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„Terror, Counter-Terror”- Das ewige Opfer Frau

Krieg und seine Auswirkungen auf Frauen aus feministischer Perspektive

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 26 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Rückblick auf 9/11 und die US-amerikanische Kriegserklärung

3. Die Anthologie „Terror, Counter -Terror: Women Speak Out“

4. Das Geschlecht des Krieges
4.1 Männlichkeit des Krieges
4.2 Krieg gegen Frauen

5. Frauen gegen Krieg
5.1 Versuch eines geschichtliches Abrisses der Frauenfriedensbewegung
5.2 Aktivistinnen und ihre Motive
5.2.1 Frauenvereinigungen
5.2.2 Individuelle Frauen

6. Lösungsansätze
6.1 Vorschläge von Aktivisten und Wissenschaftlern
6.2 Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Problemstellung

Die Charakteristika der Geschlechter werden als implizit und als gegeben angenommen1. So wie Frauen häufig als Mütter und als schwaches Glied in Strukturen betrachtet werden, wird das männliche Geschlecht häufig als Inbegriff einer Machtdynamik zwischen und unter Männern verstanden2. Diese Nachteile, die aus angenommenen Gegebenheiten wachsen, finden sich nicht nur in traditionellen Gesellschaften, sondern auch in modernen. Die Abgrenzung und Positionierung beider Geschlechter ist Bestandteil von vielen Machtsystemen und hat eigene Dynamiken, die sich gerade in Situationen, in denen es um Macht und die Erhaltung von bestimmten Strukturen geht, widerspiegeln. Dies trifft insbesondere auf Kriege und Zeiten von Konflikten zu. Denn in allen Kriegen bleiben Frauen die Betroffenen, unabhängig von der Region, in der sie leben: ob in Somalia, in Ruanda, Tschetschenien, in Afghanistan, im Gazastreifen, im Irak oder im Libanon. Gleichgültig ist auch, um welche Art Krieg es sich handelt(e): Weltkrieg, Bürgerkrieg, Unabhängigkeitskrieg, Völkermord oder ein bewaffneter Konflikt innerhalb eines Staates. Jede gewalttätige Auseinandersetzung betrifft und fordert Frauen am stärksten. Häusliche Gewalt ist ein Frühwarnzeichen von Konflikten, die auf dem Rücken von Frauen ausgetragen werden, um Macht zu demonstrieren. Frauen verlieren ihre Männer und Söhne, die als Soldaten im Krieg dienen und sterben; Mütter werden ihrer Kinder beraubt, weil sie für den internationalen Frauenhandel missbraucht werden; Frauen müssen mit ansehen, wie ihre Männer und Söhne im Zuge der Kriegsweiten sterben. Frauen werden ihrer Menschenrechte beraubt und entwertet und so auf jeder sozialen und häuslichen Ebene zu einem Opfer: ob als Mensch, als Frau, als Ehefrau oder als Mutter.

Die Frauenarbeit der vergangen 30 Jahre hat versucht, immer wieder darauf hinzuweisen, dass ein Ungleichgewicht zwischen den Machtbeziehungen von Männern und Frauen Teil der Problematik sind. Nachweislich werden Frauen im Zuge von Konflikten ihrer Rechte beraubt, Teil einer Gesamtkriegsstrategie, weil sie als Besitz von Männern, die einen Staat dominieren, betrachtet werden und weil sie der verletzliche Teil des Gliedes sein und sich nicht wehren können.

Trotz zahlreicher Versuche eine Genderperspektive aufzubauen und nachhaltig in die Politik und in friedenssichernde Maßnahmen zu implementieren, gerade auch im Zuge der UN Resolution 1325 aus dem Jahre 2000, verhalten sich mit wenigen Ausnahmen, alle militärisch und politisch mächtigen Staaten bedeckt. Besonders vor dem Hintergrund des 11.September erschien es immer wichtiger, darauf hinzuweisen, dass Krieg keine Antwort auf Probleme ist und Frauen dem Terror hilflos ausgesetzt sind und das Nachsehen haben. Daher erhoben zahlreiche Frauen ihre Stimme, die in der Anthologie „Terror, Counter-Terror. Women speak out“ ihren Ausdruck finden und brachten zugleich Vorschläge und deren Relevanz in kriegerischen und männlich-dominierten Sphären hervor.

