigung des Gebietes" zu verhindern hätten, sind die verwaltenden Behörden des UNO Treuhandsystems sogar verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Treuhandgebiete auch ihren Teil zur Erhaltung von Frieden und Sicherheit beitragen können: "Zu diesem Zweck (können) sie freiwillige Streitkräfte, Erleichterungen und Beistand von dem Treuhandgebiet in Anspruch nehmen, um die Verpflichtungen zu erfüllen, die sie in dieser Hinsicht gegenüber dem Sicherheitsrat übernommen haben."29 Präsident Roosevelts ursprüngliche Idee, nicht nur die ehemaligen Völkerbunds-Mandate treuhänderisch von den Vereinten Nationen verwalten zu lassen, sondern das Prinzip praktisch auf alle abhängigen Gebiete anzuwenden und somit mit dem kolonialen System aufzuräumen, scheiterte schon im Vorfeld der Gründungskonferenz von San Francisco - ausgerechnet am erbitterten Widerstand der amerikanischen Navy und dem Verteidigungsministerium. Streitpunkt waren die Pazifik-Inseln. Die strategische Bedeutung Mikronesiens war für sie, auch mit dem Rückblick auf die Ereignisse in Pearl Harbour 1941, vor allem von Nationalem Interesse. Selbst der Kompromiss, neben den normalen auch sogenannte "strategische" Treuhandgebiete zuzulassen, und - auch das ein amerikanischer Vorschlag - diese strategischen Territorien von den Verwaltungsmächten selbst bestimmen zu lassen (und nicht nach Abstimmung im Treuhand- bzw. Sicherheitsrat), war in der Truman- Administration umstritten.30

Der Vorschlag Australiens, künftig die Generalversammlung darüber entscheiden zu lassen, welche Territorien zu Treuhandgebieten werden sollten und welche nicht, wurde von den fünf permanenten Mitgliedern des Sicherheitsrates nicht berücksichtigt. Im Gegenteil: Die Konferenz akzeptierte das Konzept der Fünf, jedes Treuhandgebiet durch einen individuellen Vertrag auszuhandeln - die Verwaltungsmacht hatte so stets das letzte Wort.31 Dafür wurde auch ein Kompromiss in der Frage nach der politischen Zukunft von Treuhandgebieten und ehemaligen Kolonien erreicht. Die Sowjetunion und China plädierten dafür, die Unabhängigkeit der einzelnen Treuhandgebiete als das höchste Ziel der Organisation anzusehen. Großbritannien hatte sich bereiterklärt, als Verwaltungsmacht "stets im Interesse der abhängigen Gebiete zu arbeiten" und die Bevölkerung konsequent auf die Selbständigkeit vorzubereiten. Frankreich dagegen lehnte die Unabhängigkeit für seine Überseebesitzungen als ultimatives Ziel kategorisch ab. Das Problem wurde schließlich durch einen Vorschlag der USA in Hinblick auf die Treuhandgebiete und die in Kapitel elf der Charta der Vereinten Nationen beschriebenen sogenannten "Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung" gelöst.32

So verfolgt Artikel 73 für ehemalige Kolonien nur das Ziel der Selbstregierung, von Unabh ä ngigkeit ist in diesem Zusammenhang nichts zu lesen. Dafür geht die Charta im Hinblick auf die Treuhandgebiete weiter als das Mandatsystem, weil letztendlich der Zweck der Treuhandschaft die "Selbständigkeit" bzw. "Unabhängigkeit" aller verwalteten Gebiete ist. Unter dem Covenant waren ja nur die A-Mandate für die Entlassung in die Unabhängigkeit vorgesehen.33

Ein Fortschritt gegenüber dem Mandatsystem des Völkerbunds war auch die Definition vom Treuh ä nder -Begriff. Während früher mit dem Mandat stets einem bestimmten Land die administrative Gewalt über das entsprechende Gebiet überlassen wurde, und dieser Staat - mit den wenigen beschriebenen Einschränkungen - "sein Territorium" nach Gutdünken handhaben konnte, besagt Artikel 81 der Charta, dass die "Verwaltungsmacht ein Staat oder eine Staatengruppe oder die Organisation selbst sein kann."34

Kurz und gut, das Treuhandsystem war jedenfalls theoretisch - in zwei entscheidenden Punkten flexibler als sein Vorgänger unter dem Völkerbundpakt. Es legte nicht von vornherein fest, welche nicht-selbstregierten Gebiete unter treuhänderische Verwaltung gestellt werden mussten, wie das der Fall mit den deutschen und türkischen Territorien nach dem Ersten Weltkrieg der Fall war. Anstatt einer von drei Mandats-Kategorien zugeteilt zu werden, hatte die Verwaltungsmacht nun die Möglichkeit, für das entsprechende Gebiet einen individuellen Vertrag mit den Vereinten Nationen auszuhandeln. Dieses Prinzip sollte gleichzeitig auch ein Angebot für andere Kolonialmächte sein, ihre abhängigen Gebiete freiwillig einer verstärkt internationalisierten Verwaltung des Treuhandsystem zu unterstellen.35

2.2.1. Die Treuhandgebiete

Insgesamt hat die UNO nur elf (11!) Treuhand-Mandate vergeben (darunter zehn nicht- strategische Gebiete), die alle zwischen 1947 und 1994 erfolgreich in die Selbständigkeit entlassen wurden. Heute gibt es keine Treuhandgebiete mehr. Nach Artikel 77 der Charta der Vereinten Nationen waren die Gebiete unter dem Treuhandsystem in drei Kategorien eingeteilt:36

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dabei wurde der dritte Punkt aus heutiger Sicht vielleicht zu optimistisch formuliert.

Tatsächlich sind alle Treuhandgebiete aus dem alten Mandatsystem des Völkerbunds übernommen worden. Von den europäischen Kolonialmächten hat niemand daran gedacht, seine Besitzansprüche zugunsten des Treuhandsystems aufzugeben. Somaliland (die Hälfte des heutigen Somalia) wurde unter italienischer Verwaltung zum Treuhandgebiet und damit das einzige ehemalige Feindgebiet, das in die zweite Kategorie paßte.37 Die Mehrzahl der erfassten Gebiete wurden verhältnismäßig schnell in die Unabhängigkeit entlassen (siehe Abb.1). Britisch-Togo wurde am 6. März 1957 mit der Gold-Küste zu Ghana verschmolzen. Zwei Jahre später wurde Ghana UNO-Mitglied. In Französisch-Togo fanden ein Jahr später freie und von den Vereinten Nationen überwachte Wahlen statt. Frankreich hatte Togo einen autonomen Status mit einer gleichzeitigen politischen Assoziation angeboten, aber die Mehrheit entschied sich für die Unabhängigkeit. Die Republik Togo wurde im April gegründet, im September folgte die Aufnahme in die Vereinten Nationen. Auch Französisch-Kamerun wurde im April 1960 unabhängig. Im darauffolgenden Jahr wurde der Süden von Britisch-Kamerun mit Kamerun vereinigt, während die Mehrheit im Norden des englischen Treuhandgebietes dafür votierte, sich Nigeria anzuschließen.

Somaliland, unter italienischer Verwaltung, war ein Sonderfall: Als Verwaltungsmacht hätte Italien eigentlich automatisch ein Sitz im Treu-handrat zugestanden, nur war Italien 1950 noch gar kein offizielles UN-Mitglied.

Italiens Bitte um Aufnahme hatte die Sowjetunion bis dato stets ihr Veto entgegengesetzt. Um die Verfahrensprobleme aus der Welt zu schaffen, gewährte der Rat Italien eine zunächst begrenzte Mitgliedschaft, ohne Stimmberechtigung in den Beratungen über das Territorium. So wurde Somaliland beispielsweise das einzige Gebiet, bei dem das Unabhängigkeitsdatum bereits im Treuhandvertrag festgelegt wurde (2. Dezember 1960). Nach den Wahlen im Frühjahr 1959 wurde die Verfassung im Sommer 1960 von der Generalversammlung verabschiedet. Fünf Monate vor dem geplanten Termin wurde Somalia, bestehend aus den italienischen und britischen Hälften Somalilands, unabhängig. Das belgische Treuhandgebiet Ruanda-Urundi spaltete sich im Jahre 1962 in zwei unabhängige Staaten, die auch als selbständige Mitglieder Aufnahme in den Vereinten Nationen fanden.38 Länger verblieben die Territorien im Pazifik unter treuhänderischer Verwaltung. Nachdem West Samoa (Ozeanien) sich 1962 freiwillig Neuseeland angeschlossen hatte, wurden die kleine, aber rohstoffreiche Inselgruppe Nauru 1968 und das von Australien verwaltete Papua New Guinea (New Guinea) 1975 unabhängig.39

Ein Präzedenzfall unter den früheren Mandatsgebieten war Namibia (Deutsch-Südwestafrika). Seit 1920 als Völkerbundsmandat unter südafrikanischer Verwaltung, weigerte sich Südafrika nach 1946, das Gebiet dem Treuhandsystem zu unterstellen. Obwohl der Internationale Gerichtshof (IGH) 1950 erklärte, das Mandat sei mit der Auflösung des Völkerbundes nicht erloschen, annektierte Südafrika das Gebiet und führte in Süd-West Afrika ebenfalls das Apartheitssystem ein. In einem Jahrzehnte dauernden Rechtsstreit erkannte die Generalversammlung der UNO schließlich dem Kapstaat im Jahre 1966 das Mandat ab. Das Gebiet sollte unter direkte Treuhandverwaltung der Vereinten Nationen gestellt werden. Seine eigentliche Unabhängigkeit konnte Namibia erst am 21.3.1990 erklären.40 So unterschiedlich der individuelle Werdegang der zehn hier kurz vorgestellten Territorien im einzelnen auch verlaufen sein mag, eines haben sie gemeinsam: sie wurden als nicht strategische Treuhandgebiete verwaltet. In diesem Punkt unterscheiden sie sich von den Pazifik-Inseln, dem einzigen Strategic Trusteeship, das je als Mandat von den Vereinten Nationen vergeben wurde. Dieses Treuhandgebiet und seine `Besonderheiten' sollen in den nächsten zwei Kapiteln vorgestellt werden.

2.2.1.1. Das Treuhandgebiet `Pazifik-Inseln' und sein Konfliktpotential

"If the Americans want to take Japanese islands which they have conquered, let them do so with our blessing. But `Hands off the British Empire' is our maxim."

Winston Churchill, 1945

Ausgerechnet von der Navy und ihren Fürsprechern im Kongress kam der größte Widerstand gegen den Plan der Administration, die gerade im zweiten Weltkrieg blutig eroberten Pazifik- Inseln unter das inter-nationale Treuhandsystem zu stellen, dem sich Präsident Roosevelt und sein Staatssekretär Sumner Welles verpflichtet hatten. Flottenadmiral Ernest J. King äußerte in einer Pressekonferenz im April 1945 die Befürchtung der Marine, dass, sollten die USA freiwillig ihre Militärbasen auf den pazifischen Inseln räumen, spätestens im nächsten Krieg wieder Amerikaner im Kampf um das strategisch wichtige Gebiet sterben müssten. "Wie lange", sagte King," können es sich die Vereinigten Staaten leisten zu kämpfen, zu bauen und zu gewinnen, nur um alles wieder aufzugeben."41

Die militärische Führung plädierte also für eine klare Annexion Mikronesiens, während das Außenministerium unter James Byrnes im gleichen Jahr die Ansicht vertrat, die meisten eroberten Inseln seien besser unter einem exklusiven Treuhand-Abkommen zu verwalten, weil damit die Struktur der Vereinten Nationen gestärkt werden könnte.42 Unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten Mitte der vierziger Jahre und dem "Pearl-Harbor"-Schock von `41 war die amerikanische Argumentation durchaus logisch: Mit den pazifischen Inseln war die Kontrolle über den westlichen Teil des Stillen Ozeans verbunden. Mit der Aufsicht über dieses große Gebiet würden die Vereinigten Staaten nicht noch einmal von einem zukünftigen Aggressor überraschend angegriffen werden können. Deswegen bestand die wichtigste Aufgabe der USA darin, die Inseln für den Verteidigungsfall zu befestigen, ohne allerdings "andere Nationen durch eine übertriebene Aufrüstung herauszufordern." Weniger ernst nahmen die militärischen Entscheidungsträger ihre Verantwortung gegenüber den Eingeborenen, die unter Navy-Verwaltung keinerlei verfassungsmäßige Rechte genossen.43

Doch die USA konnten nicht ihre eigenen Prinzipien brechen und die ehemaligen japanischen Mandatsgebiete einfach annektieren. Die Truman-Administration fand allerdings eine Lösung, die sowohl amerikanische Sicherheitsinteressen als auch die Vorgaben des UNO- Mandats erfüllen sollten.

2.2.1.2. Strategische Treuhandgebiete

Der Forderung der Vereinigten Staaten nach einer besonderen Art von Treuhandschaft über die Pazifik-Inseln wurde durch die Aufnahme des Artikel 82 in die UNO-Charta entsprochen. Dort heißt es: "Jedes Treuhandabkommen kann eine oder mehrere strategische Zonen bezeichnen, die das ganze Treuhandgebiet, für welches das Abkommen gilt, oder einen Teil davon umfassen."44

Während die wichtigen Funktionen bei nicht-strategischen Gebieten "einschließlich der Zustimmung zu den Vertragsbestimmungen und zu deren Änderung oder Ergänzung" von der Generalversammlung mit Unterstützung des Treuhandrates ausgeübt werden, fallen diese Aufgaben bei strategischen Treuhandgebieten in die Kompetenz des Sicherheitsrates. Dort konnten die USA durch ihr Vetorecht unbequeme Entscheidungen notfalls im Alleingang verhindern.45

Der wichtigste Unterschied zum normalen Treuhandabkommen bestand darin, dass die Verwaltungsmacht Informationen über Vorgänge im strategischen Territorium vor der UNO- Vollversammlung und dem Treuhandrat zurückhalten durfte. So konnten die USA laut Artikel 13 des Treuhandvertrages über die Pazifik-Inseln beliebige Teile des Territoriums aus Sicherheitsgründen für die Besuchermission der Vereinten Nationen unzugänglich machen und die Auskunft über die Nutzung der militärischen Zonen verweigern.46

Die Idee der "strategischen Treuhandgebiete" lässt sich möglicherweise auf ein geheimes Stillhalteabkommen Mitte der 40er Jahre zurückführen. Während der Jalta-Konferenz unterstützte Großbritannien amerikanische Ansprüche, nachdem sich die westlichen Alliierten darauf verständigt hatten, dass "die USA nur an japanischen Militärbasen und nicht an britischen Kolonien" interessiert waren.47

Am 6. November 1946 erklärte Präsident Truman, die USA wären bereit, "alle japanischen Inseln, die infolge des Zweiten Weltkriegs in amerikanischen Besitz gelangt waren, dem Treuhandsystem zu unterstellen, solange die Vereinigten Staaten alleinige Verwaltungsmacht" blieben. Zur gleichen Zeit wurde ein amerikanischer Vertragsentwurf veröffentlicht, der, als Kompromiss zwischen dem Außen- und Kriegsministerium sowie der Navy, das gesamte Gebiet der Marianen, Carolinen und Marshall-Inseln (ca. 2500 Meilen von West nach Ost und rund 1200 Meilen in Nord-Süd Richtung) als strategisches Treuhandgebiet bezeichnete, über das allein die USA "volle Autorität über Verwaltung, Regierung und Rechtsprechung" haben würden. Auf der anderen Seite verpflichteten sich die Vereinigten Staaten im Rahmen des Treuhandabkommens, die ökonomische und soziale Entwicklung der Inseln voranzutreiben, sowie für Ausbildungsmöglichkeiten zu sorgen und die medizinische Versorgung zu gewährleisten.48

Vermutlich kam diese Verpflichtung den anderen permanenten Mitgliedern im Sicherheitsrat auch als Rechtfertigung ihrer Entscheidung gerade recht: Die Gefahr einer Ausbeutung der Eingeboren bestand ohnehin nicht, denn die Rohstoff-armen Inseln hatten nur einen geringen wirtschaftlichen Wert. Die komplizierte Verwaltung des riesigen Territoriums dünnbesiedelter Atolle musste also zum Verlustgeschäft werden. Welches andere Land hätte diese Bürde so kurz nach Kriegsende auf sich nehmen können?49

2.2.1.3. Das `Joint-Trustee'-Prinzip

Der einzige erfolgreiche Versuch einer gemeinsamen Treuhandverwaltung wurde 1947 von Großbritannien, Australien und Neuseeland gestartet. Neu war diese Kooperation allerdings nicht, sie hatte bereits unter dem Völkerbundsmandat bestanden. In Wirklichkeit wurden die praktischen Verwaltungsaufgaben auf dem Pazifik-Atoll Nauru aber von Australien allein wahrgenommen, das der Inselgruppe geographisch am nächsten lag. Selbst unter befreundeten Nationen hatte sich die gemeinsame Regierung eines Gebietes in der Vergangenheit als nicht sehr erfolgreich erwiesen, wie etwa im Fall des von Ägypten und England verwalteten Sudan, oder den von Franzosen und Briten regierten Neuen Hybriden (heute Vanuatu). Als Mittel zur internationalen Konfliktlösung sollte sich das in Artikel 81 der Charta der Vereinten Nationen vorgesehene "Joint-Trustee"-Prinzip nicht etablieren können. Im November 1949 schlug die UN-Generalversammlung vor, Jerusalem zur "internationalen Zone" zu erklären und die Stadt unter die Verwaltung "einiger UNO-Mitglieder zu stellen." Der Plan scheiterte am erbitterten Widerstand von Israel und Jordanien.50 Wie nicht anders zu erwarten, brach auch bald ein Streit zwischen Sowjets und Amerikanern um die Besitzansprüche im Pazifikraum aus. Senator Harry Byrd (D., Virginia) schlug nach Kriegsende vor, die sowjetisch besetzten Kurilen-Inseln unter eine gemeinsame Treuhandverwaltung mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu stellen, bevor die USA einem solchen Joint-Trustee-Agreement auf Okinawa oder einem anderen von den Amerikanern eroberten Gebiet zustimmen sollten. Die UdSSR widersprach diesem Anliegen vehement, schließlich war diese Frage der Besatzungsrechte bereits während der Jalta- Konferenz geklärt worden.51 Darüber hinaus konterte die sowjetische Seite, die USA sollten nicht vergessen, dass sie nicht allein gegen Japan gekämpft hatten. Das amerikanische Vorhaben, alle japanischen Pazifik-Inseln in Besitz zu nehmen und Marinebasen zu errichten, die "dem Frieden und der Sicherheit" dienen sollten, kommentierte die Moskauer Izvestija mit den Worten: "Fair Play endet dort, wo amerikanische Interessen ins Spiel kommen."52 Tatsächlich wäre eine Aufteilung der Aufgaben im mikronesischen Territorium logistisch sinnvoll gewesen: Das riesige Treuhandgebiet war auch für die Amerikaner nicht leicht zu erschließen. Versorgungsschwierigkeiten mit Lebensmitteln und Medikamenten, sowie erhebliche finanzielle Aufwendungen der Administration waren bereits frühzeitig vorhersehbar. Doch den USA ging es in erster Linie um die Erweiterung ihres politischen und militärischen Einflussbereichs: Den Blick auf Asien gerichtet, sollte die Parole der Regierung Trumans lauten: Stoppt den kommunistischen Vormarsch!

Das größte vor Kriegsende geplante Joint-Trustee Projekt war Korea. Roosevelt äußerte 1943 gegenüber dem britischen Außenminister Anthony Eden, dass er dabei an die Vereinigten Staaten, China "und ein bis zwei andere Nationen" dachte - England und Russland erwähnte der Präsident nicht. Bis Mitte 1944 hatte das State Department diese Haltung allerdings korrigiert, denn es war zu befürchten, dass die Sowjets in Nordkorea ein Marionetten-Regime installieren würden. So schlug FDR Stalin in Jalta eine gemeinsame Treuhandverwaltung mit einer zentralen Regierung "für ungefähr zwanzig bis dreißig Jahre" vor. Der Georgier willigte ein, ohne dass allerdings ein konkreter Plan vereinbart worden wäre.

Anfang Juli `45 erklärte Botschafter Wjatscheslaw Molotow, dass die Sowjetunion die Stationierung fremder Truppen auf dem Gebiet Koreas ablehnen würde. Das widersprach nun wiederum den amerikanischen Plänen, die eine gemeinsame Besetzung Koreas vorgezogen hätten. Viel Zeit für Verhandlungen blieb den USA nicht, denn die Rote Armee und einige kommunistische, koreanische Bataillone standen unmittelbar vor dem Einmarsch. So erließ Präsident Truman die General Order No. 1, nach der sich alle japanischen Truppen südlich des 38. Breitengrades den Amerikanern, die Japaner nördlich dieser Demarkationslinie sich den Sowjets ergeben sollten.

Bei einer Aufteilung Koreas nach eroberten Gebieten, wären die Amerikaner vermutlich leer ausgegangen. Während die rote Armee mit ihren Alliierten bereits am 12. August 1945 in Nordkorea einmarschierte, landeten die ersten amerikanischen GIs erst am 8. September in der Hafenstadt Pusan. Die Truppen der UdSSR akzeptierten jedoch widerspruchslos die "Grenze" und zogen sich nördlich hinter den 38. Breitengrad zurück. Von einem gemeinsam verwalteten Treuhandgebiet war danach nie mehr die Rede.53

Als Präsident Truman am 6. November 1946 bekanntgab, dass die Vereinigten Staaten bereit wären, Mikronesien einem Treuhandmandat der Vereinten Nationen zu unterstellen, beendete er gleichzeitig die Diskussion über eine mögliche Verwaltung der Pazifik-Inseln unter Beteiligung anderer UN-Mitgliedsstaaten: "Die Vereinigten Staaten werden die einzige Verwaltungsmacht für die ehemaligen japanischen Mandats-Inseln bleiben, für die sie, als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs, die Verantwortung übernommen haben, denn diese Inseln sind lebensnotwendig für die künftige Sicherheit dieses Landes."54

2.2.2. Deer Treuhandrat

"I am going to ask that every member of the Council suppresses all personal con-siderations, that we work as a unit to-gether, intimately and strongly, for the achievement of our great task together."

Francis B. Sayre, 1947

Obwohl heute - nach der Unabhängigkeitserklärung der Republik Palau - ohne praktische Funktion, war der Treuhandrat ursprünglich eines der sechs Hauptorgane der Vereinten Nationen.55 Im Grunde genommen war das Trusteeship Council nicht mehr als ein Hilfsorgan für die Generalversammlung und den Sicherheitsrat; zuständig für die Überwachung der Verwaltung von elf Treuhandgebieten. Im Gegensatz zur Mandatskommission des Völkerbundes setzte sich der Treu-handrat nicht aus berufenen Sachverständigen, die keine Vertreter ihrer Regierungen waren, sondern aus Mitgliedsstaaten zusammen. Nach Artikel 86 der UNO-Charta bestand das Gremium aus:

- den Mitgliedern, die Treuhandgebiete verwalteten
- aus den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats
- aus so vielen von der Generalversammlung "für einen Zeitraum von drei Jahren gewählten weiteren Mitgliedern, wie nötig sind, damit die Gesamtzahl aller Mitglieder des Treuhänderrates je zur Hälfte aus Mitgliedern, die Treuhandgebiete verwalten, und aus solchen, die keine verwalten, bestehe."56

Obwohl die Entlassung der Treuhandgebiete in die Selbständigkeit das mittelfristige Ziel des Treuhandrats war, geht aus Artikel 86 nicht klar hervor, wie sich der Rat zusammensetzen würde, sollte die Zahl der Mitglieder, die tatsächlich noch Gebiete verwalten, kleiner als die Zahl der ständigen Mitglieder ohne Treuhandgebiete werden. Mit der Unabhängigkeit Naurus im Jahre 1968 wurde es unmöglich, die Parität weiter zu gewährleisten, denn es gab mit Australien und den Vereinigten Staaten nur noch zwei Verwaltungsmächte. Treuhandrat und Generalversammlung beschlossen daraufhin, in Zukunft keine weiteren Mitglieder für das Gremium wählen zu lassen. Neben den Verwaltungsmächten sollten zunächst fünf weitere Mitglieder ohne Verwaltungsaufgaben im Treuhandrat bleiben. 1975 wurde auch das Treuhandabkommen über Neu Guinea außer Kraft gesetzt und der Rat schrumpfte weiter zusammen. Während der vergangenen 19 Jahre, bis zum Erlöschen des letzten Treuhandmandats, bestand der Trusteeship Council theoretisch nur noch aus den fünf permanenten Mitgliedern des Sicherheitsrats, China nahm allerdings zwischen 1971 und 1989 an keinen Sitzungen des Gremiums teil.57

Die Zusammensetzung des Treuhandrats bereitete den Verantwortlichen zunächst Probleme: Das Gremium konnte nicht in Aktion treten, ehe die ersten Treuhandabkommen genehmigt und einige Gebiete dadurch unter das Treuhändersystem gebracht worden waren. Das führte zu Verzögerungen, denn die Auslegung des Artikel 79, in dem die Bestimmungen für die Genehmigung der Abkommen festgelegt sind, war schwierig:

Bei Gebieten, die unter dem Mandat eines Mitglieds der Vereinten Nationen standen, musste natürlich die Mandatsmacht an dem Abkommen beteiligt sein. Der Ausdruck "unmittelbar betroffene Staaten" wird aber an keiner Stelle der Charta näher definiert. Die Sowjetunion forderte, den fünf Großmächten des Sicherheitsrats auch einen permanenten Sitz im Treuhandrat zu geben, obwohl weder China noch die UdSSR eigene Mandate zur Verwaltung von UN Treuhandgebieten zugesprochen bekommen hatten. Sie vertrat die Ansicht, dass sich der dubiose Begriff der "unmittelbar betroffenen Staaten" auf die Großmächte bezog.58 Prägnanterweise boykottierte ausgerechnet der russische Abgeordnete am 26. März 1947 die Eröffnungssitzung des Treuhandrats mit der Begründung, dass die "Generalversammlung den Treuhandabkommen zugestimmt hatte, ohne die betroffenen Nationen zuvor direkt zu konsultieren."59 Obwohl der Sicherheitsrat am 2. April 1947 das von den Vereinigten Staaten vorgelegte Treuhandübereinkommen über das strategische Treuhandgebiet der Pazifik-Inseln billigte und der Treuhandrat als Folge dessen erweitert werden musste, verweigerte die Sowjetunion ihre Mitarbeit im Rat bis zum Frühjahr 1948 und blockierte damit auch den Wirkungskreis des Gremiums.60

Der Rat traf sich ab sofort zweimal im Jahr zu regelmäßigen Sitzungen in New York.

Präsident und Vizepräsident des Trusteeship Council wurden durch geheime Wahl jeweils zu Beginn der Tagungen im Sommer jeden Jahres von den aktuellen Mitgliedern neu gewählt. Bei Abstimmungen hatte laut Artikel 89 jedes Mitglied eine Stimme. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats verfügten im Treuhandrat nicht über ein Veto. Mit einem Mehrheitsbeschluss konnte der Rat auch außerhalb der regelmäßigen Sitzungen zu Dringlichkeitstreffen einberufen werden. Es zeigte sich allerdings recht bald, dass kritische Anfragen und Druck höchstens von drei bis vier Mitgliedern des Rates kamen. Nur die Vertreter ohne eigene Treuhandgebiete, allen voran die Sowjetunion mit ihren häufig feindseligen Anträgen und Resolutionsvorschlägen, sorgten ab und an für Aufregung im Gremium, die Allianz der verwaltenden Mitglieder war in der Beziehung "anspruchslos".61 Im Rahmen des Treuhandsystems besitzt der Treuhandrat lediglich eine Kontrollbefugnis - keine Entscheidungsgewalt. So konnte der Rat zwar Empfehlungen an die jeweilige Verwaltungsmacht richten, aber deren Durchführung nicht erzwingen. Nach Artikel 87 der Charta der Vereinten Nationen hatte das Gremium drei Hauptauf-gaben:62

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Mitglieder des Treuhandrates mussten einen Fragenkatalog zu den politischen, ökonomischen und sozialen Fortschritten im betreffenden Territorium erstellen, der die Grundlage für den jährlichen Bericht der Verwaltungsmächte war. Organisatorisch aufwendig waren vor allem die Besuchs-Missionen, für die das Gremium verantwortlich war. Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzte sich ab 1948 ein System durch, nach dem jedes Treuhandgebiet wenigstens einmal alle drei Jahre von solch einer Delegation besucht werden sollte. Die Mission bestand aus zwei von der jeweiligen Verwaltungsmacht vorgeschlagenen Personen und zwei unabhängigen Abgeordneten, die von Treuhandratsmitgliedern ohne administrative Aufgaben nominiert wurden.63

Mikronesien wurde zum ersten Mal 1950 von einer UNO-Mission besucht. In der Vorbereitungsphase machten die Vereinigten Staaten von ihrem Recht Gebrauch, einige Gebiete des Territoriums vom Besuch auszunehmen. In seiner Einladung an eine Gruppe von UN-Inspektoren erklärte Botschafter Francis Byrnes im Sommer 1949: "Wir müssen uns für nichts schämen und sind stolz darauf, der Welt zeigen zu können, was (auf den Pazifik-Inseln) vor sich geht." Die Delegation sollte freien Zugang zu allen Teilen des Treuhandgebietes erhalten, mit Ausnahme Eniwetoks und Bikinis, zwei Atollen in der Gruppe der Marshall- Inseln. Die radioaktive Strahlung in der näheren Umgebung des Bikini-Atolls war nach den kürzlich durchgeführten Atomtests noch zu hoch; Eniwetok (Enewetak) erklärten die Amerikaner zum militärischen Sperrgebiet, ohne dass Byrnes nähere Angaben machte.64 Es war auch Aufgabe des Rates, Petitionen zu empfangen und zu beurteilen. Dazu wurden Einzelpersonen auch Audienzen für mündlich vorgetragene Bitten und Wünsche gewährt. Nach Auswertung der bis zum Ende der regulären Sitzungsperiode im Sommer eingegangen Anträge, den Jahresberichten der Verwaltungsmächte und den Reports der Besuchsmissionen wurde dann vom Gremium ein eigener Jahresbericht erstellt, welcher der Generalversammlung im Herbst zur Prüfung vorgelegt werden konnte. Die Beurteilung der Ereignisse in den Treuhandgebieten hatte also die Vollversammlung, die gegebenenfalls auch über angemessene Reaktionen (oder Empfehlungen) auf die im Jahresbericht zusammengefassten Beobachtungen zu entscheiden hatte. Im Fall des strategischen Territoriums der Pazifik-Inseln lag die Entscheidungsgewalt natürlich beim Security Council. War der Treuhandrat also ein Papiertiger? Eine scharfe Beurteilung der jährlichen Entwicklungsberichte und kritische Besucher-Missionen konnten durchaus auch direkten Einfluss auf das Verhalten der administrativen Macht haben, wie Beispiele in späteren Kapiteln noch belegen werden. Für die zunehmende Autorität des Gremiums war aber sicherlich nicht allein das internationale Treuhandsystem, sondern insbesondere die wachsende Bedeutung des Dekolonisierungsgedankens in der Generalversammlung verantwortlich. Der Wendepunkt in der Politik der Vereinten Nationen war das Jahr 1960. Die (ehemaligen) Kolonialmächte gerieten mehr und mehr in die Defensive, denn von der Unabhängigkeitsbewegung der Afrikaner und Asiaten wurden auch die Treuhandgebiete angesteckt.

In der Folge wurden bis 1975 alle Treuhandabkommen, mit der Ausnahme Mikronesiens, beendet. Der Treuhandrat wurde im Laufe der Zeit nicht nur entsprechend verkleinert, sondern verlagerte sein Augenmerk, weg von den reinen Treuhandgebieten, auf allgemeinere Kolonialfragen.65

2.3. Entkolonisierung - ein alternatives Konzept zum Treuhandsystem

Eigentlich war Entkolonisierung von Beginn an ein Schwerpunkt in den Aktivitäten der Vereinten Nationen, wenn auch zunächst eher von theoretischer als praktischer Bedeutung.

Historisch gesehen handelte es sich dabei um kein neues Phänomen: Die erste abgeschlossene Phase von Entkolonisierung in der neueren Geschichte war die Staatenbildung in Nord- und Lateinamerika. Die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika ist bis heute das Paradebeispiel für die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts. Doch das Beispiel Lateinamerika zeigte bereits deutlich, dass die (Wieder-) Gewinnung von Souveränität nicht unbedingt auch die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit miteinschließt. Als zweite Phase der Entkolonisierung könnte man die Unabhängigkeitsbestrebungen der asiatischen und afrikanischen Staaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnen. Diese gipfelten in Unruhen und Aufständen beispielsweise gegen die britische Herrschaft in Indien (1857) und Ägypten (1882), oder auch im Sieg des äthiopischen Herrschers Menelik II über Italien (1896).66

Zu den ursprünglichen 51 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen waren in den ersten 15 Jahren nach Gründung der Institution 33 neue Mitglieder hinzugekommen. Diese neuen Staaten waren fast ausschließlich afrikanische und asiatische ehemalige Kolonien, die - politisch instabil, sozial und wirtschaftlich Entwicklungsländer - das vom Ost-West Konflikt beherrschte politische Gefüge der Organisation entscheidend veränderten. Die Bewegung der Blockfreien Staaten bildete sich auf den Konferenzen von Monrovia (Liberia) 1959 und Addis Abeba (Äthiopien) 1960. Die unterentwickelten Länder bildeten jetzt auch die stärkste Koalition in der Generalversammlung. Die Prioritäten dieser Mehrheit hießen fortan "Dekolonisierung und Entwicklungshilfe."67

Diese Entwicklung war mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs schon absehbar. Einerseits hatte die Bevölkerung der abhängigen Gebiete mit den Alliierten Schulter an Schulter gekämpft. Dabei war sie an der Front Bedingungen ausgesetzt, die sie mit den Soldaten aus den Metropolen gleichmachten. Deshalb konnte man nach Kriegsende nicht zu dem Verhältnis der Ungleichheit zwischen "Eingeborenem und Kolonialherrn" zurückkehren. Zum anderen stand auf der Verlustliste des Krieges auch eine der erfolgreichsten, unsichtbaren Waffen des Kolonialsystems: der Mythos der Überlegenheit. Belgien, die Niederlande und Frankreich waren Nazi-Deutschland in wenigen Monaten unterlegen, England überlebte zurückgezogen auf seiner Insel. In den Überseegebieten brach der Kontakt zu den "Mutterländern" sogar teilweise ganz ab, und in Südostasien bewies das japanische

Eroberungstempo, dass Europa sein militärisches und technologisches Monopol verloren hatte. Nach dem Zusammenbruch des Japanischen Kaiserreichs traten plötzlich Länder wie Indonesien oder Viet Nam das Erbe über die verlassenen Munitionsvorräte und Waffenlager an und waren fortan nicht mehr bereit, sich den ehemaligen europäischen Kolonialherren unterzuordnen. Im Partisanenkampf zeigte sich in den folgenden Jahren außerdem wiederholt, dass der Mensch durchaus gegen die ausgeklügelte Kriegsmaschinerie des Westens gewinnen konnte.68

Am 23. September 1960 schlug Nikita Chruschtschow in einer viel beachteten Rede der UNO-Vollversammlung eine Resolution vor, "die allen kolonialen Ländern und Völkern ihre Unabhängigkeit garantieren würde". Diese Idee wurde mit Begeisterung umgesetzt, und so verabschiedete die Generalversammlung mit 89 Ja-Stimmen, neun Enthaltungen und keiner einzigen Gegenstimme knapp drei Monate später die Resolution 1514 (XV). Die Abstimmung war ein ideologischer Triumph für die anti-koloniale Bewegung, denn die alte Ordnung war nicht nur auf den Kopf gestellt, sondern nicht einmal von den ehemaligen Befürwortern verteidigt worden. Obwohl für kein Mitgliedsland rechtlich bindend, wurde die Erklärung von 1960 sogar mit der amerikanischen Verfassung verglichen, weil sie ebenfalls "an ein höheres Gesetz appellierte, gegenüber dem alle anderen Ansprüche untergeordnet waren."69 Ihre wichtigsten Aussagen lauten:70

1. Die Unterwerfung von V ö lkern unter fremde Unterjochung, Herrschaft und Ausbeutung stellt eine Verleugnung der Grundrechte des Menschen dar ...
2. Alle V ö lker haben das Recht auf Selbstbestimmung.

In der Resolution forderte die Generalversammlung der UNO, "den Kolonialismus in allen Erscheinungsformen schnell und bedingungslos zu beenden" und Schritte zu unternehmen, "alle Gewalt den Völkern (gemeint: der Kolonien) ... zu übertragen." Die Entscheidung über die Form der Selbstbestimmung sollte danach ebenfalls das Ergebnis eines demokratischen Willensbildungsprozesses sein.71

Gestützt auf die Mehrheit der ehemaligen Kolonien in der UNO-Vollversammlung, die nun verstärkt auf ein antikolonialistisches Engagement der Organisation drängte, wurde 1961 ein 17-Mitglieder starker Sonderausschuss gegründet, der ein Jahr später noch einmal um sieben Sitze erweitert wurde und fortan nur noch das Special Committee of the 24 genannt wurde.72

Das Beispiel Algerien verdeutlichte die zunehmend resolute Haltung der Generalversammlung. Zwischen 1955 und 1961 beschäftigte die Algerien-Frage die Vollversammlung. Während die Unabhängigkeitsbestrebungen des Landes 1955 noch keine Erwähnung im Schlussdokument der Versammlung fand, äußerten die Delegierten ein Jahr später bereits die Hoffnung, "dass eine friedliche, demokratische und gerechte Lösung im Sinne der Charta gefunden werden könnte." 1957 ging die General Assembly (GA) soweit, Frankreich zu Verhandlungen mit der Unabhängigkeitsbewegung Algeriens aufzufordern, jedoch konnte der antikolonialistische Block bis 1960 nicht die erforderliche 2/3 Mehrheit aufbringen, um dieser Forderung mit einer Resolution Nachdruck zu verleihen. Aber als sich 1960 mit der Aufnahme von 17 neuen, überwiegend afrikanischen, Mitgliedstaaten die Mehrheitsverhältnisse zu ihren Gunsten änderten, kam in der Abschlusserklärung der Generalversammlung - trotz des französischen Protests, die Algerien-Frage überhaupt zum Diskussionsgegenstand zu machen - das Recht des algerischen Volkes auf Selbstbestimmung zum Ausdruck. Im folgenden Jahr verlangte die UNO-Vollversammlung ganz eindeutig "die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung" Algeriens. Auch wenn diese Resolution keinen direkten Einfluss auf die französische Entscheidung, der algerischen Unabhängigkeit 1962 zuzustimmen, gehabt haben mögen, so machen sie doch den Stimmungswandel der Vereinten Nationen deutlich.73

Im gleichen Jahr wurde auch das Treuhandgebiet der Pazifik-Inseln in die Liste der Territorien aufgenommen, die für eine baldige Unabhängigkeit prädestiniert waren. Ab diesem Zeitpunkt begann das Gremium, die Umsetzung der GA-Deklaration zu überwachen. Obwohl die Vereinigten Staaten die Legitimität der Kommission nie anerkannte, nahm sie bis 1971 an den Sitzungen über Mikronesien teil. Danach verließ der amerikanische Abgeordnete das Special Committee und die USA verweigerten ab diesem Zeitpunkt jede Zusammenarbeit und direkte Information über die Vorgänge auf den Pazifik-Inseln. Der Wunsch der Kommission, das Gebiet mit einer eigenen Delegation besuchen zu dürfen, wurde bis 1980 von der Verwaltungsmacht abgelehnt.74

Generalsekretär Kurt Waldheim führte die Beseitigung der letzten Reste des Kolonialismus in der Karibik und im Südpazifik 1981 auf die "hartnäckigen Bemühungen" des Sonderausschusses zurück und sprach von der Entkolonisierung als "dem klassischen Beispiel für das Vermögen der Vereinten Nationen, friedlichen Wandel herbeizu-führen."75 Dabei ließ die Organisation bei der Definition des Kolonialbegriffs einige fragwürdige Ausnahmen zu: So zählte die UNO-amtliche Liste der "Gebiete ohne Selbstregierung" zwar die Falkland-Inseln und Gibraltar, aber weder die amerikanischen Besitzungen wie Puerto Rico oder Guam noch Réunion und die übrigen französischen Überseeterritorien in Karibik und Südpazifik oder die Niederländischen Antillen zu den Kolonien. Der Dekolonisierungsausschuss stellte beispielsweise die staatsrechtliche Eingliederung der "Überseedepartments" in den französischen Staatsverband nicht in Frage; die UNO machte sich in diesem Fall stillschweigend das französische Konzept der Assimilation, d.h. der Integration fremdrassiger Völker in die eigene Nation, zu eigen. Der Begriff der Abhängigkeit blieb nach UNO-Definition auf "ein staatsrechtliches Außenverhältnis fixiert und reduziert." Auf den sogenannten internen Kolonialismus hatten die Vereinten Nationen keinen Einfluss, "selbst wenn er zur Ausrottung von Minderheiten führte".76

Wie wenig Selbstbestimmung die französischen Besitzungen im Pazifik tatsächlich haben, zeigte sich erneut in der jüngsten Vergangenheit: Trotz heftiger Proteste aller Anrainerstaaten und auch weltweiter Kritik kündigte Frankreichs neuer Präsident Jacques Chirac sechs Wochen nach Amtsantritt die Wiederaufnahme der 1992 unterbrochenen Testreihe nuklearer Waffen auf dem Mururoa-Atoll an. Abgesehen von den direkten Gefahren für Mensch und Umwelt, sabotiert dieser Plan auch "die Nuklearwaffenfreie Zone", auf die sich die Länder des Pazifischen Ozeans geeinigt hatten.77

Von den 185 Mitgliedern der Vereinten Nationen sind heute über 2/3 Entwicklungsländer. In den meisten Ausschüssen und Gremien der Organisation vertreten drei von vier Abgeordneten Länder, die einst Kolonien waren.

Das Treuhandsystem und die Runde der 24 (Sonderausschuss), die beiden offiziellen UN- Gremien, die letztendlich das selbe Ziel verfolgten, sind allerdings nicht hauptsächlich für den Erfolg der Bewegung verantwortlich. Vielmehr wurde der Entkolonisierungsprozess durch die Funktion der Vereinten Nationen als Forum der Dritten Welt und als "Bühne der Weltmeinung" generell vorangetrieben. Auch der weltpolitische Hintergrund des Ost-West Konflikts spielte seine Rolle: Ohne Bedrohung westlicher Interessen durch das potentielle Bündnis zwischen dem Antikolonialismus der Dritten und dem Antiimperialismus der "Zweiten" Welt hätte der "Wind des Wandels" möglicherweise weit weniger heftig geblasen.78

Rudolf von Albertini beschrieb 1966 was die Kolonialstaaten in die Defensive drängte: "Der Antikolonialismus der asiatischen und afrikanischen Staaten hat, mit Unterstützung durch den Sowjetblock, in den Vereinten Nationen ein Forum gefunden, vor dem an die Weltöffentlichkeit appelliert und die Kolonialmächte der Verletzung von Freiheit und Selbstbestimmung bezichtigt werden konnte. Die Betroffenen haben sich zwar gegen ihrer Ansicht nach unstatthafte Einmischungen in innere Angelegenheiten verwahrt, trotzdem konnten sie nicht umhin, den Verhandlungen und Resolutionen der UNO Beachtung zu schenken."79

2.4. Das Treuhandsystem in der Praxis

Der wichtigste Erfolg des internationalen Treuhandsystems war vielleicht sein Beitrag zur Unabhängigkeit Namibias. Nach jahrzehntelangem Ringen mit der ehemaligen Verwaltungsmacht Südafrika, erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1960, dass die Verwaltungsmacht ihre Verpflichtungen nicht erfüllt und sich "des Mandates unwürdig" erwiesen habe. Damit sei das Treuhandabkommen hinfällig, und Südafrika nicht länger befugt, das Gebiet zu verwalten. Von diesem Moment an wurde das Territorium Süd- West-Afrikas direkt der UNO unterstellt. Ein Jahr später wurde in einer Sondersitzung das United Nations Council for South West Africa berufen. 1968 erklärte das Gremium, in Absprache mit der Bevölkerung würde das Territorium in Zukunft Namibia heißen und nannte sich entsprechend um.80

Der Sicherheitsrat erkannte die Außerkraftsetzung des südafrikanischen Treuhandmandats 1969 an, und im Sommer 1971 erklärte der Internationale Gerichtshof die andauernde Präsenz südafrikanischer Truppen in Südafrika für illegal. Damit wurde der Weg geebnet für internationale Sanktionen. Am 13. Dezember 1973 schließlich erkannte die Vollversammlung der UNO die "South West People's Organization (SWAPO) als die einzigen, legalen Repräsentanten des Volkes von Namibia an."81

Auch die friedliche Vereinigung der englischen Kolonie Somaliland und dem benachbarten italienischen Treuhandgebiet zum unabhängigen Somalia oder die beschleunigte Unabhängigkeit Tanganjikas haben zur Erfolgsbilanz des Treuhandrates positiv beigetragen, wenn man außer acht lässt, dass für die jungen Staaten die Probleme mit den Unabhängigkeitsfeiern nicht beendet waren, sondern meist erst begannen. Genau dieses Problem hob Franz Nuscheler mit Blick auf die pazifischen Mikrostaaten hervor, als er 1981 schrieb: "Es ist schon bemerkenswert, wie in der Endphase der Entkolonisierung das Recht zur Selbstbestimmung zu einem Selbstzweck wurde, ungeachtet der F ä higkeit zur Selbstbestimmung. (...) Muss sich die UNO nicht den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Geburtshilfe für lebensunfähige Mini-Staaten leistet, diese dann wie Findelkinder in einer feindlichen Umwelt aussetzt, in der sie auf Gedeih und Verderben auf Überlebenshilfe angewiesen sind und ihre völkerrechtliche Unabhängigkeit zum schieren Staatsdekorum verkümmert?"82

Insgesamt konnte das Treuhandsystem der Vereinten Nationen nur wenig historisches Profil gewinnen, weil es von der Bereitschaft der Kolonialmächte, sich der internationalen Einflussnahme zu öffnen, abhängig war. Diese Bereitschaft war praktisch nicht vorhanden. Ob das System an sich erfolgreicher gewesen wäre, wenn die Verwaltungs-Mächte es nicht "in erster Linie als eine Beschneidung ihrer Handlungsfreiheit (freedom of action)" angesehen hätten, bleibt offen.83 Fest steht allerdings, dass es dem Treu-handrat, wie auch anderen Gremien der Weltorganisation, trotz gutgemeinter Absichtserklärungen der einzelnen Mitglieder häufig an Kompetenz fehlte, entsprechende Resolutionen umzusetzen. Da UNO- Resolutionen auch für Mitgliedsländer keine rechtlich bindende Gültigkeit haben, blieb es für den Einzelstaat meist ohne Folgen, den Standpunkt der Organisation zu ignorieren. Im Zweifelsfall stellten nicht nur die Großmächte ihre nationalen Interessen über das Allgemeinwohl.

3. Pazifik-Inseln: Eine Geschichte der Unterdrückung

Mikronesien (kleine Inseln) - ein Gebiet, das mehr als 2.100 Inseln umfasst und sich über rund 7,8 Millionen Quadratkilometer im Pazifischen Ozean erstreckt, besteht aus drei Archipeln: Den Marianen, Karolinen und Marshall-Inseln (Siehe Abb.3). Die äußersten Inseln dieser Region, das zu Palau gehörende Tobi-Atoll im Osten und die Insel Knox in den Marshall-Inseln im Westen liegen rund 4300 Kilometer auseinander. Chuuk (Truk), eine Inselgruppe in den Karolinen und der geographische Mittelpunkt von Mikronesien, ist rund 13000 Kilometer von der nordamerikanischen Pazifikküste entfernt. Die Entfernung zu den Philippinen im Westen beträgt Luftlinie immerhin noch 5200 Kilometer.84 Die Inseln bestehen zum Teil aus Vulkangestein und aus flachen Korallen-Atollen; die kleinsten unter den meist unbewohnten Inselchen sind gerade mal 1,5 Quadratkilometer groß. Selbst wenn man alle Inseln des Gebiets addiert, bietet Mikronesien mit etwa 1.850 km2 Landmasse weniger Platz als Hamburg (755 km2 ) und Berlin (1286 km2 ) zusammengenommen.85

Die ursprüngliche Bevölkerung setzte sich aus einem Gemisch von Polynesiern und Melanesiern sowie Einwanderern aus ganz Südostasien zusammen, die ab ca. 1000 vor Christus mit Booten auf die Inseln kamen. Durch die weiten Entfernungen voneinander durchliefen die isolierten Bevölkerungsgruppen aber eigene kulturelle und ethnische Entwicklungen, die auch heute noch erkennbar sind. Insgesamt gibt es in Mikronesien neun nicht miteinander austauschbare Sprachen mit ihren jeweiligen Dialekten.

Dafür waren sich die mikronesischen Inseln in ihrer komplexen sozialen Struktur sehr ähnlich: Grundsätzlich wurde alles um die Großfamilie herum organisiert. Ähnlich den indischen Kasten gab es auf den Inseln aber ein System mit bis zu neun verschiedenen sozialen Klassen; wobei Stellung, Einfluss und Größe der Familie über die Rangordnung entschieden.86 Bei Streitigkeiten hatte der Ältestenrat das letzte Wort. Die Arbeit der Männer bestand aus fischen und jagen, um die Familie zu ernähren. Politische Konflikte existierten nicht, die Führung des Klans ergab sich aus der Erbfolge. Die traditionelle Aufgabe des Häuptlings war es, für das Allgemeinwohl zu sorgen, wie sich ein Insulaner erinnert: "Kümmere dich immer um dein Volk. Sei nicht ungerecht, sondern tue Gutes, und dein Volk wird dir stets mit Respekt begegnen und dich zurecht als seinen Häuptling ansehen."87 Nach fast vierhundert Jahren Kolonialgeschichte gibt es heute auf den Pazifikinseln eine - mehr oder weniger gelungene - Kombination aus Moderne und Tradition. Der "Pacific Way" ist die Geschichte von Insulanern, die vor langer Zeit zufrieden und unabhängig waren und jetzt damit zu kämpfen haben, ihre mit der Zivilisation gewonnen Ansprüche aus eigenen Mitteln zu befriedigen. Der mühsame Weg zurück in eine veränderte Selbständigkeit soll in den nächsten Kapiteln beschrieben werden.

3.1. Die Kolonialzeit

Der erste Europäer, mit dem die Ureinwohner Mikronesiens in Kontakt kamen, war der Spanier Ferdinand Magellan, der während seiner Weltumsegelung 1521 auf Guam landete, um Frischwasser und neuen Proviant an Bord zu nehmen. Schon wenige Jahre später wurden die Marshall-Inseln und die Karolinen häufiger von spanischen Handelsschiffen als Zwischenstation angelaufen. Im Jahre 1565 nahm Miguel Lopez de Legospi "im Namen Spaniens" Besitz von den Marianen, als er eigentlich auf dem Weg war, die Philippinen zu kolonialisieren. Guam diente fortan als Proviantstation für die Handelsrouten zwischen Mexiko und den Philippinen. Doch da die Gewässer weitgehend unerforscht, wegen der zahlreichen Riffe gefährlich und schwer zu besegeln waren, blieben die meisten Inseln bis ins 17. Jahrhundert fast unberührt.88

Erst 1668 begann mit der Ankunft des Jesuiten Diego Luis de Sanvitores die gezielte Kolonialisierung Mikronesiens. Der Versuch der Missionare, den Einheimischen (Volk der Chamorro) mit brutalen Mitteln den katholischen Glauben aufzuzwingen, führte zum Aufstand. Dieser wurde von den Europäern mit den besseren Waffen in 15 Jahren blutig niedergeschlagen. Die römisch-katholischen Missionare nannten die Inselkette nördlich von Guam nach ihrer Schutzpatronin, Königin Marie-Anna von Spanien, die Marianen.89

Um die Insulaner besser unter Kontrolle halten zu können, siedelten die Spanier alle Chamorros nach Guam um. Der Rest des Archipels war bis zum beginnenden 18. Jahrhundert entvölkert. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 1750 als Folge der spanischen Gewaltherrschaft und der von den Europäern eingeschleppten Krankheiten die Zahl der Ureinwohner von ca. 70.000 - 100.000 auf rund 2600 gesunken war.90 Die Überlebenden vermischten sich zudem mit Einwanderern aus Mexiko, China, den Philippinen und Spanien. Als die Spanier 1816 den Chamorros erlaubten, auf die entvölkerten Atolle zurückzukehren, hatten diese, seit ehedem ein Volk von Fischern und geübten Seefahrern, jedes Talent für Navigation und Bootsbau verloren. Infolge dessen waren sie von nun an auf eine mühsame, karge Landwirtschaft angewiesen, für die es auf den meisten kleinen Inseln keine geeigneten Bedingungen gab.

Während die Spanier auf Guam sogar eine Garnison errichteten, um die Versorgungsstation für die Handelsfahrer zu beschützen, annektierten sie die Marshall Inseln und die Karolinen erst 1874. Zu dem Zeitpunkt konkurrierten bereits Deutsche und Amerikaner um die Vorherrschaft im lukrativen Handel mit Kopra.91 Spanien erließ daraufhin ein Gesetz, nach dem jedes fremde Handelsschiff mit Kurs auf die Pazifik-Inseln die Erlaubnis der Besatzungsmacht einholen und Zoll für die Durchfahrt zu bezahlen habe. Die Deutschen verweigerten dies mit dem Vermerk, dass Spanien die Inseln in Wirklichkeit ja nie besetzt hatte. Der Streit wurde schließlich ein Jahr später von Papst Leo XIII entschieden, der die Souveränität Spaniens anerkannte, gleichzeitig aber per Dekret den "freien Handel für alle Mächte" verfügte.92

Unterdessen hatten auch amerikanische Walfänger begonnen, die Archipele regelmäßig zu besuchen. Amerikanische Protestanten errichteten die ersten Missionen auf Kusrae (Kusaie) in den Karolinen im Jahre 1852. Nach der päpstlichen Entscheidung errichteten die Spanier 1886 nun ihrerseits auf Ponape ein administratives Hauptquartier und verdrängten die amerikanischen (religiösen) Nebenbuhler kurzfristig. Das undiplomatische Vorgehen der untergehenden Großmacht Spanien sollte sich aber nicht bezahlt machen: Der Protestantismus verbreitete sich mit soviel Erfolg auf den östlichen Inseln, dass im Jahr 1900 bereits über fünfzig Kirchen und rund 90 Missionsschulen errichten worden waren.93 Darüber hinaus sorgte der nur drei Monate dauernde Spanisch-Amerikanische Krieg (1898) für klare Verhältnisse im Pazifik. Die Amerikaner eroberten die Insel Guam und Spanien zog sich nach dem Verkauf der Karolinen - und restlichen Marianeninseln für 25 Millionen Peseten (umgerechnet etwa vier Millionen Dollar) an das Deutsche Reich aus dem Pazifikraum zurück.94 Bereits vier Jahre zuvor hatten Deutsche, unbehelligt von der machtlosen spanischen Administration, auf Jaluit (Marshall Inseln) Quartier bezogen, und den Archipel zum deutschen Protektorat erklärt.

