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NS-Okkupationpolitik in Weißrussland 1941-1944

Institutionen, Ziele und Scheitern.

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 30 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Verwaltungsstrukturen
2.1 Zivilverwaltung
2.2 Militärverwaltung
2.3 SS– und SD- Organe
2.4 Vierjahresplanbehörde und Wirtschaftsstab Ost
2.5 Weißrussische „Selbstverwaltung“

3 Landwirtschaftspolitik
3.1 Probleme der Produktion
3.2 „Neue Agrarordnung“

4. Entindustrialisierung und Entstädterung

5 Arbeitskräfteerfassung und Zwangsarbeit

6. Partisanenbewegung

7. Judenvernichtung

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Russland Feldzug offenbarte eine völlig neue Dimension des Krieges. Hitlers Krieg galt nunmehr der Vernichtung des Erzfeindes des deutschen Volkes - dem jüdischen Bolschewismus. Die Juden mussten dazu endgültig in Europa ausgemerzt werden. Zugleich war damit das Ziel des blockadefesten Europas mit seiner deutsch beherrschten Großraumwirtschaft verbunden.[1] Mit den Ressourcen des besetzten Europas wäre die deutsche Kriegsmaschinerie nach Hitlers Vorstellungen unbesiegbar gewesen. Die Verwirklichung der „neuen deutschen Ordnung“ war einzig und allein mit kriegerischen Mitteln möglich. Letztlich wäre das die Chance gewesen auch Kriege gegen Kontinente führen zu können.[2] Die Aufteilung der Welt war zumindest im Geiste längst beschlossen. Die Größe des russischen Raumes wurde zum Problem, dass nicht ohne Einschränkungen der nationalsozialistischen Ideologie zu lösen war.[3] Der prophezeite Zerfall der Sowjetunion, die dem deutschen Ansturm angeblich nichts entgegenzusetzen hatte, trat nicht ein.[4]

Eine effektive Großraumwirtschaft bzw. eine „europäische Wirtschaftspolitik“ stand zumindest in der Kriegsphase im Widerspruch zu den rassenpolitischen Plänen der Nationalsozialisten. Die tatsächliche Wirtschaftspolitik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion war durch Macht- und Kompetenzgerangel, widersprüchliche und gegenläufige Anweisungen, mangelndes Personal, Diensteifer und Günstlingsstreben, bloßem Überlebenskampf und gewissenloser Rassenvernichtung gekennzeichnet.[5] Am stärksten traten diese Widersprüche bei der Okkupation Weißrusslands auf. Um eine Unterscheidung zwischen den Großrussen und den Weißrussen vornehmen zu können, besannen sich die Nationalsozialisten auf eine alte Form des Wortes Russland – Ruthenien. Aus Weißrussland wurde schließlich Weißruthenien.[6] Welche Institutionen konkurrierten in Weißruthenien miteinander? Welche Ziele verfolgten sie? Welchen Einfluss hatte die Partisanenbewegung auf das Scheitern der Besatzungspolitik?

In dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, einige ausgewählte Besatzungsinstitutionen zu skizzieren und aufzuzeigen, wie stark die Planung der Massenvernichtung, von wirtschaftlichen Vorüberlegungen motiviert war. Im Rahmen dieser Arbeit kann keine umfassende Darstellung aller Ereignisse erfolgen, so kann auch die Vernichtung der sowjetischen Kriegsgefangenen nur erwähnt werden und ebenso die Judenvernichtung nicht umfassend behandelt werden. Anhand der Verwaltungsstrukturen, des Bandenkampfes sowie der Landwirtschafts- und Industriepolitik sollen Beispiele für die Vernichtungspolitik gefunden werden. Neben den Dokumentensammlungen von Wolfgang Benz; Konrad Kwiet und Jürgen Matthäus[7] und G. F. Sastawenka[8] stützt sich diese Arbeit vorwiegend auf die Veröffentlichungen von Christian Gerlach[9], Christian Hartmann[10], Wolfgang Benz, Johannes Houwink ten Cate und Gerhard Otto[11], sowie Bernhard Chiari[12] und Alexander Dallin[13].

