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Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems

Seminararbeit 2006 22 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Der Plan von Keynes
1.2. Der Plan von White

2. Besonderheiten des Systems
2.1. Hauptmerkmale
2.2. Internationale Finanzorganisationen
2.3. Historische Übersicht des Bretton-Woods-Systems

3. Ursachen für den Zusammenbruch
3.1. Das Problem der Liquidität
3.2. Die alternative Interpretation
3.3. Abwesenheit der Anpassungsmechanismen
3.4. Die Verhältnisse zu der Dritten Welt
3.5. Die privilegierte Stellung der USA

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Man kann das internationale Währungssystem als Zusammenhang zwischen Vereinbarungen, Regeln, Prozessen und Institutionen bestimmen, die das Finanzverhältnis zwischen den Ländern regulieren. Die Kennung der historischen, wirtschaftlichen und institutionellen Änderungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg eintreten, hat eine sehr große Bedeutung als Grundlage für die Forschung der internationalen Finanzen. Viele von den Vorschlägen für Reformen im internationalen Währungssystem sind zu der Überwindung der Probleme und der Fehler in der Vergangenheit gerichtet. Ich werde die Hauptpunkte der Entwicklung des internationalen Währungssystems nach dem Krieg analysieren. Unter denen sind das Bretton-Woods-System und sein Zusammenbruch, der Übergang zu den flexiblen Wechselkursen und die wirtschaftliche Ereignisse in den 70er Jahren. Ein großer Teil der Besonderheiten der Währungssphäre nach dem Krieg resultiert aus der wichtigen Bedeutung des amerikanischen Dollars, der auch heute eine große Rolle als internationale Währung spielt.

Im Jahre 1941 haben die USA und Großbritannien die ersten Gespräche über die Reform des Währungssystems nach dem Krieg geführt. Vertreter der USA war H.D. White, Vertreter von Großbritannien war J.M. Keynes. Da die USA wirtschaftliche und politische Vorteile am Ende des Krieges hatte, ist es keine Überraschung, dass das Bretton-Woods-System die Ansicht und die Vorschläge der amerikanischen Seite widerspiegelt. Die Regeln für die Funktionalität des Systems wurden an einer Konferenz in Bretton Woods (New Hampshire) 1944 mit Beteiligung von 44 Ländern angenommen. Die Teilnehmer an dieser Konferenz haben die beiden Projekte von Keynes und White diskutiert[1]. Diese Pläne hatten die folgenden Grundideen für das Währungssystem nach dem Krieg:

1.1. Der Plan von Keynes

- Die Zahlungen zwischen den Ländern werden aufgrund der internationalen Clearingunion durchgeführt
- Die Zahlungseinheit - eine neue übernationale Währung -BANCOR
- Regulierung der Wechselkurse der nationalen Währungseinheiten gegenüber der neuen Währung
- Unterstützung der Länder bei Ungleichgewicht ihrer Zahlungsbilanzen

1.2. Der Plan von White

- Gründung eines internationalen Stabilisierungsfonds
- Zahlungen mit einer neuen internationalen Währung - Unitas
- Regulierung der Wechselkurse
- System für Kreditierung der Länder entsprechend ihrer Beteiligung
- Der internationale Stabilisierungsfond hat Regulierungsfunktionen

2. Besonderheiten des Systems

2.1. Hauptmerkmale

Die Entscheidungen an der Bretton-Woods-Konferenz bauen praktisch die Grundelemente des internationalen Währungssystems nach dem Krieg auf:

- Bestimmung der Währungseinheiten, die als internationale Reserve- und Zahlungsmittel verwendet werden können
- Feststellen des Systems der Wechselkurse
- Formulierung Konvertibilitätsregimes der Devisen
- Entscheidung für Gründung und Funktionalität der internationalen Währungsorganisationen[2]

Als internationale Währungen werden der amerikanische Dollar und der britische Pfund festgestellt. Aber nach objektiven Umständen wurde der Dollar führende Währungseinheit des internationalen Währungssystems, und der Pfund hatte Einfluss in den Ländern des ex-britischen Königreiches. Seine frühzeitige Konvertibilität und seine Sonderstellung im Bretton-Woods-System machten den Dollar zur wichtigsten Weltwährung der Nachkriegszeit. Aufgrund der freien Konvertibilität des Dollars wurde ein großer Teil des Welthandels in Dollar abgerechnet und sowohl Importeure als auch Exporteure führten ihre Bilanzen in Dollar. De facto wurde der Dollar zu einer internationalen Währung - universales Tauschmittel, universale Recheneinheit und universales Weltaufbewahrungsmittel. Auch die Stärke der amerikanischen Volkswirtschaft im Verhältnis zu den kriegsverwüsteten Volkswirtschaften in Europa und Japan trug zu dieser Dominanz des Dollars bei. Nur gegen Dollars konnte man dringend benötigte Güter und Dienstleistungen erwerben, die nur die USA anbieten konnten. Daher war es für die Zentralbanken natürlich vorteilhaft, ihre Währungsreserven in Form verzinslicher Dollar-Aktiva zu halten.