Diese Arbeit soll die Hintergründe der Anthologie sowohl aus sozialer, als auch politischer und feministischer Perspektive aufzeigen, die Terrorproblematik aus einer gendersensiblen Sicht im Zusammenhang präsentieren und die bislang versuchten Mittel zur Umsetzung von Gendersensibilität auf allen Ebenen von Konflikten diskutieren.

2. Rückblick auf 9/11 und die US-amerikanische Kriegserklärung

Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon am 11.September 2001 verloren insgesamt 3003 Menschen ihr Leben. Diese Angriffe wurden von der amerikanischen Regierung als militärisch eingestuft. Militärische Attacken auf das Festland gab es in den USA seit 1814 nicht mehr. Diese Tatsache animierte die Vereinigten Staaten zur kriegerischen Intervention in Afghanistan, ausgehend von dem Gedanken, dass Osama bin Laden den Angriff von dort aus organisiert hatte. Diese absolute Kriegserklärung („gegen“ den Terror) wurde später mit militärischen Schritten auf den Krieg gegen den Irak 2003 ausgeweitet, beides unter dem Deckmantel der Operation Enduring Freedom. Die UN erließ eine Resolution, die es den Vereinigten Staaten ermöglichte, dieser „Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“3 durch militärische Intervention entgegenzuwirken und ihr (USA) „naturgegebenes Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“4 zu nutzen.

Abgesehen von den vielen unschuldigen Toten, hatte der 11. September demnach weit reichende Konsequenzen. Doch nicht nur zuvor erwähnte politische Auswirkungen, sondern auch die Negativseite, auf die viele Kritiker versuchten aufmerksam zu machen: die Beeinträchtigung von Menschenrechten, Bürgerrechten und demokratischen Werten in vielen Nationen; die Aufhebung von Normen, wie Konflikte ausgetragen werden, sowie die Verstärkung der Ideologie des Militärs und die Militarismus im Allgemeinen. Dies hatte zur Folge, dass von nun an Gewalt durch Gewalt gelöst und begründet (9/11-Syndrom) wird.5 Die Herausgeber der Anthologie „Terror, Counter-Terror. Women speak out“ nennen das den „erneuerten Glauben an Gewalt“.6

Das 9/11-Syndrom wurde insbesondere durch George W. Bushs Aussagen am 11. September gestützt: „Every nation in every region has a decision to make. […] Either you are with us or you are with the terrorists.“7 Es kam zu einer scharfen Abgrenzung zwischen us (uns) und them (den anderen), und damit nicht nur zwischen USA-Sympathisanten und Terroristen, sondern auch, unvermeidlich, zwischen Kriegsbefürwortern und Friedensaktivisten. Dass Frauen auf der ganzen Welt durch ihre jahrzehntelange Aufklärungsarbeit zum Letzteren gehören, liegt auf der Hand. Und damit wurden Bushs Sätze zu dem Hauptproblem für Frauen, die Frieden fordern und Gewalt (in allen Formen und Instanzen) ablehnen. Seine Sätze wurden zu einer Kriegserklärung für all die, die eine Beteiligung an seinem Kampf ablehnten.

3. Die Anthologie „Terror, Counter -Terror: Women Speak Out“

Die Herausgeber Ammu Joseph und Kalpana Sharma vereinen in ihrer 2003 erschienenen Anthologie die verschiedensten Werke von jenen Frauen, die sich gegen Terrorismus, Militarismus und Gewalt in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzung oder Konflikten ausgesprochen haben. In den unterschiedlichsten Genres bringen Einzelpersonen und Frauenvereinigungen zum Ausdruck, dass diese Mittel im Endeffekt wieder auf die Frauen in dieser Welt, als Teil der Gesellschaft, die angegriffen wird oder selbst angreift, zurückfällt. Der Name „Terror, Counter-Terror“ spricht dementsprechend für sich selbst.

Thematisieren können Frauen diesen Missstand, weil Frauen die Opfer waren und sind, und wissen, wovon sie reden. Einige von ihnen haben am eigenen Leibe zu spüren bekommen, welche unmenschlichen Konsequenzen Krieg und seine Art der Führung haben kann und wie Krieg nicht nur Leben nehmen kann, sondern auch das von Unschuldigen, jenen, nach denen nicht gefragt wird, die unbeachtet und ausgeschlossen bleiben in politischen Diskussionen und Entscheidungsfragen, zerstört.

