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Albert Camus "L'Etranger" (Der Fremde) - eine Betrachtung

Seminararbeit 2001 25 Seiten

Romanistik - Französisch - Literatur

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Der Autor
Camus Leben
Camus Werk
Camus Denken

Das Werk
Zusammenfassung
1. Teil
2. Teil
Allgemeines
Die Personen
Camus Leben im Etranger
Allgemein, erste Parallelitäten zu Meursault
Das Absurde
Weitergehender Vergleich von Camus und Meursault
Der Autor über sein Werk
Formale Aspekte
Le Malentendu im Etranger

Schlusswort

Bibliographie

Einleitung

In Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern ist das Interesse an Albert Camus groß. Wenn man sich einmal die französischen Lektüren in den Schulen anschaut, so stellt man, zwar fest, dass Saint-Exupérys „Kleiner Prinz“ häufiger gelesen wird als „Der Fremde“ von Camus, jedoch wird ganz allgemein Camus am häufigsten gelesen, Saint-Exupéry findet sich hier noch hinter Molière und Sartre auf Platz vier wieder[1].

Unter den Werken Camus’ dominiert ganz deutlich „Der Fremde“, gefolgt von der „Pest“ und den „Gerechten“[2]. Natürlich fragt man sich da, warum „Der Fremde“ so erfolgreich ist. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werde ich das Werk einmal etwas genauer betrachten. Wir werden sehen, dass es eine Vielzahl faszinierender Aspekte enthält.

Dabei werde ich zunächst den Autor und dann das Werk selbst vorstellen. Dann zeige ich einige interessante formale Aspekte auf, und schließlich, nach der Entdeckung eines anderen Werkes im „Fremden“, lasse ich den Autor noch selbst zu Wort kommen.

Der Autor

Camus Leben

Albert Camus wird am 07.11.1913 in Mondovi / Ostalgerien geboren. Sein Vater, ein Sohn französischer Einwanderer, stirbt 1914 im Ersten Weltkrieg. Albert lebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern bei seiner Großmutter in Algier. Sie ist es auch, die die Kinder, nach ihren Prinzipien, erzieht, während Alberts Mutter als Putzfrau arbeitet. Trotzdem bleibt für Albert seine Mutter die stärkste Bezugsperson in seinem Leben, wenngleich sie ob einer Behinderung schlecht sprechen und so natürlich auch ihre Liebe zu Albert nicht bezeugen kann. Sein Vater fehlt Albert, wenngleich er auch in der Natur Algeriens glücklich ist, und so sucht er nach einem Ersatzvater, den er schließlich in dem Primarschullehrer Louis Germain findet. 1924 sorgt Germain dafür, dass Albert das Gymnasium besuchen kann. Dies ist ob der eher ärmlichen Verhältnisse, in denen Albert mit seiner Familie lebt, durchaus nicht selbstverständlich. 1930 dann erkrankt Albert plötzlich an einer Lungentuberkulose. Dem Tod entronnen, sieht er das Leben fortan mit anderen Augen und fasst den Entschluss zu schreiben. Drei Jahre später beginnt er ein Philosophie-Studium an der Universität Algier. Während seiner hiesigen Studienzeit wird Albert von seinem französischen Philosophie-Lehrer Jean Grenier an Nietzsche, Kierkegaard, Schopenhauer, Molière, Pascal und an die griechische Antike herangeführt, die zu starken Orientierungspunkten Alberts werden, dazu kommen noch die großen russischen Romanciers des 19. Jhds wie beispielsweise Leo Tolstoj. 1934 tritt Albert in die Kommunistische Partei Algeriens ein und heiratet er Simone Hié, von der sich allerdings 1936 wieder trennt. Im gleichen Jahr verlässt er auch die Universität. 1937, im Jahr seines Austritts aus der KP Algeriens, wird sein erstes Werk veröffentlicht: „L’envers et l’endroit“ (dt. „Licht und Schatten“, 1959). 1939 folgt „Noces“ (dt. „Hochzeit des Lichts“, 1954). In diesen Werken verleiht Camus dem Erleben sozialen Mangels sowie vor allem einem glücklichen Naturgefühl Ausdruck. 1938 bis 1940 ist Albert ein engagierter Mitarbeiter der Zeitung „Algier républicain“ (später „Soir républicain“), die trotz Zensur die Kolonialadministration angreift. 1940 wird die Zeitung verboten, nicht zuletzt nach einer Reihe von Albert über das

