Lade Inhalt...

Die Lernförderung Erwachsener - Über direkte, indirekte und interaktive Fördermöglichkeiten

Hausarbeit 2008 35 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lernförderung Erwachsener im Unterricht
2.1. Begriffsdefinition
2.1.1. Lernen
2.1.2. Förderung
2.1.3. Lernförderung

3. Indirekte Förderung
3.1. Arbeitsplatz
3.2. Räumlichkeiten
3.3. Bildungseinrichtung

4. direkte Lernförderung
4.1. Kontrollstrategien
4.2. Organisations- und Reduktionsstrategien
4.3. Elaborationsstrategien
4.4. Wiederholungsstrategien
4.5. Motivationale / emotionale Stützstrategien

5. Interaktive Lernförderung
5.1. Kennzeichen eines lernförderlichen Klimas
5.2. Gerechtigkeit und Fürsorge
5.3. Hinweise zur Schaffung eines lernfreundlichen Klimas durch Lehrende

6. Zusammenfassung und kritische Betrachtung

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Überblick über die Lernförderung Erwachsener im Unterricht

Abb.2 Tagesleistungskurve nach Graf

Abb.3 Ungünstig gestalteter Arbeitsplatz

Abb.4 Mögliche Lernstrategien

Abb.5 Sinnvolle Pausengestaltung

Abb.6 Sinnvolle Wiederholungsintervalle

Abb.7 Erfolgskontrollstudie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Überblick über die Lernförderung Erwachsener im Unterricht

1. Einleitung

Wollte man die westliche Gesellschaft charakterisieren, so könnte man dies wohl am ehesten mit den Begriffen rastlos und schnelllebig tun. Eine Erkenntnis oder Entwicklung folgt der nächsten. Damit wechseln auch ständig die Anforderungen, die die Gesellschaft an ihre Mitglieder stellt. Ein Beruf in dem man vom Zeitpunkt der Ausbildung bis zur Berentung ein- und dieselbe Aufgabe erfüllt, gehört längst der Vergangenheit an. Während einer Berufslaufbahn ändert sich das Tätigkeitsprofil inzwischen sehr häufig und zwingt zu Fort- und Weiterbildungen, will man den Anschluss nicht verpassen. Nun stellt sich die Frage: Wie kann man den Einzelnen darauf vorbereiten bzw. seine Chancen erhöhen, damit er sowohl beruflich als auch privat dem ständigen Wandel gewachsen ist? Wie kann man Grundlagen schaffen, die ihm gute Voraussetzungen fürs Lernen geben und ihm den Wissenserwerb so leicht wie möglich machen?

Eine Antwort könnte die Lernförderung sein. Sie befasst sich z.B. mit Aspekten, wie eine lernfördernde Umgebung aussehen sollte, wie man sich zum Lernen motivieren kann und welche Techniken es gibt, um das Lernen so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Sinnvollerweise sollte sie so zeitig wie möglich, also im Grundschulalter beginnen und dann die gesamte Bildungslaufbahn begleitend weiterverfolgt werden. Zu Beginn genießt daher die Elternarbeit einen großen Stellenwert. Da sich diese Ausarbeitung jedoch auf das Lernen im Erwachsenenalter beziehen soll, findet diese hier keinen Niederschlag. Auch weitere Formen der Lernförderung wie etwa die Lerngruppe, die Lernberatung und der Lernkurs werden hier, obwohl auch sie sehr wichtig sind, nicht weitergehend berücksichtigt. Demzufolge wird auch die individuelle Förderung, die eher Gegenstandsbereich der Lernberatung ist, vernachlässigt. Gegenstand dieser Ausarbeitung ist vielmehr die allgemeine Lernförderung im Unterricht. Dies scheint aus zweierlei Gründen sinnvoll zu sein. Zum einen ist der Unterricht der Ort, an dem es möglich ist, eine breite Masse zu erreichen und zum anderen können die Schüler das gelernte Strategiewissen hier direkt anwenden bzw. einüben.

