Loading...

Teaching Children’s Poetry

Eine didaktisch-methodische Aufsatzsammlung

Anthology 2008 130 Pages

Pedagogy - School Pedagogics

Excerpt

Inhaltsübersicht

Vorwort

I Children’s Rhymes, Raps and Poems

II Tiergedichte Interkulturell

III Bildgedichte

IV Schreibgedichte

V Action Poetry

VI Poems as tough stuff

VII Nonsense Poetry

Vorwort

Diese Sammlung von sieben fachdidaktischen Aufsätzen über den motivierenden Umgang oder auch Erwerb von englischsprachiger Poesie bietet ein großes und reichhaltiges Repertoire von lerngünstigen poetischen Texten mit einem breiten Spektrum

- für jede Alters- und Lernstufe
- aus englischsprachigen Quellen rund um den Globus
- aus sowohl tradierten als auch ganz neuen Arsenalen
- zu vielfältigen und für junge und junggebliebene Menschen lebensrelevanten Themenbereichen
- zur Verwendung für den Hausgebrauch ebenso wie für den Einsatz und den Lerngewinn im Englischunterricht, wozu gezielte didaktische und methodische Hinweise und Anregungen sogleich mit angeboten sind.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen mit Hilfe dieser rund 380 Texte ihr eigenes Leben und Lebensumfeld aus interessanten Perspektiven heraus betrachten und reflektieren. Und sie sollen dabei vor allem Spaß haben,

- Spaß am Umgang mit geformter englischer Sprache
- Spaß an Reim, Rhythmus und an der Prosodie
- Spaß am Nonsense, am Skurrilem und an der Utopie
- Spaß am Image, am Imaginären und an der Imagination

sodass sich vom Herausgeber nun schlicht sagen lässt:

Providing these texts was great fun to do!

But now they need reading ...

So: OVER TO YOU ! ! !

I Children’s Rhymes, Raps and Poems

Reime und Raps, Verse und Gedichte gehören zu den stärksten Formen menschlichen Ausdrucks. Wie der Fotograf mit seiner Kamera, der Maler mit seinem Pinsel und der Musiker mit seinem Instrument, so operiert und spielt der Dichter ohne die Notwendigkeit von Sätzen und grammatischen Konstruktionen vornehmlich mit Worten, frei und ungezwungen, inventiv, kreativ und innovativ. Aber er schreibt authentisch und somit (zum Glück) nicht für unseren Schul- und Lernbetrieb. Seine „Abnehmer“ sollen Gewinn davontragen, ihr eigenes Leben und Umfeld reflektieren und vor allen Dingen Spaß haben. Letzteres gilt es zu nutzen, und dies gilt in vollem Maß auch für den Englischunterricht, was hier mit einer Auswahl von Reimen, Raps und Gedichten exemplifiziert werden soll, alle für den Unterricht einsetzbar, zum Teil auf der Primarstufe, zum Teil auf der Sekundarstufe I. Zuvor ist aber erst noch ein Blick auf das Zusammen- und Wechselspiel der Hauptaspekte der Poesie zu werfen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Umgang mit Gedichten, Reimen und Rapversen ist Ausdruck der Freude an der gesprochenen Sprache und Ihrer Freiheiten, wie wir sie als Kleinkinder beim ersten Hervorbringen von mündlichen Äußerungen erlebt haben. Durch das uns in unserer Kultur aufgezwungene Erlernen des Lesens und Schreibens (erschwert auch noch durch politisch gewollte Rechtschreibreformen, bzw. durch leidige Reformen der Reformen) ist ein Teil dieser Freiheit und Freude verloren gegangen. Aber der Umgang mit Gedichten bringt sie uns zurück. Ihnen wohnt eine hohe Motivationskraft inne, denn sie stellen ein besonders lerngünstiges Textmaterial dar. Und Kinder lieben ja geformte Sprache. Sie reimen und fabulieren auch selber gern und haben ein Ohr und Gespür für Rhythmus und Prosodie. Sie reagieren spontan, direkt und spielerisch kreativ auf Angebote in geformter Sprache, ganz gleich ob mutter- oder fremdsprachlich.

