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Geschichtsheft 2. Halbjahr der Klasse 11

Referat / Aufsatz (Schule) 1998 16 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Das Schicksal der Juden im Mittelalter

Das Schicksal der Juden im Mittelalter Ab dem Zeitpunkt, ab dem die Juden aus Palästina vertrieben und über alle Mittelmeerländer zerstreut worden waren, begann eine fast zwei Jahrtausende anhaltende Leidensgeschichte des jüdischen Volkes. Abgesehen von einigen Herrschern (Caracalla, Elagabal) waren die meisten den Juden gegenüber feindlich eingestellt. Während der Völkerwanderung blieb nur Italien und andere Germanenreiche für die Juden eine Insel der Ruhe. Unter dem oströmischen Kaiser Justinian nahm die Judenverfolgung im 6. Jahrhundert deutlich zu, da der Katholizismus die führende Religion im Europa wurde. Auf der iberischen Halbinsel konnten sich die Juden jedoch entfalten. Auch Karl der Große und seine Nachfolger setzten sich sehr stark für die Juden ein. So lebten die Juden bis zu den ersten Kreuzzügen in Deutschland, Frankreich und Spanien unangefochten und durften sogar hohe Staatsämter bekleiden. Ab 1100 änderte sich die Situation. Die Juden waren die ersten Opfer der Kreuzfahrer. Unter Papst Innozenz III. verschärfte sich die Lage nochmals: Juden wurden isoliert, durften keine christlichen Berufe ausüben, und mußten sich mit auffälliger Kleidung von anderen unterscheiden. Schließlich war es ihnen nur mehr erlaubt, die Tätigkeit des Zinsnehmens auszuüben, was sie wiederum unbeliebt bei der Bevölkerung machte. Der Haß auf die Juden war so stark, daß man sogar die Pest, die rund um 1350 in Europa grassierte, auf die Juden schob. So wurden die Juden teils aus wirtschaftlichen Gründen (Konkurrenz wegen ihres Vermögens), teils aus religiösen Gründen des Landes vertrieben und viele flüchteten deshalb nach Osteuropa und Nordafrika. Selbst die Reformation brachte keinerlei Besserung für das Judentum. Während der Gegenreformation mußten die Juden - getrennt von den Christen - in Ghettos leben, die sie nur zu bestimmten Zeiten verlassen durften. Die Emanzipation der Juden begann meist im 18. Jahrhundert (in manchen Staaten schon im 17. Jh.), in Rußland endete die Judenverfolgung erst im 20. Jahrhundert.

Freiübersetzt aus dem englischen Artikel ,,THE JEWISH FATE IN MIDDLE AGE" , D. Moore 1989. Gefunden in den Internet-Archiven des ,,Jewish Com. Network" ( www.jew.com )

Blatt B1:

- griechischer Helenismus => bringt Gebiete im Orient unter griechische Herrschaft.

Thema: RENAISSANCE, HUMANISMUS (ca. 15./16. Jhrd.) Neuerungen:

- Entdeckungen (Amerikas)
- Aufgreifen antiker Kunststile
- antike Schriften und Sprachen
- Buchdruck
- Reformation, Spaltung der Kirche
- neues Weltbild (hetozentrisch)
- ,,Frühkapitalismus"

Menschenbild des Humanismus:

Der Humanismus leitet sein Meschenbild aus antiken Schriften ab. Er betrachtet den Menschen, anders als die Kirche, als unabhängiges Individuum . Die Kirche sieht den Menschen jedoch als abhängig von Gott und ihr selbst. Aufgrund dieser Meinungsunterschiede ist der Humanismus jedoch strikter Gegner der Kirche.

- Lösung aus kirchlich- religiösen Bindungen
- Mensch als Zentrum allen Geschehens
- Mensch als Individuum
- Freiheit in der Entwicklung der Persönlichkeit
- polit. Aktivität

Christoph Kolumbus und seine Entdeckungsfahrten

Im Jahre 1451 wurde Cristoforo Colombo (später bekannt als Christoph Kolumbus), der Sohn eines Wollwebers, in Genua geboren. Genua war zu dieser Zeit eine reiche Handelsstadt. Er erlernte schon sehr früh den Beruf seines Vaters, las gerne Berichte über ferne Länder und fuhr bereits mit 14 Jahren zur See. Man vermutet, daß Kolumbus den Handel mit Wolle und den Verkauf der fertigen Stoffe über den Seeweg für seinen Vater abwickelte. Auf diesen Fahrten, die ihn nach Griechenland und in den Golf von Tunis führten, erlangte Kolumbus seine ersten seemännischen Fähigkeiten. Bei einer Handelsexpedition, die Kolumbus nach England bringen sollte, wurde diese von einer französischen Korsarenflotte angegriffen. Nach erbitterten Kämpfen gelangte Kolumbus als Schiffbrüchiger an die Küste von Lagos und ging von dort aus das erste Mal zur portugiesischen Hauptstadt Lissabon.

Kolumbus verließ Lissabon auf einem englischen Schiff, das nach Irland fuhr und beschloß bei seiner Rückkehr, seinen Wohnsitz nach Lissabon zu verlegen. Die portugiesische Hauptstadt war zu dieser Zeit die größte Seemacht der Welt, und viele Kaufleute hatten sich hier angesiedelt, um Handel zu treiben. 1479 heiratete Kolumbus Felipa Moniz Perestrello, die ihn in den Adel einführte. Das Paar siedelte vorübergehend nach Porto Santo um, wo Kolumbus' erster Sohn Diego geboren wurde.

