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Die Bedeutung der Frauenförderung und des Gender-Ansatzes für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan

Magisterarbeit 2007 111 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemaufriss
1.2. Literatur und Forschungsstand
1.3. Vorgehensweise
1.4. Geschichte der Frauen- und Geschlechterpolitik in der EZ
1.4.1. Wohlfahrtsansatz
1.4.2. Gleichheitsansatz, Armutsbekämpfungsansatz und Effizienzansatz
1.4.3. Empowerment Ansatz
1.4.4. Gender Ansatz
1.4.5. Gender und Millennium-Entwicklungsziele

2. Rahmenbedingungen des entwicklungspolitischen Engagements in Afghanistan
2.1 Allgemeine innerafghanische Ausgangslage
2.2. Situation der afghanischen Frauen
2.2.1. Geschichte der Frauenförderung in Afghanistan

3. Die EZ zwischen der BRD und Afghanistan im Gender-Bereich
3.1. Konzeptionelle Ansätze der deutschen EZ mit Afghanistan
3.1.1. Post-Konflikt-Regelungen und multilaterale Instrumente des Wiederaufbaus
3.1.1.1. Das Petersberg-Abkommen
3.1.1.2. Der Petersberg-Prozess
3.1.1.3. Die „afghanisierten“ MEZ
3.1.1.4. Die Interim-Afghanistan National Development Strategy
3.1.1.5. Der Afghanistan Compact
3.1.2. Konzeptionelle Ansätze der BRD
3.1.2.1. Das Afghanistan-Konzept der Bundesregierung
3.1.2.2. Die Provincial Reconstruction Teams
3.2. Genderpolitische Wirkungen der deutschen EZ mit Afghanistan
3.2.1. Projekte der KfW Entwicklungsbank
3.2.1.1. Aufbau der Infrastruktur
3.2.1.2. Aufbau der „First Microfinance Bank“
3.2.2. Projekte der GTZ
3.2.2.1. Entwicklungsorientierte Nothilfe
3.2.2.2. Beschäftigungsförderung von Frauen
3.2.2.3. Förderung der Rechtsstaatlichkeit
3.2.2.4. Gender Mainstreaming
3.2.2.5. Aufbau der Infrastruktur
3.2.2.6. Wirtschaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft
3.2.2.7. Verbesserung der Grundbildung
3.2.3. Projekte des DED
3.2.3.1. Medienarbeit
3.2.3.2. Unterstützung afghanischer Parlamentarierinnen
3.2.3.3. Unterstützung der afghanischen Menschenrechtskommission
3.2.4. Bewertung der deutschen EZ im Gender-Bereich

4. Schlussbetrachtung
4.1. Fazit
4.2. Empfehlungen für die entwicklungspolitische Praxis

Literaturverzeichnis

Anhang

Lebenslauf

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Problemaufriss

Afghanistan stellt für das internationale Engagement eine besondere Herausforderung dar. Nach 23 Jahren Bürgerkrieg, auf welchen auch immer wieder ausländische Kräfte Einfluss nahmen, gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Es ist gekenn­zeichnet durch eine weit­gehende Zerstörung der physischen Infrastruktur, soziale Fragmentierung und einen Zusam­menbruch der bisherigen staatlichen Strukturen sowie eine Gewalt- und Drogenökonomie.

Seit dem Ende der Taliban-Herrschaft im Winter 2001 stehen die afghanischen Frauen im Fokus der Weltöffentlichkeit und gelten seither häufig als Messlatte für den Erfolg der inter­nationalen Wiederaufbauhilfe in Afghanistan. Dabei ist die Beurteilung der Geschlechterver­hältnisse in Afghanistan insbesondere in den Medien des Nordens von Vorurteilen gekenn­zeichnet. Im Allgemeinen gilt die Burqa,[1] die Ganzkörperverschleierung, als Symbol für die Unterdrückung der afghanischen Frau. Als Schlussfolgerung daraus wird das Ablegen der Burqa mit „Frauenbefreiung“ gleichgesetzt. Diese Position wird in Afghanistan selbst nur von wenigen, der westlich orientierten Oberschicht angehörenden, Frauen vertreten. Für die meisten afghanischen Frauen liegen die Prioritäten zurzeit eher auf Fragen der Bildung, der menschlichen Sicherheit und einer funktionierenden Regierung, die „Burqafrage“ sehen sie als zweitrangig an.[2]

Tatsächlich stellt sich die Situation der Afghaninnen bis heute ambivalent dar. Der Ein­fluss der afghanischen Zentralregierung und der internationalen Akteure reicht über Kabul und die übrigen Großstädte kaum hinaus. Der Gesetzgebung, welche eine Gleichberechtigung der Geschlechter garantiert, stehen vornehmlich in den ländlichen Regionen traditionelle und tribale Regelungen gegenüber. Insbesondere im Süden des Landes ist der Schulbesuch von Mädchen noch immer für weite Teile der Bevölkerung inakzeptabel und die Müttersterblich­keitsrate in Afghanistan gehört zu den höchsten weltweit.

Die Bundesrepublik Deutschland nahm ihr Ende der 1970er Jahre weitgehend eingestell­tes entwicklungspolitisches Engagement in Afghanistan bereits Ende 2001 wieder auf. Das zentralasiatische Land ist heute Schwerpunktpartnerland der bilateralen deutschen Entwick­lungszusammenarbeit (EZ). Die vier zentralen Bereiche der Zusammenarbeit sind „Wirt­schaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft“ (WiRAM), „Wasser“, „Energie“ und „Grundbildung.“[3] Seit Beginn der Wiederaufbauhilfe wird die Bedeutung der Unterstützung der wirtschaftlichen und sozialen Teilhabe von Frauen am Entwicklungsprozess betont und als Querschnittsaufgabe der deutschen EZ betrachtet, welche von Maßnahmen der Frauenför­derung flankiert werden soll.[4]

Seit Verabschiedung der Millennium-Entwicklungsziele (MEZ) im Jahr 2000 und der dar­auf folgenden Diskussion über diese Ziele ist die Rolle der Frauen im Entwicklungsprozess wieder in den Fokus des entwicklungspolitische Diskurses gerückt. Allerdings wird verschie­dentlich kritisiert, dass über diese Diskussion andere Instrumente zur Erzielung der Gleichbe­rechtigung der Frau, hier insbesondere die Aktionsplattform der Weltfrauenkonferenz von Peking und das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW), in Vergessenheit geraten seien.

1.2. Literatur und Forschungsstand

Seit dem Fall des Taliban-Regimes 2001, der Beteiligung der BRD am Wiederaufbau in Af­ghanistan und der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen ist ein Aufleben der, vor der Machtübernahme der Kommunisten 1978 traditionell starken, deutschen Afghanistanfor­schung zu verzeichnen. Angesichts der Tatsache, dass die bilaterale staatliche EZ zwischen der BRD und Afghanistan, welche während des Bürgerkriegs weitgehend eingestellt gewesen war, erst Ende 2001 wieder aufgenommen wurde und vor 1978 der Gender-Ansatz noch nicht existierte, ist die Forschung zum Thema „Gender-Ansatz und Frauenförderung in der deut­schen EZ mit Afghanistan“ recht jung. Dementsprechend sind zu diesem Thema bisher keine Monographien erschienen. Insgesamt wurde die bisherige Wiederaufbauhilfe der internatio­nalen Gemeinschaft in Afghanistan kaum evaluiert. Hierfür verantwortlich ist unter anderem ein Mangel an verlässlichen Daten hinsichtlich der menschlichen Entwicklung in Afghanistan. Im Hinblick auf eine Bewertung des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Af­ghanistan ist neben Zeitschriftenartikeln insbesondere der 2005 von Gomm-Ernsting und Günther herausgegebene Sammelband „Unterwegs in die Zukunft“[5] von Bedeutung, in wel­chem die diversen Komponenten des deutschen Engagements in Afghanistan analysiert wer­den. Trotz des Interesses der Medien an der Situation der afghanischen Frauen sind zu dem Thema „Genderpolitik im entwicklungspolitischen Engagement in Afghanistan“ nur verein­zelte wissenschaftliche Beiträge erschienen. Eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik bietet Lina Abirafehs kritische Evaluierung der genderpolitischen Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft.[6] Für eine zukünftige wissenschaftliche Evaluierung des entwicklungspolitischen Engagements ist eine Sammlung verlässlicher Daten entscheidend. Zur Analyse der genderpolitischen Wirkungen der entwicklungspolitischen Aktivitäten ist weiterhin ein geschlechtsspezifisches Disaggregieren dieser Daten notwendig.

Zum Themenbereich Frauenförderung und Gender-Ansatz existiert eine Fülle an Sekun­därliteratur, die sich in den letzten Jahren jedoch nahezu ausschließlich auf die Rolle, welche die Frauenförderung innerhalb der MEZ spielt, konzentriert. Dabei handelt es sich meist um kritische Auseinandersetzungen mit den MEZ, welche aus frauenpolitischer Sicht i. d. R. als konzeptioneller Rückschritt innerhalb des entwicklungspolitischen Instrumentariums inter­pretiert werden. Der wissenschaftliche Diskurs konzentriert sich dabei zurzeit neben einer Kritik der MEZ auf die Entwicklung von Konzepten, welche auf den MEZ aufbauen, deren geschlechterpolitische Schwächen durch die Verbindung mit anderen politischen Konzepten und Instrumenten, vornehmlich der Aktionsplattform von Peking und der CEDAW, jedoch abzumildern versuchen.

