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Hospitalismus

Hausarbeit 2000 10 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1. Begriffsbestimmung
(I) infektiöser Hospitalismus
(II) psychischer Hospitalismus

2. Psychischer Hospitalismus
2.1 Ursachen des Hospitalismus
2.2 Hospitalismussymptome
2.3 Folgen des Hospitalismus
2.4 Gefahren der Hospitalisierung
2.5 Mögliche Maßnahmen zur Verhinderung des Hospitalismus
a) „rooming in“
b) Anpassung der Besuchszeit an die Bedürfnisse des Kindes
c) Anpassung des Pflegesystems
d) Vorbereitung des Kindes auf den Krankenhausaufenthalt

3. Problembeurteilung

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

Hinweis: Die in Klammern hochgestellten Ziffern hinter Absätzen bzw. Zitaten verweisen auf die im Literaturverzeichnis unter der Ziffer aufgeführten Bücher

1. Begriffsbestimmung

Hospitalismus ist eine zusammenfassende Bezeichnung „ für alle durch bzw. während eines Krankenhausaufenthalts auftretenden Schädigungen, z.B. durch Ernährungs- oder Pflegefehler, sekundäre Infektionen oder psychischen Einwirkungen.“ (1)

Dabei sind zwei Formen von Hospitalismus zu unterscheiden:

(I) infektiöser Hospitalismus

Unter dem Begriff des infektiösem Hospitalismus sind alle in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen Behandlungseinrichtungen erworbene Infektionen zusammengefaßt.

(II) psychischer Hospitalismus

Bei dieser Form des Hospitalismus liegen psychische Schädigungen vor, die infolge fehlender affektiver Zuwendung auftreten.

Im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit werde ich mich auf die spezielle Darstellung des psychischen Hospitalismus konzentrieren.

2. psychischer Hospitalismus

„Unter Hospitalismus werden alle physischen und psychischen Symptome verstanden, die in der Regel dann auftreten, wenn Kinder in den ersten zwei Jahren ihres Lebens – bei einwandfreier Versorgung und Pflege – die dauerhafte emotionale Zuwendung einer festen Bezugsperson entbehren müssen“ (2)

2.1 Ursachen des Hospitalismus

Hospitalismus wird vor allem hervorgerufen durch die Abwesenheit einer konstanten Bezugsperson und der Reizarmut der Umgebung. Dieser Mangel an Stimulation wird durch wenig Ansprache durch Pflegepersonen, kaum Zärtlichkeiten und Körperkontakt sowie durch eine stereotype Umwelt in Heimen und Krankenhaüsern hervorgerufen.

In einer normalen Familie ist die völlige Abhängigkeit besonders von der Mutter kennzeichnend für das Kleinkind. Wenn das Kind in diesem Entwicklungsstadium, in dem es eine konstante und liebevolle Betreuung durch eine permanente Beziehungsperson, sprich der Mutter braucht, aus der gewohnten Umgebung für längere Zeit

herausgenommen wird, dann stellt für das Kind die Unterbrechung dieser liebevollen

Betreuung ein Versagen der Eltern bzw. der Mutter dar. Das Kind kann in diesem Alter noch nicht verstehen, daß unterschiedliche gesundheitliche und häusliche Umstände zum Verlust der mütterlichen Fürsorge führen können.(vgl. (4), S. 15)

2.2 Hospitalismussymptome

Die Art und die Intensität der Symptomatik sind einmal vom Lebensalter des Kindes, andererseits aber auch davon abhängig, ob es gelingt, eine ausreichend akzeptierte „Ersatzmutter“ zu stellen. Hauptsächlich sind die Symptome jedoch bei Säuglingen und Kleinkindern, die u.a. Langzeitpatienten in Krankenhäusern und Heimen sind, zu finden.

Es treten sehr häufig typisch universelle oder partielle Entwicklungsstörungen auf, die vor allem die emotionalen und interlektuellen Funktionen des Kindes betreffen. (vgl. (5))

Hospitalismus, von R. Spitz auch als Gefühlsmangelkrankheit bezeichnet, äußert sich z.B. in erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten; erst weinerliches, später apathisches Verhalten; schwaches Neugierverhalten; Kontaktstörungen; allgemeine Retardationen der körperlichen (stehen, laufen) und geistigen Entwicklung (Sprechen, denken, Wahrnehmen). Verhaltensauffälligkeiten wie Nägelbeißen, Haarausreißen und rhythmische Schaukelbewegungen, Zurückgezogenheit und Teilnahmslosigkeit sind ebenfalls kennzeichnend für Hospitalismus.

Die Symptome des Hospitalismus können irreversibel sein, d.h. nicht mehr rückgängig gemacht werden.

2.3 Folgen des Hospitalismus

„Die weitere Entwicklung hospitalisierter Kinder bleibt meist nachhaltig gestört, wobei vor allem die Entwicklung des Gefühlslebens und des sozialen Verhaltens stark beeinträchtigt wird.“ (2) Als Folgen sind daher Gefühlsarmut, Resignation, infantile Interessen, übersteigerte Suche nach sozialen Kontakten, Aggressivität, Grausamkeit und Boshaftigkeit zu nennen. Nach R. Spitz trifft man bei hospitalisierten Kindern eine erhöhte Mortalität an. (vgl. (6))

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638161152
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9400
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt – FB Sozialpädagogik
Note
1
Schlagworte
Hospitalismus

Autor

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Titel: Hospitalismus