Mit den Deutschen begann eine Phase der kommerziellen Ausbeutung auf den Inseln.

Geeignete Arbeitskräfte wurden aus dem gesamten Gebiet nach Palau und auf einige Carolinen-Inseln verfrachtet, um im Tagebau die vermuteten reichen Phosphat-Vorkommen zu erschließen. Die harten Arbeitsbedingungen führten wiederholt zu Aufständen. Während der blutigsten Rebellion brachten Aufständische im Jahre 1910 auf Ponape eine Handvoll deutsche Besatzer um, darunter auch den Gouverneur. Als Vergeltung ließen die deutschen Truppen 17 vermutliche Anführer öffentlich hinrichten und deportierten 400 Rebellen in die Zwangsarbeitslager von Palau.95

Die deutsche Besatzungsphase endete mit dem Beginn des ersten Weltkriegs 1914, als japanische Truppen die Marshall-Inseln, Marianen und Carolinen besetzten. Schließlich wurde das gesamte Territorium der Pazifik-Inseln 1921 - weiterhin unter japanischer Federführung - als Mandat dem Völkerbund unterstellt. Zielstrebig bauten die Japaner in den nächsten Jahren Straßen und Hafenanlagen aus und führten neue Techniken der Landwirtschaft und Fischerei ein. Die Pazifik-Inseln entlasteten zunächst vor allem die überbevölkerten japanischen Hauptinseln; nach Japans erklärtem Austritt aus dem Völkerbund am 27. März 1933 und der Annexion Mikronesiens rüstete Japan die Atolle als militärische Basen auf.96

Die japanische Vorherrschaft im Pazifik erreichte ihren Höhepunkt mit dem Angriff auf Pearl Harbour und der Besetzung Guams. Im Verlauf des Krieges wendete sich das Blatt langsam zu Gunsten der Amerikaner. Unter Admiral Chester Nimitz eroberten die Marines im verlustreichen Inselkampf strategische Gebiete zurück, wobei unter den Opfern der Kampfhandlungen auch viele Insulaner waren. Im Februar 1944 siegten amerikanische Soldaten auf dem Eniwetok Atoll in den Marshall Inseln, bereits im Juli wurde Guam befreit und wenig später gewannen die USA auch die Marianen dazu - eine prekäre Situation für Japan, denn von nun an lag Tokio in Reichweite der B-29 Bomber.97 Truk, eine Inselkette in den östlichen Karolineninseln und mit einer großen Bucht der wichtigste japanische Marinestützpunkt in diesem Teil des Pazifik, wurde zum Debakel für die Asiaten: Gefangen in der Lagune, konnte fast die gesamte Südpazifik-Flotte, rund 50 Kriegsschiffe und Flugzeugträger mit 260 Kampfflugzeugen an Bord, während eines amerikanischen Überraschungsangriffs im November 1943 versenkt werden. Den wenigen Schiffen, denen der Ausbruch aus dem Kessel gelang, schnitt Vizeadmiral Raymond Spruance mit seinem Flaggschiff New Jersey und der Iowa sowie zahlreichen Begleitschiffen den Fluchtweg ab. Die Schlacht wurde ein überwältigender Erfolg für die USA, mit der das militärische Gleichgewicht im Pazifik endgültig zugunsten der Amerikaner umschlug.98

Mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945 endete auch die asiatische Dominanz im Pazifik. Das Ende des Zweiten Weltkriegs war der Beginn einer neuen Ära: Militärisch und wirtschaftlich waren die europäischen Kolonialmächte ausgeblutet, und so gab es im Stillen Ozean nur noch eine Macht: Amerika.

3.2. Der lange Weg vom Treuhandgebiet in die Selbständigkeit

Mit Harry Trumans Executive Order 9875 wurde Mikronesien am 18. Juli 1947 offiziell zum Treuhandgebiet. Für die Insulaner änderte sich damit zunächst nicht viel, denn die "zivile" Verwaltung der drei Archipel blieb in der Verantwortung der Navy, die bereits in den vorangegangenen Jahren die medizinische Versorgung der Inseln organisiert und rund $7 Mio. finanzielle Soforthilfe geleistet hatten, wovon fast 80 Prozent an die Nördlichen Marianeninseln gegangen waren.99

Das Territorium der Pazifik-Inseln wurde dem Commander-in-Chief der Pazifik Flotte unterstellt, der sein Hauptquartier auf Hawaii hatte. Er sollte als Hochkommissar (High-Commissioner) auch die zivilen Verwaltungsaufgaben über das Gebiet wahrnehmen. Zwar hatte die Navy bereits seit Mitte 1944 von Guam aus die eroberten Gebiete militärisch verwaltet, doch es sollte fast vier Jahre dauern, bis das Hauptquartier der Verwaltungsbehörde auf die größte Marianeninsel umzog. Mittelfristig plante Washington, eine zentralere "Hauptstadt" auf einer der größeren Inseln in der geographischen Mitte des Treuhandgebietes einzurichten. Mikronesien wurde in vier Provinzen aufgeteilt die jeweils einem Gouverneur unterstanden. Diese Provinzen gliederten sich wiederum in sieben Distrikte mit einem zivilen Verwalter (siehe Karte, Abb. 4, S. 28). Ponape und Kosrae wurden wenige Jahre später zu einem Verwaltungsbezirk zusammengefaßt.100

Guam, die größte Insel der Marianen, wurde nicht in das Treuhandabkommen aufgenommen, obwohl die Sowjetunion dies ausdrücklich angeregt hatte. Im kurzen Spanisch- Amerikanischen Krieg (1898) hatten die Vereinigten Staaten das Eiland besetzt. Spanien verzichtete im Friedensvertrag von Paris im gleichen Jahr auf seine Ansprüche. Seitdem hatte Guam den Status eines amerikanischen Territoriums, ähnlich Puerto Rico, Amerikanisch Samoa oder den amerikanischen Jungferninseln. Am 1. August 1950 kam die Insel unter die zivile Verwaltung des Innenministeriums. Gleichzeitig unterschrieb der Präsident ein Gesetz, das den Guamanesen die langerwartete amerikanische Staatsbürgerschaft und eine für das Territorium geltende Bill of Rights einbrachte.101

Auf Anordnung Harry Trumans wurde auch das Treuhandgebiet am 1. Juli 1951 dem Innenministerium direkt unterstellt; die Verantwortung wurde der gleichen Abteilung übertragen, die bereits für "Eskimo-und Indianer-Fragen" zuständig war (Bureau of Eskimo and Indian Affairs). Der Hochkommissar für das Territorium wurde von nun an vom Präsidenten direkt ernannt. Guam wurde zum Sitz der Gebietsverwaltung Doch bereits ein halbes Jahr später revidierte der Präsident seine Entscheidung: Saipan und Tinian wurden aus "geheimen Sicherheitsgründen" wieder der militärischen Aufsicht durch die Navy unterstellt, die restlichen Nördlichen Marianeninseln sollten kurze Zeit später folgen. Dieses Hin und Her stieß auch in den Vereinigten Staaten auf Unverständnis: Praktisch bekam das Territorium der Pazifik-Inseln damit zwei verschiedene Regierungen. Der bürokratische Aufwand würde sich verdoppeln, in dem einen Treuhandgebiet würden in Zukunft ziviles und militärisches Recht nebeneinander gelten. Auch eine gerechte Repräsentation der Interessen von Einheimischen vor dem Treuhandrat würde komplizierter werden. Für die Sicherheit des Treuhandgebietes war die Navy ohnehin zuständig, sie kontrollierte den Schiffsverkehr, übernahm Zollaufgaben und überwachte den Luftraum.102 Der ehemalige Commisioner on Indian Affairs und Berater der ersten US-Delegation an den Vereinten Nationen, John Collier, kritisierte Trumans Vorgehen 1952 mit den Worten: " Präsident Trumans Executive Order vom 10. November vergangenen Jahres war ein klarer Verstoß gegen das Prinzip der zivilen Verwaltung von abhängigen Völkern, das alle Großmächte anerkannt haben. Selbst auf der strategisch wichtigen Insel Malta ist während keiner Krise in der Vergangenheit die zivile Regierung von Militärs abgelöst worden. (...) Vor kurzem erst vom Treuhandrat für die Entscheidung, die administrativen Aufgaben der Marine von Zivilisten übernehmen zu lassen, gelobt, stehen die Vereinigten Staaten nun als Verletzer (Violator) dieses Prinzips da."103

Doch für Washington ging es darum, den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch der Roten Gefahr (Red Scare) in Asien aufzuhalten: 1949 war Russland zur Atommacht aufgestiegen, im gleichen Jahr hatte Mao Tse-Tungs Revolution den amerikanischen Favoriten Tschiang Kai-Schek aus China vertrieben. Darüber hinaus befand sich Amerika wieder im Krieg; diesmal an der Seite Südkoreas - der Hälfte eines Landes, das man sechs Jahre zuvor beinahe unter gemeinsame sowjetische, chinesische und amerikanische Treuhandverwaltung gestellt hätte. Die Marianeninseln waren das nächste amerikanisch verwaltete Gebiet, sowohl von Korea als auch von Taiwan aus betrachtet, wohin sich die chinesischen Nationalisten geflüchtet hatten. Die bereits vorhandenen militärischen Anlagen auf Tinian und Saipan sollten sich als nützlich für Geheimdienstoperationen erweisen.104

Ansonsten legten die Amerikaner den Schwerpunkt ihrer Entwicklungshilfe für Mikronesien von Anfang an in den Bildungsbereich. Erklärtes langfristiges Ziel der Administration in Übereinstimmung mit den UN-Auflagen war es, die Einwohner des Treuhandgebietes auf die Selbstbestimmung vorzubereiten. Zu diesem Zweck wurde das PICS -Projekt gegründet. Während bis Mitte der fünfziger Jahre auf den meisten bewohnten Inseln Grundschulen eingerichtet worden waren, gab es die erste Oberschule, die Pacific Islands Central School (PICS) auf Truk. Ähnliche Einrichtungen wurden wenige Jahre später auf Saipan (Nördliche Marianen Inseln), Yap und Ponape (Östliche Karolinen Inseln) in Betrieb genommen. In den Oberschulen fand der Unterricht grundsätzlich auf Englisch statt, denn auch die Verwaltungssprache des Territoriums war und sollte Englisch bleiben, um keine der neun ursprünglichen Sprachen des Territoriums zu bevorzugen. Die Schüler, mit Stipendium aus allen Ecken des Treuhandgebietes eingeflogen, sollten konsequent auf Verwaltungsaufgaben vorbereitet werden. Der Schulabschluss entsprach etwa der 11. Klasse in den Vereinigten Staaten, es gab allerdings ein sogenanntes post-graduate Jahr für besonders Begabte, die sich mit guten Noten für ein akademisches Stipendium an einer amerikanischen Universität qualifizieren konnten. Der Direktor des Bildungsprogramms für die Pazifik-Inseln, Robert Gibson, der das PICS-Projekt maßgeblich mitgeformt hatte, erklärte 1958: "Der Lehrplan von PICS sieht nicht vor, aus Mikronesiern gute Amerikaner, sondern sie zu besser ausgebildeten Mikronesiern zu machen."105

Das Konzept schien aufzugehen: Nach amerikanischen Angaben besuchten fast 90 Prozent der Kinder im lernfähigen Alter die lokale Schule. Einerseits konnten die PICS-Absolventen ihrerseits als Lehrer eingesetzt werden oder weitere Insulaner ausbilden. Mehr und mehr Eingeborene arbeiteten aber auch als Angestellte für die Regierung, die zum wichtigsten Arbeitgeber auf den Inseln werden sollte. Die bedeutenden Positionen in den einzelnen Gremien blieben zwar Amerikanern vorbehalten, doch die Umstrukturierung machte so erfreuliche Fortschritte, dass die Administration in ihrem Jahresbericht 1953 verkünden konnte, dass bereits 68 von insgesamt 117 eingerichteten lokalen Gemeindeversammlungen demokratisch gewählt waren. Zu den rund 100 lokalen Gerichtsbarkeiten (Magistrates) in die traditionell mikronesische Autoritätspersonen gewählt wurden, gab es ab 1952 in jedem Distrikt einen obersten Gerichtshof und einen übergeordneten High Court, der von amerikanischen Richtern geleitet wurde, die ihrerseits vom Innenminister ernannt wurden. Zwischen 1955 und 1962 wurden darüber hinaus in allen sechs Verwaltungsbezirken selbständige Legislativorgane ins Leben gerufen. Der Olbiil Era Kelulau, Kongress von Palau, entstand dabei als erstes regionales Parlament, gefolgt von Truk (1957), Ponape (1958), den Marshall-Inseln (1958) und Yap (1959). Die Marianen, die der zivilen Administration ja zunächst nicht unterstanden, erhielten eine eigene Legislative erst im Jahr 1962.106 Neben dem demokratischen Prinzip blieb aber die ursprüngliche Hierarchie dennoch bestehen: Zwar waren nicht alle gewählten Volksvertreter gleichzeitig die traditionellen Autoritätspersonen, aber Häuptlinge, Familienoberhäupter oder Klan-Chefs hatten trotzdem bei allen wichtigen Entscheidungen, welche die jeweilige Region betrafen, ein gewichtiges Wort mitzureden. "Die Leute wollen das so", erklärte der aus Ohio stammende Bezirks- Gouverneur der Marshall-Inseln, Maynard Neas, 1958. "Wenn wir die Regierung mit Menschen wie diesen hier zu stark formalisieren, bedeutet es das Ende der Demokratie, bevor sie begonnen hat. Die Mikronesier sind gegenüber Fremden sehr misstrauisch, und das zu Recht."107

Die Entwicklung einer nationalen Legislative wurde zum vorrangigen Ziel für die Administration durch die Vereinigten Staaten in den sechziger Jahren; vor allem, weil die Kennedy-Administration sich nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, dass ausgerechnet die USA als letzter Trustee übrigbleiben sollten. Die Unabhängigkeits-Verhandlungen mit den anderen zwei verbleibenden Treuhandgebieten im Pazifik, Nauru und Papua Neu Guinea, standen bereits kurz vor dem Abschluss. Das erste zentrale Selbstverwaltungsorgan für das gesamte Treuhandgebiet war das Inter-District Advisory Committee to the High- Commissioner. Im August 1956 gegründet, entstand daraus 1961 der Rat von Mikronesien.108 John Kennedy wurde im selben Jahr zum Präsidenten gewählt, als Chruschtschow seine Rede vor der begeisterten Generalversammlung hielt. Die UN-Mission, die das Treuhandgebiet 1960 besuchte, kritisierte das langsame Entwicklungstempo auf den Archipeln in nie zuvor gehörter Schärfe. "Transport- und Kommunikationssysteme sind schlecht, die medizinische Versorgung unzureichend, und das Bildungssystem ein Armutszeugnis", hieß es in dem Bericht. "(Demzufolge) ist es allein die Schuld der Verwaltungsmacht, dass die Bewohner unzufrieden und unglücklich sind."109

Der Begriff vom "rostigen" (Rust-) Territory machte die Runde. Der mongolische Delegierte Tumbashiin Purevjal beschuldigte die Vereinigten Staaten, eine neue Form des Kolonialismus entwickelt zu haben. "Dessen wichtigstes Ziel ist die fortbestehende wirtschaftliche Abhängigkeit unterentwickelter Staaten", sagte Purevjal vor dem Spe-cial Committee on Ending Colonialism in Anspielung auf die Verwaltung der Pazifik-Inseln. "Zur Umsetzung dieses Neokolonialismus greifen die USA in die inneren Angelegenheiten dieser Länder ein, errichten Militärbasen auf fremdem Land und formen koloniale Föderationen." Auch andere Ostblockstaaten, darunter Bulgarien und Weißrussland, unterstützten die sowjetische Linie, wonach die Vereinigten Staaten die hilflosen Pazifikinseln durch wirtschaftlichen Druck gefügig machten, während gleichzeitig "auf der ganzen Welt die letzten Kolonien politisch befreit" würden. Die jungen afrikanischen Mitgliedsländer des Gremiums setzten sich ohnehin "leidenschaftlich für die Unabhängigkeit der nicht-selbsverwalteten Gebiete ein, unabhängig davon, ob diese das wollten oder nicht."110

Die Abgeordneten von Australien und Liberia bedauerten das langsame wirtschaftliche Entwicklungstempo im Treuhandgebiet und äußerten übereinstimmend die Hoffnung, dass "die Versäumnisse der Vergangenheit in Kürze aufgeholt werden." Darüber hinaus zeigten die Vertreter Neuseelands und Australiens kein Verständnis dafür, dass die ehemaligen Kriegsgegner Japan und Amerika noch keine Einigung über Höhe und Form von Entschädigungszahlungen an mikronesische Kriegsopfer erzielt hatten und der amerikanische Kongress eine Kompensation für die "wegen thermonuklearer Experimente umgesiedelten Marshallesen" bislang verweigert hatte.111

Als Konsequenz aus dieser Kritik verdoppelte John Kennedy im Frühjahr 1962 das Budget der Administration in Mikronesien von bisher knapp acht auf $ 16 Mio.; eine mehr symbolische Geste, denn auch die Ausgaben hatten sich verdoppelt. Gleichzeitig verfasste er das National Security Action Memorandum (NSAM) No. 145, das eine Untersuchungskommission mit Experten aller beteiligten Ministerien unter der Leitung des Harvard-Wirtschaftswissenschaftlers Anthony Solomon ins Leben rief. JfKs propagierte Alliance for Progress sollte jetzt auch in Mikronesien greifen, denn: Amerikas Aufgabe sei es, hatte der Präsident bereits im Jahr zuvor versichert, "einen historischen Beitrag zu liefern, dass sich auch im 20sten Jahrhundert (...) auf der südlichen wie der nördlichen Halbkugel der Erde, wirtschaftliches Wachstum und politische Demokratie Hand in Hand entwickeln können."112

Beobachter hatten immer wieder bemängelt, der Regierungssitz auf Guam, außerhalb des eigentlichen Territoriums gelegen, würde eine psychologische Barriere zwischen Insulanern und Amerikanern schaffen. So war es günstig für Präsident Kennedy, dass die CIA ihre geheimen Operationen auf Saipan im Frühjahr 1962 beendet hatte. Zum ersten Juli desselben Jahres wurde auf dem Capitol Hill die neue Hauptstadt des Treuhandgebietes etabliert.113 Gleichzeitig dementierte UN-Botschafter Sidney Yates, die USA hätten kolonialistische Ambitionen im Pazifik. Er versprach, die Vereinigten Staaten würden die Wirtschaftshilfe für Mikronesien weiter ausbauen, auch die Arbeit des Sondergremiums zur Abschaffung des Kolonialismus mit allen Mitteln, also auch finanziell, unterstützen. Charles Noyes, der amerikanische Delegierte des Treuhandrats, erklärte, der von der Administration neugeschaffene Micronesian Advisory Council würde sich auch mit der Frage der Selbstverwaltung befassen. Das "Gerede über die Unabhängigkeit der Pazifik-Inseln" hielt er jedoch für verfrüht.114

"Ehrlich gesagt haben wir die Insulaner bislang nicht auf ein modernes Leben vorbereitet", gab auch der stellvertretende Außenminister Harlan Cleveland auf einer Konferenz über Investitionsmöglichkeiten im Pazifik an der Stanford Universität im Frühjahr 1963 zu. Seine Rede vor verschiedenen asiatischen Diplomaten sollte so etwas wie ein Trendwende einleiten. Die Kennedy-Administration kam zu der Einsicht, dass sie den Pazifik-Inseln politisch und finanziell mehr Aufmerksamkeit schenken müsste.115

Die Sonderkommission unter Leitung Anthony Solomons besuchte Mikronesien im Sommer 1963. Das Ergebnis, der sogenannte Solomon Report, erreichte Kennedy einen Monat vor seiner Ermordung. Der Inhalt des Berichts war so brisant, dass er dreißig Jahre lang geheimgehalten wurde. Auszüge des Reports gelangten aber bereits 1969 über einen Informanten an die Öffentlichkeit und lösten bei der liberalen Presse einen Sturm der Entrüstung aus. Wohl in erster Linie deshalb, weil der Bericht eine Anleitung dazu war, wie sich die USA das Treuhandgebiet am schnellsten einverleiben konnten. Denn Solomon ging davon aus, dass Mikronesien das "einzige der elf Territorien sein würde, dessen Zukunft nicht die Unabhängigkeit oder der Zusammenschluss mit einem benachbarten Land sein würde, sondern der territoriale Anschluss an die Verwaltungsmacht."116

Dennoch schlug die Kommission vor, eventuelle Wahlen zur Abstimmung über die Frage der politischen Zukunft der Pazifik-Inseln "erst 1967 oder 1968" durchführen zu lassen, um in der Vorbereitungsphase "die politischen Meinungsführer durch Einladungen in die Vereinigten Staaten zu motivieren, das Schulsystem `mit allen patriotischen Ritualen' umzustellen, Social Security einzuführen, und den Insulanern die amerikanische Nationalität mit der Option der erleichterten Einbürgerung" schmackhaft zu machen.117

Bei Schwierigkeiten empfahl der Bericht sogar, die finanzielle Hilfe für das Treuhandgebiet zurückzuhalten. Dies "würde genügen, jede mikronesische Regierung zu überzeugen, mit dem High Commissioner in den meisten Angelegenheiten zu kooperieren. Der Entzug der Finanzhilfe wäre zum Beispiel hervorragend dafür geeignet, auch den Rücktritt eines höchsten Beamten (chief executive) zu erzwingen, wenn dieser sich gegen die amerikanischen Interessen stellt."118

Solomons Report enthielt sogar eine Drohung in Richtung UNO: Sollte eine Beendigung des Treuhandabkommens zu den in einem Compact of Free Association fest-gelegten amerikanischen Bedingungen im Sicherheitsrat am Veto eines oder mehrerer Mitglieder scheitern, sollten "die Vereinigten Staaten geeignete Maßnahmen ergreifen, um das Treuhandabkommen, wenigstens aus der Perspektive der Mikronesier, zum `dead issue' zu machen." Die Untersuchungskommission schlug also vor, das UN-Mandat gegebenenfalls ähnlich unilateral zu beenden, wie Südafrika das einst mit der ehemaligen deutschen Kolonie Süd-West-Afrika versucht hatte.119

In den folgenden Jahren wurden die meisten Vorschläge des Solomon-Reports konsequent umgesetzt. 1963 wurde der Etat der Administration auf Mikronesien auf Initiative Kennedys verdreifacht, um insbesondere Sozialprogramme verstärkt durchsetzen zu können. Im Jahr darauf wurde der Rat von Mikronesien in den Kongress von Mikronesien umgewandelt; ein "nationales" Zwei-Kammern Parlament, bestehend aus einem zwölfköpfigen House of Delegates, mit jeweils zwei Abgeordneten aus jedem Distrikt, und einer General Assembly mit 21 Mitgliedern, in der die bevölkerungsreichsten Bezirke die meisten Repräsentanten stellten. Beide Kammern durften regionale Gesetzesvorschläge einbringen, die mit einfacher Mehrheit in beiden Häusern beschlossen werden konnten, solange diese nicht den Executive Orders des amerikanischen Präsidenten widersprachen. Der US-Hochkommissar des Treuhandgebietes diente dabei als letzte Kontrollinstanz.120 Alle Entscheidungen des Kongresses mussten auch weiterhin vom ihm abgesegnet werden. Hauptaufgabe des mikronesischen Parlaments sollte es sein, die Interessen der Pazifik-Inseln in den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über den künftigen politischen Status Mikronesiens zu vertreten. Zu diesem Zweck ernannte der amerikanische Innenminister im Frühjahr 1969 Peter Coleman zum stellvertretenden Hochkommissar für das Treuhandgebiet. Zum ersten Mal wurde das zweithöchste Amt im Territorium von einem Insulaner bekleidet. Coleman, der erste gebürtige Samoer, der an einer amerikanischen Universität Jurist geworden war, sollte mithelfen, ganz Mikronesien auf eine Linie zu bringen.121 Eine zunächst unlösbare Aufgabe, denn die Abgeordneten der verschiedenen Inseln sprachen neun unterschiedliche Sprachen und - mit Ausnahme der amerikanisch-geförderten politischen Elite - existierte keine Art des Gedankenaustauschs zwischen den einzelnen Völkern der Inseln. Darüber hinaus gab es auch gravierende Unterschiede in der Entwicklung der verschiedenen Inseln. Während auf Majuro (Marshall-Inseln) in den 70er Jahren fast amerikanischer Lebensstandard erreicht wurde, gab es in den armen Yap, Truk oder Ponape- Bezirken noch Inseln ohne Strom, sanitäre Anlagen und Verbindung zur Außenwelt. Aus der Bevölkerung kam folglich auch keine Unterstützung für den Sitz einer zentralen Regierung auf Saipan oder einer anderen Hauptinsel des Territoriums, denn eine solche Zentralisierung hatte es in der Geschichte Mikronesiens nie gegeben. Jede Region war darauf bedacht, Einfluss zu behalten und seine kulturelle Herkunft zu sichern. Mikronesien war ein künstliches politisches Gebilde, dessen Einheit nur auf dem gemeinsamen Bildungssystem und den beiden von Amerikanern etablierten politischen Institutionen beruhte: der TreuhandRegierung und dem Kongress von Mikronesien.

Doch diese Instrumente sollten nicht ausreichen, eine Einheit der Pazifik-Inseln auf Dauer zu gewährleisten. Die Einschätzung Anthony Solomons, bei der Wahl zwischen Unabhängigkeit und Anschluss an die Vereinigten Staaten, würden sich "nur 2 bis 5 Prozent der Insulaner für die erste Alternative entscheiden", erwies sich ein Jahrzehnt später als Fehleinschätzung. Allerdings richteten die Vereinigten Staaten ab Mitte der sechziger Jahre ihr Hauptinteresse auf den asiatischen Kontinent, insbesondere auf Viet Nam. Das von Solomon assoziierte Plebiszit wurde in Wirklichkeit nie durchgeführt.122

Ob es nun ein Verdienst des American Spirit war, zur Emanzipation der Insulaner beizutragen, oder ein Merkmal des Pacific Way of Life - die Mikronesier offenbarten sich als harte Verhandlungspartner. In einigen Punkten sollten beide Seiten jahrzehntelang keine Einigung erzielen können: Dass die Vereinigten Staaten das Recht hatten, nach Belieben Land auf den Archipeln zu enteignen, um es für ihre eigenen Zwecke zu verwenden (eminant domain), war den Einheimischen unverständlich. In Mikronesien hatte seit 3000 Jahren das Land immer den einzelnen Klans gehört. Landbesitz und das Recht zur Nutzung wurden allein durch die Familienzugehörigkeit garantiert. Man zahlte keine Miete, und es gab auch keine Steuern.123

Obwohl die Landfrage nach Jahren zäher Verhandlungen sogar in einem Vergleich hätte gelöst werden können, blieben die Amerikaner in einem Punkt kompromisslos: Egal wie ein zukünftiger Vertrag über den politischen Status der Pazifik-Inseln aussehen würde, die Vereinigten Staaten wollten Mikronesien nicht das Recht zugestehen, dieses Abkommen "einseitig beenden" zu können. "Wir brauchen die Freundschaft dieser Inseln, um unseren Rücken freizuhalten", erklärte ein Militärberater 1972. "Niemals soll irgendjemand wieder in die Lage kommen, noch ein `Pearl-Harbor' durchziehen zu können." Könnte Mikronesien das Assoziierungsabkommen außer Kraft setzten, so fürchteten die Amerikaner, würden sie in künftigen Streitfällen erpressbar für große Zugeständnisse werden, um ihren Status auf den Inseln nicht zu verlieren.124

Im Verlauf der Diskussion zerbrach die zwischenzeitliche Einigkeit unter den Archipeln an der Frage der politischen Zukunft des Treuhandgebiets. Einige Teile Mikronesiens wurden von der weltweiten, antikolonialistischen Unabhängigkeitsbewegung förmlich mitgerissen. Mit Beginn der siebziger Jahre suchten die Nixon- und später die Ford-Administration die Antwort auf die Treuhandfrage gegen den Willen der Vereinten Nationen in Einzelabkommen.

3.2.1. Die Föderierten Staaten von Mikronesien

Das wachsende Nationalbewusstsein auf den Pazifik-Inseln war einerseits auf das Engagement der Mikronesier in regionalen Organisationen, wie der South Pacific Com- mission, einer Organisation, welche die Verteilung der Entwicklungshilfe für die unabhängigen Pazifikstaaten koordinierte, mit Sitz auf Nouméa (Neu Caledonien), dem South Pacific Bureau for Economic Cooperation (SPEC) oder der Pacific Islands Producers Association (PIPA) in Suva (Fiji), zurückzuführen. Mit großem Gemeinschaftsgeist hatten die Inselstaaten der Südsee diese Foren ins Leben gerufen, um sich auf ihre Weise auch an der internationalen Politik zu beteiligen. Andererseits führte auch das höhere Bildungsniveau der Eingeborenen dazu, dass man sich an pazifische Traditionen erinnerte, und die Dominanz der Amerikaner zunehmend als störend empfand.125

Die nationalistischen Gefühle waren dort am stärksten ausgeprägt, wo die Menschen den amerikanischen Einfluss weniger gespürt hatten als anderswo. Die rückständigsten Inseln gab es in den Bezirken Yap, Truk und Ponape. Dort existierten noch in den siebziger Jahren ganze Dörfer ohne Strom und geteerte Straßen. Die Menschen wohnten noch in selbstgebauten Hütten, Männer und Frauen liefen in traditionellen Baströcken herum und ernährten sich wie ihre Vorfahren von dem, was das Meer und die Inseln hergaben. Auf Yap wurden noch immer die berühmten, rai genannten, Steinmünzen für verschiedene Zeremonien benutzt und galten als Statussymbol, mit dem man sich gerne schmückte.126

Die Ponapeaner hatten bereits im 12. Jahrhundert eine blühende Zivilisation aufgebaut, die sich bis auf die Inseln Kosrae erstreckte und erst durch den Kontakt mit den spanischen Eroberern ein jähes Ende fand. Die Ruinen der antiken Stadt Nan Madol legen noch heute Zeugnis über die architektonischen und künstlerischen Fähigkeiten der Insulaner ab. Die Ruinenstadt wurde auch als "Venedig des Pazifik" bekannt, weil sie auf Hunderten von zum Teil künstlich errichteten kleinen Inseln gebaut wurde. Diese sind heute die bedeutendste Touristenattraktion auf Ponape.127

Kusrae (Kusaie) war im 19. Jahrhundert eine der berühmtesten Inseln des Pazifik. Hier trafen sich regelmäßig die Walfangflotten zum Téte-à-téte und Lele Village war ein beliebter Ort zum Entspannen in der Nebensaison. Das Städtchen war auch der Lieblingshafen von "Bully" Hayes, den man gegen Ende des vorigen Jahrhunderts "den letzten Pazifik-Piraten" nannte.128 Truk wiederum war unter den Japanern zu einer Metropole erblüht. Auf Moen, der wichtigsten Insel und Hauptstadt der Inselkette, lebten vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu 50000 Japaner. Die Truk-Lagune war gleichzeitig ein ideales Schlupfloch für die japanische Marine. Am 16. Februar 1944 wurde hier bei einem überraschenden Luftangriff amerikanischer Bomber nicht nur die japanische Flotte versenkt, sondern gleichzeitig die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Jahrzehnte später sollten die Wracks der Geisterflotte ein beliebtes Ziel für Hobbytaucher und Souvenirjäger werden, bis die Chuukesen Gesetze erließen, die den Diebstahl von Gegenständen aus den versunkenen Schiffen streng bestraften.129

Während die Nördlichen Marianen bereits eigene Wege gingen, organisierte der Congress of Micronesia 1974 eine verfassungsgebende Versammlung (Constitutional Convention), auf der die Repräsentanten der verbleibenden Bezirke im November 1975 einen richtungweisenden Verfassungsentwurf unterzeichneten. Danach sollten die F ö derierten Staaten von Mikronesien, im Unterschied zum bestehenden Kongress, ein Ein-Kammern-Parlament erhalten. Aus jedem Bezirk sollte darin ein für vier Jahre gewählter Abgeordneter Platz finden. Zusätzlich sollten die Bezirks-Kongresse weitere Repräsentanten aus ihren Bundesstaaten für jeweils zwei Jahre wählen, wobei jeder Bundesstaat das Recht haben sollte, zumindest einen der Plätze für einen traditionellen Häuptling oder Klan-Chef zu reservieren. Die Verteilung der Sitze im Parlament sollte durch die Bevölkerungsdichte in den einzelnen Bezirken geklärt werden.

Das nationale Parlament schließlich wählte für vier Jahre einen Präsidenten und Vize- Präsidenten und sollte mit 2/3 Mehrheit aller Abgeordneten Gesetzesvorschläge und Verfassungsänderungen verabschieden können. Der Präsident wiederum hatte ein Vetorecht, das die Legislative anschließend nur mit einer 3/4-Mehrheit überstimmen konnte. Der Verfassungsentwurf sah auch die Einrichtung eines Supreme Court vor, dessen Oberster Richter vom Präsidenten für eine nicht verlängerbare Amtszeit von acht Jahren ernannt wurde und wurde durch eine Bill of Rights ergänzt.130

Während die innere politische Union also Gestalt anzunehmen schien, machten die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über das künftige Verhältnis zwischen Mikronesien und der dann ehemaligen Verwaltungsmacht, keine Fortschritte. Bis die Verhandlungspartner im Frühjahr 1978 einen Durchbruch verkündeten: Beide Seiten hatten sich auf einen Acht-Punkte Plan einigen können, der als Grundlage für ein Assoziierungsabkommen dienen sollte, vorausgesetzt, sowohl die Bevölkerung der Föderation als auch der amerikanische Kongress würden ihre Zustimmung erteilen. Dieser Vertrag war auf eine Laufzeit von 15 Jahren begrenzt. Unter dem Compact of Free Association war die Souveränität der Pazifik-Inseln garantiert; die Mikronesier bekamen eine eigene Staatsbürgerschaft und waren für Innen- und Außenpolitik selbst verantwortlich, mit der Einschränkung, dass für alle militärischen und Verteidigungs-Fragen nur die USA Kompetenz haben würden.

Als nächsten Schritt organisierten die USA ein nationales Referendum, in dem die Insulaner am 12. Juli desselben Jahres über die neue Verfassung für die Föderierten Staaten von Mikronesien abstimmen sollten. Zuvor hatten sich Administration und Eingeborene darauf verständigt, dass diese nur in den Bezirken des Treuhandgebietes gelten sollte, in denen die Wähler mehrheitlich dafür gestimmt hatten. Die Bewohner von Yap, Truk, Ponape und Kosrae waren sich einig und die Verfassung trat dort am 10. Mai 1979 in Kraft. Als die Mikronesier knapp drei Wochen später ihr Parlament wählten, war die Föderation noch weiter geschrumpft:

Die Wähler Palaus und der Marshall-Inseln hatten eine gemeinsame Verfassung abgelehnt und weigerten sich auch, an den Wahlen teilzunehmen (Siehe auch Graphik, Abb. 6).131

Die Sezession dieser beiden wirtschaftlich stärksten Gebiete hatte für die vier verbleibenden Karolinenatolle Konsequenzen. Nach dem Austritt der Nördlichen Marianen war der Congress of Micronesia bereits von Saipan nach Kolonia umgezogen. Die anderen Behörden des Treuhandgebietes sollten bald folgen. Kolonia, die mit 5000 Einwohnern größte Stadt auf Ponape, platzte bereits aus allen Nähten. Die "millionenteuren Neubauten", die zur Errichtung einer neuen Hauptstadt für die geschrumpften Föderierten Staaten von Mikronesien (FSM) notwendig waren, konnten die Insulaner nicht aus eigener Tasche bezahlen, die Vereinigten Staaten mussten einspringen.

Die finanzielle Abhängigkeit von den USA blieb das größte Manko Mikronesiens. Rund 90 % vom Haushalt wurden durch das Geld abgedeckt, das der amerikanische Kongress bewilligte. Mitte der siebziger Jahre betrug diese Summe für Rest-Mikronesien (ohne die Marianen) über 100 Millionen Dollar, 1978 sogar schon $ 130 Mio. Das Bruttosozialprodukt der Inseln belief sich im gleichen Zeitraum dagegen nur auf $ 18 Mio. Obwohl die Verfassung bereits in Kraft war und die Verhandlungen endlich gute Fortschritte machten, sollte es der Carter- Administration nicht mehr gelingen, das Abkommen vor der Übergabe der Amtsgeschäfte an die Republikaner unter Dach und Fach zu bringen.132

Der neue US-Hochkommissar Adrian Winkel kündigte auch gleich eine erneute Überprüfung der Unterlagen an. "Die neue Administration hat das Recht, sich eine eigene Meinung darüber zu bilden, was in den vergangenen Jahren passiert ist", meinte Winkel. "Wir werden versuchen, die Akten so schnell wie möglich durchzuarbeiten. Vielleicht sind die Untersuchungen bereits in einigen Monaten abgeschlossen." Die erneute Verzögerung beunruhigte die Mikronesier, die seit nunmehr fast 15 Jahren mit vier Administrationen über den Status ihrer Inseln verhandelt hatten, ebenso wie einige gravierende Entscheidungen, mit denen Ronald Reagan die Politik seines Vorgängers offensichtlich umkehren wollte. Im ersten Jahr seiner Amtszeit, zog der Präsident einem dem Senat bereits zur Abstimmung vorgelegten Fischerei-Vertrag mit Kanada zurück, sprach sich gegen eine amerikanische Teilnahme an der internationalen Law of the Sea -Konferenz aus und löste eine von Carter eingesetzte Kommission auf, die sich mit den Ansprüchen der hawaiianischen Ureinwohner auseinandersetzen sollte, die sich auf die amerikanische Annexion Hawaiis im Jahre 1898 stützten.133

Die Nerven der Insulaner sollten vor allem im Streit um die Fischereilizenzen, für die von den Föderierten Staaten von Mikronesien beanspruchten "besonderen Wirtschaftszone", noch ein paar Jahre strapaziert werden. Ungehalten ließ Präsident Tosiwo Nakayama 1985 verlauten, ein Änderung der wirtschaftlichen Vereinbarungen würde "die Frage der Souveränität erneut auf den Plan rufen." In den vergangenen Jahren hatten die FSM durchschnittlich 1,2 Millionen Dollar Gebühren von einzelnen Fischern kassiert. Die mächtige American Tuna Boat Association weigerte sich aber beharrlich, eine Flottenlizenz zu erwerben und wurde dabei vom House Committee on Interior and Insular Affairs unterstützt, dessen Mitglieder nicht die 200-Meilen Zone Mikronesiens anerkennen wollte.134

Auch andere kritische Stimmen wurden jetzt plötzlich laut. Gouverneur Lutali von den amerikanischen Samoa-Inseln fürchtete die mikronesische Konkurrenz, weil die Einwohner weder US-Steuern entrichten mussten, noch an amerikanische Mindestlöhne gebunden sein würden. Angesichts der fast 2 Milliarden Dollar Finanzhilfe, die Washington der Föderation nach Abschluss des Kompakts, verteilt über 15 Jahre, zukommen lassen wollten, kommentierte der Abgeordnete Don Young (R., Alaska) während einer Ausschusssitzung auf Hawaii: "Zu den Bedingungen hätte Alaska sich auch für eine freie Assoziation entschieden und wäre kein Staat geworden."135

Darauf bedacht, dass die Beendigung des Treuhandabkommens das vorrangige Ziel war, blieb die Reagan-Administration hart. Der Compact of Free Association mit der mikronesischen Föderation wurde am 26. Oktober 1986 von Regierungsvertretern beider Seiten unterzeichnet und Präsident Reagan informierte die Vereinten Nationen über das Inkrafttreten des Abkommens. Bis zum Jahre 2001 würden die FSM insgesamt 1,2 Milliarden Dollar Wirtschaftshilfe erhalten - ein Kompromiss, dem der amerikanische Kongress zugestimmt hatte. In drei Etappen sollte die jährliche Summe dabei alle fünf Jahre entsprechend der Entwicklung der Inseln reduziert werden, bis Mikronesien am Ende in der Lage sein würde, sich mit Einnahmen aus Hochseefischerei, Austern- und Hummerzucht, sowie Exportartikeln wie Kopra über Wasser zu halten. Als zukünftiges Mitglied der Vereinten Nationen würden die Föderierten Staaten von Mikronesien darüber hinaus Anspruch auf die Förderprogramme der UNO haben, meinte die Administration.136

3.2.2. Der Commonwealth der nördlichen Marianen

"I had to learn Japanese when the Japanese were here, then I had to learn English when the Americans came. I hope I won't have to learn Russian some day."

Peter Fuchita, 1957

(mikronesischer Witz)

Schon während des Zweiten Weltkriegs hatten die Inseln Saipan und Tinian eine besondere militärische Bedeutung für die Vereinigten Staaten. Bei der Eroberung Saipans hatten 3300 Marines ihr Leben gelassen, und fast 12000 Japaner waren auf der Gegenseite umgekommen. Garapan, die ehemalige Hauptstadt Saipans, in der unter japanischer Herrschaft das Leben pulsierte und die Straßen voller Geschäfte, Cafés und Geisha-Häusern gewesen waren, wurde vor dem Sturmangriff bei Luftangriffen dem Erdboden gleichgemacht. Die Inseln waren strategisch bedeutend, denn von hier aus lagen die großen japanischen Städte in Reichweite der B-29 Bombergeschwader. Auf Saipan errichtete die US-Army 1944 ein Truppenhauptquartier. Von Tinian aus startete am frühen Morgen des 4. August `45 auch die Enola Gay mit Kurs auf Hiroshima, um ein neues Zeitalter einzubomben. Die Chamorros der Nördlichen Marianen hatten von allen Insulanern am meisten unter Vertreibung und Repressionen durch die früheren Kolonialherren gelitten. Unter den Spaniern waren die Marianeninseln sogar zwischenzeitlich völlig entvölkert worden; reinblütige Ureinwohner gab es nach der spanischen Besatzungsphase nicht mehr. Für sie waren die Ankunft der Amerikaner ein Glücksfall, und sie sollten sich als die treuesten Anhänger der USA erweisen. "Wenn wir morgen eine Volksabstimmung hätten, würden 99 Prozent der Bevölkerung dafür stimmen, dass die Marianen ein amerikanisches Territorium werden", meinte "Chief" Elias Sablan, ein einheimischer Würdenträger, 1958. "Wir haben die amerikanische Regierung schon 1953 um die Staatsbürgerschaft gebeten."137 Die Insulaner hatten auch Grund, zufrieden zu sein. Hatte doch die Navy in den ersten drei Jahren als Verwaltungsmacht alle Eingeborenen kostenlos mit Lebensmitteln versorgt, Ärzte und Ingenieure bereitgestellt, und den Saipanesen darüber hinaus einen großen Wohlstand beschert, indem sie ihre Ausrüstung bei ihrem (ersten) Abzug 1951 zurückließen. Stolz fuhren die Eingeborenen in den alten Armeejeeps herum, die Nissenhütten der Soldaten wurden zu Lagerhallen oder Wohnungen umfunktioniert und bereits in den fünfziger Jahren gab es mehr Neubauten mit sanitären Anlagen als irgendwo sonst im Treuhandgebiet. Das Navy- Krankenhaus auf Saipan, sowohl für Militärangehörige als auch Insulaner zugänglich, war bis in die sechziger Jahre hinein die beste und größte Klinik Mikronesiens mit 169 von insgesamt 476 vorhandenen Betten, obwohl nicht einmal 10 Prozent der Eingeborenen in den Marianen lebten.

Bis 1962 waren auch die begehrten Arbeitsplätze in der Regierung und bei der Armee auf Saipan und Tinian viel besser bezahlt als vergleichbare Arbeiten für die zivile Administration, die für das restliche Treuhandgebiet verantwortlich war. Der Grund war genauso offensichtlich wie peinlich: Die Navy hatte mehr Geld. Zum Beispiel sah das Navy-Budget für das Jahr 1957 rund $ 194000 für das Hygiene- und Gesundheitswesen vor. Der Etat des Innenministerium für ganz Rest-Mikronesien betrug im gleichen Zeitraum $525000.138 Eine Wiedervereinigung mit dem amerikanischen Territorium Guam schien zunächst der geeignete Weg zu sein, eine dauerhafte Verbindung mit der Verwaltungsmacht herzustellen. Die (mittlerweile wieder zivile) Inselverwaltung ließ im Herbst 1969 eine (inoffizielle) Volksabstimmung auf den Marianen durchführen, bei der die Insulaner ihre Meinung zu den möglichen Zukunftsperspektiven ihres Bezirks äußern konnten. Eine Mehrheit der Wähler stimmte für eine Fusion mit Guam, unter Beibehaltung des Status eines amerikanischen Territoriums. Zur gleichen Zeit entschieden sich aber die wohlhabenderen Guamanesen gegen solch einen Schritt. Die zweitbeliebteste Alternative war der Verbleib bei einem innenpolitisch souveränen Mikronesien in enger Anbindung an die USA. Kaum weniger attraktiv erschien den Wählern die Option, mit ihren 16 kleinen Inseln ein eigenes Territorium der Vereinigten Staaten zu werden. Ablehnend zeigten sie sich nur gegenüber den Varianten, sich einem völlig unabhängigen mikronesischen Verbund der Pazifik-Inseln anzuschließen oder ganz selbständig zu werden.139

In den nächsten fünf Jahren sollten sich die Prioritäten ändern. Zwar waren von der Invasionsflotte und den 165000 auf Tinian und Saipan während der entscheidenden Wochen des Pazifikkriegs stationierten Soldaten gerademal ein paar Küstenwachboote und ein nicht einmal 100 Mann starkes Kontingent übriggeblieben, um den Flugplatz auf Tinian einigermaßen in Stand zu halten.140 Doch in Wirklichkeit hatten die Inseln, das am weitesten vorgelagerte amerikanische Territorium im Pazifikraum, nichts von ihrer Bedeutung verloren. Schließlich unterstanden sie bis 1962 einer Militär-Regierung; von militärischen Bewegungen wurde in der Zeit kaum etwas bekannt, weil sie von der CIA überwacht und streng geheim waren.

Im Verlauf des Vietnamkriegs erinnerten sich Verteidigungsministerium und Pentagon dann auch des strategischen Werts der Nördlichen Marianen als Truppenstützpunkt. Tinian sollte neben Guam zum wichtigsten Standbein der amerikanischen Streitkräfte in diesem Teil des Pazifischen Ozean für den Fall eines Rückzugs von Okinawa werden. Die Aussicht auf eine große Militärbasis war für die Insulaner wirtschaftlich sehr interessant. Darüber hinaus waren die Marianen in den vergangenen Jahren wieder zu einem attraktiven Urlaubsziel für japanische Touristen geworden. Die Einkünfte aus dieser Branche machten die Marianen relativ wohlhabend, und gleichzeitig empfindlich gegenüber den "eifersüchtigen" südlichen Nachbar-Archipeln, die bislang über keine vergleichbaren Geldquellen verfügten.141

Die Bestrebungen des Congress of Micronesia, mehr Distanz zu Amerika zu schaffen, wurde in Saipan als existenzbedrohend empfunden. Die politische Elite auf den Marianen befürchtete, mit dem Verbleib im Staatenverband alle gewonnenen Privilegien und wirtschaftlichen Erfolge, die man unter amerikanischer Verwaltung erzielt hatte, unter einer schwachen mikronesischen Regierung wieder zu verlieren. Von den USA versprachen sich die Verantwortlichen politische Stabilität und anhaltenden, wirtschaftlichen Aufschwung. So stellte Vicente Santos, der Präsident des marianischen Repräsentantenhauses, 1974 fest: "Die Marianen sind schon von vielen Nationen regiert worden, und wir hatten Gelegenheit, jede einzelne aus erster Hand zu beurteilen. Die Vereinigten Staaten schneiden am besten ab und deswegen wollen wir ein Teil von ihnen werden."142

Im Sommer 1975 entsandte die UNO eine Beobachter-Mission nach Saipan, um die Volksabstimmung über den Commonwealth-Vertrag mit den Vereinigten Staaten am 17. Juni zu überwachen. Über folgende Bedingungen waren sich die Beteiligten im klaren: Bei Annahme des Vertragsbedingungen würden die ca. 14000 einheimischen Bewohner der Marianen die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten, allerdings ohne Wahlrecht und das Privileg, einen stimmberechtigten Repräsentanten in den Kongress nach Washington zu entsenden.143 Der erste Schritt zur Umsetzung des Plans würde die Ernennung eines Einheimischen zum Bevollmächtigten Washingtons durch den amerikanischen Innenminister sein. Dieser Commissioner sollte mit den vergleichbaren Exekutivrechten eines State Governor ausgestattet werden.

Die Vorbereitungen für die Volksabstimmung wurden akribisch überwacht. Nach Angaben Erwin Canhams, des organisatorisch verantwortlichen amerikanischen Beamten, wurden im Vorfeld alle potentiellen Wähler erfasst, von denen rund 95% tatsächlich an die Wahlurne gingen. Das Plebiszit verlief ohne Zwischenfälle und die Vereinten Nationen erkannten das klare Wahlergebnis ohne Einschränkungen an. 78,8% der Insulaner hatten sich für den Commonwealth-Status der Nördlichen Marianeninseln entschieden.144 Am 24. Februar 1976 bestätigte der amerikanische Senat das Abkommen mit 67 zu 22 Stimmen. Damit stand der ersten territorialen Expansion der Vereinigten Staaten, seit der Annexion der Insel Swains als Teil Amerikanisch-Samoas 1925, fast nichts mehr im Weg. Präsident Ford unterzeichnete das Gesetz am 24. März; zuversichtlich, auch die Zustimmung des UN-Sicherheitsrat zum Commonwealthabkommen zu erhalten. Sonderbotschafter Franklin Haydn Williams bezeichnete die Wahl als einen historischen Vorgang: "Dies ist einer der wenigen Fälle, wenn nicht gar der einzige, in dem ein Volk die Gelegenheit bekam, durch die Wahlurne über ihren Beitritt zu den USA zu entscheiden."145

Dagegen kommentierte das Wochenmagazin The Nation am 19. Juli 1975 süffisant: "While Pentagon planners lick their chops in anticipation of yet another territory for a major U.S. military presence, the people of the northern Marianas are being carried along toward commonwealth status by a wolf-in-sheep's clothing process that would do Boss Tweed proud."146

Kritik am Abkommen gab es auch im amerikanischen Kongress. Das Pentagon-Argument, der Erwerb der Marianen sei vor allem ein strategischer Gewinn für die Vereinigten Staaten, betrachtete eine kleine Koalition liberaler und konservativer Abgeordneter mit Misstrauen: Erstens wusste niemand genau, wie die verstreuten Inseln selbst gegen eine Aggression von außen zu schützen waren, und außerdem schienen aufgrund der großen Entfernung zum amerikanischen Kontinent zumindest Zweifel angebracht, ob dieser Schritt wirklich dem nationalen Interesse diente. Allein der finanzielle Aspekt bereitete einigen Senatoren, darunter die Demokraten Claiborne Pell (Rhode Island) und Gary Hart (Colorado) sowie der Parteilose Harry Byrd (Virginia), Kopfzerbrechen: Angesichts des üppigen Entwicklungshilfe-Pakets für die Marianen, würden auch andere amerikanische Territorien, wie Puerto Rico und die Jungferninseln, auf einer ähnlich vorteilhaften Behandlung bestehen können.147 Aber auch das Verhalten der Verwaltungsmacht gegenüber dem Mandatsgebiet an sich löste unter engagierten Amerikanern eine Welle der Empörung aus. "Wer hat gesagt, der amerikanische Imperialismus wäre tot?" fragte James Gould, Professor am Scripps College im Sommer 1975. "Das Plebiszit in den Nördlichen Marianen ist ein eklatantes Beispiel für die älteste Form des Imperialismus: trenne und erobere (divide and conquer)." Weder die Vereinten Nationen noch das mikronesische Parlament hatten Einfluss auf die amerikanische Entscheidung oder waren über den Plan, ein separates Abkommen mit den Nördlichen Marianen abzuschließen auch nur informiert worden. Die Insulaner selbst hatten schließlich gar keine Alternative, als dem Vertrag zuzustimmen - auf den Wahlzetteln, die sie im Sommer 1975 ausfüllten, gab es nicht die Möglichkeit, für die Unabhängigkeit zu stimmen.148 Konnte man ein Volk, das sich erst noch an das amerikanische System des Mehrheitsrechts gewöhnen musste, überhaupt mit einer solchen Wahl zwischen einem "vollen Magen und der kulturellen/politischen Unabhängigkeit" entscheiden lassen? "In einer Gesellschaft, die für gewöhnlich Entscheidungen auf der Basis der Zustimmung aller (consensus) trifft, ist eine solche Wahl direkt undemokratisch", meinte Warren Kimball, Historiker an der Rutgers University. "Wenn Großzügigkeit wirklich unser Motiv ist, sollten wir den Insulanern ihre Unabhängigkeit lassen, und sie trotzdem subventionieren."149

Jerome Shestack, Vorsitzender der International League for Human Rights, reichte gegen den Commonwealth-Vertrag sogar eine Petition bei den Vereinten Nationen ein. Das Abkommen verstoße gegen das Treuhandabkommen, weil es nicht der gesamten Bevölkerung Mikronesiens gestattete, ihr Recht auf Selbstbestimmung wahrzunehmen, und auch gegen die Auflagen der Weltorganisation, weil der Vertrag nur mit Zustimmung beider Seiten (mutual consent) geändert werden durfte. Da das Abkommen mit den USA für die Marianeninseln auch eine verfassungsgebende Wirkung haben würde, hätte die UNO gegen solch eine Einschränkung tatsächlich protestieren müssen. Nach Definition der Resolution 1514 von 1960 hat jedes Volk das Recht, seine Verfassung selbst zu bestimmen. Im Unterschied zur Verwaltungsmacht war die Organisation auch der Auffassung, der Weltsicherheitsrat müsste in allen Entscheidungsphasen die das Treuhandgebiet betrafen, das letzte Wort haben - also auch bei dem Commonwealth-Vertrag mit den Marianen. Dagegen waren die USA der Auffassung, erst die Auflösung des Treuhandvertrags für ganz Mikronesien würde die Zustimmung des Security Council erfordern.150

Eine neuseeländische Organisation namens Campaign for Nuclear Disarmament meinte, um das Recht der Insulaner auf freie Selbstbestimmung zu gewährleisten, hätte das Plebiszit "zumindest von den Vereinten Nationen und nicht der Verwaltungsmacht selbst durchgeführt werden" müssen.151

Erwin Canham widersprach diesen Ansichten. Erstens wären die Wähler durch intensive Werbung über das Plebiszit und den Covenant im Vorfeld aufgeklärt worden, und zweitens hätte die Frage der eigenen Unabhängigkeit auf den Marianen nie zur Debatte gestanden. Selbst die Gegner der Wahlkampagne hätten nicht gegen ein Commonwealth-Abkommen gestimmt, sondern nur für "bessere Konditionen" gestritten.152

Außerhalb der intellektuellen Ebene fand in den USA keine öffentliche Diskussion über den Assoziierungs-Vertrag mit den Marianen statt. Die breite Öffentlichkeit blieb uninformiert - wohl auch deshalb, weil die lokalen Medien den Konflikt nicht erkannten. Dafür wollte die Ford-Administration den Vertrag nach der erfolgreichen Volksabstimmung auf Saipan noch möglichst schnell durch den Kongress bringen; möglicherweise um einen Trumpf für den Wahlkampf zu gewinnen. "Man könnte meinen, das Eilverfahren soll verhindern, dass die amerikanische Bevölkerung aufwacht, bevor Amerika ein paar Millionen Quadratkilometer Pazifischen Ozean annektiert hat", meinte James Gould im Juli `75.153

Mit dem Covenant verpflichteten sich die USA, den Marianen über einen Zeitraum von zunächst sieben Jahren, jährlich $ 14 Mio. Entwicklungshilfe zukommen zu lassen. Im Gegenzug erhielten die Vereinigten Staaten für die einmalige Summe von weiteren 19 Millionen Dollar einen fünfzigjährigen Pachtvertrag über 18000 Acres Land auf Tinian und Saipan, wo sich der Militärflughafen und das Truppenübungsgelände befanden, inklusive der Option, die Pacht nach Ablauf der Frist um weitere 50 Jahre zu verlängern. Die neue Verfassung wurde am 9. Januar 1978 in Kraft gesetzt, einen Tag später trat Carlos Camacho, Mitglied der demokratischen Partei, als "erster auf den Pazifik-Inseln geborener und gewählter Gouverneur" sein Amt an.154

Laut Verfassung erhielten die Marianen auch ein Parlament bestehend aus Senat und Abgeordnetenhaus. Jeweils drei Senatoren wurden für vier Jahre in einem der drei Wahlbezirke, Saipan und den nördlichen Inseln, Rota, und dem Bezirk Tinian-Aguiguan nominiert. Das House of Representatives hatte insgesamt 14 Mitglieder, die alle zwei Jahre neu gewählt werden mussten. Allein 12 Repräsentanten kamen aus Saipan, dem größten Wahlbezirk. Die beiden anderen Inselgruppen stellten jeweils einen Abgeordneten.155 Das endgültige Commonwealth-Abkommen sollte nach dem Willen von Carters Sonderbotschafter, Peter Rosenblatt, spätestens mit der geplanten Beendigung des Treuhandvertrags im Jahre 1981 in Kraft treten. Die Präsidentschaftswahlen machten diesen Plan erst einmal zunichte. Eine der ersten Amtshandlungen der Reagan-Administration war es, den Insulanern Sonderrechte, die sie bereits zwei Jahre lang genossen hatten, wieder zu entziehen. Die amerikanische Einwanderungsbehörde entzog den Marianen kurzerhand wieder den Status von US-Bürgern. Bislang hatte den Eingeborenen allein ihr Ausweis als Reisedokument und Arbeitserlaubnis für die Vereinigten Staaten genügt. "Bis das Commonwealth-Abkommen endgültig in Kraft tritt, werden sie nun wieder als Ausländer betrachtet", erklärte L.H. Dahlin, der Direktor für die Pazifik-Region des US Immigration and Naturalization Service. "Sie werden zwar auch in Zukunft von der Visumspflicht ausgenommen, müssen sich aber korrekt ausweisen können und für den Fall, dass sie in den Vereinigten Staaten arbeiten, die entsprechenden Aufenthaltsgenehmigungen vorweisen."156 Trotz heftigen Protests von Gouverneur Carlos Camacho und Pedro Tenorio, dem Senatspräsidenten der Nördlichen Marianen, sollte dieses Verfahren sechs Jahre lang angewendet werden. Erst 1986 trat der Commonwealth-Vertrag, zeitgleich mit den Einzelabkommen mit den FSM und den Marshall-Inseln, tatsächlich in Kraft.