Die Suche nach Literatur zum Thema „Lernförderung“ gestaltete sich recht schwierig. Lediglich zu den Teilbereichen, wie der lernfördernden Umgebung, den Lernstrategien oder dem lernfördernden Klima, sind verschiedene Schriften verfasst worden. Aus diesem Grund wird in dieser Ausarbeitung versucht, einen Überblick über die Lernförderung im Unterricht zu schaffen, der alle drei Hauptbereiche umfasst. Es wird bewusst darauf verzichtet, einen der Aspekte detailliert zu betrachten, da dies sonst den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Zu Beginn werden die Hauptbegriffe und der Gegenstandsbereich der Lernförderung definiert. Anschließend wird auf die Bereiche der indirekten, direkten und interaktiven Förderung ausführlicher eingegangen.

Gegen Ende erfolgt noch einmal eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen sowie die Darstellung möglicher Grenzen der Lernförderung.

An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass aus Gründen der besseren Lesbarkeit Begriffe wie Lehrer, Lehrende, Lernende, Schüler bzw. Teilnehmer usw. im Singular ausschließlich in der männlichen Form verwendet werden. Dies impliziert jedoch die weibliche Form ausdrücklich.

2. Die Lernförderung Erwachsener im Unterricht

Unsere heutige Gesellschaft ist durch eine rasante Wissenszunahme geprägt. Ständig neue Erkenntnisse und Errungenschaften bewirken ein Sinken der Halbwertszeit des Wissens auf nur noch wenige Jahre. Die Kenntnisse Auszubildender sind unter Umständen bereits beim Berufseinstieg veraltet. Diese Entwicklungen zwingen dazu, sich verstärkt Gedanken über das traditionelle Bildungssystem zu machen. Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch zeitgemäß ist, umfassendes Fachwissen in Aus-, Fort- und Weiterbildung zu vermitteln, welches schon in kurzer Zeit überholt sein wird.

Kritiker des herkömmlichen wissensorientierten Schul- und Ausbildungssystems setzen sich zunehmend durch und mit ihnen ein Wandel der Lernkultur.

Im Zentrum stehen nun immer weniger fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten. Vielmehr sollen Lernende im Rahmen ihrer Ausbildung eine umfassende Handlungskompetenz erwerben, die es ihnen ermöglicht, sich jederzeit autopoietisch aktuelles Wissen zu erschließen und es erfolgreich in den beruflichen, sowie privaten Alltag zu integrieren. Ziel ist es, sich flexibel den ständig neuen Entwicklungen und Ansprüchen des Lebens stellen und anpassen zu können. Diese Sichtweise geht also von einem Lernen als Lebensaufgabe aus.

Doch nur ein geringer Anteil der Bevölkerung wird sich auf Anhieb mit solchen Zukunftsaussichten anfreunden können. Hier setzt die schwierige Aufgabe der Lehrenden an. Sie sollen die Lerner nicht nur befähigen, Methoden-, Fach-, Personal- und Sozialkompetenzen als Hauptbestandteile einer umfassenden Handlungskompetenz erfolgreich anzuwenden, sondern sie auch für lebenslanges Lernen motivieren. Letzteres kann jedoch nur gelingen, wenn Lehrende ihren Schülern eine Art Handwerkszeug mit auf den Weg geben, durch das sie in die Lage versetzt werden, mit lebenslangem Lernen überhaupt umzugehen. Lernende müssen zu allererst wissen, wie man überhaupt sinnvoll lernt und welche Voraussetzungen dies ermöglichen. Der Begriff Lernförderung fasst genau dies zusammen. Bevor allerdings vertieft auf die Lernförderung eingegangen wird, erfolgt an dieser Stelle eine Begriffsdefinition.

2.1. Begriffsdefinition

2.1.1. Lernen

Der Begriff des Lernens hat im gotischen die Bedeutung von „ich weiß“ bzw. „einen Pfad suchen“ (lais) und im indogermanischen von „gehen“ (lis). Übertragen könnte man demnach sagen, dass das Lernen einen Weg beschreibt, an dessen Ziel die Erkenntnis steht.

Bereits Konfuzius bezeichnete "Lernen (als) eine Tätigkeit, bei der man das Ziel nie erreicht und zugleich immer fürchten muss, das schon Erreichte wieder zu verlieren."

