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Betrachtungen und Anmerkungen zu Pierre Bourdieus Modell des sprachlichen Markts

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 32 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Grundbegriffe der Soziologie Pierre Bourdieus
1.1 Habitus
1.2 Feld
1.3 Kapital

2 Der sprachliche Markt
2.1 Die legitime Sprache
2.2 Der Bildungsmarkt

3 In Bourdieus sprachsoziologischen Werken formulierte Kritik
3.1 Saussure und Chomsky
3.2 Kritik an Austin
3.3 Kritik am Humankapital-Konzept

4 Kritik an Bourdieu

5 Reflexion

Literaturverzeichnis

Einleitung

Am 15. März 1956 wurde in New York ein Musical von Frederick Loewe (Musik) und Alan J. Lerner (Text) uraufgeführt: My fair Lady. Es erzählt die Geschichte eines einfachen londoner Blumenmädchens, Eliza Doolittle, das der Phonetiker Professor Higgins durch seinen Sprachunterricht in eine Dame verwandeln will, was ihm schließlich auch gelingt. Auf einem Ball der „feinen Gesellschaft“ kann Eliza alle Anwesenden überzeugen und niemand bemerkt ihre Herkunft von der Straße.

Dieses Musical befasst sich mit einem Phänomen, dem sich auch der vor fünf Jahren verstorbene Soziologe, Pierre Bourdieu (1930-2002) mit seinen Arbeiten zur Sprachwissenschaft widmet. Sprache ist viel mehr als nur ein reines Kommunikationsmedium. Sprache kann ein gesellschaftlich relevantes Distinktionsmerkmal sein, sie kann über Wohlstand und Armut entscheiden und mit einem großen Machtpotential verbunden sein.

Bourdieus Forschungsinteresse richtete sich in den 1960er Jahren zunächst auf ethnologisch-empirischen Arbeiten zu bäuerlichen, von materieller und symbolischer Enteignung geprägten Bevölkerungsgruppen in der Kabylei und im Béarn. Diese Studien veranlassten ihn später zu seinen Untersuchungen mit eher kultursoziologischen Fragestellungen und seinen Studien zum (französischen) Bildungssystem. Dabei lenkte Bourdieu seinen Blick auch auf die soziologisch relevanten Dimensionen von Sprache.

In dieser Arbeit soll Bourdieus Beitrag zur sprachwissenschaftlichen Forschung betrachtet werden, vor allem sein Modell des sprachlichen Markts, das in der Soziolinguistik große Beachtung fand. Bourdieu wendet sich gegen eine Idealisierung von Sprach- und Kommunikationsbeziehungen, wie sie in der Pragmatik nach wie vor etabliert ist. Was für Bourdieu im Kontext von Sprache von zentraler Bedeutung ist - die sozialen Unterschiede zwischen den Sprechern und ihrer Sprechweise, sowie die dafür verantwortlichen gesellschaftlichen Faktoren - findet in der Pragmatik kaum Beachtung und wird in den Bereich der Soziolinguistik verwiesen. Diese Trennung ist für Bourdieu nicht aufrecht zu erhalten, da der soziale Kontext einer Sprechsituation maßgeblich Einfluss auf das Sprechen ausübt.

Im ersten Kapitel dieser Arbeit werden die Grundbegriffe der bourdieuschen Soziologie vorgestellt (Feld, Habitus, Kapital), die er auch auf Sprache anwendet. Auf dieser Basis soll das Modell des sprachlichen Markts vorgestellt werden. Das dritte Kapitel widmet sich der Kritik, die Bourdieu durch seine sprachwissenschaftlichen Arbeiten an bereits bestehenden Kommunikationsmodellen vornimmt. Es wird explizit auf die Einwände gegen die Arbeiten von Saussure, Chomsky und Austin eingegangen. Abschließend soll im fünften Kapitel die Kritik skizziert werden, die gegen das Modell des sprachlichen Markts geäußert wurde.