2 Verwaltungsstrukturen

Die besetzten Ostgebiete standen unter der Verwaltung verschiedener Organe. Hinter der Front oblag der Militärverwaltung die Verantwortung für die Gebiete. Unterteilt wurden diese in die rückwärtigen Heeresgebiete und die rückwärtigen Armeegebiete. Nach der Einstellung der Kriegshandlungen sollten sie unverzüglich der Zivilverwaltung übergeben werden. In deren Zuständigkeitsbereich mischten sich alsbald die SS und SD Organe, der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, sowie die Vierjahresplanbehörde ein.[14] Die Selbstverwaltung der Gebiete wurde nur auf der untersten Ebene und nur aus der Not des Personalmangels heraus erlaubt.

2.1 Zivilverwaltung

An oberster Stelle der Zivilverwaltung stand Alfred Rosenberg als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete.[15] Am 1. September 1941 wurden die westlichen Gebiete Weißrusslands von der Wehrmacht an die Zivilverwaltung übergeben.[16]. Die Ostgebiete wurden in zwei Reichskommissariate gegliedert. Weitere geplante Reichskommissariate kamen aufgrund der Kriegsereignisse nicht zustande. Das Reichskommissariat Ostland (RKO) mit Sitz in Riga umfasste die Baltischen Staaten und den westlichen Teil Weißrusslands und wurde dem Gauleiter Lohse unterstellt. Die Ukraine bildete das zweite Reichskommissariat (RKU) und stand unter Verwaltung Erich Kochs. Auf der mittleren Verwaltungsebene untergliederten sich beide Reichskommissariate in Generalkommissariate bzw. Generalbezirke. Gebiets- und Stadtkommissariate bildeten die unterste Ebene der Zivilverwaltung.[17] Das Generalkommissariat Weißruthenien befand sich unter der Verwaltung Wilhelm Kubes.[18] Zu Weißruthenien zählten ein Teil der ehemaligen polnischen Gebiete im Westen Weißrusslands, sowie ein Teil des sowjetischen Gebietes mit der Stadt Minsk.

Die Zivilverwaltung besaß selbst keine eigenen Exekutivorgane und war ständig auf die Wehrmacht-, SS- oder SD- Einheiten angewiesen. Insgesamt war die Position Rosenbergs somit schwach, zumal seiner Ansicht nach vor allem zur Lösung des Ernährungsproblems eine weniger repressive Politik gegenüber der Bevölkerung betrieben werden sollte.[19] Damit stand er vor allem im starken Dissens zum Staatsekretär im Reichsernährungsministerium Herbert Backe.[20] Schon damals wurde die Verselbstständigung und „Zuvielverwaltung“[21] der Ostgebiete verspottet. Die eingesetzten Reichs- und Generalkommissare und die ihnen untergebenen Beamten im Osteinsatz besaßen nur mangelhafte Kenntnisse für ihre Aufgaben.[22] So wurden vorzugsweise die unteren Ebenen der NS-Verwaltung ad hoc für den Einsatz qualifiziert.[23] In den Posten der Zivilverwaltung befanden sich meist Gauleiter, Kreisleiter, SA-Führer oder Führer der Arbeitsfront, die dadurch einen plötzlichen Karriereschub erhielten.[24] Gutqualifizierte Personen hatten schließlich ihren Dienst im Reich zu verrichten und konnten keinesfalls entbehrt werden. Bereits 1942 zog Lohse es deshalb in Betracht auch auf der Generalkommissariatsebene auf die einheimischen Verwaltungsbeamten zu vertrauen, um so das gravierende Defizit nicht offensichtlich werden zu lassen. Diese Vorschläge trafen auf keine Zustimmung.[25] „Generalisierende Aussagen darüber, welche Männer und Frauen tatsächlich den Dienst in Weißrußland antraten, sind schwer zu treffen. Das Spektrum der „Ostlandfahrer“ reichte von tüchtigen Wirtschaftsfachleuten bis hin zu Straftätern.“[26] Wobei sich Hitler und auch Rosenberg völlig im Klaren waren, dass die im Osten eingesetzten Deutschen bald den gewünschten Typ „Herrenmensch“ verkörpern würden, der später nicht mehr anderswo zum Einsatz kommen konnte und der deshalb perfekt die Funktion erfüllen würde.[27]