Aufgrund seines Goldinhaltes wurde der Dollar mit Gold verglichen und die USA waren verpflichtet, Dollar gegen Gold umzutauschen. Die Dollars, die sich aufgrund von Krediten oder Importen außerhalb der USA befanden, konnten frei gegen Gold aus den Goldreserven der USA bei dem offiziellen Kurs von 35$/Unze eingelöst werden. Das war die einzige nationale Währungseinheit, die für offizielle ausländische Subjekte wie Regierungen, Währungsbehörden und Zentralbanken für Gold umtauschbar war. Diese Verpflichtung galt nicht für private Marktteilnehmer. Von diesem Recht wurde nur wenig Gebrauch gemacht, da die Währungseinheit der USA ein großes Vertrauen genoss. Ein Angriff gegen den Dollar durch Goldumtausch war jener, der von Frankreich im Jahre 1968 durchgeführt wurde. Damals wurden alle französischen Dollarreserven gegen Gold umgetauscht. Das Regime des Dollars als Reservewährung bedeutet, dass jedes Land, das diese Währungseinheit besitzt, sie als Basis für die Emission der eigenen Geldeinheiten betrachtet. So werden die Reserven der Länder aus Gold und Dollar gestaltet und mit ihrer Steigung oder Minderung wird die Menge der eigenen gedeckten Geldeinheiten im Umlauf bestimmt. Mit den Entscheidungen von Bretton Woods wurde ein System gewählt, das ebenso fixe Paritäten als auch fixe Wechselkurse genannt wurde. Bei der Parität handelt es sich um ein von der Regierung oder vom Gesetzgeber eines Landes festgelegtes Austauschverhältnis zwischen der nationalen Währung und einem anderen Wertträger, z. B. zwischen dem Dollar einerseits und dem Gold andererseits3[3]. Basis für diese Fixierung war der amerikanische Dollar, der die Parität der Währungseinheiten bestimmt. Alle Länder, die diese Regeln akzeptierten, waren verpflichtet, den Goldinhalt ihrer Währungseinheiten zu bestimmen, und auf diese Weise wurde das Verhältnis zwischen ihren Devisen und dem Goldinhalt des Dollars(0,888671 gr. Reines Gold) fixiert. Praktisch bedeutet dies, dass sich der Wechselkurs der nationalen Währungseinheiten auf die Parität zwischen ihnen und dem Dollar stützt. Es sind minimale Schwankungsbreiten der Wechselkurse zugelassen, und außer denen folgt eine Intervention auf dem Devisenmarkt zur Unterstützung des fixierten Kurses. Am Anfang wurden Schwankungen um ±1% über und unter der Parität berücksichtigt. Dieser Schwankungsbereich der zugelassenen Flexibilität der Wechselkurse in ihrer fixen Parität hat bis 1971 funktioniert. In den Folgeetappen der Entwicklung des internationalen Währungssystems wurden die zugelassenen Schwankungsgrenzen verbreitet. Als viele Länder allmählich auf die fixen Wechselkurse verzichteten, wurde ein Ende dieses Systems zum Anfang der 70er eingeleitet. Im Jahre 1976 in wurde es offiziell in Kingston, Jamaika zum Ende gebracht.

Ein wesentlicher Punkt des Bretton-Woods-Systems war die Einführung des Währungsregimes, bekannt als Konvertibilität der Währungseinheiten. Dieses Regime fordert, dass auf einer bestimmten Etappe die nationalen Geldeinheiten frei und ohne Beschränkung in anderen Fremdwährungen umgetauscht werden können. Am Anfang war das nur für den amerikanischen Dollar und für das britische Pfund gültig. Später, mit der Weiterentwicklung der nationalen Wirtschaften und entsprechend den Währungseinheiten der führenden Länder haben auch sie freie Konvertibilität eingeführt (deutsche Mark, französischer Franc und japanischer Yen).

Die Entscheidung für die Gründung der internationalen Währungsfinanzorganisationen wurde durch den IWF und die Weltbank realisiert. Später wurden auch andere Institutionen mit regionaler Bedeutung ihrer Tätigkeit gegründet. Damit wurden praktisch die Ideen von Keynes und White für neue internationale Organisationen realisiert, die regulierende Funktionen ausführen, sowie die direkte Bedienung der Zahlungen zwischen den Ländern steuern. Somit beruht das mit den Entscheidungen von Bretton Woods aufgebaute internationale Währungssystem auf drei wichtigen Elementen:

- Die Führungsrolle des Dollars und der USA
- das System der fixen Paritäten
- Internationale Währungsinstitutionen für Unterstützung und Regulierung der Zahlungen zwischen den Ländern[4]

Dieses System kann auch Gold-Dollarstandard genannt werden, da nur der Dollar seine direkte Verbindung zum Gold behalten konnte. (Umtauschverpflichtung zu einem bestimmten Preis 35$/Unze). Der Dollar war die „N-te Währung", in der die übrigen N-l Wechselkurse definiert wurden. Die USA selbst intervenierten nur selten auf dem Devisenmarkt. Normalerweise intervenierten bei Bedarf die N-l Zentralbanken, um die N-l Wechselkurse des Systems zu fixieren, während den USA theoretisch die Verantwortung oblag, den Dollarpreis des Goldes fix zu halten[5].

[...]


[1] Radkov, R., Adamov, V.: Währungen und Währungssysteme, 2000 S.575

[2] Radkov, R., Adamov, V.: Währungen und Währungssysteme, 2000 S.577

[3] Jarkow, H.-J.: Theorie und Politik des Geldes, 11.Auflage, S.50

[4] Radkov, R., Adamov, V.: Währungen und Währungssysteme, 2000 S.579

[5] Krugman, P., Obstfeld, M.: Internationale Wirtschaft, 6. Auflage S.697

Details

Seiten
22
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638053471
ISBN (Buch)
9783638946025
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90871
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere internationale Wirtschaftsbeziehungen
Note
2,0
Schlagworte
Zusammenbruch Bretton-Woods-Systems Makroökonomik Volkswirtschaften

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