3.2.3. Die Republik der Marshall-Inseln

Die Bewohner der Marshall-Inseln waren die ersten Mikronesier, die Kontakt mit Amerikanern bekommen hatten. Bereits 1857 hatten protestantische Missionare des American Board of Commissioners for Foreign Missions von Honolulu aus begonnen, den christlichen Glauben auf den Inseln zu verbreiten. Dies hatte zur Folge, dass selbst unter der japanischen Fremdherrschaft stets eine Verbindung zwischen Amerikanern und Eingeborenen bestand. Der christliche Glaube war nach dem Zweiten Weltkrieg bereits die etablierte Religion. Nirgendwo im Treuhandgebiet gab es so viele evangelische Kirchen wie hier. Aus Sympathie für die Amerikaner hatten einige Marshallesen sogar eine anti-japanische Guerilla-Bewegung gegründet. Eine Reihe von Insulanern wurde getötet als der japanische Geheimdienst die Untergrundorganisation ent-deckte.157

Vor allem die militärische Präsenz der Amerikaner, förderte die schnellere Entwicklung einiger Marshall-Inseln gegenüber anderen Teilen Mikronesiens. Auf Majuro, dem Wirtschaftszentrum der Marshall-Inseln, hatten die Insulaner Mitte der achtziger Jahre fast amerikanischen Lebensstandard erreicht: Autos prägten das Stadtbild, die Häuser hatten Klimaanlagen und Kabelfernsehen. In den Kinos liefen amerikanische Filme, in den Supermärkten gab es vor allem importierte Lebensmittel. Infolge der zivilisatorischen Fortschritte war eine "amerikanisierte Elite" unter den Marshallesen entstanden mit neuen Interessen und Prioritäten. Unter Führung dieser einflussreichen Minderheit bildete sich eine Widerstandsbewegung gegen das Assoziierungsabkommen, das die USA mit Mikronesien abschließen wollten.

"Marshalls Mokta (Marshalls first)", unter diesem Motto protestierte die Bewegung gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Verteilung der Steuerlast und das 1967 vom mikronesischen Parlament verabschiedete Einkommenssteuergesetz. Zusammen produzierten die MarshallInseln über 50% des wichtigsten Exportartikels des Treu-handgebietes: Kopra. Die flachen Koralleninseln boten den Kokosnusspalmen das ideale Wachstumsklima. Die vergleichsweise wohlhabenden Marshallesen trugen damit mehr als die Hälfte zu den Steuereinkünften bei, von denen vor allem die ärmeren Inseln profitierten.

Der größte Arbeitgeber der Region war die Raketen-Abschussstation auf Kwajalein. Da der Compact of Free Association auf 15 Jahre begrenzt sein sollte, fürchteten die Insulaner außerdem, die Regierung Mikronesiens könnte - ohne Berücksichtigung der regionalen Interessen - nach Ablauf dieser Frist die USA auffordern, auch diese militärische Einrichtung aufzugeben und somit die Marshall-Inseln ihrer wichtigsten Einnahmequelle berauben. Später sollte sich diese Einstellung ändern. Ein deutliches Zeichen, dass die Separatisten sich durchsetzen sollten, waren die Parlamentswahlen von 1974. Mit großer Mehrheit setzte sich Majuros Senator Amata Kabua am 5. November gegen den populären Politiker Carl Heine durch, der sich im Wahlkampf für ein vereinigtes Mikronesien eingesetzt hatte.158 Im Dezember 1978, nach dem negativen Wahlergebnis für die gemeinsame Verfassung der mikronesischen Föderation, hielten die Marshall-Inseln eine eigene Constitutional Convention ab. Bereits drei Monate später stimmten knapp 64% der Marshallesen für eine neue gesetzgebende Verfassung, die am 1. Mai 1979 in Kraft treten und den Bruch mit Rest- Mikronesien besiegeln sollte. Die Marshall-Inseln mit rund 27000 Einwohnern und 157 km2 Land wollten in Zukunft als unabhängig betrachtet werden. Im Gegensatz zu den Verfassungen anderer Bezirke des Treuhandgebietes bevorzugten die Marshall-Inseln ein modifiziertes parlamentarisches Regierungssystem, wonach der Präsident, von einer Mehrheit der Abgeordneten auf Widerruf gewählt, dem Kongress gegenüber für seine Handlungen verantwortlich war.

Die exekutive Gewalt lag bei einem Kabinett, dem zehn vom Präsidenten ausgewählte Minister angehörten, die zur gleichen Zeit auch Mitglieder der Nitijela, einem Ein-Kammern- Parlament, sein mussten. Insgesamt hatte dieser Kongress 33 Mitglieder, die alle Wahlbezirke der Marshall-Inseln gemäß ihrer Bevölkerungsdichte repräsentieren sollten. Mit einem Misstrauensvotum hatte das Parlament jederzeit das Recht, den Präsidenten und seine Regierung abzusetzen. Es wurde dann ein neuer Präsident aus den Reihen der Repräsentanten gewählt. Um einen Misstrauensantrag erfolgreich durchzusetzen, reichte die übliche 2/3 Mehrheit, mit der die Nitijela auch über Gesetzesanträge und Verfassungsänderungen entschied.

Bei den ersten Parlamentswahlen am 10. April 1979 wurden insgesamt 29 unabhängige Kandidaten gewählt und vier Abgeordnete der kurzfristig entstandenen Oppositionsbewegung um Carl Heine mit dem Namen Voice of the Marshalls (VOM), die sich für Minderheitenrechte und gegen die Abspaltung der Inseln von Mikronesien ausgesprochen hatten. Amata Kabua, ein ehemaliger Senator des Congress of Micronesia wurde zum ersten Präsidenten der Republik ernannt und trat sein Amt am 1. Mai an.159

Außerhalb der parlamentarischen Ebene gab es kaum Kontakte zwischen den Marshallesen und ihren Nachbarn. Beziehungen wurden durch sprachliche Verständigungs-Barrieren und Vorurteile erschwert: "Es gibt dieses ganze Gerede über die Einigkeit Mikronesiens", erzählte ein Kaufmann auf Majuro, "aber sollte ich nach Truk gehen und dort einen Laden eröffnen, würde man mich zu Tode steinigen."160 Im Juli 1978 votierten auch die Marshall-Inseln für die Trennung von Rest-Mikronesien, zumal Carters Sonderbotschafter Peter Rosenblatt den Eingeborenen den Abschluss eines Assoziierungsabkommens und damit die Selbständigkeit "bis spätestens 1981" in Aussicht stellte. Die Verhandlungen erhielten allerdings durch den Regierungswechsel in Washington 1980 einen herben Rückschlag.161

Der angestrebte Vertrag mit den Vereinigten Staaten drohte bereits Anfang der achtziger Jahre zu scheitern: Nachdem beide Seiten keine Einigung über die Höhe der Reparationszahlungen an die Opfer der rigorosen Atompolitik in den vierziger und fünfziger Jahren erreichen konnten, wurden die Verhandlungen im November `82 abgebrochen. Protestierende Landbesitzer besetzten daraufhin das Gelände der Raketenbasis von Kwajalein, das sie der US-Army verpachtet hatten, um "den Betrieb der Anlage zu verhindern, bis ein neuer Mietvertrag in Kraft tritt." Der ursprüngliche Pachtvertrag für das Milliarden-Dollar Projekt war am 30. September 1981 ausgelaufen. Seitdem bestand ein provisorischer Vertrag zwischen Washington und der marshallesischen Regierung, der den rund 5000 Landbesitzern die jährliche Summe von $ 8 Mio. garantierte.162

Amata Kabua, Präsident der Marshall-Inseln, drohte bereits im Sommer 1981 damit, dass die Marshallesen "vollständige Unabhängigkeit anstreben" würden, wenn Washington sich weigern sollte, den unter Jimmy Carter ausgehandelten Plan für die innere Souveränität der Inseln anzuerkennen. "Wir haben den Punkt erreicht, von wo aus es keine Umkehr mehr geben kann", erklärte Kabua während eines "Staatsbesuchs" in Japan. Bereits mehrfach in den vergangen Jahren hatte Japan verstärktes Interesse an guten Beziehungen zu der ehemaligen Kolonie bekundet; es gab Verhandlungen über gemeinsame Wirtschaftsprojekte und die Aussicht, mit Japan einen starken Partner zu bekommen, der den Insulanern geographisch und ideologisch näher stand als das ferne Amerika, verlieh den Marshallesen Selbstvertrauen.163 Der populäre Senator Carl Heine warnte zur gleichen Zeit, dass die Vereinigten Staaten dafür Sorge zu tragen hätten, die "ethnischen Minderheiten künftig stärker in die Vertragsverhandlungen einzubeziehen, als bisher geschehen. Das Assoziierungsabkommen sollte ihnen die gleichen Vorzüge einräumt, wie den Bewohnern von Eniwetok und Bikini." Er deutete an, dass auf den Inseln eine Bewegung im Entstehen war, die den Vertrag andernfalls zum Scheitern bringen würde.164

Der politische Durchbruch in den Verhandlungen sollte erst im Sommer des folgenden Jahres kommen, nachdem die Insulaner, nach 14 jährigem Ringen mit Unterstützung der Micronesia Legal Service s eine finanzielle Einigung erreichen konnten. Ende Juni 1983 kündigte Washington an, den betroffenen Marshallesen insgesamt $ 184 Mio. Wiedergutmachung für die durch Atombombentests und Raketenversuche verursachten Schäden zu zahlen. Widerstrebend reduzierte das Verteidigungsministerium auch das mit dem Kompakt verbundene Nutzungsabkommen für die Raketenbasis auf Kwajalein von ursprünglich 50 auf dreißig Jahre. Der zunächst auf 15 Jahre begrenzte Compact of Free Association verpflichtete die Vereinigten Staaten, die Marshall-Inseln während der kommenden fünfzig Jahre mit wenigstens 1,5 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe zu unterstützen, wovon jährlich rund $ 1,9 Mio. an die Landbesitzer gezahlt werden sollten.165

Die Landowner's Association dagegen forderte etwa 16 Millionen Dollar Pacht pro Jahr und insgesamt $ 200 Mio. für Rückbesiedlungs- und Entwicklungsprojekte über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren. Schließlich einigten sich die Verhandlungspartner auf einen unabhängigen Vorschlag des Parlaments der Marshall-Inseln, die Landbesitzer mit jährlich neun Millionen Dollar zu entschädigen. Nach 15 Jahren, also zur Halbzeit des Pachtvertrags, sollten sie zusätzlich die einmalige Summe $ 22 Mio. aus einem extra zu diesem Zweck eingerichteten Trust Fund erhalten.166

Per Plebiszit entschieden sich rund 60 % der Marshallesen am 7. September 1983 für das bereits zuvor von Botschafter Fred Zeder und dem Außenminister der Marshall-Inseln, Anton de Brum, unterzeichnete Abkommen. Von mikronesischer Seite aus war der Weg zur Beendigung des UN-Treuhandabkommens damit frei.167 Für Präsident Reagan galt es noch, den Widerstand einiger Senatoren und Kongressabgeordneten zu brechen und die vier Teilabkommen mit den vier Inselgruppen so zu koordinieren, dass er eine wichtige UNO- Auflage erfüllen konnte: das gesamte Trust Territory auf einmal in die Selbständigkeit entlassen. Ganz sollte dieser Plan nicht gelingen. Der Kompakt mit den Marshall-Inseln wurde von beiden Regierungen am 10. Oktober 1986 unterzeichnet und trat eine Woche später in Kraft.168

Es sollte allerdings noch einmal vier Jahre dauern, bis auch die Vereinten Nationen den Verträgen zwischen der Verwaltungsmacht und den Nördlichen Marianen, den Föderierten Staaten von Mikronesien und der Republik der Marshall-Inseln zustimmen konnten. Erst die veränderte Weltlage machte das möglich; der kalte Krieg war zu Ende, die Sowjetunion drohte nicht mehr damit, jeden Versuch der Vereinigten Staaten, das Treuhandverhältnis zu beenden, mit ihrem Veto zu blockieren. Nachdem sich der stellvertretende russische Botschafter, Valentin Lozinskiy, sich vergewissert hatte, dass "die USA keine weiteren Militärbasen auf den Pazifik-Inseln errichten würden", sah er keine Einwände gegen eine Vertragsauflösung mehr. Mit der Resolution 683 erklärte der UN-Sicherheitsrat die Aufgaben der Vereinigten Staaten als Verwaltungsmacht für erfüllt, und das Treuhandabkommen mit den Föderierten Staaten von Mikronesien, Nördlichen Marianen und Marshall Inseln fast einstimmig für beendet. Die einzige Gegenstimme im Gremium kam von Kuba. Ein knappes Jahr später, am 17. November 1991, wurden die Föderierten Staaten von Mikronesien und die Marshall Inseln als eigenständige Mitglieder der UNO aufgenommen.169

3.2.4. Die Republik Palau

Palau bedeutet übersetzt "Märchen". Das Wort hat seinen Ursprung im Japanischen. Tatsächlich waren die Bindungen zwischen Insulanern und der ehemaligen Besatzungsmacht besonders eng. Viele Eingeborene sprachen japanisch, denn Koror war einst das Zentrum eines wichtigen japanischen Navy-Komplexes gewesen, die Strände der Inseln galten lange Zeit als "japanische Riviera". Der Reichtum der Bauxit-Minen auf Angaur hatte auch den Palauianern Wohlstand gebracht; der asiatische Einfluss war auch im Treuhandgebiet noch an Kleidung und Kultur deutlich spürbar. Sobald der Import ja-panischer Produkte wieder möglich war, gab es Zeitungen, Magazine und Schallplatten ebenso wie typisch japanische Lebensmittel und andere Konsumgüter.170

Die Idee eines vereinigten Mikronesien verwarfen die Palauianer schon frühzeitig mit dem Hinweis, wie schwierig es sei, die einzelnen Inselgruppen mit ihren eigenen Sprachen, den verschieden Kulturen und auch mit Blick auf die ungünstigen geographischen Bedingungen zu einer wirklichen Einheit zusammen zubringen. Ende der fünfziger Jahre kämpften die Insulaner nicht mehr um lokal-politischen Einfluss. Mittlerweile hatten Einheimische die meisten administrativen Aufgaben im Bezirk übernommen. Es gab politische Parteien und der Kongress von Palau verabschiedete Gesetze, die anschließend direkt an den amerikanischen Hochkommissar Delmas Nucker nach Guam geschickt wurden, der die Initiativen entweder bestätigte oder ablehnte. Parlamentspräsident Roman Tmetuchl ließ so auch keine Gelegenheit aus zu bestätigen, dass Palau die volle Selbständigkeit anstrebe. Als Alternative konnten sich die politischen Führer höchstens eine mikronesische Föderation unter der Führung des fortschrittlichen Palau vorstellen; doch selbst dieser Plan wurde bald wieder verworfen.171

Wie die Marshall-Inseln gelangte auch Palau zu der Überzeugung, dass eine enge Verbindung mit den USA mehr Vorteile für ihr Territorium bringen würde, als der Anschluss an die unabhängige Föderation von Mikronesien. "Wir brauchen das Geld", erklärte der mikronesische Verhandlungsführer, Lazarus Salii. "Einige Leute spekulieren über eine mögliche Selbstversorgung, die es so nicht geben wird. Wenn wir die U.S.-Hilfe nicht bräuchten, würden wir auf völliger Unabhängigkeit bestehen und uns nicht mit einer "freien Assoziierung" zufriedengeben."172

Ein praktisches Beispiel demonstrierte Ende der siebziger Jahre, dass die Inseln nur dann auch für ausländische Investoren interessant werden könnten:

1976 plante ein iranisch-japanisches Konsortium in Zusammenarbeit mit einigen einheimischen Geschäftsleuten, auf Palau einen teuren Ölverladehafen zu errichten. Diese Art der Zusammenarbeit hatte sich auf den Inseln etabliert, um das Veto des amerikanischen Hochkommissars gegen ausländische Investoren zu umgehen. Das Multimillionen-Dollar Projekt sollte es den riesigen Supertankern mit bis zu 500000 t Fassungsvermögen erlauben, ihre Ladung zu löschen, bzw. das persische Erdöl auf kleinere Tankschiffe umzuladen, die in den japanischen Gewässern besser manövrieren konnten. Dieser Plan wurde 1978 solange auf Eis gelegt, bis über die politische Zukunft der Inseln entschieden sein würde. In den achtziger Jahren kippte das Projekt endgültig, weil sich nun auch verstärkt Umweltorganisationen und besorgte Eingeborene zu Wort meldeten und auf die Gefahren für das zerbrechliche Öko- System der Region und die Folgen möglicher Unfälle auf die einzigartige Korallenwelt vor Palau aufmerksam machten.173

Im Juli 1978 fand in Palau ebenfalls eine eigene verfassungsgebende Versammlung statt. Ein Verfassungsentwurf wurde im April des darauffolgenden Jahres verabschiedet. Palau entschied sich nach einer Aufteilung von Exekutive, Legislative und Judikative nach amerikanischem Vorbild. Der Olbiil Era Kelulau, Palaus Kongress, sollte demnach aus einen Senat und dem House of Delegates bestehen. Allerdings waren die Rollen vertauscht: Das Abgeordnetenhaus, mit jeweils einem Repräsentanten aus den 16 Wahlbezirken, nähme die Funktion des Oberhauses wahr, der Senat, mit einer in regelmäßigen Abständen von einer sogenannten "Neuzuteilungs-Kommission" (Reapportionment Commision) neu bestimmten Anzahl von Mitgliedern, die entsprechenden Unterhaus-Funktionen. Beide Kammern durften laut Verfassung Gesetzesinitiativen einbringen, ein Gesetz wurde mit einfacher Mehrheit beider Häuser angenommen und mit der Unterschrift des Präsidenten in Kraft gesetzt. Dieser hatte ebenfalls ein Vetorecht, das mit einer 2/3 Mehrheit der Abgeordneten und Senatoren überstimmt werden konnte.

Dem Präsidenten stand ein Beratungsgremium zur Seite, das sogenannte Council of Chiefs, bestehend aus traditionell gewählten Häuptlingen und Klan-Chefs aus allen Bundesstaaten Palaus. Dieses Gremium sollte dafür sorgen, dass bei politischen Ent-scheidungen keine Konflikte mit den historischen Gewohnheiten und Rechten der Insulaner entstanden. Der Präsident und sein Stellvertreter wurden alle vier Jahre durch Direktwahl vom Volk bestimmt. Wie in den anderen Bezirken erhielten die Palauianer das allgemeine Wahlrecht mit 18 Jahren.174

Überhaupt sollte die Bevölkerung in Wirtschafts- und Sozialfragen ein großes Mitspracherecht erhalten wie sonst nirgends in Mikronesien. Internationale Verträge mussten nicht nur mit 2/3-Mehrheit im Kongress angenommen werden, in einem nationalen Referendum mussten die Palauianer solch einem Abkommen in jedem Fall mehrheitlich zustimmen. Eine absolute Besonderheit der Verfassung war das rigorose Verbot von allen nuklearen Stoffen im Hoheitsgebiet der Republik. Artikel 2 enthielt einen Absatz, der ausdrücklich besagte: "Jeder Vertrag, der das Testen sowie die Lagerung und Entsorgung von nuklearen, giftigen, chemischen und biologischen Kriegswaffen vorsah, bedarf der Zustimmung von nicht weniger als dreiviertel (3/4) aller in solch einem Referendum abgegebenen Wählerstimmen."175

Die Amerikaner verstanden natürlich sehr wohl, dass dieser Paragraph auch gegen das angestrebte Assoziierungsabkommen mit den Vereinigten Staaten gerichtet war. Fast alle Kriegsschiffe der Pazifik-Flotte, einschließlich der U-Boote, verfügten über einen leistungsfähigeren, atomaren Antrieb, auch die Flugzeuge, die einst auf Bebelthuap landen sollten, würden im Ernstfall mit nuklearen Waffensystemen bestückt sein. Deswegen versuchte die Administration, die Annahme der Verfassung mit allen Mitteln zu verhindern. So verabschiedete die Legislative des Palau-Bezirks im Juni 1979 - auf Druck der Verwaltungsmacht, wie ein UNO-Bericht beschrieb - einen Gesetzesentwurf, der den Verfassungsentwurf widerrufen und die für Juli geplante Volksabstimmung absagen sollte. Eine Reihe von Verfassungsbefürwortern war der Sitzung allerdings aus Protest ferngeblieben, und diese Abgeordneten erhoben beim High Court des Treuhandgebietes Anklage gegen das Vorgehen der Administration. Mit Erfolg: Das Plebiszit konnte am 9. Juli durchgeführt werden; überwältigende 92% der Wähler stimmten für die Annahme der neuen Verfassung. Carters persönlicher Repräsentant for Micronesian Status Negotiations, Arthur John Armstrong, erkannte das Ergebnis allerdings nicht an, nachdem er sich bei den Obersten Richtern des Treuhandgebietes versichert hatte, dass die Abstimmung der palauischen Legislative vom Juni gültig und die Verfassung damit unwirksam war. Danach zimmerte das Parlament in Koror eilig einen neuen Grundgesetzentwurf zusammen, der den amerikanischen Vorstellungen mehr entsprechen sollte. In einer erneuten Volksabstimmung erlebte die abgeänderte Verfassung allerdings einen Reinfall: am 23. Oktober lehnten 70% der palauischen Wähler das Papier ab. Ein drittes Referendum im Juli 1980 brachte schließlich die endgültige Entscheidung. Nach einem erneut eindeutigen Votum für die ursprüngliche Version bekam Armstrong aus Washington die Weisung, die Wahl zu akzeptieren. Damit wurde Palau zur ersten potentiellen nuklearfreien Nation.176 Schon die erste Volksabstimmung über das Assoziierungsabkommen mit den Vereinigten Staaten am 10. Februar 1983 zeigte, an welchem Konflikt sich Verwaltungsgebiet und Administration in den nächsten 14 Jahren förmlich aufreiben sollten: Zwar unterstützte eine Mehrheit der Wähler den Vertrag, trotzdem leitete das Plebiszit eine Serie von Niederlagen für die Amerikaner ein. Die erforderliche 3/4 Mehrheit, um das verfassungsmäßige Verbot nuklearer Stoffe in Palau zu überbieten, wurde verfehlt. Insgesamt zehn Mal mussten die Insulaner in der kommenden Dekade darüber abstimmen, ob atomare Materialien und Waffen tatsächlich von ihren Inseln verbannt bleiben sollten. Auf Druck der Verwaltungsmacht mussten die rund 9000 registrierten Wähler auch zweimal ihre nuklearfreie Verfassung bestätigen. Für die USA war die Nuklear-Frage von entscheidender Bedeutung: Ohne ein entsprechendes Zusatzabkommen, das Flugzeugen und Schiffen mit atomarer Fracht oder Antrieb erlaubte, die Inseln anzulaufen, wäre der Compact of Free Association überflüssig geworden. Das Abkommen wurde von amerikanischer Seite hauptsächlich wegen des militärisch strategischen Vorteils angestrebt.177

Unter dem andauernden Verhandlungsprozess wandelte sich auch das politische Klima in Palau. Die junge Republik wurde in den 80er Jahren zu einem "Ort des Schreckens und Terrors", an dem Betrug und Bestechung zu erreichen versuchten, was politische Argumente nicht geschafft hatten. Es sollte zu Demonstrationen und gewalttätigen Ausbrüchen kommen, die auch Todesopfer forderten; selbst politisch motivierte Morde und schließlich der Zusammenbruch von öffentlicher Ordnung warfen dunkle Schatten auf das bislang durch die Verfassung geprägte pazifistische Image der Palauianer.

Am 7. September 1981 kam es zu einem Streik der Regierungsangestellten auf Koror, nachdem zuvor ein anonymer Antragsteller eine Petition zur Lohnerhöhung verbreitet hatte.

Die größtenteils betrunkenen Streikenden setzten den Präsidentenpalast in Brand und ein Polizist sprengte (möglicherweise versehentlich) den einzigen Radiosender Palaus mit Dynamit in die Luft. Präsident Haruo Remeliik lehnte die angebotene amerikanische Militärhilfe zur Beendigung der Unruhen ab. Tatsächlich gelang es Remeliik, die Menge während einer Kundgebung davon zu überzeugen, dass die Lohnfrage Angelegenheit der Legislative sei. Nur wenige Wochen später kam es zu erneuten Demonstrationen, in deren Verlauf die Villa des amerikanischen Botschafters gebrannt-schatzt wurde und die Polizei ohne Vorwarnung in die Menge der Streikenden schoss, wobei ein Anführer getötet und drei weitere Personen schwer verletzt wurden.178

Doch der Höhepunkt der Gewalttätigkeiten war noch nicht erreicht. Am Abend des 30. Juni 1985 wurde Präsident Haruo Remeliik unter mysteriösen Umständen ermordet. Vor seiner Haustür wurde er von Unbekannten mit mehreren Pistolenschüssen getötet, während seine Familie im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß. Der erste politische Mord in der Geschichte Mikronesiens rüttelte die junge Nation auf. Spekulationen über Täter und Motiv schlossen Drogenschmuggler, einen möglichen eifersüchtigen Nebenbuhler, politische Rivalen und den amerikanischen Geheimdienst mit ein.179

Wenige Tage nach dem Anschlag wurden drei junge Palauianer als Tatverdächtige verhaftet. Einer der Männer, Melwert Tmetuchl, war der Neffe des Geschäftsmanns Roman Tmetuchl, des größten politischen Gegners von Remeliik, dem bis zum Zeitpunkt des Attentats die größten Chancen eingeräumt worden waren, die nächsten Präsidentschaftswahlen zu gewinnen. Im Prozessverlauf gelang es dem amerikanischen Staatsanwalt jedoch nicht, ein überzeugendes Motiv für die Angeklagten nachzuweisen. Die Liste der Beweisstücke war kurz, zumal die Tatwaffe nie gefunden wurde. Schließlich stellten sich sogar die Zeugen als absolut unzuverlässig heraus. Eine Frau, die angegeben hatte, ein Komplott zur Ermordung des Präsidenten heimlich mitangehört zu haben, wurde als drogenabhängige Lügnerin entlarvt, nachdem sie mehrere FBI-Lügendetektortests verpatzt hatte und sich bei weiteren Verhören in ihren Aussagen heillos verzettelte. Ein weiterer Zeuge sagte aus, er habe einen der Männer am Tatort erkannt, seine Beschreibung des Verdächtigen stimmte aber nicht mit der Realität überein. Stattdessen wurde der Mann selbst festgenommen, weil ihn ein Polizist als einen auf Guam gesuchten Einbrecher erkannte. So blieb dem Gericht nichts anderes übrig als den Fall einzustellen und die Angeklagten aus Mangel an Beweisen freizusprechen. David Richenthal, ein New Yorker Anwalt, der den Prozess im Auftrag der American Civil Liberties Union beobachtete, kommentierte den Freispruch mit den Worten: "Mich interessieren zwei Dinge: Wer hat den Präsidenten wirklich getötet, und wer hat versucht, diese jungen Männer reinzulegen?"180

In den folgenden Monaten wuchs die Kritik am Umgang mit dem Fall. Eine Koalition aus palauischen Kongressabgeordneten und amerikanischen Rechtsanwälten vermutete, sowohl die amerikanische Administration als auch die extra eingeflogenen FBI-Agenten hätten bei der Spurensicherung wichtige Hinweise übersehen oder zerstört. Einige Politiker, wie etwa Joshua Koshiba, der palauianische Senatspräsident, forderten eine Wiederaufnahme der Ermittlungen. Sowohl der zum Nachfolger Remeliiks bestimmte Lazarus Salii als auch der amerikanische Hochkommissar waren gegen ein solches Anliegen. Der Präsidenten-Mord wurde bis heute nicht aufgeklärt.181

Salii, Realist und Sympathisant der amerikanischen Administratoren, suchte nach einem Weg, das Assoziierungsabkommen mit den USA auf schnellstem Wege zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Zwischen Februar 1986 und August 1987 wurden insgesamt vier Volksabstimmungen durchgeführt, die alle nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Die aufgestaute Unzufriedenheit in der Bevölkerung kam zum Ausbruch, als Salii nach der erneuten Niederlage im Sommer 1987 wegen der prekären Haushaltslage auf einen Schlag 900 der insgesamt 1300 Regierungsangestellten entlassen musste. Daraufhin brach die öffentliche Ordnung zusammen, Oppositionspolitiker wurden Opfer von Brandanschlägen, es kam zu Plünderungen und der Supreme Court Richter Robert Hefner musste unter Polizeischutz gestellt werden. Höhepunkt der Unruhen war der Tod Bedor Bins, dem Vater von Roman Bedor, einem prominenten Rechtsanwalt und Gegner des Assoziierungsabkommens. Bins hielt im Büro seines Sohnes "Brandwache", als Attentäter die Praxis in der Nacht zum 8. September überfielen, und ihn erschossen. Es war der zweite politische Mord in der Geschichte der jungen Republik.182

Dubios war in diesem Zusammenhang auch die Rolle Lazarus Saliis. In der Nacht des Anschlags auf Bedors Kanzlei gab es in ganz Palau kein Licht und die Telefone funktionierten nicht. Salii hatte am Tag zuvor verfügt, dass die Stromversorgung in der Nacht gekappt werden sollte und die Aktion als "Sparmaßnahme" verteidigt. Mit dem Anschlag, so wurde spekuliert, sollten möglicherweise belastende Dokumente vernichtet, und einer der größten Widersacher des Präsidenten "beseitigt" werden.183

Bereits im Herbst 1987 waren Papiere aufgetaucht, die belegten, dass Salii insgesamt $450000 von der britischen Firma International Power Systems Company Ltd. (IPSICO) erhalten hatte, um ihm die Entscheidung, einem riskanten Geschäft über ein neues Elektrizitätswerk für die Inseln zustimmen, leichter zu machen.184 Daraufhin hatte sich auch der Untersuchungsapparat des amerikanischen Kongresses, das General Accounting Office (GAO), eingeschaltet und geplant, noch 1988 ein 3-Mann Team nach Palau zu schicken. Der Schuldenberg des zahlungsunfähigen Zwergstaates war mittlerweile auf über 44 Millionen Dollar angestiegen, und im Frühjahr 1988 entschied Robert Sweet, Richter am US District Court in New York, dass Palau die Summe in monatlichen Raten an das Bankenkonsortium, das den Deal finanziert hatte, abstottern sollte.185

Am 20. August 1988 wurde auch Palaus zweiter Präsident tot aufgefunden. Er saß noch an seinem Schreibtisch, war an einem Kopfschuss gestorben, und die Tatwaffe lag direkt neben ihm - alles deutete auf Selbstmord hin, wie ein eilig von Guam eingeflogenes Expertenteam bestätigte. Er starb einen Tag bevor er seine Kandidatur zur Wiederwahl bekannt geben wollte. Doch sein Stern hatte bereits lange vorher zu sinken begonnen. Insgesamt sieben Mal wurden die Palauianer bis 1990 an die Wahlurnen gerufen, siebenmal lehnten sie einen Vertrag ab, der es den USA gestattet hätte, Atomwaffen auf den Inseln zu lagern oder auch nur kurzfristig in das Hoheitsgebiet der Republik zu bringen. Die Anti- Nuklear-Klausel der Verfassung erlaubte nicht das Durchfahren der palauischen Gewässer von Schiffen mit atomarem Antrieb. Zuletzt verzichteten die Vereinigten Staaten darauf, jemals auf Palau atomare Tests durchzuführen und auf die Lagerung von Nuklearwaffen. In der Transportfrage blieben sie aber kompromisslos, woraufhin auch das siebte Referendum scheiterte. Diese Pattsituation konnte erst im Herbst 1992 gelöst werden, als Palaus Wähler am 4. November mit Kuniwo Nakamura nicht nur einen neuen Präsidenten wählten, sondern gleichzeitig die Annahme des Public Law No. 3-76 bestätigten. Diese Verfassungsänderung setzte die erforderliche 3/4-Mehrheit zur Änderung der gesetzmäßen Auflagen in der Nuklearfrage außer Kraft. Zur Annahme des Assoziierungsabkommens genügte jetzt eine einfache Mehr-heit.186

Die achte Volksabstimmung fand am 12. November 1993 statt. Es sollte die letzte sein. Von 11562 registrierten Wählern wurden unter UN-Aufsicht insgesamt 7624 gültige Stimmen gezählt. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von knapp 66 Prozent. Davon entfielen 5193 Stimmen (oder 68,3 %) auf Ja und nur 2415 (31,7%) auf Nein. Nur 16 ungültige Stimmzettel wurden gezählt (Siehe auch Graphik, Abb. ???). Die Beobachter der Vereinten Nationen kamen anschließend zu dem Ergebnis, dass "die Wahl entsprechend den Regeln durchgeführt worden war und das Ergebnis den freien Wunsch der Menschen von Palau widerspiegelt."187 "Mein Herz füllt sich mit Freude und Stolz", verkündete Präsident Kuniwo Nakamura am 1. Oktober 1994. "Heute verlässt Palau den sicheren Treuhandhafen und begibt sich als jüngstes Mitglied auf die Reise in der internationalen Staaten-Familie." Um genau eine Minute nach 13 Uhr Ortszeit hatte Palau seine Unabhängigkeit erklärt. Der Compact of Free Association wurde damit genau 60 Sekunden nachdem in Washington das neue Haushaltsjahr (fiscal year) begonnen hatte, in Kraft gesetzt - 13 Stunden Zeitunterschied miteingerechnet - um keinen Cent Entwicklungshilfe zu verpassen.188 Unter dem 15 Jahre gültigen Abkommen würde Palau insgesamt $517 Mio. bekommen, davon 190 Millionen Dollar sofort. Das war zwar weniger Geld als im ursprünglichen Vertrag vorgesehen, doch angesichts der Tatsache, dass mit dem Ende des Kalten Krieges auch das sowjetische Feindbild verschwunden und der strategische Wert Palaus damit hinfällig geworden war, ein erfreulicher Kompromiss aus Sicht der Insulaner, denen außerdem unbegrenztes Aufenthaltsrecht und die Arbeitserlaubnis in den Vereinigten Staaten zugesichert wurden. Im Gegenzug bekamen die Vereinigten Staaten zwar ein 50-jähriges militärisches Nutzungsrecht der Inseln eingeräumt, das aber vermutlich auch in Zukunft nicht umgesetzt werden dürfte.189

4. Die Vereinigten Staaten und das strategische Treuhandgebiet

Am 26. Februar 1947 präsentierte der amerikanische UNO-Botschafter Warren Austin dem Sicherheitsrat den amerikanischen Vertragsentwurf für das strategische Treuhandgebiet der Pazifik-Inseln. Das Papier war umstritten, doch vor der endgültigen Ratifizierung des Vertrags erklärten sich die Amerikaner lediglich bereit, zwei sowjetische Änderungen hinzunehmen:190

Der Zusatz, "die USA dürfen das Treuhandgebiet wie einen wesentlichen Bestandteil der Vereinigten Staaten regieren", wurde gestrichen. Die Regelung sollte es der Administration eigentlich erleichtern, die eigenen Gesetze und das Rechtssystem auf das zu verwaltende Gebiet anzuwenden. Bei anderen Treuhandabkommen hatte die Generalversammlung die Formulierung auch akzeptiert, in diesem Fall setzte sich aber die UdSSR durch. Die im Artikel 6 des Vertrages beschriebenen Entwicklungsziele des Treuhandmandats wurden ergänzt. Die Sowjetunion bestand darauf, dass die Vereinigten Staaten "die Entwicklungshilfe der Bevölkerung" mit dem "Ziel der Selbstverwaltung oder Unabhängigkeit" verfolgen sollten. Die Bevölkerung der über Tausende von Kilometern verstreuten Inseln auf die Unabhängigkeit vorzubereiten, war ursprünglich kein von den USA angestrebtes Vorhaben. Niemand konnte sich ernsthaft vorstellen, wie dieses Ziel zu verwirklichen war. Botschafter Austin gab dem Wunsch Andrej Gromykos schließlich nach, um "guten Willen zu demonstrieren" und weil seine Regierung mit der unverbindlichen Formulierung auch kein Risiko einging.

Dafür lehnten die USA die dritte von den Sowjets geforderte Änderung kategorisch ab. Streitpunkt war der Artikel 15 des Entwurfs, der besagte, dass "der gegenwärtige Vertrag nicht ohne die Zustimmung der Verwaltungsmacht verändert werden durfte." Die Vertreter der UdSSR argumentierten, wichtige Entscheidungen, zum Beispiel über die Beendigung des Treuhandabkommens, müssten in jedem Fall und im Sinne der Charta dem Sicherheitsrat vorbehalten sein. Genau das wollten die Amerikaner vermeiden: Im Zweifelsfall könnte dann nämlich das Vetorecht den Sicherheitsrat daran hindern, die USA zu zwingen, das Treuhandgebiet aufzugeben. In einer hitzigen Debatte am 2. April 1947 drohte Warren Austin sogar mit dem Rückzug des amerikanischen Vertragsangebots, sollte sich die sowjetische Meinung durchsetzen.

"Ich werde hier kein Veto einlegen", sagte er, "denn es liegt in der Verantwortung des Sicherheitsrates zu entscheiden, ob unsere bisherige Arbeit völlig umsonst war." Auch der chinesische Kompromissvorschlag, den umstrittenen Satz dahingehend zu ändern, der Vertrag solle "nur in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen geändert oder beendet werden" können, wurde vom amerikanischen Botschafter abgelehnt.191 Dabei äußerten auch andere Mitglieder grundsätzliche Bedenken: Großbritannien und Frankreich wiesen darauf hin, dass korrekterweise erst ein Friedensvertrag mit Japan erarbeitet werden sollte, bevor das Treuhandmandat an die USA vergeben werden könne. Gleichzeitig waren aber beide Länder bereit, sich der Mehrheitsentscheidung im Treuhandrat anzuschließen. Australien erhob den Einwand, dass vor einer endgültigen Entscheidung des Sicherheitsrates auch andere beteiligte Staaten, wie etwa Neuseeland, Gelegenheit erhalten mussten, ihren Standpunkt zu erläutern. Austin lehnte das ab mit dem Hinweis, dass der amerikanische Plan bereits vier Monate zuvor veröffentlicht worden war, und kein anderes Mitgliedsland die Gelegenheit wahrgenommen habe, im Security Council vorzusprechen.192 Trotz aller ungeklärten Fragen wurde der strategische Treuhandvertrag noch am Abend des 2. April vom Treuhandrat verabschiedet. Jahre später charakterisierte einmal die New York Times diesen amerikanischen Erfolg sehr treffend auf einer Meinungsseite: "An Heuchelei grenzender Euphemismus war seit 1947 ein Merkmal der amerikanischen Treuhandschaft über Mikronesien, als die Vereinten Nationen den USA die zeitweilige Aufsicht über die verstreuten Marshall-, Karolinen- und Marianeninseln gewährte. Allein das Wort "gewährte" verzerrt die Wirklichkeit, denn die gerade flügge gewordene Weltorganisation hatte gar keine andere Wahl; die Vereinigten Staaten hatten keine Absicht, sich von den Inseln zurückzuziehen, die sie nach hartem Kampf im Zweiten Weltkrieg erobert hatten."193 So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass die Vereinigten Staaten während der Verhandlungsphase über das Treuhandabkommen mit Mikronesien wegen ihrer unnachgiebigen Haltung von vielen UNO-Mitgliedsstaaten kritisiert wurden. Die Arroganz der amerikanischen Position beschrieb der damalige UN-Korrespondent der New York Times, Hanson Baldwin, Anfang 1946 so: "Alle Großmächte geben zwar Lippenbekenntnisse zur UNO ab, aber keine will der Organisation auch ihre Sicherheit anvertrauen (...) Für die Vereinigten Staaten, die federführend am Aufbau dieser Weltorganisation beteiligt waren, ist diese Situation besonders peinlich. Denn während wir das einseitige Vorgehen Russlands in Osteuropa und im Nahen Osten verdammen, handeln wir im Pazifik genauso einseitig. Wir wollen Einfluss auf dem Balkan, aber die alleinige Kontrolle über unzählige Pazifik-Inseln." 194

Das sah in der Tat nach einer kaum verhüllten Annexion aus. Also setzten die USA im Sicherheitsrat 1949 eine Resolution durch, welche die Verantwortung für "politische, ökonomische und soziale Angelegenheiten" auf den Treuhandrat übertrug. Lediglich in militärischen Fragen sollte der Sicherheitsrat nach den Worten des amerikanischen Repräsentanten Warren Austin eine "geschäftsmäßige Verantwortung" behalten. Mit anderen Worten, die USA behielten sich das Recht vor, jeder Besucher-Mission die Inspektion der militärischen Sperrzonen zu verbieten.195

Schließlich ergänzte Präsident Truman am 29. Juni 1951 das ursprüngliche Gesetz zur Verwaltung des Treuhandgebietes mit einen neuen Erlas: Zum 1. Juli 1951 wechselte die Kontrolle über die Pazifik Inseln zum Innenministerium. Mit diesem Schritt bekam Mikronesien tatsächlich eine zivile Administration, was zur Beschwichtigung der kritischen Stimmen in der UNO beitrug.196

Die erste UNO Mission, die Mikronesien im Jahre 1950 besuchte, sah folglich auch wenig Anlas zur Kritik. "Besonders beeindruckt" zeigten sich die Delegierten von den Fortschritten im Gesundheitswesen, der Beteiligung der Insulaner an kommunalen Aufgaben und von der Integration der traditionellen, lokalen Autoritäten in das Verwaltungskonzept der amerikanischen Administration.197

4.1. Der Pazifik-Krieg und Gedanken zum amerikanischen Imperialismus

Das Argument, Amerika habe sich das Besitzrecht an den Pazifik-Inseln blutig erkämpft, stand eigentlich auf wackligen Füßen: So kritisierte der amerikanische Historiker Julius Pratt fünf Jahre nach Kriegsende, dass die Verantwortung für die enormen amerikanischen Verluste vor allem in den späten und schlechten Verteidigungsmaßnahmen Washingtons zu suchen waren. Nachdem der Naval Limitation Treaty (1921) zunächst die militärische Aufrüstung aller amerikanischen Gebiete westlich von Hawaii verbot, zögerte der amerikanische Kongress nach dem Auslaufen des Vertrags 1936, das Versäumte nachzuholen - aus Sorge, Japan könnte dies als einen Akt der Aggression auslegen. So wurde der Verteidigungsetat für Midway, Manila, Wake, Guam und Samoa erst im Frühjahr 1941 um einige Millionen aufgestockt.198

Strategisches Interesse an den Pazifik-Inseln entwickelten die Vereinigten Staaten zwar schon vor Kriegseintritt - wenn auch in anderer Hinsicht: So "kauften" die Amerikaner zwischen 1935 und 1936 Großbritannien die Inseln Baker, Howland, Jarvis und Enderbury ab, die auf halbem Weg zwischen Australien und dem amerikanischen Festland liegen, und für den zivilen Luftverkehr als Zwischenstops zum Auftanken sehr wichtig waren.199 Angesichts der sich deutlich abzeichnenden Konfrontation mit Japan rächte sich die Vernachlässigung der Verteidigungsaufgaben 1941. Doch auch andere Fehler führten zu dem Fiasko von Hawaii. Die Roosevelt Administration und amerikanische Militärexperten waren davon ausgegangen, dass die vor Pearl Harbour liegende Flotte die Japaner von einem Angriff abschrecken würde. Sie erkannten nicht, dass sie auch ein attraktives Ziel bot. Der Angriff erwies sich im Nachhinein aber vor allem als Debakel für den amerikanischen Geheimdienst. Insgesamt 56 verschlüsselte Nachrichten hatten die Spionage-Abwehrexperten im Winter `40 und Frühjahr `41 abgefangen, die auf den bevorstehenden Angriff hinwiesen, aber als Täuschungsmanöver verstanden wurden.200

"The United States is going to get all the bases it needs in the Pacific for our complete and future protection ... We do not propose to give up what we have gained at such cost."

Harry Truman, 1945

Nach Pearl Harbour eroberten die Japaner die Philippinen und Wake in kurzer Zeit. Guam wurde sogar kampflos eingenommen. Im Juni 1942 besetzten Nippons Soldaten bereits Kiska und Attu, zwei der äußersten Inseln in den Aleuten. Wären die strategisch wichtigen Basen besser geschützt und wachsamer gewesen, hätte der folgende Inselkampf möglicherweise mit geringeren Verlusten und zu einem früheren Zeitpunkt zugunsten der Vereinigten Staaten entschieden werden können. So aber wurde der japanische Überfall auf Hawaii zum Trauma für die amerikanische Öffentlichkeit und die Diskussion um die Pazifik-Inseln als Bollwerk zum Schutz der Vereinigten Staaten vor allem auf emotionaler Ebene geführt. In Wirklichkeit ging es in Mikronesien um die Fortsetzung einer Jahrzehnte alten Debatte über die kolonialistischen Ambitionen der USA. Bereits 1899 war das Gedicht "The White Man's Burden" veröffentlicht worden, mit dem Rudyard Kipling Amerika im Kreis der imperialistischen Großmächte begrüßen wollte. Das Werk löste in den folgenden Jahren eine Flut von Reaktionen in den amerikanischen Medien aus (siehe auch Abb.10, S.60). Der Begriff `Imperialismus' war ja bereits in der Vergangenheit negativ von Kritikern der amerikanischen Expansionspolitik benutzt worden, wenige Jahrzehnte später sollte er zum obersten Begriff von Marxisten mutieren, um die Bosheit und den Verfall des kapitalistischen Systems zu beschreiben. In der Tat waren die Vereinigten Staaten um die Jahrhundertwende zu einem Empire geworden, das auch die Philippinen und Guam umfasste. Kiplings Gedicht vertrat ein Konzept, dem sowohl britische als auch amerikanische Expansionisten anhingen: Nämlich, dass ein Verhältnis von Herrschern und Beherrschten nicht grundsätzlich schlecht sein musste. "Primitive Zivilisationen", die unerwartet mit den internationalen politischen Konflikten technisch höher entwickelter Kulturen konfrontiert wurden, waren demnach auf deren Hilfe angewiesen, um in der modernen Welt bestehen zu können. "Es gibt keinen Grund, warum sich die Amerikaner wegen ihres imperialistischen Experiments schämen müssten", meinte William Pratt 1950. Tatsächlich hätten die betroffenen Menschen, die unter amerikanischem "Schutz" standen, von diesem Verhältnis profitiert und die Bedingungen stillschweigend akzeptiert, weil die Vorteile für das Individuum überwiegten.201

Die Amerikaner rechtfertigten ihr Engagement in anderen Ländern Mittel- und Südamerikas, den Inseln der Karibik und des Pazifischen Ozeans stets damit, dass sich ihre Einflusszone von denen der traditionellen, europäischen Kolonialmächte grundsätzlich unterschied: Während andere Nationen darauf aus waren, ihre Kolonien auszubeuten und zu unterdrücken, wollten Amerikaner ihre Gebiete "nur schützen und (ihnen) den richtigen Weg wei-sen."202 Im Gegensatz zu Theodor Roosevelt begründete dessen Nachfolger Woodrow Wilson das Engagement der USA in Asien mit der moralischen Verpflichtung der Amerikaner, "eine führende Rolle in der Öffnung und Transformation des Ostens" zu übernehmen. Keine Administration hatte je zuvor von besetzten Gebieten als Kolonien gesprochen. Mit Blick auf die Philippinen, die Wilsons Interesse am Pazifik erst geweckt hatten, meinte der Präsident, die Herausforderung "einer gerechten kolonialen Verwaltung" bestünde darin, die Eingeborenen "geduldig die Regeln der Selbstverwaltung zu lehren", um damit zu demonstrieren, dass "uns nur ihr Wohlbefinden am Herzen liegt."203 Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Philippinen auf dem Sprung in die Unabhängigkeit. Wenige Jahre später sollte der ehemalige Kriegsgegner Japan zum Partner in der Allianz gegen den kommunistischen Vormarsch in Asien werden. Unter diesem Gesichtspunkt erschien der Verzicht der nun dominierenden Weltmacht, Mikronesien zu annektieren, als besonders großzügig. Die Unterstellung des Territoriums unter das Treuhandmandat der Vereinten Nationen sollte sich aber als bequemer Kompromiss herausstellen, der den USA alle Möglichkeiten ließ, das Gebiet nach ihren Vorstellungen zu nutzen und zu prägen. Während beispielsweise Frankreich eisern an seinen Überseeterritorien festhielt, war dies eine neue Form des Kolonialismus.

4.2. Amerikanische Interessen im Konflikt mit den eigenen Idealen

"The crisis of the time in Asia is colonialism versus anticolonialism."

Jawaharlal Nehru, 1957

"Bedrohung der freien Welt durch den Kommunismus" und "Feindseligkeiten der Sowjetunion" hießen ab der Nachkriegszeit die wichtigsten Begründungen, mit denen die Vereinigten Staaten ihre eigenen strategischen und sicherheitspolitischen Projekte rechtfertigten. Spätestens als sich Ende der 50er Jahre die bereits beschriebene Dekolonisierungsbewegung auf dem diplomatischen Parkett der Vereinten Nationen zu etablieren begann, wurde für die USA ein Dilemma offensichtlich: Amerika war hin- und hergerissen zwischen den Interessen und Argumenten der alliierten, europäischen Westmächte, die beteuerten, es gäbe für ihre Besitzungen und deren Bevölkerungen keine bessere Alternative, als den Kolonialstatus, und dem Dogma von Asiaten und Afrikanern, dass alle fraglichen Gebiete "wie klein und unterentwickelt sie auch sein mochten, das Potential zur Selbständigkeit und zum Überleben nach der Unabhängigkeit" hatten.204 Die undankbare Rolle des Vermittlers zwischen Kolonialisten und Freiheitskämpfern fiel den Vereinigten Staaten angesichts der eigenen kolonialen Geschichte fast von alleine zu. Doch während des Kalten Krieges war es für die USA nicht möglich, eine so klare Position zu beziehen, wie Woodrow Wilson oder Franklin Roosevelt das noch getan hatten. Zwar stellte Dwight Eisenhower 1956 in diesem Zusammenhang fest, dass "Amerika nach wie vor der Freund von allen sei ... und nicht einseitig Partei beziehen" würde, entsprechend den politischen Realitäten konnten die USA aber nur der Unabhängigkeit zustimmen, sobald das Territorium tatsächlich seine eigenen Interessen vertreten und Angelegenheiten wahrnehmen konnte. "Dieser Zeitpunkt," schrieb Lincoln Bloomfield in seiner Studie für das United Nations Project Center for International Studies," kommt für gewöhnlich früher, als die Verwaltungsmächte einsehen, aber später als die Führer der Unabhängigkeitsbewegungen darauf bestehen."205

Im Fall von Mikronesien trug auch der Interessenkonflikt zwischen dem Department of Defense (DOD) dem Außen- und dem Innenministerium dazu bei, dass die Vereinigten Staaten den richtigen Zeitpunkt für ein beide Seiten zufriedenstellendes Abkommen mit den Pazifik-Inseln verpassten:

Die Repräsentanten im Kongress von Mikronesien zeigten bald, dass sie die erste Lektion in Sache "demokratische Einrichtungen" gelernt hatten und regten 1966 eine Diskussion über den zukünftigen politischen Status der Pazifik-Inseln an. Der Zeitpunkt war günstig gewählt, denn gerade entwickelten einige Insulaner, genervt von der Tatsache, dass die Verwaltungsmacht lange beklagte infrastrukturelle Mängel immer noch nicht behoben hatte, die ersten anti-amerikanischen Gefühle. Die Abgeordneten forderten, Mikronesien nach Beendigung der Treuhandschaft einen ähnlichen Commonwealth-Status zu geben wie Puerto Rico.

