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Entspannung für Menschen mit Lebenserfahrung

Besinnen und erholen mit Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung

Skript 2006 54 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Die Idee
1.1 Die Ziele
1.2 Die Dauer
1.3 Die Rahmenbedingungen
1.3.1 Der Seminarraum
1.3.2 Das Beiwerk
1.3.3 Der Seminarleiter

2. Die Zielgruppe
2.1 Die Teilnehmerzahl
2.2 Die Bedürfnisse
2.3 Die Wirtschaftskraft
2.4 Die zeitlichen Abhängigkeiten
2.5 Die Konfession

3. Die Öffentlichkeitsarbeit
3.1 Der Träger
3.2 Die Argumente
3.3 Die Information

4. Die Wirtschaftlichkeit
4.1 Die Kosten
4.2 Die Gewinne
4.3 Die Steuern
4.4 Die Teilnahmegebühr
4.5 Die Zuschüsse
4.6 Der Anfang

5. Das Seminar
5.1 Die Techniken
5.1.1 Das Autogene Training
5.1.2 Die Progressive Muskelentspannung
5.1.3 Die Phantasiereise
5.2 Die Störungen
5.3 Der Ablauf
5.3.1 Der erste Teil
5.3.2 Der zweite Teil
5.3.3 Der dritte Teil
5.3.4 Der vierte Teil
5.3.5 Der fünfte Teil
5.3.6 Der sechste Teil
5.3.7 Der siebte Teil
5.3.8 Der achte Teil

6. Das Fazit

7. Die Quellen

1. Die Idee

Richtig entspannen zu können ist eine Fähigkeit, die Menschen leistungsfähiger und zufriedener machen kann. Anerkannte Entspannungsverfahren wie das Autogene Training zeigen lernwilligen Menschen einen geeigneten Weg zu einer tiefen Entspannung, aber auch zu mehr Wissen über sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse.

Professionelle Entspannungsseminare werden häufig nicht mehr nur an die Allgemeinheit gerichtet, sondern zielen zunehmend auf bestimmte Personengruppen, wie beispielsweise Berufstätige, Arbeitslose oder Kinder ab. So kann man als Seminarleiter mit seinen Entspannungsangeboten den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Personengruppen besser gerecht werden.

Berufstätige fühlen sich beispielsweise häufig gestresst, überfordert oder vom Stellenverlust bedroht. Oft steht bei dieser Zielgruppe der Wunsch nach einem inneren Ausgleich im Vordergrund. Durch gezielte Entspannung kann beispielsweise die Leistungsfähigkeit gesteigert und die Gefahr eines burnout-Syndroms[1] gesenkt werden.

Arbeitslose sehen sich oft mit besonderen Stresssituationen im gesellschaftlichen und familiären Umfeld konfrontiert. Gesundheitliche Belastungen, Entmutigungen und Versagensängste prägen häufig das Alltagserleben. Entspannungsverfahren können hier eine Quelle für neue Kraft und neuen Mut im Umgang mit den persönlichen Herausforderungen sein.

Auch Kinder rücken zunehmend als Zielgruppe in das Blickfeld der professionellen Anbieter von Entspannungsseminaren. Offensichtlich wird, dass man insbesondere dieser Zielgruppe mit allgemeinen Standardangeboten nicht gerecht werden kann. Eine einfache Sprache, besonders geeignete Seminarräume und ein sensibler Umgang mit den Eltern sind Faktoren, die alleine schon die Entwicklung eines speziell kindgerechten Seminarkonzepts rechtfertigen.

Die Steigerung der beruflichen Leistungsfähigkeit und das Sammeln der inneren Ressourcen für neue Herausforderungen sind jedoch Ziele, die nicht für jede Personengruppe im Vordergrund stehen müssen. Menschen, die in ihrem Leben bereits viel erlebt und erreicht haben, wissen oft nicht, wie sie selbst zur Ruhe kommen können. Insbesondere ältere Menschen hatten häufig noch keine Gelegenheit, ein Entspannungsverfahren zu erlernen. Damit Menschen sich auch im fortgeschrittenen Alter überwinden können, etwas, das für sie ganz neu ist, auszuprobieren und zu lernen, muss der Zugang zu entsprechenden Entspannungsseminaren möglichst frei von Hindernissen sein. Solche Hindernisse bestehen bei dieser Zielgruppe vielfach aus gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Flexibilität und Mobilität älterer Menschen sind häufig einschränkt. Aber auch finanziellen Gründe oder mangelnde soziale Integration können solche Hindernisse sein.