1 Grundbegriffe der Soziologie Pierre Bourdieus

Um die linguistischen Untersuchungen von Bourdieu erschließen zu können, muss man sich die Bedeutung seiner zentralen Begriffe wenigstens grob vergegenwärtigen. Für diese Arbeit sind vor allem der Begriff des Habitus, der des (sozialen) Feldes und die verschiedenen Kapital sorten zwischen denen Bourdieu differenziert von Bedeutung.

Im Kontext von Sprache wird der Habitus als sprachlicher Habitus und das Feld als der sprachliche Markt konkretisiert, der durch eine bestimmte Verteilung der verschiedenen Kapitalsorten (vor allem des kulturellen Kapitals) charakterisiert ist.

1.1 Habitus

Der Habitus ist ein zentraler Begriff der bourdieuschen Soziologie. Er vermittelt zwischen den objektiven gesellschaftlichen Zwängen, dem ein Subjekt ausgeliefert ist und seiner Subjektivität. Er prägt die Wahrnehmung und Bewertung des Individuums von seiner sozialen Umwelt.

„Dieser Begriff [Habitus; C.A.], der im Rahmen eines Hin- und Herwechselns zwischen verschiedenen Bereichen schrittweise ausgearbeitet wurde, erlaubte es, der in einer Krisensituation zutage tretenden Dualität zwischen den Verhaltensweisen der Akteure und den objektiven Strukturen, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen (Arbeitsmarkt, Heiratsmarkt, ect., insofern spezifische Chancen, eine wahrscheinliche Zukunft, wenn nicht gar ‚Regeln’ enthalten sind), Rechnung zu tragen. Man kann sagen, daß die Dialektik des problematischen Anpassungsverhältnisses zwischen Innen und Außen, zwischen dem Subjektiven und dem Objektiven die erste (und im eigentlichen Sinne ‚dispositionelle’ Dimension des Habitus darstellt.“ (Pinto, 1997, S. 12)

Er ist innerer (inkorporierter) Leitfaden für das eigene Handeln und damit untrennbarer Teil der Handlung selbst, da er „nicht nur eine kognitive, sondern immer auch körperliche Realität“ (Auer, 1999, S. 247) ist.

Der Habitus wird aktiv erworben, aber in der Regel ist er ein so selbstverständlicher Teil des Subjekts, dass dieses sich seiner gar nicht unmittelbar bewusst ist, weshalb Verhalten auch nur bedingt der willkürlichen Steuerung zugänglich ist. Der Habitus wird vor allem in der Kindheit stark durch das soziale Umfeld geprägt, doch stellt er kein unmittelbares Abbild der gesellschaftlichen Verhältnisse dar, dem ein Subjekt ausgesetzt ist. Bourdieu (1993, S. 127) selbst formuliert es wie folgt:

„Wie das Wort schon sagt, ist der Habitus das, was man erworben hat, was aber in Form bleibender Dispositionen dauerhaft körperliche Gestalt angenommen hat.“

Für das individuelle Sprechen ist dabei der sprachliche Habitus verantwortlich. Durch ihn vermittelt, werden die Sprechakte in der Praxis realisiert. Daraus ergibt sich, dass sie nicht (primär) auf die Kommunikationsfunktion hin optimierte Handlungen sind, sondern stets auch durch die sich im sprachlichen Habitus manifestierenden objektiven gesellschaftlichen und sozialen Zwänge geprägt werden, was allerdings in der Sprachwissenschaft oft übersehen wird.

„Pauschal definiert, unterscheidet sich der sprachliche Habitus von einer Kompetenz im Sinne Chomskys dadurch, daß er das Produkt der sozialen Verhältnisse ist und keine einfache Diskursproduktion, sondern eine der ‚Situation’ oder vielmehr einem Markt oder Feld angepaßte Diskursproduktion.“ (Bourdieu, 1993, S. 115).