2.2 Militärverwaltung

Die Militärverwaltung erhielt den Auftrag, die landeseigenen Ressourcen für die Kriegswirtschaft zu erschließen und die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten.[28] Sie war lediglich provisorisch organisiert und hatte während des Krieges den Großteil Weißrusslands, was seit März 1942 beinahe die komplette Osthälfte betraf, zu verwalten. Die besetzten Gebiete sollten schnellstmöglich in die Zivilverwaltung überführt werden, um den militärischen Vormarsch nach Hitlers Auffassung nicht mit Sicherungsaufgaben im rückwärtigen Gebiet zu belasten. Die Wehrmacht sollte sich auf die Kriegsführung konzentrieren und Hitler sah sie für die Bewältigung der Besatzungsprobleme als wenig geeignet an.[29] Wobei sich die Wehrmacht selbst nicht dagegen verwehrte, die politische Kontrollfunktion rasch abzugeben. So wendete sich Keitel im Juli 1941 bereits an Rosenberg, um Vorkehrungen zu treffen, die besetzten Gebiete zügig an die Zivilverwaltung zu übergeben.[30] Die oberste Leitungsebene bestand aus dem Generalquartiermeister im Oberkommando des Heeres (OKH Abt. VII) Eduard Wagner. Weiterhin waren die Kommandanten der rückwärtigen Armeegebiete bzw. die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete zuständig. Gerade Letztere bildeten die größten Verwaltungsgebiete und litten unter chronischem Personalmangel, da nach Möglichkeit alle Soldaten an der Hauptkampflinie zu verbleiben hatten. Im Oktober 1943, als die Partisanenaktionen deutlich zugenommen hatten, standen für diese Gebiete lediglich 100 000 Mann zur Sicherung zur Verfügung.[31] Die Befehlshaber agierten vor Ort recht unterschiedlich und sie waren zumeist ohne konkrete Befehle auf ihr eigenes Ermessen angewiesen[32], weshalb auch die verschieden starken Ausprägungen in dem Einsatz von Gewaltakten oder der Einbeziehung der Bevölkerung erklärbar werden.

Den wichtigsten Verwaltungsanteil übernahmen die Feldkommandaturen, denen ca. 50-150 Mann zugeordnet waren. Auf der untersten Ebene verwalteten die Ortskommandaturen die Gebiete. Ihnen oblag die direkte Zusammenarbeit mit der einheimischen Verwaltung, die bis zur Kreisebene beibehalten wurde.[33] Dabei förderten sie nach dem Einmarsch zuerst den Aufbau der lokalen Selbstverwaltung, um eine Entlastung der eigenen Kräfte zu erreichen.[34]

Auch die Anzahl von höchstens 175 Militärverwaltungsbeamten im Osteinsatz belegt das Provisorium der Militärverwaltung.[35] Zwar nahmen diese nur Führungsaufgaben war, was aber bei der Größe des zu verwaltenden Gebietes kaum eine ausreichende Lösung darstellen konnte. Unter ihnen befanden sich Vertreter aus der deutschen Justiz, Finanz- und Kommunalverwaltung. Den höchsten Beamtenposten besetzte der SS- Standartenführer Hans Tesmer als Kriegsverwaltungs-Abteilungschef.[36] Insgesamt blieb die Militärverwaltung schlecht strukturiert, zwiespältig und konzeptlos. Auf den Verwaltungsposten sicherte sich die SS ihren Einfluss durch loyale Vertreter ab. Ebenso übernahm die Wirtschaftsverwaltung ohnehin die wichtigen Aufgabenfelder für die Ausbeutung des Landes. Im Rahmen der Bandenbekämpfung und der Judenvernichtung vermischten sich auch die Aufgabengebiete der Geheimen Feldpolizei, die zwar sicherheitspolitische Maßnahmen innerhalb der Wehrmacht wahrnahm, aber zugleich auch gegen Angriffe auf diese von außerhalb zu reagieren hatte, mit denen der Einsatzgruppen und des SD. Zumal der Generalquartiermeister bis zum August 1942 für die Partisanenbekämpfung zuständig war und nicht zuletzt bezüglich der Judenvernichtung in enger Abstimmung mit dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) stand.[37]