Washington war irritiert: Da das Territorium in der Zuständigkeit des Innenministeriums lag, wollte man die Pazifik-Inseln auch nicht als au ß enpolitisches Problem behandeln. Um die Pazifik-Inseln enger an die Vereinigten Staaten zu binden, erkannte die Nixon-Administration Ende der sechziger Jahre, dass sie vor allem das Parlament stärken musste. Im Mai `69 flog Innenminister Walter Hickel persönlich nach Saipan, im Gepäck ein Bündel von Entwicklungshilfeprojekten und einen Vorschlag, der den Mikronesiern zwar mehr Mitbestimmungsrecht bei gleichzeitiger Anbindung an die USA anbot, aber keine Wahl zwischen einer solchen Assoziation und wirklicher Unabhängigkeit ließ. Dafür versprach der Minister, "alle Anstrengungen zu unternehmen, um das Ungleichgewicht bei den Lohnstaffelungen abzuschaffen."206

Hickel hoffte, innerhalb von zwei Jahren eine Volksabstimmung durchführen zu können, bei der die Mehrheit der Insulaner für eine neue Regierung stimmen sollten. Wäre das Plebiszit positiv ausgefallen, hätte Washington gegenüber dem UN-Sicherheitsrat erklären können, Mikronesien habe sich freiwillig für ein fortbestehendes enges Verhältnis zu den USA entschieden. Eine weitere Wahl, so der Plan, wäre dann überflüssig gewesen, obwohl die Unabhängigkeitsfrage in Wirklichkeit nie auf der Tagesordnung gestanden.207

Als die misstrauisch gewordenen Eingeborenen zögerten, bot Washington den Pazifik-Inseln Anfang 1970 den Status eines amerikanischen Territoriums zu den gleichen Bedingungen wie Amerikanisch-Samoa und auch Guam an. Die Mikronesier wären dadurch zwar der Nationalität nach Amerikaner geworden, allerdings ohne die Rechte von Staatsbürgern.208 Einen progressiveren Vorschlag machte Ernest Gruening, der ehemalige Direktor der Abteilung Territories and Island Possessions, einer von Franklin Roosevelt gegründeten Sonderbehörde im Innenministerium: Mit Verweis auf "das grundlegendste aller amerikanischen Prinzipien, dem `government by consent of the governed'", empfahl er, das Treuhandgebiet mit Hawaii zu einem neuen pazifischen Super-Staat zu verschmelzen. "Es wäre die Gelegenheit unseren ausgezeichneten anti-kolonialen Ruf zu bestätigen und wieder einmal zu demonstrieren, dass wir keine zweitklassigen Bürger unter `Stars and Stripes' wollen. Mit anderen Worten, wir sollten, wie im Fall der Philippinen, Puerto Rico, Alaska und Hawaii, den Mikronesiern den politischen Status geben, den sie selbst wollen."209 Bedauerlicherweise existierte die enge Zusammenarbeit der Pazifik-Inseln zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr. Im Jahre 1967 hatte der Kongress von Mikronesien ein moderates Einkommenssteuergesetz verabschiedet, das dennoch eine heftige Kontroverse um eine zukünftige gemeinsame Politik auslöste. Der Bärenanteil amerikanischer Aufbaugelder war bislang in die Nördlichen Marianen und die Marshallinseln geflossen. Also sollten die wohlhabendsten Inseln auch das größte Stück zum Steuerkuchen beitragen (die Marshall- Atolle allein 60 % der Gesamtsumme), der vor allem den ärmeren Inseln zugute kommen sollte. Auf Saipan gab es heftige Proteste gegen das Gesetz. Das Parlament der Marianen drohte den Vereinten Nationen 1971 sogar, sollte die allgemeine drei-prozentige Einkommenssteuer eingeführt werden, würden sich die Nördlichen Marianen "notfalls mit Waffengewalt und ohne das Einverständnis der UNO" von Mikronesien lossagen.210 Im gleichen Jahr hatte US-Hochkommissar Edward Johnston, ein Republikaner aus Honolulu, sechs mikronesische Stellvertreter ernannt, die als Beauftragte der jeweiligen Bezirke des Treuhandgebietes mehr Autorität bekamen. Sie sollten dafür sorgen, dass wichtige Entscheidungen auf regionaler Ebene getroffen wurden, um anschließend im mikronesischen Parlament einen schnellen Konsens zu finden. Diese Dezentralisierung von Entscheidungsgewalt schwächte die Legislative. Unbeabsichtigt von den Amerikanern wurden die Bezirke so (wieder) zu eigenständigen politischen Einheiten, die vor allem auf den eigenen politischen und finanziellen Vorteil bedacht waren. Hatte der mikronesische Kongress zuvor mit einer Stimme gesprochen, so verhandelten die Amerikaner plötzlich auf sechs Ebenen gleichzeitig, was die Sache erheblich komplizierte.211

Eindeutig dagegen lehnte die mikronesische Legislative die Territoriums-Option ab. Wenige Wochen später erweiterte Washington sein Angebot, vor allem als Reaktion auf den wachsenden Druck durch die anderen westlichen Mitglieder im Treuhandrat der UN. Innenminister Rogers Morton erklärte im Kongreÿ, die Vereinigten Staaten hätten in ihren Beziehungen zu Mikronesien "die Zügel schleifen lassen." Er kündigte eine neue Initiative an, bei der die Interessen von Innen-, Außen- und Verteidigungsministerium gleichwertig berücksichtigt werden sollten. Die USA waren nun bereit, Mikronesien den Commonwealth- Status zu gewähren, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Um alle militärischen Optionen offen zu halten, waren die Amerikaner nicht bereit, auf das Recht, Land zu enteignen, zu verzichten (Power of eminent domain). Für die kleinen Pazifik-Inseln war gerade das die entscheidende politische Frage. Landmasse gehörte zu den kostbarsten Resourcen des Gebiets, weil so wenig vorhanden war.212

Wieder lehnte das Parlament auf Saipan ab. In der Begründung, welche die Delegierten Hochkommissar Johnston als Antwort schickten, hieß es "der Commonwealth-Status biete weit weniger Möglichkeiten zur Selbstbestimmung, als für den Kongress und die Menschen von Mikronesien als auch für die Vereinten Nationen akzeptabel wären."213 Stattdessen schlug der Kongress den USA eine "freie Verbindung" (Free Association), nach dem Vorbild Großbritanniens mit einigen kleinen Karibik-Inseln vor. Nach dieser Vereinbarung hätten die Vereinigten Staaten Mikronesien als intern souveränen Staat anerkannt, im Austausch für die Fortsetzung der großzügigen Subventionszahlungen, weiterhin die Kontrolle über die Außen- und Sicherheitspolitik des ehemaligen Treuhandgebietes gehabt. Das Prinzip berücksichtigte die amerikanischen Sicherheitsinteressen, denn die Insulaner räumten den USA das Recht, Militärbasen zu unterhalten, ein, und verpflichteten sich gleichzeitig, keiner anderen Macht einen ähnlichen Zugang zu gewähren. Den Pazifik-Inseln hätte das Abkommen geholfen, ihre Wirtschaft weiter anzukurbeln.

Das amerikanische Interessen-Konsortium lehnte diese Form der freien Assoziation ab, zumal Mikronesien darauf bestand, den Vertrag jederzeit lösen zu können. "Die Möglichkeit, das Abkommen mit den Vereinigten Staaten unilateral zu beenden, ist ein notwendiges Mittel um eine eigene Identität zu bewahren, wenn ein kleiner, schwacher Staat wie Mikronesien ein Bündnis mit einer Großmacht eingeht", sagte Senator Lazarus Salii aus Palau. Die Nixon- Administration reagierte mit dem Kommentar, "der Vorschlag sei ungewöhnlich (outlandish) und Mikronesien offensichtlich noch nicht bereit zur Selbständigkeit." Die Gespräche über den zukünftigen politischen Status wurden daraufhin bis Oktober 1971 ausgesetzt.214 Richard Nixons Guam Doktrin leitete 1970 den langsamen Rückzug amerikanischer Truppen vom asiatischen Kontinent ein. In diesem Zusammenhang wurde der Bedarf neuer Militärbasen im Pazifik besonders deutlich. So ernannte der Präsident F. Haydn Williams zum Unterhändler und Leiter des neu geschaffenen Office of Micronesian Status Negotiations. Williams trat sein neues Amt im Rang eines Botschafters an; ein deutliches Zeichen, dass die Mikronesier "verwaltungstechnisch gesehen nicht mehr als Übersee-Eskimos angesehen wurden."215

Allerdings hatte es in Mikronesien mittlerweile einen weiteren Stimmungsumschwung gegeben: Das erklärte Ziel hieß jetzt Unabh ä ngigkeit; auch wenn die Abgeordneten des gemeinsamen Parlaments wussten, dass diese höchstens langfristig zu erreichen war. Im

Frühjahr 1971 wurde die Independence Coalition gegründet, die erste nationale Partei der Pazifik-Inseln. Um den USA zu zeigen, wie ernst es ihnen mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung war, luden die Abgeordneten außerdem eine Delegation des UN Committee on Decolonization ein, nach Mikronesien zu kommen, um sich selbst ein Bild von der Lage auf den Inseln zu machen. Unterstützt von ihren amerikanischen Kommilitonen, organisierten mikronesische Studenten an den Universitäten von Guam oder Hawaii Demonstrationen, um ihren Unabhängigkeitswillen zu bekräftigen. Schließlich verabschiedete die Legislative vor Wiederaufnahme der Verhandlungen die Joint Resolution No. 87, in der die vier Grundsätze der pazifischen Position zum Ausdruck kamen:216

1. Die Souveränität Mikronesiens beruht auf der Bevölkerung und seiner rechtmäßig gewählten Regierung.
2. Die Bevölkerung von Mikronesien hat das Recht auf Selbstbestimmung und kann deshalb zwischen der Unabhängigkeit und Selbstverwaltung mit freier Anbindung an ein beliebiges Land oder einen Staatenbund wählen.
3. Die Bevölkerung von Mikronesien hat das Recht, seine eigene Verfassung zu bestimmen und jederzeit zu ergänzen, zu verändern, oder außer Kraft zu setzen; und
4. Die freie Anbindung soll in Form eines auflösbaren Vertrags definiert werden, der von beiden Seiten auch unilateral gekündigt werden darf.

Während die amerikanische Verhandlungskommission widerstrebend den ersten drei Punkten nach und nach zustimmte, erfolgte im vierten keine Annäherung. "Wir glauben, dass die Vereinigten Staaten bei jeder Entscheidung, die die Stabilität der Pazifik-Region betrifft, eine Stimme haben müssen", erklärte Franklin Haydn Williams. Die militärischen Pläne des Verteidigungsministerium nahmen konkrete Formen an, und man wollte sichergehen, dass die Streitkräfte "anderer Staaten", gemeint war die Sowjetunion, auf unbestimmte Zeit keinen Zugang zum mikronesischen Territorium bekamen. Auf der anderen Seite wehrten sich die Mikronesier gegen jeden Vertrag, der ihnen nicht die Möglichkeit gab, das Abkommen mit den Vereinigten Staaten selbständig zu lösen. "Freiheit" im Sinne des Begriffs freie Assoziation, bedeutete für sie genau das.217

So endete auch diese Verhandlungsrunde ergebnislos. Botschafter Williams bat im Oktober 1972 um eine Unterbrechung der Verhandlungen auf unbestimmte Zeit, damit die Nixon- Administration Zeit hätte, die Situation neu zu analysieren. Zwar gab es im Jahr darauf nochmals einen Versuch, im Sinne des ursprünglichen Treuhandgedankens eine einvernehmliche Lösung für das gesamte Gebiet zu finden, doch die Initiative wurde - zumindest von amerikanischer Seite - diesmal nur noch halbherzig betrieben. Gleichzeitig nahmen Unterhändler auch intensive Gespräche mit den nördlichen Marianeninseln über ein mögliches Separatabkommen auf, nachdem diese als erste Sezessionsabsichten hatten erkennen lassen. Die UN-Mission, die das Treuhandgebiet im Sommer 1973 besuchte, protestierte gegen diese getrennten Verhandlungen, die nicht im Sinne des Treuhandabkommens waren.218

Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt sollte es den mikronesischen Verhandlungsführern und Botschafter Williams Mitte gelingen, einen vorläufigen Vertragsentwurf vorzulegen, der allerdings die Nördlichen Marianen nicht mehr berücksichtigte - im Sommer 1975 hatten sich die Wähler der Marianeninsel für einen eigenständigen Commonwealth-Vertrag mit den USA ausgesprochen. Widerstand gegen diese "erste territoriale Expansion seit über 50 Jahren" gab es auch unter amerikanischen Politikern wenig. Einer der wenigen, die gar versuchten, das Abkommen zu verhindern, war der demokratische Senator Gary Hart (Colorado). Für ihn war es unverständlich, wie sich "die Vereinigten Staaten auf diese veralterte Art der Politik einlassen konnten, mit der (die Inseln) in eine amerikanische Militärkolonie verwandelt werden sollten." Seine Meinung überzeugte andere Abgeordnete nicht. So wurde der Covenant am 24. März 1976 vom amerikanischen Kongress bestätigt, und die Marianen verließen den Congress of Micronesia.219 Durch den Alleingang der nördlichen Nachbarn ermutigt, forderten jetzt auch Palau und die Marshallinseln separate Abkommen. So verlangten die Marshallesen beispielsweise, die Verhandlungen über den Compact of Free Association auszusetzen, bis die Landbesitzfrage geklärt war. Auch Palau ging sogar auf Konfrontationskurs zu den eigenen Nachbarn, indem es dem Kongress eine Liste mit sieben "nicht-verhandelbaren" Forderungen überreichte. Lazarus Salii, der palauische Vorsitzende der mikronesischen Verhandlungsdelegation, erklärte, die Hauptstadt des neuen Mikronesien müsste auf jeden Fall in Palau liegen. Jeder Bezirk des neuen Bundes müsste darüber hinaus jederzeit das Recht haben, aus der Föderation austreten zu können. "Die Zeit ist auf der Seite der Selbstbestimmung", erklärte er. "Kolonialismus ist tot, obwohl noch Überreste bestehen."220

Gemeinsam trafen sich alle Parteien (ohne die Marianen) im April 1978 zu einer letzten Verhandlungsrunde in Hilo auf Hawaii. Dort unterzeichneten die mikronesischen Delegationsleiter sogar ein gemeinsames Papier mit dem Titel "Statement of Agreed Principles for Free Association", nichts anderes also als ein Vorvertrag zu einem allgemeinen Assoziierungsabkommen, über das Washington auch mit den einzelnen Bezirken verhandelte. Sonderbotschafter Rosenblatt hatte nichts Eiligeres zu tun, als UNO-Generalsekretär Kurt Waldheim diese (unverbindliche) Erklärung als Erfolg zu präsentieren. Schließlich legte die Weltorganisation viel Wert darauf, dass ganz Mikronesien aus dem Treuhandabkommen entlassen werden konnte.221

Doch wieder lag der Teufel im Detail: Zwar räumten die USA den mikronesischen Teilstaaten das Recht ein, den auf 15 Jahre ausgelegten Vertrag auch einseitig zu beenden, doch würden bei einem solchen Vorgehen, im Gegensatz zu einer einvernehmlichen Entscheidung, auch sofort alle Entwicklungs- und Subventionsprogramme von Seiten der Amerikaner gestoppt. Die Klausel war eine so offensichtliche Notbremse Washingtons, dass die Insulaner nicht bereit waren, sie zu akzeptieren. Beide Seiten waren sich schließlich darüber bewusst, dass Mikronesien ohne amerikanische Wirtschaftshilfe kaum überlebensfähig sein würde. Was folgte, war die endgültige Aufspaltung Mikronesiens.

4.2.1. Zur Rolle der Militärs und der nuklearen Entsorgung

Ausgerechnet im Pazifik, dem Stillen Ozean, der seinen Namen vom portugiesischen Entdecker Fernáo de Magellan erhalten hatte, nachdem dieser das größte Weltmeer durchsegelt hatte, ohne in einen einzigen Sturm geraten zu sein, sollte es auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gar nicht so friedlich zugehen. Das amerikanische Verteidigungsministerium suchte ein geeignetes Testgelände für seine neue Superwaffe, die Atombombe.

Solch ein Gebiet war schnell gefunden: Das Bikini-Atoll in den Marshall-Inseln, weit vom amerikanischen Festland entfernt und spärlich besiedelt, bot die idealen Voraussetzungen. Doch bevor die Tests beginnen konnten, musste die Navy die 154 Einwohner von Bikini kurzerhand auf das rund 200 Kilometer entfernte Rongerik umsiedeln. Für die Insulaner begann damit eine Odyssee, die sie für mehrere Jahrzehnte zum Leben im Exil zwingen sollte.222

Dafür konnten im Frühjahr 1946 die Nuklearversuche beginnen. Noch bevor die Marshall- Inseln anderthalb Jahre später als Teil des Treuhandgebietes unter das UNO-Mandat gestellt wurden, hatte die Armee 15 solcher Tests durchführen lassen, um die Wirkung dieser Waffen auf Mensch und Material zu untersuchen. 1947 wurden auch die 142 Bewohner des Eniwetok Atolls von der amerikanischen Administration nach Ujilang umgesiedelt, damit die Vereinigten Staaten ein zweites Testgelände für Nuklearwaffen erhielten. Im darauffolgenden Jahr begann auf dem Eiland eine Serie von Versuchen, mit der die Wissenschaftler herausfinden wollten, wie viel Licht und Hitze und welche Menge Radioaktivität bei der Explosion einer Kernwaffe freigesetzt wurden. Später sollten auch Materialien und Gebäude auf ihre Widerstandsfähigkeit hin getestet werden.223

"I want every wave in the Pacific to be an American wave."

Dean Rusk, 1961

Im Frühjahr 1954 kündigte die Atomic Energy Commission (AEC) eine neue nukleare Testreihe auf Eniwetok an. Bislang waren im Pazifik 45 Atombomben explodiert, darunter im Vorjahr zum ersten Mal die neuentwickelte Thermonuklear-Waffe, mit einer Zerstörungskraft von über 5.000.000 t TNT das stärkste Geschoss der US-Army. Wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen solcher Atomversuche war die Vorausberechnung der günstigsten Windverhältnisse, um die nächsten bewohnten Inseln vor dem nuklearen Fall-Out, dem "schwarzen Regen" der radioaktiven Wolken, zu verschonen. In der Regel waren März und April die günstigsten Monate zur Durchführung dieser Tests, denn die Frühlingsstürme über dem Pazifik bliesen für gewöhnlich beständig aus Nordost.224

Am 1. März verschätzten sich amerikanische Wissenschaftler allerdings bei den Berechnungen für die Explosion eines atomaren Sprengkörpers auf Bikini (Operation Bravo). Sie hatten die Gewalt der Detonation unterschätzt und zu allem Unglück änderte sich auch noch plötzlich die Windrichtung. Die radioaktive Wolke breitete sich in östlicher Richtung aus, erfasste das japanische Fischerboot Lucky Dragon und verseuchte wenig später auch die bewohnten Rongelap, Uterik und Ailinginae Atolle. 236 Marshallesen und 28 amerikanische Marineangehörige wurden dabei zum Teil sehr hohen radioaktiven Strahlungen ausgesetzt und mussten evakuiert werden.225

Ein an den Rettungsaktionen beteiligter Unteroffizier beschrieb die Situation wie folgt: "Zwei Zerstörer erreichten heute Kwajalein. Sie waren vollgestopft mit Eingeborenen von einer der Marshallinseln, die weniger als 75 Meilen von der Explosion entfernt lag. Diese hatten zahlreiche Verbrennungen erlitten und zeigten Wunden, die auf Radioaktivität zurückzuführen sind." Dagegen hieß es in einer offiziellen Stellungnahme der AEC, zehn Tage nach dem Zwischenfall, die Amerikaner und Marshallesen, die "un-vorhersehbar der Strahlung ausgesetzt waren, zeigten keine Verbrennungserscheinungen und sind wohlauf."226 Die Besatzung des japanischen Trawlers, die aus Unwissenheit über die bevorstehenden Atomtests zum Zeitpunkt der Explosion gefährlich nahe am Bikini-Atoll ihrer Arbeit nachging, war dem radioaktiven Ascheregen schutzlos ausgesetzt. Nachdem einzelne Mannschaftsmitglieder nur wenige Tage später die ersten "unerklärlichen" Krankheitssymptome zeigten, sich Blasen und Hautausschläge einstellten, kehrten sie nach Tokio zurück.227

Einige Jahre nach dem Vorfall schickte die Eisenhower-Administration einen jungen Landwirtschaftsingenieur und Angestellten des Innenministeriums für zwei Jahre nach Rongelap, einem der 1954 verstrahlten Atolle. Neil Morris sollte nicht nur Entwicklungsarbeit leisten, sondern dadurch, dass er sich wie die Einheimischen von Fisch, Brotfrüchten und Kokosnüssen ernährte, die Insulaner und UN-Kritiker überzeugen, dass der Level der Radioaktivität auf dem Eiland für Menschen völlig ungefährlich war. In einem Zwischenbericht 1959 hieß es in der New York Times: "Nach einem Jahr zeigt Morris keine Anzeichen einer Krankheit und fühlt sich wohl." Mit diesem Beweis fiel es den Amerikanern leicht, auch die Herausforderung des russischen UN-Delegierten, Valentin Oberemko, "den Bewohnern des pazifischen Treuhandgebietes zu versprechen, keine weiteren Atomversuche durchzuführen", abzulehnen.228

Doch auch andere Organisationen und Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen forderten mittlerweile die Einstellung der Tests. So appellierte Indien am 25. Juni 1958 an die USA, die "asiatischen Völker der Pazifik-Inseln" nicht länger den Gefahren von Nuklearwaffentests schutzlos auszusetzen. "Wenn die Vereinigten Staaten meinen, sie müssten die Tests fortführen", sagte Arthur Lall, der indische Delegierte im Treuhandrat, "warum setzen sie dann nicht ihre eigene Bevölkerung den Strahlen aus?"229

Auch Norman Thomas, Führer der amerikanischen Sozialistischen Arbeiterpartei, überreichte dem Treuhandrat eine Petition, die das Gremium aufforderte "alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Atomtests im Pazifik zu stoppen." Die Sowjetunion verlangte, die Amerikaner sollten endlich die Rechte der Insulaner im Treuhandgebiet wieder herstellen und Japan schickte eine Protestnote direkt an das State Department. Schließlich erreichte den Treuhandrat noch eine Bittschrift der betroffenen Marshallesen, die ebenfalls darum baten, auf zukünftige Tests zu verzichten, oder "falls das nicht möglich wäre", eine Garantie darüber haben wollten, "dass bei zukünftigen Versuchen alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen würden, um die Verletzung der Insulaner und Zerstörung ihres Eigentums zu verhindern."230

Selbst aus den Vereinigten Staaten wurde der Treuhandrat mit Petitionen förmlich überhäuft. "Es kann nicht argumentiert werden, dass die (nuklearen) Explosionen den Menschen im Treuhandgebiet irgendwelche Vorteile bringen", schrieb beispielsweise eine New Yorker Bürgerinitiative. "Wir glauben, das diese Verwendung von Territorien, die treuhänderisch für die Vereinten Nationen verwaltet werden, gegen die Charta, den Geist internationaler Zusammenarbeit und die Menschenrechte verstößt."231

Als Reaktion auf die wachsende öffentliche Kritik und die Demonstrationen der Anti- Atomwaffenbewegung ergriff die AEC neue Sicherheitsmaßnahmen, um die nuklearen Versuche zu schützen. Im Februar 1958 bestimmte die Kommission eine 390.000 Meilen umfassende "Gefahrenzone" um Bikini und Eniwetok herum, die weder Ausländer noch amerikanische Zivilisten betreten, bzw. befahren durften. Sofort regte sich internationaler Protest: In den Vereinigten Staaten wurde der Erlas als "verfassungswidrige Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf offener See" angesehen, die UdSSR nutze den Eklat, um im Treuhandrat gegen den Plan der USA zu klagen, die "ihnen anvertrauten Marshall-Inseln als ständiges Testgebiet für Nuklearwaffen zu missbrauchen. Dieses Vorgehen verstoße gegen die UN-Charta und die Verpflichtungen, welche die Vereinigten Staaten im Rahmen des Treuhandabkommens ein-gegangen waren."232

Konkret richtete sich das Dekret der AEC gegen vier Pazifisten, die mit ihrer Yacht, der Golden Rule, von Kalifornien aufgebrochen waren, um, der Warnung von Behörden zum Trotz, zum Bikini-Atoll zu fahren und mit ihrer Anwesenheit weitere Atomtests zu verhindern. Die Küstenwache brachte das Boot schließlich kurz hinter Hawaii auf und nahm die Besatzung vorläufig fest.233

Obwohl es keinen Beweis für eine direkte Verbindung zu den Protesten gab, beendete die Testserie von 1958 das erste nukleare Kapitel der Marshall-Inseln. Insgesamt 66 nukleare Bomben waren in den vergangenen 12 Jahren detoniert. Die waffentechnologischen Entwicklungen der vergangenen zwei Jahrzehnte hatten dazu geführt, dass Mikronesien viel von seinem ursprünglichen strategischen Wert als Pufferzone für die Vereinigten Staaten verloren hatte. Im Atomzeitalter waren Langstreckenbomber und Raketen nicht mehr auf die Basen angewiesen, Kommunikation war weltumspannend (seit der Kuba-Krise gab es sogar eine direkte Telefonleitung zwischen Kreml und Weißem Haus) und das Pentagon verfügte über ausgeklügelte Aufklärungs- und Frühwarnsysteme. Doch angesichts des Engagements der USA in Asien und der Zuspitzung des Kalten Krieges sollten den Pazifik-Inseln bald neue militärische Aufgaben zukommen.

Präsident Kennedy setzte sich beispielsweise von Beginn seiner Amtszeit an für die Realisierung des teuren Nike-Zeus Programms ein, einem Luftabwehr-Raketenprojekt (Anti- Ballistic Missiles, ABMs). Bereits Ende der fünfziger Jahre war auf Kwajalein eine experimentelle Abfangbasis gegen interkontinentale Raketen (Intercontinental Ballistic Missiles, ICBMs) installiert worden, die von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien abgefeuert wurden. Unter der Kennedy-Administration wurde das Atoll zur wichtigsten amerikanischen Einrichtung dieser Art ausgebaut. Auf den flachen Sandinseln entstand ein hochmodernes Kommunikationszentrum; Radaranlagen und Raketenabschussbasen wurden errichtet. 1964 übernahm die US-Army das Testgelände von der Navy. Nach Abschluss der Modernisierung der Anlage führte die Armee bis zu 1500 Abschussversuche im Jahr durch. Neben den Langstreckenraketen lag der Schwerpunkt auf den neueren, mit mehreren Sprengköpfen ausgestatteten ICBMs der Trident-Klasse, die von U-Booten abgeschossen wurden. Auch die Frühwarnsysteme Sentinel und Safeguard wurden zuerst auf Kwajalein getestet.234

Infolge dieser Experimente mussten zwischen 1961 und 1966 auch die Bewohner der Insel Lib, rund 80 Kilometer südwestlich von Kwajalein gelegen, aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, denn das Eiland lag in der Einflugschneise der Raketen, die abgeschossen wurden und als Schrott vom Himmel fielen. Aus ähnlichen Gründen wurden schließlich nach und nach alle um Kwajalein liegenden Inseln entvölkert. Die Marshallesen kamen fast ausschließlich auf die kleine Insel Ebeye, wo sie bald mit den Problemen der Überbevölkerung zu kämpfen hatten.235

Die Marianeninseln, Guam und Palau wurden von Pentagonexperten als Teil eines antikommunistischen Verteidigungsbogens (Defensive Arc) gesehen. Nachdem sich Washington die Loyalität der Marianen durch den Abschluss des Commonwealthvertrags gesichert hatte und begann, die auf Okinawa stationierten Truppen nach Saipan und Tinian auszulagern, wollte man auf Palau eine ähnliche Fall-Back Basis vor allem für die großen philippinischen Stützpunkte schaffen. Nachdem der Thron von Präsident Ferdinand Marcos, geschwächt durch politische Skandale, Korruptionsvorwürfe und kriegerische Auseinandersetzungen mit kommunistischen Partisanen, zu Be-ginn der achtziger Jahre anfing zu wackeln, war eine Verlängerung der Pachtverträge nach 1991 vielleicht nicht mehr möglich.

Für sich gesehen hatte Palau im Zeitalter der Langstreckenraketen längst nicht mehr die strategische Bedeutung, die den Inseln noch am Ende des Zweiten Weltkriegs nachgesagt worden war. Doch als Außenstützpunkt paßten die Pazifik-Inseln weiterhin hervorragend ins Konzept der Planer. Aufklärungsflugzeuge konnten auf ihren Langstreckenmissionen auf Palau zwischenlanden und auftanken, die Nutzung der Hoheits-gewässer gewährte amerikanischen Kriegsschiffen und U-Booten einen freien Zugang zum nördlichen Pazifik und dem Philippinischen Meer, während feindliche Nationen gleichzeitig an der Durchfahrt gehindert werden konnten. Wohl auch, um die von den Plänen nicht begeisterten Palauianer zu beruhigen, bestätigte James Berg, politischer Berater des Office for Micronesian Status and Negotiation, 1986 aber, dass die mit rund 8 Milliarden Dollar veranschlagte Verlagerung der Militärbasen im günstigsten Fall ohnehin ein Planungsspiel bliebe: "Was unsere vorgelagertern Luftwaffen- und Marinestützpunkte angeht, so existiert der Verteidigungsbogen ja bereits. Palau ist wichtig, aber es hat eindeutig nur dritte Priorität."236 Auch die sowjetische Flotte operierte ja von Wladiwostok aus im Pazifik und war an einem strategischen Anlaufpunkt inmitten des Ozeans, der die Nachschub- und Verpflegungswege stark verkürzen würde, interessiert und auch bereit, sich die Sache etwas kosten zu lassen. Angesichts der zahlreichen armen und kaum überlebensfähigen Mikrostaaten in der Pazifikregion war es nach Ansicht amerikanischer Strategen nur eine Frage der Zeit, bis solch ein "Zwerg" auf das verlockende finanzielle Angebot der Russen einging. Diese Befürchtungen schienen sich zu bestätigen, als die Fiji-Inseln mit den Sowjets in Verhandlung über ein Hafen-Nutzungsabkommen traten (das allerdings nicht zustande kam). Auch Walter Lini, Premierminister von Vanuatu (Neue Hybriden), erklärte im Oktober 1982, sein Land würde die Häfen für sowjetische Kriegsschiffe öffnen, "um die exzessive amerikanische Präsenz auszugleichen." Kurze Zeit später räumten die Gilbert-Inseln den Sowjets Fischerei- Rechte in ihren Hoheitsgewäs-sern ein. Das Pentagon befürchtete, die russischen Fischtrawler könnten mit "präziser Überwachungselektronik anstatt mit Netzen" ausgestattet sein.237 Zivilisten drehten das Argument allerdings auch um: So hatte die Region, von amerikanischen Aktivitäten einmal abgesehen, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eigentlich keine militärische Aufrüstung erlebt. Die amerikanischen Pläne in Mikronesien konnten auch der sowjetischen Seite nicht lange verborgen bleiben. So schrieb Stephen Murray, der mehrere Jahre für das Peace Corps im Treuhandgebiet als Lehrer gearbeitet hatte, 1975: " Es wäre tragisch, wenn Amerikas atavistisches Streben nach Manifest Destiny in den Marianas die Wiederaufrüstung der Pazifik-Inseln zur Folge hätte."238

Doch auch Abrüstungsmaßnahmen hatten für die Pazifik-Inseln vor allem ökologische Auswirkungen. So wurden die bis dato in Okinawa gelagerten Nervengas-Vorräte der US- Army nach Auseinandersetzungen mit japanischen Bürgerinitiativen 1971 in ein geheimes Endlager auf Guam gebracht, wo sie später auch entsorgt werden sollten. Dabei sollte der Giftmüll erst nach Oregon oder Washington State geschafft werden. Der Plan war aber vorzeitig publik geworden und wieder gab es Proteste: diesmal von amerikanischen Steuerzahlern.239

Kostspielig sollten für die Militärs auch die Aufräumarbeiten zu den Atombomben-Versuchen in den Marshall-Inseln werden. Als 1977 die ersten 75 Eniwetakesen auf ihre Heimatinsel Japtan zurückkehren durften, wurden sie begleitet von einem Heer aus Wissenschaftlern und etwa 1000 Soldaten, um den Schaden, den die Armee angerichtet hatte, selbst wieder zu bereinigen und die Insel von den Spuren der Nukleartests zu befreien. Captain Chuck Day, Chef der Einsatztruppe sagte vor Journalisten, dass "etwa 200000 t kontaminierter Erde" von den Inseln geschafft werden sollten, dazu "mehrere tausend Tonnen verstrahlter Schrott." Ein Projekt, für das Washington allein 20 Millionen Dollar veranschlagte. Am Ende sollte allein diese Säuberungsinitiative sogar weit über $ 100 Mio. kosten. Für eine ähnliche Aktion auf dem Bikini-Atoll wollte die Reagan-Administration nach Angaben des Rechtsanwalts der Insulaner, Jonathan Weisgall, etwa 40 Millionen Dollar zur Verfügung stellen - unabhängig vom Ausgang eines schwebenden Verfahrens über $ 450 Mio. Schadensersatz.240 Die Zahl der Todesopfer als Folge des fehlgeschlagenen Wasserstoffbombentests von 1954 wurde nie bekannt, möglicherweise auch nie untersucht. Bis Ende der sechziger Jahre stand aber fest, dass einer der japanischen Fischer der Lucky Dragon und zwei Rongelapesen an Leukämie starben.241

Kontrovers wurde auch die Debatte mit Japan und den Vereinigten Staaten in der Frage der Entsorgung sogenannter "schwach"-radioaktiver Brennelemente aus den zivilen Atomkraftwerken und anderen atomaren Abfalls geführt. Während die USA in den siebziger Jahren begonnen hatten, ihren Sondermüll auf einigen unbewohnten Pazifik-Inseln "endzulagern", versenkte Japan seinen radioaktiven Abfall sozusagen vor der Haustür der Nördlichen Marianen, an der tiefsten Stelle des Stillen Ozeans, dem Marianen-Graben. Gegen die beiden umweltschädlichen Methoden legte der Congress of Micronesia 1979 offiziell Protest ein: "Nachdem die Völker Mikronesiens die zerstörerischen Auswirkungen nuklearer Strahlung vor drei Jahrzehnten direkt miterlebt haben, begrenzten sie jede Art der Lagerung, der Entsorgung, und des Umgangs mit radioaktiven Stoffen in ihrem Hoheitsgebiet", hieß es in einem Parla-mentsbeschluß, der den Vereinten Nationen als Petition übergeben wurde. "Deswegen fordert der Erste Kongress der Föderierten Staaten von Mikronesien die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika dringend dazu auf, alle entsprechenden Pläne zur Entsorgung von nuklearem Abfall im Pazifik-Becken fallen zu lassen."242 In scharfem Ton kritisierte auch Saipan das Vorgehen der Japaner. Doch beide Initiativen sollten (erwartungsgemäß) wenig Wirkung zeigen. Japan versenkte noch bis einschließlich 1987 seinen nuklearen Abfall im pazifischen Ozean, nachdem Tokio die UNO durch seinen Botschafter Masahiro Nisibori darüber informiert hatte, dass "alle Operationen unter strenger Beachtung der International Atomic Energy Agency (IAEA)-Bestimmungen durchgeführt wurden und kein Grund zur Sorge vorhanden" wäre.243

In den frühen achtziger Jahren wurde auf dem Johnston-Atoll, ungeachtet der Proteste aller Anrainerstaaten, schließlich noch die größte amerikanische Chemiewaffen- Vernichtungsanlage in Betrieb genommen. Auf Hawaii versprach George Bush Vertretern der Pazifik-Inseln 1990 eine problemlose und umweltverträgliche Entsorgung, obwohl die Anlage wegen technischer Probleme in der Vergangenheit bereits mehrfach stillgelegt werden mußte. Die im S ü dpazifikforum zusammengeschlossenen Inselstaaten fürchteten im wahrsten Sinne des Wortes um ihre Existenz, sollte der Südpazifik weiterhin "als Abladeplatz für Giftmüll aus aller Welt" mißbraucht werden. Einige Inseln drohten gar im Meer zu versinken, sollte der Meeresspiegel wegen des Treibhauseffektes ansteigen. Insgesamt sollten auf dem Johnston- Atoll rund 400,000 chemische Waffen entsorgt werden, von denen ein Großteil aus den US- Beständen in Deutschland stammten.244

4.2.2. Die Amerikaner vor Ort

Die Soldaten der US-Army und Navy stellten bei weitem nicht die größte Zahl der Amerikaner, die sich seit 1945 im Treuhandgebiet aufhielt. Im Gegenteil: Vor allem Zivilisten strömten nach Mikronesien. Darunter waren natürlich die Regierungsbeamten aus Washington, von denen einige sich bereits im Ruhestand befanden und dann kurzfristig reaktiviert wurden, um auf den Inseln als Richter, Polizeibeamte oder Rechtsanwälte einzuspringen. Dazu kamen die Mitarbeiter zahlreicher christlicher Organisationen; insbesondere auf den Marshall-Inseln hatte es ja bereits vor dem Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Missionaren betriebene Niederlassungen unterschiedlicher Kirchen gegeben. Die wichtigste Gruppe der Zivilisten sollten ab 1966 die Freiwilligen des Peace Corps werden.

Um den befürchteten weltweiten Vormarsch des Kommunismus aufzuhalten, entwickelte John Kennedy, alternativ zum Ausbau des Nuklear-Programms, den Plan für eine "friedliche Revolution" (peaceful revolution) in der dritten Welt. Mit Unterstützung des Kongresses wurde Projekte zur Wirtschaftshilfe vorangetrieben, neue Institutionen wie die Agency for International Development und das Food for Peace Program entstanden. Der Präsident äußerte die Überzeugung, dass jedermann "das Recht auf soziale Gerechtigkeit habe." Und er legte besonderen Wert auf die Feststellung, dass damit "Land für diejenigen, die kein Land besitzen, und eine ordentliche Ausbildung für alle, denen Bildung verweigert wird", gemeint waren.245

1961 entstand so das Peace Corps, eine Organisation, durch die Freiwillige für durch- schnittlich zwei Jahre in den verschiedensten Dritte-Welt-Ländern Entwicklungshilfe als Lehrer, Ingenieure, Landwirtschafts- und Rechtsexperten oder Ärzte leisten konnten. Die politische Aufgabe des Corps bestand darin, im Einsatzgebiet durch seine Arbeit auch für "Amerika als Freund" zu werben. Wesen und Aufgabe dieser Friedens-Truppen war die Mission, die einen Richtungswandel in der amerikanischen Außenpolitik darstellte, wie W.O. Douglas, Richter am Supreme Court, begeistert feststellte. Bevor diese Freiwilligen hinausgegangen seien, habe in Amerika ein Defizit "an Evangelisten, die in aller Welt den American Way of Life, Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft propagieren," bestanden.246

Angesichts der wachsenden Kritik am vernachlässigten amerikanischen Treuhandgebiet waren die Friedenscorps-Experten auch für einen Einsatz in Mikronesien prädestiniert. Im Sommer 1966 wurden die ersten Freiwilligen auf Initiative Lyndon Johnsons auf die Pazifik-Inseln geschickt, der - als erster Präsident überhaupt - Mikronesien im darauf- folgenden Jahr selbst einen Besuch abstattete.247 In ihrer Spitzenzeit bis Anfang der siebziger Jahre waren bis zu 700 Mitarbeiter der Freiwilligenorganisation gleichzeitig auf den Pazifik- Inseln, auf jedem bewohnten Eiland aber zumindest immer einer. Sie wurden vor allem benötigt, um die Zahl der Lehrer zu vergrößern. Doch die Euphorie der freiwilligen Helfer wich bald der Ernüchterung. "Die jungen Freiwilligen kommen zu uns, wenn sie gerade die Uni abgeschlossen haben", berichtete James Schmitt, Regionaldirektor des Peace Corps auf Palau. "Sie glauben an den amerikanischen Traum vom guten Leben und sind erst einmal geschockt, wenn sie entdecken, dass das Treuhandgebiet weit davon entfernt ist."248 In der Tat waren die jungen Mitglieder der Friedenstruppen erstaunt, bei den Mikronesiern überhaupt keine Anzeichen für ein nationales (Selbst-)Bewußtsein zu finden. Ein Umstand, den sie zu gerne ändern wollten. Zu einem Ärgernis für die Administration wurde deswegen bald eine Handvoll junger Journalisten. Sie hatten den Auftrag, auf den wichtigsten Inseln Tageszeitungen zu etablieren. Doch als deren leitende Redakteure wurden sie bald zu den Hauptanklägern der Administration, traten für die Rechte der Insulaner ein, und machten auf die dringendstens Probleme im Treuhandgebiet aufmerksam. Daraufhin wurde das Journalistenprogramm, auf Wunsch der amerikanischen Verwaltung, gestrichen.249 Doch die Verwaltungsbeamten waren mit den Zuständen in Mikronesien und der Bilanz ihrer Arbeit ebenfalls unzufrieden. "Wir haben kein Geld, um neue Geräte und Maschinen zu kaufen", meinte ein Ingenieur, "dabei wären sie nicht teurer, als die ständigen Reparaturen unserer veralteten Ausrüstung."250

Viele Jahre hatten sowohl republikanische als auch demokratische Administrationen in Washington die Vernachlässigung des Treuhandgebietes mit der Philosophie gerechtfertigt, die Pazifikinseln befänden sich in einem so primitiven Entwicklungsstadium, dass jede unüberlegte Wirtschaftshilfe mehr Schaden als Gutes bewirken könnte. Nachdem die UNO- Mission von 1961 in ihrem Abschlußbericht kritisiert hatte, "die Politik der Verwaltungsmacht würde nicht den gegenwärtigen Ansprüchen der Menschen genügen", und die Kennedy-Administration zu erkennen gab, dass ein Richtungswechsel bevorstand, machten auch die Regierungsvertreter im Treuhandgebiet ihrem Ärger Luft. "Auf der einen Seite stellen wir uns hin und erklären den Vereinten Nationen, die Inseln sind so wichtig für unsere nationale Sicherheit, dass wir ein stragetisches Treuhandabkommen brauchen, um sie jederzeit (für Fremde) unzugänglich machen zu können", sagte der stellvertretende US- Hochkommissar José Antonio Benitez. "Wir benutzten einige für Nukleartests, wir haben eine Raketenbasis auf Kwajalein. Wenigstens sollten wir für diese Inseln eine angemessene Miete bezahlen."251

Ein anderer langjähriger Regierungsangestellter erklärte, der Bericht der Besuchsmission, der in den USA viel Staub aufgewirbelt hatte, wäre in Wirklichkeit noch viel zu freundlich ausgefallen. Seit Jahren würden die Amerikaner vor Ort um mehr Geld für Projekte streiten, um ihre Aufgabe "stolz und zufriedenstellend" erfüllen zu können. Aber großen Worten war in der Vergangenheit kein entsprechendes Engagement gefolgt. "Über Jahre hinweg haben wir das gleiche Budget gehabt und von Jahr zu Jahr konnten wir weniger damit kaufen", sagte er. "Gleichzeitig ist die Bevölkerung ständig gewachsen und die Ansprüche sind gestiegen."252 Doch zum wahren Ärgernis für die Administration und die Militärplaner des Pentagons sollten einige Freiwillige des Peace Corps werden, die ihre Aufgabe zu ernst nahmen. "Peace Corps? Die sind ok", sagte Admiral John McCain, der Oberste Befehlshaber der Pazifik- Flotte, auf einer Tagung der Southeast Asien Treaty Organization (SEATO) am 21. Mai 1969.

"Aber mit einigen Freiwilligen in Mikronesien haben wir Probleme gehabt. Sie versuchten die Mikronesier davon zu überzeugen, auf volle Unabhängigkeit zu bestehen. Das konnten wir nicht zulassen."253

Das Verteidungsministerium hatte den erst Anfang Mai von Nixon neuberufenen Corps- Direktor, Joseph Blatchford, dazu gedrängt, 12 Rechtsanwälte der Organisation vorzeitig abzuberufen und ihre Stellen nicht neu zu besetzen. Was war geschehen? Die Juristen, deren Aufgabe vor allem die Koordination der lokalen Verwaltungen und die Rechtslehre war, hatten die Mikronesier in Besitz- und Eigentumsfragen beraten und über die Möglichkeiten, finanzielle Entschädigungen für das von Amerikanern beschlagnahmte Land einzuklagen, informiert. Fast 70% der gesamten Landmasse des Territoriums wurde von den Vereinigten Staaten als sogenanntes Public Land verwaltet. Damit waren alle Landflächen gemeint, die bereits von den deutschen und japanischen Besatzungstruppen beschlagnahmt worden waren, um darauf militärische Anlagen, Zuckerrohrplantagen oder andere landwirtschaftliche Betriebe zu errichten. Da nach Auffassung der Administration die ursprünglichen Besitzverhältnisse am Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr genau zu bestimmen waren und das Land durch die industrielle Nutzung an Wert gewonnen hatte, beschloß die Navy-Verwaltung 1947, die Flächen weiterhin ö ffentlich zu nutzen. Während der ersten zwanzig Jahre fiel es weder den militärischen noch den zivilen Verwaltungsbeamten ein, den Insulanern eine angemessene Pachtgebühr für die Gebiete zu zahlen, die natürlich auch weiterhin nur nach Regierungsplänen verbaut werden durften. Tatsächlich wussten die Eingeborenen noch sehr genau, welchen Familien die einzelnen Parzellen zustanden. Landbesitz, so war es Tradition auf den mikronesischen Inseln, war der kostbarste Besitz eines Klans, der von Generation zu Generation vererbt wurde.254

So reichten die Magistrate von Ngardmau und Ngaremlengui im Bezirk Palau im Februar 1968 eine Petition beim amerikanischen Hochkommissar William Norwood ein, in der sie um die Rückgabe der Ländereien baten, die "ihren Dörfern seit Generationen" gehört hatten und auf denen noch größere Bauxit-Vorkommen vermutet wurden, die von den Amerikanern allerdings vernachlässigt wurden. "Wir sind der Meinung, dass wir in der Vergangenheit nicht nur um unseren rechtmäßigen Besitz, sondern auch um den Anteil an den Rohstoffvorkommen gebracht wurden, die zugunsten der mächtigen Nationen ausgebeutet wurden, ohne uns eine angemessene Entschädigung zu zahlen, oder auch nur das Einverständnis dazu von uns einzuholen", hieß es in der Begründung.255 Die Situation entwickelte sich zu einem Problem, als im Frühjahr 1969 General Lewis Walt, auf dem Rückflug von einer Inspektion der Truppen in Viet Nam, in Palau einen Zwischenstop einlegte, um die Inseln Babelthuap und Peleliu zu begutachten. Die Armeeführung plante, hier ein Zwischenlager und Trainingscamp für den Dschungelkampf einzurichten, und dem General erschien das Terrain "genau das zu sein, was wir wollen."0 Was die amerikanische Militärführung wollte, waren gleichwertige Alternativen für die bedrohten asiatischen Stützpunkte. Thailand und Südkorea waren zu dicht am Feindgebiet, die politische Situation auf den Philippinen verschlechterte sich zusehends, und es gab Überlegungen, die Streitkräfte von Okinawa auf die Marianen zu verlegen. Die palauischen Inseln waren auch deshalb attraktiv, weil sie außerhalb der Reichweite sowjetischer und chinesischer Mittelstreckenraketen lagen. In Japan und auf den Philippinen herrschte eine zunehmend antiamerikanische Stimmung in der Bevölkerung über den Verbleib der Marines; im dünnbesiedelten Mikronesien sollte das anders werden.

Während der U.S. Hochkommissar Norwood also in der Folge einen Gesetzesentwurf des mikronesischen Kongresses nach dem anderen zur Revision des umstrittenen amerikanischen Enteignungsrechts von Land (power of eminant domain) mit seinem Veto abwies, wurden die erbosten Insulaner zusätzlich damit konfrontiert, dass die Verwaltungsmacht jetzt auch noch im bislang weitestgehend verschont gebliebenen Palau fast 50 Prozent des insgesamt vorhandenen Geländes "kaufen" wollte. Im Gegenzug schickte die Legislative dem Treuhandrat eine Petition, die darauf hinwies, dass "General Walt ausdrücklich erklärt hatte, neue Marinebasen würden nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Palauischen Bevölkerung errichtet werden" und dass die Volksvertreter nach reiflicher Überlegung zu dem Schluß gekommen waren, dass "ein solches Marine-Trainingsprogramm auf Palau nicht willkommen ist."1

Aus der Bewegung der meist jungen Juristen formierten sich etwa zur gleichen Zeit die Micronesia Legal Services. Mit einem Etat von etwa 600000 Dollar aus dem Topf des Office of Economic Opportunity engagierten sich die anfänglich 15 Rechtsanwälte mit 35 mikronesischen Assistenten gegen alle Regierungsauflagen, die sie als "politisch ungerecht" gegenüber den Insulanern empfanden. Erfolgreich zerrten sie die US-Air Force als Umweltsünder auf die Anklagebank, erwirkten einen Baustopp für ein Luxushotel auf Saipan, das Continental Airlines auf einem öffentlichen Strand errichten wollte, der den Saipanesen als heilige Begräbnisstätte diente, stritten für die Einwohner des entlegenen Mortlock-Atolls (Truk-Bezirk), nachdem ein Tanker vor der Insel Satawan Öl verloren hatte, das die Schildkrötenbestände - eine Hauptnahrungsquelle der Insulaner - bedrohte und verhinderten, dass die Navy auf dem bereits strahlenverseuchten Eniwetok-Atoll weitere unterirdische Tests durchführen durfte, bei denen die Auswirkung von hochexplosiven Stoffen auf die labilen Korallenformationen untersucht werden sollten. Die Anwälte förderten aber nicht nur ein ökologisches Bewußtsein bei den Eingeborenen, sondern nahmen es im Namen der Mikronesier mit Washington auf, um verstärkt für die jahrzehntelange, unentgeltliche Nutzung der Inseln eine finanzielle Entschädigung zu erstreiten.

Denkbar unpopulär waren die Legal Services dagegen bei der Administration: "Sie sind ständig darum bemüht, ein feindseliges Bild der Vereinigten Staaten in Mikronesien zu produzieren", beschwerte sich ein Regierungsbeamter. Die Juristen mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, politisch mit den Mikronesiern zu sympathisieren. Für General Louis Walt, beispielsweise, war der Schuldige schnell gefunden, als die palauische Legislative nach seinem Besuch eine Resolution verabschiedete, die sich gegen eine amerikanische Marinebasis auf Babelthuap aussprach. Mit einem kritischen Bericht über Fred Schulz, den Rechtsberater des Parlaments, erreichte Walt, dass der Anwalt aus Mikronesien abberufen wurde. Hochkommissar Edward Johnston, Nachfolger des glücklosen William Norwood, versuchte mehrfach, das ganze Programm zu kippen. Er argumentierte, die Mikronesier bräuchten keine Anwälte, weil sich bereits die Regierung um ihre Rechte kümmerte. Mit Rückendeckung des Congress of Micronesia und einigen liberalen amerikanischen Senatoren konnte die Kanzlei "den durchsichtigen Versuch, das Programm zu killen", abwenden.2 Jerry Fite, ein im Juli 1969 entlassener Führungsoffizier des Peace Corps in Mikronesien, erklärte später, dass Corps habe "praktisch unter allen möglichen Regierungsformen gearbeitet. Unsere Freiwilligen haben erfolgreich unter Diktatoren, Monarchien und sogar kommunistisch-inspirierten Führern gedient. Offensichtlich ist das einzige System, das mit dem Peace Corps nicht zurecht kommt, unser eigenes."3

Schmerzhaft dürfte den Behörden vor allem aufgestoßen sein, dass die Organisation sich erfolgreich zum Advokaten der Mikronesier in Schadensersatzangelegenheiten machte. Als Präsident Johnson 1964 ein Gesetz zur Entschädigung einer Gruppe von Marshallesen unterschrieb, das den 86 Bewohnern des Rongelap Atolls, Opfer des Atombombenversuchs von 1954, $950000 Wiedergutmachung versprach, war das nur der Beginn einer langen Prozeßlawine, mit der Washington in den kommenden Jahrzehnten überrollt werden sollte.4 Unkomplizierter dagegen war das Verhältnis zwischen der Administration und verschiedenen kirchlichen Gruppen, die ebenfalls in Mikronesien Niederlassungen unterhielten, aber nicht durch Bundesgelder, sondern hauptsächlich durch Spenden ihrer Mitglieder finanziert wurden. Eine christliche und eher unpolitische Hilfsorganisationen, die sich in Mikronesien engagierte, war die Pacific Missionary Aviation (PMA). Im Jahre 1974 hatte der lutheranische Geistliche, Reverend Edmund Kalau, mit dem Aufbau eines medizinischen Versorgungsnetzes für die abseits liegenden und von der Administration vernachlässigten Inseln begonnen.

Mit einem Wasserflugzeug jettete Kalau fortan von einer Ecke des Treuhandgebietes in die andere, lieferte Medikamente, suchte nach verschollenen Fischern und transportierte im Notfall Verletzte in das nächstgelegene Krankenhaus.

An Bord der Maschine war zum Beispiel auch ein Zahnarzt. Das Flugzeug selbst war die Praxis. Auf den entlegendsten Inseln konnte die PMA auf diese Weise Vorsorgeuntersuchungen, und kleinere Operationen durchführen. Bis 1991 war die Flotte der Organisation auf immerhin sieben Propellermaschinen angewachsen, finanziert vor allem durch Spenden von Protestanten aus den Vereinigten Staaten, Deutschland und der Schweiz.5

4.2.3. Die Geheimdienstaffären

Als die Nördlichen Marianen 1951 wieder der Militärregierung der Navy unterstellt wurden, wusste zunächst niemand, dass diese Maßnahme in erster Linie eine Geheimoperation der Central Intelligence Agency (CIA) verdecken sollte. Die Tarnung war offensichtlich ein Erfolg. "Als ich Saipan 1958 besuchte, wurde ich auf Schritt und Tritt von zwei hochrangigen Marine-Offizieren begleitet", erinnerte sich der New York Times Korrespondent Robert Trumbull an einen kurzen Aufenthalt. "Alle Fragen zu den umliegenden Gebäuden und den Pfaden, die unsere Sight-Seeing-Tour ausließ, kommentierten sie nur mit der vagen Andeutung `höchste Sicherheitsstufe'."6

Später sollte sich herausstellen, dass die CIA zwischen 1953 und 1962 einen Teil Saipans benutzte, um antikommunistische chinesische und tibetanische Guerillakämpfer zu trainieren. Die Asiaten wurden entweder heimlich in der Nacht an Land gebracht, oder in fensterlosen Bussen auf das isolierte Trainingsgelände gefahren, um vor der Bevölkerung der Inseln geheimgehalten zu werden. Da die Nördlichen Marianen unter militärischer Verwaltung standen, war es möglich, das Ausbildungscamp und andere Einrichtungen der Organisation völlig geheim zu halten. Nachdem das Projekt "erfolgreich abgeschlossen" war, übergab der Geheimdienst das Gelände 1962 dem Innenministerium. Sowohl die amerikanischen als auch die einheimischen Regierungsangestellten staunten nicht schlecht, als sie auf Saipan ein luxuriöses, amerikanischem Standard entsprechendes, Regierungsviertel vorfanden. Auf einen Schlag bekam Mikronesien durch die Spende der CIA eine moderne Hauptstadt und verlor ein Stück von seinem "Nissenhütten-Image." Das frühere CIA-Dorf wurde daraufhin in Capitol Hill umbenannt.7

Für größere Aufregung sorgte eine weitere Geheimoperation der Central Intelligence Agency, die sich zum Skandal ausweiten sollte: Auf Anordnung des ehemaligen Außenministers und National Security Advisor, Henry Kissinger, hatte die CIA zwischen Januar 1975 und Dezember `76 die Abgeordneten des Congress of Micronesia überwacht, ihre Telefongespräche abgehört und das Privatleben ihrer Familien überprüft, um mögliche Gegner des Assoziierungsabkommens ausfindig zu machen und zu überprüfen, ob die Opposition möglicherweise zu unterwandern war. Die politische Entwicklung im Treuhandgebiet war offensichtlich so wichtig, dass der Geheimdienst sich über Recht und Gesetz hinwegsetzte, um der amerikanischen Verhandlungsdelegation einen illegalen Vorteil zu schaffen. Washington wollte sich auf diese Weise möglichst elegant um die Verantwortung gegenüber der UNO und dem Treuhandgebiet drücken, den Mikronesiern die Möglichkeit zur freien Entfaltung zu gewähren, vermuteten Kritiker. Frühzeitig erkannt, konnte man politische Gegner diskreditieren oder von den Verhandlungen ausschließen.8

Gerald Ford machte keine glückliche Figur, als die Affäre an die Öffentlichkeit gelangte.