Frauen wie beispielsweise Susan Sontag, Anisa Darwish, Rosalind Petchesky, Rohini Hensman, Barbara Kingsolver, sowie viele Frauenbewegungen und -organisationen legen zudem dar, gerade auch vor dem Hintergrund der amerikanischen Kriegserklärung gegen den Terror, wie notwendig eine andere Sicht auf Gewalt und Krieg ist und versuchen herauszustellen, dass Auseinandersetzungen noch lange in Nachkriegs-/-konfliktzeiten weiter lebt und tötet.

Die Publikationen, die aus den letzten zehn Jahren stammen, sind zumeist Schriften, die entweder in Tageszeitungen veröffentlicht wurden oder aber nur im Internet in Blogs; darunter sind Briefe (zum Beispiel an Präsident George W. Bush jr.) und Gedichte, Anklagen und Apelle, die ohne diese Anthologie wahrscheinlich nie veröffentlicht worden wären. Definitiv stießen sie aber auf großen Widerstand unter (männlichen) Befürwortern von Krieg und Gewalt, so dass einigen Autorinnen nach der Veröffentlichung sogar mit Gewalt gedroht wurde. Dieser Umstand machte es umso essenzieller, dass diese Anthologie publiziert wird und die Meinung von jenen Frauen öffentlich bleibt.

4. Das Geschlecht des Krieges

4.1 Männlichkeit des Krieges

Krieg ist männlich. Krieg, Frieden, Terrorismus, Fundamentalismus und Faschismus sind Verträge zwischen Männern: Männer machen die Regeln; sie entscheiden darüber, wann und wie Kriege geführt werden und für was, wann Feuer eingestellt wird und wann, wie und auf wessen Kosten Frieden verhandelt wird oder eben nicht. Damit einhergehend sprechen die Herausgeber in der Einleitung von einer Umverteilung von Macht und stellen die These auf, dass die Entmachtung von Frauen vor und in kriegerischen Auseinandersetzungen einer der Gründe ist, warum Frauen, in ihrer traditionellen Rolle, weder Teil von Krieg oder Frieden waren, es sei denn als Betroffene.

Die Frauen- und Politikwissenschaftlerin Rosalind Petchesky erklärt in ihrem Aufsatz „Phantom Towers“8, dass Militarismus, Nationalismus und Kolonialismus als Machtbereiche immer zum großen Teil Kämpfe über die Bedeutung von Männlichkeit waren und sind.9 Sie zitiert hierbei die feministische Politikwissenschaftlerin Cynthia Enloe,: „[…] das oftmals schwache Bild der Männer von ihrer eigenen Männlichkeit ist genauso ein Faktor in internationaler Politik wie die Ströme von Öl, Kabeln und militärischem Gerät". Es scheint, dass das Schlüsselwort Macht in diesem Kontext eine gesonderte Betrachtung benötigt.

Feministinnen, die in den letzten 30 Jahren die Machtbeziehungen zwischen Männern und Frauen untersucht haben, wurden häufig beschuldigt, Krieg zwischen den Geschlechtern zu führen, den Status quo zu stören, neidisch und machthungrig zu sein. Dabei versuchten sie nur auf die ungerechte Verteilung der Macht zwischen den Geschlechtern hinzuweisen und darauf aufmerksam zu machen, dass gender zu einem der vielen ungerechten sozialen Systeme gehört, geprägt von bestimmten Stereotypen und Neigungen basierend auf Religion, Rasse und ethischer Zugehörigkeit, die von Frauen wiederholt erfahren wurden und somit auch bewertet werden können. Sie gehen lediglich davon aus, dass „wer Macht hat“ (Männer) auch die Macht hat, Veränderungen zu erwirken. Liest man die Beiträge der Frauen in der Anthologie oder die Motive und Ziele der verschiedensten Frauenvereinigungen oder die UN- Resolution 132510, so scheint diese Forderung nicht ungerechtfertigt.

