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Unterrichtsstunde: Werfen an Stationen

Unterrichtsvorbereitung für die 2. Klasse

Unterrichtsentwurf 2008 21 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bezug zu den Modulinhalten

2 Verankerung im Rahmenplan

3 Einbettung der Unterrichtssequenz in die Unterrichtseinheit

4 Strukturanalyse
4.1 Wurfgerät „Ball“
4.2 Werfen auf feststehende Ziele
4.3 Werfen auf bewegliche Ziele

5 Institutionelle Bedingungen
5.1 Räumliche Gegebenheiten

6 Lernvoraussetzungen
6.1 Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse
6.2 Inhaltspezifische Lernvoraussetzungen
6.3 Methoden und Rituale

7 Didaktische Begründung
7.1 Differenzierungsmaßnahmen

8 Methodische Überlegungen

9 Literaturverzeichnis

10 Anhang II
10.1 Verlaufsplanung II
10.2 Spielerklärung „Sitz Hase – Lauf Hase“ IV
10.3 Spielerklärung „Abwerfen / Zombieball“ IV
10.4 Beschreibung der Wurfstationen IV
10.5 Plakat Stundenverlauf VI
10.6 Symbolaufkleber VII
10.7 Stationskarten VIII
10.8 Hallenplan / Aufbau XI

1 Bezug zu den Modulinhalten

In der vorliegenden Stunde wird der Schwerpunkt auf den Standard „die LiV konzipieren Aufgabenstellung kriteriengerecht und formulieren sie adressatengerecht“ gelegt. Die Schüler[1] sollen durch vielfältige Wurfstationen und der jahreszeitlichen Thematik zum aktiven Handeln motiviert und intensiven Werfen animiert werden.

2 Verankerung im Rahmenplan

„Der Sportunterricht zielt auf Lernprozesse, die von den Lernmöglichkeiten und Erfahrungen der Kinder ausgehen.“ [2] Grundformen der Alltagsmotorik, wie beispielsweise das Laufen und das Werfen werden in der zu zeigenden Stunde aufgegriffen und vertieft.[3] Der Rahmenplan weißt daraufhin, dass Schüler im Sportunterricht Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und Einstellungen erwerben sollen, wie z.B. Erweiterung der sozialen Kompetenz beim Spielen und Üben oder die Entwicklung wesentlicher koordinativer Fähigkeiten.[4] Inhaltlich umfassen die sechs Handlungsbereiche[5] die Aspekte der Bewegungserziehung. In Bezug auf die geplante Unterrichtsstunde sind hierunter die beiden Handlungsbereiche Spielen und Laufen – Springen – Werfen zu nennen.[6] Ziel beider Handlungsbereiche ist es, dass die Schüler sowohl im zweckfreien als auch im gebundenen Spielen Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Spielgeräten sammeln. Ferner erwerben sie Grundtechniken im Umgang mit dem Ball (Werfen) und erproben in vielfältigen Spiel- und Übungsformen ihr Bewegungskönnen im […] Werfen. [7] Unter Einsatz von variierenden Wurfmaterialien in vielfältigen Spiel- und Bewegungssituationen erweitern die Schüler ihr Bewegungskönnen im Hinblick auf die gewählten Handlungsbereiche.[8] Des Weiteren wird darauf verwiesen, dass Kinder diesen Alters sich in einer so genannten „sensiblen Phase“ befinden und besonders gut veranlagt sind, um bestimmte Bewegungsmuster aufnehmen und nachvollziehen zu können.[9] Aus diesem Grund wird in den ersten beiden Schuljahren auf einen spielerischen Umgang mit den Geräten wert gelegt, um Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Somit eröffnet die zu zeigende Sportstunde vielfältige Bewegungs- und Körpererfahrungen mit dem Ball und kann dem Ziel, die Freude an der Bewegung aufrecht zu erhalten, gerecht werden.[10]

3 Einbettung der Unterrichtssequenz in die Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Strukturanalyse

4.1 Wurfgerät „Ball“

Kein Spielgerät ist so attraktiv wie der Ball (Tennisball, Softball). Er ist leicht, liegt angenehm in der Hand und kann für vielfältige Formen des Werfens genutzt werden. Generell sind Bälle rund, können rollen, springen, fliegen und haben einen hohen Aufforderungscharakter. Es gibt unterschiedliche Ballarten, wie harte und weiche, große und kleine Bälle, die größtenteils unterschiedliche Flug- und Prelleigenschaften besitzen. Diese unterschiedlichen Ballarten fordern von dem Spieler besondere antizipative Fähigkeiten.[11] Der Spieler muss auf jeden Ball, sei es beim Prellen, Werfen und Fangen adäquat reagieren.