1. Ruptured Rhymes

Vom walisischen Dichter Dylan Thomas stammt das Wort: “Poetry is what makes ... my toenails twinkle.“ Und wir können die Anspielung an den bekannten und allen englischsprachigen Kindern überall auf der Welt so vertrauten Kinderreim gut nachvollziehen. Dieser globale Gesichtspunkt soll u.a. auch dadurch unterstrichen werden, dass hier mehrfach aus Quellen auch aus Down Under geschöpft wird, denn hier treffen wir auf ein (hierzulande leider noch wenig bekanntes) „El Dorado“ der englischsprachigen Kinderliteratur.

Twinkle, twinkle, little star,
How I wonder what you are!
Up above the world so high,
Like a diamond in the sky.

(Opie 1967, p. 36)

Und auch unter den so gern und oft aufgesagten ruptured rhymes, den modernen Abwandlungen bekannter Kinderreime, findet er sich wieder. (Unter Ruptur wird eine unerwartete Unterbrechung oder ein anderer Ausgang als erwartet verstanden.):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

( Factor 2000/1994, pp. 58,59/p. 36)

Die Schülerinnen und Schüler (fortan Schüler) könnten (auch in Partner- oder Kleingruppenarbeit) weitere Reime schreiben.

Die Ruptured Rhymes erfreuen sich also in jeder Hinsicht in englischsprachigen Ländern großer Beliebtheit, z.B. auch Rupturen dieses Klassikers:

Humpty, Dumpty sat on a wall.
Humpty, Dumpty had a great fall.
All the King’s horses and all the King’s men
Couldn’t put Humpty together again.

(Opie 1967, p. 25)

Bei diesem Paradebeispiel der englischsprachigen Kinderliteratur ist an ein rohes Ei gedacht, das auf einer hohen Mauer sitzt. Fällt es herunter, so ist keine Macht der Welt, auch nicht der König mit seinen Mannen und Pferden in der Lage, dieses zerborstene Ei wieder zusammenzufügen. Das ist die Ausgangsidee für die folgenden beiden ausgewählten ruptured rhymes:

Humpty Dumpty sat on a wall.

Humpty Dumpty had a great fall.

All the Kings’s horses and all the King’s men …

… had omelets for breakfast.

Humpty Dumpty sat on a wall.

Humpty Dumpty had a great fall.

All the King’s horses and all the King’s men cried:

“Oh, no! Not scrambled eggs again!”

(Factor: 1994/2000, p .45 / p. 61)

2. Playing With Words

Das spielerische Element, das playing with words ist vom großen und bekannten Michael Rosen ganz bewusst und gezielt thematisiert worden, so etwa mit dem Titel seiner kleinen Sammlung HAIRY TALES AND NURSERY CRIMES (M. Rosen, 1985),oder auch mit dem folgenden Gedicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit einem weiteren Beispiel kann das noch deutlicher demonstriert werden, wobei sich sogleich ein weiterer Unterrichtsvorschlag anbietet, nämlich der, dass die Schüler (etwa am Ende der Sekundarstufe I) diese Technik übernehmen und Michael Rosens Wortspiele durch andere, eigene ersetzen.

Words in space

They decided to abolish the words

to sit, to stand and to lie.

And the word

to float will replace them.

So people now say:

Float up straight when I’m talking to you.

Let sleeping dogs float.

Let’s float down and have a chat about it.

People who don’t like cabbage say,

I can’t float cabbage.

And they watch telly in the floating-room.

----------------------

Is there anyone who doesn’t

underfloat what I’m saying? [Michael Rosen]

(Eshuys/Guest/Saunders 2003, p. 66)

Bei der Erstellung eigener Varianten sind nur die unterstrichenen Wörter auszutauschen.

Beispiel als Vorschlag:

Wobble-words

They decided to abolish the words:

To say, to make and to go.

And the word to wobble will replace them.

So people now wobble:

I wobble my bed myself.

Could you wobble that in English?

Where do you wobble on holiday?

And they also wobble:

These cars are wobbled in Germany.

Care for a cup of tea? It’s in the wobbling.

You should wobble up your mind.

She wobbled ‘Hello’ to me.

It’s late. So let’s wobble.

