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Ein Überblick zu Max Webers "Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I"

Hausarbeit 2006 17 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Der Mensch Max Weber
1.2 Der Soziologe Max Weber
1.3 Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie

2. Der Kapitalismusbegriff

3. Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus
3.1 Die Protestantismusthese
3.2 Der Calvinismus und das Luthertum
3.3 Die Reformation
3.4 Der Kapitalismusbegriff nach Weber

4. Der „Geist“ des Kapitalismus
4.1 Der okzidentale Rationalismus
4.2 Die calvinistische Prädestinationslehre
4.3 Der protestantische Berufsbegriff

5. Resümee

6. Literatur
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur
6.3 Internetquellen:

1. Einleitung

Diese Arbeit mit dem Titel - Max Weber „Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus“ - schreibe ich im Zusammenhang mit dem Seminar „Evolutionstheorie“. Dieses Thema habe ich dem Plenum in Form eines Referates vorgestellt und werde es nun um weitere wichtige Fakten ergänzen, auf die aus zeitlichen Gründen während der Seminarpräsentation verzichten musste.

Für diesen Teilbereich der Religionssoziologie habe ich mich vorwiegend entschieden, weil mein zweites Kurzfach evangelische Religion ist und mich die Zusammenhänge von Religion und Wirtschaftsystem sehr interessieren. In diesem Zusammenhang habe ich in diesem Semester das Seminar „Einführung in die christliche Gesellschaftslehre“ im Fach katholische Religion belegt. Hier sind wir unter anderem auf den Themenbereich „Beruf und Arbeit“ eingegangen, wobei teilweise die Theorien Max Webers angesprochen wurden.

Meine Arbeit gliedert ist in drei Teilpunkte gegliedert. Zuerst werde ich einen ausgewählten Ausschnitt aus der Biographie Max Webers vorstellen und anschließend auf seine soziologischen Errungenschaften eingehen. Daran anknüpfend möchte ich den Inhalt von Webers bekanntestem Werk „Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie Band 1“ kurz umreißen und einige Vorbemer-kungen Webers darstellen.

Wie die Entwicklung genau begünstigt wurde, werde ich in meiner Ausarbeitung darstellen, wozu ich in einem ersten Schritt den Begriff Kapitalismus näher Erläutern. Ein zweiter Schritt soll sein, die Glaubensrichtungen des Protestantismus vorzustellen, die für die Entwicklung des modernen Kapitalismus ausschlaggebend waren. Zu den grundlegenden Begriffen meiner Hausarbeit gehört der Begriff „Kapitalismus“ den ich vor den eingehenden Überlegungen zu seiner Entstehung genauer beleuchten werde. Daran anschließend werde ich die Protestantismusthese und die Grundzüge des „Geistes“ des Kapitalismus´ thematisieren. Abschließend werde ich die gewonnen Erkenntnisse zusammen-fassen.

1.1 Der Mensch Max Weber

Max Weber wurde 1864 in Erfurt geboren und starb 1920 in München.

Weber studierte von 1882 bis 1886 Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte in Heidelberg, Berlin und Göttingen und promoviert 1889 in Jura an der Universität Berlin. Seine Dissertation trug den Titel „Entwickelung des Solidarhaftprinzips und des Sondervermögens der offenen Handelsgesellschaft aus den Haushalts- und Gewerbegemeinschaften in den italienischen Städten“. In Heidelberg trat er der Studentenverbindung Burschenschaft Allemannia bei. An der Universität Berlin habilitierte Weber 1892 mit dem Thema „Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht“. Weber heiratete 1893 seine entfernte Cousine Marianne Schnitger (geboren 1870, gestorben 1954), die später als Frauenrechtlerin und Soziologin aktiv war.

Weber wurde 1894 zum Professor für Nationalökonomie an die Universität Freiburg im Breisgau berufen, 1897 wurde er Professor für Nationalökonomie an der Universität Heidelberg. Aufgrund einer psychischen Erkrankung konnte Weber ab 1898 seine Lehrtätigkeit nur noch eingeschränkt wahrnehmen und musste diese 1903 ganz aufgeben. Im Jahre 1904 übernahm er zusammen mit Edgar Jaffé und Werner Sombart die Redaktion des „Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik“, womit er seine publizistische Tätigkeit wieder aufnahm und gründete 1909 zusammen mit Ferdinand Tönnies, Georg Simmel und Werner Sombart die „Deutsche Gesellschaft für Soziologie“.