Obwohl der Verbindungsoffizier Leo Falcam in einem Eiltelegramm aus Saipan eindringlich auf die Gefahr hinwies, dass "die guten Beziehungen zwischen Mikronesiern und dem amerikanischen Volk möglicherweise einen irreparablen Schaden nehmen könnten" und das bereits beschlossene Commonwealth-Abkommen mit den Marianen im letzten Moment zu scheitern drohte, unternahm der Präsident nichts, um die Angelegenheit schnell zu beenden. Nachdem das Justizministerium Besorgnis darüber verlauten ließ, dass der Geheimdienst zukünftige US-Bürger bespitzelte, verkündete auch Senator Daniel Inouye (D., Hawaii), Vorsitzender des Senate Intelligence Committee, eine Untersuchungskommission würde sich mit dem Fall befassen. Laut Gesetz durfte die CIA keine amerikanischen Staatsbürger observieren.9

Der Bericht, auf Druck der Legislative im Mai des folgenden Jahres von Präsident Carter veröffentlicht, stellte klar, dass die Abhöraktion mit dem Einverständnis der Exekutive stattgefunden hatte, aber weder Justiz- noch Außenministerium eingeweiht wurden. Der Report kam zu dem Ergebnis, dass "die verantwortlichen Beamten nicht zwischen den anzuwendenden Geheimdienstmethoden bei einem bewaffneten Gegner und dem geeigneten Umgang mit Menschen, die den Schutz der Vereinigten Staaten genossen, unterscheiden konnten."10

Im Ergebnis belastete die Aktion das Verhältnis zwischen Mikronesien und Amerika und hat den USA auch keinen entscheidenden Vorteil bringen können. Auch ohne den politischen Skandal, der zum vorzeitigen Abbruch der Operation führte, war die Ausbeute der CIA sehr mager: Der Geheimdienst hatte keinen vertrauensvollen Linguisten oder Einheimischen finden können, der in der Lage gewesen wäre, die Tonbänder zu übersetzen.11

Im Zusammenhang mit den bereits beschriebenen Unruhen auf Palau, am 7. September 1981, während derer der Präsidentenpalast durch Feuer zerstört wurde, notierte Robert Aldridge, ein Journalist und ehemaliger Raketenbau-Ingenieur, der sich zu diesem Zeitpunkt auf der Insel Urukthapel aufhielt: "Etwa 700 Menschen sahen bei dem Tumult zu. Obwohl auf Palau keine Korrespondenten stationiert sind, waren eine Reihe japanischer Reporter und eine ungewöhnlich hohe Zahl amerikanischer "Touristen", trotz der frühen Morgenstunde, anwesend. Die japanische Presse veröffentlichte in den Tagen danach Photos des Streiks. Die Nachrichten erreichten auch die amerikanische Presse, gefiltert durch geheime Navy-Kanäle. Wer auch immer die Kameras geschwungen hatte, es scheint, die "Mini-Revolution" sollte unter möglichst großem öffentlichen Aufsehen stattfinden. Jedermann weiß, wer was getan hat. Was die Bewegung in Gang gebracht hat, ist schwieriger zurückzuverfolgen."12 Noch dubioser war die Rolle, die dem Geheimdienst im Verlaufe der politischen Unruhen auf Palau angelastet wurde. Es wurden sogar Vermutungen geäußert, die CIA sei in das mysteriöse Attentat auf den ersten Präsidenten der Republik verwickelt gewesen. Möglicherweise wurde Haruo Remeliik erschossen, weil er den Abschluss des Assoziierungsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu lange verzögerte. Obwohl GAO (General Accounting Office) und FBI sofort die Ermittlungen aufnahmen und amerikanische Spezialisten die Spurensicherung am Tatort vornahmen, fanden sie weder die Tatwaffen noch den oder die Täter. Die Verdächtigungen gegen vier Insulaner, von denen schließlich drei von einem rein amerikanischen Gericht angeklagt wurden, erwiesen sich zunächst als haltlos. Dennoch wurden die Angeklagten in einem Revisionsverfahren ein Jahr nach dem ursprünglichen Prozess zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Der skandalöse Prozess richtete auch beträchtlichen politischen Schaden an: Einer der drei verhafteten Männer war der Sohn von Roman Tmetuchl, einem einflussreichen palauischen Kaufmanns mit politischen Ambitionen, dessen Reputation durch die Geschichte zerstört wurde. Tmetuchl, ein liberaler Gegner des Präsidenten und des Compact of Free Association, galt zuvor als Favorit für die nächsten Präsidentschaftswahlen 1988.13

Der Präsidentenmord wurde auch mit dem sogenannten IPSECO-Skandal in Verbindung gebracht. Im Juni 1983 hatte Palaus Regierung von der britischen Firma International Power Systems Ltd. (IPSECO) für umgerechnet $ 32,5 Mio. ein neues 16 Megawatt Strom-Kraftwerk gekauft. Finanziert wurde das Geschäft von einigen britischen Großbanken. Doch mit einem Jahresetat von rund 18 Millionen Dollar (90% davon amerikanische Wirtschaftshilfe) hatte der Zwergstaat sich finanziell übernommen. Als Remeliik die Administration bat, als Bürge einzuspringen, weigerten sich die Amerikaner beharrlich. So musste der Präsident, als im Mai 1985, einen Monat vor dem Attentat, die erste Rückzahlungsrate fällig wurde, um Zahlungsaufschub bitten.

In seinem Bericht für die American Civil Liberties Union entwarf der New Yorker Rechtsanwalt David Richenthal, der als Prozeßbeobachter nach Palau geflogen war, die Hypothese, dass die Vereinigten Staaten die Inselrepublik weitestgehend finanziell abhängig machen wollten, indem sie zuließen, dass Palau sich hoffnungslos verschuldete. Das derart geschwächte Treuhandgebiet würde dem Compact of Free Association zu amerikanischen Bedingungen vielleicht eher zustimmen.

Zwar hatten die Amerikaner im Vorfeld der Verhandlungen mit IPSECO halbherzig davor gewarnt, das Geschäft könnte eine Nummer zu groß für Palau sein, doch entgegen der sonst üblichen Geschäftstaktik verhinderte der US-Hochkommissar das Geschäft nicht mit seinem Vetorecht. Es kam sogar der Verdacht auf, "amerikanische Mittelsmänner" hätten den Kontakt zwischen den Insulanern und dem britischen Unternehmen erst hergestellt. Niemand hätte diese Frage besser beantworten können, als der palauische Präsident, der an dem Geschäft von Anfang an direkt beteiligt war. Haruo Remeliik wurde in der Nacht, bevor er in einer nationalen Fernsehansprache Stellung zum IPSECO-Fall nehmen und die Vorwürfe der Korruption gegen seine Person aufklären konnte, erschossen.14

Eine weitere spektakuläre Aktion war die Operation Fruitbat im Sommer 1989. Im Morgengrauen des zwölften Juli landeten mehrere Dutzend Agenten der Drug Enforcement Administration (DEA) auf Palau, um die größte Drogen-Razzia in der Geschichte der Inseln durchzuführen. Die maskierten DEA-Beamten durchsuchten zahlreiche Häuser der Hauptstadt Koror und nahmen 13 "mögliche Drogenhändler" fest, darunter ehemalige Senatoren und Mitglieder der einflußreichsten Familien Palaus. So schnell, wie sie gekommen waren, verschwanden die Sonderpolizisten wieder - allerdings mit ihren Gefangenen. Zurück blieben schockierte Familien, deren Angehörige ohne Erklärung nach Guam gebracht wurden, um ihnen dort den Prozess zu machen. Palaus Präsident Ngiratkel Etpison machte gute Miene zum bösen Spiel und hieß die Aktion "als sinnvollen Schlag gegen das Drogen-Kartell" nachträglich gut. Er selbst war über den Einsatz erst informiert worden, als das Überfallkommando bereits wieder im Flieger saß.15

4.3. Amerikanische Interessen im Konflikt mit den Idealen der UN

"There are only a few thousand people, who gives a damn?"

Henry Kissinger, 1975

"Wir werden Mikronesien niemals aufgeben", erklärte Innenminister Walter Hickel 1969. Ein Vierteljahrhundert nachdem die USA die Verantwortung für Mikronesien durch das Treuhandabkommen übernommen hatten, gab es keine Anzeichen dafür, dass Washington dem Drängen der Insulaner nach mehr Autonomie nachgeben würde, obwohl das Treuhandabkommen diese Option zur Beendigung der politischen Zukunft des Gebiets durchaus gesehen hatte.

Diese Diplomatie der Stärke gegenüber den Pazifik-Inseln und ihren Bewohnern war alles andere als geschickte Taktik. Beobachter befürchteten gar, die Administration könnte alle Vorteile, die Amerika mit den Inseln verbanden, verspielen. Nach über zwanzig Jahren unter treuhänderischer Verwaltung war die überwiegende Mehrheit der Insulaner den Vereinigten Staaten noch immer freundlich gesinnt, es gab keine nationalen Bestrebungen, oder gar politische, bzw. ethnische Unruhen wie in anderen (ehemaligen) Treuhandgebieten. Die mikronesische Elite forderte mehr innere Souveränität, aber um dieses Verlangen zu stärken, hatte man die Eingeborenen doch amerikanisches Demokratieverständnis gelehrt. Schließlich wollten die Mikronesier, unter Berücksichtigung der strategischen Bedeutung des Territoriums, ihre Pazifik-Inseln sogar noch enger an die USA zu binden. Trotzdem zeigten die konservativen Regierungen unter Gerald Ford und Richard Nixon, dass sie nicht bereit waren, den Pazifikbewohner den Status von vollwertigen Amerikanern zu gewähren. "Sollte dieses Verlangen nach Verbundenheit durch Untätigkeit, kulturelle Arroganz oder achtlose Gleichgültigkeit verloren gehen", warnte Thomas Adam, Politikwissenschaftler an der New York University, 1968, "hätten wir unsere Achillesferse gegenüber kommunistischen Abenteurern offenbart."16

Als das mikronesische Parlament begann, eine mögliche Unabhängigkeit ihrer Pazifik-Inseln ernsthaft in Betracht zu ziehen, gingen die Vereinigten Staaten dazu über, mit den einzelnen Inselgruppen separat über ihre politische Zukunft zu verhandeln. Die Amerikaner bevorzugten Gebiete, die von derart radikalen Ideen lieber nichts wissen wollten. Das Abkommen mit den Nördlichen Marianen beendete die von den Vereinten Nationen so gewünschte Zusammenarbeit aller Teilgebiete Mikronesiens. Nach dem Ausschluß der vermeintlich besser gestellten Marianeninseln war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Palau und die Marshall-Inseln separate Tendenzen erkennen ließen. Die amerikanische Expansion kommentierte die New York Times etwa mit den Worten: "Bis Washington einen festen Plan für die politische Entwicklung ganz Mikronesiens vorlegt, hinterläßt die kaltschnäuzige (outright) Annexion eines Archipels einen bitteren Nachgeschmack (...) Die Ära des Manifest Destiny ist vorbei. Ein politisches Abkommen sollte nicht länger der automatische Vorläufer zum Empire sein."17

Die Reagan-Administration wollte das Trusteeship Agreement unbedingt beenden. Ein entsprechender formeller Antrag wurde dem Treuhandrat im Frühjahr 1986 übergeben.

Tatsächlich verabschiedete das Gremium am 28. Mai, nur wenige Wochen später, die amerikanische Resolution 2183 (LIII). Diese besagte, dass die Bevölkerung in den vier Teilen des Treuhandgebietes Pazifik-Inseln ihr Selbstbestimmungsrecht in Freiheit ausgeübt habe und es angemessen sei, das Treuhandabkommen dementsprechend zu beenden. Die einzige Gegenstimme kam von der Sowjetunion, deren Vertreter eine kolonialistische Anbindung der Inselstaaten an die USA erkannte und wiederholt seine Opposition gegen das "Unterwerfungsabkommen" zum Ausdruck gebracht hatte.18

Genau genommen hatten die Vereinigten Staaten zu dem Zeitpunkt tatsächlich kaum stichfeste Beweise in der Hand. Die Bevölkerung der Föderation von Mikronesien und die Marshall-Inseln hatten den separaten Assoziierungsabkommen mit den USA zwar zugestimmt, doch die Verträge waren noch nicht von Regierungsvertretern unterzeichnet worden. In Palau war zwar eine Mehrheit für den Compact of Free Association, aber das Plebiszit war bereits drei Mal an der 75%-Hürde für eine Zusatzbestimmung über den Umgang mit atomaren Stoffen gescheitert, zuletzt im Februar 1986. Einzig der Commonwealthvertrag mit den Marianen, wenn auch noch nicht offiziell in Kraft getreten, stand auf der Haben-Seite; ein Erfolg, den allerdings frühere Administrationen zu verantworten hatten.

Das Verhalten der Amerikaner gab in der Folge Anlas zu Zweifeln an dem Verfahren, das sie im Hinblick auf die Beendigung des Treuhandabkommens einzuschlagen bereit waren. So informierte UN-Botschafter Vernon Walters den Generalsekretär Pérez de Cuéllar im Oktober 1986 schriftlich vom Inkrafttreten der Assoziierungsabkommen mit der Republik Marshallinseln, den Föderierten Staaten von Mikronesien sowie mit dem Commonwealth der Nördlichen Marianen. Ihre jährlichen Treuhandberichte beschränken sich seitdem auf die Entwicklung Palaus.19

Kritiker meinten, die USA beabsichtigten eine unilaterale Beendigung des Treuhandverhältnisses - ein Vorgehen, mit dem Südafrika ja bereits einmal gescheitert war. Angesichts eines drohenden sowjetischen Vetos stellten sich die Amerikaner auf den Standpunkt, der Treuhandrat nehme bereits die den Vereinten Nationen zukommende Rolle wahr. Dabei war Artikel 83 der Charta unmißverständlich: "Alle Aufgaben der Vereinten Nationen in Bezug auf strategische Zonen, einschließlich der Genehmigung der Treuhandabkommen sowie ihrer Änderungen und Ergänzungen, nimmt der Sicherheitsrat wahr."20

Auch die Ergänzung in Artikel 15 des Treuhandabkommens über die Pazifik-Inseln, wonach die Verwaltungsmacht jeder Änderung oder Ablösung der Vertragsbedingungen zustimmen musste, änderte nichts an dieser Tatsache. Dass der Sicherheitsrat erst 1990, vier Jahre nach der Entscheidung des Treuhhandrats, entschied, "das Treuhandabkommen trete mit Ausnahme Palaus außer Kraft", entlastet die Amerikaner im Nachhinein. Tatsächlich hat die Verfahrensfrage im Sicherheitsrat allerdings auch zu scharfen Kontroversen geführt: Während der amerikanische Botschafter lediglich von einer Bestätigung der erfolgreichen Beendigung des Treuhandabkommens durch den Treuhandrat sprach, betonten andere Mitglieder die alleinige Entscheidungsbefugnis des Security Council. Doch die Kompetenzfrage hatte nichts mehr mit der eigentlichen Entscheidung zu tun, weil die Sowjetunion, unter Hinweis auf die amerikanische Zusicherung, keine weiteren Militärbasen in Mikronesien zu errichten, ihren Widerstand gegen den Statuswechsel der Pazifik-Inseln aufgegeben hatten.21 Für die USA war es zu diesem Zeitpunkt vor allem wichtig, keine Zweifel an der uneingeschränkten Gültigkeit der 1986 von Ronald Reagan proklamierten separaten Assoziierungsabkommen mit den drei Teilgebieten Mikronesiens aufkommen zu lassen. Diese bilateralen Verträge waren schließlich zu einem Zeitpunkt in Kraft getreten, als das Treuhandabkommen noch uneingeschränkte Gültigkeit hatte - völkerrechtlich gesehen zumindest eine merkwürdige Vorgehensweise.22

4.3.1. Soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Treuhandgebiete

Der Schwerpunkt amerikanischer Entwicklungshilfe lag von Anfang an auf dem Bildungswesen und in der Verbreitung demokratischer Ideale. Für die Ankurbelung der Wirtschaft fehlten lange Zeit das nötige Konzept und Kapital. Zwar richtete die Administration bereits im März 1952 ein Economic Development Board ein, das sich laut Jahresbericht um solch "experimentelle Projekte wie Kaffee- und Kakaobohnenplantagen, den Aufbau von Kopra-Fabriken, eine Bootswerft und den Anbau von Bohnenfeldern" kümmern sollte. In Wirklichkeit reichte der Etat der Verwaltung, der in den Jahren 1951 bis 1959 immer zwischen 5 und 7 Millionen Dollar pendelte, gerade dafür aus, den enormen Verwaltungsapparat der Administration zu bezahlen. Die meisten innovativen Ideen starben schon auf dem Reißbrett.23

"An anonymous Congressman was asked, `what are you going to do about Micronesia?' Said the Congressman, `Mike who?'"

Willard Price, 1966

Einzige Ausnahme waren die intakten Phosphatminen auf Angaur (Palau), die von den Japanern übernommen wurden. Die Ausbeute des wertvollsten Rohstoffs und Exportartikels Mikronesiens betrug 1950 rund 100000 Tonnen. Allerdings waren die Vorräte fast erschöpft, weil sich sowohl die Japaner als auch die Deutschen in den vergangenen Jahrzehnten bereits kräftig bedient hatten. Von den rund 400 Minenarbeitern war (nur) etwa ein Fünftel Eingeborene. Dennoch waren insbesondere die Minen dafür verantwortlich, dass die Palauianer im Durchschnitt ein wenig besser gestellt waren, als die an-deren Mikronesier.24 Grundsätzlich lässt sich die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der pazifischen Inseln in zwei Phasen gliedern: Der Periode der Vernachlässigung (period of neglect) folgten die Jahre der Wohlfahrtsförderung. In den ersten 30 Jahren der treuhänderischen Verwaltung hatten die Amerikaner keine neue Straße gebaut. Das noch aus der japanischen Besatzungszeit stammende Straßennetz, in den Nachkriegsjahren nur notdürftig ausgebessert, war Ende der sechziger Jahr in einem erbärmlichen Zustand. Darüber hinaus waren die meist nur wenige Jahre auf den Pazifik-Inseln verweilenden Amerikaner in vielen sozialen Aspekten besser gestellt. Zum Beispiel verdienten einheimische Lehrer gerade mal ein Fünftel von dem, was ihre amerikanischen Kollegen am Ende des Monat mit nach Hause nahmen. Amerikanische Sekretärinnen bekamen in der Regel mehr Geld, als ihre mikronesischen Vorgesetzten. Die Amerikaner rechtfertigten diese unterschiedliche Lohnstaffelung damit, dass die Insulaner keine Steuern zu zahlen brauchten und die amerikanischen Regierungsbeamten ohne den Anreiz eines 25 prozentigen Bonus' gar nicht zum Arbeiten nach Mikronesien gelockt werden könnten.25

Bis einschließlich 1961 war das jährliche Budget, das der amerikanische Kongress für die Verwaltung des Treuhandgebietes bewilligte, eher bescheiden. Mit maximal sieben Millionen Dollar konnte die verantwortliche Administration keine Kriegsschäden beseitigen, Investitionen tätigen oder die Wirtschaft auf den Vor-Kriegsstand bringen, als die Japaner auf vielen Inseln blühende Zuckerplantagen betrieben, Rohstoffe abbauten und die Hauptstädte der Archipel wahre Handelszentren wurden. Abgesehen vom Bildungswesen gab es kaum langfristig angelegte Projekte. Ein Großteil des Geldes diente ohnehin dazu, die amerikanischen Verwaltungsbeamten zu bezahlen. Kennedy verdoppelte die Summe zwar 1961, doch angesichts der gestiegenen Kosten blieb diese Erhöhung des Etats zunächst ohne spürbare Auswirkungen.26

Erst unter Präsident Johnson, dessen Leitlinie im Umgang mit den Pazifik-Inseln der Solomon-Report war, stimmte der amerikanische Kongress 1966 erstmals einem 172 Millionen-Dollar Hilfspaket für Mikronesien zu. Mit dem Geld und mit Hilfe der Peace Corps Freiwilligen sollten in den folgenden fünf Jahren Klärwerke und Abwassersysteme entstehen, die Straßen modernisiert und ausgebaut werden, und neue Kommunikations- und Transportmöglichkeiten von Insel zu Insel geschaffen werden. Die Schiffsverbindung zwischen den Atollen war so schlecht, dass der Kongreÿ von Mikronesien die Administration darum bat, eine japanische Reederei mit den Fähr- und Transportdiensten zu beauftragen. Auch in den Vorzeigebereichen amerikanischer Entwicklungshilfe, dem Bildungswesen und der medizinischen Versorgung, gab es viel zu tun. Während es in den Schulen meist an Qualität fehlte, gab es bis 1966 kein ordentliches Krankenhaus auf den Inseln, nur ein paar notdürftig umgebaute Lagerhallen aus den Beständen der Armee.

"In der Grundschule werden unsere Kinder in trukesisch unterrichtet", erklärte ein Dorfältester dem von Kennedy neu berufenen High-Commissioner, Wilfred Goding, während einer Inspektionsreise auf Moen. "Wieviele Menschen auf der Welt sprechen denn trukesisch? Englisch sollen sie lernen, das wäre gut."27

Die eingeborenen Lehrer waren schlecht ausgebildet; fast die Hälfte hatte Mitte der sechziger Jahre nicht einmal ein ordentliches Highschool-Diplom, nur jeder achte eine weitergehende Ausbildung erhalten. Deswegen waren sie gar nicht in der Lage, Unterricht in Englisch abzuhalten. Die Abordnung der UNO hatte der Inselverwaltung bei ihrem Besuch sogar dringend geraten, einige Schule zu schließen, um erst einmal die Lehrer nachsitzen zu lassen. Ein Ziel des ehrgeizigen Bildungsprogramms PICS war es ja, den Schülern Englisch als zweite Landessprache beizubringen. Um dieses Vorhaben nun auch auf die Grundschulen ausweiten zu können, sollten verstärkt amerikanische Lehrer in Mikronesien unterrichten, zum Beispiel als Freiwillige im Peace Corps.28

Das Gesundheitssystem war auf dem Stand der frühen fünfziger Jahre stehen geblieben. Auf der Insel Moen im Truk-Atoll war das "Krankenhaus" in einer ehemaligen Unterkunft für GIs untergebracht. Es gab nur ein Krankenzimmer, die Blechbaracke war schlecht belüftet und operiert wurde mit Geräten, die die Navy Ende der vierziger Jahre ausrangiert hatte. Es herrschte chronischer Mangel an Personal und Medikamenten. Deswegen wurden rund 30 Millionen Dollar veranschlagt, um auf Saipan, Ponape und Koror drei solide Kliniken mit insgesamt 560 Betten zu bauen. Zusätzlich sollte in Palau eine Schwesternschule eingerichtet werden. Harry Anderson, stellvertretender Innenminister der Johnson-Administration, erklärte: "In Zukunft werden wir viel mehr Bundesmittel (Federal Money) in das Treuhandgebiet investieren müssen, als wir das in der Vergangenheit getan haben. Unsere Verantwortung gegenüber den Mikronesiern lässt keine Alternativen zu."29 Leider mussten sich die Optimisten bald eines Besseren belehren lassen. Ebenso wie LBJs propagierte Great Society an der Heimatfront langsam ausblutete, musste auch die Treuhandadministration den Gürtel wieder enger schnallen. Der Krieg in Viet Nam hatte Priorität. So wurden die erst 1966 vom Kongreÿ bewilligten 172 Millionen Dollar ein Jahr später, als das Investitionsprogramm eigentlich anlaufen sollte, wieder auf Eis gelegt. Der Jahresetat für Mikronesien betrug 1967 nur $ 23,1 Mio. - rund 8 Millionen Dollar weniger, als Johnson ursprünglich veranschlagt hatte. Weiter eingeschränkt wurde die Improvisationsfreiheit der Verwaltung durch den Erlas eines Bau- und Einstellungsstops der Bundesregierung. Amerikanische Angestellte wurden am Ende ihrer Dienstzeit nicht mehr ersetzt, die beschlossenen nicht-militärischen Neubauprojekte, darunter zwei der geplanten Krankenhäuser und einige moderne Stromkraftwerke, konnten bis auf weiteres nicht realisiert werden. "Für unsere Planung ist dieser Zustand ein absolutes Desaster", meinte deshalb auch Martin Managan, der stellvertretende Hochkommissar für die Pazifik-Inseln. Auf jeder der rund 100 bewohnten Inseln des Treuhandgebietes gab es Insulaner, die ähnliche Geschichten von Pleiten und Niederlagen erzählen konnten. Geplante Fischereibetriebe wurden nie fertig gestellt, Kopra-Mühlen öffneten nur, um kurze Zeit wegen Unrentabilität wieder schließen zu müssen und Hühnerfarm-Projekte scheiterten, weil aus mysteriösen Gründen ausreichende Futtermengen nie rechtzeitig eingeflogen werden konnten.30

Entsprechend negativ fiel auch die Bewertung einer weiteren UN-Mission aus, die das Treuhandgebiet 1979 besuchte. In ihrem Abschlußbericht schrieben die Delegierten, es gebe keine Anzeichen "für wesentliche ökonomische Fortschritte und der Entwicklung des Treuhandgebietes als Ganzes. Insbesondere die grundlegende Infrastruktur ist nach wie vor in einem beklagenswerten (lamentable) Zustand. Die Landwirtschaft stagniert."31 Der erste Industriezweig, in dem einige Bezirke Aufwind erlebten, war ein behutsam einsetzender Tourismus. Vor allem die Marianeninseln und Palau wurden bereits ab den späten fünfziger Jahren wieder zu beliebten Ausflugszielen von Japanern. Asiatische und amerikanische Weltkriegs-Veteranen kehrten vermehrt an die Orte der blutigsten Schlachten des Pazifikkriegs zurück, um Erinnerungen aufzufrischen. Japanische Touristen strömten zum 250 Meter hohen Suicide Cliff an der Nordspitze Saipans, wo sich Tausende von Soldaten und Zivilisten kurz zu Ende des Krieges in den Tod gestürzt hatten, um der amerikanischen Gefangenschaft zu entgehen. Unter Tauchern galten die Inseln mit ihrem glasklaren Wasser, den unvergleichlichen Korallenwäldern und nicht zuletzt den zahlreichen geheimnisvollen japanischen Wracks vor Truk und Ponape bald als eines der besten Reviere auf der Welt. 1977 besuchten über 22000 Amerikaner das Treuhandgebiet, bereits 15% mehr als im Vorjahr.32

Grundsätzlich verbessert wurden in diesem Zusammenhang die Verkehrsverbindungen zwischen den einzelnen Inseln. Ein regelmäßiger Fährservice entstand zwischen den Inseln. Das wichtigste Bindeglied zwischen den weiter entfernten Atollen wurde die Air Micronesia, ein Tochterunternehmen von Continental Airlines. Neue Flughäfen wurden auf Truk, Kwajalein, Yap, Ponape, Majuro und Palau errichtet und machten ein bequemes Reisen erst möglich, nachdem 1968 ein regelmäßiger Flugbetrieb mit zwei alten DC-4 Propellermaschinen aufgenommen werden konnte. Zuvor hatten selbst die Abgeordneten des Congress of Micronesia manchmal mehrere Wochen auf eine Transportmöglichkeit von, sagen wir, Kwajalein nach Koror warten müssen. Folglich war der Ausspruch "I've been bumped", wieder einmal von der Warteliste gestrichen worden zu sein, lange Zeit die beliebteste Ausrede für Mikronesier, die ihre Termine nicht einhalten konnten. Das Fliegen von Inseln zu Insel blieb aber auch weiterhin mit Einschränkungen verbunden: Auf dem Johnston-Atoll war das Aussteigen aus gesundheitlichen Gründen untersagt. Die Passagiere sollten den Kontakt mit Gasen aus den nahen Giftmülldeponien vermeiden. Kwajalein war militärische Hochsicherheitszone. Bei Zwischenstops der Air Micronesia -Jets zum Auftanken mussten Zivilisten im Flugzeug sitzenbleiben, es sei denn, sie waren im Besitz eines Passierscheins des Missile Defense Commands.33

Während der eigentliche wirtschaftliche Aufschwung ausblieb, verbesserte sich der Lebensstandard der Insulaner aber zunehmend. Der von Amerikanern importierte Luxus, von Autos und Bierdosen bis zu Klimaanlagen, wurde von den Mikronesiern begeistert angenommen. Amerikanische Kultur verbreitete sich durch Kinofilme und importierte Zeitungen. Mit dem Satellitenzeitalter konnten auch amerikanische Fernsehprogramme und Radiosender empfangen werden. Gemäß der Direktive Anthony Solomons wurden den Eingeborenen nach und nach immer zahlreichere Sozialprogramme zugänglich gemacht, ein wichtiger Schritt war 1968 die Einführung eines von den USA finanzierten Social Security Systems für die Bewohner des Treuhandgebietes.34

Nach dem Bericht einer UN-Mission, die Mikronesien wieder im Jahr 1976 besuchte, hatten die "erheblichen Summen von außerhalb den wirtschaftlichen Fortschritt hin zur Selbstversorgung verzerrt." Die Beobachter der Vereinten Nationen kritisierten, dass die Finanzhilfe der Verwaltungsmacht (fast) ausschließlich in "Wohlfahrtsprogramme" investiert, anstatt sinnvoller für langfristige Infrastruktur- und Industrialisierungsmaßnahmen ausgegeben wurden. Die Mission fand keine Hinweise darauf, dass Geld für kapitalträchtige Projekte bereitgestellt wurde, dafür jede Menge Anzeichen, dass "die Subventionierung fast ausschließlich dazu genutzt wird, den Konsum von Importgütern zu fördern."35 Auch ein Staff Report des U.S. House of Representatives Committee on Foreign Affairs kam zu dem Schluß, dass die bislang geleistete Hilfe wenigstens fragwürdig war. "Nach einer langen Periode der Vernachlässigung werden von den Bundesbehörden jetzt im Jahr rund $ 1400 Finanzhilfe pro Kopf bereitgestellt, die ohne Übersicht und Kontrolle ineffektiv verteilt werden und dabei (die Insulaner) wenig zur Selbsthilfe anspornen."36

Obwohl die Mikronesier einst geschickte Fischer waren und der Südpazifik reichlich Beute versprach, gab es auf den meisten Inseln überhaupt keinen frischen Fisch. Stattdessen importierten die Insulaner jetzt für mehr als eine Million Dollar im Jahr Dosenfisch aus Japan oder Amerika. Die Früchte der Brotbäume, vitaminreich und jahrhundertelang Hauptbestandteil der mikronesischen Ernährung, verfaulten auf den Bäumen. Sie wurden nicht mehr geerntet, weil sich der Export kaum lohnte. Die Insulaner griffen längst lieber zu Kartoffelchips und japanischen Crackern. Selbst die Kokosnüsse in Saipans Lebensmittelgeschäften stammten nicht von den benachbarten Inseln Ponape oder Yap, wo sie zum wertvollsten Exportgut gehörten, sondern wurden von den Jungferninseln eingeflogen. Coca-Cola -Automaten prägten das Stadtbild ebenso wie Fastfood-Restaurants nach amerikanischem Vorbild.37

Da importierte Lebensmittel auf den pazifischen Inseln trotz staatlicher Subvention fast 75% teurer waren als auf Hawaii oder in Alaska, eigentlich die Staaten mit den durchschnittlich höchsten Lebenshaltungskosten, beobachteten Experten mit wachsender Besorgnis die veränderten, einseitigen Ernährungsgewohnheiten der Eingeborenen. Schlimm stand es auch um die eigene Landwirtschaft, vor allen auf den Inseln, auf denen die US-Armee ihre Stützpunkte und neben der Regierung die lukrativsten Jobs zu bieten hatte. Die Einführung kostenloser Lebensmittelmarken und staatlicher Subventionsprogramme hatte die einheimische Landwirtschaft fast völlig ausgelöscht. Auf Saipan musste ein alter Farmer philippinische Gastarbeiter für die Feldarbeit anheuern, weil von den Einheimischen, darunter seine 14 Kinder, niemand bereit war, sich um Bohnen, Tomaten und Gurken zu kümmern. "Heutzutage will keiner mehr arbeiten. Alle wollen nur noch saubere weiße Hemden tragen...", beklagte Joaquin Guerrero. "Wenn ich sterbe, wird es auf Saipan überhaupt keine Bauern mehr geben."38

Die Mikronesier wurden im Laufe der Zeit auch mit anderen Phänomenen einer Zivilisation konfrontiert, die immer mehr Einfluss auf das Inselleben gewann. In den siebziger Jahren stieg die Kriminalitätsrate sprunghaft an. Die Gesellschaft, in der es ursprünglich nicht einmal ein eigenes Wort für den Begriff stehlen gegeben hatte, musste sich plötzlich mit Verbrechen auseinandersetzen. Das entsprach nicht der pazifischen Mentalität, wie Peter Coleman, der erste im Pazifik geborene stellvertretende Hochkommissar für Mikronesien, zusammenfaßte: "Die westliche Zivilisation mit ihrer Betonung des Individuums funktioniert auf den Inseln nicht. Wenn die Menschen ständig konkurrieren, können sie nicht in einem geschlossenen System existieren. Unsere Leute werden auf kleinen Pazifik-Inseln geboren, wo Land kostbar ist. Wenn wir überleben wollen, müssen wir zusammenhalten."39

Doch andere "Zivilisationskrankheiten" breiteten sich aus. Betrunkene Mikronesier gingen schon mal mit dem Messer aufeinander los. Die Bereitschaft zur Aggressivität nahm generell zu. Alkoholkonsum wurde ein großes Problem auf den Inseln; Biertrinken zum beliebtesten Freizeitvergnügen. Bei einer Bevölkerung von rund 8000 Insulanern importierte beispielsweise die Insel Yap allein 1977 Bierdosen für $ 1,3 Mio. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von etwa eintausend Dollar per capita gaben die Eingeborenen also fast 20 % ihres Geldes für ihr neues Lieblingsgetränk aus. In Palau wurde Bier zum zweitwichtigsten Importartikel nach Benzin. Nach einer Statistik aus dem Jahre 1985 waren 95% aller Verkehrsunfälle auf Trunkenheit am Steuer zurückzuführen, obwohl die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit auf Palau 25 Meilen pro Stunde betrug." Alkohol verschwendet einen Großteil unserer Energie", bestätigte Anthony Polloi, Chefarzt in Palaus einziger Klinik. "Wir müssen noch lernen, mit der Freiheit umzugehen. Wie haben zuviel Geld und zuwenig zu tun. Wir essen und trinken zuviel."40

Ein Problem war auch die hohe Arbeitslosigkeit von durchschnittlich 20 %. Viele junge Menschen waren angesichts der schlechten Berufsaussichten frustriert. "Welchen Sinn hat es, mit einem Universitätsdiplom in der rechten Hand hierher zurückzukehren, wenn es für die linke keine Arbeit gibt?" fragte stellvertretend für viele der 29jährige Constantine Yanug, ein an der University of Guam ausgebildeter Soziologe, der für den Peace Corps in Colonia (Yap) arbeitete. Die einzige Alternative hieß aber häufig auch Auswanderung. Als Folge dieser Unzufriedenheit war die Selbstmordrate unter Jugendlichen alarmierend angestiegen; Suizid war 1978 die häufigste Todesursache von Heranwachsenden zwischen 14 und zwanzig Jahren.

Der größte Arbeitgeber und die einzige Wachstumsindustrie auf den Pazifik-Inseln überhaupt war die Administration. Beispielsweise arbeitete mehr als die Hälfte der berufstätigen Bevölkerung der Marianen für die Regierung auf Saipan. $ 700000 des jährlichen Budgets verschlangen bereits die Kosten für ein Zwei-Kammern Parlament, das insgesamt 14000 Insulaner regierte. Palaus 200 Inseln, von denen gerade mal 25 von insgesamt nicht einmal 15000 Menschen bewohnt waren, bestand aus 16 Bundesstaaten mit eigener Flagge, Verwaltung und unterschiedlichen Nummernschildern. Einige dieser Gebiete hatten weniger als 100 Einwohner, doch alle Staaten hatten Anspruch darauf, zwei Abgeordnete und einen Senator für den palauischen Kongress zu stellen. "Die Amerikaner waren sehr erfolgreich darin, aus uns Politiker zu machen", stellte Ignacio Anastacio, Mitglied des palauischen Kongresses, 1985 fest. "Aber in Wirtschaftsfragen haben sie eindeutig versagt."41 Ihrem Verwaltungsapparat verdankten die Mikronesier viel, insbesondere ihren relativen Wohlstand. Die aus der amerikanischen Entwicklungshilfe gezahlten Gehälter stiegen unaufhaltsam an. Zum Beispiel betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen in Palau 1983 pro Kopf $ 2600 und lag damit über dem der aufstrebenden asiatischen Nachbarn Taiwan und Südkorea. Ein Kongreßabgeordneter verdiente rund 13500 Dollar jährlich, viermal soviel wie ein Kollege auf den Philippinen und selbst niedere Angestellte verdienten häufig noch mehr als hochgestellte Beamte in den meisten asiatischen Ländern. "Bei uns wollen die meisten jungen Leute Juristen werden", erklärte der Arzt Anthony Polloi. "Sie denken, dann können sie Congressmen werden und sich mit großen Autos und schönen Frauen umgeben. Wir haben schon soviele Anwälte, dass sie uns aus den Ohren kommen."42

Die Amerikaner waren der Auffassung, die Insulaner bräuchten eine starke, führende Hand - selbst nachdem diese längst die meisten administrativen Aufgaben übernommen hatten. "Es gibt da ein Wort, das diese Leute nicht mögen", kommentierte ein Regierungsbeamter. "Dieses Wort lautet ARBEIT. Tragischerweise mögen zwar alle ihren gemütlichen Schreibtischjob, aber wollen sich nicht die Hände schmutzig machen. Deswegen sind so viele Mikronesier bei der Regierung angestellt."

Carl Heine, einer der ersten politisch ambitionierten Marshallesen und zu Beginn der siebziger Jahre als Vorsitzender des Micronesia Joint Committee on Future Status tätig, wies auf das Verhalten früherer amerikanischer Bürokraten hin, die während der vergangenen Administrationen den Einheimischen ein schlechtes Beispiel vorgelebt hatten, indem sie die besten Jobs für sich reservierten, in den schönsten Häusern auf Saipans exklusivem Government Hill wohnten und zuließen, dass Mikronesier für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhielten. "Diese kleine Gruppe schlechter (ugly) Amerikaner kam hierher und zerstörte die Zukunft der Vereinigten Staaten in dieser Region", sagte Heine.43

Da wirtschafllicher Fortschritt weiterhin nur sporadisch erkennbar wurde, erwiesen sich die Erfolge, die von den Amerikanern auf bürokratischer Ebene erzielt wurden, bald als kontraproduktiv. Junge Mikronesier, die zum Studieren in die Vereinigten Staaten gegangen waren, schlugen aus der Misere der Administration politisches Kapital. Sie drängten nun verstärkt in die besser bezahlten und einflußreicheren Verwaltungspositionen und waren überzeugt, effektiver und besser als die amerikanischen "Fremdarbeiter" organisieren zu können. "Wir Mikronesier sitzen viel näher am Problem", erklärte Willie Gorongfel, der auf Hawaii studiert hatte und auf Yap für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war. "Deswegen werden wir schneller Fortschritte erzielen."44

In der Vergangenheit hatten europäische Kolonialmächte in ihren Kolonien nach der sogenannten Zoo-Theorie regiert. Zwar mussten die Eingeborenen für die Kolonialherren schwer arbeiten, machten aber keine eigenen Erfahrungen mit den Fortschritten der Zivilisation. Es gab keine Schulen, die sie besuchen konnten, sie übernahmen keine bedeutenden Verwaltungspositionen oder sozialen Aufgaben und blieben von der Gesellschaft der herrschenden Klasse ausgeschlossen. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass die Bevölkerung sich veränderte. In der Insel-Variante dieser Theorie sollte die soziale Entwicklung nur soweit gehen, wie es die vorhandenen Ressourcen erlaubten. "Diese Theorie ist unvereinbar mit unseren (amerikanischen) Idealen und Prinzipien," schrieb Carlton Skinner, der US Highcommissioner on the South Pacific Commission, 1963. "Wenn wir an die Würde und Gleichheit aller Menschen glauben, dann folgt daraus, dass jeder Mensch auch das Recht hat, sich bis an die Grenze seiner Möglichkeiten zu entwickeln."45 Dabei unterschied sich das Verhalten der Administratoren nicht wesentlich von den kolonialistischen Vorbildern. Maschinen, die noch aus Navy-Zeiten stammten, wurden benutzt, bis sie auseinanderfielen und nicht mehr repariert werden konnten. Dann wurden sie wiederum durch veraltete Geräte aus den ausrangierten Beständen der US-Army ersetzt. Obwohl für die schleppende Entwicklung in den ersten 20 Jahren tatsächlich das minimale Budget der Verwaltung verantwortlich war, meinten Offizielle, dass es nicht gut wäre, "die Mikronesier zu schnell mit allen Errungenschaften der Zivilisation bekannt zu machen."46 Der Hong-Kong Korrespondent der New York Times, Fox Butterfield, bemerkte 1977, das Schulwesen in Mikronesien sei insgesamt zwar erheblich besser geworden, nur leider würden die Kinder zwar "zu guten US-Bürgern und zivilen Angestellten (civil servants) erzogen", aber wenig Praktisches zum Überleben auf den Pazifik-Inseln mit auf den Weg bekommen. Von den 117 Abiturienten eines Jahrgangs auf Yap bekamen 112 ein Stipendium für ein Studium in den USA, bzw. auf Hawaii. Ein Drittel von ihnen wollte Geisteswissenschaften, ein weiteres Drittel Erziehungswissenschaften studieren. Nur zwei Prozent der Schulabsolventen interessierten sich überhaupt für die Fischerei oder Landwirtschaft.47

Auf Palau gab es mit dem Micronesian Occupational Center (MOC) zwar ein technisches Berufsausbildungszentrum, an dem junge Insulaner lernten, mit Elektrosäge und Bohrmaschine umzugehen. Doch es gab ja keine Industrie, um das Erlernte anschließend umsetzen konnten. Handwerkliche Fähigkeiten in Fischen, Schiffsbau oder landwirtschaftlichen Techniken, die für die Eingeborenen einen viel größeren praktischen Nutzen gehabt hätten, wurden nicht unterrichtet. Diese Situation kommentierte Norman Smith, Direktor des Trust Territory Education Department mit den Worten: "Jobs zu schaffen, ist nicht unsere Aufgabe. Wir kümmern uns nicht darum, was die Studenten lernen wollen, wir sind nur die Ausbilder."48

Auf die vernachlässigte mikronesische Wirtschaftsentwicklung angesprochen, rechtfertigte James Joseph, Innenminister unter Präsident Carter, die Versäumnisse früherer Administrationen mit einer fadenscheinigen Erklärung. Die USA wollten zunächst "ein vollständiges Bildungssystem aufbauen, ohne das eine intensive ökonomische Entwick- lungshilfe nicht viel bedeutet hätte." Dagegen argumentierten verschiedene Menschen- rechtsorganisationen, das in Mikronesien geförderte System nach amerikanischem Vorbild sei für die Bedürfnisse der Insulaner "bestenfalls irrelevant" gewesen. "Außerdem wurde das Programm zur politischen Erziehung lange Zeit dadurch unterminiert, dass qualifizierte Mikronesier nicht in die wichtigen politischen Ämter aufrücken durften", ergänzte Peter Travers, Vorstandsmitglied der International League for Human Rights in Micronesia.49 Auf den Pazifik-Inseln selbst wurde Kritik am lautesten geäußert. So groß die Unterschiede der einzelnen Volksgruppen untereinander auch sein mochten, am Versagen der Amerikaner gab es keinen Zweifel. "Wir glauben, die Vereinigten Staaten haben ihre Aufgabe, die Inseln gemäß dem Treuhandabkommen ökonomisch zu fördern, nicht erfüllt", sagte der palauianische Senator Yutaka Gibbons. "Deswegen schulden sie uns weiterhin solange Entwicklungshilfe, bis wir uns selbst versorgen können." Noch drastischer drückte es der Verhandlungsführer der mikronesischen Kommission, die mit den Amerikanern um die politische Zukunft der Inseln stritt, aus. "Wir wollen Wiedergutmachung für all die verlorenen Jahre", sagte Andon Amaraich aus Truk 1978. Und Mark Loochaz, ein aus Yap stammender Geschäftsmann, der sich auf Majuro (Marshall-Inseln) niedergelassen hatte, ergänzte: "Mit Ausnahme von Schulen und Krankenhäusern, wurde das meiste Geld einfach verschwendet."50

Als sich Präsident Carters Zeit im Oval Office dem Ende zuneigte, gab es in Mikronesien immer noch Inseln, die ohne jegliche Telefonverbindung auskommen mußten. Die Kapazitäten der wenigen Elektrizitätswerke waren hoffnungslos überlastet, Strom gab es nur einige Stunden am Tag. Selbst die Trinkwasserversorgung auf den Pazifik-Inseln musste reglementiert werden, obwohl zum Beispiel Palau mit durchschnittlich 380 cm im Jahr viermal soviel Niederschlag hat wie New York.51 Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf den Marshall-Inseln beschrieb der Entwicklungshelfer Giff Johnson nach einem Besuch der Marshall-Inseln Ebeye und Kwajalein im Jahre 1979. Vier Meilen Luftlinie voneinander getrennt, taten sich für den Besucher zwei unterschiedliche Welten auf: Auf Kwajalein lebten rund 3000 Amerikaner in einer Luxus-Siedlung der gehobenen Mittelklasse mit Klimaanlagen, Schwimmbädern und Sportplätzen. Das rund 360 ha große Eiland bot Platz für Einkaufszentren, in denen die amerikanischen Militärangehörigen preiswert einkaufen konnten, Baseball Felder und Kinos. Medizinische Versorgung, die Schule und Nutzung der Freizeiteinrichtungen waren kostenlos. Die ursprünglichen Bewohner Kwajaleins waren vor dem Einzug der Amerikaner evakuiert worden.

Dagegen wohnten auf der nur knapp 26,5 Hektar großen Insel Ebeye rund 8000 Marshallesen, die zum Teil in der Raketen-Abfang Station auf der größeren Nachbarinseln oder für den Mindestlohn von $2,90 als Haushaltshilfen bei die Offiziersfamilien arbeiteten.52 Die Arbeitslosigkeit betrug trotzdem rund 36 %. Eine Kläranlage gab es nicht, die Abwässer wurden einfach ins Meer geleitet. Auch die sanitären Anlagen und die medizinische Versorgung waren unzureichend, was zu häufigen Krankheiten unter der Bevölkerung führte. "Ebeye hat die höchste Bevölkerungsdichte im Pazifik", schrieb Johnson. "Wenn Hawaii so dicht besiedelt wäre, hätte es mehr als 400 Millionen Einwohner."53

Für ein Freizeitangebot war da ebenso wenig Platz wie für eine Oberschule. Nur die besserverdienenden Insulaner hatten die Möglichkeit, eine Schule im 250 Meilen entfernten Majuro zu besuchen. Die Benutzung der Einrichtungen Kwajaleins war den Marshallesen nicht gestattet. Gleichzeitig waren die mit denselben Containerschiffen gelieferten Lebensmittel vom amerikanischen Festland auf Ebeye nicht so stark subventioniert. Kostete eine kleine Dose Thunfisch im amerikanischen PX damals 45 Cents, zahlte man auf der Nachbarinsel 85 Cents dafür. Ein ganzes Huhn gab es auf Kwajalein für einen halben Dollar, während die Marshallesen das Dreifache für ein Pfund bezahlen mußten.54 Auch die Liste amerikanischer Fehlinvestitionen im Treuhandgebiet wurde länger: Eine mehrere Millionen Dollar teure Schiffahrtsschule auf Truk, in der mikronesische Seeleute ausgebildet werden sollten, musste Mitte der siebziger Jahre kurz nach Fertigstellung wieder schließen, nachdem das Institut nur wenige Monate geöffnet gewesen war. Die Vereinigten Staaten und einheimische Behörden konnten sich nicht einigen, wer künftig für die Unterhaltung der Ausbildungsstätte aufkommen sollte. Um die hygienischen Zustände auf der dicht besiedelten Insel Ebeye zu verbessern, wurde 1971 mit dem Bau einer 350000 Dollar teuren Kläranlage begonnen. Bisher ungefiltert ins Meer geleitete Abwässer verschmutzten das Trinkwasser der Insulaner und führten zu zahlreichen Infektionskrankheiten. Geplante Fertigstellung des Projekts: September 1973. Tatsächlich wurden die Arbeiten am 30. Mai 1974 eingestellt, nachdem Materialknappheit und ein Taifun ein zügiges Vorankommen ständig verhindert hatten. Bei Einstellung des Projekts war das Geld zwar aufgebraucht, aber noch nicht einmal ein Fünftel der erforderlichen Bauarbeiten ausgeführt worden.55 Eine neue Kanalisation in Colonia, Ponapes Hauptstadt, funktionierte nie richtig. Schlampige Arbeiten führten dazu, dass die vergrabenen Wasserrohre Risse und Löcher aufwiesen. Um aber die neugeteerten Straßen nicht wieder aufreißen zu müssen, nur um die undichten Stellen im Leitungssystem zu lokalisieren, ließ man im Sommer 1983 ein amerikanisches Expertenteam aus Kalifornien einfliegen. Leider erwischten die Fachleute eine ausgesprochene Dürreperiode als sie auf der Insel ankamen, so dass es keine undichten Stellen zu lokalisieren gab und das Team unverrichteter Dinge wieder abreisen mußte.56 Selbst regierungsnahe Beobachter kamen im Laufe der Jahrzehnte zu der Erkenntnis, dass sich Mikronesien unter der amerikanischen treuhänderischen Verwaltung wirtschaftlich wenig entwickelt hat und weitgehend auf eine Fortführung der durch die USA erbrachten Sozialleistungen angewiesen ist. So ist es nicht verwunderlich, dass Kritiker den Amerikanern immer wieder vorgeworfen haben, durch eine bewußte Strategie die Pazifik-Inseln ökonomisch und sozial abhängig zu machen, um ihre eigenen strategischen Interessen auf Dauer sicherzustellen.57

"Während der ersten Tage des Vietnamkriegs gab es einen Scherz im Pentagon: Die Kommunisten wären am besten zu besiegen, indem man haufenweise Sears -Kataloge über Nord- und Südvietnam abwirft und jedem Vietnamesen anschließend genug Kredit einräumt, dass er sich kaufen kann ,was er will", verglich New-York Times Korrespondent Fox Butterfield die Situation auf den Pazifik-Inseln Ende der siebziger Jahre. "Nun, für Viet Nam wanderte der Plan zurück in die Schublade, wir hielten uns an die Bomben. Mir kommt es aber so vor, als wäre er hier im Treuhandgebiet der Pazifik-Inseln zur Anwendung gekommen."58

4.3.2. Restriktionen und Auflagen - Diplomatie der USA

Eine der sogenannten Schutzfunktionen (protective features) nationaler Interessen war der im Artikel 8 des Treuhandabkommens definierte Sonderstatus amerikanischer Staatsbürger in Wirtschaftsfragen. Im Frühjahr 1947 verteidigte der amerikanische UN-Botschafter, Warren Austin, die vertraglich festgelegte wirtschaftliche Begünstigung amerikanischer Unternehmen gegenüber Großbritannien, der Sowjetunion und Polen, die sich in der Diskussion für die Formel "gleiche Rechte für alle" ausgesprochen hatten. Rohstoffarm und mit geringer Bevölkerung, versprachen die Inseln ohnehin kein attraktives Investitionsfeld zu werden, aber "die Krux an der Sache", so Austin, war "der Sicherheitsaspekt. Die amerikanische Regierung als verwaltende Macht kann in der Praxis keine `gleichen Rechte' garantieren, wenn die Sicherheit der Vereinigten Staaten betroffen sein könnte."59

Nachdem das Militär eine Reihe von Marshallesen für die Nukleartests umgesiedelt hatte, mussten diese ebenso wie die auf den Pazifik-Inseln lebenden Amerikaner mit Lebensmitteln versorgt werden. Den Transport von Versorgungsgütern organisierte die Handelsmarine. Seit 1944 existierte bereits die US Commerical Co. (USCC), ein Transportunternehmen der Reconstruction Finance Corporation, das zwischen den Solomon-Inseln und Neu Guinea verkehrte und mit Mikronesien eine neue Handelsroute eröffnete. Die Philosophie der USCC bestand darin, dass die Insulaner für die Lebensmittel und Güter, die sie von der Navy bekamen, selbst etwas leisten sollten. Die Gesellschaft kaufte also im Gegenzug für die Lieferungen massenweise kleine Kunstgegenstände, Stickereien und Schnitzarbeiten der Einheimischen, um den Eindruck zu vermeiden, die Versorgungsgüter seien Almosen. Diese Politik führte dazu, dass das Unternehmen 1947 pleite ging und insgesamt 30000 mit Muscheln verzierte Gürtel, hübsch aber nutz- und wertlos, in die Truk-Lagune kippte.60 Mit Abschluss des Treuhandvertrags gründete die Marine für Mikronesien 1947 eine eigene Gesellschaft, die Island Trading Company of Micronesia (ITC), die mit zunächst zwei ausrangierten Navy-Transportschiffen zwischen Hawaii und Mikronesien hin und her schipperten, um Nachschub heranzuschaffen. Der sogenannte Jones-Act, ein Merchant- Marine Gesetz von 1936, bestimmte, dass diese Transporte zwischen den USA und Mikronesien "nur von amerikanischen Schiffen und Besatzungen" durchgeführt werden durften. Japanischen und anderen, unter fremder Flagge fahrenden Schiffen, war es verboten, sich den Inseln weiter als drei Meilen zu nähern. Einen freien Wettbewerb gab es also nicht, ausländische Unternehmer waren vom Handel ausgenommen, solange das Treuhandgebiet unter Navy-Verwaltung stand.61

ITC wurde mit einem $250000 Kredit der Navy-Bank auf Guam ins Leben gerufen.

