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Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausgewählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik

Magisterarbeit 2006 115 Seiten

Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Ökonomische Wohlstandsindikatoren
1.1. Wohlstandsmaße der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
1.1.1. Sozialproduktsbegriffe
1.1.2. Dreiseitenrechnung
1.2. Kritik an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
1.3. Alternativkonzepte zur Wohlstandsmessung der Volkswirtschaft- lichen Gesamtrechnung
1.3.1. System sozialer Indikatoren
1.3.2. Korrekturen am Sozialprodukt
1.3.3. Indexmethode
1.4. Einkommensverteilung
1.4.1. Einkommensbegriffe
1.4.2. Verteilungsmaße
1.5. Armutskonzepte
1.5.1. Relative Armut
1.5.2. Absolute Armut
1.6. Vermögensverteilung
1.6.1. Vermögensbegriff
1.6.2. Vermögensbewertung
1.6.3. Verteilungsmaße
1.7. Arbeitsmarktindikatoren
Zwischenfazit

2. Empirische Fundierung der ökonomischen Wohlstandsindikatoren
2.1. BSP- bzw. BIP-abhängige Länderauswahl
2.1.1. OECD-Länder
2.1.2. Europäische Union
2.1.3. Die alte „Zweite und Dritte Welt“
2.2. Personelle Einkommensverteilung in den OECD-Ländern
2.2.1. Problematik empirischer Studien
2.2.2. Vergleich diverser internationaler Studien
2.3. Relative Armut in der Europäischen Union
2.4. Absolute Armut in den Ländern der alten „Zweiten und Dritten Welt“
2.5. Personelle Vermögensverteilung
2.6. Arbeitslosenquoten in den OECD-Ländern, der Europäische Union und in den Ländern der alten „Zweiten und Dritten Welt“
Zwischenfazit

3. Empirische Zusammenhänge zwischen den ökonomischen Wohlstandsindikatoren
3.1. Vorgehensweise zur Herstellung von Zusammenhängen
3.2. Einkommensverteilung und Arbeitslosenquoten in den OECD-
Ländern
3.3. Armutsgefährdungsquote und Arbeitslosenquoten in der Euro- päischen Union
3.4. Ein-Dollar-Grenze, Gini-Koeffizient und Arbeitslosenquoten in der alten „Zweiten und Dritten Welt“
Zwischenfazit

4. Untersuchung über den Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktpolitik und den ökonomischen Wohlstands- indikatoren in den USA und den Niederlanden
4.1. Ansätze zur Arbeitsmarktpolitik in der ökonomischen Theorie
4.1.1. Neoklassischer Ansatz
4.1.2. Keynesianischer Ansatz
4.2. Begründung der Länderauswahl
4.3. Arbeitsmarktpolitik in den
4.4. Einflüsse der Arbeitsmarktpolitik auf die Entwicklung der ökono- mischen Wohlstandsindikatoren in den
4.5. Arbeitsmarktpolitik in den Niederlanden
4.4. Einflüsse der Arbeitsmarktpolitik auf die Entwicklung der ökono- mischen Wohlstandsindikatoren in den Niederlanden
Zwischenfazit

5. Forschungsperspektiven
5.1. Verbesserung der Datengrundlage
5.2. Einkommensmobilität
5.3. Ökonomische Wechselwirkungen
5.4. Einkommensungleichheit und Wirtschaftswachstum

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Linkliste (insbesondere für statistische Daten)

Statistischer Anhang
1. Aktuelle Gini-Koeffizienten der OECD-Länder mehrerer Anbieter
2. Gini-Koeffizienten der OECD-Länder
3. Arbeitslosenquoten der betrachteten OECD-Länder seit 1980
4. Armutsgefährdungsquote nach sozialen Transfers innerhalb der
5. Arbeitslosenquote innerhalb der
6. Gini-Koeffizient, 1 $-Grenze und Arbeitslosenquote der Länder der alten „Zweiten und Dritten Welt“
7. Arbeitslosenquoten USA und Niederlande

Abbildungsverzeichnis

1. Nationales Produktionskonto und Sozialproduktsbegriffe

2. Lorenzkurve

3. Arbeitslosenkonzepte

4. OECD-Länder

5. BIP / Kopf der OECD-Länder in USD 2002 bei Kaufkraftparität

6. Ländergruppen

7. BNE / Kopf der Entwicklungsländer in USD 2003 bei Kaufkraftparität

8. Gini-Koeffizienten mehrer OECD-Länder im Vergleich

9. Vermögensverteilung in Deutschland

10. Differenz der Arbeitslosenquoten zwischen ILO und

11. Möglichkeitenmatrix

12. Arbeitslosigkeit und Einkommensverteilung in den OECD-Ländern

13. Langfristige Zusammenhänge zwischen der Arbeitslosigkeit und der Einkommensverteilung in den OECD-Ländern

14. Arbeitslosigkeit und Armutsgefährdungsquoten in der Europäischen Union

15. Transformationsländer

16. Schwellenländer

17. Lateinamerikanische Länder

18. Vierte Welt

19. Entwicklungsländer ohne Zuordnung zu einer Ländergruppe

20. Zusammenfassung der Ländergruppenergebnisse

21. Zusammenfassung der Ländergruppenergebnisse unabhängig vom betrachten ökonomischen Indikator und unabhängig von Fall 3

22. Arbeitslosenquote und Gini-Koeffizient

23. Arbeitslosenquote und Gini-Koeffizient Niederlande

Einleitung

„Vorfahrt für Arbeit“[1], „Arbeit hat Vorfahrt“[2] oder „Sozial ist, was Arbeit schafft.“[3] waren Wahlkampfslogans, die den Sommer 2005 vor der deutschen Bundestags-wahl prägten. Sie suggerieren, dass es den Betroffenen, also den Arbeitslosen, besser geht, wenn sie Arbeit haben. Das ist auf den ersten Blick einleuchtend und trifft in den meisten Fällen wahrscheinlich auch zu. Nichtsdestotrotz dürfte es sich lohnen Entwicklungen auf Arbeitsmärkten mit der Wohlstandsentwicklung von Gesellschaften zu vergleichen, um diese These zu unterstützen oder gegebenenfalls (ggf.) zu entkräften. Ist es wirklich so, dass eine Minderung der Arbeitslosenzahlen zu einer Verbesserung der Wohlstandssituation führt? Anders formuliert: Hat eine bestimmte Arbeitsmarktpolitik mehr Wohlstand oder zumindest weniger Armut zur Folge? Denkbar wäre jedoch auch, dass die Wohlstandsentwicklung unabhängig von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist. In diesem Fall könnte ein Auseinanderdriften der Schere zwischen Arm und Reich systembedingt sein.

Der Titel meiner Arbeit „Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausge-wählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik“ deutet thematisch auf die politische Ökonomie hin. Hinsichtlich der Literaturanalyse der theore-tischen Grundlagen der ökonomischen Wohlstandsindikatoren werde ich mich im ersten Kapitel (Kap.) jedoch auf das Nötigste beschränken, da der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Analyse der Indikatoren, die sich aus der Literatur ergeben (Kap. 2.), und einem Versuch, Zusammenhänge zwischen diesen Indikatoren herzustellen (Kap. 3.), liegen soll. Ökonomisch-theoretische Erklärungsansätze dieser Zusammenhänge können demgemäß nicht den Schwerpunkt bilden. Diese werde ich lediglich in einem Mindestmaß an Grundannahmen berück-sichtigen. Ausführlicher könnten diese Aspekte in einer weiteren und umfang-reicheren Arbeit im Rahmen eines Promotionsvorhabens dargestellt werden.

Das „working poor“-Phänomen beziehungsweise (bzw.) Lohndumping ist nicht nur in den USA bekannt. Der Begriff wird auch in Deutschland für gering quali-fizierte Beschäftigte im Zusammenhang mit der Niedriglohndebatte verwendet.[4] Fraglich ist nur, wie die generelle Tendenz bzw. die gesamtgesellschaftliche Wirkung ist. Grundsätzlich sollte man annehmen, dass bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit der Wohlstand einer Gesellschaft steigt bzw. im Umkehrschluss bei steigender Arbeitslosigkeit der Wohlstand einer Gesellschaft sinkt. Analog gilt dieser Zusammenhang für das Verhältnis zwischen der Arbeitslosigkeit und der Einkommensungleichheit. Ist das tatsächlich so? Gerade vor dem Hintergrund der immer wieder auftretenden Diskussion, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, scheinen diese Fragestellungen interessant zu sein. Wenn dem so sein sollte, ist die Frage nach der Ursache des Auseinander-driftens der Schere zwischen Arm und Reich nicht mehr fern. Liegt dies an stei-gender Arbeitslosigkeit, an falscher Politik oder am Wirtschaftssystem? Womög-lich gibt es noch andere Gründe.