Zu Beginn des 1. Weltkriegs war Max Weber Disziplinaroffizier der Lazarett-kommission in Heidelberg. Hier schied er allerdings schon 1915 aus. Nach Kriegsende wurde er zum Sachverständigen der deutschen Delegation bei der Friedenskonferenz zum Versailler Vertrag berufen.

1.2 Der Soziologe Max Weber

Max Weber gilt als Mitbegründer der deutschen Soziologie und ist heute jedem Studenten des Faches Soziologie hinlänglich bekannt. Zu Lebzeiten Max Webers war der sein Name nur wenigen Menschen bekannt, was sich durch den Einfluss Talcott Parsons änderte. Parsons beschrieb die Religion als erster als wichtiger Einflussfaktor der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Religionssoziologie machte Max Weber umstritten und in diesem Zusammenhang sind seine Ausführungen zur protestantischen Ethik und zum „Geist des Kapitalismus“ seine bekanntesten Werke.

Webers Begriffsbildungen sind bis heute eine Grundlage in der Soziologie (zum Beispiel seine Definitionen von Macht und Herrschaft, der Begriff des Idealtypus sowie die Einteilung des moralischen Handelns in Gesinnungs- und Verantwortungsethik).

Max Weber gilt als Mitbegründer der deutschen Soziologie. Er stellte die Soziologie als "Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will" dar. „Handeln“ soll dabei ein menschliches Verhalten (einerlei, ob äußeres oder innerliches Tun, Unterlassen oder Dulden) heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. „Soziales Handeln“ aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“[1]

Auf der wissenschaftstheoretischen Ebene machte er sich für eine qualitative Methode stark. Max Weber verstand die Soziologie als eine werturteilsfreie Wissenschaft.

Durch die Beschäftigung mit der Ökonomie formuliert Weber die Frage, wie und warum sich die kapitalistische Wirtschaft des Okzidents entwickelt hat.

Weber postulierte, dass der Rationalismus der Puritaner und in diesem Sinne des Protestantismus die Ausbildung des heutigen Kapitalismus ermöglicht hat. Der „Geist des Kapitalismus“, wie Weber diese Entwicklung bezeichnet, regiert die Lebensweise der Menschen in Nordamerika und Europa.

1.3 Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie

Die gesammelten Aufsätze zur Religionssoziologie von Max Weber sind in zwei Bänden erschienen. Der erste Band, auf den ich mich in dieser Ausarbeitung beziehen werde, umfasst 573 Seiten und ist in der achten Auflage 1988 erschienen. Das sozial-ökonomische Erkenntnisinteresse Webers war die Grundlage seiner Überlegungen.

In seinen methodischen Vorbemerkungen betont Weber, dass sich Kultur bzw. Religion und das Wirtschaftssystem gegenseitig immer beeinflussen.[2] Ein weitere wichtige Vorbemerkung ist, dass er in diesem Werk nur eine Richtung dieses Wechselspiels beschreibt, nämlich die Wirkung der Religion auf das Wirtschaftssystem. Die gegenteilige Beeinflussung wird von Weber in anderen Werken aufgegriffen. Wichtig festzustellen ist des weiteren, dass der „asketische Protestantismus keineswegs die alleinige Ursache des modernen Kapitalismus darstellt, sondern lediglich zu dieser Entwicklung beigetragen hat.[3]

Inhaltlich ist dieses Werk in drei Kapitel gegliedert:

1.) Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
2.) Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus
3.) Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen

Das Thema „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ nimmt in dieser Sammlung von Aufsätzen nur einen relativ kleinen Teil ein. Da Max Weber aber besonders auf Grund dieser Überlegungen seine Bekanntheit erlangte, werde ich meine Ausführungen auf dieses Thema beziehen und die begleitenden Aspekte beleuchten.

Um sich gebührend mit den Theorien Max Webers auseinanderzusetzen, werde ich im Hinblick auf den Protestantismus die Grundzüge des Calvinismus beleuchten und vergleichend dazu die Gedanken Luthers anführen.

[...]


[1] Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie (1920), Tübingen 1956, S.1 ff.

[2] Weber, Max: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I. Tübingen: J.C.B. Mohr 1920 8.Auflage 1988, S. 21.

[3] Weber, Max: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I. Tübingen: J.C.B. Mohr 1920 8.Auflage 1988, S. 77.

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638065870
ISBN (Buch)
9783638952576
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93933
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Schlagworte
Webers Gesammelte Aufsätze Religionssoziologie Evolutionstheorie

Autor

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