2.3 SS– und SD- Organe

Offiziell für die Sicherheit in den besetzten Gebieten zuständig, entwickelte sich die SS, Sicherheitspolizei (Sipo) und der SD rasch zu den bestimmenden Organen der deutschen Besatzung. Der Einsatz der Polizei-Bataillone und Einsatzkommandos blieb dabei bis auf wenige Sonderkommandos auf die Rückwärtigen Heeresgebiete und die Reichskommissariate beschränkt. Die oberste Instanz bildete das RSHA mit dem Reichsführer SS (RFSS) Himmler. Auf der Ebene der Reichskommissariate stand jeweils ein Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) zur Unterstützung zur Verfügung. In Weißruthenien agierte seit Oktober 1942 der HSSPF Russland-Mitte (ab März 1943 HSSPF Russland-Mitte und Weißruthenien) Erich von dem Bach-Zelewski.[38] Diesem unterstanden die Befehlshaber der Ordnungs- bzw. der Sicherheitspolizei. Die HSSPF blieben lediglich für logistische Zwecke dem OKH untergeordnet und waren ansonsten fast ausschließlich an die Weisungen Himmlers gebunden. Da ihnen der Zugriff auf alle Organe der SS und der Ordnungspolizei zur Verfügung stand, wirkten sie alsbald als die mächtigsten Akteure der Ostpolitik.[39] Den Generalkommissariaten wurden SS- und Polizeiführer (SSPF) zugeteilt, denen wiederum die Kommandeure der Sicherheits- und Ordnungspolizei unterstanden. Im Generalkommissariat Weißruthenien waren zunächst von Juli 1941 bis Juli 1942 der SSPF Carl Zenner, kurzzeitig Walter Schimana, von November 1942 bis Oktober 1942 Curt v. Gottberg und danach Hans Haltermann in Minsk eingesetzt.[40] Auf der Ebene der Gebiets- und Stadtkommissariate fungierten die SS- und Polizeistandortführer.[41] Den Kommandeuren der Ordnungspolizei unterstanden die Kommandeure der Gendarmerie. Im Generalkommissariat Weißruthenien waren bis Oktober 1942 850 Mann eingesetzt. Auch sie hatten lediglich eine Aufsichtsfunktion über die einheimischen Schutzmannschaften bzw. Hilfspolizei zu erfüllen. Während die Schutzmannschaften und Gendarmerieposten vorwiegend für die alltäglichen Sicherungs- und Gewaltmaßnahmen zuständig waren, beteiligten sich die mobile Ordnungspolizei und die Polizeibataillone und später die Polizeiregimenter als Erste an den Vernichtungsaktionen. Die Einheiten der Waffen-SS[42], wie die SS-Kavallerie-Brigade oder das SS-Sonderbataillon Dirlewanger rundeten den Gewaltapparat schließlich ab und waren für die Organisation der größten und schwersten Verbrechen verantwortlich.[43]

[...]


[1] An den Plänen für eine kontinentaleuropäische Wirtschaftsordnung wurde seit den Blitzkriegerfolgen im Sommer 1940 gearbeitet. Vgl. Ueberschär, Gerd R.: Das Scheitern des „Unternehmens Barbarossa. Der deutsch-sowjetische Krieg vom Überfall bis zur Wende vor Moskau im Winter 1941/42. In: Ueberschär, Gerd R.; Wette, Wolfram (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. Unternehmen Barbarossa 1941. Frankfurt am Main 1991, S. 87f. Vgl. auch Vgl. Humburg, Martin: Das Gesicht des Krieges. Feldpostbriefe von Wehrmachtssoldaten aus der Sowjetunion 1941-1944, S. 36-38.

[2] Vgl. Krüger, Peter: Hitlers Europapolitik. In: Benz, Wolfgang; Buchheim, Hans; Mommsen, Hans (Hrsg.): Der Nationalsozialismus. Studien zur Ideologie und Herrschaft. Frankfurt am Main 1993, S. 112.

[3] Vgl. Hartmann, Christian: Verbrecherischer Krieg – verbrecherische Wehrmacht? Überlegungen zur Struktur des deutschen Ostheeres 1941-1944. In: VfZ 52. Jg., Heft 1 (2004), S. 5.

[4] Vgl. Erfurth, Waldemar: Die Geschichte des deutschen Generalstabes 1918-1945. Frankfurt a.M. 1957, S. 269.