Der portugiesische König Johann I. hatte beschlossen, die afrikanische Küste für den europäischen Handel zu erschließen, und sein Sohn Heinrich der Seefahrer wollte einen sicheren Handelsweg entlang der Küste Afrikas nach Indien und China finden. Es enstand ein immer größerer Handel. Viele Angehörige des herrschenden Adels begehrten Kostbarkeiten wie Gewürze, Duftstoffe und Textilien, die jedoch aus Indien kamen. Aber auch die Suche nach Gold war in den Königshäusern von größter Bedeutung. Zu dieser Zeit wurde der Handel, wie seit Jahrhunderten schon, über die Seidenstraße, hauptsächlich über Land also, abgewickelt. Diese Strecke war jedoch gefährlich, und die Waren verteuerten sich durch den Zwischenhandel und die Eroberung von Konstantinopel durch die Türken. Es entstand der Wunsch der Handelshäuser, einen möglichst direkten Weg in den Fernen Osten zu finden, um einen sicheren und günstigen Warenaustausch zu ermöglichen. Die Portugiesen, die ja seit einiger Zeit schon mit Gold, Gewürzen und Sklaven Handel trieben, erkundeten auch weiter den Weg Richtung Indien.

Kolumbus verfolgte diese Reisebeschreibungen und die Berichte der Gelehrten sehr genau. Auch sein Bruder Bartolomeo Colombo war inzwischen nach Lissabon gezogen, um dort ein Geschäft als Kartenzeichner zu eröffnen. Kolumbus selbst setzte seine Handelsreisen nach England und Irland fort. Auf diesen Fahrten meinte er fremdländische Leute gesehen zu haben, die nach seiner Meinung nur aus Indien stammen konnten. Nachdem in Kolumbus die Vorstellung gereift war, daß man, nach Westen segelnd, direkt in jene wunderbaren Reiche im Osten gelangen könne, versuchte er, seine Ansicht durch Wissenschaftler zu bestätigen. Er wandte sich an den Florenzer Wissenschaftler Paolo del Pozzo Toscanelli, der ihm seine Vermutungen bestätigte, daß im Osten Land wäre, was auch nicht allzuweit entfernt sein könne.

Im Jahre 1484 empfing der portugiesische König Johann II. Kolumbus, der so dem König seinen Plan einer Westreise zur Entdeckung von Indien vorlegen konnte. Nachdem der König die Unterlagen durch seine Gelehrten hatte prüfen lassen, lehnte er Kolumbus' Plan als leeres Gerede und Geschwätz ab.

Kolumbus verließ Lissabon und erreichte den spanischen Hafen Palos. Er versuchte weiter, Geld für sein Vorhaben aufzutreiben. Durch befreundete Pater und Grafen wurde er an das spanische Königshaus geladen. Dort versuchte er, das spanische Königspaar für seine Forschungsreise zu gewinnen. Doch da sich Spanien zu dieser Zeit im Krieg befand, mußte auch das spanische Königshaus seine Wünsche erst einmal ablehnen. Nach langer Zeit des Wartens durfte Kolumbus doch noch einmal mit dem Königspaar von Spanien über seine Reise verhandeln. Er stellte seine Forderungen, wie z.B. ihm den Adelstitel "Don" zu verleihen, den Rang eines Admirals und eine hohe Gewinnbeteiligung aller Einkünfte in dem Land, welches er entdecken wollte. Der König war über so hohe Forderungen entsetzt. Doch als durch die Übergabe Grenadas 1492 die Lösung des spanisch- maurischen Konfliktes erreicht war, stimmte das die Königsfamilie zugunsten von Kolumbus um.

Am 17. April 1492 billigte das Königshaus die Finanzierung des Unternehmens und alle Forderungen von Kolumbus. Man stattete ihn mit Beglaubigungsschreiben und Schriftstücken aus, die ihm zu Schiffen, Verpflegung und Mannschaften verhelfen sollten. In Palos wurden Kriminelle und Strauchdiebe, denen man Straffreiheit versprach, als Mannschaft angeheuert. Aber auch wagemutige und draufgängerische Privatleute, die sich einen hohen Gewinn von der Reise versprachen, konnten angeworben werden.

Als Flaggschiff charterte Kolumbus die Karavelle "Santa Maria". Zusätzlich wurden ihm die beiden Schiffe "Pinta" und "Nina" zur Verfügung gestellt. Nachdem die 90-köpfige Mannschaft, die Verpflegung und die Schiffe richtig ausgestattet waren, lichtete die kleine Flotte am 3. August 1492 die Anker und verließ den Hafen von Palos. Das Ziel der drei Schiffe waren zunächst die Kanarischen Inseln, um die Seetüchtigkeit der Schiffe zu prüfen und dort nochmals frische Vorräte aufzufüllen. Bei der Überfahrt sprang bei der "Pinta" das Steuerruder aus der Halterung. Die Reparatur der "Pinta" und die Erneuerung der Takelage der "Nina" dauerten einen Monat. Kolumbus stach mit seiner Flotte am 6. September 1492 in See. Als das Land außer Sicht der Mannschaft kam, begann diese, aus Angst vor dem Ungewissen unruhig zu werden. Doch der Admiral sprach ihnen Trost zu, und bei gutem Wetter und gleichbleibendem Wind kamen sie gut voran. Als die Flotte immer weiter nach Westen vordrang, begannen die Männer, sich zu beklagen. Seit vier Wochen waren sie nun auf See, und die Stimmung sank von Tag zu Tag. Das Auftauchen von Seevögeln und im Wasser treibendem Holz deutete schließlich auf Land ganz in der Nähe.

Kolumbus ließ die Schiffe auch in der Nacht unter vollen Segeln fahren. Er erinnerte seine Mannschaft an das Versprechen des Königs, demjenigen, der das erste Mal Land sah, eine jährliche Rente von 10.000,-- Maravedis zu zahlen.