1.3. Vorgehensweise

Diese Arbeit berücksichtigt die drei Dimensionen von Politik: Polity, Policy und Politics. Es wird das politische System (Polity) der Islamischen Republik Afghanistan untersucht, hier insbesondere die geschlechterpolitischen Komponenten der Verfassung. Weiterhin erfolgt eine Analyse der grundsätzlichen Politikentscheidungen (Policy) sowohl der afghanischen Regierung als auch der internationalen Gebergemeinschaft, der deutschen EZ und ihrer Durchführungsorganisationen. Schließlich wird die konkrete Umsetzung dieser Politikent­scheidungen (Politics) in den Programmen und Projekten der deutschen EZ in Afghanistan untersucht. Hierbei analysiert die Arbeit die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenar­beit der deutschen EZ anhand der Aktivitäten der Durchführungsorganisationen KfW Ent­wicklungsbank, GTZ und DED. Die Arbeit konzentriert sich auf den Kernbereich der ent­wicklungspolitischen Zusammenarbeit und geht nicht auf das übrige Engagement der Bundes­republik in Afghanistan, z. B. im Bereich des Polizeiaufbaus oder der International Security As­sistance Force (ISAF) ein.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen folgende erkenntnisleitende Fragestellungen beantwortet werden:

1. Inwieweit stellen die afghanisierten MEZ eine Verbindung von MEZ, CEDAW und Akti­onsplattform von Peking dar?
2. Welchen Stellenwert nehmen Gender-Ansatz und Frauenförderung in den konzeptionellen Grundlagen der deutschen EZ mit Afghanistan ein?
3. Inwieweit wird die deutsche EZ in Afghanistan im Gender-Bereich ihren eigenen Ansprü­chen gerecht?
4. In welchem Maße berücksichtigt die deutsche EZ die besondere Situation Afghanistans?
5. Inwiefern ist die Genderpolitik der deutschen EZ-Akteure in einen größeren Rahmen einge­bettet, um dauerhaft zu wirken?

Die Beantwortung dieser Fragestellungen erfolgt anhand der Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur. Aufgrund der mangelnden Sekundärliteratur zu konkreten Entwicklungs­projekten erfolgt deren Untersuchung in erster Linie mithilfe der entsprechenden Publikatio­nen der Durchführungsorganisationen. Da diese i. d. R. ausschließlich eine Beschreibung der Projekte liefern, erfolgt die Bewertung z. T. anhand eines Vergleichs mit ähnlichen Projekten in anderen Ländern. Ergänzt wird die Literaturanalyse durch ein Interview mit der Afghanis­tan-Expertin Susanne Thiel, dievon 2005 bis zum Frühjahr 2007 die landesweiten Kleinpro­jektefonds des Nothilfe-Programms der GTZ koordinierte und seit 2004 regelmäßig als unab­hängige Beraterin für die GTZ in Afghanistan tätig ist. Durch dieses Interview soll der Blick einer Praktikerin der EZ in die Analyse einfließen.

Zu Beginn der Arbeit werden in einem Überblick über die Geschichte der Frauenförde­rung in der Entwicklungspolitik einige Schlüsselbegriffe erläutert. Darauf folgt eine Untersu­chung der Rahmenbedingungen des entwicklungspolitischen Engagements in Afghanistan, welche insbesondere auf den Stand der menschlichen Entwicklung und die Situation der af­ghanischen Frauen eingeht. Nach einer Betrachtung der konzeptionellen Grundlagen der deut­schen EZ mit Afghanistan folgt eine Analyse der konkreten Programmarbeit der Durchfüh­rungsorganisationen KfW Entwicklungsbank, GTZ und DED. Abschließend werden in einem Fazit die Untersuchungsergebnisse zusammengetragen und Empfehlungen für die entwick­lungspolitische Praxis gegeben.

1.4. Geschichte der Frauen- und Geschlechterpolitik in der EZ

Zur Beantwortung der Fragen, welchen Ansatz die Frauenförderpolitik in Afghanistan heute verfolgt und ob sie diesem Ansatz gerecht wird, ist eine kurze Betrachtung der Geschichte der Frauenförderung in der EZ vonnöten. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Konzepte der Frauenförderung skizziert und in einen größeren entwicklungspolitischen Rahmen gesetzt.

Nach Caroline Moser[7] lassen sich hierbei 5 Ansätze unterscheiden:

1. Wohlfahrtsansatz (Welfare Approach)
2. Gleichheitsansatz (Equity Approach)
3. Armutsbekämpfungsansatz (Anti-Poverty Approach)
4. Effizienzansatz (Efficiency Approach)
5. Empowerment Ansatz (Empowerment Approach) Zu ergänzen sind aus heutiger Sicht zwei weitere Ansätze:
6. Gender-Ansatz
7. Gender und Millennium-Entwicklungsziele

Bei den in dieser Kategorisierung genannten Ansätzen handelt es sich um Idealtypen, auch der im Folgenden beschriebene lineare chronologische Verlauf ist simplifiziert. Die meisten dieser Politikansätze wurden und werden parallel oder kombiniert angewendet. Die zeitliche Zuordnung beschreibt in erster Linie den Zeitraum, in dem die jeweiligen Frauenförderan­sätze theoretisch entwickelt und erstmalig in der Praxis verstärkt implementiert wurden und in welchem sie den wissenschaftlichen Diskurs bestimmten.

Die jeweiligen Frauenförderansätze reflektieren den Wandel der allgemeinen entwick­lungspolitischen Ansätze.[8] In den 50er Jahren und während der Ersten Entwicklungsdekade[9] (1961-70) dominierte die Modernisierungsstrategie, welche das wirtschaftliche Wachstum in den Entwicklungsländern fördern und sie durch Modernisierung überkommener Strukturen in den Weltmarkt integrieren wollte. Nach Kritik an diesem Wachstumskonzept rückte in der Zweiten Entwicklungsdekade (1971-80) mit der Grundbedürfnisstrategie die Bekämpfung der Armut ins Zentrum der entwicklungspolitischen Konzeptionen. Strukturanpassungspro­gramme bestimmten die Politik der von der Schuldenkrise der Entwicklungsländer gekenn­zeichneten Dritten Entwicklungsdekade (1981-1990), woraufhin in der Vierten Entwick­lungsdekade (1991-2000), auch durch die 14 Weltkonferenzen dieses Jahrzehnts, die politi­sche Dimension von Entwicklung deutlich gestärkt und eine nachhaltige Entwicklung zum Ziel der Politik wurde. Die aktuelle Entwicklungsdekade begann mit dem größten Gipfeltref­fen der Vereinten Nationen, welches im September 2000 in New York stattfand und auf dem die Millenniumserklärung verabschiedet wurde, welche unter anderem die acht Millennium-Entwicklungsziele (MEZ) festlegt.

1.4.1. Wohlfahrtsansatz

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs tauchte „Entwicklung“ erstmals als politischer Begriff auf. Damals wurde Entwicklung ganz selbstverständlich mit Modernisierung gleichgesetzt und die neue Politikform Entwicklungspolitik beschränkte sich im Wesentlichen darauf, Modernisie­rungshilfen bereitzustellen. Als Analysekategorie spielte Geschlecht in diesem Modell keine Rolle.[10] Als im Jahr 1969, am Ende der Ersten Entwicklungsdekade, der von der Weltbank in Auftrag gegebene Bericht der „Kommission für internationale Entwicklung“ unter Leitung des ehemaligen kanadischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Lester Pear­son veröffentlicht wurde, welcher die Resultate von 20 Jahren Entwicklungspolitik bilanzierte und Empfehlungen für die zweite Entwicklungsdekade gab, war von frauenspezifischen Problemen keine Rede. Zu diesem Zeitpunkt führten nahezu ausschließlich kirchliche und andere Wohlfahrtsorganisationen in den Ländern des Südens spezielle Frauenprojekte durch, welche i. d. R. fürsorge- und hauswirtschaftsorientiert waren, womit die Frauen auf ihre re­produktive Rolle beschränkt wurden.[11] Der Wohlfahrtsansatz wurde seit Beginn der 70er Jahre zunehmend in Frage gestellt. Die Kritik richtete sich gegen die Reduzierung der Frauen auf ihre reproduktive Rolle und ihre damit verbundene Degradierung zu passiven Ent­wicklungshilfeempfängerinnen.[12]

1.4.2. Gleichheitsansatz, Armutsbekämpfungsansatz und Effizienzansatz

Die 1970 von Ester Boserup veröffentlichte Studie „Women’s Role in Economic Develop­ment“[13] brachte erstmalig das, was heute als Geschlechterperspektive betrachtet wird, in den entwicklungspolitischen Diskurs ein. Die Studie erschien in einem für ihre Rezeption positi­ven Kontext.[14] Der „Pearson-Bericht“ hatte hinsichtlich der Strategie „Entwicklung durch Wachstum“ eine ernüchternde Bilanz gezogen. EntwicklungsplanerInnen[15] erkannten, dass die Trickle-Down-Hypothese sich in der Realität nicht bewahrheitet hatte, d. h. dass das rela­tiv hohe Wirtschaftswachstum in einigen Entwicklungsländern nicht zu einer Verringerung der Armut in diesen Ländern geführt hatte, die Armut teilweise sogar weiter anstieg.