[5] Vgl. Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998, S. 51.

[6] Vgl. Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1981, S. 211-237.

[7] Benz, Wolfgang; Kwiet, Konrad; Matthäus, Jürgen (Hrsg.): Einsatz im „Reichskommissariat Ostland“. Dokumente zum Völkermord im Baltikum und in Weißrussland 1941-1944. Berlin 1998.

[8] Sastawenka, G.F. (Hrsg.): Wehrmachtsverbrechen. Dokumente aus sowjetischen Archiven. Köln 1997.

[9] Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941-1944. Hamburg 2000.

[10] Hartmann, Christian: Verbrecherischer Krieg – verbrecherische Wehrmacht? Überlegungen zur Struktur des deutschen Ostheeres 1941-1944. In: VfZ 52. Jg., Heft 1 (2004), S. 1-76.

[11] Benz, Wolfgang; Houwink ten Cate, Johannes; Otto, Gerhard (Hrsg.): Anpassung, Kollaboration Widerstand. Kollektive Reaktionen auf die Okkupation. Berlin 1996. und Benz, Wolfgang; Houwink ten Cate, Johannes; Otto, Gerhard: Die Bürokratie der Okkupation. Strukturen der Herrschaft und Verwaltung im besetzten Europa. Berlin 1998.

[12] Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998

[13] Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1981.

[14] Vgl. Hartmann, Christian: Verbrecherischer Krieg – verbrecherische Wehrmacht? Überlegungen zur Struktur des deutschen Ostheeres 1941-1944. In: VfZ 52. Jg., Heft 1 (2004), S. 15.

[15] Nach den Gedanken Alfred Rosenbergs galt es, Weißruthenien als Wall gegen Moskowien (Großrussland) aufzubauen. Das Staatsgebiet sollte dazu um 250 km Richtung Moskau (bis hin zu Orel und Kalinin) ausgedehnt werden. Als Hauptstadt Weißrutheniens war Smolensk vorgesehen. Damit dieses Ziel verwirklicht werden konnte, war Weißruthenien von den Juden und rassisch minderwertigen Ethnien zu säubern. Neben Rosenbergs Visionen des Ostlandes existierten ebenfalls die Vorstellungen, Weißruthenien als „Abladeplatz“ für Unerwünschte zu nutzen. Eine exakte wirtschaftliche und politische Zielsetzung fehlte bis zuletzt. Vgl. Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1981, S. 118. Vgl. auch Fleischhauer, Ingeborg: Das Dritte Reich und die Deutschen in der Sowjetunion. Stuttgart 1983, S. 79. Vgl. auch Turonek, Jerzy: Weißruthenien: Zweifrontenkrieg der Ideologien. In: Benz, Wolfgang; Houwink ten Cate, Johannes; Otto, Gerhard (Hrsg.): Anpassung, Kollaboration Widerstand. Kollektive Reaktionen auf die Okkupation. Berlin 1996, S. 194.

[16] Vgl. Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998, S. 51.

[17] Vgl. Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1981, S. 103-106.

[18] Vgl. Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998, S. 54.

[19] Vgl. Richter, Timm C.: „Herrenmensch“ und „Bandit“. Deutsche Kriegsführung und Besatzungspolitik als Kontext des sowjetischen Partisanenkrieges (1941-44). Münster 1998, S. 81f.

[20] Vgl. Müller, Rolf-Dieter: Das „Unternehmen Barbarossa“ als wirtschaftlicher Raubkrieg. In: Ueberschär, Gerd R.; Wette, Wolfram (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. Unternehmen Barbarossa 1941. Frankfurt am Main 1991, S. 137, S. 148. Hitler selbst war außerdem nicht bereit irgendwelche Zugeständnisse an die besetzten Gebiete und deren Bevölkerung zu machen.

[21] Vgl. Richter, Timm C.: „Herrenmensch“ und „Bandit“. Deutsche Kriegsführung und Besatzungspolitik als Kontext des sowjetischen Partisanenkrieges (1941-44). Münster 1998, S. 82.

[22] Vgl. Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998, S. 58.

[23] Vgl. ebenda S. 61.