Am 12. Oktober 1492 gegen 2.00 Uhr morgens wurde von der "Pinta" ein Kanonenschuß abgegeben, der die Nachricht verbreiten sollte, daß Land in Sicht sei. Kolumbus ließ die Segel streichen und wartete auf den Sonnenaufgang. In seinem Logbuch notierte er, daß er selbst derjenige gewesen sei, der zuerst das Land gesichtet habe. Er offenbarte in diesem Fall ein so egoistisches Verhalten, daß er jenem Matrosen der "Pinta" das Recht auf die Belohnung aberkannte und für sich selbst in Anspruch nahm.

Am Morgen des 12. Oktober ging der Admiral an Land, setzte die königliche Fahne und nahm unter Zeugen das Land offiziell für Spanien in Besitz.

Kolumbus hatte die Insel San Salvador, von den Eingeborenen Guanahani genannt, erreicht. Die Inselbewohner, es waren Tainos, traten neugierig näher, und der Admiral, der sich in der Nähe Indiens glaubte, schrieb in sein Logbuch: "Die Indianer sind freundlich. Ich glaube, daß sie leicht zum Christentum übertreten können. Ihr Land ist zauberhaft, doch wo ist das Gold, und wo ist der Großkhan?"

Er verständigte sich durch Gesten mit den Eingeborenen und erfuhr, daß es noch weiteres Land in der Nähe gab. Deshalb fuhr er bereits zwei Tage später weiter. Die drei Segelschiffe entdeckten noch weitere kleinere Inseln, bevor sie Kuba erreichten. Kolumbus taufte diese Insel zu Ehren des Thronerben von Kastillien und Aragon auf den Namen "Juana". Sein wichtigstes Ziel bestand darin, die von Marco Polo beschriebenen Schätze Chinas zu finden, die seinem Rang als Vizekönig Indiens erst das nötige Gewicht verleihen würden. Er erkundete das Inland von Kuba und begann mit den Indianern Tauschgeschäfte. Sie tauschten die aus Gold hergestellten kleinen Schmuckstücke gegen die von den Spaniern mitgebrachten Glasperlen und kleinen Bronzeglöckchen. Der gesamte weitere Verlauf der ersten Amerikafahrt war durch die Suche nach Gold bestimmt.

Der Kapitän der "Pinta" widersetzte sich den Befehlen Kolumbus' und ging selbständig auf weitere Erkundungsfahrten. Die "Santa Maria" und die "Nina" segelten nun alleine weiter, immer noch in der Hoffnung, auf große Goldvorkommen zu stoßen. Kolumbus begann, Pläne für die Kolonialisierung zu entwickeln und landete auf Hispaniola, dem heutigen Haiti. Im Kontakt mit der Bevölkerung dieser Insel stellte sich schnell heraus, daß sie mehr Gold besaßen, als dies auf den anderen Inseln der Fall gewesen war. Kolumbus folgte einer Einladung, das Weihnachtsfest gemeinsam mit den Indianern zu feiern, als sein Schiff, die "Santa Maria", auf eine Sandbank lief und trotz Gewichtsverminderung und Hilfe der Indianer nicht mehr freizubekommen war. Kolumbus ließ alle Waren auf die "Nina" umladen. Aus dem Wrack der "Santa Maria" ließ er die erste Siedlung mit dem Namen "Villa de la Navidad" bauen. Die Gastfreundschaft der Eingeborenen mit dem Namen Guacanagaris ging soweit, daß Kolumbus immer neue Goldgeschenke überreicht bekam.

Zu Beginn des neuen Jahres konnte die "Nina" endlich die Heimreise antreten. In LaNavidad wurden etwa 40 Männer zurückgelassen. Unter ihnen waren angesehene Kaufleute, aber auch Handwerker, die für den Aufbau einer Siedlung wichtig waren. Nachdem die "Nina" mit dem nötigen Proviant ausgestattet war, und auch die "Pinta" wieder zurückgekehrt war, stach der Admiral am 4. Januar 1493 in See.

Vor ihrer Abreise hatte es noch einen unschönen Vorfall gegeben. Einige Indianer waren gekommen und hatten die Besatzung der Schiffe angegriffen, doch die Matrosen konnten sie in die Flucht schlagen. Kolumbus war froh, daß die Inselbewohner von den Christen eingeschüchtert wurden.

Am 16. Januar begann die Rückreise. Der Admiral wählte einen Kurs nördlich der Passatwindzone. Bis zum 12. Februar, als sie sich südlich der Azoren befanden, war das Meer ruhig. Doch dann ging ein heftiger Sturmwind los, der die beiden Schiffe trennen sollte. Alles schien verloren. Kolumbus schrieb in aller Eile das Wichtigste über seine Entdeckungsfahrt auf, verstaute die Papiere in einem Faß und warf dieses über Bord. Am Abend des 15. Februar 1493 begann der Sturm, sich zu legen, und bald darauf konnte die "Nina" auf einer Azoreninsel vor Anker gehen. Ein Teil der Besatzung wurde gleich an Land von den Potugiesen gefangen genommen. Kolumbus berief sich auf seinen Rang als Admiral und Vizekönig der Indischen Lande und schaffte es, seine Leute wieder freizubekommen. Am 24. Februar konnte die Heimreise fortgesetzt werden. Die "Nina" geriet nochmals in ein schreckliches Unwetter und war gezwungen, am 4. März im Hafen von Lissabon Schutz zu suchen.

Nach einer Audienz beim portugiesischem König durfte Kolumbus die letzte Etappe, den Hafen von Palos ansteuern. Am 15. März, nur einige Stunden vor der "Pinta", legte Kolumbus im Hafen von Palos an.