Boserups Untersuchung brach die Vorstellung auf, dass Frauen und Männer gleicherma­ßen vom Entwicklungsprozess profitierten. Durch die Einbeziehung nicht-monetärer Produk­tionsbereiche in die Studie wurden die wirtschaftlichen Leistungen der bis dahin „unsichtba­ren Frauen“ sichtbar gemacht und die produktive Rolle der Frauen im Entwicklungsprozess betont. Ester Boserup kritisierte die Blindheit von Kolonialverwaltungen, Missionaren und technischen Beratern gegenüber den Unterschieden in der Arbeitsteilung zwischen den Ge­schlechtern und Generationen, was ihrer Ansicht nach dazu führte, dass jene Gruppen durch ihre Arbeit den Status der Frauen vielerorts sogar verschlechterten, da diese aus landwirt­schaftlichen und handwerklichen Bereichen verdrängt wurden.[16] „ […] [D]ie Europäer [zeig­ten] wenig Sympathie für das weibliche System der Landbestellung, das sie in vielen Ihrer Kolonien vorfanden, sowie in den unabhängigen Ländern, in denen sie sich ansiedelten. Für sie als Europäer war der Ackerbau natürlicherweise Männerangelegenheit, und sie hatten den festen Glauben, daß die Männer viel bessere Bauern abgeben würden als die Frauen, wenn sie nur ihre gewohnheitsmäßige ‚Faulheit’ überwinden würden.“[17]

Zeitgleich mit der Veröffentlichung dieser einflussreichen Studie erstarkte in den Industrieländern die Neue Frauenbewegung, welche die Diskriminierung der Frauen auch in den Entwicklungsländern diskutierte. Damit wurden nach Bliss „westliche Entwicklungsex­pertinnen, Akademikerinnen, aber auch die Mitglieder der Frauenbewegung in Nordamerika und Westeuropa […] entscheidende Akteure, die in den siebziger Jahren die Debatte um die Rolle der Frauen in Entwicklungsprozeß vorantrieben.“[18] Angeregt durch Boserups Studie bildete sich in Washington innerhalb der „Society for International Development“ eine Frau­engruppe, die sich selbst „Women in Development“ nannte. Im Laufe der 1970er Jahre wurde „Women in Development“ (WID) zur Bezeichnung für eine ganze frauenpolitische Denk­schule innerhalb der Entwicklungspolitik. In dieser Zeit wurden drei frauenpolitische Ansatze entwickelt. Sowohl Gleichheits- als auch Armutsbekämpfungs- und Effizienzansatz wollten die Geschlechterungleichheiten durch eine Integration der Frauen in den Markt bekämpfen. Die Ansätze unterscheiden sich in erster Linie dahingehend, wie die Integration erreicht wer­den sollte.[19]

Weiterhin ist, laut Bliss, die „Geschichte der Frauenförderung in der internationalen Ent­wicklungszusammenarbeit […] untrennbar mit der Institutionalisierung von Frauenfragen im UN-System verbunden.“[20] Bereits in der Präambel der Charta der Vereinten Nationen von 1945 bekräftigen die UN ihren Glauben an die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Doch auch innerhalb der UN und ihrer Organisationen erhielt diese Thematik erst im Kontext der aufkommenden Frauenbewegung der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts verstärkt Aufmerksam­keit. Auf Beschluss der UN-Generalversammlung wurde das Jahr 1975 zum „Internationalen Jahr der Frau“ erklärt, im gleichen Jahr fand die erste Weltfrauenkonferenz „Gleichberechti­gung, Entwicklung, Frieden“ in Mexiko-City statt. Im Anschluss an diese Konferenz wurden die Jahre 1976-1985 als UN-Frauendekade proklamiert. Innerhalb dieser wurde die entwick­lungsländerorientierte Frauenforschung verstärkt. Frauen „avancierten […] zu einer eigenen in die entwicklungspolitische Diskussion aufgenommene Zielgruppe, deren Beitrag zum Ent­wicklungsgeschehen sichtbar gemacht, anerkannt und gefördert werden müsse.“[21] WID-Theore­tikerInnen untersuchten die Möglichkeiten, Frauen in die Entwicklungsprozesse von Entwicklungsländern zu integrieren,[22] um so die bisher „ungenutzte entwicklungspolitische Ressource mit unausgeschöpftem Potential“[23] nutzbar machen zu können. Dies sollte insbeson­dere durch Einkommen schaffende Maßnahmen geschehen, so vor allem durch die Vermittlung von Kleinkrediten, mit deren Hilfe die Grundvoraussetzungen für die Produktion für den Markt geschaffen werden sollten.[24]

Während der UN-Frauendekade institutionalisierte sich WID in multi- und bilateralen Entwicklungsorganisationen.

Entwicklungspolitisch traf dieser Prozess zusammen mit der Zweiten Entwicklungsdekade (1971-1980), in deren Mittelpunkt nicht mehr, wie in den 1960er Jahren die Modernisierung „unterentwickelter“ Länder sondern die Bekämpfung von Armut stand. Im Zusammenhang mit dieser sog. „Grundbedürfnisstrategie“ wurde nun die bisher unsichtbare Produktivität der Frauen auch von internationalen Institutionen wie der Weltbank entdeckt. Frauen sollten in marktwirtschaftliche Prozesse integriert werden und so ihren Status verbessern.

Kritik am WID-Ansatz entstand, da er Ungleichheit zwischen den Geschlechtern lediglich als eine Abweichung von der Norm auffasse, welche durch eine bessere Einbindung der Frauen in die Prozesse des Marktes beseitigt werden könne.[25] Weiterhin wird ihm vorgewor­fen, dass er die Frauen des Südens homogenisiere, eine archetypische förderungsbedürftige „Dritte-Welt-Frau“ konstruiere, die er zum einen viktimisiere und zum anderen für überge­ordnete entwicklungspolitische Zielsetzung funktionalisiere.[26] Der WID-Ansatz blieb dem Konzept der nachholenden Entwicklung verhaftet. „So wie Entwicklungshilfe vor allem die Ökonomien des Südens neuen Erfordernissen des Weltmarktes anpassen wollte, so sollte auch die Frauenförderung die als defizitär definierten Frauen an Erfordernisse der Entwicklung, sprich: der Marktwirtschaft anpassen.“[27]

1.4.3. Empowerment Ansatz

Während der dritten UN-Weltfrauenkonferenz 1985 in Nairobi, welche den Abschluss der Frauendekade bildete, brachte das im Süden entstandene Frauennetzwerk DAWN (Develop­ment Alternatives for a New Era) erstmals den Begriff „Empowerment“[28] in die frauenpoliti­sche Debatte innerhalb der Entwicklungspolitik ein. Zum ersten Mal wurde ein frauenpoliti­scher Ansatz in den Ländern des Südens selbst entwickelt und nicht von Entwicklungsexper­tInnen im Norden. Laut Braunmühl formulierte der Empowerment-Ansatz „eine Vision nicht nur individueller Autonomie, sondern erstreckte seine Forderung nach Transformation auf die Innenarchitektur des Geschlechterverhältnisses.“[29] Weiterhin brachte DAWN mit dem Begriff „Gender“ eine herrschaftskritische Kategorie in den entwicklungspolitischen Diskurs ein, die nicht lediglich geschlechtsspezifische Rollenzuweisungen konstatierte, sondern die Beseiti­gung der in den Geschlechterverhältnissen eingelagerten Unterdrückungsmechanismen for­derte.[30]

Der englische Begriff „Gender“ bezeichnet das soziale Geschlecht. Im Gegensatz zum Deutschen stehen für „Geschlecht“ im Englischen zwei Begriffe zur Verfügung. Während „sex“ das biologische Geschlecht meint, also die Zuordnung von Individuen zu den Katego­rien „männlich“ und „weiblich“ aufgrund körperlicher Merkmale, bezeichnet „gender“ die sozial konstruierten Geschlechterrollen. Diese sind abhängig vom jeweiligen gesellschaftli­chen Kontext, differieren also je nach Gesellschaft und historischem Hintergrund. Die jeweils konstruierten Geschlechterrollen werden beeinflusst von sozialen, kulturellen, psychologi­schen, ideologischen, historischen, religiösen, ethnischen und ökonomischen Faktoren.[31]

Der Empowerment-Ansatz kritisiert die Konzentration des WID-Ansatzes auf Frauen statt auf Geschlechterverhältnisse, wodurch zum einen tiefer liegende Faktoren wie die ge­schlechtsspezifische Arbeitsteilung oder der Ausschluss von Frauen aus politischen und öko­nomischen Entscheidungsprozessen nicht verändert würden, und somit nur einzelne Frauen von den jeweiligen Projekten profitierten. Des Weiteren verstärkten Projekte des WID-Ansat­zes aufgrund ihres stereotypen und homogenen Bilds der Frauen im Süden die Klassendiffe­renzen zwischen diesen Frauen, da insbesondere Frauen der Mittelschicht Begünstigte dieser Projekte seien.[32] Im Gegensatz dazu ist das Ziel des Empowerment-Ansatzes eine strukturelle Veränderung der Gesellschaft. So schreibt DAWN in seinem für die Weltfrauenkonferenz in Nairobi verfassten Manifest: „Der Feminismus kann in seinen Themen, Zielen und Strategien nicht monolithisch sein, da er der politische Ausdruck der Besorgnisse und Interessen der Frauen unterschiedlicher Regionen, Klassen, Nationalitäten und ethnischer Hintergründe ist. […] Es gibt – und muss es geben – unterschiedliche feministische Ansätze, die auf die ver­schiedenen Bedürfnisse und Besorgnisse unterschiedlicher Frauen reagieren und von diesen für sich selbst definiert werden. Diese Unterschiedlichkeit baut auf der gemeinsamen Opposi­tion gegen geschlechtsspezifische Unterdrückung und Hierarchie auf.“[33]