Im Verlauf dieser Arbeit werde ich weniger auf gesamtgesellschaftliche Wohl-standsmaße wie zum Beispiel (z. B.) das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder das Bruttosozialprodukt (BSP) eingehen, da diese als Gesamtaggregate einer Volks-wirtschaft über Missstände hinwegtäuschen können. Dennoch werde ich auch diese Maße im Zusammenhang zu folgenden Fragen kurz betrachten: Was ist Wohlstand? Wie kann man Wohlstand messen und welche Probleme ergeben sich dabei? Welcher Zusammenhang besteht zur Arbeitslosigkeit bzw. zur Arbeitsmarktpolitik einer Volkswirtschaft?

Die vorstehenden Fragen führen unmittelbar zur Problematik der Verteilungs-gerechtigkeit sowohl des Einkommens als auch des Vermögens. Dessen Vertei-lung ergibt sich nicht unmittelbar aus dem Marktgeschehen. Dabei spielen z. B. Tarifparteien, Preispolitik, Unternehmen oder Berufsverbände eine große Rolle.[5]

Der Begriff Wohlstand, dessen Messung und Verteilung sind eher aus Sicht der Industrieländer von Interesse. Bei den Entwicklungsländern dürfte eine gegen-sätzliche Betrachtungsweise von Belang sein. Was ist Armut und wie kann ich sie messen? Noch entscheidender dürfte jedoch die Frage sein, wie man die Armut abbauen kann.

Auf den ersten Blick erscheint es einfach all die vorgenannten Fragen zu beant-worten. Für einen internationalen Vergleich sind jedoch diverse Hürden zu neh-men bzw. Probleme auszublenden. Dies gilt sowohl beim theoretischen Hinter-grund hinsichtlich verschiedener Begriffe als auch bei der empirischen Daten-grundlage. Zentrale Fragen in diesem Zusammenhang sind: Welches Konzept ist sinnvoll für welches Land? Was ist messbar? Was ist machbar? Welche Daten gibt es? Offensichtlich ist in jedem Fall, dass es für so genannte Industrie- oder Entwicklungsländer unterschiedliche Konzepte geben sollte.

An dieser Stelle ist noch fraglich, warum überhaupt ein Ländervergleich notwen-dig ist. Hier liegt die Antwort auf der Hand. Es ist erforderlich, um von ausge-machten Erfolgs- bzw. Misserfolgs-Modellen lernen zu können. Aus diesem Grund werde ich in Kap. 4 exemplarisch die Entwicklungen in den USA und in den Niederlanden beleuchten. Die Auswahl dieser Länder ergibt sich aus den Erkenntnissen im Verlaufe der Arbeit.

Ebenfalls in Kap. 4 werde ich noch kurz mögliche Ursachen von Arbeitslosigkeit aufzeigen, um zu überprüfen, wie die Arbeitsmarktpolitik bei ausgewählten Län-dern ausgerichtet ist und wie die Wirkung auf die Einkommensverteilung in diesen Ländern ist. Problematisch ist in diesem Zusammenhang sicherlich, dass mögliche Therapievorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der öffent-lichen Diskussion geradezu ideologisch missbraucht werden.

Abschließend betrachte ich in Kap. 5 einige ausgewählte Forschungsperspek-tiven, um dann in der Schlussbetrachtung ein Fazit zu ziehen.

1. Ökonomische Wohlstandsindikatoren

In diesem einleitenden Kapitel beleuchte ich, welche Indikatoren es in der ökonomischen Theorie zur Wohlstandsmessung gibt, um aufzuzeigen, welche Probleme damit behaftet sind und welche Indikatoren praktikabel sind. Zunächst gehe ich in Kap. 1.1. auf Wohlstandsmaße der Volkswirtschaftlichen Gesamt-rechnung (VGR) sowie sich daraus ableitender Kritik (Kap. 1.2.) und Alternativ-konzepte (Kap. 1.3.) ein. Im Folgenden werden Konzepte zur Messung der Einkommensverteilung (Kap. 1.4.), zur Armut (Kap. 1.5.) und zur Vermögens-verteilung (Kap. 1.6.) ausgeführt. Indikatoren des Arbeitsmarktes betrachte ich in Kap. 1.7.

1.1. Wohlstandsmaße der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bzw. das Bruttosozialprodukt (BSP) ist ein traditionelles Wohlstandsmaß, das jedoch als Gesamtmaß über Missstände hinwegtäuschen kann. Da stellen sich unweigerlich Fragen. Was ist Wohlstand und wie kann man Wohlstand messen? Ist eine Erhöhung des Wirtschaftswachstums immer wünschenswert? So könnten hiermit z. B. Nebenwirkungen, wie erhöhte Schadstoff- und Lärmemissionen sowie steigender Energieverbrauch verbunden sein.[6]

1.1.1. Sozialproduktsbegriffe

Beginnend erläutere ich unterschiedliche Sozialproduktsbegriffe. Alle gehen zunächst vom Produktionsvolumen eines Staates aus.

- Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen (BSP, Gross National Product, GNP) = Bruttonationaleinkommen zu Marktpreisen (BNE)

Das Bruttosozialprodukt bestimmt die Wirtschaftskraft eines Landes und ergibt sich aus dem von allen Inländern erwirtschafteten Produktionsvolumen innerhalb einer Periode. Die Bestimmung dieses Wertes erfolgt mithilfe der Marktpreise, wobei so genannte Vorleistungsprodukte zur Vermeidung einer Doppelerfassung abgezogen werden müssen. Inländer sind in diesem Zusammenhang natürliche Personen, die ihren Wohnsitz im Inland haben, und juristische Personen, deren Zentrum ihrer wirtschaftlichen Aktivität im Inland ist. Dies wird auch als Bruttowertschöpfung (BWS) bezeichnet.[7]

- Nettosozialprodukt zu Marktpreisen

Im Gegensatz zum Bruttosozialprodukt berücksichtigt das Nettosozialprodukt die Abnutzung des Produktionsapparates bzw. des Kapitalbestandes. Um diesen erhalten zu können sind Ersatzinvestitionen in Höhe der Abnutzung notwendig. Diese mindern wiederum das zur Verteilung zur Verfügung stehende Produktionsvolumen. Das Nettosozialprodukt zu Marktpreisen errechnet sich somit aus dem Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen abzüglich der Abschreibungen für Ersatzinvestitionen.[8]

- Nettosozialprodukt zu Faktorkosten = Volkseinkommen

Das Nettosozialprodukt zu Faktorkosten bzw. das Volkseinkommen ergibt sich wiederum aus dem Nettosozialprodukt zu Marktpreisen abzüglich indirekter Steuern und zuzüglich Subventionen. Faktorkosten sind dabei Aufwendungen für Arbeit, also Löhne, und Aufwendungen für das notwendige Betriebskapital, also Zinsen für Fremdkapitalgeber und Gewinne für Eigenkapitalgeber. Zur Berechnung des Nettosozialproduktes ist der Abzug indirekter Steuern notwendig, da sie vom Markt auf andere Wirtschaftssubjekte übergewälzt werden. Somit sind sie nicht in die zur Produktion notwendigen Faktorkosten einzubeziehen. Subventionen verringern die Marktpreise unter die notwendigen Faktorkosten und sind damit hinzuzurechnen. Damit ergibt sich in der Summe das Volkseinkommen, das der Bevölkerung tatsächlich in Form von Löhnen bzw. Gewinnen zur Verfügung steht. Alternativ wird dies auch als (Netto)-Wertschöpfung bezeichnet.[9]

Die nachfolgende Abbildung (Abb.) 1 soll die bisher genannten Zusammen-hänge verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Reales und nominales Bruttosozialprodukt

Das reale Bruttosozialprodukt berücksichtigt die Preissteigerung und rechnet die Inflationsrate aus dem nominalen Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen heraus.[10]

- Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (BIP, Gross Domestic Product, GDP)

Ein weiteres Mittel zur Bestimmung der Produktionsleistung eines Landes ist das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen. Im Gegensatz zum Bruttosozialprodukt bezieht sich dieses nicht auf die Inländerkonzeption im obigen Sinne, sondern auf eine Inlandskonzeption und somit auf die Produktionsleistung innerhalb der geographischen Grenzen eines Landes. Damit werden auch ausländische Wirtschaftssubjekte innerhalb dieses Landes berücksichtigt. Zur Berechnung des Bruttoinlandprodukts werden die Erwerbs- und Vermögenseinkünfte von Inländern im Ausland vom Bruttosozialprodukt subtrahiert und die Erwerbs- und Vermögenseinkünfte von Ausländern im Inland addiert.[11]

1.1.2. Dreiseitenrechnung

In der ökonomischen Theorie wird das inländische Produktionsvolumen von drei Seiten betrachtet. So ist einerseits die Frage nach der Entstehung, andererseits die Frage nach der Verwendung, aber auch drittens die Frage der Verteilung des Produktionsvolumens interessant.[12]

In der Entstehungsrechnung wird die Frage behandelt, woher das Produktionsvolumen kommt. So setzt es sich aus einem Anteil des Staates und aus Anteilen der Wirtschaftsbereiche (primärer, sekundärer, tertiärer Sektor) zusammen.[13]