1.2 Feld

Felder sind nach Bourdieu spezifische soziale Handlungsräume, die den sich dort „bewegenden“ Akteuren einen Handlungsrahmen setzen. Er benennt in seinen Arbeiten zum Beispiel das Feld des Erziehungssystems, das der Justiz oder auch das literarische Feld. Sie repräsentieren gewissermaßen die objektiven Zwänge, die den in ihnen agierenden Subjekten auferlegt sind. Die Struktur eines Feldes wird vor allem durch die spezifische Kapitalform geprägt, die in ihm die größte Wirkung entfaltet und - damit verbunden - die Akkumulationsverhältnisse dieser Kapitalform. Auf diese Weise beinhaltet das Feld eine spezifische Konfiguration von Relationen und Beziehungen der sozialen Akteure, die die Machtverhältnisse bestimmen.

Jene, die sich in den Machtpositionen befinden (und das meiste Kapital akkumuliert haben), sind bestrebt, die gesellschaftlichen Verhältnisse und Feldstrukturen zu reproduzieren, denen sie ihre Macht verdanken.

Wichtig ist, dass sich das Feld auf der Grundlage einer (stillschweigenden) Akzeptanz aller Beteiligten (auch der Benachteiligten) konstituiert: durch das nicht hinterfragte Hinnehmen seiner „Spielregeln“. Diese Regeln liegen allerdings nicht explizit in ausformulierter Form vor, sondern sie ergeben sich aus tradierten ökonomischen, kulturellen, sozialen und symbolischen „Spielen“ (Praxis). Nach den Gesetzen des Feldes gilt es nun, für die Akteure Handlungsstrategien für das jeweils spezifische Feld zu entwickeln, um mit dem eigenen Kapitaleinsatz einen möglichst großen Profit zu erzielen. Da allerdings die Ressourcen in Form von spezifischem Kapital limitiert sind, stehen die Akteure in Konkurrenz zueinander.

Auf die Verhältnisse auf dem sprachlichen Markt, dem Feld der Sprache, wird in Kapitel 2 noch detailliert einzugehen sein. An diesem Beispiel wird sich anschaulich zeigen lassen, wie die ungleiche Verteilung des Kapitals zu einer kontinuierlichen Reproduktion der Strukturen des Feldes beiträgt, was in der Diskussion um „soziale Ungleichheit“ und auch in der aktuellen Bildungsdebatte noch von Bedeutung ist.

Abb. 1.1: Das soziale Feld

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: eigene Bearbeitung)

1.3 Kapital

Der Begriff des Kapitals wird von Bourdieu viel weiter gefasst als jene Bedeutung, die in unserem alltäglichen Sprachgebrauch verankert und maßgeblich durch die Wirtschaftstheorie geprägt ist. Er unterscheidet neben dem ökonomischen Kapital noch zwei weitere Hauptformen des Kapitals: das soziale und das kulturelle Kapital. Die dominante Form ist zwar auch bei Bourdieu das ökonomische Kapital, doch er verweist darauf, dass die anderen Formen ihre spezifischen Charakteristiken haben, auch wenn man sie (unterschiedlich leicht) in ökonomisches Kapital umwandeln kann. Doch viele Felder (wie z.B. das Feld der Sprache, der Bildung oder der Literatur) werden gerade nicht durch die Akkumulation des ökonomischen Kapitals bestimmter gesellschaftlicher Klassen geprägt, sondern durch die Verteilung der anderen Formen.

„Es ist nur möglich, das Funktionieren des Kapitals in seiner Logik, die Kapitalumwandlung und das sie bestimmende Gesetz der Kaptalerhaltung zu verstehen, wenn man zwei einseitige und einander entgegen gesetzte Betrachtungsweisen bekämpft: Die eine ist der ‚Ökonomismus’, der alle Kapitalformen für letztlich auf ökonomisches Kapital reduzierbar hält und deshalb die spezifische Wirksamkeit der anderen Kapitalarten ignoriert; die andere ist der ‚Semiologismus’ der heute durch den Strukturalismus, den symbolischen Interaktionismus und die Ethnomethodologie vertreten wird. Er reduziert die sozialen Austauschbeziehungen auf Kommunikationsphänomene und ignoriert die brutale Tatsache der universellen Reduzierbarkeit auf die Ökonomie.“ (Bourdieu, 1983, S. 196)