Der Begriff „Empowerment“ fand Eingang in den Sprachgebrauch der meisten bi- und multilateralen Entwicklungsorganisationen, ohne dass diese allerdings die grundlegenden herrschaftskritischen Ansätze des Empowerment Ansatzes übernommen hätten. Nach Wichte­rich steht „Empowerment“ heute für „jedwede Stärkung und Partizipation von Frauen“.[34]

1.4.4. Gender-Ansatz

Losgelöst von der „globalen Befreiungsvision, in der er bei DAWN seinen Ort hat“[35] wurde die Terminologie des Empowerment-Ansatzes zum zentralen Referenzpunkt des „Gender-Ansatzes“ oder „Gender and Development Ansatzes“. Der Gender-Ansatz wurde Ende der 1980er Jahre maßgeblich von der Weltbankmitarbeiterin Caroline O. N. Moser entwickelt. Grundgedanke des Gender-Ansatzes ist, dass die Benachteiligung von Frauen nur über eine Veränderung der Geschlechterverhältnisse beseitigt werden kann. Somit setzt dieser Ansatz eben nicht bei den Frauen, sondern bei den Verhältnissen zwischen den Geschlechtern an. Moser charakterisiert das von ihr entwickelte Konzept der Genderplanung („gender plan­ning“) als ein Mittel zur Erzielung von Empowerment: „Das Ziel der Genderplanung ist die Emanzipation der Frauen von ihrer Unterordnung und die Herbeiführung von Gleichheit, Ge­rechtigkeit und Empowerment“[36]

Moser geht davon aus, dass „in den meisten Gesellschaften Frauen mit einem niedrigen Einkommen eine dreifache Rolle innehaben: Frauen übernehmen reproduktive, produktive Aktivitäten und Aktivitäten für die Gemeinschaft, während Männer in erster Linie produktive und gemeindepolitische Aufgaben übernehmen.“[37] Im Unterschied zu den meisten zuvor im Norden entwickelten Frauenförderkonzepten erkennt Moser neben der reproduktiven auch die produktiven und sozialen Aufgaben, welche Frauen erfüllen. Diese Arbeit werde allerdings schlechter bezahlt als die, welche die Männer übernehmen, meist würden die Frauen sogar überhaupt nicht entlohnt.[38] Die Genderplanung hat eine Veränderung dieser geschlechtsspezifi­schen Rollenverteilung zum Ziel. Wichtiges Instrument der Genderplanung ist die Gender-Analyse, durch welche diese Rollenverteilung zum einen aufgedeckt werden soll, und aus der zum anderen die spezifischen Bedürfnisse und Prioritäten für die Entwick­lungsvorhaben abgeleitet werden.[39] Moser unterscheidet dabei – aufbauend auf ein Konzept von Maxine Molyneux[40] – in praktische und strategische Gender-Bedürfnisse („practical and strategic gender needs“). Dabei setzen die praktischen Gender-Bedürfnisse bei den alltägli­chen Aufgaben der Frauen an. Moser definiert sie wie folgt: „Praktische Gender-Bedürfnisse sind diejenigen Bedürfnisse, welche Frauen innerhalb ihrer sozial akzeptierten Rollen in der Gesellschaft identifizieren. Praktische Gender-Bedürfnisse fordern die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung oder die untergeordnete Stellung der Frauen in der Gesellschaft nicht heraus, obwohl sie aus ihnen erwachsen. Praktische Gender-Bedürfnisse antworten auf unmittelbar wahrgenommene Notwendigkeiten, die innerhalb eines spezifischen Kontexts identifiziert werden. Sie sind praktischer Natur und betreffen häufig Unzulänglichkeiten in Bezug auf Le­bensbedingungen, wie Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung und Beschäftigung.“[41] Ziel der Befriedigung praktischer Gender-Bedürfnisse ist die kurzfristige, aber essentielle Verbes­serung der Lebensbedingungen innerhalb der bestehenden Geschlechterverhältnisse, ohne diese in Frage zu stellen. Die bestehenden Geschlechterverhältnisse können durch die Befrie­digung praktischer Gender-Bedürfnisse sogar verstärkt werden.[42]

Dagegen führt die Befriedigung der strategischen Gender-Bedürfnisse zu einer Verände­rung der tiefer liegenden gesellschaftlichen Strukturen, auf welchen die untergeordnete Stel­lung der Frau aufbaut. „Strategische Gender-Bedürfnisse sind solche, die Frauen aufgrund ihrer gegenüber den Männern untergeordneten Stellung in der Gesellschaft identifizieren. Strategische Gender-Bedürfnisse variieren je nach dem entsprechenden Kontext. Sie stehen in Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung, Macht und Kontrolle und können Themen wie häusliche Gewalt, gleiche Löhne und der Kontrolle der Frauen über ihren Körper beinhalten. Die Befriedigung der strategischen Gender-Bedürfnisse hilft den Frauen dabei, größere Gleichberechtigung zu erreichen. Auch verändert dies die bestehenden Rollen und fordert somit die untergeordnete Stellung der Frauen heraus.“[43]

Die beiden Bedürfniskategorien unterscheiden sich nicht nur nach ihrer Reichweite, son­dern auch normativ: während die Planung zur Erreichung der praktischen Gender-Bedürfnisse in erster Linie technischer Natur ist, ist diejenige zur Befriedigung der strategischen Gender-Bedürfnisse politischer Natur.[44] Letztere werden i. d. R. von externen EntwicklungsexpertIn­nen identifiziert, während Erstere von den betroffenen Frauen selbst formuliert werden.[45] Diese sollen auch die Maßnahmen zur Befriedigung der praktischen Gender-Bedürfnisse or­ganisieren, während die strategischen Gender-Bedürfnisse durch den Staat befriedigt werden sollen. Hier zeigen sich jedoch Probleme in der Umsetzung, da auch der Staat und seine In­stitutionen patriarchalisch organisiert sind, und daher strukturelle Veränderungen, wie z. B. eine Veränderung des Ehe- und Familienrechts oder der Sozialpolitik, häufig auf Widerstand stoßen oder von den staatlichen Institutionen nicht konsequent implementiert werden.[46]

Für die konkrete Projektarbeit in den Entwicklungsländern empfiehlt der Gender-Ansatz eine Doppelstrategie. Während die praktischen Gender-Bedürfnisse durch „klassische“ Frau­enprojekte, z. B. Einkommen schaffende Maßnahmen speziell für Frauen, befriedigt werden sollen, soll die Befriedigung der strategischen Gender-Bedürfnisse mithilfe der „Gender Mainstreaming-Strategie“ erreicht werden.[47] Gender Mainstreaming ist kein spezifisch entwick­lungspolitisches Instrumentarium, sondern vielmehr eine grundsätzliche geschlechter­politische Strategie in Organisationen aller Art. Gender Mainstreaming zielt darauf ab, die Perspektive des Geschlechterverhältnisses in alle Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen einzubeziehen, die Auswirkungen der Entscheidung auf Männer und Frauen zu bedenken und alle Einscheidungsprozesse für die Gleichstellung der Geschlechter nutzbar zu machen.[48]

Kritik am Gender-Ansatz findet in erster Linie hinsichtlich der Umsetzbarkeit in der ent­wicklungspolitischen Praxis statt. So bezweifelt Bliss, dass die weitgehenden gesellschaftli­chen Veränderungsprozesse, welche von diesem Ansatz angestrebt werden, von entwick­lungspolitischen Organisationen, die i. d. R. in erster Linie die Befriedigung der praktischen Gender-Bedürfnisse zum Ziel haben, erreicht werden können, insbesondere da seiner Ansicht nach der politische Wille diese Veränderungen in Gang zu setzen sowohl in den Geber- als auch in den Nehmerländern häufig fehlt.[49] So verbleiben viele Projekte auf der Mikroebene, obwohl der Gender-Ansatz auch und gerade die Makro- bzw. Mesoebene in den Fokus des Handelns rücken wollte.

Das 2. Gleichberechtigungskonzept des BMZ ist dem Gender-Ansatz verpflichtet und be­trachtet Gender als Querschnittsaufgabe der deutschen EZ, welche, falls notwendig, von spe­ziellen Maßnahmen der Frauenförderung flankiert werden soll. Diese Frauenfördermaßnah­men werden vornehmlich dann als notwendig erachtet, wenn die Frauen in einer Gesellschaft besonders benachteiligt sind, bzw. wenn kulturelle Gegebenheiten der gleichberechtigten Zu­sammenarbeit entgegenstehen. Bei der Umsetzung des Gender-Ansatzes ist es Aufgabe der deutschen EZ die Geschlechterrollen auf der Makro-, Meso- und Mikroebene zu beachten.[50]

1.4.5. Gender und Millennium-Entwicklungsziele

Die Entwicklungspolitik ist seit der Verabschiedung der Millenniumserklärung im September 2000 wieder verstärkt in den Fokus der Politik und der Öffentlichkeit gerückt. Insbesondere die in der Erklärung festgelegten acht MEZ werden seitdem diskutiert, da die Weltgemein­schaft sich mit ihnen erstmals konkrete Ziele gesetzt hat, welche bis 2015 umgesetzt werden sollen. Verbunden mit den acht MEZ sind 18 Zielvorgaben und 48 Indikatoren, die die Errei­chung der Ziele, bzw. den Fortschritt auf dem Weg dorthin, überprüfbar machen sollen.

