Lade Inhalt...

Mobbing im Personalmanagement

Seminararbeit 2008 21 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klärung des Begriffes Mobbing
2.1. Entwicklung des Begriffs
2.2. Definition des Begriffs Mobbing

3. Ursachen von Mobbing
3.1. In der Persönlichkeit begründete Ansätze
3.2. In der Arbeitsorganisation begründete Ansätze

4. Bewältigung
4.1. Maßnahmen persönlicher Natur
4.2. Maßnahmen der Organisation
4.3. Maßnahmen des Gesetzgebers
4.4. Prävention

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Neuberger, Oswald (1999): Mobbing

Abbildung 2 Esser, Axel/ Wolmerath, Martin (2003): Mobbing Der Ratgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung

Abbildung 3 Esser, Axel/ Wolmerath, Martin (2003): Mobbing Der Ratgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung

1. Einleitung

Diese Arbeit befasst sich auf den folgenden Seiten mit dem Thema Mobbing. Nach einem kurzen historischen Abriss, wird anschließend der Versuch einer präzisen und einheitlichen Definition unternommen. Es wird dabei ausschließlich die Definition von Leymann erläutert, da sie einen guten Ausgangspunkt einer Mobbinganalyse darstellt. Im weiteren Verlauf wird ein Überblick über die möglichen Ursachen, die in einer Organisation Mobbing auslösen können, gegeben. Es sollte im Interesse des Managements liegen, Mobbing zu erkennen und zu bewältigen. Die Arbeit legt deswegen im Folgenden Möglichkeiten dar, Mobbing in einer Organisation vorzubeugen und zu überwinden. Den Abschluss bildet eine Schlussbetrachtung. Aus Platzgründen können Mobbingdefinitionen anderer Autoren, Fallstudien, empirische Erhebungen sowie das Vorgehen in konkreten Mobbingfällen in dieser Arbeit leider nicht behandelt werden. Für das Personalmanagement ist das Erkennen von Mobbing genauso wichtig, wie deren Bewältigung, da Mobbing einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellt (Vgl. Hofmann 2002, S.38). Die Betrachtung und genaue Quantifizierung der Kosten fällt schwer, da Mobbing sich im Verborgenen abspielt und es demnach kein verlässliches Zahlenmaterial gibt. Hofmann weist darauf hin, dass die Bestimmung der Mobbingkosten aus empirischen Material nicht sinnvoll ist. Aus diesen Gründen wird die Frage nach den Kosten von Mobbing in dieser Arbeit nicht untersucht.

2. Klärung des Begriffes Mobbing

2.1. Entwicklung des Begriffs

Der Begriff Mobbing stammt aus dem angelsächsischen Raum, wobei „to mob“ soviel bedeutet wie pöbeln, angreifen, über jemanden herfallen oder attackieren (Vgl. Gockel 2004, S.20f).

In der Verhaltensforschung tauchte der Begriff in den 50er Jahren erstmalig bei Konrad Lorenz auf, der den Ausdruck Mobbing benutzte, um das Verscheuchen von einzelnen Tieren aus einer Gruppe dazustellen.

Der schwedische Arzt Heinemann (Vgl. Koller 2002, S.8) übertrug die Bedeutung des Mobbingbegriffes erstmalig auf menschliche Verhaltensweisen. Er untersuchte ab den 60er Jahren das Gruppenverhalten von Kinder, die er auf einem Schulhof beobachtete. Heinemann stellte fest, dass das Ausgrenzungsverhalten der Gruppe gegenüber einzelnen Schülern dem Verhalten glich, welches von Lorenz bei den Tieren beschrieben wurde. Im weiteren Verlauf wurde die Bedeutung des Begriffes Mobbing, um Angriffe einzelner Personen gegenüber einer anderen Einzelperson, erweitert.

Leymann forschte in den 80er Jahren zu dem Thema Mobbing am Arbeitsplatz und erweiterte den Begriff dementsprechend. Zu beginn der 90er Jahre wurde durch die Veröffentlichungen, des in Schweden lebenden Arbeitspsychologen Heinz Leymann, der Begriff Mobbing in Deutschland bekannt und etablierte sich hier für „Psychoterror am Arbeitsplatz“ (Vgl. Gockel 2004, S.23).