Man überreichte Kolumbus eine Einladung des Königpaares. Mit einem farbenprächtigen Zug aus Indianern, Matrosen mit fremdländischen Pflanzen, Papageien und Gold reiste Kolumbus nach Barcelona. Es wurde ihm ein feierlicher Empfang bereitet. Kolumbus erhielt einen Adelstitel, war jetzt auch offiziell der Vizekönig und Gouverneur der Inseln und schon bald bat man ihn, eine zweite Reise vorzubereiten.

Er sollte seine Entdeckungen fortsetzen, Hispaniola kolonisieren und die Indianer zum Christentum bekehren.

Die neue Flotte bestand aus 17 Schiffen, einschließlich der "Nina". Kolumbus wählte auch einige Schiffe, die für küstennahes Segeln geeignet waren. Die Mannschaft bestand diesmal aus 1200 Mann.

Nur 28 Wochen nach seiner Rückkehr nach Palos, lichteten die 17 Schiffe in der Bucht von Cadiz die Anker.

Kolumbus zweite Fahrt verlief schnell und ohne größere Vorkommnisse. Auf den Kanarischen Inseln nahmen sie noch Schweine, Schafe, Pferde und Saatgut für die neuen Kolonien an Bord. Dank des starken Windes war die Flotte bereits nach 21 Tagen am Ziel ihrer Reise. Sie entdeckten Guadelupe und andere kleinere Inseln. Dabei lernten sie auch feindlich gesinnte Inselbewohner kennen, deren Bräuche sie erschreckten und abstießen. So überfielen sich einige Stämme der Kariben gegenseitig, um die Gefangenen zu schlachten und zu essen. Auch wurden Matrosen, die an Land neues Süßwassser laden sollten, von diesen Kanibalen angegriffen. Es war der erste richtige Kampf in der Neuen Welt, und die Spanier waren erschreckt über die Feindseligkeit, die ihnen hier entgegenschlug. Kolumbus entdeckte noch einige Inseln, bevor er endlich La Navidad ansteuerte. Doch zu seinem Schrecken war das Fort niedergebrannt worden, und alle Bewohner waren tot. Untersuchungen ergaben, daß den Siedlern das ungewohnte Klima nicht bekam, die Siedler untereinander Streit bekamen und auch von Indianern angegriffen wurden. Kolumbus hielt sich nicht lange in La Navidad auf. Er beerdigte die Toten und setzte seine Suche nach den Goldminen fort.

Durch schlechtes Wetter und unzählige Riffe, die vor den Inseln im Meer versteckt lauerten, war die Flotte gezwungen, in einer schlecht geschützten Bucht zu ankern. Kolumbus gründete dort am 2. Januar 1494 das Fort Isabella. Der Vizekönig ordnete den Bau von 100 Häusern an, und in einer Behelfskapelle wurde die HeiligeMesse gelesen. Er schickte Suchtrupps los, die Insel zu erkunden und nach Gold zu suchen. Am 12. März machte sich Kolumbus mit 500 Mann selbst auf den Weg. Er überquerte das Küstengebirge und baute zwischen zwei Flüssen das nächste Fort mit dem Namen St. Thomas. Hier fanden die Spanier endlich das ersehnte Gold. Kolumbus ging nach La Isabella zurück, belud drei Schiffe mit Proviant und setzte seine Suche nach den sagenhaften Goldschätzen von Asien fort. Er war immer noch der festen Überzeugung, daß er die indische Halbinsel sichten würde. Doch entdeckte er nur zwei weitere Inseln, Jamaika und Kuba. Da Kuba einen so langen Küstenstreifen hatte, ging Kolumbus davon aus, daß er nun endgültig asiatisches Festland betreten hatte. Er ließ seinen Notar Perez de Luna eine Urkunde aufsetzen, die besagte, daß sich ihr Schiff am Ufer des asiatischen Kontinents befand. Jeder der an Bord Anwesenden mußte darauf einen Eid ablegen, sonst wurden ihm hohe Strafen angedroht.

Fünf Monate später, am 29. September 1494 kehrten die drei Karavellen nach LaIsabella zurück.

Wegen seiner Abwesenheit hatte Kolumbus seinen Bruder Diego zum Herrscher über La Isabella ernannt. Auch seinen anderen Bruder Bartolomeo hob er eigenmächtig in das Amt des Provinzgouverneurs. Dieses Amt hätte jedoch nur vom König selbst vergeben werden dürfen.

Als Kolumbus nun von seiner Entdeckungsreise von Jamaika und Kuba zurückkam, mußte er feststellen, daß die Kolonisierung recht schlecht verlaufen war. Lebensmittelknappheit, Anpassungsschwierigkeiten an das Klima, Krankheiten und Grausamkeiten gegen die Indianer - dies waren die Probleme, die nun auf ihn zukamen. Er übernahm selbst sein Amt als Vizekönig und Gouverneur in La Isabella, doch hatte er als Herrscher wenig Erfolg. Um die Ordnung auf Hispaniola wieder herzustellen, war er gezwungen, die Todesstrafe einzuführen. Er versuchte vergeblich, den Indianern das Christentum nahe zu bringen und ging dabei mit immer größer werdender Härte vor.

Anstelle von Gold schickte Kolumbus etwa 1500 Indianer zum Sklavenhandel nach Spanien. Die verbleibenden Kariben, die sich nach harten Kämpfen geschlagen geben mußten, sollten in Zukunft alle drei Monate eine bestimmte Menge Gold abliefern. Von dem Gold kam in Spanien nur ein geringer Teil an. Hauptsächlich bereicherten sich die neuen Kolonisten daran. Im Oktober 1495 traf Juan Aguado als Sonderbeauftragter des Königs ein, um gegen den Vizekönig zu ermitteln. Er befragte die kranken, enttäuschten und unzufriedenen Spanier. Kolumbus fühlte sich in seiner Ehre verletzt und beschloß, nach Spanien zurückzukehren, um vor dem König persönlich Rechenschaft abzulegen.