4.2 Werfen auf feststehende Ziele

Der zentrale Lerngegenstand dieser Stunde stellt das präzise Werfen auf feststehende und bewegliche Ziele dar. Im Gegensatz zur Ganzkörperbewegung „Weitwerfen“ wird die Kraftübertragung auf den Wurfgegenstand nicht hauptsächlich über Rumpf und Beine gesteuert, sondern die Beschleunigung des Wurfmaterials erfolgt fast ausschließlich aus dem Oberkörper - der Schulter und dem Ellebogengelenk. Dabei wird der Wurfarm angewinkelt und „peitschenartig“ nach vorne geführt.

Das Zielwerfen läuft in drei Phasen ab. Dabei ist die Hand-Auge-Koordination von entscheidender Bedeutung. Das Ziel wird in der ersten Phase über den fast gestreckten Arm mit den Augen fixiert. Dabei sollten Blick, Arm mit Wurfmaterial und Ziel eine Linie bilden. Ist das Ziel fixiert, folgt die Ausholphase. Dabei wird der Arm angewinkelt unten geführt. Das Ziel bleibt während des gesamten Bewegungablauf fixiert. In der Schwungphase oder Beschleunigungsphase wird das Wurfmaterial in Richtung Ziel beschleunigt. Diese Beschleunigung erfolgt mit dem Unterarm durch eine schnelle Streckung des Wurfarms. Die Schüler erhalten in der Stunde keine direkte Bewegungsbeschreibung. Sie sollen selbstständig herausfinden, wie sie am ehesten die Ziele treffen können und darüber reflektieren.

4.3 Werfen auf bewegliche Ziele

Beim Werfen des Balles in Spielsituationen sind vom Spieler verschiedene motorische Fähigkeiten gefragt, die weitestgehend parallel ausgeführt werden müssen. Diese motorischen Fähigkeiten bilden bei den Schülern die Voraussetzungen schnell und gut zu lernen, zielgerichtet und präzise zu kontrollieren, vielfältig und situationsangemessen zu variieren.[12] Diese allgemeinen Fähigkeiten werden als koordinative Fähigkeiten bezeichnet und sind von den Schülern speziell im Abschlussspiel „Abwerfen“ gefordert. Sie unterteilen sich in folgende Grundfertigkeiten[13]:

Reaktionsfähigkeit: Ein Spieler muss in vielen Situationen schnell und entschieden handeln, um günstige Spielsituationen auszunutzen.

Gleichgewichtsfähigkeit: In vielen Spielsituationen, jedoch auch beim Werfen und Fangen spielt die Gleichgewichtsfähigkeit eine entscheidende Rolle für das Spielgeschehen.

Räumliche Orientierungsfähigkeit: Die Schüler müssen lernen, sich während des Abschlussspiels im Raum orientieren zu können und dementsprechend ihre Bewegungen auszuüben. Daneben müssen sie auf Mit- und Gegenspieler achten, um einerseits feststellen zu können wohin der Ball gespielt wird und andererseits eine Kollision mit einem Mitspieler zu verhindern.

Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit: Die Schüler müssen ihre Kraft situationsadäquat einsetzen und so den Ball in der gewünschten Weise zum Ziel zu bringen.

5 Institutionelle Bedingungen

Der Sportunterricht wird in den ersten beiden Jahrgängen in Zeiteinheiten von je zwei Einzelstunden und einer Bewegungsstunde erteilt, die sich über die Schulwoche verteilen. Somit wird eine Bewegungserziehung an mehreren Tagen ermöglicht.[14] Die zu zeigende 45 minütige Sportstunde bezieht sich auf die zweite Stunde des Unterrichtsvormittags. Durch die effiziente Zusammenarbeit unter den Sportlehrern können Stationsbetriebe an der Schule regelmäßig durchgeführt werden und bleiben an Vormittagen bestehen. Die Kollegen bauen in den letzten Stunden des Schultags die Stationen ab.

5.1 Räumliche Gegebenheiten

Die Sporthalle ist direkt mit dem Schulgebäude verbunden. Die unmittelbare Nähe der Turnhalle ermöglicht einen schnellen Wechsel aus dem Klassenraum in die Halle und umgekehrt. Dadurch wird die reine Bewegungszeit optimiert. Die Größe der Halle beträgt ungefähr 10m x 20m und bietet genügend Platz, um beispielsweise einen Stationenbetrieb aufbauen zu können.