Der Anteil der älteren Menschen an der Bevölkerung in Deutschland nimmt zu. Vielfach wird vom sogenannten „demographischen Problem“ gesprochen. Probleme entstehen jedoch nur dann, wenn eine absehbare Entwicklung nicht antizipiert und rechtzeitig nach Lösungswegen gesucht wird. Sowohl politisch als auch gesellschaftlich sind erste Anzeichen erkennbar, dass zukünftig der demographischen Entwicklung Rechnung getragen wird. Das Angebot an Konsumgütern und Dienstleistungen speziell für ältere Menschen wächst ständig. Auch für Anbieter von Entspannungsseminaren sind ältere Menschen, Menschen mit Lebenserfahrung, eine interessante Zielgruppe.

Wie jedoch bereits im Zusammenhang mit anderen Zielgruppen angedeutet wurde, ist es unerlässlich auch für die allgemein formulierte Zielgruppe der älteren Menschen[2] ein spezielles, auf die Bedürfnisse dieser Personengruppe ausgerichtetes, Seminarkonzept zu entwickeln.

1.1 Die Ziele

Ziel dieses speziellen Entspannungsseminars für ältere Menschen ist es, den Teilnehmern einfach zu erlernende Entspannungstechniken zu vermitteln, die sie bei Bedarf täglich in ihrem Wohnumfeld selbständig anwenden und vertiefen können. Im Vordergrund stehen dabei die Grundstufe des Autogenen Trainings und einführende Übungen in die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Das Seminar soll eine Hinführung zur tiefen Entspannung sein und den Teilnehmern die Möglichkeit geben bereits während des Seminars von ihrem Alltag abzuschalten.

Das Seminar wird als Gruppensetting konzipiert, da insbesondere bei der Zielgruppe der älteren Menschen die soziale Komponente eine große Rolle spielt. Das Zusammenkommen mit anderen Menschen, mit denen man durch ein gemeinsames Interesse – den Willen, Entspannung neu zu lernen – verbunden ist, kann ein nicht zu unterschätzendes Motiv für die Teilnahme an einem Entspannungsseminar sein.

1.2 Die Dauer

Das Seminar umfasst acht Termine; jeweils einen pro Woche. Jedes Treffen der Seminargruppe dauert ca. 1 ½ Stunden. Auf Wunsch der Teilnehmer kann ein Anschlussseminar in gleichem Umfang angeboten werden, in dem die gewonnen Kenntnisse und Erfahrungen der Entspannungstechniken vertieft werden.

1.3 Die Rahmenbedingungen

Entspannen kann man am besten in einer entspannten Atmosphäre – vor allem, wenn man ungeübt ist. Deshalb ist es besonders wichtig, entspannungsfördernde Rahmenbedingungen für das Seminar zu schaffen.

1.3.1 Der Seminarraum

Das Seminar sollte zweckmäßigerweise in einem bestuhlten, ruhigen Raum stattfinden. Eine Möglichkeit den Raum leicht abzudunkeln ist wünschenswert aber nicht unbedingt erforderlich.

Da damit zu rechnen ist, dass einige Seminarteilnehmer gesundheitlich beeinträchtigt sind, sollte sich der Raum im Erdgeschoss des Gebäudes befinden bzw. barrierefrei zugänglich sein.

Angestrebt wird alle praktischen Entspannungsübungen im Sitzen durchzuführen. Deshalb sind bequeme, aber gleichzeitig stabile Stühle erforderlich. Optimal wäre zudem, wenn die Stühle mit Armlehnen ausgestattet wären, die den Teilnehmern in der praktischen Entspannung zusätzlich Halt geben.

