Lade Inhalt...

Bergbau auf der iberischen Halbinsel in der römischen Kaiserzeit

Seminararbeit 2001 15 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Quellen

III Der Bergbau im Spanien der römischen Kaiserzeit
III.I Allgemeines zur Wirtschaft
III.II Geschichte des Bergbaus in Spanien
III.III Besitzverhältnisse der Bergwerke
III.IV Gold- und Silbergewinnung
III.V Zustände in den Bergwerken

IV Fazit

V Literaturverzeichnis

I Einleitung

Thema meiner Hausarbeit ist der Bergbau auf der iberischen Halbinsel während der römischen Kaiserzeit. Ich beschränke mich dabei größtenteils auf den Gold- und Silberbergbau, der stellvertretend für den gesamten Bergbau in der wichtigen Frage der Zustände der Arbeitsbedingungen ist. Unterschiede etwa bei den Besitzverhältnissen habe ich hervorgehoben und erläutert. Als Quellen dienten mir dabei Plinius, Poseidonios und Strabo (s. II Quellen). Diese Quellen sind die wichtigsten zur Geschichte des römischen Bergbaus im Spanien der Kaiserzeit und umfassen alle von mir als interessant und wichtig erachteten Bereiche.

Genau gehe ich auf die Besitzverhältnisse der spanischen Bergwerke und die Gold- bzw. Silbergewinnung ein um als letzten und wichtigsten Punkt die unsäglichen Arbeitsbedingungen in den Bergwerken zu untersuchen[1].

Meine Arbeit zeigt, dass der Abbau des Goldes und auch der anderen Erze und Metalle in der damaligen Zeit unter unmenschlichen und grausamen Zuständen und menschenunwürdigen Bedingungen stattfand; diese wurden von den antiken Autoren erstaunlicherweise nur in geringem Maße erwähnt und missbilligt.

II Quellen

Als Quellen dienen mir die Werke von Plinius (naturalis historiae), Poseidonios (historien) und Strabon (Geographika).

Plinius (23-79 n. Chr.) war ein römischer Offizier und Verwaltungsbeamter und zuletzt Flottenkommandant in Misenum. Von seinen Arbeiten auf dem Gebiet des Kriegswesens, der Geschichte, Grammatik, Rhetorik und der Naturwissenschaften ist nur seine Naturkunde (naturalis historiae) erhalten, ein Sammelwerk in 37 Büchern, das über das eigentliche Thema hinaus auch eine Darstellung der philosophischen Theorien über die Natur gibt. Der Stoff ist meist ohne eigenes Urteil, aus einer großen Zahl von werken exzerpiert.[2]

Poseidonios aus Apameia in Syrien (135-51 v.Chr.) war ein berühmter Philosoph, Naturforscher und der letzte große altgriechische Historiker. Von seinen historischen, philosophischen und naturwissenschaftlichen Werken sind nur Fragmente erhalten. Als Historiker setzte er Polybios[3] fort, behandelte die Jahre 144-85, also Roms Durchbruch zur Weltmacht. Seine Wirkung auf die spätere Zeit, vor allem die römische Philosophie der Kaiserzeit war bedeutend.[4]

Strabon war ein berühmter griechischer Geograph (64 v.Chr. – 19 n.Chr.). Sein Hauptwerk war eine Erdkunde (Geographika). Er wollte damit eine Beschreibung der gesamten Oikumene (der gesamten, bewohnten Erde) liefern. Von den beschriebenen Ländern kannte er nur wenige aus eigener Anschauung, aber alle darüber vorhandene gute geographische Literatur. Sein Buch ist zuverlässig und unschätzbar. Das Werk sollte nicht lediglich nur einzelnes Wissen vermitteln, sondern eine philosophische Anschauung.