He knows lots of common wobblings.

Easier wobbled than done.

-------------------------

Is there anyone who can’t wobble out

what I’m wobbling?

Auch das folgende Gedicht von Paul Cookson liefert ein gutes Modell für ähnliche Eigen-Versuche im Unterricht.

Answers

As a superb poet you can play with words.

You can play around with superb words as a poet.

With superb words you can play around – as a poet.

Words you can play around with – as a superb poet.

As a poet, words you can play around with - Superb!

As a poet superb words can play around with YOU. [Paul Cookson]

(Cookson 2002, p. 53)

3. Tongue Twisters

Mit Wortspielen operieren auch die Zungenbrecher, im Englischen weniger grausam tongue twisters genannt. Davon hier eine kleine Auswahl, wovon die beiden letzten Beispiele als richtige Gedichte mit Betonung der onomatopoetischen Elemente zu präsentieren sind:

Cannibals and cans Three grey geese

How many cans can a cannibal nibble Three grey geese

If a cannibal can nibble cans? In the green grass grazing.

As many cans as a cannibal can Grey were the geese

If a cannibal can nibble cans. And green was the grass.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Hobermann 1993, p. 95)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Spaghetti

Spaghetti, spaghetti! You’re wonderful stuff.

I love you, spaghetti,. I can’t get enough.

You’re covered with sauce and you’re sprinkled with cheese.

Spaghetti, spaghetti! Oh, give me some more, please.

Spaghetti, spaghetti piled hight in a mound,

You wiggle, you wriggle you squiggle around.

There’s slurpy spaghetti all over my plate,

Spaghetti, spaghetti I think you are great.

Spaghetti, spaghetti! I love you a lot.

You’re slishy, you’re sloshy, delicious and hot.

I gobble you down, oh, I can’t get enough.

Spaghetti, spaghetti! You’re wonderful stuff. (Jack Prelutski)

Tongue Twisters können die Lernenden auch selber schreiben, indem sie Alliterationen bilden, und zwar nach dem folgenden Modell:

Betty Baker

B etty Baker bought a bitter biscuit.

Did Betty Baker buy a bitter biscuit?

If Betty Baker bought a bitter biscuit,

Where’s the bitter biscuit Betty Baker bought?

Carol Clark

Carol Clark caught a crazy cow.

Did Carol Clark catch a crazy cow?

If Carol Clark caught a crazy cow,

Where’s the crazy cow Carol Clark caught?

Denis Dudley

Denis Dudley drew a dancing duck.

Did Denis Dudley draw a dancing duck?

If Denis Dudley drew a dancing duck,

Where’s the dancing duck Denis Dudley drew?

Lernstärkere Schüler werden sogleich auch auf die Verbformen buy / bought, catch /caught usw. hingewiesen.

4. Rope Rhymes

Zu diesem Aspekt folgen noch Ausführungen im Beitrag II dieser Sammlung. An dieser Stelle sei einfach nur mit einem echten Klassiker aus Australien eröffnet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Factor 1994, p. 83)

Auch hier können unsere Schüler wieder aktiv und kreativ werden, indem sie unter Verwendung der folgenden Redemittel selbst solche Reime produzieren. Als Themen dienen uns lustige Tiere (funny animals), und wir geben folgende Modelle vor:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Reversed And Changeable Rhymes

Die Frage nach der Kreativität , der ‚gelenkten’ oder auch nur teilgelenkten Kreativität wird gemeinhin auf die gymnasiale Oberstufe projiziert. (Raveling: 2005) Aber die Anbahnung für ein solches Arbeiten kann schon relativ früh auf der Sekundarstufe I beginnen, und sei es zunächst nur, dass die Schüler Reime umkehren wie im nächsten Beispiel oder einzelne Textelemente durch eigenes Hinzufügen austauschen, sozusagen mit ‚Eingreif’-Gedichten, wie im übernächsten Beispiel ausgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

The dinner-rap

Dinner ’s ready! Dinner’s ready!

Come and get it! Come and get it!

What’s for dinner? What’s for dinner?

Something special! Something special!

Something special? Something special?

Chicken curry ! Don’t you like It?

Yes, I love it! Yes, I love it !

