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Experimentelle Säuglingsforschung

Hausarbeit 2007 10 Seiten

Psychologie - Entwicklungspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fragestellung

3 Methoden und Probleme der empirischen Datenerhebung

4 Experiment 1: Saugpräferenzmethode
4.1 Aufbau
4.2 Ergebnisse
4.3 Kritische Betrachtung

5 Experiment 2: Kopfbewegungsmethode
5.1 Aufbau
5.2 Ergebnisse
5.3 Kritische Betrachtung

6 Schluss

7 Literaturangaben

1 Einleitung

„Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache, und wir haben sie um zu sprechen.“ Theodor Fontane (1819-98)

Sprache ist das Menschlichste, das wir haben. Sie grenzt uns Menschen von allen anderen Lebewesen ab. Sie lässt uns auf eine Weise kommunizieren, die sehr komplex und einzigartig ist. Aufgrund dieser Einzigartigkeit ist Sprache für uns so interessant. Woran liegt es, dass nur wir über diese Art der Kommunikation verfügen? Wie erlernt ein Mensch dieses komplizierte System?

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, werden seit vielen Jahren Kinder beobachtet, die ihre ersten Worte äußern. Heute weiß man jedoch, dass der Erwerb von Sprache schon lange vor dem Zeitpunkt der ersten Äußerungen beginnt.

Da man sich als Erwachsener nicht mehr an seinen eigenen Spracherwerb erinnern kann, überhaupt nicht an die Zeit als Säugling, bleibt es nicht aus, Forschungen an Neugeborenen und Säuglingen anzustellen. Wie aber untersucht man, was ein Kind wahrnimmt, wenn es erst wenige Stunden, Tage, Wochen oder Monate lebt? Wie lässt sich herausfinden, was Säuglinge hören und verstehen? Sie können nicht mit „Ja“ oder „Nein“ antworten, aber sie verfügen über Signale, die man zu Antworten umfunktionieren kann.[1] Sie können ihren Kopf drehen, ihre Augen bewegen, etwas länger oder kürzer anschauen. Die Säuglinge können schnell oder langsam, tief oder flach atmen, je nachdem, ob sie mit Gerüchen konfrontiert sind, die ihnen behagen oder nicht.[2] Und sie verändern ihren Saugrhythmus, wenn etwas Neues in ihre noch kleine Welt tritt.

Es gibt also Zeichen, die uns Neugeborene und Säuglinge geben können. Es liegt nun bei, uns diese Zeichen richtig zu entschlüsseln und zu deuten.

2 Fragestellung

In dieser Hausarbeit soll nach Vorstellung der allgemeinen Thematik empirischer Datenerhebung anhand von zwei Beispielen gezeigt werden, wie Experimente, die mit Säuglingen durchgeführt werden, aussehen sollten. Entspricht dieses Experiment dem Entwicklungsstand des Kindes? Welche Fragestellung soll durch den Forschungsansatz beantwortet werden? Kann die gestellte Frage am Schluss beantwortet werden, oder werfen die empirischen Daten neue Fragen auf?

Es sollen Pro und Contra des Experiments erörtert werden und mögliche Verbesserungen vorgestellt werden.

Außerdem soll die Deutung der Ergebnisse eine wichtige Rolle spielen. Welche Schlussfolgerungen wurden aus dem Experiment gezogen? Sind diese legitim? Gibt es vielleicht neben der Interpretation der Forscher noch alternative Deutungsansätze?

3 Methoden und Probleme der empirischen Datenerhebung

In der Linguistik existieren zahlreiche Hypothesen darüber, wie ein Kind sprechen lernt. Jeder Forscher versucht, seine Erwerbstheorie mit empirischen Daten zu stützen. Der wissenschaftliche Wert einer Theorie hängt also von der Zuverlässigkeit der gewonnen Daten ab.

Grundlegend für die Durchführung einer empirischen Untersuchung ist die Frage, ob eine Längs – oder Querschnittstudie durchgeführt werden soll, also die Frage, ob Daten über einen längeren Zeitraum in bestimmten Intervallen erhoben werden oder nur einmal zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei der Längsschnittmethode lässt sich vor allem die dynamische Entwicklung eines Kindes gut beobachten, sie ist aber sehr zeitaufwendig und teuer. Deshalb kann auch nur eine kleine Anzahl von Probanten untersucht werden, was schnell die Frage nach der Repräsentativität aufwirft. Bei der Querschnittstudie kann zwar eine größere Anzahl von Kindern in Betracht genommen werden, die diachrone Perspektive bleibt jedoch meist unberücksichtigt.

Bei beiden Studien stellt sich das Problem des Beobachtungsparadoxons, d.h. dass die Kinder durch die Anwesenheit eines Beobachters bzw. durch ungewohntes Verhalten ihrer Eltern beeinflusst werden.

Das größte Problem liegt meiner Ansicht nach aber schon im Ansatz jeder empirischen Untersuchung. Zuerst werden Ideen formuliert und die Ziele der Untersuchung festgelegt. Danach wird der Untersuchungsgegenstand definiert, um dann Hypothesen zu formulieren, die in der empirischen Untersuchung verifiziert oder widerlegt werden.[3] Durch diese Herangehensweise kann es passieren, dass der Forscher von Beginn an beeinflusst ist, weil er eine bestimmte Hypothese be– oder widerlegen will. Allerdings ist für eine Forschung auch meist ein Geldgeber nötig, der sich für eine Untersuchung ohne vorformulierte Ziele nur schwer finden lässt.

Um die Probleme, aber natürlich auch die Erfolge empirischer Untersuchungen etwas näher zu beleuchten, werden im Folgenden zwei Experimente genauer vorgestellt.

[...]


[1] Butzkamm, Wolfgang / Butzkamm, Jürgen. S. 6.

[2] Pauen, Sabina: Was Babys denken. S. 33.

[3] Niederhagen Mark: Ein Kind lernt sprechen. S. 27-30.

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783638044967
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v90321
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,7
Schlagworte
Experimentelle Säuglingsforschung Proseminar

Autor

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Titel: Experimentelle Säuglingsforschung