1.3.2 Das Beiwerk

Den Teilnehmern wird empfohlen, eventuell eine leichte Decke mit zu bringen. Außerdem sollten sie bequeme Kleidung tragen, die nicht beengt. Die Teilnehmer werden nicht aufgefordert, eigene Matten, Kissen oder zusätzliche Socken mitzubringen, wie das oft in Entspannungskursen üblich ist. Diese Hilfsmittel werden für die Durchführung der für ältere Menschen angepassten Entspannungsübungen nicht benötigt. Außerdem sollen die Teilnehmer möglichst keine Transportprobleme haben.

Bequeme Kleidung und eine wärmende Decke sind einfache Hilfsmittel, für die jeder Teilnehmer am besten selber sorgen kann. Aber auch der Seminarleiter kann einiges zur entspannten Atmosphäre während der Treffen beitragen. Eine thematisch auf die geplante praktische Übung abgestimmte Dekoration kann eine gute Einstimmung für die Teilnehmern gleich bei Betreten des Raumes sein. Diese kann eventuell noch durch Kerzen oder dezente Duftlampen unterstützt werden.

Sollten für die praktischen Übungen weitere Hilfsmittel, wie beispielsweise Stifte, Papier, Malvorlagen oder Pendel benötigt werden, so werden diese vom Seminarleiter vorbereitet und zum jeweiligen Treffen mitgebracht.

Sollte der Raum nicht sowieso schon damit ausgestattet sein, wird der Seminarleiter zu jedem Treffen ein Erste-Hilfe-Set mitbringen.

1.3.3 Der Seminarleiter

Der Raum, die Kleidung, die Dekoration und die Hilfsmittel tragen wesentlich zu Rahmenbedingungen bei, die eine entspannte Atmosphäre im Seminar fördern. Wesentlich für die Stimmung der Teilnehmer ist jedoch außerdem das Auftreten des Seminarleiters vor der Gruppe.

Mit gutem Beispiel voran sollte der Seminarleiter ordentlich aber bequem gekleidet sein. Er sollte hektisch wirkende Bewegungen vermeiden. Sowohl bei der Begrüßung der Teilnehmer als auch während des Seminars sollte der Leiter freundlich, ruhig und souverän wirken. Das schafft bei den Teilnehmern Vertrauen in den Seminarleiter als Person, aber auch in seine Fähigkeit, die Entspannungsverfahren kompetent zu vermitteln.

2. Die Zielgruppe

Dieses Seminarkonzept richtet sich insbesondere an „Menschen mit Lebenserfahrung“, also an Menschen im fortgeschrittenen Alter. Bewusst wird auf eine (Mindest-) Altersangabe verzichtet, da niemand, der sich angesprochen fühlt, von vorne herein von der Teilnahme ausgeschlossen werden soll. Außerdem soll es jedem Teilnehmer freigestellt bleiben, eventuell eine jüngere Begleitperson mitzubringen.

Grundsätzlich wird unterstellt, dass bei Menschen, die sich für das Erlernen von Entspannungsverfahren interessieren, eine gewisse Neugier und Aufgeschlossenheit für Neues vorhanden sind. Dies muss als unerlässlich für den Übungserfolg angesehen werden.

Zur Sicherheit der Teilnehmer muss ihr Gesundheitszustand die Teilnahme an diesem Entspannungsseminar zulassen, z. B. müssen sie aus eigener Kraft aufstehen können. Eventuell werden die Teilnehmer gebeten, sich ärztlichen Rat einzuholen. In Einzelfällen kann hierbei auch der Seminarleiter behilflich sein, indem er selber mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnimmt.

2.1 Die Teilnehmerzahl

Angestrebt wird eine Gruppengröße von zehn bis maximal 15 Personen. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht unterschritten werden.[3] Da in der Regel nach einer praktischen Entspannungsübung eine Rückmeldungsrunde durchgeführt wird, die unter Umständen bei dieser speziellen Zielgruppe länger dauern kann, als in einer gemischten Teilnehmergruppe, sollte die maximale Teilnehmerzahl nicht überschritten werden. Es ist wichtig, den Teilnehmern das Gefühl vermitteln zu können, dass jede und jeder von ihnen ausführlich und in Ruhe über das Erlebte sprechen kann. Hier soll kein Zeitdruck aufkommen. Außerdem ist es wichtig, dass der Seminarleiter ausreichend Zeit hat, sich bei Bedarf um die Bedürfnisse einzelner Teilnehmer zu kümmern.