Finanziert wurde das Unternehmen durch den Weiterverkauf des in Mikronesien produzierten Kopra. Während die Insulaner 80 Dollar pro Tonne ausgezahlt bekamen, kassierte die Island Trading Company rund $320 beim Verkauf in San Francisco. Bereits ein Jahr später schrieb die "Non-Profit"-Organisation deshalb schwarze Zahlen, nach ihrer Auflösung acht Jahre später, standen die Nachlaßverwalter mit dem ansehnlichen Gewinn von einer Million Dollar da. Daraufhin kürzte der amerikanische Kongress das Budget der Administration 1953 um $500000, die mit der Hälfte des Profits ersetzt wurden. Die andere Hälfte kam Mikronesiern in Form von Darlehen zugute, die eigene kleine Unternehmen gründen wollten. Trotzdem blieb von dem Geschäft ein bitterer Nachgeschmack: Es sah doch so aus, als hätte das allgemeinnützige Unternehmen die Kokusnußfarmer übers Ohr gehauen und an den Insulanern eine halbe Million Dollar verdient.

Die gesamte Kopra-Produktion des Treuhandgebietes wurde durch Atkins, Kroll & Co. in San Francisco vertrieben. Dabei sorgte jetzt ein sogenanntes Copra Stabilization Board dafür, dass den einheimischen Pflanzern marktgerechte Preise gezahlt wurden. Aus dem Gewinn der Firma verblieb nach Ablauf eines Geschäftsjahres immer noch ein Überschuß, der für die Mikronesier zu gleichen Teilen in Wertpapieren angelegt wurde.62

Über Jahre hinweg blieb die Van Camp's Thunfisch-Industrie das einzige ausländische Unternehmen, das vom amerikanischen Treuhand-Hochkommissar die Erlaubnis erhielt, innerhalb der Hoheitsgewässer der Marianen zu fischen, obwohl es mikronesische Initiativen wohl gab. John MacInnes, ein Amerikaner der auf Yap das Department for Economic Development leitete, bat beispielsweise im Auftrag geschäftstüchtiger Insulaner um finanzielle Hilfe für die Errichtung einer eigenen Fischkonservenfabrik auf Yap. Washington lehnte den Antrag mit der Begründung ab, dass "Mikronesien nicht berechtigt sei, sich für derartige Hilfsprogramme zu bewerben", sagte MacInnes. "Statt dessen schickten sie uns ein Schiff mit 200 Kisten Backpflaumen an Bord."63

Amerikanische Monopolstellungen gab es überall: Wer in die Vereinigten Staaten fliegen wollte, musste das mit Air Continental (bzw. deren Tochtergesellschaft Air Micronesia) tun. Ein Konto gab es nur bei der Bank of America, deren Niederlassungen auf den Pazifik-Inseln unter als (Development) Bank of Micronesia bekannt waren.

Widerstand gegen diese Bevormundung regte sich erstmals in den sechziger Jahren. Vor allem japanische Investoren waren an geschäftlichen Verbindungen mit den Pazifik-Inseln interessiert. Mikronesien entwickelte sich vom touristischen Geheimtip zum beliebten Urlaubsziel; die Branche boomte. Doch auch für andere Industriezweige deuteten sich bessere Zeiten an: Japan wollte auf Palau einen hochmodernen Hafen für Supertanker bauen. "Es ist genügend japanisches Kapital vorhanden", sagte Senator Edward Pangelinan aus Saipan 1971. "Leider scheitern die Investitionen zur Zeit noch an bürokratischen Einzelheiten."

So verbot die Federal Aviation Administration (FAA) Anfang der siebziger Jahre der japanischen Fluggesellschaft Japan Air Lines, auf den mikronesischen Flughäfen zu landen. Deren moderne Flugzeuge vom Typ Boing 707, die einzigen Düsenjets, die überhaupt für die kurzen Start- und Landebahnen geeignet waren, verstießen gegen die eilig erlassenen Lärmschutzbestimmungen der zivilen Luftfahrt auf den Pazifik-Inseln. Air Continental dagegen benutzte auf den Strecken noch ältere Turboprop-Maschinen.64 Da alle Beschlüsse des mikronesischen Parlaments vom amerikanischen Hochkommissar des Treuhandgebietes abgesegnet werden mussten, lag die Entscheidung darüber, wer Kapital auf die Inseln bringen durfte, bei der Verwaltungsmacht, die sich sträubte und dabei ausgerechnet auf das Treuhandabkommen bezog: Entweder die USA würden allen Nationen die Möglichkeit zu Geschäften in Mikronesien geben oder keiner. "Wir halten die Japaner draußen, damit wir auch den Kommunismus draußen halten können", erklärte ein amerikanischer Beamter.65

Die Auswirkungen solcher "Vorsichtsmaßnahmen" bekam auch der marshallesische Präsident, Amata Kabua, im Sommer 1981 am eigenen Leib zu spüren. Bei seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise nach Japan gab es auf dem Flughafen von Majuro keine standesgemäße Begrüßung, Kabua musste geduldig warten, bis sein Chauffeur gefunden wurde und ihn am Flughafen abholen konnte. Weil das überalterte Telefon-System wieder einmal zusammengebrochen war, konnten die Behörden nicht informiert werden, dass der Präsident bereits einen Tag früher als ursprünglich geplant in die Hauptstadt zurückkehren würde. "Das wäre nicht passiert", meinte Kabua wütend, "wenn die Vereinigten Staaten dem Angebot eines japanischen Unternehmens zugestimmt hätten, auf den Marshall-Inseln kostenlos ein modernes Satelliten-Kommunikationssystem zu errichten." Washington hatte das Geschäft platzen lassen und den Insulanern versprochen, eine gleichwertige amerikanische Anlage zu errichten. Ein Jahr später war noch nicht einmal der Grundstein für das Projekt gelegt.66

Ein langer Streit schwelte zwischen der Verwaltungsmacht und den Pazifik-Inseln auch um die von Mikronesien geforderten Hoheitsgewässern im 200-Meilen Radius um ihr Territorium. Die Fischerei-Industrie gehörte für die Mikronesier, wie für andere pazifische Inselstaaten auch, zur wichtigsten Einnahmequelle. Natürlich waren die thunfischreichsten Fischgründe der Welt auch ein begehrtes Revier für Hochseefischer anderer Nationen. Amerikanische und japanische Fischereiflotten fingen rund 40000 Tonnen Thunfisch im Jahr. Zum Schutz der amerikanischen Unternehmen argumentierten die Vereinigten Staaten, Thunfische wären Wander-Populationen, die nie in festen Revieren blieben. Deshalb wären die Ansprüche der Mikronesier hinfällig. Die Insulaner, die sich von der Vergabe der Fischereilizenzen lukrative Einnahmen versprochen hatten, klagten erfolglos, dass ihnen Millioneneinnahmen entgingen. Die Vereinigten Staaten hatten das internationale Law of the Seas -Abkommen nicht unterzeichnet.67

Ein peinlicher Zwischenfall ereignete sich im Frühjahr 1983. Der Thunfisch-Trawler Koli war nach erfolgreicher Fangfahrt auf Guam eingelaufen. Bei einer Routineuntersuchung des Schiffes wurden 23 palauische Matrosen als "illegale Einwanderer" verhaftet, weil der amerikanische Arbeitgeber, Zee Enterprises, Inc., versäumt hatte, die Insulaner mit ordentlichen Papieren auszustatten. Während des mehrwöchigen Ermittlungsverfahrens wurden die Seeleute kurzerhand neben Schwerverbrechern im Hochsicherheitsgefängnis untergebracht und eingeschüchtert, dass jeder Versuch, die Medien einzuschalten, ihre Chancen, bald wieder freizukommen, vermindern würde. Schließlich wurden sie am 13. April, über zwei Wochen nach ihrer Festnahme, gegen ihren Willen nach Saipan deportiert, von wo aus sie auf eigene Kosten in ihre Heimat zurückkehren mußten. "Unsere Bürger werden seit über 35 Jahren von den Vereinigten Staaten regiert und tragen Ausweise bei sich, die sie unter den Schutz des amerikanischen Außenministeriums stellen", schrieb Joshua Koshiba, der Vorsitzende des palauischen Senate Committee on Foreign Affairs, daraufhin in einem persönlichen Brief an George Schultz. "Bitte unterrichten sie ihre Agenten und Angestellten auf Guam entsprechend, dass solch eine traurige Affäre nie wieder vorkommt."68 Die Reagan-Administration bedauerte den Zwischenfall, der eigentlich eine logische Folge der restriktiveren Politik gegenüber den Mikronesiern war. Schließlich hatte der Präsident gleich zu Beginn seiner ersten Amtszeit auch den Einwohnern der Nördlichen Marianen ihre "quasi-Staatsbürger" -Sonderrechte, die sie zuvor bereits zwei Jahre lang genossen hatten, wieder entzogen. Möglicherweise sollten derartige erzieherische Maßnahmen den Mikronesiern die Vorteile einer vertraglichen Bindung an Amerika erst richtig schmackhaft machen.

Es gab auch politische Maßnahmen, von denen die Mikronesier profitieren und gleichzeitig weiter an die Vereinigten Staaten gebunden werden sollten. Nachdem bereits die Kennedy- Administration erkannt hatte, dass die Pazifik-Inseln ohne großzügige Subventionierung niemals wirtschaftlich unabhängig werden konnten, war Mikronesien unter einen besonderen Handelsstatus gestellt worden, der den zollfreien Export von Gütern in die USA erlaubte, die wenigstens zu 30 Prozent von einheimischen Industrien produziert wurden. Im Gegenzug erlaubte die Reagan-Administration amerikanischen Unternehmen Anfang der achtziger Jahre, 80 % ihrer Umsätze in Mikronesien steuerlich abzuschreiben. Amerikanische Geschäftsleute, die nachweisen konnten, dass sie länger als ein Jahr auf den Pazifik-Inseln gewohnt hatten, wurden von der Steuer ganz befreit.

Um zu verhindern, dass die Pazifik-Inseln zu einem "Steuerparadies wurden und mikronesische Produkte den amerikanischen Markt überschwemmen konnten" brachte der einflußreiche Kongreßabgeordnete Dan Rostenkowski (D., Illinois), Vorsitzender des House Ways and Means Committee, allerdings kurze Zeit später ein Amendment zum endgültigen Assoziierungsabkommen ein, das die Steuervorschriften verschärfte, und die beiden wichtigsten Exportartikel Mikronesiens, Textilien und Thunfisch, vom zollfreien Status ausschloß. Die Reagan-Administration reagierte unentschlossen auf das Störmanöver des Demokraten aus Chicago, wollte sie sich Rostenkowski doch nicht im Hinblick auf die größeren Steuerpläne in Amerika zum Feind machen. Schließlich stimmte Ronald Reagan der House-Bill zu, obwohl die Mikronesier protestierten und die unterschriftreifen Einzelabkommen mit den Marshall-Inseln, der Föderation von Mikronesien und Palau damit wieder in Frage gestellt wurden. Stephen Solarz, ein Demokrat aus Brooklyn und Vorsitzender des House Foreign Affairs Subcommittee on Pacific Affairs, kommentierte das Hin-und-Her im Oval Office mit den Worten: "In all den Jahren, die ich schon im Kongress sitze, habe ich noch nie so ein Beispiel für die Unfähigkeit und Inkompetenz einer Administration gesehen. Dieses Versagen gefährdet die lebenswichtigen strategischen Interessen der Vereinigten Staaten."69

Ein Widerspruch? Gerade die hatte doch das Oval Office auch in der Vergangenheit stets verfolgt. In Wirklichkeit zeigt dieses Beispiel, dass die Haltung der Verwaltungsmacht gegenüber Palau und ganz Mikronesien häufig ein Kompromiss zwischen Regierung und Kongress war. Dieser Umstand war sicherlich ein wichtiger Grund warum kein Treuhandgebiet länger existierte, als die Pazifik-Inseln.

4.3.3. Die Mikronesier und die Treuhandverwaltung

"The Marshallese identifies himself not by his family but by the unit of land - three acres or so extending from shore to shore - to which he belongs. It is by his land that he knows who he is - how he knows that `I am I'."

Maynard Neas, 1957

Der Umgang der Verwaltungsbehörden mit den Menschen in Mikronesien war zunächst in Einzelfällen verheerend. Ihrer natürlichen Umgebung und einer fischreichen Bucht entrissen, waren zum Beispiel die von Bikini nach Rongerik zwangsumgesiedelten Insulaner zwei Jahre später fast am Verhungern. Viele Insulaner verbanden den Namen des Eilands mit Libokra, einem bösen und giftigen weiblichen Geist. Da sich bald herausstellte, dass viele der Fische um Rongerik tatsächlich giftig und ungenießbar waren, die Menschen krank machten und es zu akuten Fällen von Unterernährung kam, fühlten sich die Eingeborenen in ihrem Aberglauben bestätigt. Schließlich hatte Washington ein Einsehen und ordnete 1947 einen Umzug nach Ujelang an. Dazu sollte es aber nicht mehr kommen, weil zum gleichen Zeitpunkt bereits die Eniwetakesen dorthin gebracht worden waren, um deren Insel, wie bereits erwähnt, als zweites nukleares Testgelände zur Verfügung zu haben. Die Bikinesen wurden schließlich nach Kwajalein weiterverschifft, wo sie allerdings nur kurze Zeit blieben. 1948 landeten die Eingeborenen schließlich auf Kili, im Süden des Archipels und etwa 800 Kilometer südwestlich ihres Heimatatolls.70

Auch dieses Eiland bot den Insulanern keine freundlicheren Lebensbedingungen. Auf Kili gab es keine Lagune, in der sie gefahrlos fischen konnten. Ohne den schutzbietenden Sandbankring eines Atolls war Kili auch den starken Herbst- und Winterstürmen schutzlos ausgeliefert. Bananen- und Kokosnusspalmen wurden von den Taifunen weggerissen, die Kopra-Ernten der Eingeborenen vernichtet; bei hohem Seegang machten die inselnahen Riffe jedes Anlegemanöver von Versorgungsschiffen zu einem Himmelfahrtskommando. So wurden Lebensmittelvorräte oft aus Flugzeugen abgeworfen. Da die Pakete an Fallschirmen zu weit abgetrieben wären, verzichtete man auf diese. Die Folge: Viele Pakete zerschellten schon bei Aufprall auf die Felsen, die Nahrungsmittel verdarben. Ein ausrangierter Walfänger, den die Marine den Eingeborenen Anfang der fünfziger Jahre (auf Initiative einer Besuchsmission der Vereinten Nationen) zur Verfügung stellte, um in den offenen Gewässern fischen zu können, lief auf ein Riff auf und sank. Ein zweites Boot zerschellte 1957 in einem Taifun. Bald wünschten sich die Insulaner nichts sehnlicher, als diesen unfreundlichen Ort so schnell wie möglich wieder zu verlassen und - wenn möglich - nach Hause zurückkehren zu können.71

Eine UNO-Mission, die das 1954 verstrahlte Rongelap-Atoll fünf Jahre später besuchte, stellte zwar keine Krankheiten bei den Eingeborenen fest, die der Radioaktivität ausgesetzt worden waren, dafür waren die Menschen "psychologisch schwer mitgenommen." Einerseits herrschte die Angst, Nahrungsmittel und Wasser könnten auf Jahre verseucht sein und Spätfolgen des Fall-Out erst nach einem längeren Zeitraum auftreten. Diese Sorge wurde durch die intensive medizinische Betreuung durch die AEC noch verstärkt. Untersuchungen ergaben aber, dass bis auf eine als Delikatesse geltende Hummerart keine der einheimischen Tier- und Pflanzenarten Veränderungen aufwiesen.

Andererseits fiel es auch hier den Insulanern schwer, sich zu reaklimatisieren. Nach dem mißlungenen Atomtest waren sie 1954 von der Navy als Vorsichtsmaßnahme auf Nachbarinseln evakuiert worden. Einige der Eingeborenen litten unter Haarausfall und mussten auf Kwajalein wegen leichter und mittlerer Verbrennungen behandelt werden. Während die Armee auf ihrem Heimatatoll mit den "Entstrahlungsarbeiten" begann, Tiere und Pflanzen gegen "frische, gesunde Populationen aus Japan" ausgetauscht wurden, zogen einige Insulaner nach Ejit, einer anderen Insel in der Ralik-Kette. Insgesamt 154 Personen von Utirik und 82 Rongelaps kamen nach Majuro.72 Dort kümmerte sich das Militär um die Versorgung mit Lebensmitteln, sorgte für Unterkünfte, und betreute die Marshallesen auch medizinisch. Erst 1959 kehrten die meisten Einwohner nach Rongelap zurück. In ihrer Abwesenheit hatten die Amerikaner auf Rongelap neue Wohnsiedlungen gebaut, die den Insulanern nun kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. An die bequeme Abhängigkeit der amerikanischen Verwaltungsmacht gewöhnt, hatten die meisten kein Verlangen, den Luxus wieder gegen das einfache Inselleben einzutauschen.73

Der letzte atomare Test fand 1958 auf Bikini statt. Erstaunlicherweise erklärten die amerikanischen Behörden die radioaktive Strahlung bereits zehn Jahre später für unbedenklich und die im Exil auf Kili lebenden Insulaner dachten sofort an Rückkehr. Eine Vorhut von neun Kundschaftern fand das Atoll 1970 stark verändert vor: Zwei Inseln waren ausgelöscht worden, auf der Hauptinsel Roi Namur stand nicht mehr ein einziger Baum. Dennoch begann etwa ein Drittel der auf 400 Personen angewachsenen Gruppe noch im selben Jahr mit der Rückbesiedlung, immerhin hatten amerikanische Pioniere für sie eine neue Siedlung aus dem Boden gestampft. Die Mehrheit der Insulaner verblieb allerdings zunächst auf Kili, unschlüssig, wie sich entscheiden sollten. Die Angst vor der Strahlung war groß und viele der Eingeborenen spekulierten darauf, eine vorübergehende Bleibe auf Hawaii zu finden. Eine entsprechende Petition war dem Treuhandrat übergeben worden. "Die Insulaner wollen auf amerikanischem Boden untergebracht werden, damit sie von der US-Regierung nicht wieder vergessen werden", erklärte Ataji Balos, Berater und Rechtsanwalt der Gruppe. Die hawaiianischen Behörden reagierten allerdings ablehnend auf die Bitte.74 Die Vorsicht der Zurückgebliebenen sollte sich nur wenige Jahre später bezahlt machen: Die auf Bikini neuangesiedelten Eingeborenen wiesen bei medizinischen Untersuchungen bedenklich hohe Mengen Cäsium 137 in ihrem Blut auf, was auf den Verzehr von einheimischen Kokosnüssen und anderen Früchten zurückgeführt wurde. Brisanterweise waren erneute Messungen erst nach wiederholter Aufforderung durch die Micronesian Legal ServicesCo. durchgeführt worden, die sich in den Fall auf Bitten der Eingeborenen eingeschaltet hatten.75 1974 bewies eine Studie, dass die radioaktive Strahlung noch lange für Menschen gefährlich sein würde. Vier Jahre später erklärten die Vereinigten Staaten, an eine Rückbesiedlung Bikinis im größeren Stil wäre nicht zu denken. Eine Entschuldigung gegenüber den falsch informierten Insulanern gab es nicht. Noch einmal ein Jahr später, im August 1978, wurden die "Versuchspersonen" nach Kili zurückgebracht. Im Dezember 1967 sorgten noch andere Marshallesen für Aufsehen. Die vor zwanzig Jahren von Eniwetok nach Ujelang umgesiedelten Insulaner besetzten ein Versorgungsschiff und veranstalteten ein Sit-In, um gegen die ständige Knappheit von Lebensmitteln zu protestieren. Die Insel lag so weitab von den regulären Handelsrouten, dass ein Boot die Insel in der Regel nur alle paar Wochen anlief, um Versorgungsgüter zu verkaufen und im Gegenzug Kopra und getrocknete Kokosnüsse an Bord zu nehmen. Die Vorräte der Eniwetakesen waren bis zum Eintreffen frischer Lebensmittel längst verbraucht und die Eingeborenen mussten von Kokosnüssen und Wurzeln leben. Ujelang war nicht einmal halb so groß wie ihre Heimatinsel und hatte eine viel kleinere Bucht, in der es nicht genug Fische für alle Insulaner gab. "Es nützt uns wenig, wenn man uns erzählt, dass dies die Grundnahrungsmittel unserer Vorfahren waren", erklärte John Naptali, einer der Besetzer. "Wir sind doch schon seit Generationen an importierten Reis, Fleischkonserven und Dosenfrüchte gewöhnt."76

Dwight Heine, der Bezirksgouverneur und ebenfalls Marshallese, löste das Problem, indem er als Soforthilfe ein zweites Schiff mit Lebensmitteln in das Gebiet schickte, das zwei Wochen später eintraf. Er versprach den Insulanern außerdem, sich bei der Administration für die Intensivierung der spärlichen landwirtschaftlichen Projekte einzusetzen und den Eingeborenen durch zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten weitere Einkommensquellen zu ermöglichen. Ataji Balos, selbst Mikronesier und als Verbindungsoffizier an Bord des besetzten Schiffes, verständigte nach dem Vorfall die Behörden und setzte eine politische Kampagne in Bewegung, die damit endete, dass der Kongress 1969 einen Trust Fund über $ 1,2 Mio. für die Insulaner bewilligte. Die Dividende wurde jährlich unter den Familien verteilt, die davon zusätzliche Lebensmittel kaufen konnten. Die Sowjetunion nutzte den Zwischenfall, um in einer aktuellen Sitzung des Treuhandrates den Vereinigten Staaten vorzuwerfen, sie ließe "die Eingeboren einfach verhungern."77

Für Frank Midkiff, Hochkommissar über die Pazifik-Inseln unter Dwight Eisenhower, war der Sachverhalt ein anderer. Die USA mussten verhindern, dass "die Insulaner sich selbst als unsere Mündel (wards) ansehen", begründete er den Schritt der Vereinigten Staaten Mitte der fünfziger Jahre, die Entwicklungshilfe für die Mikronesier einzuschränken. Den Leidensweg der Bikini-Bewohner kommentierte Midkiff mit dem Hinweis, dass die Eingeborenen sowohl auf Kwajalein als auch Kili einem "komfortablen Luxusleben gefrönt hätten", weil die US- Navy sich fürsorglich um alle Belange gekümmert habe. Dieser Umstand "hatte dazu geführt, dass die Bereitschaft der Insulaner zu schwerer Arbeit abnahm."78

Der zynische Kommentar war seiner Zeit voraus. Erst in den sechziger Jahren änderten die Amerikaner ihre Strategie und begannen, die Pazifik-Inseln zum Wohlfahrtstaat auszubauen. Der Solomon-Report hatte 1963 "eines Tages eine Pro-Kopf Subventionierung von 300 Dollar" vorausgesagt, um den Lebensstandard der Mikronesier derart zu heben, dass sie einer dauerhaften Anbindung an die Vereinigten Staaten freudig zustimmen würden. 12 Jahre später betrug der tatsächliche Zuschuß schon das dreifache. Rund $ 500 Mio. aus Bundesmitteln flossen allein zwischen 1967 und 1977 nach Mikronesien. 80% dieser Summe wurden allein für den überdimensionierten Regierungsapparat, das Bildungs- und Sozialwesen und den Import von Konsumgütern ausgegeben. Weiterhin war kaum Geld für Straßenbauprojekte, neue Hafenanlagen oder Elektrizitätswerke vorhanden. Wenn doch einmal ein Gebäude errichtet oder eine Straße geteert wurde, lag das Projekt von der Planung bis zur Durchführung in amerikanischer Hand. Amerikanische Ingenieure und Bauarbeiter einfliegen zu lassen, ebenso wie die notwendigen Maschinen und Materialien, schien für die Administration preiswerter zu sein und schneller zu gehen, als die Mikronesier an Arbeiten zu beteiligen, für die sie erst ausgebildet werden mußten. "Wenn ich der Bezirksstaatsanwalt wäre", empörte sich 1977 John MacInnes, der für die Wirtschaftsentwicklungsbehörde auf Yap arbeitete, "würde ich die Sache vor das oberste Gericht bringen. Das ist doch Teil einer Methode, Abhängigkeit zu fördern."79 Führten die Insulaner also tatsächlich ein "Leben in Luxus", wie der Hochkommissar erkannt zu haben glaubte? Koror, die Hauptstadt Palaus, war nur eine von vielen Städten, deren Blütezeit vor dem Zweiten Weltkrieg gelegen hatte. Als Handelshochburg und Feriendomizil der Japaner hatte Koror bis Anfang der vierziger Jahre über 30000 Einwohner. Die Spuren japanischen Wohlstands und Geschmacks waren nur die Ruinen, die den Krieg überstanden hatten. Viele Häuser waren allerdings durch amerikanische Bomben völlig zerstört worden. Die von den Amerikanern benutzten Gebäude waren mehr schlecht als recht wieder instand gesetzt worden. Nur die optisch wenig attraktiven Blechhütten der Armee waren neu im Stadtbild. Ursprünglich als Soldatenunterkünfte und Lagerhallen mit einer maximalen Lebensdauer von sieben Jahren konzipiert, wurden diese sogenannten Nissenh ü tten (Quonsets) von Zivilisten vielseitig zweckentfremdet. Sie dienten als Wohnbaracken und Arztpraxen, wurden zu Geschäften und Schulen umfunktioniert oder waren Lagerhaus, Verwaltungsgebäude und Rathaus in einem.

Die Verwaltungsmacht kümmerte sich auch nicht darum, die japanische Infrastruktur in Schuß zu halten. Keine neuen Straßen wurden gebaut, die alten verrotteten mit der Zeit.

Gleichzeitig wandelte sich Palau unter amerikanischer Administration zu einer "Bargeld- Gesellschaft", wie es Robert Trumbull, der Asienkorrespondent der New York Times, ausdrückte. Bei einem Besuch Palaus beobachtete er, dass "die Hütten der Insulaner zwar aus Gerümpel und Schrott bestehen, aber fast alle Strom haben und mit Kühlschrank, Elektroofen und Radio ausgerüstet sind."80

Auf Yap dagegen, einem sehr konservativen Bezirk des Treuhandgebietes, trafen sich die Männer noch in den siebziger Jahren regelmäßig zum traditionellen Pow-Wow, und die Frauen liefen in Baströcken und barbusig herum. Im Kontrast dazu standen den Insulanern insgesamt fast 1200 soziale Hilfsprogramme zur Verfügung, angefangen bei der kostenlosen Medicare bis zum garantierten Platz im Day Care Center für die Kinder von berufstätigen Eltern. In einigen Fällen hatte der Sozialplan fast groteske Auswirkungen: Schulkinder bekamen am Tag zwei kostenlose Mahlzeiten serviert, Frühstück und Lunch. Das Essen wurde so reichlich verteilt, dass bald tägliche Völkerwanderungen von berufstätigen Erwachsenen einsetzten, die sich von ihren Kindern in der Mittagspause "preiswerte" Extra- Portionen aus der Mensa bringen ließen.81

Die Eniwetakesen durften ab 1977 auf ihr Heimatatoll zurückkehren. Bis 1981 waren alle 500 auf Kili und die meisten der auf Majuro im Exil lebenden Insulaner auf die Inseln Japtan, Medren und Enewetak gezogen. (Siehe Abb. 11). Bis auf einige Inseln hatten Experten die Gegend für die Rückbesiedlung freigegeben. Eine solche Ausnahme war bedauerlicherweise auch die Hauptinsel Runit, die, wie die Insulaner empört feststellen mussten, in ein Zwischenlager für strahlenverseuchte Abfälle verwandelt worden war, die nach Einschätzung der Wissenschaftler für "wenigstens 240000 Jahre nicht entsorgt werden konnten." Außerdem mussten die Eingeborenen feststellen, dass fünf der ursprünglich 40 Inseln des Atolls regelrecht ausradiert worden waren. Mit Hilfe einer amerikanischen Rechtsanwaltskanzlei strengten die Marshallesen daraufhin einen Prozess gegen die US-Regierung an, in dem sie $ 500 Mio. Schadensersatz verlangten.82 Ähnlich erging es den Einwohnern von Bikini. Verunsichert über die widersprüchlichen Resultate der radiologischen Untersuchungen auf dem Atoll, beauftragten die Insulaner Anfang der achtziger Jahre ein epidemiologisches Institut aus Chestnut Hill, Massachusatts, eine unabhängige Überprüfung durchzuführen. Finanzieren wollten die Marshallesen den Auftrag mit Geld aus Washington. Ihr Anwalt, Jonathan Weisgall aus Washington, D.C., verklagte die Bundesregierung im Mai 1981 auf die Zahlung von $450 Mio. Wiedergutmachung, nachdem Washington den Prozess über Jahre hinausgezögert und die Beschlüsse der Nitijela (Parlament) ignoriert hatte. Als Antwort forderte die Reagan- Administration den United States Court of Claims auf, das Verfahren einzustellen, weil die Forderungen "verjährt" seien. "Die Insulaner hätten einen Prozess spätestens 1952, sechs Jahre nachdem sie evakuiert worden waren und die Atomtests begonnen hatten, anstrengen müssen", hieß es in einer Erklärung.83

Das Dilemma der kleinen Inselstaaten des Pazifik bestand darin, dass die mit der Modernisierung verbundenen Träume von einem besseren Leben sich nicht mit Kopra und Bananen finanzieren ließen und lassen. Schulen, Krankenhäuser, Flugplätze und andere Einrichtungen überstiegen mit ihren Kosten die Haushaltsmöglichkeiten dieser Staaten, selbst wenn die lokalen Entwicklungschancen ausgenutzt wurden. Im günstigsten Fall sollte Entwicklungshilfe von außen die Produktivität anregen, das Selbstbewußtsein und den Wohlstand der Bewohner steigern. In Mikronesien wurde das wichtigste Ziel nicht erreicht. Weder wurden die Voraussetzungen für die Entstehung lokaler Industrien geschaffen, bzw. gefördert, noch ausländisches Kapital eingeladen, auf den Inseln zu investieren. Das nicht auf die Bedürfnisse der Insulaner abgestimmte Bildungssystem war mit dafür verantwortlich, dass die meisten berufstätigen Mikronesier im Dienstleistungsgewerbe, sprich: der Verwaltung, zu finden waren. Für die Regierung zu arbeiten war lukrativer und bequemer als ein Job in der freien Wirtschaft.84

Bereits im Jahr 1970 hatte der Congress of Micronesia einen Bericht an den amerikanischen Hochkommissar geschickt, in dem einerseits die Versäumnisse der Administration der vergangenen 25 Jahre kritisiert wurden, aber auch auf den schädlichen Einfluss amerikanischer Gewohnheiten hingewiesen wurde. "Unter dem gegenwärtigen, quasi- kolonialen System werden die Identität, Individualität und Würde der Menschen von Mikronesien unterdrückt. Macht und Einfluss der Amerikaner dominieren so sehr, dass Mikronesien und seine Bevölkerung in zunehmendem Maße `amerikanisiert' werden." Diese Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten, hatte allerdings neben dem materiellen Wohlstand auch kulturelle Vorteile für Mikronesien: Nach den negativen Erfahrungen fiel es vielen Insulaner leicht, sich auf die positiven Aspekte der pazifischen Mentalität zu besinnen.85 Im Sommer 1961 veröffentlichte die New York Times eine Anekdote, in der ein Vorfall auf der Insel Kapingamarangi im Rongelap Atoll beschrieben wurde. Während der letzten nuklearen Versuchsserie 1958 auf Bikini zahlte ein Beamter der Atomic Energy Commission den Eingeborenen 200 Dollar für ein abhanden gekommenes Auslegerkanu. Zwei Jahre später stellte sich der Vorfall als Mißverständnis heraus, und Ältestenrat der Kapingaramangis beschloß, der Behörde das Geld zurückzuzahlen. Als Wiedergutmachung schickten sie der A.E.C außerdem kunstvolle Schnitzereien und Webarbeiten im Wert von umgerechnet etwa $ 400 mit. Angesichts der Tatsache, dass die benachbarten Marshallesen zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Verwaltungsmacht um eine ordentliche Entschädigung der Opfer des fehlgeschlagenen Atomtests von 1954 stritten, stellte sich berechtigterweise die Frage: Who teaches whom?86

4.3.4. Der Streit um Palau

"U.S. and Palau Sign Nuclear Transit Accord."87 Mit dieser Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press (ap) begann 1983 der Streit um die Beendigung des letzten ungeklärten UNTreuhandvertrags. Per Volksabstimmung hatte die Mehrheit der Insulaner am 10. Februar für den Compact of Free Association gestimmt, eine Klausel über die Lagerung von Atomwaffen und anderen nuklearen Stoffen auf den Inseln aber wurde von rund 50 % der wahlberechtigten Palauianer abgelehnt. Damit war auch der gesamte Vertrag hinfällig, wie das Berufungsgericht (Court of Appeals) in Koror feststellte. "Die Bevölkerung von Palau ist für Free Association, aber sie sind gegen diese Auflage, die für alle US-militärischen Unternehmungen kritisch ist", sagte ein Mitglied der amerikanischen Verhandlungsdelegation gegenüber Journalisten, das nicht namentlich genannt werden wollte. "Wenn die Abstimmung über nukleare Waffen negativ ausfällt, werden wir das Abkommen nicht implementieren."88 Damit war auch die politische Zukunft Palaus weiterhin in Frage gestellt. Zwar standen der Inselrepublik unter dem gültigen Treuhandverhältnis auch im Geschäftsjahr 1983 Entwicklungshilfegelder zu und die USA überwiesen der Regierung auch insgesamt 9,6 Millionen Dollar. Verglichen mit den $ 1 Mrd., die die Verwaltungsmacht im Falle eines erfolgreichen Abschlusses des Assoziierungsabkommens über einen Zeitraum von 50 Jahren zahlen wollte, waren diese Millionen natürlich nur "Peanuts".

Die Diskrepanzen zwischen Administration und Verwaltungsgebiet gingen auf das Jahr 1979 zurück. Damals hatte die Bevölkerung mit der überwältigender Mehrheit von 92% für die neue Verfassung gestimmt, einem bis dato einmaligen Dokument, das Palau zum ersten völlig nuklearfreien Staat erklärte. Laut Verfassung waren damit Lagerung, Einfuhr und Gebrauch aller nuklearen und anderen gefährlichen Stoffe, inklusive Atomwaffen, innerhalb des Hoheitsgebietes der Republik verboten, es sei denn, 75% der Bevölkerung würden einer Ausnahme dieser Regelung per Plebiszit zustimmen.89 Das Beispiel sollte Schule machen. Wenige Jahre später übernahmen auch andere Anrainerstaaten das Credo; als Vision machte bald der Begriff vom Pazifik als nuklearfreier Zone die Runde. Die Reagan-Administration erkannte den Trend jedoch nicht. Im Gegenteil: Diese Regelung war für das Verteidigungsministerium und das Pentagon inakzeptabel. Die Verwaltungsmacht wollte sich unter allen Umständen die Option offenhalten, Palau militärisch nutzen zu können. Deswegen musste die palauische Bevölkerung auf Druck der amerikanischen Administration zwischen 1980 und 1981 noch zweimal mit einem nationalen Referendum ihre eigene Verfassung bestätigen.90

Zwar hatte es bis zum Ende der Carter-Administration keine nennenswerten amerikanischen Operationen auf und von Palau aus gegeben. Doch spätestens mit der militärischen Niederlage in Viet Nam und dem drohenden Verlust des Clark Air Field und der Subic Naval Base auf den Philippinen rückten die geo-strategisch bedeutenden westlichen Karolinen-Inseln für die Militärplaner immer stärker in den Vordergrund. Die Militärstrategen dachten, wie bereits erwähnt, zunächst an ein Trainingscamp für den Dschungelkampf und einen Militärflughafen auf Babelthuap, der größten und nur spärlich besiedelten Insel Palaus. Später sollte ein zentraler Stützpunkt für U-Boote der neuen Trident-Klasse das wichtigste Projekt werden. Der Heimathafen der mit Atomsprengköpfen ausgerüsteten U-Boote war Puget Sound im fernen Staat Washington. Jedesmal dorthin zurückzukehren, um Proviant an Bord zu nehmen, die Crew oder eine defekte Rakete auszuwechseln, würde für die im ganzen Pazifik operierenden Boote viel zu lange dauern.91

Um die umfangreichen militärischen Anlagen einzurichten, wollten die USA etwa ein Drittel der gesamten Landmasse Palaus pachten. Als Gegenleistung wollte Washington den Insulanern über einen Zeitraum von 50 Jahren eine Milliarde Dollar an Entwicklungsgeldern zukommen lassen. Dieses Geld wurde auf den Inseln dringend benötigt: Zum Zeitpunkt, als die Bevölkerung von Palau 1979 zum ersten Referendum über den sogenannten Compact of Free Association an die Wahlurnen gerufen wurde, bestritten die Vereinigten Staaten rund 90 % des nationalen Etats und die Regierung war, wie in anderen Teilen des Treuhandgebietes, der größte und zuverlässigste Arbeitgeber der Region.92

Die Bewohner Palaus kamen in einen großen Konflikt: Einerseits hatten die Menschen den Luxus einer entwickelten Gesellschaft kennengelernt und eine Hälfte der Insulaner wollte "die Fernseher und elektrischen Öfen nicht mehr ausschalten und zum Paddelboot zurückkehren." Sie befürchteten, genau das könnte passieren, wenn man den Vertrag über die politische Zukunft der Inseln nicht zu den amerikanischen Bedingungen akzeptieren würde. Andererseits war die Bevölkerung auch fest entschlossen, aus den Erfahrungen der MarshallInseln und den furchtbaren Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg klug geworden, das Militär aus seinem Hoheitsgebiet fernzuhalten.93

Am 10.Febuar 1983 wurden die Palauianer an die Wahlurnen gerufen. Sie bekamen einen Wahlzettel präsentiert, dessen erste Frage in zwei Blöcke unterteilt war und lautete:

1A: Do you approve of Free Association as set forth in the Compact of Free Association?

1B: Do you approve of the Agreement concerning radioactive, chemical and biological materials concluded pursuant to Section 314 of the Compact of Free Association?

Auf dem Wahlzettel befand sich kein Hinweis, dass diese beiden Fragen direkt miteinander verbunden waren. Ohne die verfassungsmäßig erforderliche 3/4 Mehrheit für die zweite Frage würde das Assoziierungsabkommen (Frage 1A) auch bei einer klaren Mehrheit der Stimmen nicht abgeschlossen werden können. Insgesamt 62% stimmten für den Compact, rund 52% der Wähler bestätigten auch Frage 1B. Daraufhin ließ das State Department in einer Presseerklärung verlauten, "Palau befürwortet die Freie Assoziation mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Vereinigten Staaten erkennen das Plebiszit als souveränen Akt der Selbstbestimmung der Bevölkerung von Palau an."94

Die Verwaltungsmacht argumentierte, das Assoziierungsabkommen sei bedeutender als die palauische Verfassung und es sei Angelegenheit der örtlichen Behörden, diese Hürde des "nuklearen Banns" aus der Welt zu schaffen. Präsident Haruo Remeliik, sein Stellvertreter und der palauische Verhandlungsführer, Lazarus Salii, schlossen sich dieser Interpretation an und bildeten am 25. April eine Sonderkommission, welche die Implantation des Vertrags durchführen sollte. Doch innerhalb einer Woche formierte sich der Widerstand gegen dieses Vorgehen um den obersten traditionellen Führer der Republik, den Ibedul Yutaka Gibbons und sechs einflußreiche Senatoren des Olbiil Era Kelualu. Sie klagten vor dem Obersten Gerichtshof Palaus, das Wahlergebnis lehne in Wirklichkeit den Vertrag als Ganzes ab. Richter Robert Hefner gab ihnen Recht.95

Als die Koalition der Vertrags-Gegner Mitte August auch Beweise dafür vorlegen wollten, dass die Regierung Remliiks in diesem Zusammenhang in eine Bestechungsaffäre verwickelt war, wurde ein Brandanschlag auf das Haus und Boot von Patrick Smith, dem Rechtsberater des Ibedul verübt, den dieser nur knapp überlebte. Der Anwalt verließ daraufhin am nächsten Tag mit seiner Familie Palau; die Anklage wurde fallengelassen.96

Die Verhandlungspartner unterzeichneten am 24. Mai 1984 eine abgewandelte Version des Kompakts. Das Dokument entsprach im wesentlichen der Originalvorlage, nur der umstrittene Abschnitt 314, der den Vereinigten Staaten den Umgang mit nuklearen Stoffen erlaubt hatte, war gestrichen worden. Dafür gab die neue Fassung der Sektion 312 jetzt den USA "die volle Verantwortung und Autorität für die Sicherheit und Verteidigungsmaßnahmen in Bezug auf Palau" und gestattete der Verwaltungsmacht, "alle dazu erforderlichen Aktivitäten und Operationen zu Lande, zu Wasser und in der Luft durchzuführen." Daraufhin entschied der Senat von Palau, dass der neue Vertrag in Wirklichkeit eine Mogelpackung sei, denn da sich die Vereinigten Staaten ausdrücklich für die nukleare Verteidigung ausgesprochen hatten, wäre es "wahrscheinlich, dass sie Sektion 312 so auslegen würden, als gäbe ihnen der Abschnitt das Recht, nukleare und andere gefährliche Stoffe nach Palau zu bringen, um ihre Verantwortung und Verteidigungspflichten ganz erf ü llen zu können." Der ergänzte Absatz 411(b) schien das Misstrauen der Senatoren zu bestätigen. Dieser Abschnitt, der das Inkrafttreten des Abkommens bei gegeseitiger Zustimmung (mutual consent) der beiden Vertragsstaaten vorsah, erforderte jetzt "in Übereinstimmung mit der Verfassung von Palau eine Bestätigung des Abkommens von mindestens 3/4 aller abgegebenen Stimmen..." Sie lehnten den Vertrag daraufhin ab.97

Die Olbiil Era Kelualu war sich uneinig, denn das House of Delegates stimmte am 12. Juni 1984 einem erneuten Referendum über den Vertrag zu. Um den Streit zu beenden, erließ Präsident Remeliik schließlich eine Executive Order, die eine zweite Volksabstimmung für den 4. September desselben Jahres festlegte. In dem Plebiszit, zu dem diesmal keine UN- Beobachtungsmission eingeladen wurde, stimmten 66% der Wähler dem Vertrag zu, 34% lehnten ihn ab. Auch die zweite Abstimmung war für die Vertragsbefürworter damit eine Niederlage.

Präsident Haruo Remeliik, in einer Petition mit 4900 Unterschriften - also mehr als 50% der palauischen Wähler überhaupt - zum Rücktritt aufgefordert, änderte nun wieder seine Meinung. Vor seiner Wahl zum Präsidenten von Palau hatte er am Entwurf der palauischen Verfassung mitgearbeitet. Einmal im Amt argumentierte er, der nuklear-freie Status der Inseln wäre es nicht wert, auf eine Milliarde US-Dollar zu verzichten. Nach den ersten beiden erfolglosen Volksabstimmungen lehnte er zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode erneute Wahlen allerdings mit der Begründung ab, "das Volk habe gesprochen und die Verfassung solle in Ruhe gelassen werden."98

Neun Monate nach dem zweiten Plebiszit wurde er ermordet. Sein Nachfolger im Amt, Lazarus Salii, zeigte sich kooperativer gegenüber den Amerikanern. Mit den Vertretern Washingtons einigte er sich auf eine fragwürdige Formel, die es beiden Seiten ermöglichen sollte, den Compact of Free Association zu ratifizieren und damit auch den UN- Treuhandvertrag aufzulösen. Palaus Legislative wollte "amerikanischen Schiffen und Flugzeugen die Landeerlaubnis in Palau gestatten, ohne dass die Amerikaner Angaben darüber machen mussten, ob diese nukleare Waffen an Bord hatten oder nicht." Dieser Vertrag sollte die Verfassung umgehen, weil die Bevölkerung nicht noch einmal über die Nuklearfrage separat abstimmen musste - die Zustimmung zum verifizierten Vertrag natürlich vorausgesetzt.99

Doch auch im dritten Anlauf scheiterte das Abkommen an der 75 Prozent-Hürde, obwohl das Ergebnis denkbar knapp ausfiel, nachdem Präsident Lazarus Salii selbst kräftig die Werbetrommel für die Amerikaner gerührt hatte (Siehe Abb.12). Insgesamt 72, 2% der Wähler stimmten am 10. Februar 1986 für den Vertrag und die Außerkraftsetzung des Antinuklear-Paragraphen. Doch wieder entschied das palauische Berufungsgericht, die Bedingungen wären nicht erfüllt und stellte darüber hinaus fest, die Regierung Palaus hätte nicht das Recht, von sich aus Land für militärische Projekte der Amerikaner zur Verfügung zu stellen. "Die Regierung ist von der Entscheidung enttäuscht", kommentierte Bonifacio Basilius, Pressesprecher von Präsident Salii, den Schiedsspruch. "Doch es gibt noch zahl- reiche Alternativen für die Regierung, die im Moment untersucht werden."100 Ungeduldig empfahl Ronald Reagan dem amerikanischen Kongress nach der Wahl im Februar `86, das Assoziierungsabkommen mit Palau unabhängig vom Ausgang des Referendums über die Nuklearfrage zu ratifizieren. Die Dokumente zur Beendigung des Treuhandabkommens mit Mikronesien waren bereits verfaßt und sollten dem UNO- Generalsekretär noch in diesem Jahr übergeben werden. Dagegen beteuerte Botschafter Fred Zeder, der amerikanische Verhandlungsführer in Palau, "die rechtlichen Bedenken des Gerichts werden respektiert. Wir werden den Kompakt nicht einsetzen, solange die Situation nicht von der Legislative, Exekutive und Judikative Palaus gelöst worden ist."101 Doch nachdem der Treuhandrat der Vereinten Nationen im Mai `86 entschied, die Mikronesier hätten "ihr freies Selbstbestimmungsrecht wahrgenommen und sich für das Assoziierungsabkommen entschieden", arbeitete die Reagan-Administration bis zum Herbst eine endgültige Lösung aus. Deer Palau Compact of Free Association Act (H.J. Res. 626) wurde am 16. Oktober 1986 vom amerikanischen Kongress abgesegnet (in letzter Sekunde, wenn man bedenkt, dass die Republikaner bei den Parlamentswahlen im November auch die Mehrheit im Senat verloren). In der Note, die Botschafter Vernon Walters dem UN- Generalsekretär am 24. desselben Monats überreichte, stellte Washington die Weltorganisation vor vollendete Tatsachen: Die Assoziierungsabkommen mit zwei der drei unabhängigen Staaten des ehemaligen Treuhandgebietes waren in Kraft getreten, ebenso der Commonwealth-Vertrag mit den Nördlichen Marianen. Der Vertrag mit Palau würde wirksam werden, "sobald man sich mit Palau über ein geeignetes Datum geeinigt habe." Die Botschaft an die UNO war deutlich: Selbst wenn der Sicherheitsrat die Auflösung des Treuhandverhältnisses ablehnen sollte, würde de facto bereits ein anderes Regierungsverhältnis bestehen.102

Die Wahlbeteiligung beim dritten Plebiszit war mit 82% sehr hoch. 8824 von insgesamt 10760 registrierten Wählern machten sich am 2. Dezember auf den Weg, um ihre Stimme über ein inhaltlich kaum verändertes Abkommen abzugeben. Knapp 66% unterstützten diesmal den Compact. Rund ein Drittel der Palauianer lehnte den Vertrag wieder ab, davon gut die Hälfte allein aus der Hauptstadt Koror. Die Amerikaner mussten sich also weiterhin gedulden, ehe den Vereinten Nationen eine weitere Erfolgsmeldung überbringen konnten. Dabei bestätigte der Direktor des neu entstandenen Office of Freely Associated State Affairs (OFASA), dem Nachfolgerbüro des Office of Micronesian Status Negotiations im Außenministerium, im Frühjahr 1987, dass die Vertragsbedingungen nicht mehr verhandelbar wären. "Selbst wenn die Administration ihre Haltung ändern sollte und den Kongress um mehr Geld für Palau bitten würde, könnten sie es nicht bekommen. Es gibt zu viele andere Länder in der Welt, die unsere Freunde sind und bereits Kürzungen in der Entwicklungshilfe hinnehmen mußten. It's just not in the cards."103

So wurde das fünfte Plebiszit zu einer Farce, denn die Palauianer mussten zum dritten Mal über genau den gleichen Vertrag wie im Vorjahr abstimmen. Um den Druck auf die Bevölkerung zu erhöhen, gab Lazarus Salii Ende März eine weitere "Sparmaßnahme" bekannt. Für das letzte Quartal des laufenden Haushaltsjahres (April-Juli) verkürzte der Präsident die Wochenarbeitszeit aller Regierungsangestellten von 40 auf 32 Stunden und reduzierte die Bundeszuschüsse für Palaus 16 Einzelstaaten, um ein drohendes Defizit von 2 Millionen Dollar. zu verhindern. Im Mai kündigte die Salii-Administration die Volksabstimmung für den 30. Juni an und drohte gleichzeitig, dass für den Fall einer erneuten Niederlage des Assoziierungsvertrags ein Großteil der Staatsdiener zwangsbeurlaubt werden müssten, weil die Kassen der Bundesregierung leer waren. Eine Maßnahme, die Empörung auf Palau auslöste, weil fast jede Familie davon betroffen sein würde.

Nach dem erwartungsgemäß erneut erfolglosen Plebiszit machte der Präsident seine Drohung war und entließ auf einen Schlag 900 Regierungsangestellte, immerhin fast zwei Drittel der Beschäftigten. Ohne das Assoziierungsabkommen, so sein Argument, wäre nicht genug Geld in der Staatskasse, um weiterhin ihren Lohn zu zahlen. Es kam zu Unruhen. Im sechsten Anlauf schließlich schien der Vertrag endlich beschlossene Sache zu sein: Mit 73 % Ja- Stimmen war das Referendum das beste Ergebnis, das die Compact-Befürworter bislang erzielt hatten. Die bislang notwenige 3/4 Mehrheit war zwar wieder nicht erreicht worden, doch rechtzeitig zu der Volksabstimmung am 21. August 1987 hatte die palauische Legislative die Verfassung mit einem Amendment ergänzt, nachdem der Bann von Nuklearwaffen bereits von einer einfachen Mehrheit geändert werden durfte.104 Doch acht Monate später erklärte der Court of Appeals das Ergebnis erneut für ungültig.105 Die Richter beschuldigten die USA, eine Gesetzesänderung bei der palauischen Legislative nur durch intensiven wirtschaftlichen Druck erreicht zu haben. Während der Konflikt sich im Sommer `87 zugunsten der Befürworter des Plans zugespitzt hatte, wurden Oppositionspolitiker gezielt eingeschüchtert. Palaus Chief Justice Nakamura stellte ein Verfahren zur Anfechtung des Amendments ein, nachdem er wiederholt Morddrohungen erhalten hatte. Die öffentliche Ordnung brach zusammen. Einige Politiker wurden Opfer von Brandstiftern; auf die Familie Roman Bedors, ein Rechtsanwalt, der das umstrittene Gesetz für illegal erklären lassen wollte, weil es entgegen der Verfassung von der Legislative und nicht mit einer weiteren Volksabstimmung angenommen worden war, wurde ein Attentat verübt, das der Jurist und seine Frau schwer verletzt überlebten. Bedor Bins, der Vater des Anwalts, wurde erschossen.

Obwohl James Berg, Direktor des Office of Freely Associated State Affairs im State Department, erklärte, die Reagan-Administration habe keine "glaubhaften Beweise für derartige Anschuldigungen finden" können, waren viele der amerikanischen Kongreß- Abgeordneten empört. Die Abgeordneten Morris Udall (D-Arizona), Don Young (R-Alaska), Ron de Lugo (D-Virgin Islands) und Robert Lagomarsino (R-California) schickten Innenminister Donald Hodel daraufhin einen Brief, in dem die seltene Koalition warnte: "Wir müssen sicherstellen, dass der Compact of Free Association in Palau tatsächlich gemäß der Verfassung und unter Berücksichtigung der individuellen Rechte und korrekter Verfahrensweise angenommen wird. Erst dann werden wir einem Gesetz zur tatsächlichen Anwendung des Abkommens zustimmen."106

Zunächst einmal standen aber sowohl in den USA als auch auf Palau Präsidentschaftswahlen an, die im November - in beiden Fällen - von den Konservativen gewonnen werden konnten. Der neue Präsident Palaus, Ngiratkel Etpison, hatte sich mit 31 Stimmen Vorsprung gegen seinen Herausforderer Roman Tmetchul durchgesetzt, der nach seinem Wahlkampf gegen Haruo Remeliik 1984 nun als Kandidat der neugegründeten Coalition for Open, Honest and Just Government zum zweiten Mal unterlegen war. Eine der ersten Amtshandlungen Etpisons bestand darin, eine Kommission zur Zukunft Palaus und dem Verh ä ltnis mit den Vereinigten Staaten ins Leben zu rufen. Dieses Gremium verfasste im Frühjahr ein Thesenpapier, in dem die Überzeugung aller Abgeordneten zum Ausdruck kam, dass "Palau den politischen Status der Freien Assoziation mit den Vereinigten Staaten wünscht, weil der momentane quasi- koloniale Status als letztes Treuhandgebiet eine Erniedrigung für die Bevölkerung Palaus und unwürdig für Amerika ist."107

In der Zwischenzeit mussten sich die USA wiederholt gegen die sowjetischen Vorwürfe im Treuhandrat zu Wehr setzen, sie wollten Palau in eine neue Militärbasis mit der Möglichkeit, Atomwaffen zu lagern, verwandeln. Die Amerikaner bestritten das: Sie stellten fest, dass es auf Palau weder Militär gab noch irgendwelche konkreten Pläne dafür existierten. Schiffe der US-Navy hatten laut Assoziierungsabkommen nur Besuchsrecht, ebenso wie zwischenlandende Airforce Jets. Hätten die Vereinigten Staaten jemals die Notwendigkeit gesehen, weitere militärische Anlagen zu errichten, "wäre das unter dem Treuhandabkommen jederzeit möglich gewesen."108

Obwohl die Administration im Frühjahr 1989 wieder eine UN-Besuchsmission nach Palau einlud, konnte sie der Delegation im Mai noch kein ratifiziertes Abkommen vorlegen. Der einzige Fortschritt gegenüber dem letzten Vertragsentwurf war ein zusätzliches Nebenabkommen, das Palau zusätzliche 9.3 Millionen Dollar für die Sanierung der Krankenhäuser und Gefängnisse zusicherte. So nebensächlich dieser Punkt für das Abkommen an sich auch war, er diente Präsident Etpison als Entschuldigung, seine Mitbürger wieder einmal zum Plebiszit zu laden. So strömten die Palauianer am 7. Februar 1990 erneut an die Wahlurnen, wiederum observiert von UN-Beobachtern. Auch die siebte Volksab- stimmung scheiterte wie die vorherigen an der erforderlichen Mehrheit. Insgesamt ergab die Auszählung, dass nicht einmal 62% der Insulaner dem "nicht-mehr-verhandelbaren" Vertrag zugestimmt hatten, für die Compact-Befürworter bedeutete es das bislang schlechteste Wahlergebnis überhaupt (siehe Abb. 13).109

Das Republic of Palau Public Law. No. 3-76, das die lange umstrittene 3/4-Mehrheitsformel im November 1992 auf eine "50 % + 1 Stimme"- Mehrheit reduzierte, wurde im Frühjahr darauf noch einmal von der Opposition heftig angegriffen. Mehrere Politiker, die den Kompakt mit den USA weiterhin kategorisch ablehnten, reichten sowohl beim palauischen Supreme Court als auch dem Treuhandrat Klage gegen das Gesetz ein. Bis zum Schiedsspruch der obersten Richter stand seine Umsetzung also auf Messers Schneide. Doch am 29. Oktober, einen Monat bevor das insgesamt achte Plebiszit über das Assoziierungsabkommen stattfinden sollte, entschied der oberste Gerichtshof, das Ergebnis des Referendums von vergangenem Herbst, bei dem besagtes Gesetz mit 61.8 Prozent der Stimmen angenommen worden war, für rechtsgültig. Nach fast 15 Jahren Verhandlungen war nun endgültig der Weg in die Unabhängigkeit für Palau geebnet.110

4.4. Zur Rolle der Sowjetunion im Treuhandrat

Obwohl die UdSSR nie eigene Treuhandgebiete im Auftrag der Vereinten Nationen verwaltet hat, spielte sie stets eine wichtige Rolle im Treuhandrat. In Opposition zu den Westmächten machte sie sich häufig zum Anwalt der nach Unabhängigkeit strebenden Gebiete. Allerdings war es für die Sowjets auch leicht, den Provokateur zu spielen, weil sie sich selbst diplomatisch aus der Verantwortung gestohlen hatten: Die von ihr abhängigen Staaten in Osteuropa und Asien waren, ausgestattet mit Marionettenregimen, selbst "unabhängige" UNO-Mitglieder geworden. Während die Sowjetunion also beispielsweise ständig darauf drängte, genauestens über die politischen Vorgänge und Entwicklungen in den Treuhandgebieten informiert zu werden, musste sie selbst über ihren Einfluss auf Satellitenstaaten nie Rechenschaft ablegen.111

Dabei waren die Sowjets zunächst durchaus an einem eigenen Treuhandgebiet interessiert gewesen: So informierte Andrej Gromyko die amerikanische Delegation während der Gründungskonferenz von San Francisco darüber, dass die UdSSR gerne die Verwaltung des ehemals italienischen Tripolitanien (Libyien + Tunesien) übernehmen würde. Die russische Seite argumentierte, ein sowjetisches Mandat wäre angesichts der alleinigen amerikanischen Herrschaft über die Pazifik-Inseln angemessen.112

Jetzt gerieten die Amerikaner in Zugzwang. Bislang hatten Großbritannien und die USA im Alleingang über die Zukunft der ehemaligen Feindgebiete beratschlagt, aber angesichts des russischen Beitrags zum Sieg über die Achsenmächte konnten die westlichen Alliierten den Wunsch des Verbündeten nicht einfach ablehnen. Die UdSSR wollte ihren Einflußbereich gerne auf den Mittelmeerraum ausweiten. Genau das wollten England und Frankreich aber verhindern.