Die Verteilungsrechnung beantwortet die Frage, wer das Produktionsvolumen bekommt. In erster Linie wird hier funktional zwischen der Verteilung der Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit (Lohneinkommen) sowie aus selbständiger Tätigkeit und Vermögen (Gewinneinkommen) unterschieden. Messbar wird dies mit Hilfe der Lohnquote (Verhältnis zwischen Bruttoeinkommen aus unselbständiger Tätigkeit und Volkseinkommen).[14]

Ein Anstieg der Lohnquote muss allerdings nicht bedeuten, dass sich die Wohlfahrtssituation der Arbeitnehmer verbessert hat, obwohl dies oft behauptet wird. So wird z. B. die Querverteilung von Einkünften nicht berücksichtigt. Arbeitnehmer können auch Kapitaleinkünfte haben. Weiterhin ist die Gruppe der Arbeitnehmer extrem inhomogen. So gehören z. B. auch Vorstandsmitglieder von großen Aktiengesellschaften dazu. Darüber hinaus ist eine Zunahme der Scheinselbständigkeit aufgrund der Auslagerung von Geschäftsbereichen festzustellen.[15]

Aus diesen Gründen wird die Untersuchung einer personellen Einkommensverteilung unabhängig von der Quelle des Einkommens notwendig. Hierbei werden die Einkommensunterschiede zwischen einzelnen Personen oder Haushalten betrachtet.[16] Die Darstellung erfolgt häufig mittels einer Lorenzkurve zur Ermittlung von Einkommensdisparitäten (vgl. dazu Kap. 1.4.).

Zur Frage wie das Produktionsvolumen verwendet wird bzw. wie sich die Nachfrage verhält, gibt die Verwendungsrechnung Auskunft. Grundsätzlich unterscheidet sich die Nachfrageseite in Konsumnachfrage seitens privater Haushalte und in Investitionsgüternachfrage von den Unternehmen. Ebenso werden vom Staat Konsum- und Investitionsgüter nachgefragt. Weiterhin ist die Auslandsnachfrage (Export) und die Lagerinvestition für den Verbrauch in späteren Perioden zu nennen. Zur Ermittlung der Gesamtinlandsnachfrage wird die Importnachfrage abgezogen.[17]

1.2. Kritik an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Das Sozialproduktwachstum als Maßzahl für das Wirtschaftswachstum galt lange als ultimatives Kriterium für die Wohlstandsentwicklung westlicher Volkswirt-schaften. Durch die Endlichkeit der Ressourcen, veränderte sozioökonomische und demographische Faktoren sowie seit den 1970-er Jahren einer veränderten Bedürfnisstruktur der Menschen (z. B. Selbstverwirklichung, Freizeit oder eine saubere Umwelt) scheinen die Grenzen des Wachstums erreicht.[18]

Weiterhin sind die oft synonym verwendeten Begriffe Wohlstand, Wohlfahrt oder Lebensqualität nicht eindeutig. Jeder hat ein unterschiedliches Verständnis für das Ausmaß seiner Lebensqualität bzw. seines Wohlstandes. Somit gestaltet sich dessen Erfassung bzw. Operationalisierung schwierig. Darüber hinaus kann nicht von einem Gleichklang der Zunahme der Lebensqualität durch Zunahme des Sozialprodukts ausgegangen werden.[19]

Fraglich ist weiterhin, ob gesellschaftlicher Wohlstand mithilfe des Produktions-volumens oder mithilfe der Summe individueller Determinanten gemessen werden sollte und damit unabhängig vom Produktionsvolumen eines Landes wäre. Grundsätzlich bietet das BSP bzw. BIP eine Grundlage zur Bestimmung der Einkommenssituation der Menschen einer Volkswirtschaft. Offen bleibt jedoch, ob dessen Wachstum zu einem Anstieg der Lebensqualität führt oder nicht.[20]

Pigou hat die Nichterfassung der Eigenleistungen privater Haushalte im so genannten Hausfrauenparadoxon dargestellt. Wenn z. B. ein Mann seine Haushälterin heiratet, sinkt das Sozialprodukt, ohne dass sich etwas an der Lebensqualität des Mannes ändert. Weitere Beispiele sind Nachbarschaftshilfe, Tätigkeiten im eigenen Haushalt, Renovierung der eigenen Wohnung oder Reparatur eines Autos ohne Werkstattbesuch. Insbesondere ein Vergleich zwischen Volkswirtschaften mit sehr großen Sozialproduktsunterschieden wird dadurch erschwert, da die Eigenleistungen nur sehr eingeschränkt bewertet werden können.[21]

Ein weiteres Problem ergibt sich aufgrund der Nichterfassung der Schattenwirtschaft bzw. Schwarzarbeit im Rahmen der Sozialprodukts-messung. Hierunter sind all die Tätigkeiten zu verstehen, die nicht in den Bereich des eigenen Haushaltes fallen, jedoch steuerhinterziehend erwirtschaftet werden und daher nicht erfasst werden können. Weiterhin fallen in diesen Bereich illegale Geschäfte wie z. B. Drogenhandel und Prostitution. Der Umfang der Schatten-wirtschaft ist naturgemäß in jedem Land unterschiedlich. Schätzungen hierzu sind mittels verschiedener Verfahren möglich, aber letztlich bleiben sie sehr ungenau.[22]

Die staatliche Produktion wird zu einem großen Teil unentgeltlich an die Bürger abgegeben. Somit existieren keine Marktpreise zur Bewertung der staatlichen Güter. Aus diesem Grund setzt das Statistische Bundesamt hilfsweise die Anschaffungs- und Herstellungskosten für diese Güter an. Diese lassen jedoch einerseits keine Rückschlüsse auf die Qualität der Güter zu und andererseits ist es problembehaftet, da z. B. die Erhöhung der Beamtenbezüge zu einer Erhöhung des Sozialprodukts führt, ohne dass tatsächlich die Produktion erhöht wird.[23]

Ein anderes Problem ist, dass soziale Kosten und Erträge und die Entwicklung der Umweltqualität eines Landes unberücksichtigt bleiben. Dies sind z. B. zwangsläufig anfallende Folgekosten im Rahmen der Produktion aus der Emission von Schadstoffen oder Lärm. Diese werden nicht von den Unter-nehmen direkt getragen, sondern fallen der gesamten Gesellschaft beispielsweise in Form von Krankheit, Lärmbelästigung oder einer Verminderung der Umweltqualität zu, ohne mindernd in der Sozialproduktsrechnung berücksichtigt zu werden. Das Wohlstandsniveau dürfte in weniger belasteten Volkswirtschaften höher sein. Im Gegensatz dazu werden tatsächlich aufwands-wirksame Umweltsanierungs- oder Schallschutzmaßnahmen wohlstands-erhöhend in der Sozialproduktsberechnung erfasst, obwohl lediglich der vorherige Zustand an Lebensqualität hergestellt wird.[24]

Bei einem Vergleich der realen anstelle der nominalen Produktionswerte kann die Inflation oder Deflation eines Landes problematisch sein. So hat z. B. Italien den zugrunde gelegten Warenkorb geändert, um das Konvergenzkriterium zur Europäischen Währungsunion zu erfüllen. Weiterhin können Wechselkurse problembehaftet sein, da bei einem internationalen Vergleich die Umrechnung in eine einheitliche Währung notwendig ist. Hier können Probleme wie politische Manipulation durch Devisenbewirtschaftung oder Kapitalverkehrskontrollen auftreten.[25]

Bezüglich der Zeitallokation ist anzumerken, dass Freizeit ein entscheidendes Kriterium für die Lebensqualität ist. Diese wird in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht berücksichtigt.[26]

Hinsichtlich der Einkommensverteilung gibt das Produktionsvolumen kaum Auskunft, da es eine eindimensionale Messgröße ist. So verfügen z. B. in Brasilien 5% der Menschen über 95% des Einkommens. Eine Steigerung des Produktionsvolumens würde damit nur dem geringsten Teil der Bevölkerung helfen (vgl. hierzu Kap. 1.4.).[27]

Als weiteres kritikwürdiges Beispiel an der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist die fehlende Trennung zwischen wohlstandsunwirksamen staatlichen bzw. privaten Vorleistungskäufen und der entsprechenden Endnachfrage zu nennen. Im privaten Bereich tritt dieses bei Fahrten zum Arbeitsplatz oder bei Aufwendungen für Bildungseinrichtungen und Arbeitskleidung auf. Beispiele im staatlichen Bereich sind bestimmte Aufwendungen für die Infrastruktur, teilweise Aufwendungen für die innere und äußere Sicherheit oder die Gesundheitsvorsorge. Der Vorleistungscharakter und die Endnachfrage sind teilweise sehr schwer unterscheidbar.[28]

All diese Beispiele zeigen, dass die aus der VGR abgeleiteten Gesamtmaße zur Wohlstandsmessung nicht zwangsläufig geeignet sind, etwas über die Entwicklung der Lebensqualität auszusagen.

1.3. Alternativkonzepte zur Wohlstandsmessung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Die folgenden Alternativkonzepte im Hinblick auf die Kritik an der Wohlstands-messung mithilfe von Gesamtmaßen der VGR versuchen die Determinanten der Lebensqualität zu systematisieren. Teilweise sind sie aus einem Sozialprodukt abgeleitet.