2.2 Die Bedürfnisse

Jeder Mensch ist ein Individuum. Und genau so einzigartig wie er selbst sind seine individuellen Bedürfnisse. Wollte man als Seminarleiter jedem Bedürfnis seiner Seminarteilnehmer gerecht werden, müsste man wohl überwiegend Entspannung in Einzelsettings anbieten.

Dieses Konzept richtet sich jedoch an die Gruppe der älteren Menschen. Bei diesem Vorgehen wird unterstellt, dass die Bedürfnisse älterer Menschen im Hinblick auf den Wunsch Entspannungsverfahren zu erlernen weitgehend homogen sind. Bereits die Eingrenzung der Zielgruppe soll den Teilnehmern verdeutlichen, dass dieses Seminarkonzept so gut es geht ihren Bedürfnissen gerecht werden will.

Möglicherweise unterscheiden sich die Übungserfolge von älteren Menschen im Autogenen Training oder bei anderen Entspannungsverfahren gar nicht so sehr von denen jüngerer. Alleine jedoch das Signal „unter sich“ zu sein, soll möglichen Leistungsdruck abbauen und den Zugang zum Seminar erleichtern.

Es ist davon auszugehen, dass ältere Menschen, die sich für ein Entspannungsseminar interessieren, größtenteils körperlich in der Lage dazu sind. Es könnte für sie dennoch

beschwerlich sein praktische Entspannungsübungen im Liegen auf einer Matte durchzuführen. Deshalb wurden für dieses Seminarkonzept ausschließlich Übungen ausgewählt, die bequem im Sitzen auf einem Stuhl durchgeführt werden können.

2.3 Die Wirtschaftskraft

Die meisten älteren Menschen sind finanziell unabhängig, da sie aus Renten ein regelmäßiges Einkommen beziehen. Die Wirtschaftskraft der betrachteten Zielgruppe ist jedoch eher als heterogen einzustufen. Es können an dieser Stelle keine genauen Angaben über das verfügbare Einkommen der als Seminarteilnehmer in Frage kommenden Personen gemacht werden. Ebenso wenig kann eingeschätzt werden, wie viel von ihrem verfügbaren Einkommen ältere Menschen individuell bereit sind für einen Entspannungskurs auszugeben.

2.4 Die zeitlichen Abhängigkeiten

Zeitliche Abhängigkeiten, wie sich beispielsweise Berufstätige sich nach festen Arbeitszeiten richten müssen, bestehen bei älteren Menschen in der Regel nicht. Zu berücksichtigen sind aber eventuell regelmäßige ärztliche Untersuchungs- und Behandlungstermine, die meistens in den Vormittagsstunden stattfinden.

Häufig haben ältere Menschen auch ein großes Interesse an den (Vor-) Abendsendungen im Fernsehen, auf die sie ungern verzichten möchten. Sind Verwandte oder Bekannte berufstätig, finden Treffen und Besuche mit diesen vermutlich überwiegend an den Wochenenden statt.

Man muss aufgrund dieser Überlegungen annehmen, dass die Nachmittagsstunden eines Werktages einen günstigen Zeitraum für die Durchführung des Entspannungsseminars darstellen.

2.5 Die Konfession

Das Seminar ist nicht konfessionsgebunden. Eine Besinnung auf Teile der biblischen Schöpfungsgeschichte[4] und eventuell andere christlich-religiöse Grundlagentexte bildet jedoch in jedem Seminarteil einen wesentlichen Bestandteil der praktischen Entspannung[5]. Die Wahl des möglichen Trägers und der damit verbunden Seminarräume[6] drücken eine grundsätzliche Verbundenheit zum katholischen Bekenntnis aus. Es ist zu erwarten, dass sich auch die angesprochene Zielgruppe damit identifizieren kann.