Am 3. Juli 1945 fand im damals spanisch besetzten Tanger (Marokko) eine Konferenz der Alliierten statt, die sich mit der Zukunft Europas und europäischer Einflußgebiete beschäftigte. Die Vereinigten Staaten, die das ursprüngliche Tanger Statut von 1923, das die im Streit zwischen Frankreich und Spanien festgelegte "internationale Zone" definierte, nicht unterzeichnet hatten, nahmen an der Versammlung federführend teil. Die Sowjetunion wurde auf Initiative der Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und Spaniens ausdrücklich nicht eingeladen. Russischer Protest führte dazu, dass die Amerikaner zwei Tage vor Konferenzbeginn doch noch kurzfristig eine Einladung aussprachen, viel zu spät für die sowjetische Seite, um noch eine Delegation zusammenzustellen. Die USA versuchten später, sich mit der fadenscheinigen Entschuldigung herauszureden, "die Sowjetunion habe nie Interesse an Tanger gezeigt."113

Während der Potsdam-Konferenz im Juli fragte Außenminister Wjatscheslaw Molotow an, was die Alliierten mit den italienischen Kolonien in Afrika zu tun gedächten. Die russische Delegation schickte ein Memorandum an die Westmächte mit dem Vorschlag, die fraglichen Gebiete unter die gemeinsame oder separate Verwaltung der drei Großmächte, in jedem Fall aber unter sowjetischer Beteiligung, zu stellen. Auf das Schreiben reagierte Winston Churchill besonders heftig: Schließlich hätte die britische Armee Libyen und Kyrenaika im Alleingang erobert, woraufhin Molotow daran erinnerte, dass "die UdSSR einer Aufteilung Berlins zugestimmt hatte, nachdem russische Truppen die Stadt besetzt hatten."114 Da sich die ehemaligen Alliierten nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen konnten, legten sie die Angelegenheit schließlich der Generalversammlung zu Entscheidung vor. Libyen wurde 1951, ohne dem Treuhandsystem je unterstellt gewesen zu sein, unabhängig.115 Im Treuhandrat war die Sowjetunion stets ein unbequemer Gegner, auch wenn es den Russen selten gelang, die erforderliche Mehrheit für die Durchsetzung eingebrachter Resolutionen zu erhalten. So scheiterten sie zum Beispiel im Februar 1949 mit dem Vorschlag, Repräsentanten aus den Treuhandgebieten an den Sitzungen des Rates teilnehmen zu lassen -ohne Stimmrecht zwar, aber mit der Option, eigene Vorschläge einzubringen. "Wenn es den Verwaltungsmächten tatsächlich darum geht, alles im Interesse der dort lebenden Menschen zu tun", argumentierte A.A. Soldatov, der russische Abgeordnete, "werden sie den Vorschlag unterstützen."116

Der Antrag wurde mit sechs zu vier Stimmen abgelehnt. Die Verwaltungsmächte, darunter die Vereinigten Staaten, beharrten auf der Ansicht, lokale Interessen könnten von den Eingeborenen bereits in Petitionen und Beschwerden geäußert werden und würden auf die Weise auch berücksichtigt.117

Ende der fünfziger Jahre nutzte die Sowjetunion die Gelegenheit, sich auf die Seite der amerikanischen Anti-Atomwaffenbewegung zu schlagen. Um der wachsenden internationalen Kritik zu begegnen, hatten die Vereinigten Staaten 14 ausgewählte UNO-Mitglieder eingeladen, mit einer Beobachterdelegation dem Test einer Wasserstoffbombe im Pazifik beizuwohnen. Alle Einladungen richteten sich an die Mitglieder im UN Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation. Deswegen bat das Außenministerium Generalsekretär Dag Hammarskjöld darum, bei den anderen Staaten in der Weltorganisation für die Teilnahme an dem Versuch zu werben. Die UdSSR lehnte die Einladung, die eigenen atomaren Forschungsprojekte in der jüngsten Vergangenheit vermutlich vergessend, mit der Begründung ab, allein die Teilnahme an solch einer Demonstration würde bedeuten, "dass die Sowjetunion bereit ist, einen großen Teil der Verantwortung für solche gefährlichen Experimente zu übernehmen." Gleichzeitig beschuldigten die Sowjets Amerika, die Vereinten Nationen "zum Komplizen bei Versuchen zu machen, welche die Gesundheit der Völker und zukünftiger Generationen gefährden."118

Erst wenige Wochen zuvor hatte die UdSSR einen einseitigen Stopp ihrer Nuklearwaffentests beschlossen. Nun drängte sie darauf, dass Großbritannien und die Vereinigten Staaten dem guten Beispiel Folge leisteten und dem Plan über ein zunächst auf zwei bis drei Jahre begrenztes Testverbot zustimmten. Im Fahrwasser dieser sowjetischen Initiative bot der Premierminister der neuen chinesischen kommunistischen Regierung, Chou En-Lai, den USA einen Friedensvertrag an, sollten sich die Amerikaner einverstanden erklären, den Pazifik zu einer atomwaffenfreien Zone zu machen. Das militärisch schwache China fühlte sich vor allem vom südostasiatischen Sicherheitsbündnis SEATO bedroht, dem neben Australien und Neuseeland auch die meisten Inselstaaten vor Chinas Küste angehörten.119 Im Streit um die Raketenversuchsbasis auf Kwajalein unterstützten die Sowjets wiederholt die Forderung der Marshallesen, eine finanzielle Entschädigung für das enteignete Land auf der größten Insel des Archipels zu bekommen. Im Juni 1962 legte die russische Treuhandratdelegation einen Resolutionsentwurf vor, der die Einrichtung eines Schiedsgerichtes innerhalb von drei Monaten vorsah. Bestehend aus Marshallesen, Vertretern der USA und "anderen Ländern", sollte dieses Gremium so schnell wie möglich über die Höhe der zu zahlenden Abfindung für die 600 Acres Land entscheiden. Die Vereinigten Staaten lehnten die Resolution ab, weil sie "nicht mit dem Treuhandabkommen vereinbar sei." Zwar erklärte Botschafter Charles Noyes, sein Land währe grundsätzlich mit einem solchen Vorschlag einverstanden. Allerdings nur, wenn die USA keine bessere, friedliche Einigung in der Landnutzungsfrage mit den Marshallesen erzielen könnten und ein solches Schiedsgericht nicht "zu sowjetischen sondern für beide Seiten akzeptablen Bedingungen" eingerichtet würde.120

Nachdem russische Diplomaten Anfang der sechziger Jahre wiederholt die Bewegung der blockfreien afrikanischen und asiatischen Staaten zur Kritik an den Vereinigten Staaten angestachelt hatten, äußerte das sowjetische Treuhandratsmitglied Nikolai Makarewitsch auf einer Sitzung im Sommer 1966 die Hoffnung, die USA "würden nun bald einen definitiven Zeitpunkt festlegen, zu dem die Pazifik-Inseln ihre Unabhängigkeit erhalten sollten."121 Aber die Verwaltungsmacht hatte nicht die Absicht, diesem Wunsch zu entsprechen. Daraufhin beschuldigte die Sowjetunion die Amerikaner, sie würden Mikronesien bereits "als 51. Staat der Vereinigten Staaten betrachten." Die Delegation stützte den Verdacht auf eine Äußerung des High Commissioner on the South Pacific Commission. In einer Rede an der University of Guam hatte Charles Skinner erklärt, er könne sich gut vorstellen, "dass die gemeinsamen Interessen von Guam, dem Treuhandgebiet und Amerikanisch Samoa eines Tages zur Gründung eines neuen Bundesstaates innerhalb der amerikanischen Union" führen würden. Ähnlich hatte sich bereits Ernst Gruening geäußert, der ehemalige Leiter der Division of Territories and Island Possessions im Innenministerium unter Roosevelt. Offensichtlich war also das Verhalten der Verwaltungsmacht einzig und allein daraufhin ausgelegt, "Mikronesien in die Vereinigten Staaten zu integrieren."122

Neben der Stör-Politik im Treuhandrat versuchte die Sowjetunion ab den sechziger Jahren zunehmend, Einfluss in unterentwickelten Gebieten, wie den ehemaligen Kolonien und auch den Treuhandgebieten, durch ein verstärktes Engagement in den sozialen Gremien der Weltorganisation zu bekommen. Das wurde zum Beispiel durch das plötzliche Interesse der UdSSR an der zweiten vom Economic and Social Council (ECOSOC) organisierten Weltbevölkerungskonferenz Mitte der sechziger Jahre deutlich. Die Sowjets unterstützten darüber hinaus das Expanded Program of Technical Assistance (EPTA) mit Experten, die in landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklungshilfeprojekten mitarbeiten sollten. Außerdem setzten sie sich für ein von der UNO mitfinanziertes Sozialversicherungssystem in diesen Territorien ein, ernteten aber auch mit diesem Vorschlag hauptsächlich das Misstrauen der meisten anderen Mitgliedsstaaten.123

Der versuchte Imagewechsel der Sowjets war vermutlich eine direkte Folge des amerikanischen Vorschlags, die Freiwilligen des Peace Corps bei künftigen Missionen der UNO einzusetzen, eine Idee, die von der UdSSR strikt abgelehnt wurde, weil Moskau vermutete, dass es den Vereinigten Staaten nicht darum ging, die ökonomischen und sozialen Zustände in den unterentwickelten Gebieten zu verbessern, sondern vor allem das amerikanische Einflußgebiet zu vergrößern. Izvestija zog in einem Artikel am 15. März 1961 über die Idee her, dass "Hunderte von jungen Amerikanern, zu Selbstaufopferung bereit, nach Afrika, Asien oder Lateinamerika zu gehen mit dem rein idealistischen Wunsch, den Menschen dieser Regionen zu helfen."124

Nach den Worten des sowjetischen UN-Delegierten Ivan Romanow war das Peace Corps "ein Überbleibsel der Missionare die in Afrika und Asien zur Zeit der kolonialen Eroberung eindrangen. Sie trugen nur das Kreuz und die Bibel mit sich, während die Eingeborenen das Land und die Reichtümer besaßen. Ein paar Jahre später hielten sie Kreuz und Bibel in der Hand, während die Missionare Besitzer des Landes geworden waren."125 In Mikronesien sollte sich das Gegenteil als richtig erweisen. Neben den Russen wurden die Friedenstruppen zum lautesten Anwalt der Insulaner. Im Treuhandrat allerdings konnten sich die Mikronesier keinen besseren Verbündeten wünschen als die Sowjetunion. Nachdem das Gremium 1975 auf fünf Mitglieder geschrumpft war, konnten die Vereinigten Staaten fast nach Belieben agieren, denn zwischen den Alliierten Frankreich und Großbritannien existierte offensichtlich ein heimliches Stillhalteabkommen. Die sowjetische Delegation verstand es dagegen, mancher Forderung der Bewohner der Pazifik-Inseln Gehör zu verschaffen und sich dabei für Außenstehende positiv ins Licht zu setzen. Das Parkett des Treuhandrates war gleichzeitig ein hervorragendes Terrain für die Sowjets, von eigenen Problemen und Fehlern abzulenken.

4.5. Entkolonisierung durch den `Compact of Free Association'?

Aus den Assoziierungsabkommen der pazifischen Inselrepubliken und den Vereinigten Staaten ergibt sich eine besondere Aufteilung der Staatsgewalt in den Territorien. Die USA sind für die Sicherheit und Verteidigung, sowie im Falle der Nördlichen Marianen auch für die gesamten auswärtigen Angelegenheiten zuständig, während die interne Gewalt den mikronesischen Staaten selbst unterliegt. Doch auch hier gibt es eine enge Anbindung an das amerikanische "Mutterland", wie zahlreiche Beispiele belegen: Das Besteuerungssystem ist dasselbe wie in Amerika, offizielle Währung der US-Dollar, und Englisch die Amtssprache. Neue Projekte im Gesundheitswesen, Investitionen in die Infrastrukturen von Kommunikationswesen oder Verkehr, oder der Ausbau von Schulen und Universitäten sind für die 15 Jahre nach Inkrafttreten der Verträge, eigentlich nur durch die (jährlich geringer werdende) finanzielle Hilfe der USA gesichert.

Wie kaum anders zu erwarten, zeigten auch die jungen Nationen bald erste "Kinderkrankheiten", die ohne weiteres auf den kopflastigen Regierungsapparat der amerikanischen Verwaltung im Treuhandgebiet zurückzuführen waren. So bestätigte ein Bericht der Asian Development Bank 1993 die Befürchtung von Kritikern, dass ein Großteil des Landesetats der Föderierten Staaten von Mikronesien, der sich vor allem aus amerikanischen Entwicklungsgeldern gemäß dem Assoziierungsabkommen zusammensetzte, für "übertriebene Regierungsausgaben und einen aufgeblasenen Öffentlichen Sektor verschwendet" worden war.

Auf Truk waren zahlreiche Beispiele dafür zu finden, wie Projekte der freien Wirtschaft vernachlässigt wurden: 1991 "verschwanden" 3 Millionen Dollar aus der Haushaltskasse für ein Fischereiprojekt. Die bereits eingestellten Arbeiter mussten wieder entlassen werden, weil plötzlich kein Geld mehr da war, die notwendigen Boote zu kaufen. Die einzige Kokusnuß- Fabrik hatte wochenlang geschlossen, weil die Firmenleitung auf ein Ersatzteil wartete. Doch auch zu normalen Betriebszeiten war die Kopra-Produktion schleppend und der Absatz noch schlechter. "Wir brauchen ein besseres Verpackungssystem und eine moderne Raffinerie", erklärte der Chemiker Eddie Perce. Die Bundesregierung schickte trotz mehrfachen Antrags keine Hilfe.126

Ähnliche Probleme waren bereits im Herbst 1994 auch für Palau erkennbar. Zwar meinten einige Experten, die Inselgruppe hätte aufgrund der geographischen Nähe zu einigen der boomenden Industrienationen Ost-Asiens hervorragende wirtschaftliche Aussichten, doch die allgemeine Erwartungshaltung war eher pessimistisch. Selbst die Fachleute der australischen Consultingfirma, SAGRIC International Pty. Ltd., die im Auftrag der Vereinten Nationen am National Master Development Plan für Palau mitgearbeitet hatten, meinten, der jungen Republik fehle es an einem vernünftigen politischen Apparat der notwendig wäre, um wirklich unabhängig zu werden. "Es existiert in Palau kein Rahmen für die Entwicklung einer makroökonomischen Politik, inklusive der Planung und Verwertung des Vertragskapitals oder ein Finanzierungskonzept für die Zeit nachdem das Assoziierungsabkommen als Geldquelle versiegt ist", hieß es in einer Stellungnahme.127

In einem Land mit knapp 15000 Einwohnern, wovon die meisten Insulaner irgendwie miteinander verwandt waren, bestand auch die Gefahr, dass sich die Vetternwirtschaft negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken könnte. Das Problem der "öffentlichen Korruption" war ein bereits bekanntes und vom GAO 1989 dokumentiertes Phänomen aus der Zeit der treuhänderischen Verwaltung. Die meisten Politiker waren gleichzeitig die erfolgreichsten Geschäftsleute auf den Inseln. Präsident Nakamura gehörte beispielsweise die größte Werft der Insel, Alan Seid, Chairman des House Ways and Means Committee, war der Juniorpartner der Gesellschaft, die für die Errichtung des Palau Hilton Hotels verantwortlich war.128

Der Sicherheitsrat hatte 1990 offensichtlich während der Abstimmung über die Beendigung des letzten Treuhandmandats der GA-Resolution 1514 und der darin geforderten "vollständigen Unabhängigkeit für entkolonisierte Gebiete" keine Beachtung geschenkt. Nachdem die Vereinten Nationen somit ihre Aufsichtsrechte über Mikronesien aufgegeben hatten, konnten sie die Lösung der jüngsten Konflikte kaum beeinflussen. Dazu gehörten etwa die Kontrolle über die Ausbeutung der Meeresschätze in der von den Insulanern beanspruchten Wirtschaftszone und vor allem die Nuklearfrage zwischen den USA und Palau. Trotz der formellen Beendigung der Treuhandschaft blieb Mikronesien also in vielerlei Hinsicht von den Vereinigten Staaten abhängig. Die vielfältigen Wirkungsweisen und Dimensionen dieser Abhängigkeit beschreibt der Begriff Neokolonialismus oder die harmloser klingende Formel der "unvollendeten Entkolonialisierung", gegen die auch die neu gewonnene rechtliche Souveränität der Inselstaaten wenig auszurichten vermochte. Trotz dieses offensichtlichen Widerspruchs hieß es zum Beispiel 1969 im Schlußsatz einer Studie über die nachkolonialen Beziehungen afrikanischer Staaten zu Frankreich: "Daher kann bestätigt werden, dass die Nachfolgestaaten Frankreichs in Schwarzafrika - trotz ihrer faktischen Abhängigkeit vom ehemaligen Mutterland - souveräne Staaten sind."129 Ob die Vereinigten Staaten tatsächlich ihre Aufgaben und Pflichten als Verwaltungsmacht entsprechend dem UNO-Mandat erfüllt haben, so wie Treuhand- und Sicherheitsrat das zwischen 1986 und 1990 erkannt haben, wird sich erst zu Beginn des nächsten Jahrtausends herausstellen. Dann nämlich, wenn die Assoziierungsabkommen abgelaufen sind und die mikronesischen Staaten entscheiden müssen, ob sie wirtschaftlich in der Lage sind, künftig ohne amerikanische Hilfe auszukommen.

5. Schlußteil

Das Verhältnis zwischen Amerikanern und Mikronesiern wurde in erster Linie durch Mißverständnisse oder die fehlende Bereitschaft auf seiten der Vereinigten Staaten, die andere Mentalität und Lebenseinstellung der Insulaner als ebenbürtig anzuerkennen, beeinflußt. "In vielen Fällen hat die moderne Technik in Mikronesien Einzug gehalten, bevor die Menschen darauf vorbereitet waren, sie anzunehmen", erklärte Frank Palacios, ein Abgeordneter des Congress of Micronesia aus Saipan, Anfang der siebziger Jahre. Das kapitalistische amerikanische System war in einer Gesellschaft, die "weniger an ma- terialistische Werte, dafür um so mehr an Familienzugehörigkeit und Gemeinschaftssinn glaubte", nicht leicht zu verstehen. Während Amerikaner auf den Inseln Probleme mit dem Selbstverständnis der Eingeborenen hatten, die ihren Besitz, ihr Geld und ihr gesamtes Vermögen bereitwillig mit den nächsten Angehörigen und Freunden bei Bedarf teilten, hatten die Insulaner es umgekehrt genauso schwer, den Vorteil im Streben nach individuellem Reichtum zu sehen.130

"Mein Klan beansprucht einen Teil meines Einkommens als Regierungsangestellter", erklärte der marshallesische Parlamentsabgeordnete Napoleon deFong. "Das ist nur fair, weil ja nicht alle von uns für die Regierung arbeiten können. Dafür geben sie mir Geborgenheit und Glück, während ich das Bargeld für Zigaretten und ähnliches beisteuere."131

Ein anderes Beispiel: Die ersten (weiblichen) Amerikaner, die in das Treuhandgebiet versetzt wurden, waren entzückt über eine kunstvoll geflochtene Tasche, die von den auf Kili im Exil lebenden Insulanern in mühsamer Handarbeit hergestellt und ins gesamte Treuhandgebiet exportiert wurde. Als der Journalist Robert Trumbull 1958 während eines Aufenthalts in Mikronesien nach den mittlerweile berühmt geworden "Kili-Bags" fragte, war im gesamten Treuhandgebiet keine einzige Tasche mehr aufzutreiben. Ein Team der Walt Disney Company, das für Filmaufnahmen nach Mikronesien gekommen war, hatte bei den Kilianern einen Großbestellung über 25000 Taschen in Auftrag gegeben, die als Attraktion im kalifornischen Disneyland verteilt werden sollten. Nachdem die Insulaner sich darüber bewusst geworden waren, was für ein enormer Arbeitsaufwand mit der Herstellung dieser Menge Taschen verbunden war, lehnten sie das Angebot zu jedem Preis ab. Tatsächlich empfanden sie die Bedrohung ihres gewohnten Lebensstils als so gravierend, dass ab diesem Zeitpunkt gar keine "Kili-Bags" mehr exportiert wurden.132

Erst mit dem wachsenden Lebensstandard wandelte sich die entspannte Mentalität der Eingeborenen von der Hand-in-den-Mund Ökonomie zu einer Wohlfahrtsgesellschaft.

Plötzlich war man auf importierte Lebensmittel angewiesen und um diese bezahlen zu können, musste man einer geregelten Arbeit nachgehen. Ein neues Zeitalter war angebrochen. Die amerikanische "Winner-takes-all" Mentalität in der Politik war ebenfalls nicht so einfach auf die Pazifik-Inseln zu übertragen, die traditionell unter einem eher monarchischen System gelebt hatten, in dem die Dorfältesten und Klanchefs die Rolle des Führers übernahmen. Wichtige Entscheidungen wurden allerdings nie ohne die Zustimmung aller Dorfbewohner (Consent) getroffen, unabhängig davon, wie lange es dauern würde, Interessenskonflikte auszudiskutieren und für alle akzeptable Kompromisse zu finden.

Die 75%-Klausel in der palauischen Verfassung war so ein typischer Streitpunkt. Unter amerikanischen Bedingungen war eine so breite Zustimmung fast unvorstellbar. Zu verschieden wären die Vorstellungen der Individuen, um sich auf eine gemeinsame Formel mit einer so großen Mehrheit zu verständigen. In Mikronesien war es dagegen selbstverständlich, dass eine Minderheit von 25% ein Vetorecht über die 3/4-Mehrheit hatte. Allein die Definition einer allgemeinen Zustimmung von nur 75 Prozent wurde in Palau bereits als sehr modernes Gesetz angesehen.133

Eine Art demokratischer Prozesse entdeckten die Anthropologen John und Ann Fischer bereits in dem jahrhundertealten hierarchischen System der Insulaner. Sie fanden heraus, dass es sich auch für die alten Häuptlinge kaum gelohnt hatte, ihre Machtposition mit unpopulären Maßnahmen auszunutzen. In der Vergangenheit wurde solch ein Klanchef, der selbstsüchtig und gegen den Willen seines Volkes handelte, schon einmal verjagt und durch einen Rivalen ersetzt. "Das bedeutet", sagte John Fischer, "die Chiefs haben kaum eine Entscheidung getroffen, ohne sich vorher ganz genau über die öffentliche Meinung zu informieren."134

5.1. Erfolge und Defizite der Vereinigten Staaten

1995 gibt es das Treuhandgebiet Mikronesien nicht mehr. Entstanden sind vier politisch weitgehend selbständige Staaten, von denen drei als vollwertige UNO-Mitglieder zumindest in der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine gleichwertige Stimme wie ihre ehemalige Verwaltungsmacht besitzen.

Sowohl die Emanzipation der Insulaner an sich als auch ihre friedliche Evolution von quasi rechtlosen Eingeborenen zu unabhängigen und respektierten Mitgliedern in der Völkergemeinschaft, gelang, weil die Amerikaner ihnen die Möglichkeiten eröffneten, Schulen zu besuchen, Sprachen zu lernen, ihren Horizont zu erweitern und sich so weiterzubilden, wie sie wollten. Auch Begabte aus ärmeren Verhältnissen konnten mit einem Stipendium in den USA studieren. Die geistige Elite der Pazifik-Inseln - Rechtsanwälte, Ärzte, Politiker - verstand sich einerseits als Diplomaten, um den Rest der Welt auf die Probleme der Mikronesier aufmerksam zu machen, andererseits trug sie in erheblichen Maße zu dem neuen Selbstbewußtsein und auch Gemeinschaftsgefühl der Insulaner bei. Während ein erzwungener Zusammenhalt Mikronesiens nicht funktionieren konnte, schlossen sich die Inselgruppen Yap, Truk, Ponape und Kosrae in einem Vernunftbündnis zu einer Föderation aus fünf Volksstämmen mit eigenen Sprachen zusammen. Selbst die Republiken Palau und Marshall-Inseln hatten in ihrer jetzigen Form noch nie zuvor existiert. Auch hier gab es verschiedene Muttersprachen, aber - dank Englisch - keine Verständigungsprobleme. In dieser Hinsicht war die amerikanische Verwaltung des Treuhandgebietes ein bedeutender Erfolg. Während die Amerikaner also erfolgreich Bildungs- und Regierungsprogramme förderten, kam der wirtschaftliche Aufschwung aus den beschriebenen Gründen nicht voran. Dieses Konzept war im herkömmlichen Sinne der Entwicklung von unselbständigen Gebieten höchst ungewöhnlich und sollte für die Administration negative Folgen haben. Die jungen Insulaner, deren Eltern unter dem japanischen Mandat gerade maximal fünf Schuljahre absolvieren durften, bekamen eine vollwertige Schulausbildung, wurden sogar mit Stipendien zum Studium in die Vereinigten Staaten geschickt, wo sie beim Kontakt mit der Überflußgesellschaft politisiert wurden. Schließlich kehrten die sie auf die Pazifik-Inseln zurück, um einerseits die Arbeit der Administra-tion fortzuführen, andererseits aber gleichzeitig gegen eine unnötig verlängerte, amerikanische "Fremdherrschaft" anzukämpfen.135

Die Schuld für den desolaten Zustand im Treuhandgebiet Mitte der sechziger Jahre lag sowohl bei der amerikanischen Administration als auch dem Innenministerium, der Regierung in Washington und dem Kongreß. So kam der Pazifikkenner Willard Price 1966 zu einem Ergebnis, das ihn selbst erschreckte: "Amerika", schrieb er, traditionell Verfechter der Unabhängigkeitsidee, findet sich in der unangenehmen Position, eine der letzten Kolonien der Welt zu unterdrücken - und, was noch schlimmer ist, vernachlässigt sie darüber hinaus schändlich."136

"Als die Japaner noch in Palau regierten, haben sie wenigstens gezeigt, dass sie uns genug geachtet haben, um ein paar Regierungsgebäude zu bauen, auf die wir stolz sein konnten", meinte der ehemalige Regierungssprecher Lomisang. Für die erste Generation von Amerikanern, zumindest derjenigen, die wichtige Entscheidungen zu treffen hatten, war ihre Präsenz in Mikronesien nie eine Prestigefrage. Keiner der amerikanischen Kongressabgeordneten oder Senatsmitglieder, die das Treuhandgebiet in den ersten 25 Jahre besuchten, schien sich am schäbigen Erscheinungsbild der Inseln zu stören. "Zu einem großen Teil ist das ganze verdammte Treuhandgebiet ein riesiges Trödel-Unternehmen (Salvage Operation)", meinte eine Amerikanerin, die lange Zeit in Koror gelebt hatte. " Jeder Schrott wird hier wiederverwertet."137

Obwohl in den fünfziger und sechziger Jahren viele der Amerikaner, die in Mikronesien ihren Dienst versahen, den Zustand der Straßen und Häuser als kaum mehr entschuldbar ansahen, sah beispielsweise der US-Hochkommissar Delmas Nucker gerade in dieser "schleichenden Entwicklung" den Erfolg für die Verwaltungsmacht. "Natürlich hätten wir mit einem größeren Haushalt unsere Administration vergrößern, neue Straßen und Häuser bauen und zahlreiche Wirtschaftsexperimente ausprobieren können. Und damit würden wir das Territorium vermutlich überverwalten, würden Strukturen und Unternehmen schaffen, die nur auf Subventionen beruhen", erklärte Nucker die Strategie gegenüber dem Treuhandrat. Er versuchte, dem Gremium klarzumachen, dass die USA aus den Fehlern anderer Entwicklungshilfe-Unternehmungen, die meist daran gescheitert waren, dass die Amerikaner den Fortschritt in einer Geschwindigkeit erzwingen wollten, die langsamer entwickelte Zivilisationen nicht mitmachen konnten, gelernt hatten. "Die Vorteile eines schnellen Entwicklungsprogramms für die Mikronesier entsprechen nur zum Bruchteil den Vorteilen einer langsamen Entwicklung, die von den Inseln auch wirklich verkraftet werden können."138 Genau das war die Einstellung einer Kolonialmacht.

Konfliktvermeidung bestand für die Administration vor allem darin, keine Inselgruppen zu bevorzugen. Die Interessen von Pentagon und Verteidigungsministerium machten diese Absicht zunichte. Eine strategische Absicht, in der die Vereinigten Staaten und die UNO übereinstimmten, war, das künstlich gewachsene Mikronesien nicht wieder unnötig zu zerstören. "Können Sie sich dutzende, vielleicht sogar hunderte souveräner Staaten im Pazifikraum vorstellen, alle mit eigener Flagge, Nationalhymne und Sitz in den Vereinten Nationen? Wir nicht", sagte der stellvertretende Innenminister Harlan Cleveland auf einer Konferenz der Pazifik-Anrainer 1963 in Kalifornien.139 Die Intention war jedoch nicht dieselbe bei der Supermacht und der Weltorganisation: Während die Vereinten Nationen planten, Mikronesien zu einem neuen Mitglied der Völkerfamilie zu machen, suchten die Administrationen seit Kennedy nur nach einer geeigneten Methode, den eigenen Einfluss auf das gesamte Gebiet langfristig zu sichern. Die politische Einheit der Pazifik-Inseln - gepaart mit kräftigen Finanzspritzen, um den Insulanern westlichen Wohlstand schmackhaft zu machen - schien dafür die beste Voraussetzung zu sein.

Konsens war schließlich auch ein Schlüsselwort in der amerikanischen Politik. Und so versuchte jede Administration der sechziger und siebziger Jahre die Ziele des Solomon- Reports umzusetzen. Während dieser Zeit hatten die Vereinigten Staaten die Möglichkeit, ein Abkommen mit Mikronesien zu treffen, dass für beide Seiten völlig zufriedenstellend gewesen wäre. Die Chance wurde durch zu langes Zögern und durch die Uneinsichtigkeit der Militärexperten zunichte gemacht. Gleichzeitig belasteten die Versäumnisse der Verwaltungsmacht das zunächst gute Verhältnis zwischen Insulanern und den Vereinigten Staaten. Im Laufe der Zeit nahm die Unzufriedenheit der Mikronesier und damit die anti- amerikanischen Ressentiments zu. Das Verhältnis verschlecherte sich; immer mehr Eingeborene plädierten für eine staatliche Unabhängigkeit. Im Oktober 1968 übersandte die Nitijela, das Parlament auf den Marshall-Inseln, UN-Generalsekretär U Thant sogar eine Resolution, die nach einer Untersuchung durch die Vereinten Nationen verlangte, um festzustellen, ob "die Vereinigten Staaten durch ihre zahlreichen Verstöße gegen UNO- Auflagen das Recht verwirkt hatten, in Mikronesien zu verbleiben."140 Der Mißerfolg der verfassungsgebenden Versammlung des Congress of Micronesia im Jahre 1978 war im Endeffekt auch ein Beweis für das Scheitern des Solomon-Plans. Doch zu der Zeit wurde die Aufsplittung des Treuhandgebietes von den Analytikern in der Regierung nicht mehr bedauert: Die Verhandlungen mit dem Commonwealth der Marianen, der Republik der Marshall-Inseln und Rest-Mikronesien liefen gut, nur das Palau-Problem musste man noch in den Griff kriegen. Doch jetzt ließen sich die Vereinigten Staaten auf eine Politik der nicht- mehr-verhandelbaren Bedingungen ein, die außerhalb des Treuhandrates, wo die Amerikaner auf die passive Kollaboration der Franzosen und Engländer setzen konnten, um die Sowjetunion, das einzige andere aktive Mitglied, zu überstimmen, einer kritischen Betrachtung nicht standhalten konnte. Die mächtigen USA wollten das kleine Palau letztendlich erdrücken, dem Zwergstaat seine Bedingungen aufzwingen.

"Wenn irgendetwas den Kompakt blockiert hat, dann waren es die verantwortlichen Beamten in der Reagan-Administration", kommentierte der demokratische Abgeordnete und Chairman des Subcommittee on Insular and International Affairs, Ron de Lugo, im Mai 1988. "Sie haben Präsident und Kongress getäuscht mit der Behauptung, Palau hätte dem Abkommen 1986 zugestimmt. Sie waren unfähig, die Probleme Palaus zu erkennen und haben sogar mitgeholfen, neue zu schaffen. Sie haben es versäumt, akkurate Informationen weiterzugeben und dafür Fantasien über die politischen Motivationen der Insulaner gestreut."141 Neben dem Versagen der Wirtschaftspolitik der führenden kapitalistischen Supermacht in Mikronesien entwickelte sich spätestens mit den achtziger Jahren auch das Unternehmen "strategisches Treuhandgebiet" zum finanziellen Fiasko. 1982 hatten die klagefreudigen Insulaner Gerichtsverfahren über insgesamt rund $1,3 Mrd. Abfindung und Entschädigung in Gang gesetzt. Dazu kamen noch zahlreiche Einzelfallbeispiele, in denen vor allem marshallesische Landbesitzer vom US Claims Court Recht, und von der Regierung etwa 400 Millionen Dollar Schadensersatz bekommen hatten.142 Bis heute beläuft sich die gezahlte Schadensersatzsumme auf weit über 2 Milliarden Dollar.

Doch selbst wenn alle Schulden getilgt sein und die Vereinigten Staaten den letzten ehemaligen Landbesitzer Mikronesiens finanziell entschädigt haben werden, wird der Vorwurf, dass die Amerikaner dieses Treuhandgebiet für eigene Zwecke mißbraucht haben, wenigstens solange bestehen bleiben, wie die ökologischen Schäden für Generationen noch irreparabel sind. Aus heutiger Sicht sind die damaligen Tests nur als unverantwortlich zu bezeichnen. Ohne Rücksicht auf die Lebensräume von Menschen, Tieren und Pflanzen wurden da Koralleninseln in die Luft gesprengt - in Versuchen, die sowohl militärisch als auch wissenschaftlich äußerst fragwürdig waren. Natürlich hat sich in den moralischen Grundsätzen unserer Gesellschaft ein Wandel vollzogen: Einstimmig werden Maßnahmen, die vor einigen Jahren noch tabu waren, als Umweltsünden erkannt und verurteilt und im Rahmen der Möglichkeiten "bekämpft". Nachdem in Europa dieses neue Bewußtsein nun bereits einen symbolischen Sieg über einen der größten multinationalen Wirtschaftskonzerne davongetragen hat, schickt sich nun die halbe Welt an, einen "uneinsichtigen" Politiker davon zu überzeugen, dass die Diskussion über das Recht, Atomversuche aus nationalem Interesse durchzuführen, längst beendet ist.

Der Streit um die Legitimität der nuklearen Versuche auf Bikini und Eniwetok beschäftigte die Diplomaten der Vereinten Nationen schon seit den Gründertagen der Organisation - auch wenn sich die Abgeordneten noch gar nicht über die Auswirkung der Waffen, die Gefährlichkeit der Strahlung und die Folgen für Bevölkerung und Natur bewusst waren. Die Vereinigten Staaten rechtfertigten ihre Atomversuche, die dem "Schutz der freien Welt" dienten, damit "zu internationaler Sicherheit und Frieden" betrugen und somit nach §73 der UN-Charta auch "gesetzmäßig und richtig" waren.143

Bereits 1987 wurden diese Worte der Scheinheiligkeit überführt, als die Vereinigten Staaten "aufs Schärfste" gegen einen sowjetischen Raketentest protestierten. Von ihrem Raumflughafen in Baikonur, Kasachstan, hatten die Russen zwei unbewaffnete Langstreckenraketen abgeschossen, die mitten im pazifischen Ozean, etwa 1000 Kilometer nordwestlich von Hawaii, gelandet waren. Die Reagan-Administration drohte mit Konsequenzen - auch für die bevorstehende historische Unterzeichnung des SALT II Abkommens mit Michail Gorbatschow - weil diese Tests "so dicht am amerikanischen Territorium geplant und durchgeführt worden waren." Die Bewohner der Insel Ebeye werden es mit Verwunderung zur Kenntnis genommen haben.144

Doch Nuklearwaffen hatten nie eine militärische Bedeutung - sie waren stets politische Waffen. Spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges sind die für die Wasserstoffbomben- Tests auf den Marshallinseln verantwortlichen Administrationen der "moralischen Arroganz" überführt.145

5.2. Das Ende des Treuhandsystems?

Mit der Terminierung des letzten Treuhandabkommens musste auch dem letzten Diplomaten klargeworden sein, dass der Treuhandrat im Sinne des Artikel 86 der UNO-Charta keine praktische Funktion mehr hatte. Es gab keine Verwaltungsaufgaben mehr. Zunächst war deswegen auch allgemein angenommen worden, der Treuhandrat würde in diesem Fall automatisch aufgelöst werden. Entsprechend erklärte der Abgeordnete von Guinea bereits 1959 vor der Generalversammlung, dass "sich niemand ein Trusteeship Council ohne die entsprechenden Treuhandgebiete vorstellen könne."146

Voraussicht bewies auch ein Delegierter aus Haiti, der auf der gleichen Konferenz feststellte:" Es wird die Zeit kommen, da das Treuhandsystem nicht mehr funktionieren kann, es sei denn, dass auch andere Verwaltungsmächte, die im Moment nicht im Treuhandrat repräsentiert sind, ihre Gebiete dem System unterstellen. Aus Vernunft und Weisheit sollte die Charta deshalb überarbeitet werden, zumindest die Teile, die nicht eindeutig sind."147

Das Problem wurde bis Ende 1994 nicht gelöst. Heute stellte sich das Problem einer Charta- Änderung noch viel schwieriger dar. Um den Treuhandrat tatsächlich abzuschaffen, müssten wenigstens 2/3 der 185 UNO-Mitgliedsstaaten einem entsprechenden Amendment zustimmen.148 Angesichts der Bemühungen Deutschlands und Japans um einen festen Sitz im Sicherheitsrat, zögern die Verantwortlichen. Jede Zustimmung einer Satzungsänderung würde vermutlich eine Flut von neuen Anträgen nach sich ziehen. Beispielsweise löste die vielleicht gar nicht einmal unberechtigte Argumentation Japans und Deutschlands, als die zweitgrößten Geldgeber der Weltorganisation auch Anspruch auf mehr Einfluss zu haben, einen kaum zu lösenden Streit unter den Mitgliedern aus: Indien beanspruchte plötzlich einen Sitz im Sicherheitsrat, weil es regelmäßig die größten Truppenkontingente für Peace-keeping Missionen bereitstellte. Mit einer ähnlichen Begründung zog kurze Zeit später auch Erzrivale Pakistan nach. Der Ausschuß afrikanischer Staaten schließlich vertrat die Auffassung, dass entweder die neue Republik Südafrika oder Kenia Anspruch auf einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat hätten, um den schwarzen Kontinent endlich angemessen im wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen zu vertreten.

Und so ließ Joe Sills, der Pressesprecher von Boutros Boutros-Ghali, auf einem der täglichen Noon Briefings verlauten: "Jeder Versuch, die Charta zu ergänzen, um den Treuhandrat abzuschaffen, würde eine `Büchse von Würmern' öffnen, die viele der UN-Mitglieder lieber verschlossen halten möchten."149

Zu dieser Gruppe von Staaten gehörten vor allem die fünf permanenten Mitglieder des Weltsicherheitsrates. Nur wenige waren also überrascht, als der amerikanische Pressesprecher, Jaime Rubin, nach der letzten Sitzung des Treuhandrats am 1. November 1994 erklärte, das Gremium würde nicht endgültig aufgelöst, sondern "in den einstweiligen Ruhestand (suspended animation) gesetzt werden, also theoretisch existieren, aber praktisch eben nicht."150

Mit dem Blick auf einige "chronische Brandherde weltweit" ist dieses Ergebnis vielleicht nicht der schlechteste Kompromiss: Warum sollten sich die Vereinten Nationen selbst um den Vorteil bringen, auch in Zukunft Territorien unter das Treuhandsystem zu stellen, wie es der in Kapitel 2.2.1. beschriebene Artikel 77 eindeutig ermöglicht?

Die sogenannten Peace-Keeping Missionen, populärstes Werkzeug der UN, sind in den vergangen Jahren auf wachsende Kritik gestoßen. Kein Wunder, wenn man sich die fragwürdigen Erfolge solcher längerfristigen Unternehmungen in Nahost und Kambodscha (Kampuchea) oder der "Nacht-und-Nebel"-Aktion in Somalia vor Augen hält. Die Blauhelmeinsätze werden für die Mitgliedsstaaten immer teurer, und darüber hinaus sind die eigentlichen Mandate der Truppen (wie im Fall des ehemaligen Jugoslawien) unklar. Nachdem im Juni `95 sogar der Generalsekretär die größte Friedensmission der UNO- Geschichte in Bosnien-Herzegowina "als fehlgeschlagen" bezeichnet hat, mag sich das Treuhandprinzip, mit der Option die Organisation selbst oder einzelne Staaten als Verwaltungsmächte zu berufen, in der Zukunft als Instrument von bleibendem Wert herausstellen.

Boutros-Ghali legte zu seinem Amtsantritt ein Reformpapier vor, das von den meisten Mitgliedsländern begeistert aufgenommen wurde. Hauptgedanke der Agenda f ü r den Frieden: Nationale Egoismen sollten zugunsten einer gemeinsamen Lösung der Weltprobleme zurückgestellt werden. In der Praxis funktioniert dieses Modell bis heute nicht, nationale Machtinteressen haben für die meisten Staaten Priorität. Unter dem Dilemma leidet die Weltorganisation, die keine "Weltregierung" sein möchte, an ihrem fünfzigsten Geburtstag noch genauso wie in den Gründerjahren: Ihr fehlt die notwendige Autorität.151 Voraussetzung für das Funktionieren der zukünftigen Gremien der UNO ist neben der Durchführung von notwendigen Reformen also eine Änderung in der Haltung von Einzelstaaten gegenüber den Vereinten Nationen.

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zitate:

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Abbildungen:

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5.Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 251. S. 36
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Dan Williams, UN correspondent for the New York Observer, about the history of the Pacific Islands as a Trust Territory of the United States. Taped on Monday, October 31, 1994 for CNN at the UN Delegate's Entrance.

[...]


1 Transkipt des Interviews mit Jaime Rubin liegt der Arbeit im Anhang bei.

2 Letter dated 17 October 1994 from the Permanent Representative of the United States of America to the United Nations addressed to the Secretary-General, UN Security Counil, S/1994/1200, 21 October 1994.

3 Sue Rabbitt Roff: Overreaching in Paradise, United States Policy in Palau Since 1945, The Denali Press, Juneau, Alaska, 1991.

4 Robert Trumbull: Paradise in Trust, A Report on Americans in Micronesia, 1946-1958, William Sloane Associates, New York, 1959.

5 Robert Trumbull: Tin Roofs and Palm Trees, A Report on the New South Seas, University of Washington Press, Seattle, 2nd. Ed., 1978.

6 Frank Donovan: Mr. Roosevelt's Four Freedoms, The Story Behind the United Nations Charter, Dodd, Mead & Company, New York, 1966, S. 21.

7 Donovan, Mr. Roosevelt's Four Freedoms, S. 42.

8 Der Gro ß e Knaur, Lexikon in 20 B ä nden, Lexikographisches Institut, München, 1983, Band 19, S. 8091.

9 Der Kleine Brockhaus, F.A. Brockhaus, Wiesbaden, 1962, S. 550.

10 R. Sellien; H. Sellien (Hrsg.): Dr. Gablers Wirtschafts-Lexikon, Betriebswirtschaftlicher Verlag, Dr. Th. Gabler, Wiesbaden, 1962, 5. Aufl., 2.Bd., S. 1295.

11 Rexford G. Tugwell: FDR: Architect Of An Era, The Macmillan Company, New York, 1967, S. 218 und 219.(The Atlantic Charter)

12 Donovan, Mr. Roosevelt's Four Freedoms, S. 60ff.

13 Franklin Roosevelt hatte darauf bestanden, dass China die Rolle des "vierten Weltpolizisten" in Asien zukommen sollte. Sowohl Churchill als auch Stalin bezweifelten, ob China dieser Rolle gerecht werden konnte, gaben aber schließlich nach. Siehe z.B.: John M. Carroll; George C. Herring (Ed.): Modern American Diplomacy, Scholarly Resources Inc., Wilmington, Delaware, 1986, S. 115.

14 Evan Luard: A History of the United Nations, Volume 1: The Years of Western Domination, 1945-1955, St.Martin's Press, New York, 1982, S. 58. Siehe auch Kapitel 4. Die Vereinigten Staaten und das strategische Treuhandgebiet.

15 Donovan, Mr. Roosevelt's Four Freedoms, S. 135.

16 Luard, A History of the United Nations, Vol 1., S. 59.

17 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 534.

18 Robert E. Riggs; Jack C. Plano: The United Nations, International Organization and World Politics, Brooks/Cole Publishing Comp., Pacific Grove, California, 1988, S. 217.

19 William E. Rappard: The Mandates and the International Trusteeship System, in: Political Science Quarterly, Academy of Political Science, Columbia University, New York, Vol.61, 1946, S. 409.

20 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 534. Siehe auch: Sue Rabbitt Roff: Overreaching in Paradise, United States Policy in Palau Since 1945, The Denali Press, Juneau, Alaska, 1991, S. 7.

21 F. P. Walters: A History of the League of Nations, Oxford University Press, London, 1952, Vol.1, S: 56ff.

22 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 536.

23 Rappard, Mandates and Trusteeship Systems, S. 411.

24 Riggs, The United Nations, S. 218.

25 Zur Übersicht aller Mandate siehe auch Abb. 1, Kapitel 2.2.1. Die Treuhandgebiete.

26 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 535.

27 Der politische Zusammenhang spielte bei der Einstufung der Gebiete aber eine ebenso große Rolle: C-Mandate waren das Äußerste, was die Mandats-Mächte Australien, Neuseeland und Süd-Afrika an internationaler Kontrolle gestatten wollten. In: Riggs, The United Nations, S. 218.

28 Charta der Vereinten Nationen, Art.76, Abs. 1 und 2, S. 40.

29 Charta der Vereinten Nationen, Art. 84, S. 45.

30 Luard, A History of the United Nations, Vol.1, S. 59.

31 Charta der Vereinten Nationen, Art.77, Abs.2.

32 Luard, A History of the United Nations, Vol.1, S. 62.

33 Charta der Vereinten Nationen, Kapitel XI: Erklärung über Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung, Art. 73, Art. 74, S. 37ff und Art. 76, Abs. 2.

34 Charta der Vereinten Nationen, Art.81, S. 43. Siehe auch Kapitel 2.2.1.3. Das `JointTrustee'-Prinzip.

35 Thomas K. Hitch: The Administration of America's Pacific Islands, in: Political Science Quarterly, A Review to the Historical Statistical and Comparative Study of Politics, Economics and Public Law, Academy of Political Science, Columbia University, New York, Vol. 61, 1946, S. 387. Siehe auch: Charta der Vereinten Nationen, Art. 77, Abs. 3, S. 41.

36 Charta der Vereinten Nationen, Art.77, Abs.1.

37 Großbritannien hatte Anfang der fünfziger Jahre angeboten, auch British Somaliland in ein Treuhandgebiet zu verwandeln. Dieser Gedanke wurde aber wieder verworfen. Vermutlich wäre die Idee nur umgesetzt worden, hätte der Treuhandrat England auch zur Verwaltungsmacht über das gesamte Somaliland-Territorium gemacht. In: Luard, A History of the United Nations, Vol.2, S.120.

38 Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S. 241ff.

39 Office of Public Information: Everyman's United Nations, A Complete Handbook of the Activities and Evolution of the United Nations During its First Twenty Years, 1945-1965, United Nations, New York, Eighth Edition, 1968, S. 374-79. Siehe auch Graphik.

40 Wolfrum, Handbuch Vereinte Nationen, S. 613.

41 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 350.

42 Hanson W. Baldwin: U.S. Military Urge Isle Annexations, in: The New York Times, Sunday, February 3, 1946, S. 25.

43 Ed.: An American Trusteeship, in: The New York Times, Saturday, April 5, 1947, S. 18.

44 Charta der Vereinten Nationen, Art. 82, S. 43.

45 Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S. 411.

46 Roff, Overreaching in Paradise, S. 57. Siehe auch: Appendix A, United Nations Trusteeship Agreement United States Trust Territory of the Pacific Islands, Art. 13.

47 Kolko, The Politics of War, S. 465.

48 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 366.

49 Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S. 415.

50 Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S. 411.

51 Baldwin, U.S. Military Urge Isle Annexations, NYT, February 3, 1946, S. 25.

52 Drew Middleton: Russians Hit U.S. On Spitzbergen; Say We Claim Pacific, Arctic Bases While Critizing Soviet on Relatively Modest Desires, in: The New York Times, Saturday, January 18, 1947, S. 40.

53 Kolko, The Politics of War, S. 602-604.

54 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 365.

55 Charta der Vereinten Nationen, Art.7, Abs.1.

56 Charta der Vereinten Nationen, Art.86, Abs.1. Vergleiche auch: Unser, Die Uno, S.103.

57 Decolonization: Issue on the Trust Territory of the Pacific Islands, the UN Department of Political Affairs, Trusteeship and Decolonization, No. 16, April 1980, S. 36 und S. 37. (Hiernach zitiert als: Decolonization). Siehe auch: Unser, Die Uno, S.103.

58 Amry Vandenbusch; Willard N. Hogan: Die Vereinten Nationen; Geschichte, Aufbau, T ä tigkeit, Wilhelm Frick Verlag, Wien, 1955, S.239.

59 Hamilton, Thomas J.: Russia Boycotts Inaugural of U.N. Trusteeship Body, Surprises Council by Absence - Sayre Is Elected Chairman - Lie Urges Full Resort to Organization by Members, in: The New York Times, Thursday, March 27, 1947, S.1.

60 Siehe auch Kapitel 4.4.: Zur Rolle der Sowjetunion im Treuhandrat.

61 Unser, Die Uno, S.104. Vergleiche: Luard, A History of the United Nations, Vol. 2, S. 127.

62 Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S.243.

63 Luard, A History of the United Nations, Vol. 2, S. 126. Siehe auch: United Nations, Everyman's United Nations, S. 373.

64 Thomas J. Hamilton: U.S. Invites Study of Pacific Islands, Sayre and Delegation Say U.N. Mission Could Visit All but Eniwetok and Bikini, in: The New York Times, Saturday, July 19, 1949, S. 4.

65 Luard, A History of the United Nations, Vol. 2, S. 131.

66 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 104ff.

67 Roff, Overreaching in Paradise, S. 15.

68 Yassin El-Ayouty: Der historische Imperativ der Entkolonisierung, in: Vereinte Nationen, 5-6/85, S. 170. Vergleiche: Riggs; Plano, The United Nations, S. 221.

69 Riggs; Plano, The United Nations, S. 228. Siehe auch: Thomas J. Hamilton: Premier is Harsh, Suggests U.N. Leave City and Urges All Colonies Be Freed, in: The New York Times, Saturday, September 24, 1960, S. 1 + S. 6-9 (inkl. Text der Chruschtschow-Rede).

70 Die neun Gegenstimmen kamen von Australien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Spanien, den Vereinigten Staaten, Südafrika und der Dominikanischen Republik. In: El-Ayouty: Der historische Imperativ der Entkolonisierung, S. 172.

71 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 107.

72 Deer volle Titel des Gremiums lautet: "theSpecial Committee on the Situation With Regard to the Implementation of the Declaration on the Granting of Independence to Colonial Countries and Peoples". Siehe: Department of Public Information: Basic Facts About the United Nations, United Nations, New York, 1989, S.

73 Riggs; Plano, The United Nations, S. 227.

74 Decolonization, S. 44ff.

75 Auf der Gedenkfeier anläßlich des 20. Jahrestages des ersten Blockfreien-Gipfels am 12.10.1981. Zitiert nach: Franz Nuscheler: Die Entkolonisierungsbilanz der Vereinten Nationen, Ein skeptisches Nachwort, in: Vereinte Nationen, 6/81, S. 195.

76 Nuscheler, Die Entkolonisierungsbilanz der Vereinten Nationen, S. 196.

77 siehe beispielsweise: Jürgen Corleis: Sturm gegen "napoleonische Arroganz"; Australiens Gewerkschaften antworten auf Testank ü ndigung mit Boykott franz ö sischer Waren, in: Berliner Zeitung, Donnerstag, 15. Juni 1995, S.2 und: Weltweite Proteste gegen Frankreichs Atompl ä ne im Pazifik; Neuseeland und Australien r ü gen "napoleonische Arroganz" und "Neo-Kolonialismus"/USA bedauern/ Bonn schweigt, in: Der Tagesspiegel, Donnerstag, 15. Juni 1995, S.1.

78 Nuscheler, Die Entkolonisierungsbilanz der Vereinten Nationen, S. 197.

79 Rudolf von Albertini: Dekolonisation, Köln, 1966, S. 38.

80 Department of Information: Everyone's United Nations, A Handbook on the Work of the United Nations, United Nations, New York, 10th edition, 1986, S. 350ff.

