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Analyse von Argumenten

Hausarbeit 2001 27 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftlicher Teil
2.1. Definition: Was ist ein Argument? Was ist eine Argumentation?
2.2. Die Teile einer Rede
2.3. Der Fünfsatz
2.4. Der Aufbau eines Arguments
2.5. Der Syllogismus
2.6. Das Toulmin-Schema
2.7. Argumentationsklassen/ Topik
2.8. Schritte der Argumentationsanalyse

3. Analyse
3.1. Die These
3.2. Analyse des Statements von Gabriele Behler
3.2.1. Inhalt
3.2.2. Makroanalyse:
3.2.2.1. Aufbau
3.2.2.2. Verhältnis zu klassischen Mustern einer Rede
3.2.2.3. Der Fünfsatz:
3.2.4. Mikroanalyse
3.2.4.1. Die Argumente
3.2.4.2. Der Syllogismus
3.2.4.3. Das Toulmin-Schema
3.2.4.4. Topik
3.2.5. Sprachstilistische Analyse
3.3. Analyse des Statements von Matthias Rössler
3.3.1. Inhalt
3.3.2. Makroanalyse
3.3.2.1. Aufbau
3.3.2.2. Verhältnis zu klassischen Mustern einer Rede
3.2.2.3. Der Fünfsatz
3.3.4. Mikroanalyse
3.3.4.1. Die Argumente
3.3.4.2. Der Syllogismus
3.3.4.3. Das Toulmin-Schema
3.3.4.4. Topik
3.3.5. Sprachstilistische Analyse

4. Schlussteil

Literaturangaben

Anlage: Analysematerial (These und Statements)

1. Einleitung

Anhand eines Theorieteils und eines Beispiels soll das Thema „Argumentationsanalyse“ in dieser Hausarbeit behandelt werden.

Im ersten Teil der Hausarbeit werde ich wesentliche Aspekte der Argumentationsanalyse erläutern. Beginnen werde ich mit einer Definition von Argument und Argumentation und zunächst fortfahren mit dem Aufbau einer Rede, dem Fünfsatzschema und dann mit dem Aufbau von Argumenten, dem Syllogismus, dem Toulmin-Schema,der Topik und den Teil mit den Schritten einer Argumentationsanalyse beenden.

Im zweiten Teil, der der zentrale Teil der Arbeit werden soll, werde ich versuchen die erläuterte Theorie auf die Praxis anzuwenden. Als Material habe ich einen Streitfall der Internetseite www.woche.de[1] gewählt. Dieser hat das Thema „Kopfnoten wieder ins Zeugnis?“. Ich halte ihn für passend, da er einen Bezug zu meinem Studiengang hat. Außerdem ist die Diskussion wie Zeugnisse sein sollen aktuell und war auch Thema meiner ESL-Einführungsveranstaltung. Dort hat das Thema mein Interesse geweckt. Ich werde so vorgehen, dass ich zunächst den Inhalt der These wiedergebe. Dann werde ich zwei Statements analysieren, indem ich auch hier zunächst den Inhalt zusammenfasse, daraufhin werde ich eine Makroanalyse (Aufbau des Statements, Verhältnis zu klassischen Redemustern und das Fünfsatzschema), eine Mikroanalyse (Aufbau der Argumente, Syllogismus, das Toulmin-Schema und Topik) und eine sprachstilistische Analyse durchführen.

Für den Theorieteil habe ich Texte aus dem Reader gewählt, denn sie haben einen direkten Bezug zum Seminar und wurden dort verwendet. Anderes Textmaterial stand leider nicht zur Verfügung.

Den Theorieteil werde ich unter den Fragestellungen „Was für Merkmale haben Argumente im Allgemeinen?“ und „Was gibt es für Schemata um Argumente auszuwerten?“ schreiben.

Den Teil der Argumentationsanalyse werde ich unter den Aspekten „Wie wird im Alltag argumentiert?“ und „Inwieweit kann man die vorhandenen Schemata auf eine Argumentation anwenden?“ bearbeiten.

2. Wissenschaftliche Hintergründe

In diesem Teil werde ich zunächst eine theoretische Grundlage für die spätere Analyse schaffen.

