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Kooperation und Konkurrenz im Tourismus - Eine Analyse am Beispiel Destinationen

Seminararbeit 2006 19 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anfänge des Tourismus

3. Die Destination
3.1 Der Begriff Destination
3.2 Das Netzwerk als strategische Wettbewerbseinheit

4 Kooperation
4.1 Der Begriff Kooperation
4.2 Die Tourismusorganisation als Träger des Destinationsmanagements und ihre kooperativen Aufgaben
4.3 Modelle von Kooperationen
4.3.1 vertikale Kooperation
4.3.2 horizontale Kooperation
4.3.3 laterale Kooperation
4.4 Gründe und Ziele für Kooperationen

5 Konkurrenz
5.1 Der Begriff Konkurrenz
5.2 Vorkommen von Konkurrenz
5.3 Gründe und Ziele für Konkurrenz

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Das Recht auf Erholung ist ein Grundrecht der Menschen (§ 24 Menschenrechtskonvention). So ist es nicht verwunderlich, dass die [Tourismusbranche] zum größten Wirtschaftszweig der Welt avancierte; mehr als 100 Millionen Menschen verdienen unmittelbar in diesem Dienstleistungssektor ihr Geld.“[1]

Allein in der Bundesrepublik Deutschland konkurrieren heute ca. 83 Großstädte, mehr als 350 Regionen und über 4000 Orte mit touristischen Angeboten. Die Tourismusbranche gehört zu den wachstumsstärksten Branchen überhaupt.[2]

Kooperation und Konkurrenz haben eine wichtige Funktion in der Tourismusbranche eingenommen. Hiermit wird sich die folgende Seminararbeit beschäftigen, speziell mit einer Analyse am Beispiel von Destinationen.

Im 2. Kapitel werden die Anfänge des Tourismus beschrieben. Danach wird im 3. Kapitel der Begriff Destination definiert, es folgt eine Beschreibung des Netzwerkes, der sog. Leistungsbündel, die für ein Destinationsmanagement von besonderer Bedeutung sind.

Bei komplementären Güter, die in einem Leistungsbündel zusammengefasst werden, ist die Kooperation sehr verbreitet, da diese Güter nur bedingt von anderen übernommen werden können. Das 4. Kapitel wird sich mit dem Kooperationsbegriff und Gründen und Zielen, die für eine Kooperation sprechen, beschäftigen. Ferner wird die Tourismusorganisation als Träger des Destinationsmanagements näher beschrieben. Substituive Güter sind im Gegensatz zu komplementären Gütern leicht austauschbar. So ist es verständlich, dass man hier weniger auf Kooperation, als vielmehr auf Konkurrenz stößt. Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit Konkurrenz und gibt neben einer Definition des Begriffs auch einen Überblick über Gründe und Ziele von Konkurrenz. Das 6. und letzte Kapitel stellt Kooperation und Konkurrenz innerhalb einer Destination und zwischen verschiedenen Destinationen gegenüber und beschreibt, was wo überwiegend zu finden ist.

2. Anfänge des Tourismus

Die Anfänge des Tourismus gehen in das 17. und 18. Jahrhundert zurück. Damals reisten junge Adelige, die als Vorbereitung für den Staatsdienst eine Bildungsreise machen wollten, durch die Zentren Europas. Die Art des Reisens wurde als „grand tour“ bezeichnet. Im 19. Jahrhundert fingen die Briten mit Skilaufen und Bergwandern im Alpenraum an. Zu jener Zeit war Tourismus den gut betuchten Mitgliedern in einer Gesellschaft vorbehalten.

Dies sollte sich jedoch ändern: durch technische Innovationen, man denke hier an das Transportwesen, wurde es möglich die Preise zu drücken – z.B. durch Großraumflugzeuge, Eisenbahn, Schiffe usw.. Ferner wurden die Realeinkommen der Bürger in den Industrieländern erheblich gesteigert, so dass mehr Geld und damit verbundener Wohlstand zur Verfügung stand. Dieses Phänomen kann im Urlaub beobachtet werden: so konnte noch vor wenigen Jahren in Russland ein mehrgängiges Menü mit umgerechnet 3 EUR bezahlt werden, was hierzulande undenkbar wäre.

