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Eine Abhandlung über den Mythos "Banken schöpfen Geld aus dem Nichts" sowie deren tatsächliches Potenzial

Hausarbeit 2008 12 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Geleitwort

2. Evolution des Geldes
2.1. Zur Geschichte des Geldes
2.2. Geld in der Moderne

3. Disziplinen der Giralgeldschöpfung
3.1. Einfache passive Geldschöpfung
3.2. Einfache aktive Geldschöpfung
3.3. Multiple Giralgeldschöpfung

4. Inversität der Giralgeldschöpfung
4.1. Giralgeldvernichtung
4.2. Schranken der Giralgeldschöpfung

5. Schlussbilanz

6. Literaturverzeichnis

1. Geleitwort

Die Evolution des Geldes, sowie die Innovationen im Zahlungsverkehr haben den wahren Zustand des Geldes vernebelt. Frühere Geld‑Paradigmen konnten, teilweise, nicht vollständig überwunden werden und führen so, bei immer noch zu vielen Menschen zu Fehlschlüssen. Die einfache Fragestellung was eigentlich Geld sei, verursacht bereits Diffusitäten. Daraus resultierend erschwert sich die Antwort auf die Frage; was Geld ist und wie Geld geschaffen wird und wie es darüber hinaus von Notenbankfremden Geldinstituten geschöpft werden kann.

In dieser Arbeit soll der Mythos „Banken schöpfen Geld aus dem Nichts“ näher untersucht werden. Dazu wird als erstes ein kurzer Exkurs zum Thema Geld sowie seiner Entwicklung und Funktionen unternommen. Aufbauend aus der Erkenntnis, dass Geld aus Forderungen und Verbindlichkeiten besteht, kann im nächsten Schritt die Geldschöpfung der Geschäftsbanken näher untersucht werden. Im Verlauf wird offenbart, welche Arten der Giralgeldschöpfung beim Mischgeldsystem mit mehreren involvierten Banken möglich sind, sowie ihre Prämissen und Schranken. Die Geldschöpfung erfolgt im eigentlichen Sinne über die Kreditschöpfung. Die Geschäftsbanken schöpfen durch Kredite Giralgeld, welches basisgeldlos im Bankensystem zirkuliert und so die zur Verfügung stehende Geldmenge erhöht. Zum Verständnis wie Geld aus Krediten geschaffen wird, ist ein Denken in Bilanzen erforderlich und aus diesem Grund werden einige Bilanzen zur Veranschaulichung präsentiert.

2. Evolution des Geldes

2.1. Zur Geschichte des Geldes

Geld ist ein Ur‑Phänomen der Menschheit, welches sie durch die zahlreichen Epochen der Entwicklung begleitet hat.[1] Dementsprechend variierten die Utensilien die als Zahlungsmittel gebrauch fanden. Wichtig war für ein Zahlungsmittel vor allem die Erfüllung der Geldfunktionen; Tauschmittelfunktion, Rechenmittelfunktion und Wertaufbewahrungsfunktion.[2] Über die Jahrtausende fanden Gegenstände wie; Gold, Silber, verschiedene Metalle, Vieh, Korn, Salz, Tee, Zigaretten, Muscheln, Sklaven bis hin zu Frauen gebrauch als Geld.[3] Die populärsten und langwierigsten Zahlungsmittel waren aber definitiv Gold und Silber, überwiegend in Münzform. Aus diesem Grund bestand auch für Banknoten, bis ins letzte Jahrhundert, eine volle Golddeckung. Dementsprechend verpflichteten sich die damaligen Notenbanken die von ihr in Umlauf gebrachten Banknoten in Gold einzulösen. Diese reine Goldwährung existierte vom 17. Jahrhundert[4] bis zum ersten Weltkrieg, wonach sie durch eine Goldkernwährung abgelöst wurde. Bei der Goldkernwährung ist nur noch ein gewisser Kern der Geldmenge durch Gold gedeckt, da nur sehr wenig Geldbesitzer von der Goldeinlösepflicht gebrauch machten. Die Goldkernwährung führte zu einer Ausweitung der Geldmenge, weil mit einem geschrumpften Sicherheitspolster mehr Kredite vergeben werden konnten. Von der Goldkernwährung sah man jedoch spätestens mit dem Zusammenbruch des Bretton‑Wood Systems, in den 70er Jahren ab.[5] Seit dem ist das Geld einer Nation nur noch durch das Vertrauen in die Institutionen und in das Rechtssystem gedeckt. Eine in diesem Kontext mit Fehlern behaftete Annahme ist, dass Edelmetalle als Sicherheit der Banknoten existieren müssen, was aus dem Paradigma herrührt, dass Edelmetalle das eigentliche Geld sind. Edelmetalle sind vielmehr ein Vermögenswert unter vielen und sind nicht zwingende Sicherheiten, da auch sie Kursschwankungen und ähnlichem. unterliegen.[6]

[...]


[1] Wann tatsächlich das erste mal Geld gebrauch fand ist nicht genau bekannt und variiert darüber hinaus von Gesellschaft zu Gesellschaft.

[2] Gischer, Herz, & Menkhoff; Geld, Kredit und Banken; Springer 2004; Seite 5

[3] Selbstverständlich fanden nicht alle Gegenstände als allgemeines Zahlungsmittel Gebrauch, da bestimmte Gegenstände die Geldfunktionen nur teilweise erfüllen. So erfüllen z.B. Sklaven die Wertaufbewahrungsfunktion langfristig nicht, da Menschen altern und somit an Kraft und in diesem Fall an Wert verlieren.

[4] 1774 führte England als erstes Land eine reine Goldwährung ein, daraufhin folgten mehrer andere Staaten bis als letztes die USA 1900 eine reine Goldwährung einführte. Die Goldkernwährung war ab 1929, in fast allen Ländern der Welt vorhanden. Vgl. Borchert, Dr. Manfred; Geld und Kredit; Oldenbourgverlag München 2001; Seite 4

[5] Dies geschah als 1969 Frankreich seine Dollar-Reserven, die sich im Zuge der festen Wechselkurse über die Jahre angestaut hatten, in Gold einlösen wollte. Amerika vermochte jedoch nicht seiner Goldeinlösepflicht nachzukommen, da der Dollarkurs unter dem vorab festgesetzten Gold-Dollar Wechselverhältnis lag. Bedingt war dies durch eine hohe Inflationsrate des Dollars. Amerikas damaliger Präsident „Nixon“ löste kurzerhand die Goldeinlösegarantie auf und seit dem wurde sie nie wieder eingeführt.

[6] Vgl. Stadermann, Hans Joachim; Geldwirtschaft und Geldpolitik, Einführung in die Grundlagen; Gabler Kompakt 1994

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638042864
ISBN (Buch)
9783638940276
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v91037
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Banken Wirtschaft Geld Geldschöpfung Volkswirtschaft Geldmythos Bankwesen

Autor

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