What’s for pudding?

What’s for pudding?

Wait and see! … Wait and see! …

In den Reim kann nun in der Weise eingegriffen werden, dass die Schüler die unterstrichenen Teile durch andere ersetzen, z.B. breakfast/lunch/picnic’s ready, dazu auch andere Nahrungsmittel, dazu schließlich auch Ablehnungen, z.B. I can’t stand it! No, I hate it etc.

6. Schreibung & Lautung

Abschließend sei noch der Aspekt angesprochen, dass Gedichte, Reime und Raps gute Dienste leisten können bei der ersten Begegnung mit Schrift und bei der Bewältigung der leidigen Phonem-Graphem-Diskrepanzen. Es werden in Reimform kleine Geschichten erzählt, wobei die Reimwörter alle den selben Kernlaut aufweisen:

Beispiel 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beispiel 2:

In ähnlicher Weise wird auch in diesem Reim vorgegangen, allerdings mit zusätzlicher Bildunterstützung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Schüler führen die Begebenheit nun fort und lassen die Mutter auch in Reimen reagieren:

1. No - no – no ! (must / pet/ go! / your)
2. Your pet is too tall!!! (something / small! / bring / Please)
3. No – no – no, my daughter (much / too / This / needs / pet / water!)

Mit dieser Bildsteuerung möchten wir überleiten zu solchen Gedichten, die sich mit Tieren beschäftigen, und zwar weltweit und interkulturell. Das soll Gegenstand des nächsten Beitrags sein.

Bibliografie

Cookson, Paul (2002) What shape is a poem? Oxford: Macmillan

Eshuys Jo, Guest Vic, Saunders Theresa (eds.) (2003): ENGLISH elements 3 (Schulbuch),

Milton: Jacaranda Press

Facto r, June (ed.) (1994): Far out, Brussel Sprout! – Children’s chants and rhymes, Rydalmere: Hodder & Stoughton

Factor, June (ed.) (2000): All right, vegemite. Sydney: Hodder & Staughton

Henry, Ernest (ed.) (1996): Poems to shout out loud and some to whisper. London: Bloomsbury

Hoberman, Mary Ann (1993), In: The Kingfisher Book of Children’s Poetry, New York, Kingfisher Books

Opie, Iona & Peter (eds.) (1967): The Oxford Nursery Rhyme Book. London: Oxford University Press.

Prelutski, Jack (1997): Spaghetti! Spaghetti. In: The Macmillan Treasury of Poetrry for Children. S. 146

Raveling, Wiard (2005) “Gelenkte Kreativität” in der gymnasialen Oberstufe. In: PRAXIS Fremdsprachenunterricht 6/2005, S. 26-32

Reisener, Helmut (2005): Rhymes & Poems for the Classroom. Seelze-Velber: Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung

Rosen, Michael (1987): Hairy Tales and Nursery Crimes. Glasgow: HarperColins Publishers

II Tiergedichte Interkulturell

Im vorangehenden Beitrag I ist es schon deutlich geworden: Kaum irgendwo sonst lassen sich English as a global language und die damit einhergehenden interkulturellen Aspekte besser und anschaulicher exemplifizieren als auf dem Gebiet der poems, raps and rhymes for children. Es soll hier eine Anzahl von Beispielen zusammengestellt werden, die das neuere, lebendige, pulsierende und vielschichtige Schaffen auf dem Felde der children’s poetry belegen. Zugleich soll damit anregendes Unterrichtsmaterial bereitgestellt werden, verbunden natürlich mit entsprechenden Realisierungsvorschlägen und Anregungen zur unterrichtlichen Be- und Verarbeitung auf der Sekundarstufe I.

Vorab sind zunächst einmal die gemeinsamen muttersprachlichen Ursprünge in den Blick zu nehmen: „This is our Shakespeare as well“, raunte mir vor geraumer Zeit ein australischer Kollege zu, und das sicherlich mit vollem Recht, denn man hat von je her und wo auch immer auf diesem Globus aus denselben tradierten englischsprachigen Quellen geschöpft und tut das auch heute noch.

