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Pompeji. Geschichte, Ausbruch des Vesuvs und Ausgrabungen

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 6 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

POMPEJI

1. Geschichte - 2. Ausbruch des Vesuvs - 3. Ausgrabungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Pompeji mit dem Vesuv im Hintergrund

1.

Die antike Stadt Pompeji liegt in Süditalien in der Nähe von Neapel, ca. 8 km südöstlich des Vulkans Vesuv.

Die Stadt wurde im 6. Jh. v. Chr. von den Griechen gegründet, hat aber daraufhin in wenigen Jahrhunderten mehrfach Herrschaft und Sprache gewechselt. Deshalb gilt die Stadt als Berührungspunkt von griechischer, römischer, etruskischer und samnitisch-lucanischer Kultur. Das kann man an Gemälden oder am unterschiedlichen Stil der Gebäude erkennen. Pompeji war früher eine durchaus "moderne" Stadt. Es gab dort die verschiedensten Berufe und Gewerbe (Friseur, Bäcker, Metzger). Bemerkenswert ist die Anzahl der Kneipen. Die Wasserversorgung wie die Kanalisation dürften gut funktioniert haben.

Aus all diesem lässt sich erkennen, dass Pompeji eine sehr wohlhabende Stadt war. Das kam nicht zuletzt daher, dass Pompeji den wichtigsten Hafen des ganzen Gebiets besaß, von dem aus auch die umliegenden Dörfer mit Waren versorgt wurden. Außerdem produzierte man in Pompeji selbst Wein und Öl von bester Qualität, was auf die Fruchtbarkeit der Vulkanerde zurückzuführen ist. Der Absatz war entsprechend gut.

Wegen dieses Wohlstandes wurde Pompeji auch als Villenstandort bevorzugt.

Davon findet man heute noch viele, ebenso wie Tempel. Pompeji ist übrigens auch für sehr schönen Wandmalereien und Mosaike bekannt. Das Bodenmosaik "CAVE CANEM" sei nur ein Beispiel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aber viele dieser Gebäude wurden durch ein starkes Erdbeben schon im Jahr 62 n. Chr. zerstört. Eigentlich war dieses Erdbeben ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sich der Vulkan nicht mehr ruhig verhält, sozusagen aufwacht. Diese Warnung blieb jedoch ungehört. Dazu muss ich allerdings sagen, dass der Vulkan als "erloschen" galt. Er war seit einigen Jahrhunderten nicht mehr ausgebrochen und so war sogar in Vergessenheit geraten, dass es sich beim Berg Vesuv überhaupt um einen Vulkan handelt.

2.

So brach der starke Ausbruch des Vesuvs am 24. August 79. n. Chr. also völlig unerwartet, über die blühende Stadt herein. Diese Eruption gilt übrigens als eine der schwersten Naturkatastrophen des antiken Zeitalters. Sie hat Pompeji und noch zwei weitere Städte, Herculaneum und Stabiae, vollständig mit seiner Asche und Lava begraben.

Dazu habe ich eine Skizze, damit man sich das Ausmaß dieser Katastrophe etwas besser vorstellen kann:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zahlen zum letzten Bild: Vesuv heute 1270 m hoch

Monte Somma heute 1132 m hoch

Krater des Vesuvs 300 m breit

Dieser Vulkanausbruch ist außerdem die erste dokumentierte vulkanische Katastrophe. Es gibt sogar einen Augenzeugenbericht von Plinius dem Jüngeren, von dem ich einen kurzen Ausschnitt vorlesen möchte:

"Auf der anderen Seite, eine schaurige schwarze Wolke, kreuz und quer von feurigen Schlangenlinien durchzuckt, die sich in langen Flammengarben spalteten, Blitzen ähnlich nur größer. Nicht lange danach senkte sich jene Wolke auf die Erde und bedeckte das Meer. Schon regnete es Asche, doch zunächst nur dünn. Ich schaute zurück: im Rücken drohte dichter Qualm, der uns, sich über dem Erdboden ausbreitend, wie ein Gießbach folgte. Es wurde Nacht, aber nicht wie bei mondlosem, wolkenverhangenem Himmel, sondern wie in einem geschlossenem Raum, wenn man das Licht gelöscht hat "

Wie es hier schon heißt, regnete es also (Millionen Tonnen) Asche und Vulkangestein, und zwar im Umkreis von 70 km. Dieser Steinregen dauerte 4 Tage lang an. Am Ende lag Pompeji unter einer 5-6 Meter hohen Schicht begraben.

In der Stadt brach natürlich Panik aus, da der Ausbruch ja wie gesagt völlig unerwartet kam.