Susan Brownmiller, Autorin des Buches „Gegen unseren Willen“, schreibt (wenn auch in einer sehr aggressiv-feministischen Weise) dazu:

„Der Krieg liefert den Männern den perfekten psychologischen Freibrief, um ihrer Verachtung für Frauen Luft zu machen. Die Männlichkeit des Militärs - die brutale Waffengewalt, ausschließlich in ihren Händen liegend, das geistige Band zwischen Mann und Waffen, die männliche Disziplin des Befehlens und Durchführens von Befehlen, die simple Logik der hierarchisch geordneten Befehlsgewalt- das alles bestätigt den Männern, was sie bereits lange ahnten, nämlich daß Frauen nur unerhebliche Nebensache sind in einer Welt, in der es auf andere Dinge ankommt."11

Ob männlicher Sexismus als globale Schublade betrachtet werden kann und sollte, sei dahingestellt. Aber Männer sind sich ihrer Macht bewusst, ignorieren aber (scheinbar) die Konsequenzen, die ihr militärisches Handeln nach sich zieht und gleichzeitig, dass es Opfer geben wird und jeder Krieg auch als Rückschluss zu einem Krieg gegen Frauen wird, auch wenn dies kein Ziel war, obgleich folgende Anführungen zeigen werden, dass häufig die Erniedrigung und Entmachtung von Frauen Teil einer Kriegsstrategie sein kann.12

4.2 Krieg gegen Frauen

Um diesen Punkt aufzuschlüsseln, ist eine nähere Betrachtung von gender und der Fragestellung, warum Frauen mit ihren verschiedenen Rollen in vielen Domänen als Sprecherin betrachtet werden müssen, unerlässlich, insbesondere, wenn unter dem Aspekt, dass Gewalt in jeglicher Form immer in Gewalt gegen Frauen endet. Männer haben diesen Gesichtspunkt immer als Kampf des Feminismus abgetan, mit der Unterstellung, dass Frauen in diesen Behauptungen durch Neid auf die männliche Überlegenheit in der Welt (und damit auf allen „Führungs“Ebenen) getrieben werden. Schlussendlich ist dennoch durchaus nachweisbar, dass Frauen in Konfliktzeiten und kriegerischen Auseinandersetzungen in allen Lebenssphären die Benachteiligten, wenn nicht sogar die Opfer, sind. Basis dieser Problemstellung ist, dass gender als ein sozial konstruiertes System, welches Menschen aufgrund von ungleichem Status, Rechten und Privilegien in zwei Gruppen teilt, betrachtet werden muss. In dieser Sichtweise müssen Frauen demnach auch als Menschen verstanden werden, die in vielen Kulturen und Nationen wie „Minderheiten“ behandelt werden.

Verschiedene Erfahrungen von Gewalt machen Frauen sowohl in Friedenszeiten, als auch in Krieg. Darauf basierend sind die Frauen in den letzten Jahren zu einer Neudefinition von Frieden gekommen: es ist nicht länger nur die Abwesenheit von Krieg, sondern auch die Abwesenheit von Gewalt im öffentlichen wie auch privaten Leben. Trotz der Abwesenheit von Krieg gibt es immer wieder Spannungen und Unzufriedenheit mit dem (eigenen) System oder anderen Systemen, die ausgenutzt werden, um Frauen ihren Menschenrechten zu beschneiden, im Namen der jeweiligen Kultur oder Tradition, des Nationalismus oder Patriotismus. In Zeiten von sozialen Unruhen erfahren Frauen immer wieder Gewalt, physisch, als auch psychisch, zu Hause oder in der Öffentlichkeit. In Konfliktzeiten tragen sie die zusätzliche soziale und ökonomische Last, weil meistens sie es sind, die sich allein um die Familie kümmern müssen, unter Umständen, in denen einfache Ressourcen wie Nahrung, Wasser oder Unterkunft nicht immer zugänglich sind. In Kriegszeiten wird das Recht der Frau auf körperliche Unversehrtheit durch verschiedenste Gewaltakte verletzt, unter anderem durch Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung und Belästigung und Menschenhandel. Auf der anderen Seite wird ihr Recht, sich in Entscheidungsprozessen der Regierung zu beteiligen, ignoriert.