Aus frauenpolitischer Sicht sind insbesondere zwei MEZ von Interesse: mit Ziel 3 hat die Weltgemeinschaft sich explizit die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frauen als zu erfüllende Aufgabe gestellt. Die mit diesem Ziel verbundene Zielvor­gabe 4 fordert das Geschlechtergefälle in der Grund- und Sekundarschulbildung zu beseitigen, vorzugsweise bis 2005 und auf allen Bildungsebenen bis spätestens 2015. Überprüfbar sein soll dies durch 4 Indikatoren. Indikator 9 misst das Verhältnis Mädchen/Jungen in der Primär, Sekundar- und Tertiärstufe des Bildungssystems, Indikator 10 das Verhältnis weibli­che/männliche Alphabeten bei den 15- bis 24-Jährigen, Indikator 11 den Anteil der Frauen an den nichtselbständigen Erwerbstätigen außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors und Indi­kator 12 den Sitzanteil der Frauen in nationalen Parlamenten. Das Ziel 5 möchte die Verbes­serung der Gesundheit von Müttern erreichen, was wiederum in der Zielvorgabe 6 konkreti­siert wird, die die Senkung der Müttersterblichkeitsrate[51] zwischen 1990 und 2015 um drei Viertel anstrebt. Überprüft werden soll dies zum einen laut Indikator 16 anhand der Mütter­sterblichkeitsrate, zum andern laut Indikator 17 anhand des Anteils der von medizinischem Fachpersonal begleiteten Geburten.

Frauenpolitische ExpertInnen kritisieren die MEZ hinsichtlich ihrer Wirkung auf Frauen massiv. Hauptkritikpunkt ist das Zurückbleiben der MEZ hinter anderen Instrumenten der Frauenförderung.[52] So wird häufig kritisiert, dass Abkommen wie das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau (CEDAW), welches 1979 verabschiedet und seitdem von 185 Staaten ratifiziert wurde und die, auf der letzten Weltfrauenkonferenz 1995 verabschiedete, Aktionsplattform von Peking weiter reichende frauenpolitische Ziele gesetzt hätten,[53] diese Instrumente nun aber aufgrund der Diskussion um die MEZ in den Hinter­grund geraten seien. So wurde teilweise gefordert die Aktionsplattform von Peking als Referenzpunkt für Frauenpolitik durch die MEZ zu ersetzen,[54] was von FrauenrechtlerInnen jedoch abgelehnt wird. Insbesondere die Forderung der Aktionsplattform von Peking, die Genderperspektive zu einer Querschnittsaufgabe auch der Entwicklungspolitik zu machen, erfüllten die MEZ mit ihrem separaten Ziel 3 nicht.[55] Auch würden Frauen ein weiteres Mal viktimisiert und auf stereotype Rollen als (Schul-)Mädchen, Schwangere und Mütter redu­ziert, während sie nicht als Rechtssubjekte sowie als selbständige Akteurinnen und Gestalte­rinnen von Entwicklung gewertet würden.[56] Die Millennium-Erklärung, welche immer im Zusammenhang mit den MEZ zu sehen ist, kompensiert in einigen Fällen Defizite der Millen­niumsziele[57], jedoch wird die Gender-Thematik auch hier nur rudimentär behandelt, so dass die Kritik auch bei Einbeziehung der Millennium-Erklärung weitestgehend aufrechterhalten bleibt.[58]

Weiterhin wird durch die KriterInnen darauf verwiesen, dass Themen wie geschlechtsspe­zifische Gewalt, sexuelle und reproduktive Rechte oder das Recht auf würdige Arbeit von den MEZ völlig ausgeblendet werden.[59] Frauen werden somit „primär als Zielgruppe für Investitio­nen in die sozio-ökonomische Infrastruktur betrachtet.“[60] Die Befürchtung, dass nicht die Rechte der Frauen im Mittelpunkt stehen, sondern dass das Empowerment der Frauen lediglich ein Mittel zur Erreichung anderer Ziele ist, wird durch Aussagen wie die der Weltbankmitarbeiterin Dina Abu-Ghaida untermauert, die sich 2004 mit den ökonomischen Kosten, die ein Verfehlen des MEZ 3 zur Folge haben würde, beschäftigte und unter anderem feststellte, dass „die Verringerung von Genderungleichheiten im Bildungsbereich es Arbeit­gebern […] ermöglichen könnte von der Beschäftigung vergleichsweise billigerer weiblicher Arbeit zu profitieren und die daher mit höheren Investitionen in solche Frauenintensive Be­schäftigung antworten könnten“[61] Abu-Ghaida fordert somit die Beseitigung der Genderun gleichheiten im Bildungswesen, um einen ökonomischen Vorteil aus der Bestätigung ge­schlechtsspezifischer Arbeitsteilung und der Ungleichheiten bei der Entlohnung von Männern und Frauen zu ziehen.

Trotz aller Kritik sind sich die frauenpolitischen ExpertInnen darin weitgehend einig, dass die MEZ zurzeit der entwicklungspolitische Fokus der internationalen Gemeinschaft sind, und sie daher in Verbindung mit CEDAW und der Aktionsplattform von Peking von und für Frauen möglichst effektiv genutzt werden müssen.[62]

Auch in der deutschen EZ nehmen die MEZ einen zentralen Stellenwert ein. Die Bundes­regierung hat mit dem Aktionsprogramm 2015 einen konkreten Plan für einen ressortübergrei­fenden Beitrag zur Umsetzung der MEZ entwickelt. Genderpolitisch möchte die BRD laut des Aktionsprogramms 2015 die Grundbildung von Frauen fördern, Frauennetzwerke unterstüt­zen, Frauenhandel und Prostitution bekämpfen und geschlechtergerechte Haushalte fördern.[63]

2. Rahmenbedingungen des entwicklungspolitischen Engagements in Afghanistan

2.1. Allgemeine innerafghanische Ausgangslage

Fünf Jahre nach der Vertreibung der Taliban aus weiten Teilen Afghanistans durch die „Inter­nationale Allianz gegen den Terrorismus“ ist die Situation, trotz Verbesserung in einigen Be­reichen, in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Dimension noch immer prekär. Die Si­cherheitslage ist außerhalb Kabuls enorm angespannt, die Taliban sind insbesondere im Süden des Landes erneut ein ernstzunehmender Machtfaktor und die steigende Korruption stellt eine weitere Herausforderung für die Politik dar.

Afghanistan weist Merkmale eines „Failed State“, eines „gescheiterten Staates“, auf.[64] Im von „Foreign Policy“ herausgegebenen „Failed States Index“ nimmt Afghanistan Rang zehn ein,[65] gehört somit zu den zehn Staaten der Welt mit den stärksten Anzeichen eines gescheiter­ten Staates.

Ein Kernproblem des Landes ist die Drogenökonomie.[66] Laut des im Oktober 2006 vom „United Nations Office on Drugs and Crime“ (UNODC) herausgegebenen jährlichen Drogen­berichts zu Afghanistan ist die Schlafmohn-Anbaufläche zwischen 2005 und 2006 um 59 Pro­zent angestiegen,[67] die Opiumproduktion im selben Zeitrum um 49 Prozent auf 6.100 Ton­nen,[68] was 92 Prozent der weltweiten Produktion entspricht.[69] Der Anteil der Drogenwirt­schaft am BIP Afghanistans betrug 2006 46 Prozent, sie ist somit der stärkste Wirtschafts­zweig Afghanistans.[70]

Die Gewaltwirtschaft Afghanistans ist in Zusammenhang mit der Drogenökonomie zu se­hen, da viele der in Afghanistan operierenden Milizen vom Drogenanbau profitieren.[71] Seit 2006 verschärft sich die Sicherheitslage in Afghanistan.[72] Neben den im Drogenanbau- und Handel aktiven „Warlords“ erstarken insbesondere im Süden des Landes die Taliban erneut, die nun neben dem militärischen Widerstand verstärkt auf terroristische Übergriffe, häufig in Form von Selbstmordanschlägen, setzen.[73] Welche Bedrohung die Sicherheitslage neben den generellen Arbeitserschwernissen für die Entwicklungszusammenarbeit und ganz konkret für die Entwicklungshelfer darstellt, zeigte sich am 08. März 2007 bei der Ermordung des Deut­schen Dieter Rübling, der für die Deutsche Welthungerhilfe (DWHH) in einem Kurzzeitein­satz in Afghanistan tätig war,[74] und erneut am 29. April 2007 als ein afghanischer Mitarbeiter der DWHH in Kunduz erschossen wurde.[75]

Ein weiteres Problem, welchem sich afghanische Politik und internationale Akteure stel­len müssen, ist die steigende Korruption. So sollen nur 30 Prozent der von Deutschland ge­zahlten Hilfsgelder auch tatsächlich die Zielgruppen erreichen.[76] Im Korruptionsindex von „Transparency International“ nahm Afghanistan 2005 Rang 117 von 158 Rängen ein.[77] Aus politischer Sicht erscheint die Bekämpfung der Korruption insbesondere notwendig, da durch sie das Vertrauen der Afghanen in die neue Regierung gefährdet werden könnte.[78]

Afghanistan gehört zu den 50 am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, den Least Developed Countries (LLDCs). Laut des 1991 überarbeiteten Klassifizierungssystems der UN muss ein Land vier Kriterien erfüllen, um der Gruppe der LLDCs zugeordnet zu werden: Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf darf die Obergrenze von 900 US-$ nicht über­schreiten. Der Human Assets Index (HAI) misst den durchschnittlichen Kalorienverbrauch pro Kopf in Prozent des Minimalbedarfs, die Rate der Kindersterblichkeit, die Alphabetisie­rungsrate unter Erwachsenen und die Einschulungsrate in Sekundarschulen. Die Verwund­barkeit von Gesellschaften wird durch den Economic Vulnerability Index (EVI) mittels der Indikatoren Konzentration der Exporte, Instabilität der Exporterlöse und der Agrarproduktion sowie dem Anteil von verarbeitender Industrie und Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Weiterhin darf die Einwohnerzahl 75 Mio. nicht überschreiten. Die Zuord­nung Afghanistans zur Gruppe der LLDCs ist, trotz der Umstrittenheit dieses Klassifikations­systems,[79] ein Indiz für den niedrigen Entwicklungsstand des Landes.