Siebert hingegen beschreibt es „weniger (als) eine Reaktion auf wissensvermittelnden Unterricht“, sondern vielmehr als einen „selbstgesteuerten und individuellen Vorgang“ . Um wirklich effektiv lernen zu können, müssen Lerninhalte als sinnvoll, relevant und viabel erlebt werden. Lernsituationen sollten freiwillig sein und an Emotionen anknüpfen. Unter diesen Voraussetzungen wird es Lernenden leichter möglich, an bereits bestehende Gedächtnisinhalte, Erfahrungen oder neues Wissen anzuknüpfen und so regelrechte neuronale Netzwerke aufzubauen (vgl. http://www.report-online.net/recherche/einzelhefte_inhalt.asp?id=519 vom 20.12.2007, 10).

Meyers Lexikon beschreibt unter dem Begriff Lernen

„alle individuellen, relativ dauerhaften Veränderungen des Verhaltens und Erlebens, die auf Erfahrung beruhen; im engeren Sinne bewusste und planvolle Bemühungen, sich Wissen oder spezifische Fertigkeiten anzueignen. Aus moderner kognitiver Sicht wird Lernen meistens als ein Prozess der Informationsverarbeitung betrachtet. Dabei wird Information encodiert (d. h. in eine innere Repräsentation überführt), im Gedächtnis gespeichert und bei Bedarf von dort abgerufen.“ (http://lexikon.meyers.de/meyers/Lernen vom 30.12.2007)

Des Weiteren wird beschrieben, dass es sich beim Lernen jedoch keineswegs nur um das reine Aneignen von Wissen handelt, sondern vielmehr verschiedene Lernebenen wie Verhalten, Werthaltungen, Spiritualität, Fähigkeiten und Identität beinhalten kann.

Der Lernerfolg ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Neben individuellen Determinanten (z. B. Vorwissen, Lernmotivation, Lernstrategien, intellektuelle Leistungsfähigkeit) spielen auch institutionelle und Unterrichtsbedingungen sowie der kulturelle Kontext eine wichtige Rolle.“

(http://lexikon.meyers.de/meyers/Lernen vom 30.12.2007)

2.1.2. Förderung

Der Begriff Fördern kann in die lateinische Sprache zum einen mit sublevare übersetzt werden und bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie unterstützen bzw. emporheben. Zum anderen ist jedoch auch eine Übersetzung zu adituare möglich. Hier wird er eher als helfen verwendet.

In der deutschen Sprache wird dem Begriff Fördern bzw. Förderung noch eine weitere Bedeutung zugeschrieben. Im bergmännischen Sprachgebrauch steht es hier für das Abbauen bzw. zu Tage bringen eines Bodenschatzes wie beispielsweise Kohle oder Erz.

(vgl. http://www.dwds.de/?kompakt=1&qu=Förderung vom 30.12.2007)

Als Synonyme können laut Wortschatzlexikon auch Abbau, Beistand, Fürsprache, Gewinnung, Gönnerschaft, Hilfe, Protektion, Unterstützung verwendet werden. (http://wortschatz.uni-leipzig.de/abfrage/ vom 01.01.2008)

2.1.3. Lernförderung

Die Lernförderung, die sich aus dem Zusammensetzen beider Begriffe ergibt, stellt den Hauptinhalt dieser Ausarbeitung dar. Gemeint ist dabei weniger eine Unterstützung in finanzieller Hinsicht, wie beispielsweise für den Besuch von Fortbildungsmaßnahmen, Seminaren oder sonstigen Fördereinrichtungen; sie bezieht sich vielmehr auf Umstände und Verhaltensweisen, die das Lernen positiv beeinflussen.