2.1. Definition: Was ist ein Argument? Was ist eine Argumentation?

Nach Nussbaumer ist eine Argumentation eine Form des sprachlichen Handelns[2]. Es gibt eine strittige Frage, die man entweder mit ja („pro“) oder nein („contra“) beantworten kann. Nun werden Gründe für beide Seiten angeführt. Diese nennt man Argumente. Diese Gründe können wiederum auch strittig sein. Ziel ist eine Situation, in der das zuvor Strittige nicht mehr strittig ist.[3]

Manfred Kienpointner bezeichnet ein Argument als den Grund, der für oder gegen die strittige These angeführt wird. Dieses Argument muss haltbar sein und sinnvoll Bezug auf die strittige These nehmen. Der sinnvolle Bezug setzt eine Schlussregel voraus.

Die Schlussregel ist eine allgemeine inhaltliche Regel die garantiert, dass von dem Argument auch auf die These geschlossen wird. Wenn das so ist, ist das Argument relevant. Die Schlussregel wird in einer Argumentation oft nicht genannt sondern als bekannt vorrausgesetzt.

Die These ist die strittige Behauptung.

Hinzu können Ausnahmebedingungen kommen und eine qualifizierte Angabe zur Stärkung der Schlussfolgerung.[4]

2.2. Die Teile einer Rede

Den klassische Aufbau einer Rede beschreiben Gert Ueding und Bernd Steinbrink. Sie teilen eine Rede in vier Teile: Die Einleitung (Exordium), die Erzählung (Narratio), die Beweisführung (Argumentatio) und den Redeschluss (Peroratio).

In der Einleitung will der Redner Aufmerksamkeit erlangen. Dazu kann er zum Beispiel versprechen sich kurz zu fassen oder erklären wie aktuell sein Thema momentan ist.

In der Narratio legt der Redner den Sachverhalt dar und bereitet seine Zuhörer auf die Argumentation vor.

Im dritten Teil, der Beweisführung bezieht der Redner sich auf Beweisgründe. Dies können Zeichen/Anzeichen sein, Gesetze, Traditionen oder wissenschaftliche Erfahrungen. Er kann Beispiele nennen. Ferner kann er hier rhetorische Figuren wie Steigerungen oder Häufungen benutzen.

Im Redeschluss kann der Redner seine Rede noch einmal kurz zusammenfassen.

2.3. Der Fünfsatz

Beim Fünfsatzschema teilt der Redner seine Argumentation in 5 Teilschritte ein. Es gibt verschiedene Arten das Fünfsatzschema anzuwenden:[5]

Die gängige Aufsatzgliederung: Hier teilt man in Einleitung, Hauptteil und Schluss ein, wobei der Hauptteil aus drei gleichberechtigten Teilen besteht. Diese drei Schritte sind gleich wichtig. Plant man den Sprechverlauf muss man den fünften Satz zuerst erfassen und von hinten nach vorne vorgehen.. Beim Vortrag ist dieser der fünfte Satz der letzte, den man sagt.

Die sogenannte „Kette“ enthält eine streng chronologische oder logische Abhängigkeit der Glieder. Der Sprecher geht hier auf einen Vorschlag ein und zieht daraus eine Konsequenz. Daraufhin macht er einen Verbesserungsvorschlag und begründet ihn.

Eine weitere Form ist die Dialexe, die dialektisch aufgebaut ist. Der Sprecher geht auf etwas ein, was jemand anders gesagt hat und hält dem etwas entgegen. Dann vergleicht er beide Ansichten und macht daraus einen Vorschlag.

Vom Allgemeinen zum Besonderen geht die sogenannte „Gabel“. Dabei geht der Sprecher von einer allgemeinen Ansicht aus und hält dem dann aus seiner Erfahrung zwei andere Einsichten entgegen und zieht daraus eine Konsequenz.

Ferner können zwei Positionen verglichen werden. Dabei nennt der Sprecher zwei verschiedene Ansichten und wie diese begründet werden. Letztendlich bevorzugt er keine der beiden, sondern nennt einen eigenen Standpunkt.

Außerdem kann man einen Kompromiss vorschlagen. Dabei nennt der Redner zwei sich widersprechende Ansichten und behauptet, dass diese beiden sich in der Mitte treffen und schlägt einen daraus resultierenden Kompromiss vor.

Als letzte Möglichkeit kann man eine Ansicht ausklammern, dass heißt das der Redner feststellt, dass bisher nur über eine Sache geredet wurde, aber eine andere Ansicht, die ihm besonders wichtig scheint, übersehen würde.