Der Begriff „Mobbing“ wurde im weiteren Verlauf stark mit der Arbeitswelt und seinen besonderen Anforderungen verknüpf, jedoch nicht immer klar abgegrenzt und definiert. Um einer uneinheitlichen Benutzung des Mobbingbegriffes vorzubeugen und um Verwechslungen mit ähnlichen Begriffen zu vermeiden, wird im folgenden eine Definition des Begriffes „Mobbing“ vorgenommen.

2.2. Definition des Begriffs „Mobbing“

Basis vieler deutschsprachige Arbeiten, die sich mit dem Thema Mobbing beschäftigen ist die erste allgemeine Definition von Leymann Anfang der 90er Jahre. Sie wurde aus 300 Interviews von Mobbingopfern, deren Ärzten und Betriebsräten, entwickelt. Leymann definiert Mobbing wie folgt:

„Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommt und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnet. “ (Vgl. Leymann 1993, S.21).

Diese Definition von Leymann, die Mobbing beschreiben und von ähnlichen Situationen abgrenzen soll, ist sehr allgemein gehalten und muss daher weiter erläutert werden. Die folgende genauere Beschreibung orientiert sich an obiger Definition und wird in vier Abschnitten genauer Analysieren.

Negativ kommunikative Handlung:

Darunter versteht Leymann Handlungen die von rein verbalen Angriffen bis hin zu körperlicher Gewalt reichen. Zu diesen Handlungen gehören beispielsweise: „Man wird ständig unterbrochen“, „Man spricht nicht mehr mit den Betroffenen“, „Man verbreitet Gerüchte“ oder „Androhung körperlicher Gewalt“. Diese Beispiele stammen von einer Liste, auf der Leymann 45 Mobbinghandlungen (Vgl. Neuberger 1999, S. 23f) zusammenfasst, welche das vorgehen von Mobbing- Tätern gegen ihre Opfer beschreibt. Es müssen nicht alle 45 Handlungen zutreffen, sondern eines dieser Mobbinghandlungen reicht aus, um sich selbst gemobbt zu fühlen. Um als Mobbingopfer zu gelten, muss die betroffene Person psychische oder physische Folgen davontragen unter denn sie leidet. So kann die eine Person zum Beispiel unter der Handlung des Vorgesetzten leiden, die andere nicht. Im ersten Fall könnte man von Mobbing sprechen und im zweiten Fall läge kein Mobbing vor. Weitere Hinweise um Mobbing zu identifizieren sind beobachtbare Folgen bei den Betroffenen. Dieses wären Beispielsweise sichtbare oder diagnostizierbare Folgen, wie physische oder psychische Krankheiten, Frührente, Kündigung oder lange Krankschreibungen. Eine längere Mobbingdauer kann eine traumatische Wirkung auf die Mobbing- Opfer haben und das posttraumatische Stresssyndrom (PTSD) nach sich ziehen. Dieses äußert sich bei den Betroffenen vor allem durch eine zwanghaft, immer wieder stattfindende gedankliche Beschäftigung mit der Mobbingsituation. Darauf folgt das Bedürfnisse diese Gedanken abzustellen, in Form von Vermeidungsverhalten der Situation die an das traumatische Erlebnis erinnert. Dieses Verhalten führt oft zu einer selbst gewählten Isolation, welche das Problem in der Regel verstärkt (Vgl. Gockel 2004, S. 28ff).

Durch eine Handlung oder eine Folge lässt sich nicht auf Mobbing schließen, sondern das Zusammentreffen verschiedener Handlungen und Folgen kann auf die Existenz von Mobbing am Arbeitsplatz hinweisen. Es ist die individuelle Kombination von subjektiv empfundenen Handlungen und Folgen des Mobbingopfers, als auch die von Außenstehenden Personen erkennbaren Handlungen und Folgen, die auf Mobbing schließen lassen.

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638062886
ISBN (Buch)
9783638951166
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93153
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
1,0
Schlagworte
Mobbing Personalmanagement Leymann Arbeitsplatz

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Mobbing im Personalmanagement