Andererseits haben wir aber auch die unterschiedlichen Gegebenheiten von Natur, Umwelt und Klima und die damit anderen Lebensbedingungen, sowie die einzelnen historischen und politischen Entwicklungen der Staaten mit Englisch als Mutter- oder auch Zweitsprache zu betrachten, was ja zu einer immensen Diversifikation des literarischen Schaffens und damit zu einer enormen Anreicherung literarischer Schätze geführt hat. Das lässt sich schon in ganz elementarer Form unter Beweis stellen, und dies auch ganz konkret: Das bei Kindern immer noch so beliebte Seilspringen geht ja nun mal nicht ohne begleitendes, rhythmisches Sprechen wie z.B. Teddy Bear, Teddy Bear turn around ... Daraus wurde in Australien Koala Bear, Koala Bear turn around ...

Solche Belege in einem kleinen Ausschnitt darzustellen und damit als treasure trove für unseren Englischunterricht hierzulande verfügbar zu machen ist, wie oben schon erwähnt, eben das Anliegen dieses Beitrags.

Mit dem im obigen rope rhyme angesprochenen Teddy Bear sind wir bereits im animal kingdom angelangt und möchten hier auch verbleiben, weil Tiere ausnahmslos alle Kinder in allen Teilen der Welt faszinieren. Greift man sich randomisiert ein paar gängige Gedichtsammlungen heraus, so kann man schnell und leicht feststellen, dass etwa ein Viertel bis hin zu einem Drittel aller Einträge das Thema ‚Tiere` aufgreifen, oder zumindest spielen Tiere darin eine Rolle, Tiere aller Art, zu Wasser, zu Lande und in der Luft, vom kleinsten Insekt bis hin zum riesigen Seeungeheuer. Interessant ist dabei übrigens die Zunahme der Tierthematiken in unserer heutigen doch so technisierten Welt. Allein schon das Bären-Thema scheint weltweit schier unerschöpflich. Natürlich wissen wir, dass der Koala Bär nicht zur Bärenfamilie, sondern zu den Beuteltieren gehört. Wir wissen auch einiges über seine Grundnahrung und seine Lebensweise, und wir kennen den Ursprung seines Namens, denn KOALA ist das Aborigina l-Wort für „trinkt nicht“ oder „no water“. Dennoch hat sich Koala- Bär etabliert und eben Eingang in die Kinderliteratur gefunden, wie einst auch Winnie-the-Poo (Milne), dessen Übersetzer ins Deutsche vor gar nicht langer Zeit anlässlich der Frankfurter Buchmesse mit einem Sonderpreis für die Leistung für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet wurde. Und in unseren Tagen fand ein anderer Bär Eingang in die Kinderliteratur. Es ist der bedauernswerte einsame Bär ohne Namen, der in Michael Rosens We’re going on a bear hunt (1989) am Ende des aufregenden Kinderbuches unverrichteter Dinge allein in seine Höhle zurücktappen muss, wodurch er unser Mitleid erregt.

Das Wort „Teddy“ führt uns übrigens zum 26. amerikanischen Präsidenten Theodore („Teddy“) Roosevelt (1901-1909), der den Bären zum Symboltier für die junge, erstarkende amerikanischen Nation erkor, der selbst den Spitznamen „Teddy“ trug und somit zum Namensgeber dieses beliebten Kuscheltieres wurde.

Und wiederum wissen wir natürlich, dass die ursprüngliche Heimat des Teddybären in Deutschland liegt, genauer gesagt im Ort Giengen an der Brenz im Osten Baden-Württembergs. Dort erfand ein gewisser Richard Steiff den kuscheligen Bären vor einem guten Jahrhundert, nämlich im Jahre 1902. Über die anschließende Leipziger Spielwarenmesse gelangte der Teddy dann nach Übersee.