Weiterhin zählt Afghanistan zu der Gruppe der Entwicklungsländer ohne direkten Zugang zum Meer, den Landlocked Developing Countries (LLCs), welche allein aufgrund ihrer geo­graphischen Lage mit Erschwernissen im Außenhandel zu kämpfen haben. Die Transport- und Versicherungskosten sind in den LLCs ca. doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Entwicklungsländer und ca. dreimal so hoch wie im Durchschnitt der Industrienationen.[80] Damit steht die Entwicklung des Handelssektors aufgrund dieser Binnenlage vor einer beson­ders schwierigen Ausgangssituation.

Laut des Klassifizierungssystems der Weltbank gehört Afghanistan zu den Ländern mit niedrigem Einkommen, den Low Income Countries (LICs).[81] Als LIC wird ein Land klassifi­ziert, dessen BNE pro Kopf 875 US-$ nicht übersteigt. Im Falle Afghanistans liegen genaue Zahlen für das BNE pro Kopf nicht vor, es wird von der Weltbank jedoch davon ausgegan­gen, dass der Betrag von 875 US-$ nicht überstiegen wird.[82] Diese Messung des Entwicklungs­standes durch die Weltbank orientiert sich ausschließlich an einer Dimension von Entwicklung, dem Stand der Wirtschaft, gemessen anhand des Pro-Kopf-Einkommens, und blendet die übrigen Dimensionen von Entwicklung (neben der wirtschaftlichen sind dies die soziale, die politische, die kulturelle und die ökologische Dimension[83]) aus.

Der Bertelesmann-Transformations-Index (BTI) bezieht neben der wirtschaftlichen auch die politische Dimension in sein Klassifizierungssystem ein. Er analysiert mittels zweier Indi­ces den Entwicklungsstand von Demokratie und Marktwirtschaft sowie die Qualität der poli­tischen Gestaltungsleistungen in 119 Entwicklungs- und Transformationsländern. Der Status Index misst anhand fünf politischer und sieben wirtschaftlicher Kriterien die Dimensionen „Politische Transformation“[84] und „Transformation zur Marktwirtschaft“[85] und berechnet aus diesen einen Mittelwert.

Afghanistan nimmt hier mit einem Wert von 3,02 den 112. Rang ein.[86]

Der Management-Index bewertet die Management-Leistungen der politischen Ent­scheidungsträger eines Landes[87] unter Berücksichtigung des Schwierigkeitsgrads. In diesem Ranking nimmt Afghanistan mit einem Wert von 4,79 Rang 61 ein.[88] Verglichen mit den Bewertungen von 2003 hat Af­ghanistan sich damit beim Sta­tus-Index um 3 und beim Ma­nagement-Index um 37 Ränge verbessert, womit eine positive Entwicklung des Landes dia- BTI Status Index Ränge– Vergleich Region[89]

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BTI Management Index Ränge – Vergleich Region[90]

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gnostiziert werden kann, wobei jedoch beachtet werden muss, dass das Land beim Status-In­dex auch 2006noch einen der hintersten Ränge einnimmt. Bei einer Analyse der Entwicklung der beiden Indices in der Region ist festzustellen, dass Afghanistan das einzige Land ist, des­sen Situation sich im internationalen Vergleich zwischen 2003 und 2006 verbessert hat. Mit Ausnahme des Management Index für Tadschikistan verzeichneten die Nachbarländer im in­ternationalen Vergleich bei beiden Indices eine negative Entwicklung. So stellt auch das Län­dergutachten der Bertelsmann-Stiftung fest, dass der Wiederaufbauprozess in Afghanistan noch immer sehr fragil sei und mit zahlreichen Problemen, wie z. B. der schlechten Sicher­heitslage, der Drogenökonomie, der Korruption und mangelnden staatlichen Strukturen zu kämpfen habe, die politischen Eliten jedoch ein klares demokratisches Bekenntnis abgeben hätten und in den letzten Jahren deutliche Fortschritte hin zu Demokratie und Marktwirtschaft gemachten worden seien. Eine eigenständige funktionierende Demokratie sei jedoch erst in­nerhalb von Jahrzehnten und nur mithilfe der internationalen Gemeinschaft zu erreichen.[91] Mit der Klassifizierung als „teilweise freier Staat“[92] kommt der von Freedom House jährlich herausgegebene Index zu einem ähnlichen Ergebnis.

Eine multidimensionale Einordnung des Stands der menschlichen Entwicklung, wie sie i. d. R. durch den Human Development Index (HDI) des United Nations Development Pro­gramme (UNDP) möglich ist, kann bei Afghanistan aktuell nicht erfolgen, da aufgrund des Mangels an verlässlichen Daten eine exakte Berechnung des HDI nicht möglich ist und Af­ghanistan daher in die weltweiten HDI-Listen des Human Development Report (HDR) 2006 nicht aufgenommen wurde. Im Nationalen HDR (NHDR) 2004 wurde jedoch eine Berech­nung des HDI mittels der vorhandenen Daten vorgenommen. Laut diesen Berechungen lag der HDI-Wert Afghanistans 2004 bei 0,346, womit das Land auf der HDI-Liste des weltwei­ten HDR Rang 173 eingenommen hätte und zu den Ländern mit einem niedrigen Stand der menschlichen Entwicklung zählt.[93] Afghanistan war in diesem Jahr das ärmste Land Asiens und lediglich in 5 Staaten Sub-Sahara Afrikas war der Stand der menschlichen Entwicklung niedriger. Die Daten des NHDR 2004 stellen bis heute die zuverlässigste Datenquelle dar. Neuere Berechungen anzustellen ist aufgrund der stark divergierenden Angaben bezüglich des zur Berechung des HDI-Wertes notwendigen Pro-Kopf-Einkommens problematisch.[94]

Legt man die Daten des Nationalen HDR 2004 zugrunde und vergleicht den Stand der menschlichen Ent­wicklung Afghanistans mit dem seiner Nachbarländer zum sel­ben Zeitpunkt, wird deutlich, dass Afghanistan in der Region eine negative Spitzenposition einnimmt. HDI 2004 – Vergleich Region[95]

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Bei einem Vergleich der zur Berechnung des HDI-Wertes notwendigen Einzelkriterien zeigen sich ebenfalls deutlich die Spuren des 23-jährigen Bürgerkriegs und der bis heute schwierigen Lebensbedingun­gen. So liegt die Lebenserwar- Lebenserwartung in Jahren – Vergleich Region[96]

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tung bei der Geburt in Afghanistan mit 44,5 Jahren deutlich unter derjenigen in den Nachbar­ländern.

Der Prozentsatz der alpha­betisierten Bevölkerung über 15 Jahren liegt in Afghanistan bei lediglich 28,7 Prozent. Da in den Transformationsländern Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan nahezu die ge­samte Bevölkerung alphabeti­siert ist und auch in der VR China die Alphabetisierungsrate bei über 90 Prozent liegt, ergibt sich hier im regionalen Ver­gleich ein besonders drastisches Bild des niedrigen Entwick­lungsstandes Afghanistans. Die nahezu vollständige Alphabe­tisierung in den Transformati­onsländern ist noch ein Ergeb­nis der sowjetischen Zeit[97] und daher mit der Situation in Af­ Alphabetisierte Bevölkerung in % – Vergleich Region[98]

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Alphabetisierte Bevölkerung in % – Vergleich Südasien[99]

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ghanistan oder Pakistan nicht vergleichbar, was einen weiteren Vergleich, diesmal mit den Ländern Südasiens sinnvoll erscheinen lässt. Obwohl Südasien zu den Weltregionen mit nied­rigem Alphabetisierungsniveau gehört,[100] belegt Afghanistan auch in diesem Vergleich den letzten Rang. Das Bildungssystem war unter der Talibanherrschaft unter besonderen Druck geraten. Durch das Berufsverbot für Frauen, welches die Taliban erlassen hatten, wurde den Schulen ein großer Teil der LehrerInnenschaft entzogen. Im Mai 1996 unterrichteten in Kabul 11.208 LehrerInnen, darunter 7.793 Frauen.[101] Die Restriktionen der Taliban hatten somit nicht ausschließlich negative Auswirkungen auf die Mädchen, die keine Schulen mehr besu­chen durften, sondern ebenfalls auf die Jungen, da aufgrund der Berufsverbots für Frauen LehrerInnen fehlten.

[...]


[1] In Afghanistan ist das mit dem arabischen Begriff Burqa bezeichnete Kleidungsstück als Chaddhari bekannt. In dieser Arbeit wird aufgrund des höheren Bekanntheitsgrades der Begriff Burqa verwendet.

[2] Vgl. Susanne Thiel: Weg mit der Burqa. Afghanistans Frauen bieten der Welt die Stirn, in: Südasien 1/02, S. 17-20, S. 17.

[3] Vgl. BMZ (Hg.): Medienhandbuch Entwicklungspolitik 2006/2007, Berlin 2006, S. 330.