3. Die Öffentlichkeitsarbeit

Tue Gutes, und rede darüber – an diesem Leitsatz sollte sich auch die Öffentlichkeitsarbeit zu dem hier vorgestellten Entspannungsseminar orientieren. In Zusammenarbeit mit einem möglichen Träger können verschiedene Maßnahmen zu Gewinnung von Teilnehmern durchgeführt werden.

3.1 Der Träger

Als möglicher Träger für ein Entspannungsseminar für Menschen mit Lebenserfahrung kommt die Katholische Familienbildungsstätte am Duisburger Innenhafen in Frage.[7]

Auf Nachfrage und nach formaler Bewerbung prüft die Katholische Familienbildungsstätte[8], ob ein angebotener Kurs in das Programmprofil passt und die internen Qualitätsanforderungen[9] erfüllt sind. Seminarleiter werden bei der Katholischen Familienbildungsstätte auf Honorarbasis entlohnt. Das Honorar beträgt ca. 15 Euro pro Unterrichtseinheit.

3.2 Die Argumente

„Familienbildungsstätten sind Orte, in denen durch Begegnung, Auseinandersetzung und Miteinander-Lernen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelnen, die Partnerbeziehung, die Familie und die Gesellschaft von heute und morgen geboten werden. In Familienbildungsstätten werden Menschen

- befähigt und begleitet, ihre familialen Beziehungen zu gestalten und den Alltag in der Familie besser zu bewältigen
- zum Erhalt und zur Pflege von Kontakten in Familien und im sozialen Umfeld angeregt und unterstützt
- gefördert und unterstützt, sich zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln
- befähigt, in den unterschiedlichsten Lebens- und Familienphasen ihre familialen und individuellen Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen zu können.“[10]

Zu jeder Familie gehören ältere Menschen. Familien, die sich ihrer Verantwortung durch alle Generationen hindurch bewusst sind, halten zusammen und lassen kein Familienmitglied alleine. Es gibt aber auch Familienkonstellationen, in denen dieses generationenübergreifende Verantwortungsbewusstsein aus den unterschiedlichsten Gründen nicht (mehr) vorhanden ist. Dies soll hier jedoch nicht bewertet werden.

Die Katholische Familienbildungsstätte will das Familiengefühl erlebbar machen und bietet in diesem Zusammenhang ein umfangreiches Kursprogramm. Die Familie als Einheit zu betrachten, Dinge zusammen zu machen und bewusst für einander da zu sein – das will die Katholische Familienbildungsstätte fördern.

Manchmal kann es für ein dauerhaft friedliches Zusammenleben in einer Familie jedoch auch hilfreich sein, wenn einzelne Mitglieder gelegentlich eigene Wege gehen. Deshalb zielen nicht alle Kurse auf die Familie als Einheit ab, sondern ganz bewusst werden auch Kurse für enger gefasste Zielgruppen angeboten.

Ältere Menschen beklagen sich häufig, dass ihre Familie sich zu wenig um sie kümmere. Manche älteren Menschen haben keine (nahen) Angehörigen mehr. Andere wollen vielleicht auch ganz bewusst ihrer Familie „nicht zur Last fallen“.

Das Entspannungsseminar für Menschen mit Lebenserfahrung verbindet das Selbstverständnis der Katholischen Familienbildungsstätte mit den Wünschen und Bedürfnissen der Zielgruppe. In diesem Seminar lernen die Teilnehmer nicht nur sich mit geeigneten Methoden zu entspannen. Wichtig ist auch, dass sie mit anderen Menschen in Kontakt kommen und die Anbindung an ihr soziales Umfeld nicht verlieren. Außerdem erleben die Teilnehmer das motivierende Gefühl, selber etwas bewegen zu können und noch nicht „zum alten Eisen“ zu gehören.

3.3 Die Information

Im Falle der Zusammenarbeit mit der Katholischen Familienbildungsstätte wird die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Seminar weitgehend von diesem Träger übernommen. Der Seminarleiter kann lediglich unterstützend mitwirken.

Halbjährlich erscheint ein kostenloses, gedrucktes Programmheft, in dem der Kurs mit allen wesentlichen Daten aufgeführt wird. Außerdem werden alle aktuellen Kurse im Internet[11] vorgestellt. Teilnehmer haben auch die Möglichkeit der Online-Anmeldung.