Am 11. Juni 1496 kehrte der verbitterte Admiral, begleitet von einigen Indianern, wenig Gold und Siedlern, die aufgegeben hatten, nach Spanien zurück. Der König von Spanien hatte trotz der Vorwürfe das Vertrauen zu Kolumbus nicht verloren. Er bestätigte die Ernennung des Bruders zum Provinzgouverneur und ließ eine weitere Reise vorbereiten. Am 30. Mai 1498 begab sich Kolumbus auf seine dritte Reise, die ihn an das südamerikanische Festland führte. Er entdeckte die Lagunen des Orinoco-Deltas, Indianer anderer Kulturen, Perlen, Mangrovensümpfe und fremde Inseln. Im August, während Kolumbus sich auf dem Weg von Venezuela nach Hispaniola befand, gründete sein Bruder Bartolomeo die Stadt Santo Domingo. Er hatte in der Nähe neue Goldminen gefunden. Kolumbus hoffte nach den Anstrengungen der letzten Reise, daß er sich ausruhen und Frieden unter seinen Leuten finden könnte. Doch die Insel hatte sich zwischen den Anhängern der Familie Colombo im Süden und den aufständischen Siedlern, die von Francisco Roldan noch aufgestachelt wurden, im Westen gespalten. Es herrschten chaotische Zustände. Die Indianer wurden zur Arbeit getrieben, während die spanische Siedler sich gegen die Regierung auflehnten und sich sonst dem Müßiggang hingaben. Diese spanischen Siedler beschimpften die Familie von Kolumbus als Ausländer und beschwerten sich beim König von Spanien über die Herrschaft des Vizekönigs.

Das spanische Herrscherpaar sah sich gezwungen, einen neuen Gouverneur nach Hispaniola zu schicken, um die Vorwürfe gegen Kolumbus zu untersuchen. Der neue Gouverneur, Francicsco de Bobadilla, erreichte am 24. August 1500 Santo Domingo. Direkt am Hafen sah er einen Galgen stehen, an dem die Leichen zweier Spanier baumelten. Bobadilla war entsetzt. Er ließ die drei Brüder Colombo verhaften und schickte sie nach kurzen Befragungen der Siedler in Ketten nach Spanien zurück.

Kolumbus und seine beiden Brüder wurden am 17. Dezember 1500 vom spanischen Königspaar empfangen. Man nahm ihnen die Ketten ab, versprach ihnen Gerechtigkeit und die Beibehaltung ihrer Titel. Außerdem durften sie weiter ihre Einkünfte aus den Handelsgeschäften beziehen. Kolumbus ging an das Franziskanerkloster nach Granada. Der Admiral sollte noch eine weitere Forschungsreise im Namen des Königs unternehmen. Jedoch verbot man ihm, die Häfen von Hispaniola anzulaufen, da der König Unruhen befürchtete. Auf dieser Reise erforschte Kolumbus Mittelamerika. Nach weiteren Schicksalsschlägen und einem Jahr Zwangsaufenthalt auf Jamaika kehrte er nach Spanien zurück. Am 20. Mai 1506 starb Kolumbus in Valladolid.

Quellen:

Entdecken und Verstehen, Cornelsen Verlag/ Was ist Was, Band 5 - Entdecker und ihre Reisen, Tessloff Verlag/ Kolumbus, Lorenzo Camusso ,Moewig Verlag/ Christph Kolumbus , Andreas Venzke,rororo/ Den Osten im Westen suchen, Ernst Nöstlinger,Beltz & Gelberg (auszugsweiseübernommen)

Zusammenfassung -2- KULTURBERÜHRUNG:

(Meinung der Europäer über sich / über die Indianer)

- Europäer sehen sich als ,,Herrenrasse", alle Abweichungen sind ,,Abarten"
- keine Geduld für das Kulturverständnis
- kulturelles Unverständnis führt zu militärischem Druck der Europäer den Indianern gegenüber
- Europäer bezeichnen sich als ,,Schöpferrasse", ohne den damit verbundenen Verantwortlichkeiten gerecht zu werden
- Europäer hauen Indianer über's Ohr (nachher die Indianer auch die Europäer ..)

Lohn/Preisentwicklung:

Generell ist zu sagen, daß die Tendenz der Kaufkraft der Leute stetig fällt. Dies ist bedingt durch fallende Löhne, verursacht durch Sklavenarbeiten. Diese Sklavenarbeiten waren sehr billig, so daß immer seltener auf ausgebildete Kräfte zurückgegriffen wurde.

Bei den Kurven Preise/Edelmetalleifuhr ist auf den ersten Blick besonders auffällig, daß erst trotz steigenden Einfuhrraten auch die Preise mitsteigen.