Versteht man Förderung im Sinne von hervorheben , so könnte sich dies z.B. auf vorhandene Schülerressourcen beziehen, die sich positiv auf den Lernprozess auswirken und die durch den Lehrenden offenbart werden. Schüler und Lehrer versuchen gemeinsam, eine Art Lerndiagnose zu erstellen und die vorhandenen Lernstrategien, Lernmuster, Lerntypen, Lernbarrieren aber auch die Lernmotivation des Schülers zu ermitteln. Diese Erhebung erfolgt in der Regel im Rahmen einer Lernberatung. Erst im Anschluss kann der Lehrende den Schüler individuell unterstützen und an der Problemlösung arbeiten, indem er z.B. versucht, Aufgaben so zu konzipieren, dass sie über verschiedene Wege erschlossen werden können. (vgl. Hennig 2000, 30) Eine Lernförderung in diesem Sinne sollte so früh wie möglich einsetzen. Denn bereits im Grundschulalter ist das Kind, vom kognitiven Entwicklungsstand her betrachtet, in der Lage, Lernstrategien zu verstehen und auf ihnen in seiner gesamten Bildungslaufbahn aufzubauen. (vgl. Keller 1999, 11) Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass Lernförderung in der weiterführenden Schullaufbahn, bzw. Aus-, Fort- und Weiterbildung keine Bedeutung hätte. Im Gegenteil - das Lehren des Lernens stellte zwar bereits in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen zentralen Aspekt der Reformpädagogen dar, wurde allerdings bis vor wenigen Jahren mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit verdrängt. Diejenigen, die jetzt also entsprechende Bildungseinrichtungen besuchen, haben häufig nie wirklich richtig gelernt, wie man sinnvoll lernt. Unter dem Begriff „Lernen lernen“ versteht man heute

„die Aneignung von Kenntnissen und Fähigkeiten(...), die den Lernprozess steuern und erleichtern helfen. Der Schüler lernt, wie er denkend und handelnd die Lernmotivation, die Lernbedingungen, das Gedächtnis, die Konzentration sowie das fachbezogene Lernen und Problemlösen fördern kann.“ (Keller 1999, 10)

Bezieht man die Förderung in Zusammenhang mit Lernen eher auf die Fürsorge bzw. Beistand , so kann man damit auch Momente im Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden beschreiben, indem der Lehrer eher eine Schutzfunktion einnimmt. Neues Wissen wird von Schülern nicht zwingend als Bereicherung empfunden, denn wenn es sich z.B. mit ihrer Biographie oder Kultur nur schwer vereinbaren lässt, so werden sie oftmals stark verunsichert. Unter Umständen werden Grundvorstellungen bis hin zu Weltanschauungen erschüttert. Aufgabe des Lehrenden ist es also in diesem Zusammenhang auch, ein Art Rettungsanker zu sein, um so den Umgang mit neuem Wissen zu erleichtern und die Entstehung von Lernwiderständen zu vermeiden. Nach konstruktivistischen Überlegungen müssen die Lerninhalte in jedem Fall für die Lernenden eine Bedeutung haben und als nachvollziehbar und gangbar erlebt werden, damit sie überhaupt gelernt werden. Es gilt also in manchen Fällen, schwierige „Überzeugungsarbeit“ zu leisten, die zum Teil für die Lernenden auch als schmerzlich erlebt werden kann. Bereits Aristoteles sagte über das Lernen: „ Lernen ist nicht angenehm, lernen tut weh!“

Keller unterscheidet fünf verschiedene Formen von Lernförderung: die Lernberatung, die Lerngruppe, den Lernkurs, den Unterricht und die Elternarbeit. (vgl. Keller 1999, 4) Letztere spielt jedoch in der Erwachsenenbildung keine weitere Rolle. Eine herausragende Bedeutung kommt vielmehr dem Unterricht selbst zu, da hier zum einen alle Lernenden erreicht werden können und ihnen durch einen engen Fach- und Handlungsbezug der Transfer von vermittelten Lernstrategien stark erleichtert wird. Zudem hat hier auch der Lehrende selbst die Möglichkeit, durch gezieltes Verhalten das Lernen zu fördern. (vgl. Hennig 2000, 124)

Es wird bereits hier deutlich, das es sich bei der Lernförderung eher um einen komplexen Begriff handelt, der sich aus verschiedenen Aspekten zusammensetzt. Friedrich et al versuchten ihn in drei Bereiche zu gliedern. Zum einen in den Bereich der indirekten Förderung , die die Gestaltung der Lernumgebung zum Gegenstand hat. Die direkte Förderung hingegen befasst sich eher mit Lernförderung, die durch ein gezieltes Strategietraining ermöglicht wird. Der dritte Bereich ist die interaktive Förderung und setzt sowohl an der Lernumgebung, als auch am Lernenden selbst an. (vgl. Friedrich et al 1995, 3) In Folge wird nun auf alle drei Aspekte nochmals detailliert eingegangen.