Durch Tarifverträge wurde ferner die Einführung eines Jahresurlaubs erreicht, ferner wurde bis etwas 2003 die Wochenarbeitszeit in gewissen Abständen verkürzt. Seitdem setzt sich ein allgemeiner Trend zur Arbeitsverlängerung durch. Durch die Entwicklung von Kommunikationssystemen wie Radio und Fernsehen, wächst bei den Menschen das Bedürfnis nach Ferne und Abwechslung. Auch das Leben in städtischen Siedlungen (in Industrieländern leben hier meist 80 – 85 % der Gesamtbevölkerung) mit ihrer Hektik und Anonymität und auch die Entstehung und der Ausbau einer Tourismuswirtschaft trugen dazu bei, dass ein Massentourismus entstehen konnte.

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine erste Wissenschaft, die sich mit Raum und Tourismus beschäftigte, kurz die Fremdenverkehrsgeographie. Einer ihrer ersten Forscher war Poser, der den Fremdenverkehr als „…die lokale oder gebietliche Häufung von Fremden mit einem jeweils vorübergehenden Aufenthalt, der die Summe der Wechselbeziehungen zwischen den Fremden einerseits und der ortsansässigen Bevölkerung, dem Orte und der Landschaft andererseits zum Inhalt hat“[3] beschrieb.

Unter dem Begriff Fremdenverkehr oder Tourismus versteht man die „…Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher noch dauernder Wohn- und Arbeitsort ist.“[4] Heute ist der Tourismus zum wirtschafts- und regionalpolitischen Steuerungsinstrument geworden. In schwach industriell entwickelten Regionen mit zudem peripherer Lage zu Industrie- und Dienstleistungszentren haben die Einnahmen, die mit dem Tourismus erzielt werden, eine besondere Bedeutung. Der Tourismus beschert den Tourismusregionen neben den direkten Einnahmen durch das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe auch indirekte Einnahmen im Einzelhandel und verschiedener Dienstleistungsanbieter, die nicht zwingend vor Ort sein müssen. Ein Beispiel könnte ein Reisebüro sein, in dem die Reise vor Beginn bereits gebucht worden ist. Jedoch dürfen die negativen externen Effekte nicht vergessen werden, die der Tourismus durch bspw. Ausbeutung des öffentlichen Gutes „Natur“ mit sich bringt.

3. Die Destination

3.1 Der Begriff Destination

Nachdem nun ein kurzer thematischer Einblick in die Geschichte des Tourismus gegeben wurde, soll nun der Begriff Destination, der im restlichen Teil der Arbeit verwendet wird, definiert werden. Bei der Definition gibt es unter den Autoren verschiedene Ansichten. Sie sind sich einig, dass eine Destination ein anderes Wort für Fremdenverkehrsort oder Fremdenverkehrsregion ist.

Bieger (2002) beschreibt eine Destination als „… ein[en] Raum (Ort, Region, Weiler), den der Gast (oder ein Gästesegment) als Reiseziel wählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendigen Einrichtungen für Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung/Beschäftigung. Sie ist damit das eigentliche Produkt und die Wettbewerbseinheit. Sie muss als solche strategisch geführt werden.“[5] Die Definition des Begriffs Destination wird hier nicht allein von Bieger geprägt, sondern Bieger selbst verweist auf andere Autoren, deren Meinungen zum Begriff Destination er bei seiner Interpretation berücksichtigt hat. Auch Matzler/Pechlanger (1999) – nicht in Bieger (2002) zitiert - sehen die Destinationen ähnlich wie Bieger (2002) als „touristische Zielgebiete, die räumlich und inhaltlich so definiert sind, dass die Bedürfnisse und Ansprüche eines Marktes oder einer Zielgruppe abgedeckt werden.“[6]

Zu dieser Definition ist jedoch anzumerken, dass eine Destination nicht die Bezeichnung für eine abgesteckte Fläche ist, sondern vielmehr variiert diese „Fläche“ mit jedem Touristen, jeder hat einen individuellen Aktionsraum, je nachdem, was er im Urlaub macht. Ferner wird die Destination, je weiter der potentielle Tourist vom Urlaubsort entfernt ist weiter gefasst, ein deutscher Tourist fährt bspw. in die Destination Sankt Moritz in der Schweiz, oder in die Destination Japan.