[4] Vgl. Die Bundesregierung (Hg.): Der Beitrag Deutschlands zum Wiederaufbau und zur Entwicklung Afghanis­tans. Internationale Konferenz zum Wiederaufbau Afghanistans Tokio 20.-22. Januar 2002, in:

http://afghanic.org/deutschland/tokiodt.pdf (09.03.2007), S. 9.

[5] Claudia Gomm-Ernsting /Annett Günther (Hg.): Unterwegs in die Zukunft. Afghanistan – drei Jahre nach dem Aufbruch vom Petersberg, Berlin 2005.

[6] Vgl. Lina Abirafeh: Lessons from Gender-focused International Aid in Post-Conflict Afghanistan… Learned? (FES Gender in International Cooperation 7), Bonn 2005.

http://www.fesgenero.org/media/File/mulheres_politicas/FES_gender_in_IC_2005.pdf (09.02.2007).

[7] Vgl. Caroline O. N. Moser: Gender planning and development. Theory, practice and training, London/ New York 1993, S. 56f.

[8] Vgl. Frank Bliss u. a.: Ansätze der Frauenförderung im internationalen Vergleich. Empfehlungen für die deut­sche Entwicklungszusammenarbeit, München u. a. 1994, S. 26.

[9] Die Vereinten Nationen proklamieren seit 1961 Entwicklungsdekaden mit speziellen, hochgesteckten Zielen, die sich jeweils an bestimmten entwicklungstheoretischen Konzepten orientieren.

[10] Vgl. Veronika Andorfer: Von der Integration zum Empowerment. Zur Frauenförderung in der Entwicklungspoli­tik, Frankfurt/ Main 1995, S. 9f.

[11] Vgl. Christa Wichterich: Frauen der Welt. Vom Fortschritt der Ungleichheit, Göttingen 1995, S. 118.

[12] Vgl. Bliss, a. a. O., S. 32f.

[13] Ester Boserup: Women’s Role in Economic Development, New York 1970; im Folgenden wird die deutsche Übersetzung zitiert werden: Ester Boserup: Die ökonomische Rolle der Frau in Afrika, Asien, Lateinamerika, Stuttgart 1982.

[14] Vgl. Marianne Braig: Fraueninteressen in Entwicklungstheorie und -politik. Von Women in Development zu Mainstreaming Gender, in: Reinold E. Thiel: Neue Ansätze in der Entwicklungstheorie, Bonn 1999, S. 110-120, S. 111.

[15] In dieser Arbeit findet aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit durchgängig die Schreibweise mit einem großen Binnen-I Verwendung. Ich begreife Sprache als konstruierendes Moment und gehe nicht davon aus, dass der/die LeserIn bei einer ausschließlichen Verwendung maskuliner Formen zwangsläufig auch die weiblichen Mitglieder der entsprechenden sozialen Gruppe vor Augen hat.

(Vgl. Deutsche UNESCO-Kommission (Hg.): Eine Sprache für beide Geschlechter. Richtlinien für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch, Bonn 1993, S. 7f.

http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/personen/frauenbeauftragte/deUNESCO.pdf (08.02.2007))

[16] Vgl. Marianne Braig: Ester Boserup (1910-1999). Die ökonomische Rolle der Frauen sichtbar machen, in: E+Z – Entwicklung und Zusammenarbeit Nr. 2 Februar 2001, S. 36-39, S. 38.

[17] Ester Boserup: a. a. O., S. 49.

[18] Bliss, a. a. O., S. 22.

[19] Vgl. Ulrike Bartels: Frauenförderung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Eine Policy-Studie mit Fallbeispiel, Marburg 2002, 44-46.

[20] ebd., S. 19.

[21] Claudia von Braunmühl: Der Gender Ansatz in der Entwicklungspolitik. Überlegungen zum sozialen Akteur von Transformation, in: Peripherie Nr. 72, Jg. 1998, S. 25-37, S. 26.

[22] Vgl. Moser, a. a. O., S. 3.

[23] Braunmühl, a. a. O., S. 26.

[24] Vgl Wichterich, a. a. O., S. 119.

[25] Vgl. Andorfer, a. a. O., S. 50.

[26] Vgl. Braig, a. a. O. S. 117.

[27] Vgl. Wichterich, a. a. O., S. 119.

[28] Für „Empowerment“ existiert im Deutschen kein adäquater Begriff. Am ehesten kann „Empowerment mit „Ermächtigung“ oder „Befähigung“ übersetzt werden. Im Folgenden wird jedoch weiterhin der, auch in der deutschen entwicklungspolitischen Diskussion inzwischen gängige, Begriff „Empowerment“ verwendet werden.

[29] Claudia von Braunmühl: Mainstream – Malestream? Der Gender-Ansatz in der Entwicklungspolitik, in: Blät­ter des Informationszentrums 3. Welt, Sonderheft 2000, S. 16-19, S. 17.

[30] Vgl. Braunmühl, Gender-Ansatz, a. a. O., S. 27.

[31] Vgl. Bliss, a. a. O., S. 28.

[32] Vgl. Andorfer, a. a. O., S. 75f.

[33] Development Alternatives for a New Era (DAWN): Development, Crises and Alternative Visions, London 1987, S. 18.

“Feminism cannot be monolithic in its issues, goals, and strategies, since it constitutes the political expression of the concerns and interests of women from different regions, classes, nationalities, and ethnic backgrounds. […] There is and must be a diversity of feminisms, responsive to the different needs and concerns of women, and defined by them for themselves. This diversity builds on a common opposition to gender oppression and hierar­chy.” (Übersetzung W. K.)

[34] Wichterich, a. a. O., S. 131.

[35] Braunmühl, Mainstream – Malestream?, a. a. O., S. 17.

[36] Moser, a. a. O., S. 1.

“The goal of gender planning is the emancipation of women from their subordination, and their achievement of equality, equity and empowerment.” (Übersetzung W. K.)

[37] ebd., S. 230.

“(…) that in most societies low-income women have a triple role: women undertake reproductive, productive and community managing activities, while men primarily undertake productive and community politics activi­ties.” (Übersetzung W. K.)

[38] Vgl. ebd.., S. 28-36.

[39] Vgl. Birte Rodenberg: Die Integration von Gender in Strategien der Armutsbekämpfung: Von der Absichtserklä­rung zur entwicklungspolitischen Praxis?

http://www.die-gdi.de/die_homepage.nsf/6f3fa777ba64bd9ec12569cb00547f1b/2afbf571e27d95f3c1256e6e0059095e/$FILE/AuS-2-02.pdf.

[40] Vgl. Maxine Molyneux: Mobilization without Emancipation? Women’s Interest, the State, and Revolution in Nicaragua, in: Feminist Studies Vol. II no. 2, S. 227-254, S. 229.

[41] Moser, a. a. O., S. 40.

„Practical gender needs are the needs women identify in their socially accepted roles in Society. Practical gender needs do not challenge the gender divisions of labour or women’s subordinate position in society, although rising out of them. Practical gender needs are a response to immediate perceived necessity, identified within a specific context. They are practical in nature and often are concerned with inadequacies in living conditions such as wa­ter provision, health care, and employment.” (Übersetzung W. K.)

[42] Vgl. Andorfer, a. a. O., S. 67.

[43] Moser, a. a. O., S. 39.

„Strategic gender needs are the needs women identify because of their subordinate position to men in their soci­ety. Strategic gender needs vary according to particular contexts. They relate to gender divisions of labour, power and control and may include such issues as legal rights, domestic violence, equal wages and women’s control over their bodies. Meeting strategic gender needs helps women to achieve greater equality. It also changes existing roles and therefore challenges women’s subordinate position.” (Übersetzung W. K.)

[44] Vgl. ebd., S. 190.

[45] Vgl. ebd., S. 39f..

[46] Vgl. Andorfer, S. 67.

[47] Vgl. Bartels, a. a. O., S. 50.

[48] Vgl. Barbara Stiegler: Gender macht Politik. 10 Fragen und Antworten zum Konzept Gender Mainstreaming (Friedrich Ebert Stiftung. Abteilung Arbeit und Sozialpolitik: Expertisen zur Frauenforschung), Bonn 2002, S. 5.

http://library.fes.de/pdf-files/asfo/01411.pdf.

[49] Vgl. Bliss, a. a. O., S. 35.

[50] Vgl. BMZ (Hg.): Konzept für die Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern am Entwicklungsprozess. Gleichberechtigungskonzept (BMZ-Konzepte, Nr. 111), 2. überarb. Fassung, Bonn 2001, S. 10f.

http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/konzepte/konzept111.pdf (07.02.2007).

[51] Anzahl der Frauen pro 100.000 Lebendgeburten, die während der Schwangerschaft oder Geburt sterben.

[52] Vgl. Christa Wichterich: Zwischen Effizienz und Empowerment. Armutsbekämpfung durch die MDGs aus Frauensicht, in: Zeitschrift Entwicklungspolitik 12/13/2005, S. 44-46, S. 44.

[53] Vgl. Brita Neuhold: Frauenrechte und Armutsbekämpfung. Der verengte Blick der Millennium Development Goals (MDGs) auf die Frauen, in: Frauensolidarität 2/2005, S. 6-9, S. 6.

[54] Vgl. Christa Wichterich: Frauenrechte. Unter neokonservativer Attacke, in: E+Z – Entwicklung + Zusammenar­beit 2005:4, S. 173.

[55] Vgl. Wichterich, Effizienz und Empowerment, a. a. O., S. 44.