Wie bereits im Vorfeld angesprochen, erfahren Mädchen und Frauen (die quantitativ hauptsächlich Zivilistinnen sind) in Zeiten bewaffneter Auseinandersetzungen eine gesonderte Behandlung durch Männer. Sexualisierte Gewalt und Folter an Frauen und Mädchen ist Bestandteil jedes Krieges. Sie geriet in letzten 10 Jahren nach den Massenvergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina und durch den Kampf um die Rehabilitierung der Zwangsprostituierten aus dem Asien-Pazifik-Krieg verstärkt ins öffentliche Interesse. Aber sexualisierte Gewalt wird auch innerhalb des Militärs ausgeübt: während Eroberungen und Vernichtungen, wie beispielsweise im Zweiten Weltkrieg durch die deutsche Wehrmacht oder Bosnien-Herzegowina; in Zeiten gesellschaftlicher Unterdrückung und Unruhe und Krisen, zum Beispiel in Südafrika, Chile und im Kosovo nach 1989; sowie am Kriegsende und in der Nachkriegszeit oder in Zeiten der Flucht.

Gewalt an Frauen ist ein wesentliches Element innerhalb der Struktur von Geschlechterverhältnissen. Vergewaltigungen werden zu Bestandteilen kriegerischer Rituale und gleichzeitig zu einem Symbol der Demütigung des Feindes, des männliches Gegners, den es zu besiegen gilt. Es wird zu einem „Teilstück männlicher Kommunikation“13. Die Frauen stellen den Inbegriff der Familie, des Alltagslebens und der Kultur dar, und werden als Besitz betrachtet. Wer diesen Besitz kontrolliert, hält die Macht inne. Vergewaltigungen, wie sie beispielsweise in Form von Massenvergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina oder Ruanda geschahen, erhalten demnach eine eigene Funktion, unter dem Deckmantel einer Gesamtkriegsstrategie.14

Das Thema der Anwendung von Gewalt, sowohl gegen Frauen, als auch als Strategie sich zu behaupten, wurde in der Frauenaufklärungsarbeit der letzten 30 Jahre immer wieder angesprochen. Bereits lange Zeit vor dem 11.September haben Frauen darauf hingewiesen, dass es eine starke Verbindung zwischen ansteigender Gewalt in Krisensituationen und Gewalt gegenüber Frauen, Kinder und Enteigneten gibt. Feministische Wissenschaftlerinnen haben in diesem Kontext Erkenntnisse zu zeitgenössischen Theorien über Gewalt gewinnen können: sie untersuchten beispielsweise die Verbindungen zwischen Gewalt, Militarismus und Patriarchie, sowie zwischen verschiedenen Kategorien von Gewalt und Unterdrückungen

[...]


1 Cockburn, Cynthia. In: Giles, Wenona & Hyndman, Jennifer (Hrsg.): Sites of Violence: Gender and Conflict Zones. University of California Press, 2004. S. 25

2 (ebd.)

3 Resolution des UN-Sicherheitsrats 1368. In: documentArchiv.de [Hrsg.], (WWW-Seite, Stand: 12.09.2001) URL: http://www.documentArchiv.de/in/2001/res_un-sicherheitsrat_1368.html, (Abgerufen: 14. September 2007)

4 (ebd.)

5 vgl. Joseph/ Sharma (Hrsg.): Terror, Counter-Terror. Women speak out. London/ New York, 2001. S. xi

6 Joseph/ Sharma 2001. S. xii

7 Mark L. Evans: Allied Naval Aviation in the war against terrorism: "every nation, in every region, now has a decision to make. Naval Aviation News. (WWW-Seite, Stand: April 2002). URL: http://findarticles.com/p/articles/mi_m0IAX/is_3_84/ai_108548251 (Abgerufen: 15. September 2007)

8 Petchesky, Rosalind: Phantom Towers. In: Joseph/ Sharma (Hrsg.): Terror, Counter-Terror. S. 5-68

9 (ebd., S. 59)

10 vgl. 6.2 Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates

11 Brownmiller, Susan: Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft. Fischer-TB.-Vlg., Frankfurt am Main 2000.

12 siehe 4.2 Krieg gegen Frauen

13 Seifert, Ruth: Krieg und Vergewaltigung: Ansätze zu einer Analyse. München: 1993

14 vgl. Seifert 1993

Details

Seiten
26
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640100873
ISBN (Buch)
9783640133987
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94264
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
Counter-Terror”- Opfer Frau Gender Mainstreaming Sicherheitspolitik

Autor

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Titel: „Terror, Counter-Terror”- Das ewige Opfer Frau