Elend der Landbevölkerung. Eine weitere Berufsausübung in Algerien ist nicht möglich, und so siedelt Albert nach Paris um, wo er als Redaktionssekretär bei „Paris-Soir“ arbeitet. Nach seiner Entlassung zieht er zur Familie seiner neuen Ehefrau Francine Faure nach Oran / Algerien, das er aber 1942 nach einem neuen Ausbruch von TBC wieder verlässt. Er geht nach Le Panelier / Südfrankreich. In diesem Jahr wird auch „L’Etranger“ veröffentlicht (dt. „Der Fremde“, 1948). In den letzten Kriegsjahren arbeitet Albert maßgeblich an der Widerstandszeitung „Combat“ mit, zu deren namhaften Mitarbeitern auch André Gide, Jean-Paul Sartre, mit dem er sich anfreundet, und Simone de Beauvoir gehören, und veröffentlicht seine

„Lettres à un ami allemand“ (1945, entstanden 1943/44, dt. „Briefe an einen deutschen Freund, 1960). 1945 wird Camus Vater von Zwillingen. Zwei Jahre später wird Albert Camus durch seinen Roman „La Peste“ (dt. „Die Pest“, 1948) zum Erfolgsautor. „La Peste“ gehört bereits zu Alberts Versuch, in einem Schaffenszyklus die Ideale und die Solidarität der Résistance gesellschaftlich wirksam zu machen. Außerdem zählen dazu „Les Justes“ (1950, dt. „Die Gerechten“, 1959) und „L’homme révolté“ (1951, dt. „Der Mensch in der Revolte“, 1953). Dieses Werk führt schließlich zum Bruch zwischen Albert und Sartre 1952. Albert wünscht sich eine Rückkehr nach Algerien, deshalb trifft ihn der Algerien-Krieg auch schwer, er setzt sich – vergeblich – für Frieden ein. 1957 bekommt Albert für sein literarisches Lebenswerk den Nobelpreis verliehen. Er kauft sich ein Haus in Lubéron / Provence, wo er 1958-59 an seinem autobiographischen Roman „Le premier homme“ arbeitet, der aber nicht vollendet wird, und erst 1994 von seiner Tochter veröffentlicht wird. 1960 stirbt Albert Camus am 04.01. bei einem Autounfall auf der Strecke von Limousin nach Paris, in seinem Gepäck: eine Bahnfahrkarte für dieselbe Strecke.

Camus Werk

Camus Hauptwerke, geordnet nach Erscheinungsjahr, sind:

1937 L’Envers et l’Endroit 1939 Noces

1942 L’Etranger

1942 Le Mythe de Sisyphe 1944 Le Malentendu

1945 Lettres à un ami allemand 1947 La Peste

1948 L’Etat de siège 1950 Les justes

1951 L’Homme révolté

1956 La Chute

1957 L’Exil et le royaume 1959 Les Possédés

1971 La mort heureuse 1994 Le Premier Homme

Camus Denken

Albert Camus Werke drehen sich, wenn man so will, um zwei zentrale Pole: das Absurde (€ siehe auch Das Absurde weiter unten) und die Revolte. Am Besten versteht man dies, wenn man sich Camus eigene Aussagen vor Augen führt, die sein Denken, denke ich, doch einigermaßen transparent machen:

1. In einem Universum, das plötzlich der Illusionen und des Lichts beraubt ist, fühlt der Mensch sich fremd. Aus diesem Verstoßensein gibt es für ihn kein Entrinnen, weil er der Erinnerungen an eine verlorene Heimat oder der Hoffnung auf ein gelobtes Land beraubt ist. Dieser Zwiespalt zwischen dem Menschen und seinem Leben ist eigentlich das Gefühl der Absurdität.[3]
2. Absurd aber ist die Gegenüberstellung des Irrationalen und des glühenden Verlangens nach Klarheit, das im tiefsten Inneren des Menschen laut wird.[4]
3. So leite ich vom Absurden drei Schlussfolgerungen ab: meine Auflehnung, meine Freiheit und meine Leidenschaft.[5]

Für Camus kann es für den absurden Menschen nicht mehr um Erklärungen und Lösungen gehen, vielmehr sind Erfahrungen und Beschreibungen das Essenzielle. So beginne alles mit einer scharfsichtigen Gleichgültigkeit.[6] Dies wird im „Fremden“ ganz besonders deutlich, wenngleich sich darüber streiten lässt, ob Meursault ein absurder Mensch ist (€ Das Werk – Camus Leben im Etranger - Allgemeines ).

[...]


[1] In Französisch heute 1993, zitiert nach Bahners, Klaus , Albert Camus: Der Fremde. Der Fall , Hollfeld (KE 61) 2. Aufl. 1998

[2] Bahners, Klaus , Albert Camus: Der Fremde. Der Fall , Hollfeld (KE 61) 2. Aufl. 1998

[3] Blöcker, Günter , Die neuen Wirklichkeiten , München (dtv470) 1968

[4] ebd.

[5] ebd.

[6] ebd.

Details

Seiten
25
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638067041
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94029
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Romanisches Seminar
Note
3
Schlagworte
Albert Camus Etranger Betrachtung Fremde

Autor

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