[56] Vgl. Christa Wichterich: Ein entwicklungspolitischer Katechismus. Die Millenniumsziele als globales Ethos unter neoliberalem Vorzeichen, in: iz3w Nr. 285 , S. 20-23, S. 22.

[57] Vgl. Uwe Holtz: Die Zahl undemokratischer Länder halbieren! Armutsbekämpfung durch Demokratie, Men­schenrechte und good governance, in: Franz Nuscheler / Michèle Roth (Hg.), Die Millennium-Entwicklungs­ziele. Entwicklungspolitischer Königsweg oder ein Irrweg?, Bonn 2006, S. 118-137, S. 118.

[58] Vgl. Veronika Wittmann: Gender und die Millennium-Entwicklungsziele. Empowerment ohne Veränderung der Machtstrukturen?, in: Nuscheler / Roth, a. a. O., S. 173-192, S. 177-179.

[59] Vgl. Brigitte Voykowitsch: Entwicklungsziel Frauenrechte, in: Südwind Magazin Nr. 4/2005, S. 20-21, S. 21.

[60] Vgl. Wittmann, a. a. O., S. 173-192, S. 175.

[61] Dina Abu-Ghaida: The Costs of Missing the Millennium Development Goal on Gender Equity, in: World Development Vol. 32 No.7 2004, S. 1075-1107, S. 1078.

„Reducing gender inequality in education may […] enable employers to benefit from employing relatively cheaper female labor and they my respond by higher investment in such female-intensive employment.” (Über­setzung W.K.)

[62] Vgl. UNIFEM / BMZ / GTZ (Hg.): Pathway to Gender Equality. CEDAW, Beijing and the MDGs, New York/ Bonn 2004.

http://www.mdgender.net/upload/monographs/PathwayToGenderEquality_screen.pdf (15.01.2007).

[63] Vgl. Die Bundesregierung (Hg.): Aktionsprogramm 2015. Armut bekämpfen. Gemeinsam handeln. Der Bei­trag der Bundesregierung zur weltweiten Halbierung der Armut (BMZ-Materialien, Nr. 106), Bonn 2001, S. 33f.

[64] Vgl. BMZ (Hg.): Afghanistan – 5 Jahre nach Petersberg, in:

http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/20061109_afghanistan/5_jahre_nach_petersberg.pdf (05.03.2007), S. 4.

[65] Vgl. Foreign Policy (Hg.): Failed States Index, in:

http://www.foreignpolicy.com/story/cms.php?story_id=3420&page=1 (25.03.2007), nicht pag.

[66] Vgl. Martin Gerner: „Failed State“ Afghanistan und das Versagen des Westens, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 10/2006, S. 1213-1221, S. 1217.

[67] Vgl. UNODC (Hg.): Afghanistan Opium Survey 2006. (Stand Oktober 2006), in:

http://www.unodc.org/pdf/research/AFG05%20_full_web_2006.pdf (23.03.2007), S. 1.

[68] Vgl. ebd.

[69] Vgl. ebd.

[70] Vgl. Janet Kursawe: Afghanischer Teufelskreis, in: E+Z – Entwicklung + Zusammenarbeit 2007:3, S. 118-120, S. 118.

[71] Vgl. Conrad Schetter: Afghanistan. Gewaltwirtschaft und „Warlords“, in: Blätter für deutsche und internatio­nale Politik 10/2003, S. 1233-1236, S. 1234.

[72] Vgl. Konstantin von Hammerstein u. a.: Das Afghanistan-Abenteuer, in: Der Spiegel 47/2006, S. 20-30,

[73] Vgl. Babak Khalatbari / Christian Ruck: Fünf Jahre nach den Taliban. Aktuelle Entwicklungen am Hindu­kusch, in: Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsinformationen 1/07, S. 73-91, S. 81.

[74] Vgl. DWHH (Hg.): Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe in Afghanistan überfallen und erschossen, in:

http://www.welthungerhilfe.de/afghanistan-mitarbeiter-erschossen.html (16.03.2007), nicht pag.

[75] Vgl. DWHH (Hg.): Tödlicher Überfall bei Kunduz, in:

http://www.welthungerhilfe.de/ueberfall-mitarbeiter-kunduz.html (03.05.2007), nicht pag.

[76] Vgl. Martin Gerner: Korruption und Missmanagement. Entwicklungshilfe am Hindukusch, in: Das Parlament 39/2006, S. 3.

[77] Vgl. Transparency International (Hg.): Corruption Perceptions Index 2005 (Stand: 18.10.05), in:

http://www.transparency.de/Tabellarisches-Ranking.813.0.html (06.04.2007), nicht. pag.

In den Corruption Perceptions Index 2006 wurde Afghanistan nicht aufgenommen. Vgl. Transparency Internati­onal (Hg.): Corruption Perceptions Index 2006 (Stand: 06.11.06), in:

http://www.transparency.de/Tabellarisches-Ranking.954.0.html (06.04.2007), nicht pag.

[78] Vgl. Gerner, Failed State, a. a. O., S. 1214.

[79] Vgl. Franz Nuscheler: Entwicklungspolitik (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Band 488), Bonn 2005, S. 101-102.

[80] Vgl. Islamic Republic of Afghanistan (Hg.): Millennium Development Goals. Islamic Republic of Afghanistan Country Report 2005. Vision 2020, in:

http://www.ands.gov.af/src/src/MDGs_Reps/MDGR%202005.pdf (03.02.2007), S. 96.

[81] Vgl. Worldbank (Hg.): World Development Report 2007. Development and the Next Generation, Washington DC 2006, S. 287.

http://www-wds.worldbank.org/external/default/WDSContentServer/WDSP/IB/2006/09/13/000112742_20060913111024/Rendered/PDF/359990WDR0complete.pdf (20.03.2007).

[82] Vgl. ebd., S. 298.

[83] Vgl. Uwe Holtz: Die Rolle der Entwicklungspolitik im interkulturellen Dialog, in: Hartmut Ihne / Jürgen Wil­helm (Hg.), Einführung in die Entwicklungspolitik, Hamburg 2006, S. 354-365, S. 355.

[84] Die Kriterien hierfür sind: Staatlichkeit, Politische Partizipation, Rechtsstaatlichkeit, Stabilität demokratischer Institutionen und politische und gesellschaftliche Integration.

[85] Die Kriterien hierfür sind: sozioökonomisches Entwicklungsniveau, Markt- und Wettbewerbsordnung, Wäh­rungs- und Preisstabilität, Privateigentum, Sozialordnung, Leistungsstärke der Volkswirtschaft und Nachhaltig­keit.

[86] Vgl. Bertelsmann-Stiftung (Hg.): Bertelsmann-Transformations-Index BTI 2006, in:

http://www.bertelsmann-transformation-index.de/fileadmin/pdf/BTI_2006_Ranking_detailliert.pdf (17.03.2007), nicht pag.

[87] Die Kriterien hierfür sind: Gestaltungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, Konsensbildung und Internationale Zusammenarbeit.

[88] Vgl. ebd., nicht pag.

[89] Vgl. ebd., nicht pag.

[90] Vgl. ebd., nicht pag.

[91] Vgl. Bertelsmann-Stiftung (Hg.): Bertelsmann-Transformations-Index, in:

http://www.bertelsmann-transformation-index.de/116.0.html (17.03.2007), nicht pag.

[92] Vgl. Freedom-House (Hg.): Freedom in the World 2007. Selected Data from Freedom Houses Annual Global Survey of Political Rights and Civil Liberties, in:

http://www.freedomhouse.org/uploads/press_release/fiw07_charts.pdf (09.04.2007), S. 6.

[93] Vgl. UNDP (Hg.): Afghanistan National Human Development Report 2004. Security with a Human Face. Challenges and Responsabilities [Orthographiefehler im Original], in:

http://www.undp.org/dpa/nhdr/af-files/afnhdr2004-complete.pdf (07.02.2007), S. 18.

[94] Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden daher im Folgenden die Daten des NHDR 2004 mit den Daten anderer Länder aus dem HDR 2004 und nicht denen aktuellen Berichts verglichen.

[95] Vgl. UNDP, NHDR 2004, a. a. O., S. 18; UNDP (Hg.): Bericht über die menschliche Entwicklung (HDR) 2004, Berlin 2004, S. 177-180.

[96] Vgl. ebd.

[97] Vgl. Katharina Müller: Armut und Sozialpolitik in den zentralasiatischen Transformationsländern (DIE Be­richte und Gutachten 3/2003), Bonn 2003,

http://se1.isn.ch/serviceengine/FileContent?serviceID=PublishingHouse&fileid=DA69BD8B-45BE-2485-F2FB-A922C8AB60E3&lng=de (25.03.2007)

[98] Vgl. ebd.

[99] Vgl. ebd.

[100] Vgl. UNESCO (Hg.): Literacy for Live. EFA Global Monitoring Report 2006, Paris 2005, S. 167.

http://unesdoc.unesco.org/images/0014/001416/141639e.pdf (25.03.2007).

[101] Vgl. Nancy Hatch Dupree: Afghan Women under the Taliban, in: William Maley (Hg.): Fundamentalism Reborn? Afghanistan and the Taliban, London1998, S. 145-166, S. 154f.

Details

Seiten
111
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640102242
ISBN (Buch)
9783640210718
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v92615
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,1
Schlagworte
Bedeutung Frauenförderung Gender-Ansatzes Entwicklungszusammenarbeit Afghanistan

Autor

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Titel: Die Bedeutung der Frauenförderung und des Gender-Ansatzes für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan