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Ursache und Ausmaß der Landschaftsdegradation auf der Iberischen Halbinsel

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 31 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Gliederung

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Landschaftsraum Iberische Halbinsel
2.1 Relief
2.2 Mediterranes Klima
2.3 Hydrologie
2.4 Vegetation
2.5 Boden Terra rossa
2.5.1 Bodenentstehung- und Eigenschaften
2.5.2 Klassifizierung
2.5.3 Bodenprofil

3. Erläuterung zur Degradation
3.1 Definition
3.2 Degradationsprozesse
3.2.1 Waldzerstörung
3.2.2 Waldbrände
3.2.3 Bodendegradation
3.3 Indikatoren für Degradationsausmaß

4. Nutzung und Schutzmaßnahmen

5. Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Titelbild oben (http://www.lycos.de)

Titelbild unten (http://www.spiegel.de)

Abb.01: physische Karte Spanien, Portugal (http://www.geocities.com)

Abb.02: Klimadiagramm Santander (http://www.klimadiagramme.de)

Abb.03: Klimadiagramm Porto (http://www.klimadiagramme.de)

Abb.04: Klimadiagramm Madrid (http://www.klimadiagramme.de)

Abb.05: Klimadiagramm Salamanca (http://www.klimadiagramme.de)

Abb.06: Klimadiagramm Murcia (http://www.klimadiagramme.de)

Abb.07: Klimadiagramm Almeria (http://www.klimadiagramme.de)

Abb.08: Klimadiagramm Malaga (http://de.wikipedia.org)

Abb.09: Klimadiagramm Barcelona (http://de.wikipedia.org)

Abb.10: Flussnetz und Einzugsgebiet Spanien, Portugal (http://www.iberianature.com)

Abb.11: Querschnitt eines skleromorphen Blattes (Schultz 2002:190)

Abb.12: Rekonstruktion der natürlichen Vegetationsgesellschaften (Lautensach Atlas 1964:15)

Abb.13: Terra rossa (http://sapiens.no.sapo.pt)

Abb.14: Bodenzonenkarte der Erde (verändert nach Eitel 2007:390)

Abb.15: Terra fusca, Terra rossa (http://www.geo.unizh.ch)

Abb.16: Ausmaß der Bodendegradation auf Iberischer Halbinsel (Altemüller 1996:28)

Abb.17:Rain-splash erosion (http://www.iirr.org)

Abb.18: Sheet erosion (http://www.iirr.org)

Abb.19: verschwemmte Bodenschicht (http://plantandsoil.unl.edu Image by M. Mamo)

Abb.20: Rillen Erosion (http://www.iirr.org)

Abb.21: Rillen Erosion im Gelände (http://plantandsoil.unl.edu Image by M. Mamo)

Abb.22: Gullybildung (http://www.iirr.org)

Abb.23: von Erosion zerschnittene Landschaft in Andalusien (http://www.geo.uni-frankfurt.de)

Abb.24: Verteilung von Landnutzungsformen (Rother 1993:131)

Abb.25: Bodennutzung auf der Iberischen Halbinsel (Zahn 1992:100)

Abb.26: Grad der Bodenzerstörung (http://edafologia.ugr.es)

1. Einleitung

Die Natur unserer Erde zeigt die unterschiedlichsten Landschaftsbilder. Man kann sie in ihrer Vielfalt mit Hilfe verschiedener Kriterien, wie übereinstimmenden Geofaktoren zu Geo-Ökozonen zusammenfassen und gegeneinander abgrenzen. Innerhalb einer Gruppe von Landschaftsräumen gibt es jedoch nochmals Unterschiede in der Ausprägung ihrer typischen Merkmale, wodurch naturräumlich ähnlich ausgestatteten Regionen weiter differenziert werden können. Die Ursache für die unterschiedlich geprägten Landschaftsbilder könnte in den Prozessen liegen durch die sie geformt werden. Ähnliche Merkmale eines Raumes werden in unterschiedlicher Art und Weise, Zeit und Intensität verändert, sodass die dabei entstehenden Formen und Strukturen trotz derselben Ausgangsbedingungen nie genau identisch sind.

Die Iberische Halbinsel ist solch ein Teil eines Naturraumes, der über die Kontinente hinweg vertreten ist und dennoch überall ein wenig anders in Erscheinung tritt.

Dieses Ökosystem hat sich über lange Zeit hinweg zu dem entwickelt, was es heute darstellt. Der Mensch hat es kategorisiert und damit gegenüber anderen Ausprägungen abgegrenzt. Doch auch der heutige Zustand ist nur eine Momentaufnahme der Entwicklung.

Ein solcher Raum ist mit dem Zusammenspiel seiner Geofaktoren auf lange Sicht flexibel, da auf großen Zeitskalen eine hohe Variabilität der Geofaktorenkonstellation vorliegt und kann sich vielen Veränderungen anpassen. Jedoch der Grad der Stabilität eines natürlichen Systems variiert mit den enthaltenen Elementen und Faktoren und den zwischen ihnen wirkenden Prozessen. Dementsprechend stellt sich ein Fließgleichgewicht in dem Ökosystem ein. Nun gibt es auch sensible Ökosysteme, zu denen besonders der Mediterranraum zählt, die nur eine geringfügige Schwankung ihres Gleichgewichtszustandes erlauben ohne irreversibel geschädigt zu werden. Der Mediterranraum reagiert auf äußere Einflüsse besonders empfindlich, so dass die ablaufenden Prozesse rascher als in anderen Ökozonen zu Veränderungen der Naturraumeigenschaften führen. Hier setzt nun die Bedeutung des Menschen ein, da er sich die natürlichen Ressourcen intensiv zu nutze macht und somit zusätzlich in das System eingreift und es in andere Bahnen zwingt. Die Iberische Halbinsel wird schon seit vielen Jahrhunderten bewohnt und bearbeitet, wobei ständig in die natürlichen Prozesse eingegriffen wurde.

Die vorliegende Arbeit versucht Einblicke in die natürlichen Komponenten des mediterranen Raumes der Iberischen Halbinsel zu geben, die Wechselwirkungen sowie wirkende Prozesse aufzuzeigen, die zu dem sich allmählich verändernden Formenschatz im Landschaftsbild und somit letztlich auch der Nutzbarkeit für den Menschen beitragen.

2. Landschaftsraum Iberische Halbinsel

Die zu behandelnden Gebiete Spaniens und Portugals sind Ausschnitte aus dem Mediterranraum, welcher flächenmäßig mit 2,5 Millionen km2 die kleinste Ökozone (winterfeuchte Subtropen) der Erde darstellt (Schultz 2002:184).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Relief

Spanien lässt sich grob in das innere Hochland Meseta, die Randgebirge und die dazwischenliegenden Ebene und Becken unterteilen. Die Nordküste Spaniens verläuft fast ebenmäßig in einer graden Linie entlang der Bucht des Atlantiks (Golf von Biscaya). Nur wenige Landvorsprünge in den Ozean sind vorhanden, wie zum Beispiel an der Costa Vasca, zwischen Gijón und Avilés und das Kap Ortegal. Im südlichen Hinterland dieser schroffen Küstenbereiche der Region Asturien befindet sich das Kantabrische Gebirge mit dem bekannten Camino de Santiago (Jakobsweg). An der Nordwestspitze der Halbinsel (Galicien) reichen die Meeresarme tief eingeschnitten in den Flussmündungen weit ins Landesinnere hinein (Statistisches Bundesamt 1988:15).

Entlang der Westküste Portugals gestaltet sich das Relief wegsamer, da es dort lediglich ein kleineres Gebirge namens Sierra da Estrela gibt, welches sich an der höchsten Stelle bis zu 1991 Meter aus den sonst flach auslaufenden Ebenen hervorhebt. Gesamtbetrachtet gestaltet sich das Relief in Portugal kleinräumiger zerstückelt und somit vielfältiger als das spanische Festland. Besonders der Fluss Douro hat sich in Nordostportugal in ein Schiefer- undGranitgebiet eingetieft und in seinen Tälern konnte sich ein trocken- warmes Sonderklima bilden, welches hervorragende Bedingungen für den Anbau von Portwein birgt (Freund 1981:59).

Im Inneren der Iberischen Halbinsel befindet sich das diagonal verlaufende Kastilische Scheidegebirge, welches die Einzugsgebiete des nördlich dazu verlaufenden Duero und des südlich verlaufenden Tajo abgrenzt. Beide der großen Flüsse münden in den Atlantik. Das Scheidegebirge ist über einen Höhenzug mit dem quer zu ihm verlaufenden Iberischen Randgebirge verbunden. Zu dessen Nordwest-Südost verlaufendem Rand hat sich der im Mittelmeer mündende Ebro eine weite Talebene geschaffen und wird hauptsächlich von den im Pyrenäengebirge entspringenden Flüssen gespeist. Dieses Faltengebirge stellt sowohl physisch als auch politisch die Grenze der Iberischen Halbinsel, speziell Spaniens, zum europäischen Festland dar.

Die Ostküste entlang des Mittelmeeres ist durch flache, weite Meerbusen mit vereinzelten felsigen Vorgebirgen und Landvorsprüngen gekennzeichnet. An der Südostküste rückt das stark reliefierte Beticas Gebirge mit der Sierra Nevada nah an die Küstenbereiche heran. Dort in der Region Granada befindet sich auch der höchste Berg des Iberischen Festlandes, der Mulhacén mit 3.482 Metern über N.N. Diesem Gebirgszug entspringt der Fluss Guadalquivir, welcher mit seinen fruchtbaren Auenlandschaften für die Region Andalusien/Sevilla sehr gute landwirtschaftliche Bedingungen hervorbrachte (Zahn 1992:102).

Diese Region steht in einem großen Gegensatz zu den trockenen, verarmten Gebieten der Sierra Morena (La Mancha, Extremadura), welche sich weiter landeinwärts anschließen. Die La Mancha ist eine Hochebene im südöstlichen Bereich der Meseta und birgt eine Steppenvegetation, die sich wegen der Trockenheit der Region gebildet hat. Im Rahmen des Pilotprojektes „Neues Wasser“ Anfang der 70er Jahre wurden großflächig Bewässerungsanlagen durch Fördermittel errichtet und trugen anfangs zu einer enormen Produktivitätssteigerung bei. Nach zwei bis drei Jahren intensiver Bewirtschaftung mit bis zu drei Ernten pro Jahr war der Boden trotz Düngung ausgelaugt und an den Hanglagen setzten Erosionsprozesse ein. Das aufsteigende Kapillarwasser verursachte starke Versalzungen bis hin zur Ausbildung von Gipskrusten. In der La Mancha griff der Mensch sehr negativ in den Naturraum ein, indem eine intensive Nutzung auf einem natürlich nicht dafür ausgestatteten Gebiet erzwingen wollte. Erst sehr spät wurde die aride Region auf gipsmergeligem Untergrund wieder naturnäher genutzt durch zum Beispiel Weinrebenanbau (Niggemann 1994:59).

2.2 Mediterranes Klima

Regionen der mittleren Breiten mit dem sogenannten Mittelmeerklima zählen zu den winterfeuchten Subtropen, was bedeutet, dass im Sommer Wärme und Trockenheit vorherrschen und die Winter mild mit Niederschlägen zwischen 400 bis 1000 mm sind. Nach dem Klimasystem von Köppen liegt die Iberische Halbinsel größtenteils in der Csb- Csa Zone (Strahler 2005:188). Ausnahmen bilden die östlichen Bereiche wie Zaragoza, Alicante, Murcia, Almeria (BSk= Trockenklimate, Steppe, trocken und kalt, mittlere Jahrestemperatur unter 18°C).

C: warm- gemäßigte Klimate mit Durchschnittstemperatur des kältesten Monats zwischen 18°C und -3°C

s: Trockenzeit im Sommer der entsprechenden Halbkugel

b: wärmster Monat unter 22°C, mind. 4 Monate mit Mittelwert über 10°C

a: wärmster Monat über 22°C

Es handelt sich um ein Klima mit extrem ungleichverteilten Niederschlägen über das Jahr, in denen Monate mit Wasserdefiziten und solche mit Wasserüberschüssen auftreten. Entsprechende der jahreszeitlichen Divergenz zwischen Niederschlägen und Temperatur liegt gegenüber den sommerfeuchten Subtropen eine geringere Verwitterungsintensität vor. Die Bodenbildung in den höher gelegenen Gebieten kann fast so schnell vorangehen, wie in Mitteleuropa. Jedoch liegt auch hier eine starke Neigung zu Bodenerosion in den Bergregionen durch die anthropogene Entwaldung vor. Starkregen oder Schneeschmelze trugen weitgehend die alten reifen Böden an den Hanglagen ab und hinterlassen die anstehenden Kalksteine. Vor allem im Winterhalbjahr sind erhöhte fluviale und denudative Prozesse zu verzeichnen, da dort das Niederschlagsmaximum wirkt. (Schwerdtfeger 1994:306).

Atlantisches Klima: an der Atlantikküste (Galicien, Asturien, Kalabrien, Baskenland, Navarra) portugiesisches Hinterland nicht ganz so regenreich

hohe Niederschläge im Winter, sehr milde Winter und Sommer

Cfb ausreichender Niederschlag in allen Monaten (Schröder 2000:15)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ozeanisch-

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.02: Klimadiagramm Santander

(Quelle: http://www.klimadiagramme.de)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.03: Klimadiagramm Porto

Kontinentales

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.04: Klimadiagramm Madrid

(Quelle: http://www.klimadiagramme.de)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.05: Klimadiagramm Salamanca

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.06: Klimadiagramm Murcia

(Quelle: http://www.klimadiagramme.de)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.07: Klimadiagramm Almeria

Das trockene, heiße Klima mit seiner mikroräumlichen Variabilität wirkt sich stark auf den Aggregatzustand des Bodens aus. Dementsprechend verändert sich der ph-Wert des Bodens, die Infiltrationsrate, sowie die Humusauflage (Boix-Fayos 2001:57).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.08: Klimadiagramm Malaga

(Quelle: http://de.wikipedia.org)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.09: Klimadiagramm Barcelona

(Quelle: http://de.wikipedia.org)

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Details

Seiten
31
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638061308
Dateigröße
14.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v92365
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Geographie
Note
1,2
Schlagworte
Ursache Ausmaß Landschaftsdegradation Iberischen Halbinsel Oberseminar Mediterranraum

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Titel: Ursache und Ausmaß der Landschaftsdegradation  auf der Iberischen Halbinsel