81 Roff, Overreaching in Paradise, S.33. Vergleiche: Department of Public Information: Basic Facts About the United Nations, United Nations, New York, 1989, S. 167. Siehe auch: Everyone's United Nations, S. 351.

82 Nuscheler, Die Entkolonisierungsbilanz der Vereinten Nationen, S. 198.

83 Kunig; Rublack, Kolonisiert nach der Entkolonisierung?, S. 56. Vergleiche: Luard, A History of the United Nations, Vol. 2, S. 143.

84 Decolonization: Issue on the Trust Territory of the Pacific Islands, The UN Department of Political Affairs, Trusteeship and Decolonization, No.16, April 1980, S.3. (Hiernach zitiert als: Decoloni-zation)

85 Mario von Baratta (Hrsg.): Der Fischer Welt Almanach; Zahlen, Daten, Fakten `92, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M., 1991, S.308.

86 Trust Territory of the Pacific Islands, July 1967 to June 30, 1968, 21st Annual Report, U.S. Department of the Interior, U.S. Government Printing Office, Washington, D.C., 1968, S.4.

87 John N. Wilford: An Island Chief Talks of Old Ways and Moon Trips, in: The New York Times, Monday, April 11, 1977, S.8.

88 Decolonization, S.5.

89 Robert Trumbull: Tin Roofs and Palm Trees, A Report on the New South Seas, University of Washington Press, Seattle, 2nd Ed., 1978, S. 272.

90 Decolonization, S.5. Vergleiche auch: William Branigin: Modern Ailments Beset Pacific Island Paradise, in: The Washington Post, Sunday, September 1, 1985, S.29.

91 Kopra ist eine Masse, die aus zerstampften Kokosnüssen besteht. Daraus wird Öl gewonnen und Kerzen oder Seife hergestellt; siehe: Franz N. Mehling (Hrsg.): Das moderne Handlexikon, Wissen von A-Z, Deutscher Bücherbund, Stuttgart, 4. Aufl, 1975.

92 Decolonization, S.6. Vergleiche auch: Scherer, Ron: Tough Choices Ahaed for Land Of Coconuts and Rubber Thongs, in: The Christian Science Monitor, Wednesday, September 18, 1991, S.10ff.

93 Decolonization, S.6.

94 Trust Territory of the Pacific Islands, prepared by the U.S. Navy Department, (OPNAV- P22-100E), Washington, D.C., July 1948, S.3. (Hiernach zitiert als: Trust Territory Report 1948)

95 Decolonization, S.7.

96 Um 1938 bestand die Bevölkerung der Pazifischen Inseln zu über 50% aus Japanern. In: Decolonization, S.7. Siehe auch: Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S.107.

97 Paul S. Boyer, et. al.: The Enduring Vision, A History of the American People, D.C. Heath and Company, Lexington, Mass., 1990, S.962. Von der Insel Tinian (Marianen) aus starteten am 6. bzw. 9. August 1945 auch die Bomber mit den Atombomben, die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Siehe z.B.: Dan Levin: Mariana Memories, in: The New York Times, Monday, July 24, 1978, S.17.

98 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 269.

99 Trust Territory Report 1948, S. 4 und S. 108. Siehe auch: Roff, Overreaching in Paradise, S. 51.

100 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 382.

101 Pratt: America's Colonial Experiment, S. 222 und S. 232.

102 Vergleiche: Kapitel 4.2.3. Die Geheimdienstaffären. Im Frühjahr 1962 zog die Verwaltung des Treuhandgebietes schließlich auf den Capitol Hill von Saipan um, nachdem Kennedy kurz zuvor die Executive Order Präsident Trumans aufgehoben und die Marianen wieder dem Innenministerium unterstellt hatte. Siehe: (ap): U.S. Trustee Islands To Get Civilian Rule, in: The New York Times, Tuesday, May 8, 1962, S. 2.

103 John Collier: Rule in the Pacific, Transfer of Saipan and Tinian to Naval Control Is Criticized, in: The New York Times, January 18, 1952, IV, S. 12.

104 Siehe auch: Kapitel 4.2.3. Die Geheimdienstaffären.

105 Robert Trumbull: School At Truk Spurs Islanders, Education Center Prepares Youths of West Pacific to Replace U.S. Officials, in: The New York Times, Sunday, April 27, 1958, S. 20.

106 Report on the Administration of the Trust Territory of the Pacific Islands for the Period July 1, 1951, to June 30, 1952, Office of Territories, United States Department of the Interior, Washington, D.C., United States Government Printing Office, Washington: 1953, S. III. (Hiernach zitiert als: Trust Territory Report 1953). Siehe auch: Decolonization, S. 11.

107 Robert Trumbull: U.S. Pacific Role Found Tolerant, Governing Marshall Islands Bears No Resemblance to `Colonialism' Rule, in: The New York Times, Wednesday, April 23, 1958, S. 12.

108 Roff, Overreaching in Paradise, S. 59.

109 Report of the United Nations Visiting Mission to the Trust Territory of the Pacific Islands, 1964, Trusteeship Council, Thirty-First Session, Supplement No.2, T/1628, S. 6 + S. 24-25.

110 Sam Pope Brewer: Mongolia Scores U.S. `Colonialism', U.N. Is Told Economic Aid Disguises Real Aims, in: The New York Times, Wednesday, December 4, 1963, S. 15. Siehe auch: Tania Long: Attacks on U.S. as Colonial Power Rise in U.N., Asians and Africans Hold Washington Suppresses Territories It Controls, in: The New York Times, Wednesday, December 23, 1964, S. 3.

111 Conditions in the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, Thirtieth session, T/L 1070, 1 July 1963, S. 2 und S. 4ff. Tatsächlich sollte der amerikanische Kongress erst 1971 den Micronesian Claims Act verabschieden. DIe USA richteten daraufhin einen Trust Fund ein, der sich insgesamt auf $5 Mio. belaufen sollte. Etwa die Hälfte des Geldes wurde von Japan eingezahlt, das damit laut Vertrag von weiteren Entschädigungszahlen ausgenommen wurde. Siehe: Decolonization, S. 30.

112 Krakau: Missionsbewu ß tsein und V ö lkerrechtsdoktrin ..., S. 173.

113 A. M. Rosenthal: U.S. Gives Hope to Pacific Isles, Aims to End Neglect of Trust Lands and Create New Era, in: The New York Times, Monday, February 12, 1962, S. 14. Siehe auch: Kapitel 4.2.4. Die Affären der CIA.

114 Sam Pope Brewer: U.S. Calls Soviet A Colonial Power, in: The New York Times, Thursday, December 5, 1963, S. 9. Siehe auch: Trust Islands Not Ready For Self-Rule, U.S. Says, in: The New York Times, Saturday, June 2, 1962, S. 22.

115 U.S. to Expand Aid In Pacific Territory, in: The New York Times, Western edition, Saturday, March 30, 1963, S. 1 + S. 7.

116 Roff, Overreaching in Paradise, S. 62.

117 Roff, Overreaching in Paradise, S. 64.

118 Robert C. Aldridge: Jaws III, The Pentagon sinks its teeth into the South Sea islands, in: The Progressive, May 1982, S. 37.

119 Roff, Overreaching in Paradise, S. 65.

120 Decolonization, S. 13.

121 N.N.: Remembering an adopted cousin, in: Time, The Weekly Magazine, Time Inc., New York, Vol. 93, May 23, 1969, S. 24.

122 Roff, Overreaching in Paradise, S. 63 und S. 70. Vergleiche: Decolonization, S. 12.

123 Aldridge: Jaws III, S. 36.

124 Roff, Overreaching in Paradise, S. 69. Zitat aus: Micronesia: A U.S. Ward That Wants to Go Its Own Way, in: U.S. News, April 17, 1972, S. 80.

125 Robert Trumbull: Pacific Islanders More Critical of the U.S., in: The New York Times, Sunday, February 24, 1974, S. 20. Siehe auch: Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 288.

126 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 271.

127 U.S. Plays Midwife to a Sprawling Island Nation, in: U.S. News, Aug. 7, 1978, S. 34. Siehe auch: Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 267.

128 Trumbull, Paradise in Trust, S. 64.

129 Ron Scherer: Halting Theft on the `Ghost Fleet', in: The Christian Science Monitor, Wednesday, September 18, 1991, S. 10.

130 Decolonization, S. 19-20.

131 Roff, Overreaching in Paradise, S. 77. Statistik aus Dekolonization, S. 21.

132 U.S. Plays Midwife to a Sprawling Island Nation, in: U.S. News, Aug. 7, 1978, S. 34.

133 Robert Trumbull: Micronesians Worry About Fate of Pact With U.S., in: The New York Times, Sunday, March 22, 1981, S. 16.

134 Robert Trumbull: Pacific Islanders Worried By House, Micronesia and the Marshalls Fear Dilution of Promised Semi-Independent Role, in: The New York Times, Wednesday, July 3, 1985, S. 11. Siehe auch: Kapitel 4.3.2. Restriktionen und Auflagen - Diplomatie der USA.

135 Robert Trumbull: Pacific Officials Differ on Plan for Micronesia, in: The New York Times, Sunday, April 14, 1985, S. 9.

136 Ron Scherer: Tough Choices Ahaed for Land Of Coconuts and Rubber Thongs, in: The Christian Science Monitor, Wednesday, September 18, 1991, S. 10ff. Siehe auch: Ed.: ... progress in the Pacific, in: The Christian Science Monitor, Friday, November 14, 1986, S. 19.

137 Trumbull, Paradise in Trust, S. 22.

138 Trumbull, Paradise in Trust, S. 24.

139 Robert Trumbull: Marianas Voice Desire to Join Guam, in: The New York Times, Monday, November 10, 1969, S. 8.

140 Robert Trumbull: Tiny U.S. Navy Unit Is Guarding Saipan in the Marianas, in: The New York Times, Friday, April 11, 1958, S. 4.

141 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 847.

142 Former Pacific Battlefields Gear Up to Join U.S., in: U.S. News & World Report, December 2, 1974, S. 63.

143 Damit würden die Mikronesier sogar weniger Mitbestimmungsrechte als ihre poli- und melanesischen Nachbarn unter französischer Verwaltung erhalten. Frankreich, wegen seiner rigo-rosen Überseepolitik auch in der UNO oftmals kritisiert, gestattete Tahiti, Neu Caledonien, Wallis und Futuna immerhin, einen vollwertigen Abgeordneten ins französische Parlament nach Paris zu entsenden. Siehe: Robert Trumbull: Nations In Pacific Criticize U.S. Rule, Washington Said to Oppose Island Self-Government, in: The New York Times, Sunday, September 27, 1970, S. 13.

144 Office of Public Information: Yearbook of the United Nations 1976, Vol. 30, United Nations, New York, 1977, S. 676. Siehe auch: Erwin D. Canham: Marianas Plebiscite, in: The New York Times, Monday, August 25, 1975, S. 26.

145 Now A "Puerto Rico" In the Pacific, in: U.S. News & World Report, Vol. 78, June 30, 1975, S.44. Siehe auch: David Binder: Commonwealth Role For Mariana Islands Approved by Senate, in: The New York Times, Wednesday, February 25, 1967, S. 1.

146 Ed.: Island Grabbing, in: The Nation, Vol. 221, July 19, 1975, S. 37.

147 Group in Senate Opposes Ford On Commonwealth in Marianas, in: The New York Times, Tuesday, December 9, 1975, S. 10. Vergleiche: Ed.: American Marianas, in: The New York Times, Friday, February 27, 1976, S. 30. Siehe auch: Ed.: Planting the Flag, in: The New York Times, Sunday, June 29, 1975, S. 14.

148 James W. Gould: An American Conquest, in: The New York Times, Thursday, June 26, 1975, S. 38.

149 Warren F. Kimball: U.S. in the Marianas, in: The New York Times, Tuesday, July 29, 1975, S. 28.

150 Rights Group Says U.S. Broke Mandate In Mariana Islands, in: The New York Times, Monday, December 1, 1975, S. 3. Siehe auch: Petition from Mr. Jerome J. Shestack and others, International League for Human Rights, concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Pet.10/137, 9 January 1979, S. 1 und 2.

151 Communication from Mr. D. Luckens, Vice-President, Campaign for Nuklear Disarmament concerning the Trust Territory of the Pacific, UN Trusteeship Council, T/Com.10/L.166, 30 January 1976, S. 2.

152 Canham, Marianas Plebiscite, NYT, Aug 25, 1975, S. 26.

153 James W. Gould: Marianas: The Issue, in: The New York Times, Friday, August 15, 1975, S. 34.

154 Wind Shifts in the Pacific, Time, Jan 16, 1978, S. 28. Ebenso: Robert Trumbull: U.S. Territory In the Pacific Seeks Viability, in: The New York Times, Monday, November 20, 1978, S: 11.

155 Decolonization, S. 18ff.

156 (ap): Northern Mariana Islanders Lose Special Status as Citizens of U.S., in: The New York Times, Saturday, March 8, 1980, S. 26.

157 Trumbull, Paradise in Trust, S. 41.

158 Former Pacific Battlefields Gear Up to Join U.S., in: U.S. News & World Report, Vol. 77, December 2, 1974, S. 62ff. Siehe auch: Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 261.

159 Decolonization, S. 22.

160 Former Pacific Battlefields Gear Up to Join U.S., U.S. News, Dec. 2, 1974, S. 64.

161 William J. Alexander: The destruction of paradise, America's legacy in Micronesia, in: The Progressive, Vol. 43, February 1979, S. 46. Siehe auch: Robert Trumbull : 2 States in Pacific Initial Self-Rule Pacts With U.S., in: The New York Times, Sunday, November 2, 1980, S. 15.

162 800 Protesters Occupy U.S. base Area on an Atoll, in: The New York Times, Thursday, July 8, 1982, S. 11.

163 Robert Trumbull: Marshall Islands Press U.S. on Self-Rule Pact, in: The New York Times, Sunday, July 19, 1981, S. 7.

164 Petition from Senator Carl Heine, Representing the Voice of the Marshalls (VOM), concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Pet.10/177/Add.1, 22 May 1981, S. 2-3.

165 Ed.: And the Colonies Dwindle, in: The New York Times, Monday, July 4, 1983, S. 18. Nachdem die ersten Cruise-Missile Tests in Florida 1983 und `84 fehlgeschlagen waren und Anwohner mehrfach die Flugkörper weitab der geplanten Flugroute entdeckt hatten, verbreitete sich auch auf den Marshall-Inseln die Angst, den Insulanern könnte eines Tages eine "Rakete auf den Kopf fallen." Auch eine Pentagon-Studie über 30 Unfälle auf Raketenbasen im Jahre 1985 sorgte dafür, dass die Basis auf Kwajalein viel von ihrer Popularität verlor. Siehe: Jon Nordheimer: Erring Test Missile Taken Mostly in Stride in Florida Area Tied to Military, in: The New York Times, Friday, January 3, 1986, S. 8. Vergleiche: Joseph F. Sullivan: Old Missile Site at McGuire Is Still Tainted, Kean Says, in: The New York Times, Wednesday, July 10, 1985, II, S. 2.

166 Die Einwohner Eniwetoks fühlten sich nicht nur in diesem Fall von der marshallesischen Regie-rung benachteiligt. 1981 schickten Vertreter des Atolls eine Petition an den UN- Treuhandrat, in der sie um eine besondere Verlängerung des Treuhandabkommens für ihre Inseln baten, sollte der Com-pact of Free Association den Vertrag - wie allgemein erwartet wurde - bald ablösen. Siehe: Petition from Mr. Theodore R. Mitchell, Counsel for the People of Enewetak, concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Pet.10/183, 18 May 1981, S. 14.

167 (UPI): Marshall Islands Vote Backs Independence, in: The New York Times, Thursday, September 15, 1983, S. 5.

168 (ap): U.S. Pact Gives Marshall Islands Rule Over Affairs, in: The Washington Post, Saturday, October 25, 1986, S. 14. Siehe auch: Kapitel 4.3. Amerikanische Interessen im Konflikt mit den Idealen der UNO.

169 Blum, Eroding the United Nations, S. 219. Siehe auch: Paul Lewis: Soviets Yield to U.S. on Pacific Islands' Status, in: The New York Times International, Monday, December 24, 1990, S. 5. Auch: Resolution 683 (1990), UN Security Council, S/RES/683 (1990), 22 December 1990.

170 Trumbull, Paradise in Trust, S. 270-271.

171 Robert Trumbull: Palau Advances Under U.S. Rule, Islanders Develop Almost to Stage of Political Parties in 13 Years, in: The New York Times, Thursday, May 1, 1958, S. 23.

172 U.S. Plays Midwife to a Sprawling Island Nation, in: U.S. News, Aug. 7, 1978, S. 34.

173 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, Nov 27, 1977, S. 68. Siehe auch: U.S. Plays Midwife to a Sprawling Island Nation, in: U.S. News, Aug. 7, 1978, S. 33.

174 Decolonization, S. 23.

175 Die Verfassung Palaus ist der Arbeit in Auszügen beigelegt.

176 Decolonization, S. 24. Siehe auch: Roff, Overreaching in Paradise, S. 100.

177 Roff, Overreaching in Paradise, S. 1. Siehe auch: Kapitel 4.3.4. Der Streit um Palau.

178 Robert C. Aldridge: Jaws III, The Pentagon sinks its teeth into the South Sea islands, in: The Progressive, Vol. 46, May 1982, S. 37. Siehe auch: Robert Trumbull: Turmoil in Palau, in: The New York Times, Sunday, June 30, 1985, S. 6.

179 Clyde Haberman: Amid Pacific Coral Reefs, Assassination Mystery, in: The New York Times, Monday, November 11, 1985, S. 2. Siehe auch: (ap): President of Pacific Island Group of Palau Is Slain, in: The New York Times, Sunday, June 30, 1985, S. 6. Vergleiche: Kapitel 4.2.3. Die Geheim-dienstaffären.

180 Philip Shenon: Convictions Reversed in Island Slaying, in: The New York Times, Tuesday, July 21, 1987, S. 16.

181 Philip Shenon: Doubts Cling to Pacific Assassination Verdict, in: The New York Times, Thursday, November 27, 1986, S. 1 und S. B16.

182 Roff, Overreaching in Paradise, S. 164 und S. 168.

183 Wypijewski, Broken Trust, S. 224.

184 Siehe auch: Kapitel: 4.2.3. Die Geheimdienstaffären.

185 Roff, Overreaching in Paradise, S. 168 und S. 171.

186 Report of the United Nations Visiting Mission To Observe the Plebiscite in Palau, Trust Territory of the Pacific Islands, November 1993, UN Trusteeship Council, Official Records: Sixtieth Session (May 1993-January 1994), Supplement No.1, T/1978, United Nations, New York, 1994, S. 4. (Hiernach zitiert als: UN Visiting Mission 1993, T/1978)

187 Catherine Foster: Palau Islanders Vote an End To Last UN Trust Territory, in: The Christian Science Monitor, Monday, November 15, 1993, S. 6. Siehe auch: UN Visiting Mission, T/1978, S. 11 und S. 12.

188 William Branigin: Palauan Liberty, and Other Slippery Fish, in: The Washington Post, Monday, October 17, 1994, S. 12.

189 William Branigin: Independence for Palau Ends U.S. Sovereignty Over Pacific Islands, in: The Washington Post, Sunday, October 2, 1994, S. 30. Siehe auch: Warren Osmund: Nationhood: Palau enters brave new world, in: The Christian Science Monitor, Oct ober 12, 1994, S. 7 und S. 14.

190 Die Texte des amerikanischen Layouts und des ratifizierten Vertrags liegen der Arbeit als Anlage bei. Siehe auch: Ed.: The Russian Amendments, in: The New York Times, Saturday, March 1, 1947, S. 14.

191 George Barrett: U.N. Council Votes Our Trusteeship Of Pacific Isles, Security Body Unanimously Approves U.S. Proposal With No Important Changes, in: The New York Times, Thursday, April 3, 1947, S. 1 und S. 4. Schon zuvor hatte John Foster Dulles, zu dieser Zeit Mitglied des Treuhand Komitees der Generalver-sammlung, verlauten lassen, die USA würden, sollten die Vereinten Nationen das Abkommen zu den amerikanischen Konditionen nicht akzeptieren, trotzdem de facto die Kontrolle über die pazifischen Inseln behalten. In: Pratt, America's Colonial Experiment, S. 366.

192 A. M. Rosenthal: U.S. Pacific Trust Put off By Council, Austin Overrides Pleas in U.N. for Further Study - Rejects One of 3 Soviet Changes, in: The New York Times, Saturday, March 8, 1947, S. 4. Mit der gleichen Begründung boykottierte die Sowjetunion auch die Eröffnungssitzung des Treuhandrats am 26. März 1947. Erst als ein Jahr später die Palestina-Frage auf die Tagesordnung des Trusteeship Council gesetzt wurde, nahm mit Semyon Tsarapkin wieder ein sowjetischer Abgeordneter an den regulären Sitzungen des Rates teil. Siehe: Thomas Hamilton: Russia Boycotts Inaugural Of U.N. Trusteeship Body, in: The New York Times, Thursday, March 27, 1947, S. 1 und Soviet Union Joins U.N. Trustee Body, Palestine Proceedings Viewed as Motive of Russia's Ending Boycott of Council, in: The New York Times, Monday, April 26, 1948, S. 1.

193 Ed.: A Rusty Trust, in: The New York Times, Monday, April 26, 1976, S. 26.

194 Hanson W. Baldwin : U.S. Trustee Position, An Attitude of `Eat our Cake and Have It, Too' Is Seen - Russian Views, in: The New York Times, Monday, January 28, 1946, S. 2.

195 Thomas J. Hamilton: U.N. Security Unit Shifts Trust Task, Turns Over Its Supervision of Pacific Islands Under U.S. to Trusteeship Council, in: The New York Times, Tuesday, March 8, 1949, S. 11.

196 Vandenbosch, Die Vereinten Nationen, S. 415. Siehe auch: Report on the Administration of the Trust Territory of the Pacific Islands for the Period July 1, 1951, to June 30, 1952, Office of Territories, United States Department of the Interior, Washington, D.C., United States Government Printing Office, Washington: 1953, S. III und S. 77. Allerdings unterstellte Truman 1953, wenige Monate vor der Amtsübergabe an Dwight Eisenhower, die Nördlichen Marianen wieder direkt der Navy. Die "Sicherheitsgründe", die zu diesem Schritt führten, werden in Kapitel 4.2.3. erläutert. In: Roff, Overreaching in Paradise, S. 59.

197 United Nations Visiting Mission to Trust Territories in the Pacific, Report on the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, Eighth session (30 January-16 March 1951), Supplement No.2, T/897, New York, 1951, S. 14 und S. 16. (Hiernach zitiert als: UN-Visiting Mission 1950, T/897.)

198 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 338.

199 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 332ff.

200 Glenn P. Hastedt: American Foreign Policy; Past, Present, Future, Prentice Hall, Inc., Englewood Cliffs, New Jersey, 2nd Edition, 1991, S. 38.

201 Pratt, America's Colonial Experiment, S. 3-4.

202 Michael H. Hunt: Ideology and U.S. Foreign Policy, Yale University Press, New Haven, 1987, S. 174.

203 Hunt: Ideology and U.S. Foreign Policy, S. 129.

204 Bloomfield, The United Nations and U.S. Foreign Policy, S. 193.

205 Bloomfield, The United Nations and U.S. Foreign Policy, S. 195.

206 Robert Trumbull: Micronesians Get Self-Rule Pledge, Hickel says U.S. Will Speed Reforms for Islanders, in: The New York Times, Tuesday, May 6, 1969, S. 13.

207 William M. Blair: Hickel Departs For Micronesia, Will Offer Trust Territory Larger Voice and Aid, in: The New York Times, Friday, May 2, 1969, S. 9.

208 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 841.

209 Ernest Gruening, Statehood for Micronesia, in: The Nation, Vol. 209, December 15, 1969, S. 664ff.

210 Robert Trumbull: U.S. Officials Are Concerned Over Discontent in Micronesia, in: The New York Times, Sunday, April 4, 1971, S. 10.

211 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 845.

212 William Blair: Morton Says He Plans Steps To Ease Micronesia Problem, in: The New York Times, Friday, March 12, 1971, S. 48.

213 Robert Trumbull: U.S. Ties With Micronesia Strained, in: The New York Times, Sunday, August 23, 1970, S. 14.

214 Robert Trumbull: Micronesia Plan Produces Rifts, Talks with U.S. on a Union Show Sides Far Apart, in: The New York Times, Sunday, January 9, 1972, S. 14. Siehe auch: Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 842.

215 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 842. Siehe auch: C. L. Sulzberger: A New Look at the Orient, in: The New York Times, Wednesday, April 5, 1972, S. 45.

216 Roff, Overreaching in Paradise, S. 68. Vergleiche: Robert Trumbull: Trust-Isle Party Asks Nationhood, Independence Group Formed in U.S. Pacific Territory, in: The New York Times, Sunday, June 20, 1971, S. 6. Auch: Robert Trumbull : U.S. Officials Are Concerned Over Discontent in Micronesia, in: The New York Times, Sunday, April 4, 1971, S. 10.

217 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 843. Siehe auch: Trumbull, Micronesia Plan Produces Rifts, NYT, Jan 9, 1972, S. 14.

218 Murray, New Outpost of Empire, S. 460.

219 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 845. Siehe auch: Roff, Overreaching in Paradise, S. 71ff. Zitat aus: Murray, New Outpost of Empire, S. 460.

220 Micronesia: A U.S. Ward That Wants to Go Its Own Way, in: U.S. News, April 17, 1972, S. 80. Siehe auch: Roff, Overreaching in Paradise, S. 72.

221 Letter dated 19 April 1978 from the Permanent Representative of the United States of America to the United Nations addressed to the President of the Trusteeship Council, including the statement of agreed principles for free association for Micronesia, UN Trusteeship Council, T/1789, 2 May 1978, S. 2-3.

222 Siehe: Kapitel 4.3.3. Die Mikronesier und das Treuhandsystem

223 W. H. Lawrence: New Atomic Tests Set For Eniwetok, Aim is to Learn What Building Materials and Designs Are Best to Withstand Blasts, in: The New York Times, Wednesday, March 21, 1951, S. 15.

224 Hanson W. Baldwin: Atom Tests Emphasize Stepped-Up Arms Race, New Series in Pacific Will Include First Operating Model of H-Bomb, in: The New York Times, Sunday, March 7, 1954, S. E5.

225 Mahnend hatte die New York Times bereits 3 Monate vor dem Zwischenfall die Unbekümmertheit gegenüber der zerstörerischen Wirkung von neuen Nuklearwaffen kommentiert. "Man denkt lieber in Ruhe darüber nach was in einem friedlichen Labor in Belgien oder in der Schweiz alles passieren kann, als einen Gedanken an ein paar Inseln im weit entfernten Pazifik zu verschwenden, die im Schlamm versinken." Ed.: The Big Bang, in: The New York Times, Sunday, January 10, 1954, S. 8B.

226 William J. Alexander: The destruction of paradise, America's legacy in Micronesia, in: The Progressive, Vol. 43, February 1979, S. 45. Siehe auch: (ap ): 264 Exposed to Atom Radiation After Nuclear Blast in Pacific, in: The New York Times, Friday, March 12, 1954, S. 1 + S. 3.

227 Fishermen Burned in Bikini Test Blast, in: NYT, March 16, 1954, S. 19.

228 American On Atoll to Rebut Atom Risk, in: The New York Times, Thursday, July 2, 1959, S.6.

229 India Urges Test Ban, Requests U.S. to Discontinue Atom Blasts in Pacific, in: The New York Times, Thursday, June 26, 1958, S. 5.

230 Soviet Demands U.N. Halt U.S. Atom Test, in: The New York Times , Wednesday, June 25, 1958, S. 12. Siehe auch: Soviet Protests U.S. Atom Tests, Note says Proposed Trials in the Pacific Violate U.N. Trusteeship System, in: The New York Times, Saturday, April 21, 1956, S. 2.

231 Communication from Mr. Robert W. Gilmore, Mr. Norman Thomas and Mr. Trevor Thomas concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, Twenty-second session, T/1384, 18 June 1958, S. 2.

232 John Finney: AEC Shuts Zone In Pacific to Bar A-Bomb Protests, Decrees U.S. Citizens Must Shun Area or Face Jail - 4 Sailing to Eniwetok, in: The New York Times, Saturday, April 12, 1958, S. 3.

233 Finney, AEC Shuts Zone in Pacific to Bar A-Bomb Protests, NYT, April 12, S. 1. Vergleiche: 4 Pacifists Seized At Sea Off Hawaii, in: The New York Times, Friday, May 2, 1958, S. 1. Siehe auch Kapitel 4.4. Zur Rolle der Sowjetunion.

234 Walter Pincus: Missile-Age Stonehenge, Visiting Kwajalein, in: The New Republic, Vol. 172, May 10, 1975, S. 12. Siehe auch: Connolly; Shapiro, Micronesia, Staging Area Imperialism, S. 332.

235 Alexander, The destruction of paradise, S. 46. Siehe auch: Kapitel 4.3.3. Die Menschen in Mikro-nesien.

236 Michael Weisskopf: U.S. Wins Pact for Bases, Could Replace Facilities in the Philippines, in: The Washington Post, Saturday, January 18, 1986, S. 19.

237 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 848. Siehe auch: Robert Trumbull: Pacific Atolls Show Feisty Independence, Washington Compromised Last Week on a Missile Test Range, in: The New York Times, Sunday, October 24, 1982, IV, S. 2.

238 Murray, New Outpost of Empire, S. 461.

239 Connolly; Shapiro, Micronesia, Staging Area Imperialism, S. 333.

240 John Noble Wilford: U.S. Resettles 75 on Pacific Atoll Evacuated for Bomb Test in 40's, in: The New York Times, Monday, April 11, 1977, S. 1. Siehe auch: Peter Kiernan: Eniwetok to be returned to its original inhabitants, in: The Christian Science Monitor, Friday, July 8, 1977, S. 13.

241 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 263.

242 Communication from the Congress of the Federated States of Micronesia concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, incl. Congressional Resolution No. 1-22, CD1, UN Trusteeship Council, T/Com.10/L.266, 22 January 1980, S. 2. Siehe auch: Trumbull, Pacific Atolls Show Feisty Independence, NYT, Oct 24, 1982, IV, S. 2.

243 Letter dated 3 June 1980 from the Permanent Representative of Japan to the United Nations addressed to the President of the Trusteeship Council, concerning radioactive wastes, UN Trusteeship Council, Forty-seventh session, T/1823, 4 June 1980.

244 Ron Scherer: South Pacific Leaders to Concert on Global Warming, in: The Christian Science Monitor, Monday, July 29, 1991, S.6. Auch: Deutsche Presseagentur (dpa): Bush sagte Pazifikinseln ungef ä hrliche Chemiewaffen-Zerst ö rung zu, Quelle: dpa-Basisdienst, Hamburg, So 28.10.1990 + dpa: S ü dpazifikstaaten fordern st ä rkeren Umweltschutz, Di 30.07.1991.

245 Boyer, et.al., The Enduring Vision, S. 1050.

246 Knud Krakau: Missionsbewu ß tsein und V ö lkerrechtsdoktrin..., S. 167.

247 Hedrick Smith: Johnson Trip Cheers Islanders Under U.S. Rule, in: The New York Times, Wednesday, March 22, 1967, S. 11.

248 Robert Trumbull: Micronesia: 2,141 Islands Forgotten by U.S., in: The New York Times, Monday, October 30, 1967, S. 1.

249 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 259.

250 Trumbull, Paradise in Trust, S. 212.

251 A. M. Rosenthal: U.S. Gives Hope to Pacific Isles, Aims to End Neglect of Trust Lands and Create New Era, in: The New York Times , Monday, February 12, 1962, S. 14.

252 Rosenthal, U.S. Gives Hope to Pacific Isles, NYT, Feb 12, 1962, S. 1. 253 Stern, Uncivil War Afflicts the Peace Corps, S. 16.

254 U.S. Navy Department: Trust Territory of the Pacific Islands, (OPNAV-P22-100E), Washington, D.C., July 1948, S. 109.

255 Petition from the People of Ngardmau and Ngaremlengui Municipalities concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Pet.10/39, 25 January 1968, S. 1.

0 Stephen Connolly; Peter Shapiro: Micronesia, Staging Area Imperialism, in: The Nation, Vol. 213, October 11, 1971, S. 331. In einem Leserbrief an die New York Times erklärte der Ingenieur Charles Freedman, der als Peace Corps Freiwilliger auf den westlichen Karolineninseln arbeite: "Es gibt gar keinen dichten Dschungel auf Palau. Jedenfalls nichts, was die Realität in Viet Nam besser simulieren könnte, als die Sümpfe in Florida. Warum gibt die Militärführung nicht zu, dass es ihr nur um eine Einsatzbasis geht, die sie auch nach dem Krieg noch benutzen kann?" Siehe: Charles Freed-man: U.S. on Pacific Island, in: The New York Times, Sunday, May 4, 1969, IV, S. 15.

1 Communication from the 1969 Palau Legislature concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, 1969 Palau Legislature, UN Trusteeship Council, T/Com.10/L. 15, 7 March 1969, S. 2-3.

2 Stern, Confronting the Pentagon in Micronesia, S. 15. Siehe auch: Robert Trumbull: U.S. Lawyers for Micronesians Stir Up Officials, in: The New York Times, Sunday, September 16, 1973, S. 16.

3 Stern, Uncivil War Afflicts the Peace Corps, S. 15.

4 (ap): Pacific Isles Aided By 2 New Statutes, in: The New York Times, Tuesday, August 25, 1964, S. 13.

5 Ron Scherer: Volunteer Groups in `Paradise', in: The Christian Science Monitor, Wednesday, September 18, 1991, S. 11.

6 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 256.

7 Robert Trumbull: Pacific Territory Gets a Modern Capital, Courtesy of the C.I.A., in: The New York Times, Monday, March 14, 1966, S. 5. Auch: Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 257.

8 Ed.: Bugging Our Wards, in: The New York Times, Saturday, December 25, 1976, S. 12.

9 Bob Woodward: CIA Bugging Micronesian Negotiations, State Department Calls It Improper, Files an Objection, in: The Washington Post, Sunday, December 12, 1976, S. 1.

10 Anthony Marro: Senate Unit Rubuffs Carter On C.I.A. Data, It Releases Report on Clandestine Work in Micronesia Despite the Concern Voiced by President, in: The New York Times, Wednesday, May 4, 1977, S. 15. Siehe auch: (ap): Micronesia Aide Bids Ford Halt C.I.A.'s Surveillance, in: The New York Times, Wednesday, December 15, 1976, II, S. 5. Und: (ap): Senate Plans An Inquiry Into Micronesia Bugging, in: The New York Times, Thursday, December 16, 1976, S. 50.

11 Ed.: Spying on Micronesia, in: The New York Times, Sunday, May 8, 1977, S. 2.

12 Aldridge, Jaws III, S. 37.

13 Siehe auch: Kapitel 4.3.4. Der Streit um Palau.

14 Lena H. Sun: Mystery Grips Pacific Territory; Assassination, Scandal, U.S. Base Rights May Be Linked, in: The Washington Post, Sunday, November 30, 1986, S. 18. Siehe auch: Roff, Overreaching in Paradise, S. 123-125.

15 Laurie Goodstein: Independence Day for the Last Trust Territory? Pacific Island Republic of Palau Set to Vote on Controversial Self-Government Plan, in: The Washington Post, Monday, February 5, 1990, S. 17.

16 Thomas R. Adam: Our Neglected Pacific Neighbors, in: The New York Times, Sunday, February 4, 1968, IV, S. 13.

17 Ed.: A Rusty Trust, NYT, April 26, 1976, S. 26. Siehe auch: Krakau, Missionsbewu ß tsein und V ö lkerrechtsdoktrin..., S. 291.

18 Michael J. Berlin: U.S. Seeks End to Micronesia Pact; 2,141 Pacific Islands Are Last U.N. Trust Territory, in: The Washington Post, Saturday, May 17, 1986, S. 17. Siehe auch: Kunig; Rublack: Kolonisiert nach der Entkolonisierung?, S. 57.

19 Department of Information: Yearbook of the United Nations 1986, United Nations, New York, Vol. 40, 1987, S. 917.

20 Charta der Vereinten Nationen, Art. 83, S. 43.

21 Kunig, Rublack: Kolonisiert nach der Entkolonisierung?, S. 58.

22 Kunig, Rublack: Kolonisiert nach der Entkolonisierung? , S. 58. Vergleiche: Roff, Overreaching in Paradise, S. 78ff.

23 Report on the Administration of the Trust Territory of the the Pacific Islands for the Period July 1, 1951, to June 30, 1952, Office of Territories, United States Department of the Interior, Washington, D.C., United States Government Printing Office, Washington: 1953, S. III.

24 UN Visiting Mission 1950, T/897, S. 13.

25 Remembering an adopted cousin, in: Time, May 23, 1969, S. 24. Siehe auch: Trumbull , Pacific Territory Gets a Modern Capitol, NYT, March 14, 1966, S. 5.

26 Mihaly, Tremors in the Western Pacific, S. 841. Siehe auch: Charles Freedman: U.S. on Pacific Island, in: The New York Times, Sunday, May 4, 1969, IV, S. 15.

27 Rosenthal, U.S. Gives Hope to Pacific Isles, NYT, Feb 12, 1962, S. 14.

28 UN Visiting Mission 1964, T/1620, S. 26 und S. 37.

29 U.S. Plans 5-Year Project to Aid Pacific Islands, $172-Million Requested for Land Administered Under Trusteeship for U.N., in: The New York Times, Saturday, May 21, 1966, S. 11.

30 Clyde Haberman: In Micronesia, a Gnawing Doubt Amid the Palms, in: The New York Times, Monday, November 4, 1985, S. 2.

31 Trumbull, Micronesia: 2,141 Islands Forgotten by U.S., NYT, Oct 30, 1967, S. 38. Siehe auch: C. L. Sulzberger: Our Haphazard Empire, in: The New York Times, Friday, March 17, 1972, S: 41.

32 Decolonization, S. 33. Siehe auch: Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 273.

33 Pincus, Missile-Age Stonehenge, New Republic, May 10, 1975, S. 12. Siehe auch: DeVoss, Paradise with Rough Edges, Time, Jan 16, 1978, S. 30.

34 Trust Territory of the Pacific Islands, July 1, 1967 to June 30, 1968, 21st Annual Report, U.S. Department of the Interior, U.S. Government Printing Office, Washington, D.C., 1968, S. 5 und S. 244.

35 Decolonization, S. 31.

36 Report of a Staff Study Mission to Micronesia, November 4 to December 1, 1978, U.S. House of Representatives Committee on Foreign Affairs, U.S. Government Printing Office, Washington D.C., 1979, S. 4.

37 DeVoss, Paradise with Rough Edges, Time, Jan 16, 1978, S. 30. Siehe auch: Remembering an adopted cousin, in: Time, May 23, 1969, S. 24.

38 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, Nov 27, 1977, S. 58.

39 DeVoss, Paradise with Rough Edges, Time, Jan 16, 1978, S. 32.

40 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, Nov 27, 1977, S. 55. Auch: Branigin, Modern Ailments Beset Pacific Island Paradise, Washington Post, Sep 1, 1985, S. 29.

41 DeVoss, Paradise with Rough Edges, Time, Jan 16, 1978, S. 32. Vergleiche: Haberman, In Micro-nesia, A Gnawing Doubt Amid the Palms, NYT, Nov 4, 1985, S. 2. Auch: Branigin, Independence for Palau Ends U.S. Sovereignity Over Pacific Islands, Washington Post, Oct 2, 1994, S. 30.

42 William Branigin: Modern Ailments Beset Pacific Island Paradise, Letter from Palau, in: The Washington Post, Sunday, September 1, 1985, S. 33.

43 Micronesia:A U.S. Ward That Wants to Go Its Own Way, in: U.S. News, April 17, 1972, S. 82.

44 Trumbull, New Breed Taking Pacific Isles' Reins, NYT, Dec 3, 1978, S. 85. Siehe auch: Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 251.

45 Carl Skinner: Self-Government in the South Pacific, in: Foreign Affairs, Vol. 42, October 1963, S. 143.

46 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 276.

47 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, No 27, 1977, S. 64.

48 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, Nov 27, 1977, S. 66.

49 Peter J. Travers; James Gutmann: Micronesia Trusteeship: Solemn Commitments Unfulfilled, in: The New York Times, Thursday, February 8, 1979, S. 18.

50 Robert Trumbull: Micronesia Accuses Its U.S. Trustee of Decades of Neglect, in: The New York Times, Friday, December 29, 1978, S. 2.

51 Trumbull, Micronesia Accuses Its U.S. Trustee of Decades of Neglect, NYT, Dec 29, 1978, S. 2.

52 Damit konnte man auf Ebeye immer noch dreimal so viel verdienen, wie im restlichen Treuhandgebiet. Eine Tatsache, die zur viel zur Popularität der Marshall-Inseln beitrug, Mikronesier kamen aus allen Ecken der Pazifik-Inseln. Siehe: (UPI): U.S. Will Cut Use of South Seas Site, Pact Sets a 30-Year Limit on Marshalls Missile Range - $6 Million Aid Planned, in: The New York Times, Thursday, October 21, 1982, S. 13.

53 Giff Johnson: Ebeye and Kwajalein, A tale of two islands, in: The Progressive, Vol. 43, February 1979, S. 47.

54 Johnson, Ebeye and Kwajalein, S. 47.

55 Pincus, Missile-Age Stonehenge, New Republic, May 10, 1975, S. 13. Siehe auch: U.S. Plays Midwife to a Sprawling Island Nation, in: U.S. News, Aug. 7, 1978, S. 37.

56 Haberman, In Micronesia, A Gnawing Doubt Amid the Palms, NYT, Nov 4, 1985, S. 2.

57 Kunig; Rublack, Kolonisiert nach der Entkolonisierung?, S. 57.

58 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, Nov 27, 1977, S. 55.

59 Barrett, U.N. Council Votes Our Trusteeship of Pacific Islands, NYT, April 3, 1947, S.1.

60 Trumbull, Paradise in Trust, S. 92.

61 De Voss, Paradise with Rough Edges, Time, Jan 16, 1978, S. 31. Siehe auch: United States Code Annotated, Title 46: Shipping (§§ 1101 to End), West Publishing Co., St. Paul, Minn., 1975, S. 13ff.

62 Trumbull, Paradise in Trust, S. 51 + 93.

63 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYTMagazine, Nov 27, S. 61.

64 Branigin, Modern Ailments Beset Pacific Island Paradise, Washington Post, Sep 1, 1985, S. 33.

65 Robert Trumbull: U.S. Is Offering Concessions to the Micronesians' Demands for Home Rule, in: The New York Times, Sunday, December 24, 1971, S. 6.

66 Trumbull, Marshall Islands Press U.S. on Self-Rule Pact, NYT, July 19, 1981, S. 7.

67 Wind Shifts in the Pacific, Time, Jan 16, 1978, S. 29. Siehe auch: Robert Trumbull: Pacific Atolls Show Feisty Independence, Washington Compromised Last Week on a Missile Test Range, in: The New York Times, Sunday, October 24, 1982, IV, S. 2.

68 Communication from Senator Joshua Koshiba, Chairman, Senate Committee on Foreign Affairs, First Olbiil Era Kelulau (Palau Congress), concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Com.10/K.334, 6 May 1983, S. 2.

69 Leslie H. Gels: Legislative Changes Jeopardize Micronesian Pact, in: The New York Times, Thursday, August 8, 1985, S. 6.

70 C. L. Sulzberger: Kindness and Benefit To All, in: The New York Times, Sunday, July 22, 1973, IV, S. 1.

71 Sulzberger, Kindness and Benefit To All, NYT, July 22, 1973, IV, S. 1. Eine UN-Mission, die Kili 1953 ursprünglich besuchen wollte, wurde ebenfalls von einem Sturm daran gehindert. Siehe: UN Visiting Mission 1953, T/1055, S. 52. Vergleiche: UN-Visiting Mission 1959, T/1447, S. 16. Siehe auch: Petition from Mr. Todd Jenkins concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Pet.10/40, 29 February 1968, S. 2-4.

72 Examination of the Annual Report on the Administration of the Trust Territory of the Pacific Islands, year ended 30 June 1954, Note by the Secretary General, UN Trusteeship Council, Sixteenth session, T/11179, 9. June 1955, S. 2. Siehe auch: UN Visiting Mission, T/1447, S. 18.

73 Islanders Recover From Fall-Out But Suffer Emotional Distress, U.N. Group Finds Rongelap Peo-ple Are Apprehensive About Food and Water, in: The New York Times, Friday, May 22, 1959, S. 6.

74 (ap): 9 Return to Bikini; Will Tell the Others `It's Not the Same', in: The New York Times, Wednesday, September 4, 1968, S. 13. Siehe auch (ap): Bikinians May Move for the Third Time, NYT, April 1, 1979, S. 47.

75 Communication from the Micronesian Legal Services corporation concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Com.10/L.128, 21 May 1974, S. 1-4.

76 Trumbull, Pacific Islanders Often Go Hungry, NYT, Oct 31, 1967, S. 13.

77 Robert Trumbull: Emergency Food Aid Follows Displaced Micronesians' Sit-In, Natives of Eniwetok, Moved for Atom Tests, Protest Small Atoll as Home, in: The New York Times, Tuesday, December 12, 1967, S. 6. Siehe auch: Wilford , U.S. Resettles 75 on a Pacific Atoll Evacuated for Bomb Tests in 40's, NYT, April 11, 1977, S. 8.

78 U.S. Would Avoid `Wards' in Pacific, Official Explains in U.N. Policy of Limiting Economic Help for Marshall Islanders, in: The New York Times, Wednesday, July 14, 1954, S. 6. Wie sich ein paar Jahre später herausstellte, gab es bis in die sechziger Jahre hinein gar keine Entwicklungshilfe im herkömmlichen Sinne: Um Wirtschaftsprojekte zu fördern, hatte die Administration gar kein Geld. Das jährliche Budget von Midkiff (zwischen 5 und 7 Millionen Dollar) diente vor allem dazu, die Angestellten der Treuhandverwaltung zu bezahlen. In: Roff, Overreaching in Paradise, S. 46.

79 Fox Butterfield: The Improbable Welfare State, The massive infusion of United States funds into Micronesia has brought problems more reminiscent of inner-city ghettos than of lush tropical islands, in: The New York Times Magazine, November 27, 1977, S. 61.

80 Robert Trumbull: Frugality of U.S. Decried in Palau, Island's Run-Down Facilities Stir Criticism - Japanese Rule Recalled Fondly, in: The New York Times, Friday, May 2, 1958, S. 8.

81 Butterfield, The Improbable Welfare State, NYT Magazine, Nov 27, 1977, S. 55.

82 Robert Trumbull: Pacific Islanders Sue the U.S. for $ 500 Million, in: The New York Times, Sunday, October 17, 1982, S. 7.

83 Robert Trumbull: Islanders Uprooted by A-Tests Fight Aid Cut, in: The New York Times, Thursday, September 10, 1981, S. 17. Siehe auch: Communication received from the Marshall Islands Nitijela concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Com.10/L.46, 15 April 1970 + Communication from the Marshall Islands Nitijela concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, concerning Bikini Atoll, UN Trusteeship Council, T/Com.10/L.256, 15 January 1980.

84 Renate von Gizycki: S ü dpazifik `85: Politische und kulturelle Aufgaben, in: Vereinte Nationen, 2/85, S. 48.

85 Trumbull, U.S. Ties With Micronesia Strained, NYT, Aug 23, 1970, S. 14.

86 Ed.: Who Teaches Whom? In: The New York Times, Sunday, June 25, 1961, IV, S. 8.

87 (ap): U.S. and Palau Sign Nuclear Transit Accord, in: The New York Times, Saturday, July 2, 1983, S. 4.

88 (ap): Vote Puts the Future of Pacific Isles in Doubt, in: The New York Times, Sunday, February 13, 1983, S. 15.

89 Auszüge der Verfassung Palaus liegen der Arbeit bei.

90 Petition from Erika Rathgeber, President, Women's International League for Peace and Freedom, concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council, T/Pet.10/160, 4 June 1980. Siehe auch: Roff, Overreaching in Paradise, S. 106.

91 Robert C. Aldridge: Jaws III, The Pentagon sinks its teeth into the South Sea islands, in: The Progressive, May 1982, S. 36.

92 Ellen Stein: Trouble in Palau, Can the Island Stay Nuke Free?, in: The Nation, Vol. 241, December 21, 1985, S. 680.

93 Aldridge, Jaws III, S. 35.

94 Roff, Overreaching in Paradise, S. 111.

95 Roff, Overreaching in Paradise. S. 113.

96 Roff, Overreaching in Paradise, S. 115.

97 Roff, Overreaching in Paradise, S. 120ff.

98 Stein, Trouble in Palau, S. 682.

99 Haberman, Amid Pacific Coral Reefs, Assassination Mystery, NYT, Nov 11, 1985, S. 2.

100 (ap): Pacific Isle Blocks Nuclear Accord With U.S., in: The New York Times, Thursday, September 18, 1986, S. 21.

101 Pacific Isle Blocks Nuclear Accord With U.S., NYT, Sep 18, 1986, S. 21.

102 Roff, Overreaching in Paradise, S. 145 und S. 147.

103 Roff, Overreaching in Paradise, S. 162.

104 Esther Iverem: Vote to End Pacific Islands' Ban on Nuclear Weapons Is Challenged, in: The New York Times, Tuesday, October 13, 1987, S. 19.

105 Trusteeship Council recommends early approval of Compact for Palau, in: UN Chronicle, New York, September 1988, S. 49.

106 Roff, Overreaching in Paradise, S. 168.

107 Roff, Overreaching in Paradise, S. 174.

108 Trusteeship Council recommends early approval of Compact for Palau, in: UN Chronicle, September 1988, S. 51.

109 (ap): Palau Voters Seen Defeating U.S. `Compact', in: The Washington Post, Thursday, February 8, 1990, S. 17.

110 UN Visiting Mission 1993, T/1978, S. 4. Siehe auch: Trusteeship Council mission to observe eighth plebiscite in Palau, in: UN Chronicle, September 1993, S. 52.

111 Roff, Overreaching in Paradise, S. 10.

112 Kolko, The Politics of War, S. 589. Siehe auch: Baldwin, U.S. Trustee Position, NYT, Jan 28, 1946, S. 2.

113 Kolko, The Politics of War, S. 590.

114 Kolko, The Politics of War, S. 591.

115 Wolfrum, Handbuch der Vereinten Nationen, S. 864.

116 Trustee Body Bars Moves For Natives, in: The New York Times, Wednesday, February 2, 1949, S. 8.

117 Wider Role is Urged For Trust People, in: The New York Times, Tuesday, February 1, 1949, S. 18.

118 Max Frankel: Soviet Rejects Bid To U.S. Bomb Test, in: The New York Times, Friday, May 9, 1958, S. 1.

119 Chou Asks U.S. Peace Pact; Seeks a Non-Nuclear Zone, in: The New York Times, August 2, 1960, S. 1. Siehe auch: Frankel, Soviet Rejects Bid To U.S. Bomb Test, NYT, May 9, 1958, S. 3.

120 Soviet Urges Arbitration Of Kwajalein Claim Issue, in: The New York Times, Saturday, June 9, 1962, S. 8.

121 Russians Call on U.S. to Set U.N. Deadline on Pacific Isles, in: The New York Times, Friday, July 1, 1966, S. 14.

122 Condition in the Trust Territory of the Pacific Islands, Oberservations of members of the Trusteeship Council representing their individual opinion only, UN Trusteeship Council, Thirty-sixth session, T/L 1151, 28 July 1969, S. 3.

123 Harold Karan Jacobson: The USSR and the UN's Economic and Social Activities, University of Notre Dame Press (UNDP), Indiana, 1963, S. 146 und S. 148.

124 Alvin Z. Rubinstein: The Soviets in International Organizations, Changing Policy Toward Developing Countries, 1953-1963, Princeton University Press, New Jersey, 1964, S. 119.

125 Rubinstein, The Soviets in International Organizations, S. 115.

126 Scherer, Tough Choices Ahead for Land Of Coconuts..., CSM, Sept 18, 1991, S. 11.

127 Osmund: Nationhood: Palau enters a brave new world, CSM, Oct 12, 1994, S. 14.

128 Osmund: Nationhood: Palau enters a brave new world, CSM, Oct 12, 1994, S. 14. Siehe auch: Ron Scherer: In the South Pacific, Tiny Palau Becomes World's Latest Nation, in: The Christion Science Monitor, Thursday, December 22, 1994, S. 7.

129 Nuscheler, Die Entkolonisierungsbilanz der Vereinten Nationen, S. 198.

130 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 283.

131 Trumbull, Paradise in Trust, S. 103.

132 Trumbull, Paradise in Trust, S. 49.

133 Roff, Overreaching in Paradise, S. 177.

134 Trumbull, Paradise in Trust, S. 52.

135 Trumbull, Tin Roofs and Palm Trees, S. 251.

136 Willard Price: America's Paradise Lost, The John Day Company, New York, 1966, S. 208.

137 Trumbull, Paradise in Trust, S. 153.

138 Trumbull, Paradise in Trust, S. 212-214.

139 US to Expand Aid in Pacific Territory, NYT, March 30, 1963, S. 1.

140 Petition from Marshall Islands Nitijela concerning the Trust Territory of the Pacific Islands, UN Trusteeship Council,T/Pet.10/46, 19 February 1969, S. 6.

141 Roff, Overreaching in Paradise, S. 186.

142 Trumbull, Pacific Islanders Sue the U.S. for $500 Million, NYT, Oct 17, 1982, S. 7.

143 Charta der Vereinten Nationen, Art.73, Abs.1a, S.38. Siehe auch: Krakau, Missionsbewu ß tsein und V ö lkerrechtsdoktrin..., S. 512.

144 Michael R. Gordon: U.S. Protests Test of Soviet Missiles North of Hawaii, Unarmed Warheads Sent Out Over the Pacific Hit Water 600 Miles Off Islands, in: The New York Times, Friday, October 2, 1987, S. 1.

145 Krakau, Missionsbewu ß tsein und V ö lkerrechtsdoktrin..., S. 509.

146 Yehuda Z. Blum: Eroding the United Nations Charter, Martinus Nijhoff Publishers, Dordrecht, The Netherlands, 1993, S. 236.

147 Blum, Eroding the United Nations, S. 235.

148 Richard D. Lyons: Work Ended, Trusteeship Council Resists U.N. Ax For Now, in: The New York Times International, Sunday, November 6, 1994, S. 11.

149 Lyons, Work Ended, Trusteeship Council Resists U.N. Ax for Now, NYT, Nov 6, 1994, S. 11.

150 Interview mit Jaime Rubin, geführt am 3. November 1994 für CNN. Transkription liegt der Arbeit als Anlage bei.

151 Roland Heine: Sinnkrise eines Pr ü gelknaben, Hoffnung auf Neubeginn der Weltorganisation blieb unerf ü llt/Nationale Egoismen dominieren, in: Berliner Zeitung, Montag, 26. Juni 1995, S. 2. Siehe auch: Blum, Eroding the United Nations, S. 237.

Details

Seiten
206
Jahr
1995
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v95177
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Schlagworte
Treuhandgebiet Rolle Treuhandrat Vereinten Nationen

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Titel: Das strategische Treuhandgebiet `Pazifik-Inseln` und die Rolle der USA im Treuhandrat der Vereinten Nationen