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Die Außenpolitik Friedrich III von 1688 - 1700

Seminararbeit 2008 15 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Außenpolitik Friedrichs III. im Zusammenhang mit seinem Wunsch auf Rangerhöhung
2.1. Die außenpolitische Lage Brandenburg – Preußens zum Regierungsantritt Friedrichs III. 1688
2.2. Die Haltung Friedrichs III. im Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1688 – 1697
2.3. Die Friedensverhandlungen von Rijswijk
2.4. Der Weg zur Krone

3. Ein kurzes, zusammenfassendes Fazit

4. Literatur und Quellen

1. Einleitung

Das Bild des ersten preußischen Königs Friedrichs I. ist in der heutigen Geschichtsschreibung eher negativ. Statt positiven Berichten über den Erwerb der Königskrone für Preußen und seiner Bemühungen zur Unterdrückung der Hegemonialmacht Frankreich seit 1688, kann man eher lesen, was der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. für ein schlechter Regent war.

Pech für den zukünftigen König war, dass er bis heute im Schatten dreier Monarchen des Hauses Hohenzollern steht, die hervorragende politische und militärische Talente besaßen. Auch auf dem internationalen Terrain hatte es der brandenburgische Kurfürst nicht einfach sein Erbe des Großen Kurfürsten zu verteidigen, vor allem neben so großen Persönlichkeiten wie dem russischen Zaren Peter I., dem englischen König Wilhelm III. von Oranien, dem französischen König Ludwig XIV. und dem deutschen Kaiser Leopold I.

Doch war sein Erscheinungsbild, welches als „verwachsen, klein und von labiler Gesundheit, sowie empfindsam, leicht verletzlich und schwachen Charakters“[1] galt, wirklich so und war er tatsächlich ein „leicht beeinflussbarer Mann, der sein Ohr all jenen lieh, denen er Respekt schuldete oder die ihm schmeichelten und seinen stets aufs Äußerste gerichteten Wünschen willfahrten“?[2]

Großen Einfluss für diesen Ruf hatte sein Enkel König Friedrich II. der Große. Für ihn war, vor allem die Außenpolitik Friedrichs III., ein „Ausdruck persönlicher Schwäche“, bei der er seine persönlichen Interessen mit denen des Staates gleichsetzte. Auch die erworbene Rangerhöhung zum preußischen König war für Friedrich den Großen nur eine Rechtfertigung für die Verschwendungssucht und die „krankhafte Neigung für Pomp und Pracht“.[3]

Selbstverständlich war der brandenburgische Kurfürst berühmt für seine strahlenden Hoffeste und die prunkvollen Aufzüge. Aber auch die Schlösser und Residenzen, die er im Kurfürstentum Brandenburg und im Herzogtum Preußen errichten ließ waren kein Zeichen dafür, dass es mit Geld nicht umgehen konnte, sondern Normalität für die Zeit und die Gesellschaft des Barocks. In dieser Epoche waren Ränge und Symbole von besonderer Bedeutung und viele Monarchen strebten nach Status- und Rangverbesserung.

Vor allem für die Außenpolitik vor 1700 ist dies sehr wichtig. Friedrich III. machte kein Geheimnis daraus, dass er die Königswürde für Preußen erlangen wollte. Dies jedoch nur mit der Zustimmung des deutschen Kaisers. Was würde der brandenburgische Kurfürst schließlich alles geben, damit sich Leopold I. seiner annehmen würde?

In meiner Arbeit möchte ich vor allem auf die Bemühungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges eingehen und erläutern, in wie weit sein Wunsch auf Rangerhöhung die Außenpolitik in diesem beeinflusste. War Friedrich III. wirklich nur auf seinen Eigennutz aus? Opferte er das Leben tausender Soldaten um sich „König von Preußen“ nennen zu können, wie es sein Enkel behauptete oder besaß er so viel „diplomatisches Fingerspitzengefühl“, dass er seine Rangerhöhung erreichen wollte und gleichzeitig die Expansionspolitik seines Vaters fortsetzen wollte.

2. Die Außenpolitik des Kurfürsten Friedrichs III. im Zusammenhang mit seinem Wunsch auf Rangerhöhung

2.1. Die Außenpolitische Lage Brandenburg-Preußens zum Regierungsantritt Friedrichs III. 1688

Welche außenpolitische Ereignisse prägten die letzten Regierungsjahre des Großen Kurfürsten und wie verlief der Übergang zur Regierung unter Kurfürst Friedrich III.?

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 kam es in Europa zu einer Militärischen Revolution. Nach vielen verlustreichen Schlachten veränderten sich die außenpolitischen Zielstellungen der europäischen Großmächte. Vor allem Militär- und Wirtschaftsbündnisse gewannen immer mehr an Bedeutung. Diese Abkommen spiegelten meist auch die Kriegspartner und -gegner wieder. So gab es ein schwedisch-französisches Bündnis[4] welches im Konflikt mit einer Allianz aus England, den Niederlanden, Brandenburg und der KK-Monarchie[5] stand. Für Frankreich war das größte Ziel ihre Hegemonialmacht auf dem europäischen Kontinent zu wahren. So bildeten sich bis zum Ende des Spanischen Erbfolgekrieges (1713) immer neue antifranzösische Bündnisse.