1.3.1. System sozialer Indikatoren

Das System sozialer Indikatoren ist Ende der 1960-er Jahre entwickelt worden. Ziel war es, den Zustand und die Entwicklung der objektiven Lebensbedingungen und der subjektiven Lebensqualität einer Gesellschaft messen zu können, um einen Soll-Ist-Vergleich zu ermöglichen.[29]

In den 1970-er Jahren hat die OECD eine Sozialindikatorenliste mit acht politischen und gesellschaftlichen Zielbereichen, die nach Auffassung der Konstrukteure von entscheidender Bedeutung sind, erstellt. Hierzu zählen Gesundheit, Entwicklung der Persönlichkeit durch Lernen, Erwerbstätigkeit und Qualität des Arbeitslebens, Zeit und Freizeit, wirtschaftliche Situation des Einzelnen, physische Umwelt, primäre und sekundäre gesellschaftliche Bindung sowie persönliche Sicherheits- und Rechtspflege. Mittels bestimmter Indikatoren sollen diese Zielbereiche in einem komplexen Verfahren operationalisiert werden.[30]

Ein erweitertes System sozialer Indikatoren hat das Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim für Deutschland entwickelt. Hier werden 13 Lebens- und Politikbereiche mit 330 Indikatoren und über 1.000 Zeitreihen berücksichtigt.[31]

Die Weltbank hat ebenfalls ein System sozialer Indikatoren entwickelt. Dies berücksichtigt 94 Indikatoren in 170 Ländern seit 1965. Hier hängt die Wahl der Messgrößen allerdings von der Verfügbarkeit des Datenmaterials ab.[32]

Ein Problem beim System sozialer Indikatoren ist, dass lediglich Soll-Ist-Vergleiche durchgeführt werden und kein quantifizierbares Gesamtwohlstands-maß ermittelt wird. Ein Vergleich mehrerer Volkswirtschaften ist damit nicht möglich. Weiterhin ist es fraglich, inwiefern die Operationalisierung der Mess-größen den tatsächlichen Bestimmungsgrößen für die Lebensqualität entspricht. Darüber hinaus werden die Systeme zwar immer wieder angepasst und modifiziert, jedoch ist infrage zu stellen, ob überhaupt alle entscheidenden Determinanten für die Entwicklung der Lebensqualität berücksichtigt werden. Letztlich bleibt dies eine subjektive Entscheidung der Konstrukteure.[33]

1.3.2. Korrekturen am Sozialprodukt

Zu den Korrekturen am Sozialprodukt sind in erster Linie zwei Konzepte zu nennen, die im Gegensatz zu den Systemen sozialer Indikatoren ein quanti-fizierbares Wohlstandsmaß abbilden. Zum einen ist es das Measure of Economic Welfare Konzept und zum anderen das Ökoinlandsprodukt.[34]

Das Measure of Economic Welfare Konzept (MEW) ist von Nordhaus und Tobin Anfang der 1970-er Jahre entwickelt worden. Bei der Berechnung dieser Messgröße wird das BSP als Ausgangsgröße genutzt. Zunächst werden die nicht wohlstandswirksamen staatlichen und privaten Vorleistungskäufe (vgl. Kap. 1.2.) heraus sowie die öffentlichen und privaten Aufwendungen für Ausbildung und Gesundheit hinzu gerechnet. Weiterhin werden dauerhafte Konsumgüter als Kapitalgüter und nicht als Endprodukte erfasst, um zu verhindern, dass eine verkürzte Lebensdauer dieser Güter eine Erhöhung des MEW zur Folge hat. Außerdem werden positive Werte für Freizeit, Eigenproduktion der Haushalte und Kapitaldienste für dauerhafte Konsumgüter unterstellt. Zuletzt werden noch Kosten, die infolge von Schadstoff- und Lärmemissionen entstehen, berücksichtigt.[35]

Das Ökoinlandsprodukt (ÖIP) ist als Alternativkonzept infolge des Leitbildes der Brundtland-Kommission 1987 zu einer nachhaltigen Entwicklung unter Berück-sichtigung umweltökonomischer und entwicklungspolitischer Aspekte entstanden. Hier werden umweltpolitische Kosten der Produktion und Konsumtion einbezo-gen. Zunächst ist es dabei notwendig ökologische Ziele zu definieren, die ein umweltbezogenes Wohlfahrtsniveau sichern. Anschließend sind hypothetische Vermeidungskosten zu ermitteln, die notwendig wären, um eine Verletzung von Umweltstandards zu vermeiden. Hieraus kann eine Zielvorgabe für ein ÖIP entwickelt werden, das eine möglichst hohe volkswirtschaftliche Produktions-menge unter Einhaltung von ökologischen Vorschriften berücksichtigt. Zur Berechnung wird das BIP als Ausgangsgröße genutzt. Unter Abzug der Abschreibungen auf das reproduzierbare Produktivvermögen ergibt sich das Nettoinlandsprodukt (NIP). Zuzüglich der Bruttoinvestitionen in das Naturvermögen (Wiederherstellungsausgaben) und abzüglich der potentiellen Vermeidungskosten ergibt sich das ÖIP. Dies stellt jedoch keine faktische volkswirtschaftliche Produktionsmenge dar.[36]

1.3.3. Indexmethode

Die Indexmethode ist ein Alternativkonzept ohne jedoch ein Sozialprodukt als Ausgangsgröße zu berücksichtigen. Zur Konstruktion eines Gesamtindex zur Ermittlung eines Wohlstandsniveaus ist es zunächst notwendig bedeutsame Lebensumstände zu bestimmen. Beispiele hierfür sind Umwelt, Kultur, Sicherheit, Versorgung, Gesundheit oder wirtschaftlicher Wohlstand. Diese Liste ließe sich nahezu beliebig verlängern und verfeinern (vgl. Kap. 1.3.1.). Die Erreichung der jeweiligen Aspekte wird mithilfe einer Punkteskala festgestellt. Der Index wird dann unter Addition gewichteter oder ungewichteter Werte erstellt. Somit kann ein quantifizierbarer Wert festgestellt und dessen Entwicklung beobachtet werden.[37]

Die Indexmethode ergibt zwar einen quantifizierbaren Wert, jedoch ist es eine Nicht-Geld-Rechnung, die kaum Rückschlüsse zulässt. Weiterhin ist es zwar positiv, dass Indikatoren der Lebensqualität in den Index einfließen, jedoch ist deren Auswahl und deren Gewichtung eine subjektive Entscheidung des Konstrukteurs. Bei international vergleichenden Indikatoren ist die Datenver-fügbarkeit ein entscheidendes Konstruktionskriterium und nicht die Wichtigkeit eines Indikators. Auf der Zeitschiene ergeben sich ebenfalls Probleme, da sich die Bedeutung einzelner Indikatoren im Laufe der Zeit ändern kann.

1.4. Einkommensverteilung

Die Untersuchung personeller Einkommensverteilungen hat in den letzten Jahrzehnten in den Wirtschaftswissenschaften eine eher geringe Bedeutung gehabt. Das wissenschaftliche Interesse hieran nimmt jedoch aus verschiedenen Gründen zu. Einerseits sind die steigenden bzw. hoch bleibenden Arbeitslosen-quoten in den Industrieländern zu nennen. Andererseits sind der demogra-phische Wandel und die damit steigende Belastung der öffentlichen Haushalte Gründe für ein zunehmendes Interesse der Politik. Darüber hinaus erwachsen aufgrund der hieraus resultierenden Reformanforderungen notwendigerweise Informationsbedürfnisse seitens der Politik an die Wissenschaft.[38]

Damit ergeben sich zwangsläufig Probleme, da es z. B. in Deutschland keine offizielle Statistik für eine solche Fragestellung gibt. Die vorhandenen Statistiken, wie beispielsweise die Beschäftigungsstichprobe des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) oder die Einkommensteuerstatistik des Bundes, sind aufgrund fehlender Daten unzureichend. Um bestimmte Informationen zu erlangen, sind Befragungen notwendig. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe die umfangreiche Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS) der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt mit cirka 60.000 teilnehmenden Haushalten. Dennoch ergeben sich auch hier trotz der umfangreichen Zahl an Teilnehmern beispielsweise Probleme hinsichtlich der Repräsentativität, da es Themenbereiche mit hohen Auskunftsverweigerungsraten gibt.[39]

Da die theoretischen Probleme der Messung einer Einkommensverteilung auch in anderen Ländern ähnlich gelagert auftreten dürften, werde ich diese exemplarisch mithilfe der EVS aufzeigen. Die Probleme der tatsächlichen Messung werde ich ausführlicher im zweiten Kapitel betrachten.

1.4.1. Einkommensbegriffe

Die Untersuchung von Einkommensverteilungen setzt zunächst an der Ermittlung der Primäreinkommen einzelner Personen an. Diese setzen sich aus den Markteinkommen aus dem Wirtschaftsprozess zusammen und werden auch als Bruttoeinkommen (aus unselbständiger Tätigkeit, aus selbständiger Tätigkeit und aus Vermögen) bezeichnet. Die tatsächliche Einkommensverteilung ergibt sich nach der Sekundärverteilung durch den Staat. Diese Transfermaßnahmen können mithilfe der Finanz-, Steuer-, Vermögensbildungs- oder Sozialpolitik erfolgen und ergeben das Nettoeinkommen.[40]

Interessant könnte auch die Betrachtung von Haushaltseinkommen sein, da innerhalb eines Haushaltes in der Regel auch Personen ohne bzw. mit einem sehr geringen Einkommen leben und eventuell von einem Hauptverdiener mitversorgt werden.[41]

Problematisch bei der Betrachtung von Nettoeinkommen sind insbesondere Leistungen von und an Versicherungen, da es sich hierbei um gemischte Transaktionen handelt. So setzt sich beispielsweise eine Zahlung aus einer Lebensversicherung aus Verzinsung, Risikoausgleich und Kapitalverzehr zu-sammen. Bei Leistungen aus Schaden-, Unfall- oder Krankenversicherungen handelt es sich dagegen in der Regel (i. d. R.) um einmalige Zahlungen. Bei dem Abzug von Beiträgen zur Pflegeversicherung vom Bruttoeinkommen wird der Vorsorgecharakter nicht berücksichtigt.[42]

Nichtsdestotrotz ist aus verteilungs- und sozialpolitischer Sicht für die Analyse von Einkommensverteilungen die einzelne Person und nicht der zusammen-gefasste Haushalt relevant. Aus diesem Grund wird das so genannte Äqui-valenzeinkommen ermittelt. Hierzu sind zwei Annahmen nötig. Zum einen fließt das gesamte Haushaltseinkommen in einen Pool und gleicht damit das Wohlstandsniveau und Bedürfnisniveau der einzelnen Haushaltsmitglieder untereinander aus. Zum anderen erwirtschaften Mehrpersonenhaushalte Erspar-nisse aufgrund ihrer Haushaltsgröße im Vergleich zu Singlehaushalten z. B. bei Fixkosten wie Bad, Küche und Telefonanschlusskosten oder wegen niedrigerer Preise bei Käufen größerer Mengen. Weiterhin dürften Erwachsene und Kinder unterschiedliche Bedarfe haben.[43]

Die EVS geht im Rahmen ihrer Studie von der alten OECD-Skala als Äquivalenzskala aus. Hier werden Alleinstehenden und den Bezugspersonen des Einkommens ein Gewicht von 1,0, Personen ab 15 Jahren ein Gewicht von 0,7 und Personen unter 15 Jahren ein Gewicht von 0,5 zugeordnet. Die Quantifizierung der Haushaltsgrößenersparnisse ist jedoch grundsätzlich von Werturteilen abhängig, so dass auch andere Äquivalenzskalen denkbar wären.[44]

Aufgrund des komplexen Verteilungsprozesses vom Primär- zum Sekundär-einkommen, ergeben sich sowohl bei der Erklärung von Einkommensvertei-lungen als auch bei der Prognose der Auswirkungen politischer Maßnahmen beispielsweise aufgrund gegenläufiger Effekte (unter anderem (u. a.) Konjunktur oder Wirtschaftsentwicklung) enge Grenzen.[45]

1.4.2. Verteilungsmaße

Jedes Konzept zur Messung der Verteilung bzw. Ungleichheit von Einkommen setzt Normen, so dass es wiederum eine Vielzahl davon gibt. Voraussetzungen für diese Konzepte sind:[46]

1. die Pigou-Dalton-Bedingung. Sie setzt voraus, dass jeder Transfer von einer reichen an eine ärmere Person das Maß der Ungleichheit reduziert. Im Umkehrschluss erhöht jeder Transfer von einer ärmeren an eine reichere Person das Ungleichheitsmaß.
2. Invarianz gegenüber positiven Lineartransformationen. Dies bedeutet, dass das Ungleichheitsmaß unabhängig von proportionalen Veränderungen aller Einkommen ist.

Die deutsche Einkommens- und Verbrauchsstichprobe verwendet beispielsweise den Gini-Koeffizienten, die mittlere logarithmische Abweichung und das offen-normative Atkinson-Maß. Die Berechnung aller Maße setzt die Sortierung vom niedrigsten zum höchsten Einkommen voraus.[47]

Der Gini-Koeffizient misst die Abweichung des Einkommens der Personen oder Haushalte eines Landes oder einer Region von einer vollständig gleichmäßigen Verteilung der Einkommen. Eine graphische Veranschaulichung der Ungleichheit kann mithilfe der so genannten Lorenzkurve erfolgen (vgl. Abb. 2). Diese ergibt sich aus den kumulierten Prozentwerten des gesamten erzielten Einkommens eines Landes oder einer Region. Hier wird bei der Aufsummierung mit den ärmsten Personen bzw. Haushalten begonnen. Wird der als Konzentrationsfläche bezeichnete Bereich zwischen der Ursprungsgeraden (durch (0/0) und (100/100), hypothetische Gleichverteilung) und der Lorenzkurve ins Verhältnis zum gesamten Bereich unterhalb der Ursprungsgeraden gesetzt, ergibt sich der Gini-Koeffizient. Dieser kann einen beliebigen Wert zwischen Null und Eins bzw. als Prozentwert zwischen Null und Hundert annehmen. Dabei drückt 0 % eine vollkommene Gleichverteilung und 100 % eine vollkommene Ungleichverteilung aus. Graphisch bedeutet das: Je größer die Konzentrationsfläche ist, desto größer ist die Ungleichheit der Einkommensverteilung.[48]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Gini-Koeffizient reagiert am sensibelsten auf Veränderung in den Bereichen mittlerer Einkommen. Die mittlere logarithmische Abweichung (MLD, oder auch als Theil-Maß bekannt) ist im Bereich unterer Einkommen oder abgewandelt im Bereich oberer Einkommen besonders sensibel. Das offen-normative Atkinson-Maß kann einer Änderung der Verteilung bei unteren Einkommen durch Setzung eines Parameters (Epsilon) ein größeres Gewicht zuordnen.[49]

Der Vorteil dieser Konzepte ist, dass im Ergebnis eine einzige Maßzahl ermittelt wird. Im Umkehrschluss gehen dabei jedoch viele Informationen verloren, so dass es zu Missinterpretationen kommen kann. Für jede Lorenzkurve gibt es beispielsweise grundsätzlich auch andere Lorenzkurven mit einem identischen Gini-Koeffizienten.[50]

Zur Vermeidung des Informationsverlustes können gruppenspezifische Einkommensanteile z. B. mithilfe von Dezilsanteilen ermittelt werden. Hierzu werden die Einkommen wiederum vom niedrigsten zum höchsten Einkommen sortiert und in jeweils zehnprozentige Einkommensanteile am Gesamteinkommen eingeteilt. Hieraus lassen sich Perzentilsverhältnisse z. B. zwischen der obersten und der untersten Einkommensgruppe (90/10-Verhältnis) oder der obersten bzw. untersten zur mittleren Einkommensgruppe (90/50- bzw. 50/10-Verhältnis) ermitteln.[51]

1.5. Armutskonzepte

„Viele werden auch behaupten, dass ökonomische Ungleichheit eigentlich nicht besonders entscheidend ist, so lange es den Armen gut geht.“[52]

In der Theorie macht es einen Unterschied, ob die Einkommensungleichheit zunimmt, weil die Armen ärmer oder die Reichen reicher werden. Deshalb sind summarische Verteilungsmaße (z. B. Gini-Koeffizient, vgl. vorheriges Kapitel) eher ungeeignet in Bezug auf dieses spezielle Problem der Einkommensarmut im Rahmen der personellen Verteilung von Einkommen.[53]

Dabei stellt sich unweigerlich die Frage: Was ist Armut? Die einfache Antwort wäre, dass Menschen arm sind, wenn sie weniger als das physische Existenzminimum zur Verfügung haben. Ein Problem der Definition des Begriffs Armut ist jedoch, dass damit Wertüberzeugungen verbunden sind. In Gesellschaften, in denen das durchschnittliche Wohlstandsniveau deutlich über dem physischen Existenzminimum liegt, dürfte die tatsächliche Armutsgrenze höher liegen als in Gesellschaften, in denen das durchschnittliche Wohlstandsniveau in der Nähe des Existenzminimums liegt. Relative Armut könnte somit als auf einen mittleren Lebensstandard bezogene Benachteiligung bezeichnet werden.[54]

Hier besteht jedoch ein offensichtlicher Unterschied zwischen Armut in reichen Ländern und Armut in armen Ländern. So bezeichnet die Weltbank im Vorwort zum Weltentwicklungsbericht 2000/01, der der Thematik „Bekämpfung der Armut“ gewidmet ist, die Armut inmitten des Überflusses als die größte Herausforderung der Welt.[55]

Um es deutlicher zu machen: Von 1990 bis 1998 ist die Zahl der extrem Armen um 78 Mio. gesunken. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts haben 2,8 Milliarden (Mrd.) Menschen weniger als 2 Dollar pro Tag und 1,2 Mrd. Menschen weniger als 1 Dollar pro Tag zum Lebensunterhalt zur Verfügung. Die Weltbevölkerung wird voraussichtlich in den nächsten 25 Jahren um ca. 2 Mrd. Menschen an-steigen. Cirka 97 % dieses Anstiegs wird in den so genannten Entwicklungs-ländern erfolgen.[56]

Grundsätzlich ist eine Unterscheidung zwischen arm und nicht arm mittels bestimmter Kriterien möglich. Diese unterschiedlichen Definitionen der Armut lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner reduzieren. Sie beschreiben einen Mangel an Wohlbefinden bzw. Wohlfahrt.[57]

Im Folgenden gehe ich beispielhaft auf zwei widerstreitende Konzepte ein. Kap. 1.5.1. betrachtet ein relatives Armutskonzept, das für reiche Länder geeignet ist, wohingegen Kap. 1.5.2. ein absolutes Armutskonzept beleuchtet, das bei armen Ländern angewendet werden sollte.