[24] Die höchsten Verdienste errangen sich diese Personen, berauscht von ihrer neuen Machtposition, also lediglich bei ihrer Skrupellosigkeit. Als sog. „Goldfasane“ entzogen sie sich einer Kontrolle und herrschten wie Vizekönige. Selbst wenn eine Kontrollfunktion für diese gewollt worden wäre, wäre sie aus Personalmangel kaum möglich gewesen. Vgl. Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1981, S. 108-113.

[25] Vgl. Chiari, Bernhard: Alltag hinter der Front. Besatzung, Kollaboration und Widerstand in Weißrußland 1941-1944. Düsseldorf 1998, S. 58, S. 62.

[26] Ebenda S. 68.

[27] Vgl. Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland 1941-1945. Eine Studie über Besatzungspolitik. Düsseldorf 1981, S. 113.

[28] Vgl. Turonek, Jerzy: Weißruthenien: Zweifrontenkrieg der Ideologien. In: Benz, Wolfgang; Houwink ten Cate, Johannes; Otto, Gerhard (Hrsg.): Anpassung, Kollaboration Widerstand. Kollektive Reaktionen auf die Okkupation. Berlin 1996, S. 195.

[29] Vgl. Hartmann, Christian: Verbrecherischer Krieg – verbrecherische Wehrmacht? Überlegungen zur Struktur des deutschen Ostheeres 1941-1944. In: VfZ 52. Jg., Heft 1 (2004), S. 14.

[30] Vgl. Handrack, Hans-Dieter: Das Reichskommissariat Ostland. Die Kulturpolitik der deutschen Verwaltung 1941-1944. Scheden 1979, S. 51.

[31] Die rückwärtigen Armeegebiete erstreckten sich meist bis zu 50 km hinter der Gefechtszone. Vgl. Hartmann, Christian: Verbrecherischer Krieg – verbrecherische Wehrmacht? Überlegungen zur Struktur des deutschen Ostheeres 1941-1944. In: VfZ 52. Jg., Heft 1 (2004), S. 7-8.

[32] Vgl. Handrack, Hans-Dieter: Das Reichskommissariat Ostland. Die Kulturpolitik der deutschen Verwaltung 1941-1944. Scheden 1979, S. 50.

[33] Vgl. Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941-1944. Hamburg 2000, S. 139.

[34] Vgl. Handrack, Hans-Dieter: Das Reichskommissariat Ostland. Die Kulturpolitik der deutschen Verwaltung 1941-1944. Scheden 1979, S. 51.

[35] Vgl. Richter, Timm C.: „Herrenmensch“ und „Bandit“. Deutsche Kriegsführung und Besatzungspolitik als Kontext des sowjetischen Partisanenkrieges (1941-44). Münster 1998, S. 82.

[36] Vgl. Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941-1944. Hamburg 2000, S. 136.

[37] Vgl. ebenda S. 141, S. 153f.

[38] Für Hitler zeichnete er sich durch seine besondere Brutalität aus, die selbst der Heydrichs überlegen schien. Vgl. ebenda S. 141, S. 181f.

[39] Vgl. Richter, Timm C.: „Herrenmensch“ und „Bandit“. Deutsche Kriegsführung und Besatzungspolitik als Kontext des sowjetischen Partisanenkrieges (1941-44). Münster 1998, S. 38, S. 87.

[40] Vgl. Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941-1944. Hamburg 2000, S. 184.

[41] Vgl. Dok. 5. In: Benz, Wolfgang; Kwiet, Konrad; Matthäus, Jürgen (Hrsg.): Einsatz im „Reichskommissariat Ostland“. Dokumente zum Völkermord im Baltikum und in Weißrussland 1941-1944. Berlin 1998, S. 22-24.

[42] 1944 wurde auch hektisch eine weißruthenische SS-Division aus Angehörigen des Weißruthenischen Jugendwerkes aufgestellt. Vgl. Thorwald, Jürgen: Wen sie verderben wollen. Bericht des großen Verrats. Stuttgart 1952, S. 403.

[43] Vgl. Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941-1944. Hamburg 2000, S. 190f.

Details

Seiten
30
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638072595
ISBN (Buch)
9783638956949
Dateigröße
565 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v91770
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,0
Schlagworte
NS-Okkupationpolitik Weißrussland Hauptseminar Probleme Herrschaft Europa

Autor

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Titel: NS-Okkupationpolitik in Weißrussland 1941-1944