Thema: REFORMATION

Nach den Bauernkriegen schlossen sich kath. Fürsten und Städte zusammen. Sie wollten eine strenge Durchführung des Wormser Edikts und gründeten Bündnisse. Auf der Gegenseite schlossen sich Grafen und Fürsten zu Gegenbündnissen zusammen. Alle großen Städte wurden nun reformiert, da es Unruhe gab. Es wurden neue Kirchenordnungen geschaffen, die die Bürger halbwegs bestimmten. Durch diese Ordnungen wurde die städtische Obrigkeit gestärkt, da sie aus den Kirchenordnungen Zuchtordnungen machte und kein Bischof konnte sich mehr in ihre Angelegenheiten einmischen. Dieses Vorgehen der Städte war aber nicht ungefährlich, da man sich über den Wormser Edikt drüber hinweg setzte. Auf dem Reichstag in Speyer (1526) versuchten die Reichsstände einen Kompromiß zu erzielen, obwohl der Kaiser(aus Spanien) mahnte die Regelungen von 1521 einzuhalten, bis ein Allgemeines Konzil Neuregelungen beschließt. Man vereinbarte bis zum Konzil so zu leben wie man selbst es für richtig hält. Bei den Landesfürsten ging die Reformation nicht so schnell voran. Den Anfang machten Preußen, Sachsen und Hessen. Der Pfarrer wurde aber nirgendwo frei gewählt. An der Spitze der Kirche stand der Landesherr, der erst nur als Notbischof vorgesehen war. Dieses brachte ihm mehr Macht. Auf dem 2. Reichstag zu Speyer (1529) zeigte sich aber, daß die ev. Fürsten eine kleine Minderheit bildeten. Sie protestierten gegen den Wormser Edikt (Protestanten). 1530 erschien erstmals wieder Kaiser Karl auf dem Reichstag. Die Protestanten legten ihm eine Bekenntnisschrift vor. In ihr fand man 21 Artikel des Glaubens, Abschaffung von Mißbräuchen und Änderungen im Abendmahl, Messe, Beichte und Priesterehe (ohne Papst). Die kath. legten eine Widerlegung vor. Die Mehrheit kam den Evangelisten nicht entgegen. Deshalb gründeten die protestantischen Stände ein Schutzbündnis in Schmalkalden.

Im Augsburger Religionsfrieden wurden nur die lutherischen Protestanten anerkannt. Andere radikale Veränderer versuchten durch Gewalt und vollständiger Entfernung der Altäre, Bilder usw. ihr gottgefälliges Leben einrichten. Als die Bauernaufstände niedergeschlagen waren, bekamen die Täufer großen Zulauf. Diese Wiedertäufer erkannten nur die Erwachsenentaufe an, verweigerten Kriegsdienst, Eidesleistungen und entzogen sich jedem Herrschaftsanspruch. Deshalb wurden sie verfolgt und hingerichtet. 1534 gab es aber einmal ein Täuffereich in Münster. Man führte Vielehe und Gütergemeinschaft ein. Andersdenkende wurden ausgewiesen oder hingerichtet. Als die Stadt eingenommen wurde drohte ihn ein blutiges Strafgericht. Ausgangspunkt der Täuferbewegung war Zürich. Da sie hier zur Flucht gezwungen wurden breiteten sie sich weit aus, wurden aber überall verfolgt. In Zürich wirkte zu der Zeit der Reformator Zwingli. Er vertrat in der Abendmahlslehre und in der Bilderfrage eine völlig andere Ansicht als Luther. Außerdem wollte er die Politik demokratisch mitgestalten. Viele Städte wurden reformiert. Es drohte eine Spaltung. Deswegen lud der Landgraf von Hessen Luther und Zwingli ein. Dieses Gespräch ergab aber keine Einigung. Im Norden hatten meist die Landesherren Einfluß auf die Reformation. Im Süden wollte man sich aber keiner Kirchenhoheit unterwerfen.

Calvin leitete die Reformation in Genf. Er mußte Frankreich fluchtartig verlassen, weil er protestantisch gesinnt war. Er ließ sich in Basel nieder und veröffentlichte eine Schrift, die ihn sofort als Reformator berühmt machte. Er war der Ansicht, daß das Schicksal des Menschen prädestiniert sei. Jeder Mensch muß aber ein gottgefälliges Leben führen. Die Calvinisten hielten sich für auserwählt. Nach dieser Ansicht versuchte er Genf zu reformieren. Er ließ alles aus der Kirche entfernen (Bilder, Altäre, Orgeln usw.) und verbot weltliches Vergnügen. 1541 führte er eine demokratische Kirchenordnung ein. Harte Strafen wurden verhängt über die, die gegen seine Lehre verstießen. Die Calvinisten waren die stärkste protestantische Gruppe neben den Lutheranern.

Schon vor Luther wollte man eine Erneuerung der kath. Kirche. Aber erst als sie nun in einer tiefen Krise steckten, wurde ein allgemeines Konzil gegründet daß 1545 in Trient zusammentrat. Wegen der Türkengefahr wurde die Kirchenversammlung für mehrere Jahre verschoben. 1563 lagen die Reformbeschlüsse fest. Dogmen wurden eingeführt, die die gleiche Autorität wie die Heilige Schrift hatte und unumstößlich war. Alle protestantischen Lehren wurden verdammt. Die Reformdekrete regelten Mißstände im Ablaßwesen und in der Ausbildung von Priestern Päpsten usw.. Das Konzil schuf ein katholisches Bekenntnis, daß der Kirche wieder Halt geben sollte. Einen Helfer fand die kath. Kirche in Ignatius von Lòyola. Er gründete 1534 in Paris einen neuen Orden. Der Papst erkannte diesen Jesuitenorden an und war froh, da er militärisch aufgebaut war und ihm bedingungslos gehorsam war. Sie wurden für die Missionierung eingesetzt. Der Orden stärkte den Katholizismus, da er den kath.

Glauben weit ausbreitete. Das Ziel der Katholiken war verlorengegangen Gebiete wiederzugewinnen. Deshalb bezeichnete man dies Erneuerungsbewegung als Gegenreformation. Besser ist aber die Bezeichnung kath. Reformation.

Quellennachweise: UNSERE GESCHICHTE , Bd. 2, Herausgeber: Diesterweg, 1987/ Kapitel 4: Trennung im Glauben, Kampf, um den Glauben: Die Reformation und ihre Folgen. GESCHICHTE UND GESCHEHEN , Herausgeber: Klett, 1995/ Kapitel: Reformation - Glaubensspaltung - Glaubenskämpfe

DEUTSCHE GESCHICHTE, Herausgeber: Buchners Kolleg Geschichte, 1998/ Kapitel 2: Die Reformation und ihre Folgen

MEINE MUTTER ... Geschichtslehrerin ..

Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521

Gegen den Ablass handelnd, schrieb Luther 1517 am 31. Oktober seine 95 Thesen. Dies hatte zu Folge, dass er vom Papst gebannt wurde. Auf dem Reichstag zu Worms sollte sich Luther rechtfertigen. Weil er sich weigerte seine Schriften zu widerrufen, wurde er geächtet (Reichsacht). Bei der Rückreise wurde er von seinem Landesherren (Kf. Friedr. D. Weise) auf die Wartburg bei Eisenach entführt. Hier übersetzte er die Bibel ins Deutsche ---) Grundlage der dt. Schrift.

Thema: Kapitalismus

I.)

- Kapitalismus dehnte sich aus
- Handel profitierte vom Zuwachs des Kapitalismus
- Finanzwesen wuchs => Kreditunternehmen ,,FUGGER"
- Kapitalismus wurde durch das Zeitalter der Entdeckungen (=> neue Absatzmärkte) vorangetrieben.
- Geographisch von Italien nach Nord-West-Europa, dann in die Niederlande.

=> auch Ober-Deutschland erlebte eine Blütezeit

II.)

- Kapitalgesellschaften traten in den Vordergrund => bevorzugte Unternehmensform
- große Überseegesellschaften in England und den Niederlanden bauten den Ostindienhandel auf
- wichtiger Schritt: Gründung der Börse in Antwerpen

III.)

- Vertiefung der Bindung Staat _ Kap. Da Finanzbedarf des Staates durch Kredite gedeckt werden mußte => gutes Geschäft da große Gewinne !

IV.)

- Wirtschaftstechnik bekam im 16. Jhrd. neue Impulse
- Calvin trieb den Kapitalismus durch seine Prädestinationslehre sowie durch ,,innerweltliche Askese" voran

Blüten und Pleiten des Kapitalismus

Zusammenfassung

In dem Zeitraum von 1600-1800 fingen die Menschen mit aktiver und passiver Kapitalbeteiligung an. Aktive Kapitalbeteiligung bedeutet: Derjenige, der sein Geld in ein Unternehmen investiert, wird dadurch Teilhaber an dem gesamten Unternehmen (sprich: Mitbesitzer von Sachwerten), und erhält als Urkunde eine "Aktie " . Passive Kapitalbeteiligung bedeutet: Derjenige, der sich ein festverzinsliches Wertpapier kauft, wird Gläubiger und Inhaber von Forderungen, ihm wird Kapital und Zins garantiert. Ohne diese beiden Formen von Kapitalbeteiligung hätte sich die industrielle Revolution (sprich: Der Industrieaufbau und die dazu notwendige Infrastruktur nicht entwickeln können.

Die ersten Aktien und Anleihen

Die erste private Kapitalgesellschaft wurde durch die " Amsterdamer Pfeffersäcke " gegründet. So wurden die holländischen Gewürzhändler genannt, die Ende des 16. Jh. damit begannen, ihre Schiffe nach Indonesien zu schicken, eben dorthin wo der Pfeffer wächst. Bald darauf schlossen sich zahlreiche Firmen dem lukrativem Gewürzhandel an und bildeten 1602 die "Vereinigte Ostindische Kompanie". Das völlig neue an dieser Vereinigung war, daß man das Betriebskapital nicht nur durch Zusammenschluß großer Firmen aufbrachte, sondern anfing, viele kostengünstige Aktien auszugeben, durch die sich auch einzelne Menschen, die nicht über die Finanzkraft einer ganzen Gesellschaft verfügten am Unternehmen beteiligen konnten. So hatte jeder kleine Kaschke, der nur ein Teil seines Geldes in Aktien investierte die Chance, großen Gewinn zu machen, hatte aber auch das Risiko, Verlust zu machen. Die Gesellschaften gaben durch die Aktien nur ein Versprechen auf Gewinnbeteiligung, sie waren jedoch nicht verpflichtet, das Geld der Aktionäre auf jeden Fall zurückzuzahlen. Die Aktien wurden an der Amsterdamer Börse, später auch an anderen Börsen gehandelt. Auch die Niederländische Regierung beteiligte sich an den Aktien, sie waren aber genausowenig an Verwaltung und Geschäftsführung der Gesellschaften beteiligt, wie jeder einzelne Bürger. In Spanien und Portugal staunte man nicht schlecht, wie diese Wirtschaftliche Privatinitiative florierte. Man hatte eine solch kapitalistische Anarchie nicht für lebensfähig gehalten.Bald darauf fing die Ostindische Handelskompanie an, selber Gewürzplantagen in Ostindien zu errichten. Um das nötige Kapital dafür zu bekommen dachte man sich wiederum einen neuen Weg aus. Man fing an, an der Börse eine Anleihe für die benötigte Summe aufzulegen, die in viele kleine Teile gestückelt war, so daß sich tausende von Sparern ein Stückchen Anleihe kaufen konnten. Sie erhielten dafür, daß sie dem Unternehmen ihr Geld liehen, regelmäßig Zinsen. Dieses System von Geldbeschaffung ist ungefähr dem System der Banken gleichzusetzen. Diese Verknüpfung von Produktion, Handel und Bank leitete die Entwicklung des Großkapitalismus ein. Dieser Großkapitalismus hatte jedoch auch seine heftigen Kinderkrankheiten. Frankreich wurde am schlimmsten davon getroffen.