Kehren wir von der Bären-Thematik noch einmal auf den australischen Kontinent zurück, der von dem bekannten Reiseschriftsteller Bill Bryson ganz lapidar so beschrieben wird:

“Australia is the world’s sixth largest country and its largest island. It is the only island that is also a continent, and the only continent that is also a country. It was the first continent conquered from the sea, and the last. It is the only nation that began as a prison” (Bryson 2000) Und auch mit dem australischen animal kingdom und sonstigen Widrigkeiten kennt Bill Bryson sich aus:” In fact, Australia has more things that can kill you in a very nasty way than anywhere else. This is a country where even the fluffiest of caterpillars can lay you out with a toxic nip, where seashells will not just sting you but actually go for you. If you are not stung or pronged to death in some unexpected manner, you may be fatally chomped by sharks o r crocodiles.” (Bryson 2000)

Solche Horror-Szenarien müssen auch dem anonymen Verfasser des folgenden Gedichts auf der anderen Seite des Globus durch den Kopf gegangen sein. (Kingfisher Book 1985, p.18)

The devil in Texas

He scattered tarantulas over the roads,

Put thorns on the cactus and horns on the toads.

He sprinkled the sands with millions of ants,

So the man who sits down must wear soles in his pants.

He lengthened the horns of the texas steer,

And added an inch to the jack rabbit’s ear;

He put mouths full of teeth in all of the lakes,

And under the rocks he put rattlesnakes.

He hung thorns and brambles on all of the trees,

He mixed up the dust with jiggers and fleas;

The rattlesnake bites you, the scorpion stings,

The mosquito delights you by buzzing his wings.

The heat in the summer’s a hundred and ten,

Too hot for the devil and too hot for men;

And all who remain in that climate soon bear

Cuts, bites, and stings, from their feet to their hair.

He quickened the buck of the bronco steed,

And poisoned the feet of the centipede;

The wild boar roams in the black chaparal;

It’s the hell of a place that we’ve got for a hell.

He planted red pepper beside ev’ry brook;

The Mexicans use them in all that they cook.

Just dine with Mexican, then you will shout,

“I’ve hell on the inside as well a the out!” (Anon.)

Unterrichtsvorschläge

- How many animals are mentioned in this poem? (Why are they so nasty?)
- Which of them do you have to look up in a dictionary (and why)?
- The summer heat is given in Fahrenheit degrees. Can you convert from Fahrenheit to Celsius? This is to help you: Subtract (from Fahrenheit) 32, then multiply by 5 and divide the result by 9. So: What is the temerature in Texas in Celsius? (By the way: The freezing point of water is 32° Fahrenheit.)

Some animal-wisdom

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

How many proverbs with animals do you know? To start you off: Little dogs bark the loudest.

Birds of a feather flock together. When the cat is away the mice will play. The early bird catches the worm. A leopard cannot change its spots. A man may lead a horse to the water, but he cannot make it drink. One swallow doesn’t make a summer. [Find some more. Try the internet.]

Furchteinflößende Tiere haben die Fantasie vieler Autoren immer wieder angeregt, und dies wiederum rund um den Globus. Das können durchaus kleinere Tiere sein wie in dem folgenden kleinen Gedicht von Tu’akoi aus Neuseeland (2001):

Spiders

I’m not scared of spiders.

Spiders are scared of me.

I run away, so they won’t

Have to run away from me.

Unterrichtsvorschlag:

Mit der Aufforderung, die spiders durch andere Tiere zu ersetzen, schreiben die Kinder schnell und gern ihre eigenen Gedichte entsprechend diesem Modell und lassen sich so zu einem creative writing inspirieren.

Meist sind es aber doch die größeren Spezies, wie in den beiden folgenden Gedichten, ebenfalls aus neuseeländischer Quelle:

The Big Black Whale

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hark, Hark, the Shark

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Den ‚Löwenanteil’ beanspruchen in diesem Kontext allerdings immer noch die Krokodile und Alligatoren. Dazu dei Beispiele, eines aus Neuseeland, eines aus Großbritannien und eines aus den USA:

The Crocodile

A crocodile should never be

Asked to share your Sunday tea.

He has no manners, he is rude

And greedy he’d eat all the food.

And all the dishes too, and then

You find he’d not just eaten most

But also (probably) his host. (Gawith 1999, p. 70)

Good morning Mr Croco-doco-dile

Good morning Mr Croco-doco-dile,

And how are your today?

I like to see you croco-smoco-smile

In your croco-woco-way.

From the tip of your beautiful croco-toco-tail

To the croco-hoco-head

You seem to me so croco-stoco-still

As if you were croco-doco-dead.