Nach dem großen militärischen Erfolg brandenburgisch-preußischer Truppen in der Schlacht von Fehrbellin gegen Schweden (18.06.1675) witterte der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm Morgenluft. Um seine außenpolitischen Ziele, die Aufhebung der polnischen Lehenshoheit über Ostpreußen, der Erwerb Vorpommerns und die Verbindung der im Westen verstreut liegenden Landesteile[6], verwirklichen zu können wechselte er regelmäßig und immer zu seinem Vorteil die Bündnispartner.

Obwohl der Große Kurfürst mit dem Erwerb der Souveränität über Ostpreußen nur eines seiner außenpolitischen Ziele erreichen konnte, gewann Brandenburg-Preußen bei den europäischen Großmächten an großem Ansehen. Doch wie sollte es weiter gehen mit dem Kurfürstentum? Selbst Friedrich Wilhelm erkannte, dass sein Nachfolger ein schweres Erbe antreten musste. Besonders nach dem Tod seines zweiten Sohnes Karl Emil (07.12.1674) machte ihm dies große Sorgen. Seinem drittgeborenen Sohn, den Kurprinzen Friedrich, traute er das Amt des brandenburgischen Kurfürsten nicht zu. Trotzdem war er ernsthaft darum bemüht, ihn auf die schwere politische Aufgabe vorzubereiten.

Der Große Kurfürst erhoffte sich eine Fortführung seiner Außenpolitik durch die starke Einflussnahme auf Friedrich III. durch Eberhard von Danckelmann als Erzieher und ab 1695 als Oberpräsident des Geheimen Rates und Premierminister. Dies wurde gefördert durch die Tatsache, dass Friedrichs Interessen mehr darin lagen, den Glanz und das Ansehen des Hauses Habsburg zu halten und auszubauen. Da der Kurfürst sich lieber mit Kunst und Kultur beschäftigte, vertraute er Eberhardt von Danckelmann die außenpolitischen Geschäfte nicht ungern an. Jedoch wollte er immer auf dem Laufenden gehalten werden. Die europäische Politik, die Friedrich Wilhelm in seinen letzten Regierungsjahren begann, wurde somit fortgesetzt. Es kam zur Abkehr von Frankreich und zur Zuwendung zum Kaiser. Mit diesem Kurs blieb Friedrich III. dem 1686 beschlossenen Bündnis zwischen seinem Vater und dem Kaiser treu.[7] Durch die Abwendung von Ludwig XIV. orientierte sich der Kurfürst somit automatisch hin zu den Seemächten, England und den Niederlanden.

In England trat 1685, nach dem Tod seines Bruders Karl II., der katholische Stuard Jakob II. die Herrschaft an. Seine Hinwendung zum französischen König Ludwig XIV. und seine innenpolitische Restaurationspolitik sorgten für großen Widerstand. Dem zur Folge plante Wilhelm III. von Oranien[8] im November 1688 mit Hilfe brandenburgischer Truppen die Macht in England an sich zu reißen. Über den Regierungswechsel im Hause Hohenzollern war Wilhelm III. sehr erfreut, da es ihm so leichter fiel eine protestantische Liga zu gründen, mit der er Frankreich isolieren wollte.

[...]


[1] Mast, Peter: Die Hohenzollern in Lebensbildern, Graz; Wien; Köln 1988, S. 85

[2] Mittenzwei, Ingrid/ Herzfeld, Erika: Brandenburg-Preußen 1648 – 1789, Berlin 1988, S. 154

[3] zitiert nach: Frey, Linda/ Frey, Marsha: Friedrich I.: Preußens erster König, Graz 1984, S. 11

[4] Beendigung durch den Friedensvertrag von Nimwegen 1678

[5] kaiserlich-königliche Monarchie im Kaisertum Österreich

[6] Vogler, Günter/ Vetter, Klaus: Preußen - Von den Anfängen bis zur Reichsgründung, Berlin 1984, S.45

[7] Mittenzwei, Ingrid/ Herzfeld, Erika: Brandenburg-Preußen 1648-1789, Berlin 1988, S. 154

[8] Wilhelm III. (Oranien-Nassau), Statthalter der Niederlande, seit 1789 König von England, Schottland und Irland, Schwiegersohn und Neffe Jakobs II.

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640125210
ISBN (Buch)
9783640133970
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94026
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Historisches Institut
Note
2,0
Schlagworte
Außenpolitik Friedrich III. Pfäl Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688 Friedensverhandlungen von Rijswijk Brandenburg Preußen Königskrönung

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