Das perfekte Kreditsystem

Als König Ludwig XIV. 1715 starb, hinterließ er einen riesigen Schuldenberg von dreieinhalb Milliarden Livre. Deshalb holte er sich den Schotten John Law, der behauptete, alle Schulden über Nacht beseitigen zu können. Dieser gründete eine Bank und gab Banknoten aus, welche die neue Währung im Land darstellten. Law hatte sich vorgenommen, die französischen Besitzungen in Nordamerika wieder zur Blüte zu bringen. Er gründete eine Aktiengesellschaft, mit deren Hilfe er am Mississippi die Stadt "La Novelle Orleans" (das heutige New Orleans) errichtete und schuf dort ein großes Siedlungswerk. Dann fing er an, durch seine Mississippi-Gesellschaft Land, Kredite und laufende Unterstützungen an unternehmungslustige Franzosen zu verteilen, die dort anfingen, Kaffee, Zucker und Tabak anzubauen. Das Geschäft florierte, die Nachfrage nach Mississippi-Aktien wuchs. Law mußte weitere Aktien zu höheren Preisen (Kurswert: 110% des Nennwerts) ausgeben.Daraufhin gab Law der franz. Regierung einen Kredit von eineinhalb Milliarden Livres, jedoch in Papiergeld. Damit konnte die Regierung fast die Hälfte ihrer Schulden auf einen Schlag bezahlen.Natürlich profitierten davon auch die franz. Bürger, ihre Kaufkraft stieg und Law ermutigte sie auch noch, in seine Aktien zu investieren, was ein folgenschwerer Fehler sein sollte. Zehntausende von Franzosen wollten nun Mississippi-Aktien kaufen, vielmehr, als zur Verfügung standen. Dadurch stieg der Kurswert bis zum Januar 1720 um 3600% des Nennwerts auf 18000 Livres an.

Die nervös gewordenen Spekulanten wollten ihre Aktien natürlich nun unbedingt verkaufen, aber bei diesen schwindeligen Preisen wollte und konnte sie niemand mehr kaufen. Die Kurse brachen zusammen, jeder wollte seine Mississippi-Aktien loswerden, keiner wollte sie haben, die Leute stürmten die Law-Bank, um ihr Papiergeld in Münzen einzutauschen. Dadurch brach die Bank zusammen und bald darauf auch die Mississippi-Gesellschaft und die ganze franz. Wirtschaft.

Das perfekte Kreditsystem

In Deutschland blieb die Wirtschaftsform der Aktiengesellschaften noch fast über hundert Jahre unbekannt. Stattdessen brachte man gegen Ende des 18. Jh. den Bodenkredit zu einer Perfektion.

Durch den Krieg mit Österreich um Schlesien war Schlesien bei Kriegsende ziemlich arg mitgenommen. Viele Höfe waren zerstört worden und die Gutsbesitzer hatten kein Geld für den Wiederaufbau. Sie bekamen noch nicht einmal einen Kredit dafür. Deshalb mußte der deutsche Kaiser Friedrich der II., der Schlesien erobert hatte, für die Wiederherstellung des landschaftlichen Gebiets sorgen. Er befahl den Zusammenschluß der schlesischen Gutsbesitzer zu einer Vereinigung, die sich die "Schlesische Landschaft" nannte und die sich, falls sie Geld benötigten an die Landschaftsdirektion wenden sollten. Dort erhielten sie Pfandbriefe bis zum halben Wert ihrer Grundstücke. Diese Pfandbriefe mußte Friedrich nun natürlich erst einmal für die Summe, auf die ausgestellt verkaufen, damit sie überhaupt gedeckt waren. Dies ging ziemlich schnell, da eine ganze Gruppe von Gutsbesitzern mit ihren Ländereien für diese Papiere hafteten, was die Wertpapiere für den Käufer sicher machten. Dadurch war der erste in Deutschland organisierte Bodenkredit entstanden. Die Pfandbriefe waren so billig, daß sie sich auch weniger vermögende Bürger leisten konnten. Jene wurden in Deutschland wie bares Geld behandelt, man konnte mit ihnen unmittelbar bezahlen. 1805 waren bereits 54 Millionen Taler für Pfandbriefe ausgegeben worden, dies war für preußische Verhältnisse sehr viel. Bald darauf wurden auch in Preußen Landschaften nach dem schlesischem Vorbild gegründet. Bereits 30 Jahre später verfügte Preußen über weltgrößte Kreditsystem. Dies war eine wichtige Voraussetzung für den Städtebau des 19. Jh., der mit Beginn der Industrialisierungszeit immer notwendiger wurde. Jedoch reichte diese Entwicklung noch nicht für den städtischen Wohnungsbau aus. Die meisten Menschen waren nicht bereit, Pfandbriefe zu kaufen, die das erbauen von Wohnsiedlungen unterstützen sollten, ihnen waren die "Landschaftsinvestitionen" sicherer. Erst durch das Vorbild der Franzosen, die im Jahre 1852 damit anfingen, ihre Pfandbriefe nicht mehr konkret zu decken, d.h. sie gaben nicht konkret an, in was sie das Geld investieren würden, sie garantierten nur, das geliehene Geld mit Zinsen zurückzuzahlen). Dem Geldgeber hatte es also immer weniger zu interessieren, wofür er sein Geld anlegte und was damit geschah, für ihn war immer nur wichtig, möglichst viel Zinsen dabei herauszuschlagen.Damit trotzdem alles schön und geregelt weiterlief, schalteten sich jetzt neu gegründete Institute, die zwischen Geldgeber und Gesellschaften vermittelten, die " Banken " ein. Diese liehen sich das Geld jetzt selber, zahlten dafür regelmäßig Zinsen und versorgten gleichzeitig die Gesellschaft mit Krediten. Dadurch konnte auch der städtische Wohnungsbau finanziert werden.

Klausurthemen:

- Entdeckungen
- Wirtschaft
- Reformation
- Humanismus
- Kapitalismus

Details

Seiten
16
Jahr
1998
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v95120
Note
Schlagworte
Geschichtsheft Halbjahr Klasse

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Titel: Geschichtsheft 2. Halbjahr der Klasse 11