- Viele wollten ihre nötigsten Sachen zusammenpacken und eilten in ihre Häuser. Doch die Häuser hielten dem Steinregen nicht stand, und stürzten ein. Im Haus des Fauns, einer der reichsten Villen der Stadt, liegt heute der Gipsabdruck einer Frau. Bei ihr wurde sehr viel Schmuck und Geld gefunden, von dem sie sich wahrscheinlich nicht trennen wollte. Doch das Haus war eingestürzt und hatte sie unter ihm begraben. Man fand in dem Lavagestein zunächst nur Hohlräume in der Form von Körpern von Menschen oder Tieren. Diese Hohlräume wurden dann von den Archäologen mit Gips ausgegossen und man erhielt nach fast 2000 Jahren die Abbilder der Unglücklichen. Auf diese Methode des Ausgießens komme ich noch später zurück.

- Einige, die sich gerade in ihren Häusern aufhielten, dachten, sie könnten sich hier vor dem Steinregen schützen. Aber wenn das Haus nicht einstürzte, erstickten die Menschen an den giftigen Gasen, die der Vulkan ausstieß. Dazu ein Bild: Der Garten der Fliehenden (13 Pompejaner)

- Man versuchte natürlich auch, sich übers Meer mit Booten zu retten. Aber auch das hatte wenig Sinn, da der Wellengang viel zu stark war. Viele Menschen wurden auch auf dem Weg zum Hafen von der Lava eingeholt.

Von den 20000 Einwohnern sind bis auf wenige alle umgekommen. Wer sich in der Stadt aufhielt, hatte so gut wie keine Chance , zu fliehen.

3.

Schon einige Tage nach dem Ausbruch versuchten einige Aufräumtrupps, die wichtigsten Dinge aus der Asche zu bergen. Da dies aber sehr riskant war, wurden diese Arbeiten bald eingestellt, und Pompeji geriet in Vergessenheit. Erst im Jahre 1754 stieß man zufällig auf Gebäude, aber erst 9 Jahre später erkannte man, dass es sich um Pompeji handelte. Man fand die Inschrift: respublica Pompeianorum.

Seitdem dauern die Ausgrabungen bis heute an.

Anfangs ging es bei diesen Ausgrabungen natürlich noch sehr unkontrolliert zu: Viele Archäologen waren nur auf Geld aus, und sobald sie ein Gebäude freigelegt hatten, wurde es ausgeplündert und danach wieder zugeschüttet. Außerdem wurde ohne jegliches System mal hier mal dort gegraben. Erst knapp 100 Jahre später kam "Ordnung" in die Ausgrabungen. Der Leiter war Guiseppe Fiorelli.

- Er grub nach einem vernünftigen System, und numerierte die Ausgrabungen, diese Numerierung gilt bis heute.
- Er dokumentierte als erster seine Ausgrabungen.
- Er entwickelte die sog. Ausgussmethode: Die Hohlräume der Körper, die sich gebildet hatten, nachdem der Körper zerfallen war, wurden mit Gips aufgefüllt. So kann man heute die genaue, letzte Körperstellung der Pompejaner erkennen wie im Garten der Fliehenden.

Heute sind etwa 3 Fünftel von Pompeji ausgegraben und erforscht. ABER: Der Zustand von Pompeji verschlechtert sich zusehends:

- 67 Hektar Fläche, 12% dürfen betreten werden
- In den 50er Jahren waren für Touristen 67 Häuser zugänglich, heute nur noch 14!

Verschiedene Gründe: - 1980 schweres Erdbeben (Vesuv !!)

- Bäume und Sträucher "fressen" sich in die Mauern.
- Touristen ( dürfen Häuser betreten)

Aber die Touristen sind nicht nur schlecht: Bisher hat Italien so gut wie nichts für die Erhaltung von Pompeji getan. Letztes Jahr durften erstmals die Einnahmen von den Touristen vollständig zur Erhaltung von Pompeji verwendet werden.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die Gefahr im Umfeld des Vesuvs keineswegs vorbei ist. Es leben immerhin noch Tausende von Menschen in seiner unmittelbaren Nähe.

Statistisch gesehen ist der Vesuv immer etwa im 30-Jahre-Rhythmus ausgebrochen. Das letzte mal 1944. Dass er schon so lange nicht mehr ausgebrochen ist, kann entweder heißen, dass seine Tätigkeit vorbei ist, aber genauso, dass eine wirklich große Eruption bevorsteht!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Haus des Fauns

Mai 1999, Miriam Durst

Details

Seiten
6
Jahr
1999
Dateigröße
938 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v95117
Note
1
Schlagworte
POMPEJI Geschichte Klasse Gymnasium)

Autor

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Titel: Pompeji. Geschichte, Ausbruch des Vesuvs und Ausgrabungen