Der Begriff des Kapitals und seine differenzierte Betrachtung sind zentral in den Schriften Bourdieus. Er definiert Kapital auch als „akkumulierte Arbeit“ (Bourdieu, 1983, S. 183). Diese Akkumulation kann sowohl in materieller als auch in inkorporierter Form erfolgen. Die Verteilung des Kapitals und seine ungleiche Akkumulation sind maßgeblich verantwortlich für die Ausprägung der gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse innerhalb eines Staats. Da die Akkumulation von Kapital Zeit erfordert, resultiert daraus eine gewisse Stabilität und Kontinuität der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung.

„Die zu einem bestimmten Zeitpunkt gegebene Verteilungsstruktur verschiedener Arten und Unterarten von Kapital entspricht der immanenten Struktur der gesellschaftlichen Welt, d.h. der Gesamtheit der ihr innewohnenden Zwänge, durch die das dauerhafte Funktionieren der gesellschaftlichen Wirklichkeit bestimmt und über die Erfolgschancen der Praxis entschieden wird.“

(Bourdieu, 1983, S. 182)

Diese Ausführungen zeigen, welch zentrale Bedeutung dem Begriff des Kapitals und seiner differenzierten Betrachtung in den Arbeiten Bourdieus zukommt. Deshalb sollen die drei Hauptformen, die er unterscheidet, kurz charakterisiert werden.

Ökonomisches Kapital

Auf das ökonomische Kapital muss an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Zu ihm zählen Geld und jegliche Form materiellen Reichtums. Durch das Eigentumsrecht wurde diese Kapitalform institutionalisiert.

Kulturelles Kapital

Nach Bourdieu kann das kulturelle Kapital in drei verschiedenen Varianten vorliegen:

1. im inkorporierten Zustand, 2. im objektivierten Zustand, 3. in institutionalisierten Zustand.

Genauso wie die Grenzen zwischen den Hauptformen nicht immer eindeutig zu ziehen sind, so gehen auch diese drei Formen teilweise nahtlos ineinander über. Im Kontext von Sprache sind vor allem der inkorporierte Zustand und der institutionalisierte Zustand von Bedeutung.

Abb. 1.2: Die drei Formen des kulturellen Kapitals

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: eigene Bearbeitung)

Inkorporiertes Kulturkapital

Bourdieu beschreibt das inkorporierte Kulturkapital folgendermaßen:

„Inkorporiertes Kapital ist ein Besitztum, das zu einem festen Bestandteil der ‚Person’, zum Habitus geworden ist; aus ‚Haben’ ist ‚Sein’ geworden.“ (Bourdieu, 1983, S. 187) Allgemein gesprochen, kann man also zu dieser Form von Kapital alles rechnen, was man im Deutschen unter dem Begriff der Bildung subsumiert. Entscheidend dabei ist, dass die Akkumulation sehr zeitintensiv und personengebunden ist. Das Delegationsprinzip ist ausgeschlossen. Niemand kann für jemand anderen lernen. Genauso sind der (vor allem kurzfristigen) Übertragung eindeutige Grenzen gesetzt.