Pressemitteilungen an die lokalen Redaktionen der Tageszeitungen werden nach Bedarf (beispielsweise bei vorhersehbar zu wenigen Anmeldungen) vom Pressereferenten der Katholischen Familienbildungsstätte formuliert und verschickt.

In besonderen Fällen werden Plakate mit Veranstaltungshinweisen in Gemeindehäusern oder beispielsweise Buchhandlungen ausgehängt. Auch die Gestaltung der Plakate liegt in den Händen des Trägers.

4. Die Wirtschaftlichkeit

Wie schon ausführt wurde, kann über die Finanzkraft der Zielgruppe kein abschließendes Urteil gebildet werden.[12] Das finanzielle Risiko für den Seminarleiter bei der Durchführung des Seminars in Zusammenarbeit mit einem möglichen Träger hält sich in engen Grenzen.[13] Allerdings bringt die Zusammenarbeit mit einem Träger auch gewisse Einschränkungen mit sich.

4.1 Die Kosten

Bei der Durchführung eines Entspannungsseminars können verschiedene Arten von Kosten anfallen. Zu berücksichtigen wären hier beispielsweise Raummieten, Reisekosten, Bewirtungskosten oder die Kosten für die Anschaffung der für das Seminar benötigten Hilfsmittel und Dekorationsgegenstände. Außerdem muss (kalkulatorisch) das Honorar für den Seminarleiter berücksichtigt werden. Es können außerdem Kosten für Werbemittel wie Informationsflyer, Plakate oder Anzeigen anfallen. Eventuell müssen vor der Durchführung des ersten Seminars Kosten für die Gründung einer Gesellschaft nach deutschem Recht bedacht werden oder Bearbeitungsgebühren für die Zertifizierung des Seminars in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Auf diese Konstellation sei hier jedoch nicht näher eingegangen, da sich das vorliegende Konzept auf die Zusammenarbeit mit einem Träger stützt.

[...]


[1] Der Begriff des burnout-Syndroms beschreibt ein „Phänomen des „Ausgebranntseins“ mit physischer u. psychischer Erschöpfung, Abstumpfung u. Gefühlen persönlicher Inkompetenz“. Siehe: o.A.: Wörterbuch Medizin, München/Jena, 2000, S. 105.

[2] Eine genau Definition der Zielgruppe folgt in Kapitel 2.

[3] Dazu mehr in Kapitel 4.

[4] Vgl.: Gen 1,1 – 2,4a.

[5] Vgl.: Kapitel 5.

[6] Vgl.: Kapitel 3.1.

[7] Alle Informationen hier und im Folgenden basieren auf eigenen Recherchen auf www.fbs-duisburg.de sowie einem Telefoninterview mit Frau Monika Meinert, Mitarbeiterin der Katholischen Familienbildungsstätte am Innenhafen in Duisburg, am 16.03.2006.

[8] Wenn hier und im Folgenden von „der Katholischen Familienbildungsstätte“ die Rede ist, dann ist immer die Katholische Familienbildungsstätte am Innenhafen in Duisburg gemeint, die nur eine von fünf Katholischen Familienbildungsstätten in Duisburg und insgesamt 120 Katholischen Familienbildungsstätten im gesamten Bundesgebiet ist.

[9] Beispiele für die internen Qualitätskriterien: Eine spezifische Ausbildung der Kursleiter wird vorausgesetzt; ein Hochschulstudium ist nicht in jedem Fall erforderlich. In der Regel müssen die Kursleiter katholisch sein.

[10] www.fbs-duisburg.de

[11] Siehe: www.fbs-duisburg.de.

[12] Siehe Kapitel 2.3.

[13] Für nähere Betrachtungen zum möglichen Träger siehe Kapitel 3.1.

Details

Seiten
54
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638041416
ISBN (Buch)
9783638945943
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v91025
Note
1,0
Schlagworte
Entspannung Menschen Lebenserfahrung

Autor

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Titel: Entspannung für Menschen mit Lebenserfahrung