Perhaps if I touch your croco-cloco-claw

Or croco-snoco-snout,

Or get up close to your croco-joco-jaw

I shall very soon find out.

But suddenly I croco-soco-see

In your croco-oco-eye

A curious kind of croco-gloco-gleam,

So I just don’t think I’ll try.

Forgive me Mr croco-doco-dile

But it’s time I was away.

Let’s talk a little croco-woco-while

Another croco-doco-day. (Causley 1991, p. 61)

Unterrichtsvorschläge

Wortspiele dieser Art lassen sich auch auf andere Tiere übertragen, wie z.B.

Good morning, alli-galli-gator (dino-sino-saur) ... und die Kinder finden es reizvoll, das in einem kleinen eigenen Gedicht zu versuchen. Groß ist auch die Bereitschaft, die bekannten Alligator-Reime in SMS-Versionen zu schreiben:

CUL8er (See you later)Allig8R (Alligator).Reime dieser Art gibt es bekanntlich in großer Zahl: See you later , alligator – All right, I don’t bite.(All right, vegemite)

See you later, alligator – And don’t forget the toilet paper.

See you later, alligator – In a while, crocodile.

Auch hier lassen sich die Schüler gern auf das Schreiben weiterer Reime ein. Und natürlich geben viele Gedichte auch Anlass zum bildnerischen Gestalten, wie z.B. die beiden folgenden von Shel Silverstein:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Silverstein 1981, p. 151)

Alligator Palligator

Alligator, palligator, get out of bed

It’s feeding time and I can’t find

Our keeper Mr Fred

He smokes a pipe and wears a little

Derby on his head

And he was ‘sposed to meet me here

To help to get you fed.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Silverstein 1996, p. 106)

Die Tierthematik lässt sich im Rahmen des kreativen Schreibens sehr gut auch in die Form

Der CINQUAINS bringen. Im Deutschen heißen diese Fünfzeiler (cinq = franz. 5) wegen ihrer 11 Wörter auch ‚Elfchen’-Gedichte. Der Bauplan kann u.a. folgender sein:

1. Zeile = 1 Wort (Nomen)
2. Zeile = 2 Wörter (Adjektiv – Adjektiv)
3. Zeile = 3 Wörter (Verb + ing – Verb + ing – Verb + ing)
4. Zeile = Satz oder Aussage mit 4 beliebigen wörtern
5. Zeile = wieder nur ein Wort , das mit dem in Zeile 1 korrespondiert (Nomen oder Adjektiv oder Adverb)

Beispiele:

A L L I G A T O R S D O G S

quiet – still quick - clever

sleeping –lying – waiting running – playing - barking

They are so dangerous. We all love them.

C A R E F U L ! F R I E N D S

Die Fantasie der Kinder wird aber auch von Tieren beflügelt, die es gar nicht (mehr) gibt. Das zeigt der Dinosaur-Rap der Australierin Dulcie Meddows, womit einmal mehr deutlich werden mag, dass sich ‚down under’ zu einer der inzwischen reichsten Fundgruben für die englischsprachige Kinderliteratur entwickelt hat.

Lost and found

Sitting by the roadside - sad and alone

Found a stray dinosaur – took it home

Put it in the back-yard – closed the gate

Fed it green jelly beans – on a dinner plate

Mum asked around – and dad did too

No one wanted it – not even the zoo

Bought a semi-trailer – took it for a ride

Let it romp and play – in the countryside

Took it to the fairground – put it on show

Children came to ride it – for a jelly bean a go

The fat lady loved it – so did the clown

We paraded that dinosaur – all over town

Took it to the carwash – got it clean

Washed its face – where it dribbled jelly bean

Dinosuars are lovely – dinosaurs are fun

Wouldn’t it be lucky –if YOU found one?

(Meddows in: Kosseris/Meddows (eds.) 1994, p. 91)

[...]

Details

Pages
130
Year
2008
ISBN (eBook)
9783638047548
ISBN (Book)
9783638945318
File size
4.7 MB
Language
English
Catalog Number
v90400
Grade
Tags
Teaching

Author

Share

Previous

Title: Teaching Children’s Poetry