1.5.1. Relative Armut

Innerhalb der Europäischen Union (EU) wird z. B. das Konzept einer Armutsrisikoquote bzw. Armutsgefährdungsquote verwendet. Hierunter fallen alle Personen, denen weniger als 60 % des Mittelwerts des „bedarfsgewichteten Nettoäquivalenzeinkommens“ im jeweiligen Mitgliedsland zur Verfügung steht. In Deutschland liegt diese Grenze bei 938 Euro. Problematisch ist in diesem Zusammenhang die Ermittlung der jeweiligen Grenzen in den Ländern, da sie einerseits eine Konvention ist und andererseits nichts über notwendige Bedürfnisse aussagt.[58]

Grundsätzlich könnte auch mit anderen Armutsgrenzen gearbeitet werden, da die Setzung dieser Grenze eine Konvention ist. So definiert Strengmann-Kuhn die Armutsgrenze bei Unterschreiten von 50 % des Äquivalenzeinkommens und bezeichnet diese als gebräuchlichste Definition in der empirischen Sozial-forschung. Die EVS arbeitet dagegen beispielsweise mit drei Grenzen (40 %, 50 % und 60 %).[59]

Bei der Bestimmung von Armut bzw. Armutsgrenzen müsste auch das Vermögen der betroffenen Person berücksichtigt werden. Hier stellt sich wiederum die Frage, ob es sinnvoll ist das gesamte Vermögen einzubeziehen.[60]

Ein weiterer Nachteil eines Armutsquoten- bzw. Armutsrisikoquotenkonzeptes ist die Nichtberücksichtigung der Armutsintensität. Wenn z. B. ein minimaler Einkommensverlust dazu führt, dass eine Person gerade unter die Armutsrisikogrenze fällt, so würde dies zwangsläufig zu einer Erhöhung des durchschnittlichen Einkommens aller unterhalb dieser Grenze liegenden Personen führen.[61]

Eine andere Form eines relativen Armutskonzepts stellt das sozio-kulturelle Existenzminimum dar. Hierbei wird ein Ausschluss von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bzw. ein Mangel an Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten individueller Art berücksichtigt. Das sozio-kulturelle Existenzminimum ist auf Armatya Sens Konzept der Verwirklichungschancen zurückzuführen. Grundsätzlich wird hier die Chancenperspektive berücksichtigt. Probleme können sich jedoch bei der Operationalisierung der Variablen ergeben.[62]

1.5.2. Absolute Armut

Das Armutskonzept der Weltbank orientiert sich eher an der Situation in den ärmsten Ländern der Welt und ist als absolutes Armutskonzept zu verstehen. Absolute Armut bedeutet ein Mangel an lebensnotwendigen Grundbedürfnissen. Hier gelten die Ein- bzw. Zwei-Dollar-Grenzen als typisch. Sie geben an, wie viel Prozent der Bevölkerung weniger als ein bzw. weniger als zwei Dollar pro Tag zum Lebensunterhalt zur Verfügung hat. Der Realwert dieser Grenzen soll möglichst konstant gehalten werden, um langfristige Vergleiche anstellen zu können. Grundlage zur Umrechnung in internationale Dollar sind die inter-nationalen Preise von 1993 unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität (KKP). Im Weltentwicklungsbericht 2005 entsprechen die Grenzen $ 1,08 bzw. $ 2,15.[63]

Weiterhin wird eine Armutslücke ermittelt. Sie stellt prozentual den Grad und die Verbreitung der Armut dar und ergibt sich aus dem mittleren Fehlbetrag unterhalb der Armutsgrenze.[64]

Für internationale Vergleiche von Daten zur Armut ergeben sich einerseits begriffliche Probleme bei der Definition von Armut in den einzelnen Ländern, aber andererseits auch praktische Probleme. So ist z. B. hinsichtlich der Kauf-kraftparität zu berücksichtigen, dass diese zwar die typischen Preise für Waren und Dienstleistungen in einem Land berücksichtigt, jedoch für internationale Vergleiche der Aggregate der VGR entworfen wurde und nicht für internationale Vergleiche von Armutsgrenzen. Somit bedeutet eine internationale Armutsgrenze in diesem Sinne in verschiedenen Ländern nicht zwangsläufig eine identische Benachteiligung.[65]

Ein anderes Problem ergibt sich bei der Messung des Lebensstandards. Fraglich ist dabei, ob in armen Ländern das Einkommen oder der Verbrauch als Maßstab für das Wohlergehen bzw. die Gesundheit gelten sollte. Das Einkommen ist schwer exakt zu bestimmen (vgl. auch Kap. 1.4.) und kann bei gleich bleibendem Lebensstandard Schwankungen unterliegen. Daten zum Verbrauch sind dagegen nicht immer verfügbar, würden jedoch näher am tatsächlichen Lebensstandard liegen.[66]

1.6. Vermögensverteilung

Sowohl die Einkommens- aber auch die Vermögenssituation der privaten Haushalte kennzeichnet deren ökonomische Wohlstandssituation. Die Entwick-lung des Vermögens und des Einkommens ist direkt und wechselseitig voneinander abhängig. Ungleichheiten bei der Vermögensverteilung können nur langsam abgebaut werden, da sich Vermögen langfristig aufbauen (z. B. Ost-West-Unterschiede in Deutschland). Das Einkommen kann dabei als Stromgröße und das Vermögen als Bestandsgröße bezeichnet werden.[67]

Somit kann nicht nur ein Einkommensmaß, sondern auch der Vermögensbestand bzw. dessen Verteilung als Wohlstandsindikator dienen, um die Kluft zwischen armen und reichen Menschen oder Haushalten darzustellen. Das öffentliche Interesse hieran wird immer wieder am Aufflammen der Diskussion über die Wiedereinführung der Vermögensbesteuerung bzw. über die Erhöhung der Erbschaft- und Schenkungsteuer deutlich. Prominente Vertreter dieser Debatte sind z. B. Heide Simonis (SPD, Ex-Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein) oder Andrea Nahles („Wortführerin“ der SPD-Linken).[68]

Wie sich später noch zeigen wird, sind Vermögen noch ungleicher verteilt als Einkommen (vgl. Kap. 2.3.4.). Als Forschungsthema sind Vermögensverteilungen darüber hinaus noch weniger, geradezu stiefmütterlich, bearbeitet als Ein-kommensverteilungen. So wird dieser Bereich von der deutschen EVS erst seit 1983 mitberücksichtigt. Darüber hinaus gibt es keinen Konsens bezüglich des Begriffes und der Bewertung von Vermögen.[69]

Damit wird es natürlich nicht einfacher dieses Thema zu behandeln. Dennoch möchte ich zunächst einen möglichen Vermögensbegriff (Kap. 1.6.1.) anhand der EVS darstellen, um dann auf Probleme der Bewertung (Kap. 1.6.2.) hinzuweisen und mögliche Verteilungsmaße (Kap. 1.6.3.) aufzuzeigen.