6 Lernvoraussetzungen

6.1 Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse

Die Klasse 2b setzt sich aus 23 Kindern, zwölf Mädchen und elf Jungen aus den Jahrgängen 1998 bis 2000, zusammen. Das Klassenbild ist multikulturell geprägt. Die Lerngruppe besteht weitestgehend in dieser Zusammensetzung seit dem Schuleintritt. Das Sozialverhalten der Schüler und deren Lern- und Arbeitsbereitschaft sind aufgrund der äußeren Umstände zufrieden stellend. Die Schüler haben Freude an der Bewegung und begegnen dem Unterrichtsfach Sport mit großer Begeisterung. Sie vergessen selten ihre Sportsachen, achten meist selbstständig darauf ihren Schmuck abzulegen und möchten ungern vom Unterricht ausgeschlossen werden. Außerdem beteiligen sie sich interessiert am Unterrichtsgeschehen, sind gut zu motivieren und können an sie gestellte Bewegungsaufgaben konzentriert lösen. Auch im Pausenverhalten äußert sich der hohe Bewegungsdrang der Schüler, ob beim Spielen mit oder ohne Ball.[15] Die Lerngruppe ist diszipliniert. Die Schüler reagieren gut auf akustische und visuelle Signale, wie z. B. Klangstab, Pfiff und verschiedene Handzeichen. Auch im Umkleide- und Waschraum entstehen für die Lehrperson keine Aufsichtsprobleme. Die Mehrzahl der Schüler arbeitet aufmerksam mit und verhält sich gegenüber ihren Mitschülern freundlich. Dennoch gibt es auch hier Ausnahmen. Auffällig verhalten sich 1 und 2. Zum einen fallen sie häufig negativ durch Streit, Handgreiflichkeiten und verbale Entgleisung untereinander auf und zum anderen stiften sie ihre Mitschüler zu Unruhe und Unmut an. Problematisch wirkt sich 2 Sozialverhalten auf seine eigene Leistung und die Atmosphäre in der Klasse aus. Dies zeigt sich durch unqualifizierte Kommentare und Zwischenrufe während Bewegungs- oder Spielerklärungen. Aufgrund seines negativen Sozialverhaltens wird er einmal wöchentlich in der „Kleinklassenarbeit“[16] unter dem Schwerpunkt Sozialtraining gefördert. Auf seine Störungen im Unterricht reagiere ich mit Verwarnungen, Appellen oder Ausschluss für kurze Zeit. Generell zeichnet sich speziell im Sportunterricht eine positive Entwicklung seines Sozialverhaltens ab. Er verhält sich gegenüber seinen Mitschülern rücksichtvoller und bemüht sich zunehmend um Zurückhaltung. 3 begegnet dem Sport- und Bewegungsunterricht mit geringer Beteiligung am Bewegungsgeschehen und hält sich nicht an die Regeln. Neben motivierender Zusprache und Ermunterung, muss sie häufig zur Mitarbeit animiert werden. Sie ist zu Beginn des zweiten Schuljahres in die Klasse gekommen und es fällt ihr nach wie vor schwer Anschluss zu finden. Um sie intensiver in das Klassengeschehen zu integrieren, ist ein häufiger Wechsel der Sozialformen nötig. Besonders bei Gruppeneinteilungen wird darauf geachtet, dass es immer wieder zu neuen Gruppenkonstellationen kommt und jeder mit jedem arbeiten bzw. sich auseinander setzen muss. 4 und 5 besuchen erst seit Ende Dezember die Klasse 2b. 4 ist für sein Alter noch sehr klein benötigt generell mehr Kraft und Ausdauer, um die geforderte Leistung zu erfüllen. Obwohl er Arbeitsanweisung nicht Folge leisten kann, da er die deutsche Sprache kaum beherrscht, ist er stets bemüht und begeistert bei der Sache. Auch 6 und 7 haben häufig Probleme Arbeitsanweisung richtig zu verstehen. Durch mehrmaliges Wiederholen der Aufgabenstellung von Seiten der Schüler kann dem entgegengewirkt werden. Zusätzlich arbeite ich zur Verständigung mit Bildmaterial, das zugleich als visuelle Stütze dient.[17]

[...]


[1] Um die Lesbarkeit zu erleichtern, soll die weibliche Form stets impliziert sein.

[2] Rahmenplan Grundschule (1995), S.222

[3] vgl. ebd., S.226

[4] vgl. ebd., S.222

[5] Handlungsbereiche sind: Spielen, Turnen, Rhythmisch Bewegen/Tanzen, Laufen-Springen-Werfen,

Rollen-Gleiten-Fahren, Schwimmen.

[6] vgl. ebd., S.225

[7] vgl. ebd., S.232

[8] vgl. ebd., S.232

[9] vgl. ebd., S.232

[10] vgl. ebd., S.222; Müller, C.; Petzhold, R; u.a.(2005), S.8ff; siehe Abbildung im Anhang.

[11] vgl. Kröger, C. & Roth, K. (1999), S. 16ff.

[12] vgl. Kröger, C. & Roth, K. (1999), S. 11.

[13] vgl. Müller, B. (1995), S. 23 f.

[14] Siehe Rahmenplan Grundschule, S.224

[15] Siehe Kapitel 7

[16] Das Programm der „Kleinklassenarbeit“ wird genutzt um die Einleitung eines sonderpädagogischen

Überprüfungsverfahrens im Sinne der Schule für Erziehungshilfe zu verhindern.

[17] siehe Material im Anhang „Plakat“, „Daumenkino“, „Stationskarten“

Details

Seiten
21
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638051446
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90769
Note
"-"
Schlagworte
Unterrichtsstunde Werfen Stationen

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