„Es ist unmittelbar ersichtlich, daß die zum Erwerb erforderliche Zeit das Bindeglied zwischen ökonomischem und kulturellem Kapital darstellt. […] In engem Zusammenhang damit steht außerdem die Tatsache, daß ein Individuum die Zeit für die Akkumulation von kulturellem Kapital nur so lange ausdehnen kann, wie ihm seine Familie freie, von ökonomischen Zwängen befreite Zeit garantieren kann.“ (Bourdieu, 1983, S. 188)

Durch den Prozess der Sozialisation in der Familie und in der Schule wird diese Kapitalform bereits verinnerlicht und stellt somit ein körpergebundenes, dispositionell verkörpertes Potential einer Person dar, das als Kompetenz im kognitiven Sinne oder als Geschmack im ästhetischen Sinne fungiert und sich als Distinktion äußert. Bourdieu (1983, S.186) kritisiert, dass in soziologischen Untersuchungen oft übersehen wird, „daß der Ertrag schulischen Handelns vom kulturellen Kapital abhängt, das die Familie zuvor investiert hat, und daß der ökonomische und soziale Ertrag des schulischen Titels von dem ebenfalls ererbten sozialen Kapital abhängt, das zu seiner Unterstützung zum Einsatz gebracht werden kann.“

Objektiviertes Kulturkapital

Der Übergang von objektiviertem Kulturkapital zu ökonomischem Kapital ist fließend. Bourdieu zählt zu objektiviertem Kulturkapital alle materiellen Kulturgüter. Sie besitzen einen unmittelbaren materiellen Wert. Gemälde oder Bücher beispielsweise lassen sich in der Regel direkt in ökonomisches Kapital (Geld) umwandeln.

Institutionalisiertes Kulturkapital

Inkorporiertes Kapital kann einen Institutionalisierungsprozess erfahren. Bestimmte Fähigkeiten werden kodifiziert und durch offizielle (Bildungs)titel sanktioniert.

„Durch den schulischen oder akademischen Titel wird dem von einer bestimmten Person besessenen Kulturkapital institutionelle Annerkennung verliehen.“ (Bourdieu, 1983, S. 190). Der Wert eines solchen Titels orientiert sich dabei sehr stark an der zum Erwerb erforderlichen Zeit, dem investierten ökonomischen Kapital und seiner Exklusivität. Hat man einen Titel einmal verliehen bekommen, so ist er unabhängig vom tatsächlich momentan verfügbaren Kulturkapital (Fähigkeiten/Kompetenzen). In dieser Beziehung ähneln akademische Titel den Adelstiteln. Sie besitzen beide eine große symbolische Wirkung.

Wichtig ist dabei, dass nicht alle Mitglieder einer Gesellschaft die gleichen Chancen für die Akkumulation von institutionalisiertem Kulturkapital haben. Ökonomische Zwänge können eine längeren Phase schulisch-akademischen Bildung und ein verzögertes Eintreten in den Arbeitsmarkt unmöglich machen.

Soziales Kapital

Nach Bourdieu ist das Sozialkapital

„die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens und Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen.“ (Bourdieu, 1983, S. 190f.)

Sowohl die Zugehörigkeit zu einer Familie, zu einer studentischen Verbindung, zu einer Partei oder einer vergleichbaren Gruppierung und die damit einhergehenden Vorteile zählen zum sozialen Kapital.

„Sozialkapitalbeziehungen können nur in der Praxis auf der Grundlage von materiellen und/oder symbolischen Tauschbeziehungen existieren, zu deren Aufrechterhaltung sie beitragen.“ (Bourdieu, 1983, S. 191)

Das sprichwörtlich gewordene Vitamin B ist wohl das im Alltag anschaulichste Beispiel für Sozialkapital und seine Wirkungsweise.

Sozialkapital ist nur bedingt direkt in ökonomisches Kapital umwandelbar. Zu einer unmittelbaren Möglichkeit gehört die Kreditwürdigkeit (auch im wörtlichen) Sinne, die sich aus der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ergeben kann. In gewisser Weise kann der Einzelne auf das Kapital der gesamten Gruppe zurückgreifen und wird von ihr protegiert. Doch der Wert des sozialen Kapitals lässt sich nicht direkt in ökonomisches Kapital umrechnen.

[...]

Details

Seiten
32
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640128464
ISBN (Buch)
9783640129881
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94428
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,0
Schlagworte
Betrachtungen Anmerkungen Pierre Bourdieus Modell Markts Pragmatik Sprachphilosophie

Autor

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