Tschurtschenthaler bezeichnet die Destination etwas anders als Bieger und Matzler/Pechlanger. Tschurtschenthaler (1999) sagt, dass eine Definition nach Bieger (2002) nicht ausreiche, da die Frage nach räumlicher Abgrenzung nur unzureichend definiert sei. Für ihn gibt es Destinationsringe unterschiedlicher Größe, die zwischen verschiedenen Destinationen platziert sind und aufgrund von verschiedenen Variablen wird dieser Raum somit mal größer und mal kleiner gefasst, je nachdem welche Variablen Einfluss nehmen.[7]

3.2 Das Netzwerk als strategische Wettbewerbseinheit

Im Tourismus werden verschiedene Tourismusformen unterschieden, die sich nach dem Reisemotiv richten: hier muss bedacht werden, dass ein touristischer Raum von mehreren Gästen unterschiedlich bewertet wird. Hierdurch entwickelt der Gast individuelle Reisemotive und Verhaltensweisen oder wählt aufgrund persönlicher Präferenzen eine bestimmte Region. Neben dem Reisemotiv wird auch der Zeitaspekt (Dauer, Jahreszeit) und der Raumaspekt unterschieden: Becker (1984) hat in einer Studie festgestellt, dass es herkunftsspezifische Unterschiede im touristischen Verhalten gibt. Der Ausländertourismus hat demnach grundlegend andere Vorstellungen von der Tourismusart als der Binnentourismus. Ferner lassen sich auch Unterschiede bezüglich anderer Verhaltensgruppen belegen, man denke hier bspw. an Altersgruppen, Einkommensgruppen usw.. Durch diese Unterteilungen können verschiedene Kundensegmente unterteilt werden, die räumlich und zeitlich differenziert dargestellt werden können. An diesen vielfältigen Unterscheidungen wird deutlich, dass ein Marketing-Management von großer Bedeutung für eine Destination ist, um jedem potentiellen Touristen das für ihn passende Angebot bereitstellen zu können. Unterschieden werden verschiedene Merkmalsausprägungen, wie z.B. geographische, demographische und verhaltensorientierte Merkmale der Kunden in verschiedenen Zielgruppen getrennt. Die Abgrenzung ist hierbei schwierig, da die Übergänge fließend sind. „Das reale Nachfragegeschehen ist immer ein Mittelwert aus den Reaktionen einzelner Verhaltensgruppen auf das touristische Angebot eines Raumes. Es kann in seinem Ablauf nur verstanden und erklärt werden, wenn es gelingt, das Nachfrageverhalten einzelner Gruppen zu isolieren. […] Die Analyse gruppenspezifischen Verhaltens ist daher zwingend notwendig, um das reale Verteilungsbild der touristischen Nachfrage im Raum verständlich zu machen.“[8]

[...]


[1] Vgl. Dettmar (1999),

[2] Vgl. Bieger (2005),

[3] Vgl. Poser (1939),

[4] Vgl. Kaspar (1987),

[5] Vgl. Bieger (2002), S. 56, Freyer (1993), S. 197, Kaspar (1991), S. 68, . Inskeep (1991), S. 199, WTO (1993) , S. 22 u. 55

[6] Vgl. Matzler/Pechlaner (1999),

[7] Vgl. Tschurtschenthaler (1999), S. 15ff

[8] Vgl. Uthoff (1988),

Details

Seiten
19
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638071277
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v92981
Institution / Hochschule
Technische Universität Clausthal – Institut für Wirtschaftswissenschaft, Abteilung für Betriebswirtschaftslehre und Marketing
Note
2,7
Schlagworte
Kooperation Konkurrenz Tourismus Eine Analyse Beispiel Destinationen

Autor

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