1.6.1. Vermögensbegriff

Das Volksvermögen im engeren Sinne ergibt sich aus der Summe der Sachgüter, Grund und Boden, Forderungen, immaterielle Rechte und Nutzungsmög-lichkeiten abzüglich Verbindlichkeiten. Zum Volksvermögen im weiteren Sinne gehören neben dem Volksvermögen im engeren Sinne Human-, Natur-, Kultur- und Sozialvermögen. Dabei ist das Volksvermögen im engeren Sinne noch am Ehesten messbar. Es wird jedoch häufig unterschiedlich abgegrenzt. Bei den anderen Vermögensarten handelt es sich zwar um bedeutende Werte, jedoch wird deren Messung wesentlich schwerer fallen.[70]

Das Vermögen einer Person oder eines Haushaltes kann unterschiedliche Dimensionen annehmen. So ist es bezüglich der Verfügungsmöglichkeiten und der Bewertung von der Rechts-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung eines Staates abhängig.[71]

Im Rahmen der EVS wurde weitestgehend nur das nur Bruttoimmobilien- und Bruttogeldvermögen (Versicherungen, Bausparguthaben, Aktien, Rentenwerte, Spareinlagen, sonstige Wertpapiere und Fonds, Sparbriefe und Girokonten) der privaten Haushalte berücksichtigt. Abzüglich deren Schulden ergibt sich das Nettogesamtvermögen auf Ebene der privaten Haushalte. Hierin ist nur ein Volksvermögen im engsten Sinne zu sehen.[72]

Vermögensbestandteile wie Bargeld, Schmuck oder Kunstgegenstände werden nicht von der EVS erhoben. Unternehmensvermögen wird nur zu einem sehr kleinen Teil und zwar in Form von börsennotierten Aktien berücksichtigt. Der weitaus überwiegende Teil des Unternehmensvermögens wird jedoch als nicht notierte Kapital- oder Personengesellschaft geführt.[73]

Auf Bestimmungsfaktoren der langfristigen Vermögensentwicklung und Vermögensverteilung (z. B. Sparquote, Einkommensverteilung, Wertänderung, Vererbungen oder Staatstätigkeit) gehe ich nicht detailliert ein. Die Grundformel der Vermögensänderung ergibt sich aus der Ersparnis aus laufendem Einkommen zuzüglich bzw. abzüglich der Änderungen des Wertes des vorhandenen Vermögens sowie zuzüglich bzw. abzüglich der Vermögens-übertragungen.[74]

Die Möglichkeiten des Staates die Vermögensverteilung zu beeinflussen sind im Gegensatz zur Beeinflussungsmöglichkeit bei der Einkommensverteilung gering, da grundsätzlich immer die Möglichkeit der Kapitalflucht besteht. Beispiele für Möglichkeiten zur Beeinflussung sind die Vermögensbesteuerung, die Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer, Anreize zum Vermögensaufbau oder Anreize zur Errichtung von Stiftungen.[75]

1.6.2. Vermögensbewertung

Im Gegensatz zum Einkommen ist das Vermögen nicht unmittelbar bewertungsfähig, es sei denn, es handelt sich um Geldvermögen. Das zentrale Problem der Vermögensbewertung ist, dass es keinen „wahren“ Wert für alle Vermögensarten gibt. Dennoch sollte eine möglichst einheitliche Bewertung angestrebt werden, auch wenn diese nahezu immer subjektiv bleibt. Dies kann mithilfe eines Markt- bzw. Verkehrswerts eines Wirtschaftsgutes geschehen. Ist dieser nicht ermittelbar, könnte ein so genannter Ertragswert ermittelt werden. Andere, weniger geeignete Optionen zur einheitlichen Bewertung von Wirtschaftsgütern sind die Ermittlung von Wiederbeschaffungswerten, die Annahme der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder Schätzwerte.[76]

Das Immobilienvermögen ist unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Verkehrswerte in die EVS eingegangen. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich dabei um selbst geschätzte Werte der Eigentümer handelt, die einige Zusatzberechnungen notwendig machen.[77]

Schätzwerte wurden beispielsweise bis 1993 bei der Bewertung der Rückkaufwerte von Lebens- oder Rentenversicherungen berücksichtigt. Ebenfalls simuliert wurden teilweise Werte für Vermögen auf Girokonten.[78]

Börsennotierte Kapitalgesellschaften sind mit den Börsenkursen in die EVS eingegangen. Nicht notierte Kapital- und Personengesellschaften sind dagegen nicht berücksichtigt worden. Gerade die Bewertung dieses Betriebsvermögens dürfte aufgrund von Jahr zu Jahr wechselnder Ertragswerte erhebliche Probleme mit sich bringen.[79]

Ähnliches gilt für die Bewertung von Schmuck, von Kunstgegenständen oder von Gebrauchsgegenständen. Da die Ermittlung eines Zeitwertes sehr unsicher ist, ist hierin ebenso wie bei den nicht notierten Kapital- und Personengesellschaften der Grund für die Nichtberücksichtigung bei der EVS zu sehen.[80]

1.6.3. Verteilungsmaße

Grundsätzlich können identische Ungleichheitsverteilungsmaße ebenso wie bei der Einkommensverteilung angewendet werden (vgl. Kap. 1.4.2.). Aus diesem Grund werde ich diese Thematik hier nicht weiter vertiefen.

Ein international gebräuchliches Verteilungsmaß für Vermögensverteilungen ist die Darstellung des Anteils der obersten und vermögensreichsten aller Haushalte eines Staates.[81]

1.7. Arbeitsmarktindikatoren

„Arbeitslosigkeit bedeutet einen Verzicht auf Produktion und Einkommen, lässt hohe fiskalische Kosten entstehen, bewirkt einen verstärkten Abbau von Humankapital, vergrößert die Ungleichheit, weil Arbeitslose Wohlfahrtseinbußen hinnehmen müssen, und verursacht zum Teil erhebliche psychische Belastungen bei den Betroffenen, die das Gefühl haben, nicht mehr gebraucht zu werden, oder denen als Jugendliche Zukunftsperspektiven genommen werden. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Belastungen insgesamt gesehen mehr als nur zu einem Bruchteil durch den Freizeitgewinn gemildert werden.“[82]

Wer ist arbeitslos? Auch dies ist eine Frage, die auf den ersten Blick relativ einfach zu beantworten sein sollte. Auf den zweiten Blick lassen sich jedoch auch bei dem Begriff der Arbeitslosigkeit unscharfe Abgrenzungen auffinden, die ich zunächst am Beispiel der deutschen Arbeitsmarktstatistik darstelle, um anschließend andere internationale Arbeitslosenkonzepte aufzuzeigen.

Die ökonomische Theorie bezeichnet Menschen, die zu den jeweils herrschenden Bedingungen bereit sind zu arbeiten, jedoch keine Arbeit gefunden haben, als unfreiwillig arbeitslos. Menschen, die über die herrschenden Bedingungen hinaus gehende Forderungen haben und deswegen nicht arbeiten, werden als freiwillig arbeitslos bezeichnet. Der Begriff freiwillig in diesem Sinne ist jedoch missverständlich, da es sich hier i. d. R. um Arbeitslosigkeit infolge eines Marktversagens handeln dürfte.[83]

In der amtlichen deutschen Arbeitslosenstatistik wird der Begriff der jeweils herrschenden Bedingungen durch die Bezeichnung zumutbare Beschäftigung ersetzt. Weiterhin muss der Arbeitslose den Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagentur zur Verfügung stehen, um in der Arbeitslosenstatistik erfasst zu werden. Aus diesem Grund fallen bestimmte Personenkreise nicht hinein. Dies sind z. B. hochschwangere Frauen, ausbildungsplatzsuchende Jugendliche oder arbeitsunfähige Kranke. Weiterhin fallen nur die Personen in die Statistik, die sich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden.[84]

Ein anderes Problem der Arbeitslosenstatistik sind arbeitslose Menschen, die nur vortäuschen, dass sie arbeiten wollen, um die Unterstützungsleistungen des Staates ausnutzen zu können. Für diesen Personenkreis lohnt sich die Arbeits-aufnahme aus verschiedenen Gründen nicht. Motive hierfür können eine hohe Verschuldung der arbeitslosen Person oder hohe Unterhaltsansprüche gegen-über dem Arbeitslosen sein. Zusätzliches Einkommen würde in diesen Fällen direkt gepfändet werden. Ein anderes Beispiel sind erziehende Mütter, die die Ansprüche bis zum Ende der Berechtigungszeit ausnutzen.[85]

[...]


[1] CDU / CSU: Regierungsprogramm 2005 – 2009, 2005, S. 9. Dies Zitat im Regierungs-programm der CDU / CSU geht auf eine Grundsatzrede des Bundespräsidenten Horst Köhler vom 15.03.2005 zurück, der dort von einer Vorfahrtsregel für Arbeit gesprochen hat. Vgl. Köhler, H.: „Ordnung der Freiheit“, 2005, S. 3.

[2] FDP: Deutschlandprogramm 2005: Arbeit hat Vorfahrt, 2005, S. 4. Sogar im Titel des Programms ist dies Zitat enthalten und verdeutlicht damit dessen Bedeutung.

[3] CDU / CSU: Regierungsprogramm 2005 – 2009, 2005, S. 9.

[4] Vgl. Strengmann-Kuhn, W.: Armut trotz Erwerbstätigkeit, 2003, S. 8.

[5] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 23.

[6] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 7.

[7] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 149 und 152 - 153.

[8] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 150.

[9] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 150 - 151.

[10] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 151. Zur Messung der Preissteigerung vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 163.

[11] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 151 - 152.

[12] Bezüglich der Entstehung und der Verwendung vgl. auch Abb. 1.

[13] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 153 - 156.

[14] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 158. Zum Teil wird auch eine bereinigte Lohnquote verwendet. Diese unterstellt eine konstante Beschäftigungszahl.

[15] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 159 – 160.

[16] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 158.

[17] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 162 - 163.

[18] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 206.

[19] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 207.

[20] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 208 - 211.