2.4. Der Aufbau eines Arguments

Ein Argument besteht, so Bayer, aus einer oder mehreren Prämissen und einer Konklusion. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte so genau wie möglich formuliert werden.

Bayer nennt folgendes Beispiel:

„Alle Katzen können klettern“ ® Prämisse

„Tina ist eine Katze“ ® Prämisse

„Also kann Tina klettern.“ ® Konklusion

Eine Prämisse ist eine Aussage, in der ein Sachverhalt behauptet wird. Dieser Sachverhalt kann eine Tatsache sein, die wahr sein kann. Ist der Sachverhalt nicht wahr kann er die Konklusion nicht stützen. Man sagt dann, die Konklusion ist nicht haltbar.

Unabhängig von ihrer Haltbarkeit müssen Prämissen in einer bestimmten Beziehung zur Konklusion stehen. Diese Beziehung garantiert, dass bei wahren Prämissen auch die Konklusion war ist. Man spricht hier von der Relevanz der Prämissen. Hiermit beschäftigt sich die Logik[6]:

Die Logik ist die Lehre von den Prinzipien des richtigen d.h. schlüssigen Denkens und Beweisführens. Logisch richtig heißt: Eine wahre Vorraussetzung führt zu einem wahren Schluss.[7]

Ein Argument kann eine falsche Prämisse und eine falsche Konklusion haben oder auch falsche Prämissen und eine wahre Konklusion und trotzdem korrekt sein. Ein Argument kann niemals korrekt sein, wenn es wahre Prämissen und eine falsche Konklusion hat.[8]

2.5. Der Syllogismus

Der Begriff „Syllogismus“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „Das Zusammenzählen“.

Ein Syllogismus ist ein logischer Schluss, der sich auf Prämissen in einer der folgenden vier Formen stützt:

- Alle A sind B
- Alle A sind nicht B
- Einige A sind B
- Einige A sind nicht B

Ein Syllogismus besteht aus 2 Vorraussetzungen (Prämissen) und einem Schluss (Konklusion), wobei jede Prämisse mit der anderen und der Konklusion im Zusammenhang steht. Man kann also sagen, dass es bei einem Syllogismus zwei Behauptungen gibt, aus denen eine Schlussfolgerung gezogen wird. Der Syllogismus geht immer vom Allgemeinen zum Besonderen.[9]

Beispiel:[10]

Alle Menschen sind sterblich (Prämisse 1)

Sokrates ist ein Mensch (Prämisse 2)

Also ist auch Sokrates sterblich (Konklusion)

2.6. Das Toulmin-Schema

Das Toulmin-Schema ist ein Schema, mit dessen Hilfe man Argumente analysieren kann. Auch Nussbaumer nimmt es in seinem Überlegungen auf. Seiner Meinung nach bringt Toulmin die Argumentationsteile in einen logischen Zusammenhang.[11]

Für Toulmin gibt es in einer Argumentation fünf Elemente:

Zunächst einmal gibt es die „claim“, das ist die These selber, zum Beispiel „Harry is a british subjekt“[12]

Dann gibt es „data“, also Daten, bzw. Argumente. Das Beispiel wäre „Harry was born in Bermuda“[13].

Als nächstes Element gibt es die „warrant“, die Schlussregel, das ist die Regel, warum die Stützen (siehe unten) überhaupt Stützen sind. Das Beispiel hierzu ist „A man born in Bermuda will generally be a british subject.“[14]

[...]


[1] Internetseite der Wochenzeitung „Die Woche“

[2] Nussbaumer 1991, Seite 208.

[3] Nussbaumer 1991, Seite 208.

[4] Kienpointner 1996, Seite 75-76.

[5] Quelle unbekannt, siehe Handout des Referats zum Thema „Fünfsatz“ im Seminar.

[6] Bayer 1999, S. 87-88.

[7] Microsoft Encarta 1998.

[8] Bayer 1999, S. 93

[9] Microsoft Encarta 1998.

[10] Microsoft Encarta 1998.

[11] Nussbaumer 1991, S. 215-216.

[12] Nussbaumer 1991, S. 215-216.

[13] Nussbaumer 1991, S. 215-216.

[14] Nussbaumer 1991, S. 215-216.

Details

Seiten
27
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638160636
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9331
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld – FB Germanistik
Note
1,7
Schlagworte
Analyse Argumenten Argumentieren Didaktik Argumentierens

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