III Der Bergbau im Spanien der römischen Kaiserzeit

III.I Allgemeines zur Wirtschaft

Grundlage sowohl der spanischen als auch der gesamten Wirtschaft im Römischen Reich während der Kaiserzeit bildete die Landwirtschaft. Von den ca. 60 Mio. Einwohnern des Römischen Reiches arbeiteten bis zu 90% auf dem Land und erwirtschafteten damit auch den größten Teil des Sozialproduktes.[5] Die Bewirtschaftung und der Ertrag des Bodens variierten je nach der klimatischen Lage und den Bodenqualitäten. Getreide galt als das wichtigste Grundnahrungsmittel. Die mediterranen Trockengebiete waren bekannt für die Produktion von Oliven, Weintrauben und Hülsenfrüchten.

Spanien wurde als ein „fruchtbares Land, das Getreide, Öl und Wein in Hülle und Fülle hervorbringt[6] beschrieben. Das bedeutendste Agrargebiet war die Baetica. Dort gab es ursprünglich ausgedehnte Wälder, die allerdings unter dem Berg- und Schiffbau litten[7]. Durch starke Abholzung gewann die Natur rund um die Bergwerke ein düsteres Aussehen. „Noch heute gibt es nichts Trostloseres als die Minengegenden von Rio Tinto und Cartagena, wo kein Baum, kein Strauch, kein Gras zu sehen ist; nur totes Land mit Schutthalden, klaffenden Schachtlöchern und rauchenden Schloten – eine infernalische Landschaft [8] “.

Allerdings war nicht ganz Spanien mit klimatischen Vorzügen bedacht. Die „ laudes[9] beziehen sich nur auf die Küstenstreifen und nicht auf das Innere des Landes. Ein großer Teil des Landes bestand aus dem Hochland, welches an der Landesproduktion nur einen geringen Anteil inne hatte: die südliche Hälfte lieferte zwar Metalle, aber ansonsten nur Korn, Öl und Wein und das bei weitem nicht in den Maßen wie die Küstengebiete. Die nördliche Hälfte hatte außer spärlichen Metallen nur Korn und Pferde, Maultiere und Schafe als erwähnenswerte Landwirtschaftsfaktoren zu bieten. Wichtigste Exportgüter waren dabei vor allem die Produkte der Bergwerke.[10]

[...]


[1] Als wichtigste Werke dienen mir hier: Blázquez Martínez, J.M.: Die iberische Halbinsel., in: Vittinghoff, F.(Ed.): Europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte der römischen Kaiserzeit, Stuttgart 1990, 510-534, de Martino, F.: Wirtschaftsgeschichte des Alten Rom (Übers. Galsterer, B.), München 1985 und Schulten, A.: Iberische Landeskunde, Baden-Baden 1974

[2] vgl. Lamer, H.: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 1995, S. 571f.

[3] Polybios (201-120 v. Chr.) wichtigstes Werk ist die Weltgeschichte in 40 Bänden. Er schrieb nicht wie die meisten seiner Vorgänger als Rhetor. Wie sein Vorbild Thukydides suchte er nach der Wahrheit; er wollte politische Einsichten vermitteln. Seine Methodik war die pragmatische Geschichtsschreibung, d.h. er ordnete die Geschehnisse nicht chronologisch, sondern nach ihrem inneren Zusammenhang. Erhalten sind nur die ersten fünf Bücher seines Werkes. (vgl. Lamer, H., S.576,f.)

[4] vgl. Lamer, H. S. 585f.

[5] Bringmann, K.: Römische Geschichte: Von den Anfängen bis zur Spätantike, München 2001

[6] Plin., nat. hist. (37,203)

[7] große Mengen Holz wurden zum Bau der Schiffe, der Konstruktion der Stollen und dem Metallguss benötigt

[8] Schulten, A.: Iberische Landeskunde, S.474

[9] Lobgesang

[10] RE (vgl. hispania S.2040f.)

Details

Seiten
15
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638161787
ISBN (Buch)
9783640788453
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9485
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Geschichtswissemschaft
Note
befriedigend
Schlagworte
Bergbau Halbinsel Kaiserzeit Seminar

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Bergbau auf der iberischen Halbinsel in der römischen Kaiserzeit