3. Indirekte Förderung

Wie bereits im Vorfeld beschrieben, beschäftigt sich die indirekte Lernförderung mit der lernträchtigen Gestaltung der Umgebung, in der das Lernen stattfindet. Diese kann in unterschiedlichen Dimensionen betrachtet werden. Angefangen bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes, eines Kurs- bzw. Klassenraumes bis hin zur gesamten Bildungseinrichtung.

3.1. Arbeitsplatz

Selbstorganisiertes Lernen gewinnt gerade hinsichtlich des lebenslangen Lernens zunehmend an Bedeutung und wird auch von Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen verstärkt gefordert. Wichtig ist es dabei jedoch, Lernenden, die sich erstmals selbstorganisiert mit Problemlösungen beschäftigen, ein paar Ratschläge mit auf den Weg zu geben und sie nicht „ins kalte Wasser zu werfen“. Diese Hinweise könnten sich z.B. auch darauf beziehen, wie Schüler ihren Arbeitsplatz besonders lernfördernd gestalten können. So sollte der Arbeitsplatz auch wirklich nur mit dem Lernen in Verbindung gebracht werden und nach Möglichkeit nicht mit anderen Aktivitäten wie beispielsweise mit dem Essen, Schlafen oder Faulenzen. Es besteht die Gefahr, dass man sich hier nur allzu leicht ablenken lässt. Idealerweise sollte demnach ein geräumiger und übersichtlicher Schreibtisch zur Verfügung stehen, auf dem ausschließlich nur die Materialien zu finden sind, die für die Bewältigung des Lerngegenstandes benötigt werden. Chaotische Schreibtische bergen durch umherliegende Zeitschriften, Kreuzworträtsel, fachfremder Literatur oder gar durch Freizeitgegenstände die Gefahr der Konzentrationsstörung. Zu sehr könnte man in Momenten, in denen das Lernen eher schleppend vorangeht, verleitet werden, eine unplanmäßige Pause zu machen, anstatt alle Energie auf den Lerngegenstand zu verwenden. Die benötigten Utensilien sollten jedoch bereits vor Lernbeginn möglichst vollständig zurechtgelegt werden. Durch permanentes Aufstehen und Besorgen vergessener Literatur oder Schreibgeräte wird der Lernprozess unnötig unterbrochen.

Unplanmäßige Pausen können aber gerade in der Erwachsenenbildung auch häufig durch Kinder oder zu pflegende Angehörige entstehen. Wann immer es möglich ist, sollte die Lernzeit so eingeplant werden, dass sie in Ruhe und ohne Ablenkungen von außen ausgefüllt werden kann. Dies erfordert häufig einiges an organisatorischem Geschick, will man der Tagesleistungskurve (Abb. 2) Rechnung tragen und nicht auf die Abend- oder Nachtstunden zum Lernen ausweichen. Es gilt dann, vorübergehend anderweitige Betreuungsmöglichkeiten zu nutzen bzw. sich in eine störungsfreie Lernumgebung, wie beispielsweise eine Bibliothek, zurückzuziehen.

[...]

Details

Seiten
35
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638054409
ISBN (Buch)
9783638946650
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v92019
Institution / Hochschule
Hochschule Esslingen – Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege
Note
1,0
Schlagworte
Lernförderung Erwachsener Fördermöglichkeiten Lernen Motivation Störungen Regeln lernförderliche Umgebung lernförderliches Klima Arbeitsplatz Lernstrategien

Autor

Zurück

Titel: Die Lernförderung Erwachsener - Über direkte, indirekte und interaktive Fördermöglichkeiten