[21] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 212 - 213.

[22] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 213 - 215.

[23] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 215.

[24] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 216.

[25] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 216 - 217.

[26] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 217.

[27] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 217 - 218.

[28] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 218 - 219.

[29] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 221 - 222.

[30] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 222 und 224 - 225.

[31] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 222 - 223.

[32] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 223 und 225.

[33] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 225.

[34] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 226.

[35] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 226 - 227. Die Arbeiten des japanischen Net National Welfare Measurement Komitees beinhalten eine analoge Vorgehensweise. Daher werde ich diese nicht detaillierter darstellen.

[36] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 226 - 228. Ein anderes mögliches Konzept wäre das System of Integrated Environmental and Economic Accounting der Vereinten Nationen (UNO).

[37] Vgl. Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 230 - 236. Hier gibt es Indikatorensysteme mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie z. B. den Standard of Living Index des United Nation Research Institute for Social Development (UNRISD), den International Human Suffering Index (HSI) des Population Crisis Committee (PCC) in Washington, den Wettbewerbsindex des Europäischen Managementforums (EMF) in Genf oder den Lebensqualität-Atlas von Dieter Korczak. Da die Darstellung einzelner Indizees zu weit von meinem eigentlichen Thema wegführen würde, verzichte ich auf weitere explizite Ausführungen.

[38] Vgl. Hauser, R. / Wagner, G.: personelle Einkommensverteilung, 2002, S. 372 und Toft, C.: Einkommensungleichheit in den OECD-Ländern, 2003, S. 162.

[39] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 18 - 20.

[40] Vgl. BMGS: Armuts- und Reichtumsbericht, 2005, S. 14 und . Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 24 und 57.

[41] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 57.

[42] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 57 – 58.

[43] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 58 – 59 und 175 -176.

[44] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 59 - 60. Die alte OECD-Äquivalenzskala bewertet die Haushaltsgrößenersparnisse im Vergleich zu anderen Skalen verhältnismäßig niedrig. Zudem blendet die alte OECD-Skala diverse Annahmen und Grundsätze der Haushaltsführung aus. Vgl. dazu Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 176 - 177. Zu methodischen An-sätzen zur Spezifizierung von Äquivalenzskalen (institutionell orientierte, ausgaben-basierte oder subjektiv-bezogene Ansätze) vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 177 -183 und dort angegebene Literatur. Da dies keine zentrale Bedeutung für den Verlauf meiner Arbeit hat, gehe ich nicht weiter darauf ein. Die Auswahl einer Skala kann jedoch bedeutende Auswirkungen auf die jeweiligen Ergebnisse einzelner Studien haben. Weiterhin würde die Nutzung verschiedener Skalen die Vergleichbarkeit der Studien weiter einschränken.

[45] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 24.

[46] Vgl. Hauser, R. / Wagner, G.: Personelle Einkommensverteilung, 2002, S. 378 - 379.

[47] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 61 - 62.

[48] Vgl. Litz, H.-P.: Statistische Methoden, 2003, S. 108 – 112, Schira, J.: Statistische Methoden der VWL und BWL, 2005, 65 – 73 und Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2005, 2005, S. 321 und 324.

[49] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 61 - 62. Auf die Darstellung der expliziten Funktionsweise dieser Maße verzichte ich aus Platz-gründen. Vgl. dazu Hauser, R. / Wagner, G.: personelle Einkommensverteilung, 2002, S. 378 – 380. Hier werden auch weitere Maße dargestellt und diverse Literaturverweise angegeben. Weiterhin werde ich im späteren Verlauf meiner Arbeit nur noch den Gini-Koeffizienten auswerten, da es hierzu das umfangreichste statistische Material gibt. Vgl. Kap. 2.2.

[50] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 61 - 62. So hat Toft beispielsweise nachgewiesen, dass der anhand des Gini-Koeffizienten ermittel-te Anstieg der Einkommensungleichheit in den skandinavischen Ländern in den späten 1990-er Jahren durch Veränderungen am oberen Rand der Einkommensverteilung zustande gekommen ist. Alle anderen Einkommensbereiche sind weitestgehend stabil geblieben. In diesem Fall sind die Reichen zwar reicher, aber die Armen nicht ärmer geworden, da die relative Armut (vgl. Kap. 1.5.1.) nicht zugenommen hat. Vgl. dazu Toft, C.: Einkommensungleichheit in den OECD-Ländern, 2003, S. 181.

[51] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 62.

[52] Toft, C.: Einkommensungleichheit in den OECD-Ländern, 2003, S. 162.

[53] Vgl. Toft, C.: Einkommensungleichheit in den OECD-Ländern, 2003, S. 176 - 178. Toft schlägt an dieser Stelle vor, die Entwicklung der Realeinkommen bestimmter Perzentile zu betrachten, um daraus Schlüsse bezüglich der Entwicklung von Einkommensdispa-ritäten zu ziehen. Ihm gelingt es anhand des Beispieles Großbritannien mithilfe eines Schaubildes nachzuweisen, dass in einem Zeitraum von 40 Jahren die Einkommens-ungleichheit deutlich angewachsen ist. Diese Methode ist jedoch ungeeignet, etwas über Arme bzw. Armut auszusagen.

[54] Vgl. BMGS: Armuts- und Reichtumsbericht, 2005, S. 4. Daneben gibt es diverse andere Armutsdefinitionen, die ich an dieser Stelle jedoch nicht betrachten werde. Vgl. dazu Strengmann-Kuhn, W.: Armut trotz Erwerbstätigkeit, 2003, S. 13 ff. Weiterhin dürfte es relativ schwer fallen ein physisches Existenzminimum zu bestimmen.

[55] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2000/01, 2001, S. V.

[56] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2000/01, 2001, S. VI.

[57] Vgl. Strengmann-Kuhn, W.: Armut trotz Erwerbstätigkeit, 2003, S. 13.

[58] Vgl. BMGS: Armuts- und Reichtumsbericht, 2005, S. 4 - 5.

[59] Vgl. Strengmann-Kuhn, W.: Armut trotz Erwerbstätigkeit, 2003, S. 13 und Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 115 ff.

[60] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 66.

[61] Vgl. Becker, I. / Hauser, R.: Anatomie der Einkommensverteilung, 2003, S. 66 – 67.

[62] Vgl. BMGS: Armuts- und Reichtumsbericht, 2005, S. 5 - 6.

[63] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2005, 2005, S. 319 - 320.

[64] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2005, 2005, S. 319.

[65] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2005, 2005, S. 319 - 320.

[66] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2005, 2005, S. 320. Hier werden weitere Detailprobleme aufgezeigt, die sich aus internationalen Armutsvergleichen ergeben. Dies sind z. B. unterschiedliche Entwicklungsstände der Länder oder die relative Bedeutung des Verbrauchs nicht marktbestimmter Güter und die dazu gehörigen Schätzmethoden.

[67] Vgl. BMGS: Armuts- und Reichtumsbericht, 2005, S. 18 – 19 und Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 17.

[68] Vgl: O. V.: SPD-Linke will Änderungen erreichen, Handelsblatt 30.05.2003.

[69] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 16 und Laser, J.: Basiswissen Volkswirtschaftslehre, 2000, S. 196 - 198.

[70] Vgl. dazu und auch zur näheren Definition dieser Vermögensbegriffe Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 17 - 20.

[71] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 16 - 17.

[72] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 20 – 21 und 47 -51. Aufgrund der Datenlage können nur private Haushalte betrachtet werden. Zur Definition des Begriffes Haushalt vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung 2004, S. 43.

[73] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 48 – 49.

[74] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 109.

[75] Vgl. BMGS: Armuts- und Reichtumsbericht, 2005, S. 20.

[76] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 20 – 21.

[77] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 49 - 50. Grundsätzlich könnte hier auch eine Überschätzung der Verkehrswerte vorgelegen haben, da die selbst eingeschätzten Verkehrswerte über den erzielbaren Marktwerten liegen dürften. Nach Stein vertreten diverse Autoren diese Auffassung.

[78] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 49.

[79] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 49. Vgl. weiterhin beispielsweise zur steuerrechtlichen Bewertung nach dem Ertragswert Drieß, J: Bewertung von Betriebsvermögen, 2003, S. 579 - 586.

[80] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 49 und 51.

[81] Vgl. Stein, H.: Anatomie der Vermögensverteilung, 2004, S. 64 - 65.

[82] Franz, W.: Arbeitsmarktökonomik, 2003, S. 341.

[83] Vgl. Franz, W.: Arbeitsmarktökonomik, 2003, S. 343.

[84] Vgl. Franz, W.: Arbeitsmarktökonomik, 2003, S. 343 - 344.

[85] Vgl. Franz, W.: Arbeitsmarktökonomik, 2003, S. 344. Auf weitere Beispiele verzichte ich an dieser Stelle.

Details

Seiten
115
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638055598
ISBN (Buch)
9783638946780
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93100
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,5
Schlagworte
Vergleich Wohlstandsindikatoren Länder Hintergrund Arbeitsmarktpolitik

Autor

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Titel: Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausgewählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik